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So«! kilung
Parteiamtliche Tageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Bremen
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der Nationalsozialisten Vremens
sinnliches verkündungsblatt des Beichsstatttzaliers in Oldenburg und Bremer»
Nr. 99 / 9. Jahrgang
Dienstag, 11. flpril 19Z9
kinzelpreis. 15 Npf.
M vesetzung Waniens abgeschlossen
kille Marschziele erreicht
wettere truppensendungen / provisorische Verwaltung von tiano eingesetzt
(vradtdorickt unseres Vsrtretsrs in kom) .
vr. v. I.. Rom, 11. April.
Die militärische Besetzung aller wichtigen albanischen Gebiete ist vollzogen. Mit der Besetzung Gorizzas und den an die Dreiländerecke grenzenden albanischen Gebieten durch auf dem Luftwege transportierte Grenadiereinheiten kontrollieren die italienischen Truppen nunmehr auch Südostalbanien.
Die sissrns Kulis uncl ^ntsclilosssnlisit Dsutsclilancls uncl Italiens Icönnsn niclit
kssinträcliligt v/srclsn
Die Besetzung der bisher noch unkontrollierten Gebiete, wie der nordalbamschen Alpen, der Gebiete von Maluzzi, Dibra usw. vollzieht sich systematisch. Durch vier Kolonnen der italienischen Expeditionskorps, und zwar: Kolonne General 'Scattini in Richtung auf die nordalbanischen Alpen, Kolonne General Messe van Elbasan mit Ziel auf den Devollflutz, Kolonne Oberst Vernardi von Berat mit Ziel Eorizza und Kolonne General Carasi von den Petroleumfeldern bei Delvine über Argiro Castro mit Ziel auf das Radomit-Eebirge. Alle Kolonnen bestehen aus motorisierten Einheiten, einem Bersaglieri-Regiment und Pionierabteilungen. Die italienischen Truppen begegnen gegenwärtig keinem Widerstand mehr.
Neue italienische Trupp ensendungen nach Albanien finden statt, wobei weiter die Luftwaffe als Transportmittel eingesetzt wird. Die Zahl der italienischen Verluste dürfte wenig über zwanzig betragen. Die Regierüngsgewalt liegt weiter bei den italienischen Militärbehörden unter dem Kommando des Befehlshabers des Expeditionskorps General Euzzoni, die durch das ..provisorische albanische Verwaltungskomitee" unterstützt werden, das während der Anwesenheit des Außenministers Graf Ciano in der albanischen Hauptstadt aufgestellt wurde, aus zuverlässigen albanischen Würdenträgern besteht und unter anderem auch die neuen Präfekten für die albanischen Gebiete bestellte. Die gegenwärtig in Albanien eingesetzten italienischen Streitkräfte dürften eine Zahl von 50 000 Mann erreichen.
Mit einer neuerlichen Flugaktion haben die italienischen Truppen Montag vormittag Koritza (Kortscha) die Hauptstadt der südöstlichen Provinz Albaniens an der jugoslawischen Grenze besetzt.
öesonderes tob Mussolinis für das krpedilionskorps
Mussolini hat dem Befehlshaber des italienischen Expeditionskorps, General Euzzoni, sowie seinen Offizieren und Mannschaften sein besonderes Lob für die Schnelligkeit des Handelns ausgesprochen, mit der eine reife Situation liquidiert und die grundlegenden Interessen des Vaterlandes am anderen Ufer der Adria garantiert wurden.
Der regelmäßige Flugverkehr wurde gestern auf den verschiedenen Linien zwischen Italien und Albanien wiederaufgenommen. Das Leben in Tirana nimmt bereits seinen normalen Verlauf. Sonntag abend gab in der festlich beleuchteten Hauptstadt die Bevölkerung ihrer Freude über die Befreiung von der Gewaltherrschaft des Königs Zogu Ausdruck, den die Albaner den „weißen Negus" nennen. Es wurden ununterbrochen Hochrufe auf Italien und den Duce ausgebracht.
„sür ftlbanien beginnt eine große Zukunft
Der Oberbefehlshaber der italienischen Truppen hat an Las albanische Volk eine Proklamation gerichtet. General Euzzoni betont darin, daß italienische Soldaten für eine Mission des Friedens u^ der Zusammenarbeit nach Albanien gekommen seien und bereits die wichtigsten Zentren des Landes besetzt hätten. Er verlange von aer albanischen Bevölkerung vollkommene Disziplin und fordere sie zur Zusammenarbeit auf in der Ueberzeugung, daß sie die Aktion Italiens unterstützen werde. Er fei ermächtigt, der Bevölkerung solgende feierliche Versprechung abzugeben:
„Die öffentliche Ordnung, die Achtung des Privatbe- fitzcs und die freie Ausübung der Elaubensbelenntnisse, die Ehre und die Tradition des albanischen Volkes werden garantiert. Albanien wird eine neue Aera der Arbeit und der Gerechtigkeit, des Wohlstandes und des Fortschrittes kennenlernen. Wer sich diesem Programm, das den Wünschen des albanischen Volkes entspricht, widersetzen sollte, setzt sich den schwersten Strafen aus. Diejenigen aber, die versuchen sollten, feindselige Handlungen gegen die Italiener zu unternehmen, würden unerbittlich dem Standrecht unterworfen. Albaner! Der König und der Kaiser und der Duce wollen euer Bestes. Kehrt unter dem Schutze des Liktorenbllndels ruhig zu eurer Arbeit zurück! Für Albanien be"i"n* mi» dem heutigen Tage eine große Zukunft!"
öraf liano wieder in Nom
Außenminister Graf Ciano. der am Oster-onnlag vormittag um neun Uhr Tirana verlassen hatte, ist nach zweistündigem Fluge in der italienischen Hauptstadt eingetroffen und hat sich sofort zur eingehenden Berichterstattung zu Mussolini begeben.
Aus Tirana und anderen albanischen Städten sind Mu - - olini und Graf Ciano von seilen führender albanischer Persönlichkeiten weitere Dank- und Er- gebenheusielegramme zugegangen, in denen der Duce unter anderem auch um die Billduna einer albanischen faschistischen Partei gebeten wird.
Die durch den Terror der Zogubanden vertriebenen italienischen Flüchtlinge haben seit der schnellen Aktion der italienischen Truppen schon am Sonnabendabend die Rückreise nach Albanien antreten können.
Wie' aus Tirana gemeldet wird, waren die dort befindlichen Deutschen in den letzten Tagen stark von dem Terror bewaffneter Banden bedroht Nachdem die Ordnung in Tirana wiederhergestellt ist, besteht keine Gefahr mehr für die Sicherheit der Deutschen, die sich sämtlich wohlauf befinden.
Rom, 11. April.
Italiens schnelle Aktion in Albanien beherrscht am Ostersonntag vollkommen das Bild der Presse, die unterstreicht, daß Italiens Vorgehen der Festigung des Friedens auf dem Balkan dient. Andererseits weisen die Blätter das Gehaben und die künstliche Aufregung der demokratischen Presse als ebenso unbegründet wie sinnlos zurück.
Unter der Ueberjchrift „Gegacker der Demokratien" befaßt sich der Direktor des halbamtlichen „Eiornale d'Jtalia" mit den Lügen und riskanten Anmaßungen der sogenannten Demokratien, die um so weniger begründet seien, als Albanien von den britischen und gallischen Herzen Tausende von Meilen entfernt sei.
Nach einer ausführlichen Blütenlese englischer und französischer Verleumdungen in Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen, betont das halbamtliche Blatt, daß
(Oraktbsriokt äussres pariser Vertreters)
ürr. Paris, 11. April
Das französische Kabinett ist für heute nachmittag einberufen worden, um sich mit der außenpolitischen Lage zu beschäftigen. Ein Ministerrat und eine Tagung des auswärtigen Ausschusses folgen am Mittwoch. Schon am Ostersonntagnachmittag hielt der sogenannte dauernde Ausschuß der Landesverteidigung unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Da lädier und der Generalstabschefs eine zweistündige Sitzung ab Außerdem herrschte lebhafte diplomatische Tätigkeit: der englische Botschafter wechselte sich mit dem sowjetrussi- schen Botschafter ab, der seit geraumer Zeit wieder täglich Gast im französischen Außenamt geworden ist.
Alle diese Veranstaltungen sollen dem französischen Volk und wohl noch mehr der. Welt den Eindruck vermitteln, als wenn es große Gefahren zu beschwören
(vrsktberickt unserer, öerltnsr Sckriktlsituug)
rä. Berlin, 11. April.
England setzt seine Rolle als unbefugter Ankläger und Polizist Europas fort. Obwohl das britische Weltreich in Albanien keine Interessen besitzt, keinem britischen Staatsbürger in diesem Lande ein Haar gekrümmt wurde und kein Vertrag zwischen England und dem Königreich Achmed Zo- gus bestand, fühlte sich Britannien wieder einmal veranlaßt, in den sattsam bekannten Tönen anmaßender Moralität sich zum Sittenrichter über eine europäische Großmacht aufzuspielen, die eine
Italien ein besonders lebenswichtiges Interesse Großbritanniens oder Frankreichs in Albanien „nicht kennt und nicht anerkennt."
Italien achte lediglich die allgemeinen und laufenden Interessen, die es nicht anzutasten gedenke. Es werde auch die Abkommen weder dem Geist noch dem Buchstaben nach irgendwie verletzen. Wenn England auf Grund seiner Berechnungen anderer Ansicht sein wolle, möge es die Konsequenzen ziehen, die es für richtig halte. Die neuen albanischen Ereignisse seien unausbleiblich gewesen, ünd die Reaktion der sogenannten Demokratien sei lediglich ein neuer Verwand für die Entfaltung ihrer ganz offensichtlichen An- griffspolitik. „Italien weiß das und wartet fest und entschlossen, ohne seinen dem Frieden und der Kultur dienenden Vormarsch in Albanien, der unbeugsam bis zum Ende durchgeführt wird, abzuändern oder aufzuhalten."
gelte, gegen die sich Frankreich mit äußerster Wachsamkeit rüste. Vor allem aber will Paris — ganz ähnlich wie London — gegenüber den eklatanten Erfolgen der Achse Berlin—Rom etwas mehr von sich reden machen.
Bei der öffentlichen Erörterung der Mittelmeer- Fragen und der sonstigen Folgen aus der italienischen Älbanien-Aktion stehen folgende Stichworte im Vordergrund:
1. die albanische Aktion wird nach wie vor in gehässigen Angriffen gegen Deutschland nicht allein Nom, sondern noch mehr Berlin zur Last gelegt;
2. notwendig sei jetzt die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht in England, die Erhöhung der französischen Flugzeugproduktion, die Aufhebung des amerikanischen Neutralitätsgesetzes und die engere Zusammenarbeit mit der Sowjetunion;
(Fortsetzung auf Seite 2)
seit vielen Jahren an biesem Teil der Adriaküste begonnene Entwicklung durch die militärische Besetzung organisch abgeschlossen hat. Italien hat jenes Recht in Anspruch genommen, das Großbritannien mehr als einmal zur Verteidigung seiner Interessen wahrgenommen hat, das Recht einer Großmacht, ihren Lebensraum rechtzeitig gegen jede Bedrohung zu sichern. Albanien ist ein rückständiges Land, das durch italienisches Geld und italienische Arbeit einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt hat. Die Westmächte selbst haben Italien 1915 und später nochmals Albanien als Einflußsphäre zugesprochen. Der albanische König hatte die Absicht, unter Mißachtung der langjährigen Freundschaft und Verpflichtung feines Landes gegen Italien, Intrigen gegen Rom ins Werk zu setzen. Italien hat darauf in diesem Land rasch und gründlich Ordnung geschaffen und allen Eventualitäten vorgebeugt. So sind die Tatsachen.
England aber, das in allen Erdteilen und wicht etwa nur dort, wo durch eigene Arbeitsleistung ein moralischer Anspruch begründet war, mit den Mitteln brutalster Gewalt Stützpunkte, Kolonien und Dominien errichtet, sieht in der Besetzung eines Küstenstreifens der Adria und des dahinterliegen- den Berglandes eine Bedrohung feiner eigenen Stellung. Es richtet sofort an Südslawien und Griechenland Angebote, sich dem Schutz des britischen Reiches gegen die italienische Bedrohung zu unterstellen. In London und Paris wird ein wüster Hetzfeldzug gegen Italien gestartet. Man fordert zur Besetzung Spanisch-Marokkos als „Gegenzug" auf, Man verlangt die Konzentration der englischen und französischen Flotten vor Korfu usw.
Frankreich, das selbst jedes Zugeständnis an Italien strikt ablehnt, will es andererseits auch nicht dulden, daß Italien an der Adria sich sein Recht verschafft. Gibt es französische Interessen in Albanien? — Nein? Trotzdem aber hetzt man in unverantwortlicher Weise gegen Italien und möchte am liebsten einen Krieg heraufbeschwören, um Achmed Zogu, Benesch, den Negus und Negrin wieder zurückzuholen.
Das englisch-französische Geschrei um Albanien zeigt allzu deutlich, daß diese Mächte nicht das geringste Verständnis für die Lebensnotwendigkeiten der „Habenichtse" aufbringen. Die perfide demokratische Stellungnahme erreicht ihren Höhepunkt in der Verdächtigung, Deutschland habe Italien dazu aufgestachelt, sich der albanischen Küste zu bemächtigen. Man unterschlägt damit bewußt die Tatsache, daß Italien bereits seit vielen Jahren in Albanien große wirtschaftliche Investitionen gemacht hat und dieses Land bereits im italienischen Lebensraum liegt, ohne daß Deutschland es nötig hätte, Rom auf Albanien „stoßen" zu müssen. Abgesehen davon stellt diese Behauptung eine unerhörte Beleidigung der uns befreundeten italienischen Großmacht dar, der man unterstellt, „auf Befehl" von Berlin diesen Schritt gemacht zu haben. Italien bedarf nicht Berliner Kommandos, um sich sein Recht als Großmacht selbst zu nehmen.
Allerdings scheint man in Paris mehr an das britische Kommando sich gewöhnt zu haben. Die 20 Tote, die die Besetzung des Landes insgesamt auf beiden Seiten gekostet hat, werden in großen Schlagzeilen der französischen Blätter herausgestellt. Mit Kühler Stirn werden diese unverineld-
Unser rsssssoiessl
(Die koutiZs -tusZsbs umksüt 10 8 si 1 s n)
Das englische Parlament ist für Donnerstag einberufen worden.
Die englische und sranziHsche Presse ergehen sich wieder einmal in wüsten Angriffen gegen Deutschland und Italien.
Die italienischen Truppen haben die Besetzung Albaniens abgeschlossen.
Italien lehnt die Anerkennung englischer und französischer Interessen in Albanien ab.
Holland sichert seine Küste gegen einen englische» lleberfall.
Der Führer hat den Marinegruppenbesehlshaber Ost. Admiral Albrecht, zum Generaladmiral befördert. Engelmann-Wien stellt den neuen deutsche» Eis- ^ hockeqmeister.
Fm Frauenhandball verteidigte Martin Brinkmann- Bremen seinen Gaumeistertitel erfolgreich.
Äor zahlreichem Besuch wurde in Bremen die erste diesjährige Radrennoeranstaltung durchgeführt. Werder-Bremen erlitt durch den 1. FC. Nürnberg eine 3:0-Niederlage.
Zu einer schweren Lawinenkatastrophe kam es in der Schweiz.
Italien seliuklt Orcknunx iu Albanien. Unser NikO »»ixt äiv ersten itslienisvüen "kinppen lanckunsen an cker ulduniseden Lüste. (Lresse-Hokkmann.)
„Segacker der Demokratien"
Italien lehnt die flnerkennung eines besonders lebenswichtigen Interesses knglands oder Frankreichs ab
Paris ruft zu kriegerischen ftktionen
kngland soll korfu besetzen — Wüste stngrisse gegen Beutschland und Italien