Ausgabe 
(8.5.1940) Nr. 125
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K.V.

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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt ves Negierenden Bürgermeisters der Freien iiansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches verkündungsblatt des Neichsstalchalters in Üldenburg und Lremen

Nr. 125/10. Jahrgang

Mittwoch, S. Mai 1940

kinzelpreis 15 Npf.

Sie lürkel vor dem velagerungszuftand k

Militärische Maßnahmen auch in vggpten / London kündigt weiterhin Miauen an

höchste Spannung bei den Neutralen

Istanbul, 8. Mai.

Die türkische Nationalversammlung hat am Montag die Gcsetzcsvorlagc über den Belagerungszustand angenommen. Nach Artikel 8« der türkischen Verfassung hat der Minister­rat das Recht, im Kriegsfalle oder beim Vorliegen außer­ordentlicher Umstände, die Kriegsgefahr sür das Land be­deuten, den ganzen oder teilweise,, Belagerungszustand zu verhängen. Das gilt zunächst sür die Dauer eines Monats und erfordert die Zustimmung der Nationalversammlung. Ueber etwaige Verlängerung des Belagerungszustandes be­schließt wiederum die Nationalversammlung.

Bern, 8. Mai.

Auf weitere, vorbereitende militärische Maßnahmen der Westmächte weisen die letzten Meldungen der französischen Blätter aus'Aeghpten ein schlagartiges Licht. So find alle Bewohner Aegyptens aufgefordert worden, ihren Massen- und Sprengstoffbesitz anzugeben. Zuwiderhandlungen gegen diese neue ^Verordnung werden schwer bestraft. Ueberall in Aeghp- ten. finden Haussuchungen statt. Aber auch die Türkei spielt im Rahmen der Pariser Manöver eine führende Rolle. So bemüht sich' der „Temps", die Türkei, deren Verhalten er stark lobt. gegen Italien und vor allem gegen die italienischen Todekanes-Jnseln auszuspielen.

X Stockholm, 8. Mai.

Die größte schwedische Provinzzcitung „Lcstcrgotlands Dag- blad" läßt sich aus Budapest melden, nach den Telegrammen, die von den verschiedenen Balkanhauptstädtcn in Budapest eingegangen feien, befände sich das gesamte südöstliche Europa in einem Zustand äußerster Spannung auf Grund der Kricgs- vorbercitungen, die in den letzten Tagen im östlichen Teil des Mittelmeers und in Aegypten, Syrien und Palästina vorgenommen worden seien.

Diese Spannung beruhe zu einem großen Teil darauf, daß niemand wisse, wo der Krieg diesmal anfangen werde. Es könne genau so gut Italien wie auch dem Balkan gelten, und aus dem Balkan selber könnten sowohl Rumänien als auch Griechenland oder Jugoslawien als Kriegsschauplatz in Frage kommen.

Gleichzeitig werde jedoch in Budapest auch die Aufsassung vertreten, daß alle diese Kriegsborbereitungen im Mittelmeer lediglich ein Thcatcrspiel seien. Dieses Spiel würde danach die

sranzöstscher Zerstörer „Visen" versenkt

Amsterdam, 8. Mai.

Nach einer Havas-Meldung aus Paris hat die französische Admiralität ein Kommunique ausgegeben, wonach am 3. Mai in der Nordsee bei einem Angriff feindlicher Flugzeuge aus einen Truppengeleitzug der französische Zerstörer „Bison", der zu den eskortierenden Kricgsschissen gehört habe, ver­senkt worden sei. Ein Teil der Besatzung habe gerettet werden können.

Der Zerstörer „Bison" hatte eine Wasserverdrängung von 2.438 Tonnen und wurde im Jahre 1928/29 gebaut. Die Be­satzung betrug 209 Mann.

Zaskafte Geständnisse der seindmächle

Berlin, 8. Mai.

Die Feindmächte haben jetzt veröffentlicht, daß am 3. 5. die deutsche Lustwassc an der norwegischen Küste durch Bomben versenkt hat: den polnischen Zerstörer „G r » m", 197.1 Ton­nen groß, Geschwindigkeit, 39 Knoten, Besatzung 190 Mann, und den sranzösischcn Zerstörer „Bison", 2438 Tonnen groß, Geschwindigkeit 39 Knoten, 209 Mann Besatzung.

Absicht haben, die Aufmerksamkeit der Deutschen von den Stellen wegzulocken, von denen aus in Wirklichkeit ein An­griff gegen Deutschland geplant sei.

Newhork, 8. Mai.

Wie der Kurzwellensender New Park meldet, wurde Sosia durch die großen türkischen Truppenkonzentrationcn entlang der bulgarischen Grenze alarmiert. Führende bulgarische Per­sönlichkeiten konnten sich kein Bild über den Grund der tür­kischen Truppenbewegungen in der europäischen Türkei, an der Nordkiiste der Dardanellen und am Eingang zum Schwar­zen Meer machen. Es wurde festgestellt, daß Bulgarien nichts getan hätte, was die türkische Handlungsweise gercchtscrtigt hätte.

Washington, 8. Mai.

Nach dem völligen Fehlschlug der englischen und sranzösi­schcn Expedition in Norwegen, der hier unverkennbar einen un­günstigen Eindruck hinterlassen hat, werden nun alle möglichen Vermutungen darüber angestellt, welches Land Wohl dev nächste Kriegsschauplatz sein werde. Der Kommentator Brown erklärt im „Evening Star", die Gegenwart der alliierten See- .streitkräste im ägäischen Meer, die Gegenwart ähnlicher Kräfte nahe Korfu, die Ankunft von Einheiten der Wey- gand-Armee in Istanbul, von wo eine direkte Eisen-, bahn nach Saloniki führt, wurden als unmißverständliche Zeichen kriegerischer Absichten ^Englands und Frankreichs be­zeichnet.

Amsterdam, 8. Mai

Wie aus London berichtet wird, setzt „Daily Erpreß" seine Hoffnung auf die Aktionssähigkeit der Orientarmee und

darauf, daß London und Paris ihre Befehle mit der not­wendigen Eile geben werden. Notwendig sei, daß alle Ope­rationen der Weltmächte unter gemeinsamem Oberbesehl ge­führt würden, denn der letzte Krieg sei durch das Triumvi­rat Clemenceau-Llohd Gcorge-Foch gewonnen worden.

Der Londoner Daily Scctch gibt einen weiteren Beitrag zu den englischen Kriegsauswcitungspläncn im Südysten. Er veröffentlicht einen Aussatz seines Balkansachvcrständigen Grengson. Dieser seine Plutokrat erklärt wörtlich: „Die Bal- kanländcr verkaufen ihren Produktionsüberschuß sür 120 Mil­lionen Pfund jährlich nach Deutschland. Das sind du Kosten sür 20 Tage Krieg. Das heißt so gut wie gar nichts, v.r- glichen mit dem Ersolg, den Balkan gegen Deutschland in Bewegung zu setzen. Wenn wir die Balkanvölksr für 20 Tage Kriegskosten haben können, so werden wir den Krieg um wenigstens sechs Monate abkürzen. Falls wir dem Bal­kan sofortige Vergeltungslustangrisse aus deutsche Städte ver­sprechen, sobald Deutschland sich gegen unsere Pläne auch nur im geringsten regt, dann wird der Mut dieser Balkan- völker ins Angemessene steigen, und sie Iverden sich sogleich auf Englands Seite schlagen."

Aus den Nachrichten bulgarischer Blätter gewinnt man den Eindruck einer rasch anwachsenden Spannung im östlichen Mittclmeer. Es wird bereits von einem Alarmzustand in die­sem Gebiet sowie auch von einer Bedrohung des Reiches von dorther geschrieben. In Ucberschristen betonen die Blätter, daß die Achsenmächte sicher jeden Borstoß der Engländer und Franzosen parieren würden.

(Siehe auch Seit« 8)

vomben auf britische Kolonnen

wieder ein feindliches U-Soot versenkt — vrilischer kreuror vor Naroik von einer vombe getroffen - vrei englische slug;euge vernichtet

Berlin, 8. Mai.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bei Narvik hat sich die Lage bisher nicht verändert. 4Deutsche Kampfflugzeuge griffen britische Kolonnen mit Bom­ben und Maschinengewehren an und versprengten sie. Ein vor Narvik liegender Kreuzer wurde durch eine Bombe mitt­leren Kalibers getroffen, ein Sundcrland-Flugboot durch Bom­benwurf versenkt. Die aus dem Raum von NamsoZ und Gronq. nach Nckrden vorstoßenden deutschen Truppen erreich­ten Mosjoen.

Eine deutsche N-Jagdslottille versenkte im Skagcrrak ein feindliches N-Boot. Bei einem Einslugsvcrsuch in die Deutsche Bucht wurden zwei britische Flugzeuge von deut­schen Jägern abgeschossen.

An der Westfront keine besonderen Ereignisse.

Her briefliche vedankenaustaiM Mischen dem sichrer und dem König von Schweden

Berlin, 8. Mai.

Zwischen dem Führer und dem König von Schweden hat — wie bereits gemeldet,— in der zweiten Aprilhälste ein brief­licher Gedankenaustausch über die politische Lage stattgefun­den, der entsprechend dem bereits von der deutschen und der schwedischen Regierung öffentlich abgegebenen Erklärungen

nochmals die vplligc Uebereinstimmung über die künftige po­litische Haltung der beiden Länder zueinander bekräftigte.

In diesem Gedankenaustausch wurde nochmals die seste Entschlossenheit Schwedens, seine strikte Neutralität nach allen Seiten aufrechtzuerhalten und zu wahren sowie die deutsche Anerkennung und Respektierung der' schwedischen 'Neutralität, wie sie in den kürzlichen Verlautbarungen der beiden Regierungen bereits dokumentiert wurde, zum Aus­druck gebracht.

Stockholm, 8. Mai.

Die Meldung über den Briefwechsel zwischen dem Führer und König Gustaf von Schweden ist in der Stockholmer Oefsentlichkcit und in schwedischen politischen Kreisen mit be­sonderer Befriedigung zur Kenntnis genommen worden. Man sieht darin allgemein eine erneute Sicherung der Neutralität Schwedens. Die Presse veröffentlicht die Meldung in großer Ausmachung auf den ersten Seiten. .

Kopenhagen, 8. Mai.

Die Kopenhagener Morgenblätter bringen die Berliner und Stockholmer Meldungen über den schriftlichen Gedankenaus­tausch zwischen dem Führer und König Gustaf von Schweden über die politische Situation in großer Ausmachung. Sie un­terstreichen, daß dieser Briefwechsel erneut die volle Ueberein­stimmung hinsichtlich der künftigen gegenseitigen politischen Haltung beider Lander bekräftige.

Von

3B..-Llrui>psnküliisr Hasse, Bremsn

Im Zeitalter der Entdeckungen war Spanien zum Weltreich geworden, in dem die Sonne nicht unter­ging, weil seine überseeischen Besitzungen den Erdball umspannten. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stand dieses Reich aus dem Höhepunkt seiner Macht­entfaltung. Dann kam der Abstieg. England, der Insel­staat am atlantischen Rande Europas, löste sich in die­ser Zeit politisch vorn Festland und entfaltete seine Raubinstinkte auf den Ozeanen. So kam es zu der großen Auseinandersetzung mit Spanien, die das Schick­sal der nächsten'Jahrhunderte entschied. Der Untergang der spanischen „unüberwindlichen Armada" im Jahre 1588 wurde zum Markstein für Spaniens Niederlage und Englands Aufstieg zum Empire.

Die Niederzwingung Englands war die Voraussetzung für die Behauptung der Vormachtstellung Spaniens und damit seiner Reichtümer auf der Erde. Spanien wählte nach längerem Zögern den Angriff auf die eng­lische Insel. Die Geld- und Machtmittel des Weltreiches wurden für die Ausrüstung einer Flotte eingesetzt, wie sie die Welt seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hatte. Diese „unüberwindliche Armada" sollte die Ueber- fahrt und Landung des spanischen Heeres von den Nie­derlanden aus durchführen. England erkannte, worum es ging, und wählte den Gegenangriff aus der Ver­teidigung, den Seekamps gegen die Armada.

In der letzten Jnliwoche 1588 steuerten die Spanier den Westeingang des Kanals an. Damit war die Zeit sür den englischen Gegenangriff gekommen, Kühn und entschlossen warfen sich die britischen Geschwader auf den Feind. Geführt von seebefahrenen, auf manchem Raub­zug erprobten Admiralen, allen voran Drake, griffen die Engländer acht Tage lang unausgesetzt die gewal­tige, aber ungelenke Armada an, beschränkten sich auf das Artilleriegefecht und wichen dem Enterkampf jedes­mal geschickt aus. Täglich mehrten sich >so die Verluste der Spanier. Mit jedem neuen Tag verloren sie zahl­reiche Kampf- und Transportschiffe. Mangel an Muni­tion stellte sich bei ihnen ein, denn jeglicher Nachschub fehlte. .Heftige Stürme bedrohten in den gefährlichen Kanalgewässern die spanische Streitmacht mit Stran- dung und Untergang. Unter solchen verlustreichen Kämpfen näherte sich endlich die Armada der flandri­schen Küste bei Calais. Hier wurde sie am 29. Juli 1588 von der versammelten englischen Flotte znm Endkampf 'gestellt und furchtbar zusammengeschossen. Angesichts der in Flandern wartenden spanischen Jnvasionsarmee mutzte der spanische Oberbefehlshaber Herzog Medina Sidonia den Befehl zum Abbruch des ganzen Unterneh­mens geben, weil eine Ueberfahrt nach'" England aus­sichtslos geworden war. Dieser Rückzug wurde zur Katastrophe der Armada. Der Rückweg durch den Kanal war durch den Feind versperrt. So blieb nur die Fahrt um England durch den Atlantik übrig. Von den Eng­ländern bis in die Nordsee verfolgt, dann von Stürmen gepackt und an die Felsen Schottlands und Irlands

tkamberlains „Norwegen-Vilai,;"

2er verrat von Namsos vor dem Unierkaus — „Vewiffe Lewinne für Veutschland"

Kopenhagen, 8. Mai

Ehamberlain eröffnete die angekündigte Untcrhausdebatt« über die norwegische Niederlage mit einer persönlich verärger­ten Rede gegen seine Kritiker. Als einzige Neuigkeit verkün­dete er Churchills Machterwciterung. Seine Rede zeichnete sich durch größere Vorsicht in bezug aul die Kricgsausdehnnngs- plänc aus, eine unverkennbare Wirkung des deutschen Hin­weises aus diese Machenschaften.

Verlegen eröffnete der Premierminister seine Erklärungen mit der Entschuldigung, er habe in der letzten Rede, in der er den Rückzug aus Andalsnes verkündete, noch nichts über den Rückzug von Namsos sagen können, weil „die Operatio­nen noch im Gange" gewesen seien und weil der Rückzug noch gefährlicher gewesen als der von Andalsnes. lieber die Einzelheiten der militärischen Operationen in Ziidnorwegtn wolle er nichts sagen, sondern nur aus die Kritik an dem Rückzug antworten. Dieser Rückzug habe dem englischen Volk sicher einen kiesen Schreck bereitet. Aber die schuld habe an den Stockholmer Berichten gelegen, die Erwartungen hervor­gerufen hatten, die sicherlich nicht gerechtsertigt gewesen seien.

Die Regierung habe die Risiken erkannt, habe aber die Wirkung aus die Stimmung in Norwegen berücknchtigen müssen, die es nicht verstanden hätte, wenn man gar nicht versucht hätte, Mittelnorwegc» zu Italien. Dabei berief er sich aus einen angeblichen Appell des norwegischen Ober- kommandicrenden, Drontheim als Sih sür di« norwegische Regierung zu gewinnen. Norwegen wäre, wie er eingestand, ohne das englische Eingleisen nicht fähig zu weiterem Wider­stand gewesen und das ganze Land wäre sonst ohne weiteres in deutsche Hand gefallen. (Das norwegische Volk kann sich also sür seine jetzigen Leiden bei Herrn Cham- berlain bedanken!) Daher, so suhr der Premier sort, habe England das Risiko der Drontheim-Erpedition aus sich neh­men müssen. Niemand hätte anders gehandelt.

Im weiteren Verlaus seiner Rede verbreitete sich Cham- berlain über das „Jinnlandexpeditionskorps", von dem er stets behauptet hatte, es sei ausgelöst worden, das aber in Wirklichkeit weiterbestand, ebenso wie der ganze Norwegen­plan. Er behauptete, das Eros der ursprünglich, sür Finn­land bestimmten Kräfte sei nach Frankreich transportiert ge­wesen, Was den. Flügelangriff aus Drontheim angeht, so sei er «rsolgt, um den deutschen Vormarsch durch Zerstörung von Brücken und Straßen auszuhalten. Es sei sicher.richtig gewesen, einen Versuch in der vorliegenden Form zu machen und die Truppen dann nach dem Fehlschlagen zurückzuziehen.

Diesen Fehlschlag begründete Ehamberlain 1. mit dem Man­gel an Luftstützpunkten; 2. mit dem raschen Herannahen der deutschen Verstärkungen.

Ansschlußrrich ist das Geständnis, daß England nur eine einzige Division nach Norwegen gesandt habe. So also tritt England sür die Völker ein, die es aushetzt und denen es seinen „Schutz" verspricht, ' .

Ehamberlain bat dann, sich keine übereilte Meinung von den bisherigen Ergebnissen des Norwegenseldzngos zu bilden, ob­wohl er „gewisse Gewinne sür, Tentschjand" einräumen mußte, aber die Kampagne sei ja noch nicht beendet. Er wolle die Ergebnisse nicht beschönigen, aber man dürse den Fehl- schlag auch nicht übertreiben. Man dürse die. Verluste auch nicht nur lokal berechnen und damit der deutschen „Legende von der llnbesiegbarkeit zu Lande?. Votschub legten. Man müsse vielmehr rundum blicken. Ehamberlain zollte hierbei der „großen Standhastigkeit" Frankreichs und der „Ilner- schütterlichkcit"^ der Türkei sowie der vollen Verteidigungs­bereitschaft Aegyptens überschwengliche Anerkennung. Da; durch, meinte er, habe sich-die Lage im Mittelmeer beruhigt. Die einzige Anspielung aus die so provokatorisch herausge­stellten Demonstrationen im Mittelmeer.

Im letzten Teil der Rede betoytc Ehamberlain, daß man die Folgerungen aus der Norwcgenkampagnc übertrieben, aber die Drohungen gegen England nicht genügend gewürdigt habe. Die Erfahrung in Narwcgen zeige, wie rasch sich der Krieg irgendwo entwickeln könne. Er mahnte deshalb, keine Uneinigkeit in England z» zeigen, denn man'müsse mit schärfsten Angrisscn rechnen, Alan sollte vielmehr die Reihen schließen, die Zähne zeigen und jede Energierescrve mobili­sieren. Die militärischen Berater hätten schärsstens bar der jetzigen Debatte gewarnt, aber den Kritisierten müsse die Möglichkeit einer Verteidigung gegeben werden.

Ehamberlain wandte sich dabei gegen die Versuche, die Mit­glieder des Kricgskabinctts auseinandcrzumanöveriercn, Manche Kabincttsmitglicdcr, besonders langjährige ersahrenc Minister, wie Lord Hankch, Churchill und er selbst, seien der Ansicht, daß manche Minister von der Vcrwaltungsarbcit vor­wiegend besreit sein müßten. In diesem Zusammenhang ging er aus Churchills bisherige und künftige Machtvollkommen­heiten ein. Churchill als Vorsitzender des Koordinationsrats der Verteidigungsminiftericn solle künftig als „besonderer Ratgeber" der Regierung nach enger als bisher mit den Ge- neralskäbler»"'zusammenarbeiten.

(Fortsetzung aus Seite S>

So littst kngland „garantierten" Mächten

Maschinenseweffrseuer auf norwegische Zivilisten — Vreistes fluflreten stukerstafter tommies

« slo, 8. Mai.

„Fritt ,Folk" gibt durch, Verösscntlichung einer Zuschrift der Empörung des norwegischen Volkes über das unver­schämte Auftreten der inzwischen geslüchteten englischen Trup­pen Ausdruck. Die Zuschrift trägt die englische Nebcrschrist: „Where are thc girlS" („Wo sind die Mädchen?") und schil­dert, wie die Engländer als richtige Stutzer in ihren elegan­ten Khakinnisornicn in der Nähe von Dombaas einherstol­ziert seien, während die norwegischen Soldaten gut genug waren, sie mit ihrem Blut zu schützen.

Die norwegische Zeitung „Toensbcrg Blad" /berichtet von einem F e u c r ü b e r s a l l e n g l i sich e r Flugzeuge aus flüchtende Norweger. Der Vorsall ereignete sich in der Ortschaft Vakloc bei Toensbcrg atn Oslo-Fjord. Die aus dieser Ortschaft flüchtende Bevölkerung wurde mit Maschinengewehren ans englischen Flugzeuge» beschossen. Das ganze spielte sich des Nachts ab. Die englischen Flugzeuge erhellten die Gegend mehrmals mit Leuchtralcten, um die fliehende Zivilbevölkerung besser trcsfen zu könne» (!). Ueber den Kopsen der Fliehenden brauste dann Maschinengewehr- feuer hin, wie cS in dem Augenzcugcnbericht des Blattes heißt. Die aus der Flucht bcgrisfenc Bevölkerung suchte Deckung, wo sie nur konnte. Die Osloer Zeitung „Fritt Folk" schreibt zu diesem scigen Lustiibcrsall aus Ziehende Zivilisten, das sei die „Hilft" Englands, wie man sie in Valloc er­lebt habe.

*

Wie schon der Angriff eines britischen Fliegers auf dänische Zivilisten, über den wir vor einiger Zeit berichteten, unzweideutig demonstrierte, gehört es sozu­sagen zur Kriegführung Englands, immer dort „mit ganzem Einsatz'-' anzugreifen, wo ein Widerstand des Angegriffenen unmöglich ist. Der neue feige Ueberfall der Briten in Norwegen liegt ganz auf der Linie dieser barbarischen „Kampfmethode" Albions. Ist die Eröffnung des Maschinengcwehrfeuers auf Wehrlose an sich schon eine kaum faßbare Bestialität, so erhält die berichtete englische Abscheulichkeit noch dadurch einen besonders frivolen Charakter, daß es' sich bei den Be­schossenen . um Angehörige eines Volkes handelt, sür deren Beschützer sich . die Londoner Machthaber heuch­lerisch ausgab.en. Da der Ueberfall unter Verwendung von Leuchtraketen erfolgte, liegt ein Irrtum der ent­

menschten Flieger außerhalb des Bereichs der Möglich­keit. Es ist der aufs höchste erstaunten Weltöffentlich­keit also lediglich überlassen, in dem Luftangriffs eine typisch britische Antwort auf die grenzenlose Empörung der Norweger über den schmählichen Verrat der Tom- mies oder- den nicht minder teuflischen Versuch zu er­blicken, mit allen Mitteln, auch den verwerflichsten, Verwirrüng zu stiften. Wie jedoch aus der Veröffent­lichung der norwegischen Provinzzeitung klar hervor­geht, ist der perfide Anschlag der Briten gescheitert. Das dürfte aber die Londoner Kommandostcllen nicht daran hindern, jene „wagemutigen Flieger" gebührend auszuzeichnen und deren „Heldenstück" als „Ruhmestat" in die „Geschichte eingehen zu lassen!" mil.

MONIMMttUIUIIIIMIIMIIIIIttUMIMIMMMIMOIIMIUIMIIMMMINIIMMIMII

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Der von den Wcstmächten erzeugte Alarmzust-ind hat sich weiter erhöht. -

Paris versucht vergebens das sensationelle Tclcphongc- spräch Olehnand—Ehamberlain abzustreiten.

Ehamberlain gab vor dem Unterhaus die angekündigte Norwegen-Bilanz.

Der OKW.-Bericht meldet die Bombardierung britischer Kolonnen in Nordnorwcgcn, die Versenkung eines scind- lichcn U-Bootes, die Vernichtung dreier englischer Flug­zeuge, dazu noch die Bombardierung eines britischen Kreuzers.

Britische Flieger crössnetcn ein Maschincngcwehrscuer aus norwegische Zivilisten.

Der briesliche Gedankenaustausch zwischen dem Führer und dem König von Schweden hat in der neutralen Welt großes Aussehen erregt.

Der italienische Dolksbildungsministcr wird Berlin eine« Besuch abstatten.

Wieder weilte eine U-Bootskameradschaft bei unserem Gauleiter im Blockhaus Ahlhorn zu Gast.

Krsisamtsftiter Mcsecke siihrtc eine NT.-Tchwestcr in Brcmen-Aumund ein.