Ausgabe 
(19.11.1939) Nr. 319
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vremerMma

parteiamtliche Tageszeitung

Bas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

88

Anzeigen - Grundpreise:

Die 1 nun hohe und 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil 13 ^4. Die 78 mm breite und 1 nun hohe Zeile im Tertteil 75 4^. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 7 Nachlaß­staffel S. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: InVremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 5 41 21. Nachtrus und sonntags: Fernsprecher 51115) Obernstraße 86, Fernspr. 5 41 21. In Stzke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Bremens

flmrliches verkündungsbiatt des Neiktisstattlialters in Vldendurg und Bremen

Nr. Z 19 / d. Zakrgang

Sonntag, 19. November 19Z9

Linzelpreis 15 Npf.

Unserevolksemölstung aus eigener Scholle

dank des fichrers an das Landvolk

„die Saat für das kommende lastr bereits wieder in der krde"

Berlin, 19. November

Der Führer hat folgende Kundgebung an das deutsche Landvolk erlassen:

Die Erntearbeit dieses Jahres ist nunmehr beendet. Die Saat für das kommende Jahr befindet sich trotz schlechtesten Wetters und des Mangels an Arbeitskräften bereits wieder in der Erde.

Das deutsche Volk dankt seinen Bauern für die große Arbeit, die in dem uns auf- gezwungenen Kampf von entscheidender Bedeutung ist.

Mit Hilfe des Allmächtigen wird die deutsche Volksernährung aus eigener Scholle damit auch für das kommende Jahr sichergestellt sein.

(gez.) Adolf Hitler.

„Biszum siegreichen knde"

Kurze flnsprache des Sure bei der kinweihung einer neuen sabrik im Sedenken des vierten Jahrestages der Sanktionen

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Rom, 18. November

Anläßlich der Einweihung einer neue» Fabrik, die gestern im Gedenken an den vierten Jahrestag der Sanktionen als weiterer Schritt aus dem Wege zur voll­ständigen wirtschastlichen Autarkie in Betrieb genom­men wurde, betonte Mussolini in einer kurzen An­sprache, daß alles, was der Faschismus unternimmt, zu einem siegreichen Ende geführt werde.

Auch die Presse steht ganz im Zeichen des vierten Jahrestages der Sanktionen. „Tribuna" erinnert daran, daß die Sanktionen auf England zurück­gehen und dazu bestimmt waren, Italien zu er­drosseln, was Italien nie vergessen werde. „Eior- nale d'Jtalia" unterstreicht, daß die Autarkie seit 1936 auf allen Gebieten große Fortschritte gemacht habe und weiterhin machen werde. Während des der­zeitigen Krieges sei es nicht angebracht, ins einzelne gehende Nachrichten über die bisherigen Erfolge und die zukünftigen Möglichkeiten bekanntzugeben, da diese ein Geheimnis der nationalen Verteidigung darstellten. Auf allen wirtschaftlichen Gebieten sei die völlige Si Herstellung der Ernährung des italienischen Volkes bereits nahezu vollkommen erreicht, während die Rohstofferzeugung für die Industrie immer neue Fort­schritte mache. Falsch seien die Behauptungen, daß arme Länder eine Autarkie nicht durchführen könnten, denn gerade sie feien am meisten vom wirtschaft­lich e n D r u ck des Auslandes bedroht und müßten sich deshalb von den mannigfachen Gefahren einer wirt­schaftlichen Abhängigkeit vom Auslande frei machen und der Autarkie zustreben.

Italien sei zwar arm, habe aber gerade deshalb das Recht, eine Revision des internationalen Systems der Reichtümer anzustreben und verfüge im übrigen über alle Elemente zur Verwirklichung einer maßvollen Autarkiewirtschaft.

Der Friede der Gerechtigkeit, von dem in den fran­zösischen, englischen und amerikanischen Kundgebungen des 11. November 1818 die Rede gewesen sei, könnne nicht verwirklicht werden und Europa nicht vor den tragischsten Umwälzungen bewahren, so lange nicht diese Hegemonien im Sinne eines gerechteren Verhältnisses der Mittel und der natürlichen Kräfte zwischen den Nationen abgeändert sein würden.

faschistische kausleute beim Vuce

Rom, 19. November.

Mussolini empfing die Mitglieder des Zentxalrates des faschistischen Verbandes dgr Kaufleute. Nach Ent­gegennahme eines Appells des Verbandsvorsitzenden erklärte Mussolini in einer kurzen mit stürmischem Bei­fall aufgenommenen Ansprache, er vertraue bei der Organisation der Landesversorgung auf die kluge Ein­satzbereitschaft und die faschistische Einstellung der Kauf­leute, deren Tätigkeit im In- und Auslande er mit Sympathie und Interesse verfolge.

veutliche flntworlen aus Nom

Rom, 19. November.

Das Werben um Italien, das setzt den maßlosen Be­schimpfungen und Beleidigungen folgt, die die demokra­tische Presse jahrelang gegen Italien richtete, findet dort die richtige Antwort. Zu den französischen Besuchen, den Frieden der Gerechtigkeit" Lebruns zu dem „Frieden der Gerechtigkeit" Mussolinis in Bezie­hung zu setzen, antwortet das Popolo d'Jtalia, daß es sich hier augenscheinlich „um einen französischen Frieden gemäß englischer — — „Gerechtigkeit" hande^. Staatsminister Farinacci erklärt, daß es auch nicht

vereitelter Luftangriff auf wilkelmsftaven

Deutsche Flugzeuge über dem gesamten französischen Lustraum

Berlin, 18. November Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Westen geringe örtliche Spähtrupptätigkeit. Der Versuch dreier britischer Flugzeuge, Wilhelmshaven an­zugreifen, wurde durch rechtzeitig einsetzende Abwehr vereitelt. Bomben wurden nicht abgeworfen. Eigene Flugzeuge klärten über dem gesamten sranzöpschen Raum."

einzusehen sei, weshalb ausgerechnet Italien die anti- italienische und anti-faschistische Politik der Demokra­tien unterstützen solle.

Spanien zum vierten Jahrestag der Sanktionen

Madrid, 19. November.

Die spanischen Blätter gedenken in ihren außenpoli­tischen Artikeln allgemein des vierten Jahrestages der Sanktionen gegen Italien. „A B E" schreibt u. a., am vierten Jahrestag der Sanktionen würden ihre Urheber überzeugt sein, daß sie völlig gegenteilige Wirkungen hervorbrachten, indem nämlich Italiens Prestige da­durch erhöht wurde. Die Sanktionen seien ein wirk­samer Beitrag zur Bildung der Achse und der italieni­schen Autarkie gewesen.

Bußtag auf den 26. November verlegt

Berlin, 18. November.

Amtlich wird mitgeteilt: Der dem deutschen Volke aufgezwungene Kampf nötigt zur Anspannung aller Kräfte. Aus diesem Grunde wird in diesem Jahre der aus Mittwoch, 22. November fallende Bußtag aus Sonn­tag, 26. November verlegt.

Baladier in London

Nach dem Fehlschag Reynauds gemeinsame Einkaufszentrale

jb. Gens, 18. November.

Der Mißerfolg des französischen Finanzministers Rey- nand in London hat Daladier persönlich aus die Beide gebracht. Die Tatsache, daß die englische Regierung die wirtschaftliche Hauptlast des Krieges auf Frankreich ab­zuwälzen sucht, obwohl Frankreich nach dem Urteil fran­zösischer Wirtschastsautoritäten dem Staatsbankrott zu­treibt, hat Daladier veranlaßt, sofort den Zusammen­tritt des Obersten Kriegsrates zu fordern.

Wie es heißt, wurde die Londoner Zustimmung erst am Freitagvormittag gegeben. Am gleichen Vormittag traf Daladier mit einem Stäbe von Mitarbeitern, dar­unter den Generalstabschef, in London ein. Es gelang ihm, die Engländer wenigstens insofern breitzuschla­gen, daß hie Schaffung einer Art Einkaufs,zentrale be­schlossen wurde. Die Einkaufszentrale, die einen Ober­sten Kriegswirtschaftsrat darstellen soll, wird mehreren Exekutivausschüssen übergeordnet sein. die folgende Fach­gebiete umfassen: Flugzeugindustrie, Rüstung und Roh-

ll. 8. v. Bremen, 19. November Als nach dem Verlauf der ersten Woche des polnischen Feldzuges (also gerade an dem Tage, wo der deutsche OKW.-Bericht das Eindringen deutscher Truppen in Warschau meldete), Generalfeldmarschall Göring jene bedeutsame Rede hielt, die eine eindringliche War­nung an London und seinen französischen Bundes­genossen war, auch noch nach dem bereits endgültig von den Polen verlorenen Krieg, den Kriegszustand im übrigen Europa aufrechtzuerhalten, da geschah dieses im Auftrage des Führers, dessen hohes Verantwortungs­bewußtsein für die Völker Europas den englischen und französischen Machthabern nochmals Gelegenheit geben wollte, ihren unseligen Schritt vom 3. September rück­gängig zu machen. Von dieser Gelegenheit haben weder London noch Paris Gebrauch gemacht, obwohl es in ihrem Interesse dringend notwendig gewesen wäre. „Wenn es nur nach meinem Soldatenherzen ginge, Herr Lhamberlain, wenn es nur vom mili­tärischen Standpunkt aus wäre, dann würde ez uns eine Freude sein, Ihnen zu beweisen, daß auch die Briten einmal schwer geschla­gen werden können", sagte damals Hermann Göring unter dem stürmischen Beifckll seiner Zuhörer und unter der begeisterten Zustimmung des ganzen deut­schen Volkes. Nachdem der Führer dann am 6. Ok­tober persönlich den Westmächten noch einmal Gelegen­heit gegeben hatte, den europäischen Brand im Keime zu ersticken, schlug das mit Blindheit gestrafte Albion auch diese Möglichkeit aus. Was Wunder, daß jetzt auch der Vermittlungsvorfchlag Hollands und Belgiens dasselbe Schicksal erfuhr. Im tiefsten Herzensgründe hat man in Deutschland auch gar nichts anderes er­wartet, hat nur, um vor dem eigenen Ge­wissen bestehen zu können, alle Möglich­keiten ausgeschöpft, um den Frieden wieder herzustellen, bevor man dem Herzen des deutschen Volkes, das im gleichen Rhythmus mit dem Soldaten­herzen Hermann Görings schlägt, sich Luft zu machen gestattete. Nun aber ist es soweit. Nun kann Eng­land erleben, daß die Briten geschlagen werden können und wie sie geschlagen werden können. Nein, es war keine Schwäche und keine Angst, was die verantwor­tungsbewußte Staatsführung Deutschlands in Aus­schöpfung aller Friedensmöglichkeiten unternahm, son­dern es war das Bewußtsein der Stärke und der un-

stoffe, Petroleum, Seetransporte, Lebensmittel, Wirt­schaftskrieg. Die wichtigste Frage, so geht aus dem Komminique hervor, ist jedoch offengelassen worden, nämlich die Finanzierung.

Die Londoner Erläuterungen zu den Beschlüssen des Kriegsrates sprechen von einer „gigantischen gemein­schaftlichen Einkaufsorganisation auf dem Weltmarkt." Was für eine prächtige Ehance für die alliierten Ju­den. Sie werden sicherlich sowohl in dieser Organisation wie in den geplanten Kontroll- und Einkaufsräten, die Hauptrolle spielen und diese Transaktionen so zu lenken versuchen, daß der jetzige Krieg zu dem erhofften gigan­tischen Geschäft für das Weltjudentum wird.

Neue Steuerertzötiung in Frankreich

Berlin, 19. November

Wie der Londoner Rundfunk aus Paris berichtet, wird die französische Sondereinkommcnsteuer, die An­fang des Krieges eingeführt wurde, um 25 v. H. er­höht. Auch ist beabsichtigt, im nächsten Monat die Telefon- und andere Gebühren heraufzusetzen. In aller­nächster Zeit sollen die Männer im Alter von 48 Jah­ren demobilisiert werden. Bekanntlich wurden die 49- jährigen bereits vor einiger Zeit entlassen.

bedingten Ueberlegenheit über die von Juden geführ­ten westdemokratischen Mächte. Es war das aus diesem Bewußtsein geborene Erbarmen mit den verführten Völkern, die für Alljuda im Dienste der Freimaurer- Haft die Blüte ihrer Jugend auf den Schlachtfeldern opfern sollten. Nachdem aber unsere Stärke und Ueber­legenheit verkannt und unser Erbarmen verhöhnt wurde, ist es nun Schluß mit allem, was nach Mitleid aus­sieht. Einig und geschlossen steht das 9V-Millionen- Volk der Deutschen heute hinter seinem Führer, und ein ungeheures Kriegslager ist das ganze weite Reich geworden, in dem nur ein einziger, einiger, unbeugsamer Wille lebt: England nieder­zukämpfen bis zur Vernichtung!

Um was es geht

Lächerlich zu diskutieren, wer diesen Krieg gewinnt. Wir werden so lange kämpfen, bis Englands Gewalt­herrschaft erliegt und fragen nicht nach Monaten und Jahren. Wir spotten dessen, daß sie in London und Paris nichts anderes können als Rätselraten, wo Deutschland angreifen werde, um sich sein Lebensrecht und seine Sicherheit zu erkämpfen. Wo immer es sein wird, wird Deutschland sieghaft sein, und ob sie uns Hunnen nennen, wie schon 1914 oder von „kuror tsutontcus" sprechen, das eine ist gewiß, daß man dem deutschen Volk keine wirtschaftlichen Vorteile erst als Lockspeise vor die Nase halten muß, um es mit ganzer Wucht den Kampf durchfechten zu lassen, den es jetzt durchzufechten gilt. Denn — Gott sei Dank, das deutsche Volk weiß, um was es, geht, aber es begreift auch sehr wohl, warum der „Manchester Guardian" be­sorgt an die englische Regierung appelliert, man müsse dem englischen Volke wirtschaft­liche Vorteile vom Ausgang des Krieges ver­sprechen, um in ihm den Kampfinstinkt zu wecken. Dieser elende, jämmerliche Materialis­mus! Er ist es ja gerade, den wir Albion austreiben wollen, indem wir gleichzeitig das englische Volk von seinen Plutokraten und Antisozialisten, das ist von Juden und Freimaurern, befreien. Das Wort des Führers: „Die regierende Klasse in England hasse an Deutschland in erster Linie den sozialen Aufstieg der Massen", ist selbst in England nicht ohne Widerhall ge­blieben. Und wie immer sich die offiziellen Führer der sogenannten Labour Party, dieser ebenfalls wieder nach der Pfeife der Juden und Freimaurer tan­zenden Oppositionspartei in England, verhalten mögen,

um ihre Anhänger bei der Kriegsstange zu halten-

es bröckelt doch und bröckelt immer weiter in den Massen der englischen Arbeiterschaft, die bereits beginnt, den Juden die Fensterscheiben einzuschlagen, und die sich mehr und mehr fragen, für was sie eigentlich im Kriege kämpfen sollen, da sie ja selber kaum etwas zu verteidi­gen haben, das den Einsatz des Lebens wert ist.

Sedeulsome Zeichen

Die Kundgebungen englischer Arbeiter in Mitglieds­versammlungen der Labour Party, wo ganz entgegen der offiziellen Labour-Party-Politik eine offene Ver­urteilung des imperialistischen Krieges Englands zutage tritt, sprechen Bände. Eine ganze Reihe von örtlichen Zellen und Fachvereinigungen in England sind bereits soweit gekommen, die Arbeiter zum Kampf gegen den Krieg und die Londoner Kapitalisten zu sammeln und Fabriken- und Ar-

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Ein britischer Luftangriff aus Wilhelmshaven wurde vereitelt.

Deutsche Flugzeuge klärten über dem gesamten sranzösischen Raum.

In England wurden weitere Notstandsgebiete fest­gestellt.

Die Engländer haben bisher 33 USA-Schisse verschleppt.

Mussolini hielt am Jahrestag der Sanktionen mehrere Ansprachen.

Der Ausstand in Jndisch-Waziristan wächst.

Die japanische Offensive in Südchina nimmt ihren Fortgang.

Der Präsident von Ecuador ist gestorben. Daladier ließ in London eine englisch-französische Einkaufsorganisation gründen.

Der Führer dankt dem Landvolk für die Siche­rung der deutschen Volksernährung auch für das kommende Jahr.

Der Postverkehr mit deutschen Kriegsgefangenen >n Feindesland ist jetzt geregelt.

Der Bußtag wurde aus den kommenden Sonntag verlegt.

Reichssportführer von Tschammer sprach in Buka­rest vor der Presse und wurde anschließend von König Carol empfangen.

Bremer Flaksoldaten holten an der Westfront vier englische Flugzeuge aus großer Höhe herunter.

waknrvWger englischer flusteilnngsplan

Jokn vull spannt polnische Summe vor seinen wagen

Paris, 19. November.

Langsam zeichnet sich das Spiel Englands mit der von ihm eingesetzten polnischen Marionettenregierung deut­licher ab. Diese in Paris tagenden polnischen Despera­dos haben in Chamberlains Auftrag im Rahmen der englischen Kriegsziele einen großangelegten Austeilungs- plan Siidosteuropas ausgearbeitet, der jedoch in sranzö­sischen politischen Kreisen lebhafte Kritik ausgelöst hat, nachdem Frankreich bereits bei der Beantwortung des gemeinsamen holländisch-belgischen Schrittes das Sprach­rohr für die englischen Kolonialpläne auf dem Konti­nent sein mußte, durch das die Absicht einer neuen Auf­teilung Ost-Mitteleuropas bekannt geworden ist.

Das phantastische Projekt, das die gescheiterten War­schauer Existenzen aufgestellt haben, sieht die Bildung eines ost-mitteleuropäischen Staatenblockes von der Donau bis zur Ostsee vor, dem alle jetzt dort bestehenden Staaten — natürlich unter Führung eines wiederherge­stellten polnischen RaUbstaates — eingegliedert werden sollen. Daß man in der Abgrenzung nach Westen dabei be­sonders großzügig verfährt und nicht nur Ungarn und die Slowakei, sondern auch einen Pasallenstaat Oester­reich einbezieht, ist bei einer englischen Auftragsarbeit nicht verwunderlich.

Wie überraschend diese brutalen Pläne eines unver hüllten englischen Kolonialregimes im Osten Mittel- europas, noch dazu polnischer Prägung, auf die franzö­sische öffentliche Meinung gewirkt haben, beweist die bei der scharfen Kriegszensur doppelt ernst einzuschätzende Kritik in Pariser Zeitungen. So bemerkt „Petit Pari- sien" bissig, derartige Absichten könnten doch nicht „ohne die vorherige gefühlsmäßige Zustimmung der Inter­essierten in die Wirklichkeit umgesetzt werden."

Die Reife des polnischen „Regierungschefs" Sikorski und seines „Außenministers" Zaleski nach London und ihr auffallend feierlicher Empfang durch hohe und höchste englische Persönlichkeiten gerade in diesen Tagen, in denen die Erundzüge des Aufteilungsplanes bekckint werden, erhält durch diesen Gegensatz realer denkender französischer politischer Kreise zu dem größenwahnsinni gen Projekt eine einleuchtende Begründung. England hat nach der Resignation von Moszicki, Rydz-Smigly und Beck in den alten polnischen Oppositionellen doch wieder Dumme gefunden, die sich wie Benesch und Konsorten vor seinen Wagen spannen lassen und willenlos nach sei­ner Pfeife tanzen. Jetzt wird es auch klar, warum Eng- land soviel Geld für die Betreuung der polnischen Flüchtlinge in den slldosteuropäischen'Ländern ausgibt, die es als Schrittmacher dieser für ihre Gastländer aller­dings nicht sehr sympathischen Pläne braucht.