Ausgabe 
(23.11.1939) Nr. 323
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parteiamtliche Tageszeitung

vas flmtsbkatt des Negierenden vürgermeisters der Freien Kansestadr vremea

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Die 1 nun hohe und 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 mw Hohe Zeile Im Tertteil 75 3H/. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 7 Nachlaß­staffel Q. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An- nahmeschfuß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: In Bremen: Am Geeren Nr. 6/8, Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernspr. 5 4121. 8n Shke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches VerkimSungsblatt des Neichsstattlialters in llldenburg und Meinen

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Nr. Z2Z / 9. Jahrgang

Donnerstag, 2Z. November 19Z9

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Mordwerkzeug britischen öelzeimdienstes

dreimalige flttentatsvorbereitung die französische Negierung sollte zu einemSaar-Putsch" bewegt werden Von venesch bezahlte Mordhetze dessreiheitssenders" der Lebenslauf eines Verräters

and. Berlin, 23. November.

DerVölkische Beobachter" schreibt:

Otto Strasser ist der sachliche Organisator des Mün­chener Verbrechens. Sein Lebensweg ergibt ein klares Bild des an Charakterlosigkeit selten konsequenten Emigranten.

Am 19. 9. 1897 in Deggendopf (Bayern) geboren, ist »r der Bruder Gregor Strassers und Paul Strassers, , der wegen homosexueller Verbrechen emegrierte. Der Beginn seiner politischen Tätigkeit sieht ihn im Jahre 1919 als überzeugten Sozialbemokraten, der nach kur­zem Studium der Volkswirtschaft die Leitung eines so­bald emokratischen Korrösponbenzbiiros. übernimmt. Während des Kapp-Putsches ist er Führer einer sparta- kistischen Hundertschaft. Im Rahmen seiner Entwicklung zum Natiowalrevolutionär stößt er im Jahre 1925 zur NSDAP. Daß die Gründe hierfür nicht weltanschau­liche, idealistische und selbstlose waren, beweist sein spä­terer Lebensweg. Als Hauptschriftleiter einiger im Kampfverlag erscheinender Zeitungen, an der Spitze Der Nationalsozialist", bemüht sich sein Geltungsdrang und sein zügelloser Ehrgeiz darum, im Rahmen der NSDAP. eine besondere politische Rolle zu spielen. Ms derrevolutionäre Sozialist", dem das Wort vomGe­meinnutz geht vor Eigennutz" stets ein Fremdwort ge­blieben war und der sich nicht einfügen konnte, sein« egoistischen Ziele wicht erfüllt sah, verließ er, um dem drohenden Ausschluß aus der Partei zu entgehen, mit der bekannten theatralischen Erklärung:Die Sozia- listen verlassen die NSDAP." die Partei und gründete die sogenannte Kampfgemeinschaft revolutionärer Natio­nalsozialisten.

Später führte ihn der Verräterweg mit dem Meute­rer Stennes zusammen. Der erhoffte Einbruch in die NSDAP. gelang nicht, so daß er lediglich ein Gerippe »on persönlichen Einzelgängern im Reich zurückließ, «ls er im Jahre 1933 zunächst nach Wien emigrierte, kein bisher im Reich erschienenes Organ dieSchwarze Front" erschien nun mit nur geringer Auflage als Schwarzer Sender" im damaligen Oesterreich. Zur gleichen Zeit wurde im Reich der größte Teil seiner Organisation aufgelöst; die Prominenten seiner Mit­arbeiter, soweit sie nicht emigriert waren, wurden hinter Schloß und Riegel gesetzt.

AIs ihm auch in Wien der Boden zu heiß wurde, flüchtete Otto Strasser nach Prag, wo er sich unter Abstrcisung des Scheines des Idealisten eindeutig als Hoch- und Landesverräter zum Kauf anbot, ein für Geld gedungenes Subjekt fremder Nachrichtendienste und Organ der mit ihm täglich verkehrenden jüdischen Emigration.

Luftaufklärung über England

Geringe Feindtätigkeit im Westen

Berlin, 23. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: An einzelnen Stellen der Westfront geringe Ar- tillcrietätigkcit. Die Luftwaffe klärte am 21. 11. wie­derum über englischem Gebiet bis Scapa Fldw aus. Die Aufklärung über französischem Gebiet wurde auf Südsrankreich ausgedehnt. Zum Schutze der deutschen Westgrenze wurden am 21. 11. ebenso wie an den Vor­tagen zahlreiche Jagdflieger eingesetzt. Diese blieben ohne Berührung mit dem Feind. Auch die in der Lustverteidigungszone West eingesetzte Flakartillerie fand keine Veranlassung, in Tätigkeit zu treten.

Sein engster Mitarbeitet war der unter dem Namen Heinrich Erunow auftretende Emigrant Friedrich Beer. Seine Zeitung hieß bezeichnenderweiseDie deutsche Revolution", der Geldgeber war die damalige tsche­chische Regierung Benesch. Strassers Haupttätigkeit in Prag war neben der Verbreitung von Hetzartikeln in Flug- und Zeitschriften der Versuch, eine einheitliche Ausrichtung aller Schattierungen der Emigration her­zustellen. Ob er dabei die Zahl des Restes seiner An­hänger im Reich mit Wissen oder ohne Kenn.tnis über­schätzte, ist belanglos. Es steht jedenfalls nicht fest, ob zu dieser Zeit Otto Strasser selbst auch nur im ge­ringsten noch an die Möglichkeit einer Revolution in Deutschland glaubte.

Strasser lebte jedenfalls seit Jahren schon ausschließ­lich von den Geldzuwendnngen ausländischer Nach­richtendienste, denen er versprach, in Deutschland eine Revolution zuwege zu bringen, zumindest aber den Führer z« beseitigen. So machte er im Juni 1934 eine

Neise nach Paris

um die französische Regierung zur Unterstützung eines Putsches im Saargebiet zu bewegen, durch den die Saarrückgliederung unmöglich gemacht werden sollte. Nach seinen eigenen Angaben, die in dem an anderer Stelle veröffentlichten handschriftlichen Brief dokumen­tarisch festgehalten sind, hat damals die französische Re­gierung diesen Plan abgelehnt, da sie den durchzufüh­renden Umsturz im Reich ohne außenpolitische Belastung 1934 billiger zu erreichen hoffte.

Berlin, 23. November.

Zu den britischen Behauptungen über eine angeblich völkerrechtswidrige deutsche SeekriegsDhrung erfahren wir von zuständiger Stelle: Der englische Rundfunk und die englisch« Presse wissen mit den -Schiffsverlusten an der englischen Küste nichts anderes anzufangen, als heftige Vorwürfe gegen die Methoden der deutschen Kriegsführung zu erheben. Die Engländer, die seit Be­ginn dieses Krieges eine Völkerrechtsregel nach der an­deren schon über Bord geworfen haben, versuchen, das Völkerrecht gleichzeitig propagandistisch für sich umzu­biegen.

Sie wollen in der Welt den Eindruck erwecken, als ob der deutsche Krieg gegen England ungesetzlich ist. Sie selbst sind dafür verantwortlich, daß heute auch im Handelskrieg militärische Gesichtspunkte von großer. Be­deutung sind. Die Engländer haben nicht nur ihre eige­nen und neutrale Schiffe zu Geleitziigen zusammen­gestellt, die unter dem Schutz britischer Kriegsschiffe fahren, sondern sie haben auch die Schiffahrtsronten unter militärischen Schutz genommen. Hieraus geht her­vor, daß heute bei der Schiffahrt nach England reine Handelswege überhaupt nicht mehr exi­stieren. Sein Gegner muß daher seine Maßnahmen selbstverständlich unter dem Gesichtspunkt der unmittel­baren Bekämpfung von Kriegsschiffen ergreifen.

Hieraus ergeben sich für die völkerrechtliche Beurtei­lung des Minenkrieges klare Konsequenzen. Im Haager Minenabkommen von 1907 ist vereinbart worden, daß

Im übrigen kamen schon damals die gleichen Gedanken zum Ausdruck, die später den Verhand­lungen mit den Leitern des englischen Secret -Ser­vice in den Jahren 1938/39 zugrunde lagen.

Im Rahmen seiner verräterischen Arbeit setzte Otto Strasser einen in Zahori bei Prag mit Unterstützung des tschechischen Nachrichtendienstes gebauten sogenannten

«sreilieilssender"

an, der neben der propagandistischen Arbeit schon da­mals die den Attentatsabsichten Otto Strassers und seiner Helfershelfer entsprechenden Parolen gab.' So schlössen zum Beispiel fast alle Aufrufe dieses im Jahre 1934/35 arbeitenden Senders wörtlich mit der immer wiederkehrenden Aufforderung, daßAdolf Hitler sterben müsse".

Die deutsche Regierung hat damals offiziell von der tschechischen Regierung die Beseitigung dieses zum Mord an deutschen Regiernngsmitgliedern auffordern­den Senders gefordert. Nachdeiy die tschechische Regie­rung behauptete, von der Existenz dieses Senders keine Kenntnis zu haben, wurde ihr der Standort des Sen­ders genausstens angegeben. Da Herr Benesch natur­gemäß auch dann nicht bereit war, den vom tschechischen Gelde aufgezogenen Sendedrenll einzustellen, mußte von deutscher Seite selbst eingegriffen werden, um diese fortgesetzte »Mordpropaganda zu unterbinden. Zwei jj-Führer des Sicherheitsdienstes haben befehlsgemäß am 28. Januar 1935 diesen Sender zerstört.

(Fortsetzung auf Seite 2)

beim Auslegen von Minensperren eine Bekanntmachung erfolgt, sobald es die militärischen Rücksichten gestatten. Deutschland hat in diesem Sinne auch Minenwarngebiete bekanntgegeben. Ob die militärischen Rücksichten dies gestatten, ist einzig und allein Gegenstand der deutschen Entscheidung. Die Engländer können sich auch nicht dar­auf berufen, daß unter dem Haager Abkommen das Aus­legen von Minen an den Küsten und vor den Häfen des Gegners verboten sei.

Dies ist nämlich nur dann untersagt, wenn es zu dem alleinigen Zweck geschieht/ um die Handelsschiffahrt zu unterbinden. Die Engländer selbst sind Schuld daran, daß auf den Handelswegen und im Kiistenvorfeld mit der dauernden Anwesenheit britischer Kriegsschiffe zu rechnen ist, gegen die eine Minenverwendnng zulässig ist, wobei die Bekanntgabe eines Warngebietes ebenfalls nach dem Hager Abkommen nicht eher in Frage kommt, als bis der militärische Zweck erreicht ist.

Natürlich haben die Engländer das Recht, ihre Ho­heitsgewässer gegen das Eindringen des Feindes zu schützen. Dieses Recht ist ihnen ebenfalls durch das Haa­ger Abkommen verbürgt. Wenn die englische Oefsentlich- lsit bekümmert frugt, warum die britische Admiralität von diesem Recht keinen Gebrauch macht, so liegt die Antwort auf der Hand. Die britische Admiralität ist eben nicht in der Lage, die britischen Gewässer und Zu­fahrtsstraßen zu sichern. Statt dessen versucht sie nun, diesen Versager auf dem Gebiet der Propaganda auszu­gleichen und setzt falsche Behauptung über die Para­graphen des Völkerrechtes in Uinlauf.

Keine kan-elswege melzr nach England

Londons vorwürfe gegen die Methoden der deutschen kriegssührung treffen kngland leibst

Letzte» Mteö"

Die entlarvten Hintermänner des Münchener Attentats

. Berlin, 23. November.

Der verbrecherische Plan, durch die Ermordung des Führers Deutschland einen unersetzlichen Verlust zuzu­fügen, und damit seine Widerstandskraft und die Sicher­heit seines Marschzieles zu mindern, entstand zunächst in jenen Seuchenherden des politischen Europas, die sich nach dem Tage der Machtergreifung und der Neuge­staltung unseres politischen Lebens an den Grenzen des Reiches gebildet hatten. Zuerst in Saarbrücken und Wien, dann in Karlsbad und Prag hatten sich jene entwurzelten Gestalten gesammelt, deren erbärmliche Blätter und Schriften Ausgeburten krankhaften Hasses waren. Mit ihren politischen Träumen, Plänen und ihren leblosen Theorien wanderten diese Krankheits­herde weiter, als ein frischer Wind ihnen ihre Lebens­bedingungen nahm, und fanden dann in den Kaffee­häusern von Paris und in den Salons der Londoner Gesellschaft ihre Zuflucht. Hier lebte alles das, was Deutschland als krank und verderblich abgeschüttelt hatte. Hier vegetierte es, solange es denjenigen nütz­lich erschien, die Werkzeuge im Kampf gegen das Reich brauchten.

Aller dieser Elemente, die sich bis dahin nur des Schutzes und der Unterstützung jüdischer Geldmänner und einzelner politischer Gruppen erfreuten, entsann sich das offizielle England, als im Zuge der Vorberei­tungen zum Kriege diese Kreaturen als gefügige Werk­zeuge zur erstrebten Zerstörung des Reiches in Be­tracht kamen. Aus der Zusammenarbeit zwischen dem offiziellen englischen Geheimdienst und der Emigration entstand dann jener verbrecherische Plan, der in der Nacht zum 9. November zur Tat reifen sollte. Otto Strasser war für den Geheimdienst nichts anderes als ein Werkzeug, wie auch Otto von Habsburg und Benesch für andere exponenten britischen Machtstrebens. Daß übrigens Strasser, der bis zum 7. November in Zürich gelebt hatte, sich am Vorabend des Verbrechens nach dem Städtchen Le Locle, also in erreichbare Nähe der französischen Grenze, begeben hat, verdient festge­halten zu werden, daß er von dort aus offenbar zur Berichterstattung nach London gereist ist, ist durch­aus geeignet, die Zusammenarbeit zwischen ihm und dem britischen Geheimdienst zu bestätigen.

Wie das Foreign Office auf diplomatischem, das Blockadeministeriüm und die französisch-englischen Wirt­schaftsausschüsse auf wirtschaftlichem, das Lügenministe- rium auf propagandistischem Gebiet'die Niederringung des nationalsozialistischen Deutschlands mit allen Mit­teln erstreben, so arbeitet jene geheime britische Zen­trale, deren blutige Spuren so oft in der Ge­schichte auftauchen, mit jenen Methoden, die so einwand­frei verwerflich sind, daß nicht einmal britische Politiker sich offiziell hierzu hergeben können. Der Geheimdienst arbeitet also im Auftrage der gleichen Männer, die in den 'politischen Schlüsselstellungen des Empires sitzen und hier in jahrelanger Arbeit den Krieg gegen Deutschland vorbereiteten und im geeigneten Augenblick auslösten.

Der Draht zwischen dem Verbrecher, der die Mün­chener Höllenmaschine nach einem bis ins kleinste er­dachten, sichtlich von Fachleuten geleiteten Plan anlegte, und den verantwortlichen Spitzen der britischen Krieg­führung liegt auf Grund der letzten Untersuchungen klar zutage. Das beweist die Verhaftung der beiden engli­schen Funktionäre, deren Zugehörigkeit zu jener gehei­men Abteilung des britischen Außenministerinms selbst die englische Presse nicht zu leugnen vermag. Daß man in der britischen Presse entweder in der Kenntnis dieser Dinge öder in der Vermutung entsprechender Zusam­menhänge gleich in den ersten Tagen, ja Stunden nach dem Berbrechen verdächtig laut die deutsch« Geheime Staatspolizei oder gar bestimmte Kreise innerhalb der Partei als Urheber des Münchener Verbrechens nannte, war als Ablenkungsmanöver nur zu klar zu erkennen.

Bis zu welchem Grade übrigens das offizielle Eng-

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Auch gestern wurden in England und Frankreich deutsche Ausklärungsslügc durchgeführt.

In den letzten Tagen wurden insgesamt 14 eng­lische Dampfer versenkt.

An der englischen Küste lief erneut ein italienischer Dampfer auf eine englische Mine.

Chambcrlain kündigt einen neuen schweren Schlag gegen die neutrale Schiffahrt an.

Der japanische Ministerpräsident gab Erklärungen zu seiner China-Politik ab.

Die deutsche Himalaja-Expedition wurde in Indien von den Engländern interniert.

Die Verhaftung des Münchener Attentäters sowie der beiden leitenden Agenten des britischen Ge­heimdienstes findet in der ganzen Welk starke Be­achtung.

Ueber die dreimaligen Attentatsversuche Otto Strassers, des Mordhandmerkszeuges der englischen Geheimagenten, werden genaue Einzelheiten mit­geteilt.

Der Reichsjugcndfiihrer hat den Dienstschluß für Pimpse und Jungmädel aus 18 Uhr festgesetzt. Reichsorganisationsleiter Dr. Lei, besuchte die Ar­beiter zweier Bremer Großbetriebe.

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Das Ergebnis des zweiten Opsersonntags in Bre­men überstieg um knapp 190 A den Betrag der ersten vorjährigen Eintopfsammlung.