Ausgabe 
(21.11.1939) Nr. 321
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parteiamtliche Lageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Lreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

stattliches Verkündungsblakt des Neichsstakchalters in Oldenburg und Meinen

Nr. Z21 / 9. Jahrgang

Vienstag, 21. November 19Z9

Linzelpreis 15 Nps.

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Zeugenberichte vor dem Sondergerichtposen

Grauenvolle Schilderungen über die stuswirkung des von London geschürten Seutschenhasses

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Posen, 21. November.

Am 3. S. d. 2. wurde in Posen von polnischem Pöbel, der durch die englische Hetzpolitik bis zur Raserei auf­gestachelt war, der 32jährige Volksdeutsche Gerhard Erleger und der gleichalterige Paul John in viehischer Weise ermordet. 14 Personen, die in dem Verdacht stan­den, an diesen Taten beteiligt gewesen zu sein, müssen sich jetzt vor dem Posener Sondergericht verantworten.

Wir hörten unid lasen von den grausamen Mordtaten und brutalen Mißhandlungen an Volksdeutschen, die unsere Truppen auf ihrem siegreichen Vormarsch fest­gestellt hatten, und unsere anständige deutsche Gesinnung konnte alle diese entsetzlichen Dinge kaum fassen. Heute müssen wir auf Grund der Ermittlungen sagen: Es ist schlimmer, viel schlimmer noch als die Berichte lauteten und die höllischste Phantasie sich ausmalen kann. Tau­sende von Leichen ermordeter Volksdeutscher, die irgend­wo verscharrt lagen, sind inzwischen ausgegrasten wor­den. Eine Sonderkommission von Aerzten ist mit der Untersuchung der Todesursachen dieser unglücklichen Opfer englischer Verhetzungspoliti-k und polnischen Un-

termenschentums beauftragt. Aber wie viele konnten bisher nicht einmal identifiziert werden! In Posen allein, in einem Saal des gerichtsärztlichen Institutes an der dortigen Universität, liegen auf langen Tischen Hunderte von Kleidungsstücken ermordeter Volksdeut­scher, deren Träger man nicht kennt.

„Schlagt alle Veulschen tot!"

Nur «in geringer Ausschnitt der erschütternden Ge­schehnisse aus diesen Posener Tagen ist es, der den zur Aburteilung stehenden Fall vor dem Sondergericht zum Leben erweckt. Wir drehen das Rad der Zeit zurück in die Anfangstage des September. Englische Hetze und die Großmäuligkeit der eigenen „Regierung" stachelten die niedrigsten Instinkte des Pöbels immer mehr auf. Be­waffnet« Banden zogen unter dem Schutz der Polizei durch die Straßen Posens und machten Jagd auf Volks­deutsche „Spione". Es genüge, wenn eine Frau, wie es geschehen ist, Wäsche auslegte, um sie und ihr« An­gehörigen deshalb niederzumachen, weil sie angeblich deutschen Fliegern Signal« gegeben hätten.

Der 4lljährig« Stephan Nowitzki war einer der Haupt- rädelsführer bei diesem Treiben. Er fühlte sich als so­

genannter „Luftschutzkommandant" — wir sagen schlicht „Lustschutzhauswart" — besonders stark, zumal er von der polnischen Polizei den amtlichen Auftrag hatte, deutsche „Spione" ausfindig zu machen. — „Schlagt alle Deutschen tot, sie spionieren nur!" Diese Aufforde­rung war von der polnischen „Regierung" in den War­schauer Zeitungen und durch Rundfunk am 2. Septem­ber an die polnische Bevölkerung ergangen.

Unter den klängen der englischen Nalionalligmne

Ein Zeuge, der Volksdeutsche Landgerichtsrat a. D. Klabun, der nur mit Mühe sein. Leben retten konnte, aber schwer mißhandelt wurde, gab vor Gericht eine er­schütternde Schilderung von den Ereignissen des Sonn­tags des 3. September: In den frühen Nachmittags­stunden wurde plötzlich durch Lautsprecher die Mittei­lung bekanntgegeben, daß England und Frankreich den Krieg gegen Deutschland erklärt hatten. Der Radau­patriotismus fand keine Grenzen mehr. Ueberall an den Straßenecken wurde die englische Nationalhymne gespielt und ein Hoch nach dem anderen auf die „großen englischen Freunde und Verbündeten" ausgebracht.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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zß Sie lügen, daß sich die kalken biegen

Durch Selbstbetrug glauben die westmüchte, ihre schwache Position verschleiern ;u können

Berlin, 21. November.

Die Liigenkampagne, die schon seit geraumer Zeit von englischer Seite gegen Deutschland geführt wird, hat in d«n letzten Tagen Formen angenommen, die jedes Matz überschreitet. Der Zweck dieser Häufung unsinniger Er­findungen, von denen die „Bremer Zeitung" dieser Tage bereits einige Kostproben brachte, ist der Versuch, erstens die Welt irrezuführen, zweitens den Mut der Völker Englands und Frankreichs, die man in den Krieg gehetzt hat, zu stärken, drittens die Neutralen zu beeinflussen und viertens die innere Front in Deutschland als schwach hinzustellen. Darüber hinaus ist aus manchen Liigenmeldunsten die Absicht zu erkennen, aus einem eventuell herausgelockten deutschen Dementi Rückschlüsse zu ziehen auf weitere deutsche Pläne und Absichten.

Deutschland hat den Erfindern jener Lügenmeldungen nicht den Gefallen getan, ihre absurden Behauptungen zu dementieren. Damit aber einmal klargestellt wirb, mit welcher primitiven Dummheit und grenzenlosen Leichtfertigkeit gelogen wird, geben wir im folgenden eine Liste alberner Falschmeldungen, die ein Dementi nicht verdienen, weil sie den Stempel der Ilnwahrhaf- tigkeit deutlich zur Schau tragen. Die Liste kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und ließe sich mit geringer Mühe vervielfachen.

Da gab die französische Nachrichtenagentur Havas am 8. November die Meldung aus, daß die Gestapo eine neue Abteilung zur Ablösung von Briefmarken von allen in Deutschland beförderten Briefen und Post­karten gegründet hat. Das sei notwendig gewesen, weil hinter den Marken revolutionäre Parolen geschrieben stünden. Am selben Tage überraschte Havas die er­staunte Öffentlichkeit durch die Mitteilung, daß die

„Keine besonderen kreignisse"

Berlin, 21. November

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: «Keine besonderen Ereignisse."

ilitärische Führung in Deutschland gewechselt habe, eil sie einen Angrisssplan auf Belgien abgelehnt itte. (Es handelt sich offenbar um denselben deutschen ngrisfsplan, den Havas selbst vorher aufgestellt und Meldet hatte.) ^

Am gleichen Tage berichtete die Londoner „Daily !ail", die Gestapo habe angeordnet, daß alle diejenigen ieder verhaftet würden, die während der letzten sechs ahre irgendwo einmal in einem Gefängnis oder onzentrationslager gewesen wären.

Da sich Havas durch diese „Gestapo-Meldung' der daily Mail" in den Schatten gestellt sah, ver,uchte i am 5. November die unsaubere Konkurrenz zu iiber- umpfen durch die Mitteilung, über der Gestapo sei nnmehr eine Super-Gestapo zu deren Ueberwachung schaffen. ^ „

Am selben Tage kann das Pariser „Oeuvre tolle ombinationen über angebliche Meinungsverschieden- :iten innerhalb des deutschen Eeneralstabs berichten. Am 10. November behauptete das Reuter-Buro, dag iegsfeindlichc Kundgebungen in Düsseldorf, Hannover, amburg und Porsdam stattgefunden hatten und daß lsgesamt 18 Personen hingerichtet worden seien.

Am gleichen Tage teilte Reuter mit. dag der Führer ich dem Attentat in unbekannter Richtung, watmmeln- ch nach einer kleinen Ortschaft Thüringens abgereist äre. Die Meldung wurde von manchen Blattern im uslande gleichzeitig mit der Mitteilung abgedruckt rß der Führer, der am Morgen nach dem Attentat zur rledigung dringender Staatsgeschäste in Berlin ein- rtroffen war, wiederum in München weilt«, um an rm Staatsakt für die Opfer des Attentats terlzu- ebmen. . . ,

Ebenfalls am 10. November log Havas day unter en aus Sem Baltikum zurückgekehrten Deutzchen in losen eine Selbstmordepidemie herrsche.

Eleichialls am 10. November berichtete Havas, der iolizeiprastdent von Potsdam, Wedel, sei nach Berlin

gerufen worden, um sich zu verantworten. Gleich dar­auf habe man seinen Tod gemeldet. Der frühere Poli­zeipräsident von Potsdam, Wedel, verstarb schon geraume Zeit vorher an Krebs.

Am 14. November fand die „Times" heraus, daß die Passanten in Berlin während der Verdunkelung plötz­lich in ihren Taschen anjreizende Flugschriften fänden. Wahrscheinlich hat die „Times" in der Dunkelheit den Potsdamer Platz mit Picadilly-Circus verwechselt.

Am 14. November wußt« „Newyork Daily News" als Allerneuestes zu berichten, daß das Münchener Attentat von dem früheren deutschen Kaiser angestiftet worden wäre und daß neun Generäle verhaftet und zwölf be­kannte Persönlichkeiten ohne Verhandlung erschossen worden seien.

Am übernächsten Tage hieß es im Londoner „Daily Sketch" — wie bereits mitgeteilt —„ daß nunmehr Prinz Max von Baden unter Hausarrest stehe, derselbe Prinz Max von Baden, der genau zehn Jahre und zehn Tage vor dieser Meldung gestorben war.

Kein Wunder, daß wiederum 48 Stunden später der „Daily Herold" berichtet, unter den Führern der NS-

DAP. wachs« die Unruhe. Der Londoner „Star" geht noch einen Schritt weiter und erklärt, die ganze deutsche Aktivität sei gelähmt, weil in den Höheren Stellen eioer dem anderen nicht traue.

Der Londoner Rundfunk füllt die Lücke, die diese Meldungen über eine totale Desorganisation in Deutschland noch ließen, mit dem aufschlußreichen Be­richt, daß in Wien nunmehr die Marktfrauen ihr« leeren Körbe über den Köpfen geschwenkt hätten.

Am 18. November berichtete „Asionbladet", daß die alten Adelsdamen in Potsdam aus ihren Stiften auf die Felder Hinausgetrieben worden wären, um, Kar­toffeln zu sammele.

Wem diese Meldungen unsinnig erscheinen, dem sei mitgeteilt, daß der französisch« Rundfunk gestern die geistvolle Meldung herausgab, es sei den Parteiführern in Deutschland verboten worden, sich in Uniform photo­graphieren zu lassen.

Diese Sammlung von Falschmeldungen zeigt deutlich, wie schwach die Position der Leute sein muß, die ernst­haft glauben, ihr« Gegner mit solchen lügenhaften Be­hauptungen erschüttern zu können.

Neue Opfer der englischen Minen

Italienischer und schwedischer vampser nach Minenerplosion gesunken — Zahlreiche lote

Amsterdam, 21. November

Der „Preß Association" zufolge ist der italienische Dampfer „Grazia" am Sonntag früh sieben Meile» von der englischen Küste entfernt auf eine Mine gelaufen und innerhalb weniger Minuten gesunken. Fünf Be­satzungsmitglieder wurden durch die Explosion getötet. Zwei Schiffe, die an die Ungliicksftelle geeilt waren, nahmen 29 lleberlebende an Bord.

Die Geretteten sollten sofort an Land gebracht wer­den, sie wünschten jedoch an Bord der Hilfsdampfer zu bleiben. 15 der lleberlebende» und die Leiche eines von der Explosion getöteten Vefatzungsmitgliedes wurden dann im Laufe 'des Tages in einem Hafen an der Süd­ostküste Englands an Land gesetzt. Ein Rettungsschiff und ein Flugzeug suchten die Unglücksstelle weiter ab, fanden -jedoch nur Wrackstllcke des gesunkenen italieni­schen Dampfers.

Ferner wurden 22 Beiatzungsmitglieder des engl,,chen Dampfers „Blackhill", darunter der Kapitän, am Sonn­tag an Land gebracht. Die „Blackhill" war auf eine Mine gelaufen und unter denselben Umständen wie der „Simon Bolivar" untergegangen. Schließlich berichtet „Preß Association" noch, daß 13 lleberlebende des schwe­dischen Dampfers „Borjesson" in der Nacht zum Montag in einem Hasen der englischen Ostküste ankamen. Acht

Besatzungsmitglieder dieses Dampsers waren durch die Explosion getötet worden, als das Schiss in den Küsten- gewässern auf eine Mine stieß.

Der Nordweststurm hat an der englischen Küste un­zählige Minen losgerissen, die in See getrieben wurden und auch die holländische Küste erreichten. Hier bilden sie für die Schiffahrt eine große Gefahr. Aehnliche Mel­dungen kommen aus Dänemark.

Wie der „Telegraaf" meldet, sind in Holland überaus viele Meldungen über Treibminen eingelaufen. So mel­dete u. a. der norwegische Dampfer „Sar" drei Treib­minen bei der Tonn« Schuwenbank, der lettische Damp­fer „Krimalda" meldete Treibminen in unmittelbarer Nähe der Einfahrt nach Hoek van Holland.

Auch an der belgischen Küste sind zahlreiche englisch« Treibminen angeschwemmt. So wurden am Strande von Blankenberghe zwei, in La Penne und in Middels- kerke je eine und am Strand von Wandelaar weitere Minen gefunden.

Auch an anderen Stellen des Landes schwemmten Minen an, die von den Militärbehörden zur Exploiio> gebracht wurden. Ein Fischdampser, der Sonntagabend in Ostende einlief, sichtet« einen Sprengkörper in der Einfahrt des Hafens, die darauf vorläufig gesperrt wurde.

IIS Vermißle des „Simon Volivar"

Amsterdam, 21. November.

Laut einer Liste, die durch die Reederei des am Sonn­abend auf eine britische Mine gelaufenen holländischen Passagierdampsers „Simon Bolivar^ veröffentlicht wurde, wurden am Sonntagabend 135 Fahrgäfte und Besatzungsmitglieder vermißt. Von den 285 Fahrgästen konnten bisher 161 gerettet werden, während von den 135 Mann der Besatzung 104 gerettet wurden.

Das fast vollbesetzte schiff begab sich, nach dem Be­richt des „Telegraaf". von Pmuiden zunächst nach den Downs. weil sich dort nahe der englilchen Küste, an­geblich der einzige Durchgang durch den Aermelkanal befinde, der von den Engländern noch nicht mit Minen gesperrt sei. In der Nähe des Feuerschiffes Sunk ist der „Simon Bolivar" dann bei rauher See auf die engliich« Mine gelaufen, ebenso wie i»i unmittelbarer Nähe zwei andere kleinere Schiffe. United Preß meldet sogar, daß der holländisch« Dampfer , auf die englisch«

Mine gelaufen sei bei dem Versuch, diesen beiden klei­neren schiffen Hilfe zu bringen. Die Stellen, an denen die drei Schiffe auf Minen liefen, hätten etwa eine Viertelmeile auseinander gelegen.

Der Untergang des „Simon Bolivar" bestätigt neben den zahlreichen weiteren Schiffsverlusten aller neutra­len Länder erneut die Tatfache, daß England, entgegen feinen Beteuerungen, in keiner Weise mehr in der Lage ist, die Sicherheit der neutralen Schiffahrt an seinen Küsten zu schützen. Jeder neutral« Reeder sollte sich des­halb darüber im klaren sein, daß ein Ansteuern der englischen Küste grundsätzlich die größten Gefahren für sein Schiff und seine Besatzung in sich birgt. Wenn sich darüber hinaus neutrale Reeder sogar dazu hergeben, ihre Schiff« den englischen Eeleitzügen anzuvertrauen, sollte ihnen bewußt fein, daß auch hier Verluste unaus­bleiblich sind. Wenn die neutrale Schiffahrt ohne Ver­luste bleiben will, so sollte sie aus eigenen Stücken die gefährdeten Gebiete tunlichst meiden. Nur so bleiben ihr aus all« Fälle Schäden erspart. —.m

^nglcmcss pausenloser Anstieg

8. klü. Es gab eine Zelt, in der sich die politische Führung Englands im Nimbus ihrer angeblichen Un­fehlbarkeit sonnte. Wir meinen die sogenannte „Glanz­zeit der britischen Weltgeltung", in der ein Zweifel an der „Ueberlegenheit und Zielsicherheit" der Lon­doner Politik innerhalb des englischen Imperiums kaum laut zu werden wagte. Hatte schon der Weltkrieg trotz seines für Britannien scheinbar siegreichen Abschlusses jenen Vorurteilen den Boden entzogen, so wurden in der Nachkriegszeit die Ziellosigkeit, der Irrtum und das Festhalten an Ueberlebtem die Kennzeichen der englischen Politik. Der britische Abstieg ging, wie bei einer kritischen Rückschau mühelos zu erkennen ist, seit 1920 in fast lückenloser Folge vor sich:

Noch bevor England es für richtig hielt, sich auf dem Versailler Schanddiktat auszuruhen, verlor esseine beherrschende Seemacht st ellung. Die Ver­einigten Staaten von Amerika und Japan verringerten den Abstand ihrer Kriegsflotte von der Albions ganz erheblich und verdrängten damit im Bereich ihrer an die eigenen Hoheitsgebiete grenzenden Interessen­sphären den aufdringlichen britischen Rivalen. Obschon England rein ziffernmäßig gesehen die größte Kriegs­flotte beibehielt, versäumte es aus verhängnisvoller Selbstherrlichkeit heraus, den veränderten seestrategischen Verhältnissen, wie sie sehr bald durch den wachsenden Wert kleinerer Schiffseinheiten und die Schlagkraft modere ner Kampfflieger gegeben waren, ausreichend Rechnung zu tragen. Angesichts dieser Tatsache hatte Großbri­tannien schon vor Ausbruch des von ihm angezettelten Krieges in Deutschland und in Italien erheblich ins Gewicht fallende flottenpolitische Gegenspieler erhalten. Was in diesem Zusammenhang die Wiedererstarkung der Kriegsflotte des deutschen Reiches betrifft, so be­ging England wohl den größten Fehler in der Geschichte seiner Seeherrschaft, als es die Flottenverständigung mit Deutschland durch seine herausfordernde „Earantie"- Politik auf dem Festland zunichte machte. Auch im handelsmäßigen Ueberseeverkehr mußte es Albion er­leben, in seiner industriellen Produktion von anderen, tüchtigeren Staaten überholt zu werden. Die Folgen dieser schweren wirtschaftlichen Schlappen zeigten sich schon vor längerer Zeit in der relativ hohen Arbeitslosigkeit weiter englischer Vevölkerungskreise so­wie bis in unsere Tage hinein im verheerenden Pfundsturz.

Die Nachkriegsaktionen der britischen Außen­politik selbst stellen geradezu eine Kette empfind­licher Niederlagen dar, was vor allem für die Jahre nach der Ministerpräsidentschaft MacDonalds, also für die katastrophale Amtstätigkeit der Regierungen Vald- win und Chamberlain gilt. Die böse Erbschaft zweier britischer Wortbrüche, für immer verbunden mit dem englisch-italienischen Geheimver­trag von 1N5 und der Balfour-Erklürung 1917, konnte nicht nur nicht abgeschüttelt werden, sondern mußte in vollem Umfange mit allen ihren heiklen Begleit­erscheinungen angetreten werden: Nach der Durch­setzung der berechtigten Ansprüche Italiens im Abessi- nienfeldzug endete der britische Sanktionskrieg mit einem gründiichenFiasko der Londoner Imperialisten, und die Flammen des Palästina-Aufruhrs wiederum riefen zum Freiheitskampf aller von England bevormundeten Völker des Islams auf. Sodann versagte im beson­deren der „Völker"-Bund als Instrument der Stabi­lisierung erschlichener britischer Machtpositionen. Der Effekt, den sich seinerzeit die englische Diplomatie vom Eintritt der Sowjetunion in den Genfer Bund für die Sicherung der britischen „Privilegien" versprach, blieb in jeder Beziehung aus; dafür aber steckten die Abgesandten Chamberlains vor wenigen Monaten unter dem Gelächter der ganzen Welt in Moskau die nachhaltigsten Blamagen ein, die Einkreisungsagentcn je zuteil geworden sind. Praktisch hat damit auch Sowjetrußland nicht anders als Deutschland, Italien und Japan sein Urteil über die Genfer Liga gesprochen. Vergessen wir bei der Aufzählung der englischen Nieder-

Unser Isgessviegel

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Ganz Italien gedachte des verunglückten Sanktions- Experimentes.

Die Nervenkrijis in Frankreich nimmt immer be­denklichere Formen an.

Eine Reuterliige wird von der Oxsordcr Statistik widerlegt.

Holland wurden durch schwere Stürme der Schiffahrt empfindliche Verluste zugefügt.

Ein italienischer und ein schwedischer Dampfer sanken durch Minen an der englischen Küste.

Vor dem Posener Sondergericht wurde die Blut­schuld Englands an den polnischen Greueltaten durch Zeugen belegt.

Zur Ofsizierergänznng der deutschen Wehrmacht werden Einzelheiten bekanntgegeben.

Die vormilitärische Ausbildung in den Einheiten der Bremer HJ. ist in vollem Gange.

Am 2. Dezember findet in Bremen das erste Wunsch­konzert statt.