Ausgabe 
(25.11.1939) Nr. 325
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der Nationalsozialisten Siemens

flmlNHes Verkündungsblatt des Neichsstattdalters in llldenvurg und vremen

Nr. Z25 / S. Jahrgang

Sonnabend, 25. November 19Z9

kinzelpreis 15 Npf.

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Werkzeug des britischen Sekeimdienstes

Unter 120 Verhafteten wurde der veaustragte des Verräters Mio Straffer durch erdrückendes veweismarerialzu einem umfassenden Sestöndnis seiner Urheberschaft des Münchener Sprengstoffanschlages gezwungen

Berlin, 25. November.

Wir berichteten vorgestern von dem gemeinen Atten­tatsvorhaben Strafsers. Als jede innere Agitationsbasts im Reich zusammengebrochen war, der Hetzsender zerstört, die AuftraggeberWare" für ihr schweres Geld verlang­ten, da quittierte bereits im Jahre 1838 der Zuhälter Strasser jene Summen mit den Vorbereitungen seines ersten Attentatsversuches gegen Führer und Volk.'

Wir wissen, daß und warum es mißlang. Agent Stras- ser steckte den Judaslohn ein, der Jude Hirsch verlor sei­nen Kopf dabei. Der erste Mordplan war mißlungen. Vielleicht war der Jude ungeschickt gewesen? Vielleicht wurde ihm ein Zufall zum Verderben? Die Geldgeber drängten, ein neuer Versuch mußte gestartet werden.

Alle Fehlermöglichkeiten des Hirsch wurden jetzt be­dacht, um sie in Zukunft zu vermeiden, und der Agent suchte sich unter seinen Werkzeugen die geschicktesten Ha­lunken, gemeine Verbrecher, aus und nach eingehenden langen Unterredungen, auf Grund deren die Zahlungen prompt weitergingen, wurden diese beiden dann mit dem klaren Auftrag Strafsers, den Führer zu treffen, auf heimlichen Wegen ins Reich geschickt. Nach mehreren vergeblichen Attentatsversuchen wurden die beiden Ver­brecher am 26. Mai 1938 gefaßt und nach eingehenden Untersuchungen vorn Volksgerichtshof vor kurzer Zeit zum Tode verurteilt.

Das Mißlingen dieser neuerlichen Anschlagsversuche brachte dem Agenten Strasser von seite» seiner Geld­geber und Auftraggeber erhebliche Schwierigkeiten. In­zwischen war auch sein Beschützer Venesch verschwunden. Jetzt wollte man endlich die so lange versprochenen Taten sehen, insbesondere, da die politischen Ereignisse immer mehr ein solches gelungenes Attentat als gün­stigen Ausweg in der großen Politik wünschenswert machten. Im Mai 1838 waren

die beiden letzten Handlanger Döpking und kremin

gefaßt worden, und schon bald danach hatte Otto Strasser über Mittelmänner das Werkzeug gesunden, das ihm geeignet erschien, die Wahrscheinlichkeit des Gelingens zu dem letzten Maß des Möglichen zu bringen.

Wir wissen heute, daß Strasser und seine Helfers­helfer bei Beginn der Vorbereitungen zu diesem dritten Mordversuch wiederum davon ausgingen, alle Fehler­quellen der mißlungenen vorherigen Attentate zu

wiederholte erfolgreiche Luftangriffe

Berlin, 26. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: Im Westen etwas regere Spähtrupp- und Artillerie­tätigkeit. Die Luftwaffe setzte ihre Erkundungstiitigkeit über französisches Gebiet fort. Zwischen den znr Un­terstützung der Anfklärungsslugzcuge und zum Schutze des Grenzgebietes eingesetzten deutschen Jägern und feindlichen Jagdflugzeugen kam es wiederholt zu Luft­kämpfen. Hierbei wurde ein englisches Flugzeug-bei Verdun, ein Flugzeug bei Saarbrücken und ein fran­zösisches Flugzeug durch Flak bei Zweibrücken abge­schossen.

Die Nachricht derNewyork Times" von der schwe­ren Beschädigung des britischen KreuzersBelfast" wird durch die Meldung eines U-Bootes bestätigt, das einen Kreuzer der Southampton-Klasse im Firth os Forth torpediert hat. Nach Meldungen der britischen Admi­ralität lief weiter der britische ZerstörerEipsq" an der englischen Ostküste auf eine Mine und sank:"

verstopfen. Hatte man schon bei diesen beiden vor­herigen Versuchen den Kreis der Beteiligten von der Sprengstoffbeschaffung über die Konstruktion der Höllen­maschinen, Transport, Aufbewahrung und ausführende Organe klein und kleiner gehalten, so erschien nun die größte Sicherheit des Unternehmens darin gewähr­leistet, wenn möglichst ein Mann die Vorbereitung und Durchführung innerhalb der Reichsgrenzen in die Hand nähme, abgesehen von der planenden und materiellen Vorbereitung der emigrierten Mittelmänner des dei­chen Geheimdienstes.

Hätte nicht ein gütiges Geschick mit stärkerer Hand eingegriffen, so wäre dieser Weg dem Mörder und seinen teuflischen Hintermännern günstig gewesen. Elser selbst hat nach langem Leugnen dann den Beweis erbracht, daß der britische Geheimdienst wahrhaftig kaum ein ge­eigneteres Subjekt finden konnte, dieses schändliche Ver­brechen von langer Hand mit allen Mitteln eines teufli­schen Raffinements durchzuführen. Am Abend des

8. November explodierte im Münchener Vürgerbräu- teller dann jene Höllenmaschine, die nach langem teufli­schen Plan das deutsche Volk mitten ins Herz treffen sollte. Um 21.43 Uhr erfolgte bereits von der Berliner Zentrale aus die

höchste ftlarmierung der gesamten Polizei,

automatisch waren damit gleichzeitig alle Grenzen des Reiches verschlossen, die offenen Grenzavschnitte unter besonders verschärfte Bewachung gestellt.

2n der gleichen Nacht noch wurde auf Befehl des Reichsführers ss eine Sondorkommission an den Tatort nach München entsandt, in Berlin bildete sich unter Lei­tung des Chefs der Sicherheitspolizei und des CD. eine Zentralstelle, die nach Sichtung aller Mitteilungen aus dem ganzen Reichsgebiet für die Ileberleitung des wesent­lichen Materials nach München Sorge trug.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Vor Voll Döpking und Kremin

weitere kinzeltzeiten über die flttentatsplöne Otto Strassers

ävb. Berlin, 25. November

Amtlich wird oerlautburt: Am 21. September 1828

wurden, wie bereits gemeldet, vom Volksgerichtshof wegen Vorbereitung zum Hochverrat in Tateinheit mit Sprengstoffverbrechen und Landesverrat der Hoteld'iener Karl Döpking, geboren am 28. August 1888 in Danker- sen, und der kaufmännische Angestellte Helmut Kremin, geboren 4. Mai 1387 in Stewken, zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ver­urteilt.

Aus dem Urteil ist zu entnehmen, daß Döpking im Mai 1338 aus Deutschland nach der damaligen CSR. emigriert war, während Kremin im Juli 1338 aus Furcht vor einer Vestrasung wegen eines begangenen Raubllbersalles Deutschland verlassen hatte. Beide fan­den durch Emigrantenkreise in Prag Anschluß an Otto Strasser und waren schließlich in der Folgezeit in dem Büro Otto Strassers in Prag tätig. AIs sich Strasser nach dem Scheitern seines ersten Versuches eines Spreng- stossattentats im Jahre 1336, in dessen Verlaus der Prä­ger Jude Helmut Hirsch in Stuttgart festgenommen und am 8. März 1837 zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, mit der erneuten Durchführung von Spreng­

stoffanschlägen im Jahre 1837 befaßte, gewann ez> beide für seinen Plan. ,

Zunächst war ein Anschlag aus den Reichsparteitag in Nürnberg geplant. Dieser Anschlag kam jedoch aus zeitlichen Gründen nicht mehr znr Durchführung, weil der Parteitag inzwischen schon zu Ende gegangen war. Strasser gab nunmehr den Auftrag, den Anschlag wäh­rend des Duce-Besuches in Deutschland (25. Sept. bis 28. Sept. 1337) und falls dieser nicht durchgeführt «er­den kann, jedenfalls während des Erntedankfestes aus dem Vückeverg (3. Okt. 1337) durchznsiihren. Döpking und Kremin haben daraushin den Sprengstoff durch Mittelsmänner am 16. September 1837 nach Deutschland bringen und zunächst aus den Bahnhösen Leipzig und Dresden aufbewahren lassen. Das geplante Verbrechen kam nicht mehr zur Ausführung. Die Geheime Staats­polizei hatte, wie beim ersten Versuch, glücklicherweise noch rechtzeitig durch systematische lleberwachungsmaß- nahmen Kenntnis von dem neuerlichen Plan erhalten und diesen durch die Sicherstellung des Sprengstoffes und die spätere Festnahme der Beauftragten Döpking und Kremin vereiteln können.

Die beiden Verbrecher erwartet nunmehr die Voll­streckung des Urteils.

englischer Kreuzer.velsaft" torpediert

Deurschesll-Kot Srong in den siech of sorttz ein Schwerer Verlust für Veitannien

Nemyork, 25. November.

DieNewyork Times" veröffentlicht eine ihrem New- yorker Büro zugegangene vertrauliche Meldung, wonach ein deutsches ll-Voot im Firth of Forth den dort ver­ankerten britischen KreuzerBelfast" torpedierte. Das Blatt hebt hervor, dies sei der zweite gelungene Ver­such deutscher U-Boote, in einen geschützten britischen Marinehafen einzudringen. Der Angreifer ist dieser Meldung zufolge entkommen.

Diese Meldung hat in vollem Umfange die neutrale Meldung bestätigt. Der moderne KreuzerBelfast" wurde aus das schwerste getroffen. Er wurde getroffen

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wie die FlugzeugträgerCouragcous" oderArc Royal", wie dieRepulse", wie die zahlreichen briti­schen Zerstörer, Minensuchboote und U-Boot«. Sie ist aus dem Verband der britischen Flotte ausgeschieden, wie das SchlachtschiffHood" und die KreuzerSouth- ampton",Edinburgh" undMohawk", wie dieJron Duke".

Der torpedierte KreuzerBelfast" ist ein Kreuzer des neuesten englischen Typs. Das Schiff wurde erst im August dieses Jahres in Dienst gestellt und ist mit den modernsten Schutzausrüstungen gegen Torpedos aus­gerüstet.

DieBelfast" hat eine Wasserverdrängung von 18 886 Tonnen und erreicht 32 Knoten Geschwindigkeit. Die Bestückung besteht aus zwölf 15,2- und vier 4,7-Zenti- meter-Eeschlltzen. Zur Fliegerabwehr verfügt dieBel­fast" über vier 18,2- und 16 4 Zentimeter-Flugabwehr­kanonen.

*

Das einst so stolze Britannien, das mit viel Pathos dO Macht seiner Flotte bei allen Gelegenheiten rühmte, hat in diesem Kriege eine bisher geradezu blamable Seekriegsfiihrung gezeigt. Es hatte nichts Eiligeres zu tun, als seine wohlbehüteteMacht" in sicheren so schien es wenigstens und abgelegenen Häfen zu ver­stecken. Das stolze Albion verkroch sich, und die größte Schlachtschiffflotte der Welt hielt hinter zahlreichen Minensperren eine bescheidene Wacht. In Scapa Flow und im Firth of Forth liegen die schwimmenden Ko­losse vor Anker. England hat allen Grund seine See­festungen in Sicherheit zu halten. Die Wirksamkeit der deutschen Torpedos allerdings steht in krassem Gegensatz zu diesen frommen Wünschen Englands. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel mag die Meldung in England gewirkt haben, daß ein deutsches U-Boot un­bemerkt eindrang in die Bucht von Scapa Flow, die Royal Dak" versenkte und, dieRepulse" schwer be­schädigte und dann sogar unangefochten den Hafen wie­der verließ. Hier lernte England den Schneid der deutschen Ü-Bootmannschaften kennen! Wenn jetzt ein weiteres U-Boot in den Firth of Forth eindrang und hier den KreuzerBelfast" torpedierte, so mag Bri­tannien daraus die Lehre ziehen, daß seine so wohlge- hütete Flotte auch in ihren entferntesten Schlupfwinkeln weder vor den deutschen Bombern noch vor d,en deutschen U-Booten sicher ist. England wird sich damit abfinden müssen, daß die einmal von Deutschland ergriffene Initiative auch gehalten wird. Deutschlands mili­tärische Machtmittel werden England auch weiterhin zu treffen wissen. Bis zur BezwrngungGroß"-Britan- niens.

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4iee Meere'

Tiefe Wahrheiten um Britannien

Und also nennt sich Vritania die Königin der Meere", so kann man in alten Büchern und Chroniken lesen. Und es ist denen, 'die sie gelesen haben, dabei nicht aufge­fallen, wie seltsam diese Feststellung aussieht! Es'ist ihnen wicht aufgefallen, daß nicht die anderen, sondern nur England sich selbst so nennt, und daß die Worts Königin" undVritania" eine tiefe Wahrheit ent­halten.

Denn das Empire ist vorwiegend eine weibliche Wv- gelegewhsit gewesen: es begann mit der Dhronbestsd> gung der Königin Elisabeth, die sich darauf versteifte, jungfräulich sein zu wollen und es ward, wie unser Jahrhundert erlebt, beendet mit der Königin Viktoria, deren Zauber und Charme es noch einmal gelang, Krämergesinnnng und Eigensucht zu verdecken.

Elisabeth war ganz ohne Frage eine Frau von For­mat. Denn sie begann jene Raubzüge auf fremdes Eigentum, von denen sich Europa und die ganze Welt bis auf den heutigen Tag noch nicht erholen konnte. Sie fand dabei würdige Helfer, die sich schier umbrachten, bloß ein Lächeln von ihr zu erhäschen, wen« sie nicht zufällig auf den Gedanken kam, die Belohnung noch intensiver zu gestalten, wie Lei Robert Dudley, Grafen von Lsicsster, den freilich auch bald das Granen packte, weshalb er auf und davon ging, zu Schiff nach Frank­reich.

Elisabeth nahm sich nacheinander die Reiche aufs Korn, die die gottgelobte Insel nicht neben sich dulden konnte. Zuerst war es Spanien, dann das wir sehen es leicht vergeßliche Frankreich, und dafür, daß Hol­land nicht vergessen wurde, sorgten schon die Mahner, die ihr die Namen der Feinde ohne Kriegserklärung täglich ins Gedächtnis riefen.

Sie war eine gute Näherin. Sie nähte an dem briti­schen Purpur, daß es der Welt bald himmelangst wurde,

Deutsche slieger über den Stzet nds-Inseln

London, 25. November.

Gestern wurden die Shetlands-Jnseln erneut von deutschen Fliegern überflogen. Der Luftschutz-Alarm konnte erst nach etwa eineinhalb Stunden eingestellt werden.

und sie nähte, um in der Zunftsprache zu reden, mit' verdeckten Nähten. Die Völker merkten es kaum, und als sie es merkten, daß ihnen die Felle wegschwammen, war es immer schon zu spät. Was wäre aus den Briten ohne diese weibliche Schläue geworden?

Großbritannien ist eine weibliche Angelegenheit. Es gibt außer den beiden Frauen, die einmal das Zepter führten, kaum eine bedeutende Persönlichkeit auf dem englischen Thron. Es sei denn, man wollte jenen König dazu rechnen, der daseuropäische Gleichgewicht" er­fand ünd damit der Profitgier der britischen Staats­männer neue Quellen eröffnete. Im übrigen aber tut man gut, von dem Königtum nicht zuviel zu sprechen. Es lohnt nicht, diese Schatten zu betrachten, die ledig­lich ihr Leben lang den Purpur trugen, ohne zu wissen weshalb und wohin.

Elisabeth und Viktoria, die beiden Frauen, die am England arbeiteten, haben es tatsächlich fertiggebracht, daß man einmal die Ansicht aussprechen konnte:Eng­land ist eine Felsenfeste, deren Graben der Ozean und deren Autzenwerke die Flotten sind." Sie konnten aber nur wirken für ihre Zeit. Um große Werke zu halten, sind große Geister nötig. Unter Krämern verfallen alle Werke und die Schuld vor der Welt sprengt die stärksten Mauern.'

Der Uebel größtes aber ist die Schuld! Und der Brite ist schuldig. Seit Jahrhunderten haben viele Völker ihn angebetet. Nun ist der Götze als Popanz erkannt, ist er der Aufklärung neuer Zeiten zum Opfer gefallen. Die Außenwerke sind nicht mehr unbesiegbar und der Graben ist überbrückbar. Und der Tag kommt mit Riesenschritten, an dem die Unterschrift lauten wird: Ex-Königin der Meere".

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(Die bsutigs Lnsgabs vmkakt ssebs Seiten)

Zum Fall Döpking und Kremin sowie zur Ueber- sührung des Münchener Attentäters Elser werden aufschlußreiche Einzelheiten verössentlicht.

Der englische KreuzerBelfast" wurde von einem deutschen U-Boot torpediert.

Ein englischer 3888-Tonnen-Dampser wurde durch eine Treibmine versenkt.

Die deutsch-amerikanische Handelskammer protestiert gegen die britische Blockadeverschärsung.

Der allindische Kongreß droht England mit Boykott. Ueber Paris wurden Flugblätter abgeworfen. Deutschland gibt die Olympiawinterspiele zurück.

Dr. Todt verlieh am Westwall die ersten 288 Schutz- wall-Ehrenzeichen.

Der Reichsarbeitsminister hat durch einen Erlaß ab 15. 1. 1348 die Gewährung von Urlaub wieder zu­gelassen.

In festlichem Rahmen fand gestern abend im Metro- pol-Theater die Bremer Erstaufführung des Flic- gersilmso m 88" statt.

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