Ausgabe 
(18.11.1939) Nr. 318
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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstaltstalters in Oldenburg und Meinen

Nr. Z1S / 9. Jahrgang

Sonnabend, 18. November 1SZ9

Linzelpreis 15 Npf.

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deutscher krsolg im Indischen dzean

vritifcher lankdampfer versenkt

Ultimative Forderungen Indiens

deutsches Kaperschiff an der Vstküste Südafrikas

Mahatma Sandhi lößt nicht mit sich handeln

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Amsterdam, 18. November In englischen Marine- und Schiffahr^kreisen haben, wie Reuter meldet, Telegramme aus Kapstadt besondere Bedeutung hervorgerusen, in denen gemeldet wurde, daß ein „bewaffnetes Kaperschiff" den britischen Tanker „Africa Shell" versenkt habe. Der Londoner Reederei-, vertreter des „Africa Shell" teilt mit, daß der Kapitän P. G. Dove, der von den Deutschen interniert worden sei, aus London stamme. Der Marinekorrespondent des „Daily Telegraph" legte der Tatsache, daß der „Africa Shell" ein Tankdampfer war, den das deutsche Kaper­schiff gesucht habe, besondere Bedeutung bei.

Lourcnzo Marques (Port.-Ostafrika), 18. November Wie die Mannschaft des versenkten britischen Tankers „Africa Shell" berichtet, erhielt ihr Schiff von dem deutschen Kriegsschiff Befehl zu stoppen. Das Kriegs­schiff feuerte einen Schuß ab. Einige Deutsche kamen an Bord des „Africa Shell" und beschlagnahmten die Lebensmittelvorräte. Die Besatzung mußte sodann in die Boote gehen. Der „Africa Shell" wurde dann mit zwei Bomben versenkt, die ein großes Loch in den Schiffsboden rissen. Der Inspektor der Lloyd-Versiche- rungsgesellschaft berichtet, daß der „Africa Shell" kiel­oben auf dem Wasser liege, und daß ein kleiner Teil des Schiffes noch sichtbar sei. Eine Bergung sei aus­geschlossen.

Vestürzung in London

Amsterdam, 18. November Die Versenkung des britischen Tankdampfers „Africa Shell" vor der Küste von Portugiesisch-Ostafrika hat in der Londoner Presse starke Beachtung gefunden und leb­hafte Unruhe ausgelöst. Der „Daily Telegraph" macht die Versenkung des Tankdampsers zur Hauptmeldung des Tages.

per westrmachtsbericht

cknb. Berlin, 18. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: „Im Westen bei schwachem örtlichen Artilleriestörungs- scuer keine nennenswerte Kampftätigkeit."

deutsche Schiffahrt im Schwarzen Meer

Warentransporte nach rumänischen Donauhäfen v. m. Budapest, 18. November. Die deutsche Levanteschiffahrtslinie, deren Schiffe bei Kriegsausbruch einige sorojetrussi-sche Schwarzmeerhäfen anliefen und seither dort festlagen, hat, wie die rumä­nische Presse mit Befriedigung feststellt, ihren Verkehr

i Berlin, 18. November

Von besonderer Seite wird uns geschrieben: Der dritte Kriegsmonat neigt sich dem Ende zu. Die täg­lichen Meldungen des Oberkommandos der Wehrmacht berichten in militärischer Knappheit seit geraumer Zeit nur von geringfügigen Kampfhandlungen an der West­front.

Ein schwer verständlicher Ehrgeiz der Franzosen ver­führt sie immer wieder dazu, den Umfang der Kampf­handlungen aufzubauschen und Erfolge ihrer Sol­daten zu konstruieren. Hatte man anfänglich das Ein­dringen in das Vorfeld, das in Wahrheit bedeutsam nur durch die Höhe der für den Gegner damit verbun­denen Verluste war, als eine erfolgreiche Offensive her­ausgestellt, so bedingte der Entschluß zur Räumung die­ses Geländestreifens eine neue Erfindung, wollte man nicht riskieren, daß die Öffentlichkeit diese Bewegung als schweren Rückschlag ansah. Man half sich mit Nachrichten über die außerordentliche Höhe der deutschen Verluste. Das deutsche Volk ist durch das Oberkommando der Wehrmacht gelegentlich des zusam­menhängenden Berichtes über den ersten Abschnitt der Kampfhandlungen an der Westfront genau über die Höhe der in dieser Phase des Krieges entstandenen Ver­luste unterrichtet worden.

Daß eine französische „Schätzung" allein für zwei Tage deutsche Verluste an -Toten und Verwundeten in einer Höhe angibt, die das Drei- bis Vierfache unserer bis damals im Westen überhaupt eingetretenen Eesamt- verluste ausmacht, wirst ein bezeichnendes Schlaglicht aus die Skrupellosigkeit, mit der diese Berichte verfaßt werden.

Mit der gleichen Großzügigkeit dezimiert man auf dem Papier die.Bestände der deutschen Luftwaffe, und da England es sich nicht nehmen läßt, seinerseits mit phantäsievollen Zahlen über die deutschen U-Boots- verluste aufzuwarten, so präsentiert sich wenigstens aus diesem Gebiet eine „Kampfgemeinschaft" der Verbllnd,.- ten, die die französischen Soldaten in der Bunkerlinie noch-stmmer vermissen.

England hat ein Kriegsziel - so versichern die füh­renden Männer an der Themse immer wieder. Daß dieses Ziel wechselt und heute anders aussteht als in den ersten Septembertagcn, ändert nichts daran, daß man einschlössen zu sein vorgibt, bis zur/Erreichung dieses Zieles zu kämpfen. Wer ein Kriegsziel hat, ,ollte auch einen Kriegsplan haben. Es wäre also verständ­lich, daß die vielen, die sich heute die Köpfe über den

wieder aufgenommen. Die deutschen Schiffe, die die Dardanellen nicht passieren, werden innerhalb des Schwarzen Meeres für Deutschland bestimmte Waren aus Rußland, der Türkei und Bulgarien nach den rumänischen Donauhäfen bringen, wo sie, auf Donau­schlepper umgeladen, ins Reich weiterbefördert werden. Wie der Bukarester „ibiiversul" berichte!, sind bereits 3 Schiffe der deutschen Leoantelistie in Breila ein­gelaufen, von denen zwei Alteisen-und eins türkischen Tabak geladen hatte.

kngland verlor 51 slieger

London, 18. November

Das englische Luftfahrtministerium hat eine neue Ver­lustliste veröffentlicht, die 51 Namen enthält, und zwar wurden 38 Mann getötet. 11 werden vermißt und zwei wurden gefangen genommen.

Berlin, 18. November

Das britische Ministerium für die Wirtschaftskriegs- führung hat in einer Mitteilung angekündigt, daß vom 26. November ab die britische Konterbandenkontrolle in einer schärferen Form gehaudhabt würde. Es sollen künftig alle Güter, in deren Schissspapieren der end­gültige Empfänger nicht genannt ist, sofort beschlag­nahmt werden. Als Zweck dieser Verschärfung wird an­gegeben, daß man einekseits einen unnötigen Aufent­halt neutraler Schiffe vermeiden und andererseits die mit Arbeit überlasteten britischen Konsulate von den sonst erforderlichen Rückfragen befreien wolle.

Nachdem man von britischer Seite den neutralen Län­dern seit vielen Wochen immer wieder eine Erleich­terung der Konterbandenkontrolle, vor allem im Sinne eines kürzeren Aufenthaltes der neutralen Schiffe in den Kontrollhäfen zugesichert hat, ist man jetzt auf einen scheinbar höchst einfachen Weg zur Erreichung dieses Zieles verfallen. England will jetzt einfach großzügig die Ladungen der neutralen Schiffe beschlagnahmen und auf diese Weise die Zeit der Festhaltung verringern.

Spannungen kngland — Italien

Schwierigkeiten in der Vanngutkontrolle

bv Kopenhagen, 18. November.

Ueber ernstliche Spannungen zwischen England und Italien berichtet «ine Londoner Eigenmeldung der

Fortgang dieses Krieges zerbrechen, den Schlüssel zu dieser Frage bei England suchten.

Daß sie stattdessen ihre Blicke aus Deutschland richten, ist die Folge davon, daß es Deutschland gelungen ist, sich in diesem ihm aufgezwungenen Kriege das Gesetz des Handelns zu sichern. Was wird Deutschland tun? Mit'dem Alpdruck dieser Frage legen sich Engländer und Franzosen seit Wochen schlafen, um am nächsten Morgen vor der gleichen Frage zu stehen. Nach dem Grundsatz „geteilte Furcht ist halbe Furcht'' bemüht man sich mit zweifelhaftem Erfolg, neutrale Länder mit dem Angstbazillus zu infizieren, in der vergeblichen Hoff­nung, sie für die eigene faule Sache einzuspannen.

Inzwischen wurden im Operationsgebiet des deutschen Heeres kürzlich große Mengen von Soldaten aller Waffengattungen zu einem Unternehmen aufgeboten, das keiner von unseren Gegnern erwartete: Die im Schutze des Westwalles herangereifte Ernte, deren Ber­gung sich durch die Ungunst verzögert hatte, mußte schnell hereingebracht werden. Truppe und Ortsbauernführer stellten gemeinsam einen friedlichen Kriegsplan auf, mit dessen Hilfe der Erntesegen in kürzester Frist geborgen werden konnte. Die Freude über einen so sinnvollen „Sieg" darf uns freilich nicht den Blick trüben für die Schwere und Verantwortlichkeit der unseren Sol­daten an der Westfront gestellten Aufgaben.

Wer denkt, wenn er die Meldungen von geringer Kampftätigkeit im Westen liest, an das Maß von un­ermüdlicher Pflichterfüllung, das tagaus tagein an dieser Front geleistet wird? Tag und Nacht, Stunde für Stunde, Minute für Minute, spähen Tau­sende und aber Tausende vou Augenpaaren aus den Postenständen heraus über das^Lorfeld hinweg nach den Stellungen des Gegners. Ungezählte Tausende von Augenpaaren suchen unermüdlich die Weite des Him­mels nach feindlichem Fliegern ab. 2n Wind und Wetter stehen die Posten, Funker kontrollieren die Aetherwellen, durch die Adern dieser scheinbar so ruhi­gen Riesenfront geht der Pulsschlag eines wachsamen, in seiner steten Bereitschaft ruhelosen Lebens.

Dieser Unermüdlichkeit seiner militärischen Front ver­dankt es das deutsche Volk, daß es in der Heimat un­gestört und ruhig den großen Aufgaben nachgehen kann, die der Krieg ihm stellt. Ein Vergleich zwischen der Nervosität beispielsweise der englischen Bevölkerung und der gelassenen Ruhe und Zuversicht des deutschen Volkes läßt keinen Zweifel darüber, daß sich die über­lieferte kriegerische Uebcrlcgenheit des deutschen Volkes in dem modernen Nervenkrieg bewährt hat.

Rom, 18. November.

„Popolo di Roma" mldet aus London, daß dort eine offizielle indische Erklärung ultimativen Charakters vorliege. In dieser offiziellen Erklärung heißt es: „In­dien kann zur- Aufrechterhaltung des britischen Im­perialismus keine Hilfe beisteuern. Angesichts der Wei­gerung der britischen Regierung, die nationalen For­derungen des indischen Nationalkongresses zu erfüllen, herrscht in ganz Indien nunmehr der Geist und der Zu­stand der „Nicht-Zusammenarbeit". Sollte bis zum 19. November der tote Punkt in den englisch-indischen Beziehungen nicht überwunden sein, so besteht keine Aussicht mehr, in Indien gewisse Wünsche durchzusetzen."

Der Schluß der indischen Erklärung lautet: „Es gibt keine Möglichkeit der Einigung zwischen England und Indien, sofern nicht die britische Regierung die drei Hauptforderungen der Mehrheit der Inder erfüllt: 1. Eine erschöpfende Erklärung über die englischen

Kopenhagener „Berlinfke Tidende" unter der Ueber- schrift „Churchill hat die Italiener beleidigt". Die dänische Darstellung betont, daß nach englischer Ansicht zwar „keine Gefahr für die italienische Neutralität" be­stehe, daß aber die Angelegenheit auch in London eine gewisse Aufmerksamkeit erwecke. Man sei sich darüber klar, daß die Italiener peinlich berührt wurden durch gewisse Aeußerungen Churchills in seiner letzten Rede. Seit Gaydas Rundfunkansprache zeige sich plötzlich ein Wiederaufleben der alten Streitfragen gegenüber Frankreich.

In den letzten Tagen, so heißt es in der dänischen Darstellung weiter, seien auch Schwierigkeiten bei der englischen Banngutkontrolle gegenüber italienischen Schiffen eingetreten. Um was für Zwischenfälle es sich hierbei handelt, wird, genau so wenig wie ein-Zitat der italienfeindlichen Churchill-Aeußerungen erfolgte, nicht näher erwähnt. Ein an sich vielleicht bedeutungs­loses, aber nicht minder interessantes Anzeichen für Italiens Verstimmung liege schließlich in der Tatsache, daß die italienischen Journalisten in London demon­strativ einem „alliierten Frühstück" fernblieben, das der ausländische Presseverband veranstaltete.

dentale englische Völkerrechlsverlehung

Britische Handelsdampfer greifen deutsche U-Boote an Amsterdam, 18. November.

Mangels ehrlicher Kriegshandlungen, die die eng­lischen Hetzer bekanntlich nicht schätzen, entblödet man sich nicht, im Londoner Unterhaus als Ersatz von an­geblichen „Heldentaten" zu sprechen, die bewaffnete bri­tische Handelsdampfer bei Angriffen auf deutsche U- Boote vollführt hätten. Man hält es also scheinbar nicht einmal mehr für notwendig — oder vielleicht auch für hoffnungslos — vor der Welt eine der brutalsten Völkerrechtsverletzungen Eng­lands zu verbergen.

Der Abgeordnete Ropner, gleichzeitig Direktions- mitglicd einer Reederei, brüstetc sich jetzt im Parlament ganz offen mit gemeinen Attacken seiner Schisse. Einer dieser Dampfer habe vor kurzem dank seiner starken Be­waffnung ein mehrstündiges Gefecht mit einem deutschen U-Boot geführt und während dieser Zeit noch funken- telegraphisch einen englischen Zerstörer herbeigerufen. Auch ein zweiter „Handelsdampser" dieser Ropner- Flotte habe ein anderes deutsches U-Boot angegriffen und in die Flucht geschlagen. Unter dem Beifall des Hauses pries der Abgeordnete zum Schluß den unge­heuren „Mut" seiner Besatzungen.

Von diesem traurigen Mut dürfte wahrscheinlich nicht sehr viel übrig bleiben, wenn unsere deutschen U-Boots- kommandanten, deren vorbildliche Ritterlichkeit höchste Bewunderung in aller Welt gefunden hat, den hinter­hältigen Angriffen getarnter Piratenschiffe die einzige folgerichtige Antwort geben sollten. Es stünde dann allerdings zu bezweifeln, ob man sich in dem sehr er­lauchten Parlament noch einmal so offenherzig mit britischen Schurkentaten brüsten könnte.

Vebatte um Valadiers Vollmachten

Fronturlaub für Abgeordnete

Brüssel, 18. November.

Die Vorsitzenden der politischen Kammcrgruppen in Frankreich haben beschlossen, auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung die Frage der Vollmachten für die Re­gierung Daladier zu setzen. Diese Vollmachten, die Daladier im März dieses Jahres bewilligt wurden, laufen bekanntlich am 36. dieses Monats ab. Die Re­gierung wird also zweifellos von der Kammer, die am 28. dieses Monats zusammentritt, ihre Verlängerung fordern.

Die Kommission für innere Angelegenheiten der Kammer beriet über die Frage, ob die Abgeordneten, die an der Front stehen, zu der Sitzung hinzugezogen werden sollen oder nicht. Es handelt sich insgesamt um 156 Parlamentarier. Man einigte sich darauf, daß im Einvernehmen mit dem Kricgsministerium diese Abge­ordneten an allen ordentlichen und außerordentlichen Sitzungen teilnehmen sollen.

Kriegsziele abgibt, 2. eine bindende Verpflichtung Eng­lands, Indien seine Unabhängigkeit zu gewähren, 3. die sofortige Anerkennung, daß Indien in einer verfassung­gebenden Versammlung seine Verfassung beschließt.

Amsterdam, 18. November.

In einem Telegramm an die „News Chronicle" hat der bekannte indische Freiheitskämpfer Gandhi den Standpunkt der Kongreßpartei gegenüber der anmaßen­den und verständnislosen Haltung des britischen Im­perialismus nochmals klar umrissen.

Gandhi führt in diesem Telegramm aus» daß die Hauptstreitsrage zwischen Indien und England in der englischen Presse falsch dargestellt werde. Es gehe um die Frage, ob England Indien als unabhängige Nation anerkennen wolle, oder ob Indien weiter von England abhängig bleiben solle. Acht Provinzen von insgesamt 11 hätten bereits nachdrücklich erklärt, daß sie am Kriege nicht teilnehmen wollten. Alle anderen Fragen seien von untergeordneter Bedeutung.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Hausarrest im Erbbegräbnis ^

Man kann den Inspiratoren der amtlichen Propa­ganda der Westmächte' beim besten — oder auch beim schlechtesten — Willen nicht den Vorwurf machen, daß sie in ihren Greuelnachrichten irgendwelche neuen Einfälle entwickelt hätten. Die letzten tollen Mel­dungen, die über angebliche Zustände in Deutschland in die Welt geleitet wurden, mögen dem Bestreben,'von den eigenen Schwierigkeiten im Innern abzulenken, ent­sprungen sein. Sie sind grotesk genug, um nicht nur jeden Deutschen, sondern auch jeden Ausländer, der einigermaßen mit deutschen Verhältnissen Bescheid weiß, heiter zu stimmen.

Wenn man draußen Zeitungslesern vorsetzt, in Deutschland trügen schon jetzt alle Männer riesige Bärte, weil die Rasierseife alle wäre, so kann man nur sagen: Laßt ihnen den Spaß, wenn sie ihn so nötig haben. Aber auch das, was sonst noch in den letzten Tagen den Redaktionen Pariser und Londoner Zeitungsviertel ent­stieg, wollen wir unsern Lesern nicht vorenthalten. Es mögen in der Hauptsache drei Gründe sein, die diese Greuelnachrichten bestimmt haben. Erstens: Man will dem vorgegebenen Kriegsziel eines „Kampfes für die Zivilisation" durch einiges aktuelle Material auf die Beine helfen. Zweitens zielen diese Meldungen darauf ab, die Teilungswünsche der Alliierten im Verein mit Habsburgern und ähnlichen Bankrot­teuren dadurch zu unterstützen, daß man die Existenz irgendwelcher geheimer Organisationen in Deutschland erfindet, die nur darauf warten, dem britischen Befreier um den Hals zu fallen. Damit erscheinen dann gleich­zeitig dem über die wahren Verhältnisse in Deutschland völlig unvertrauten Leser die phantastischsten „Kriegs­ziele" eher erreichbar. Drittens — und nicht zum geringsten — gilt es, die durch das Attentat im Bllr- gerbräukcller belasteten Engländer dadurch vor der eigenen Öffentlichkeit und der Welt zu entlasten, daß man von bösen Feinden des Nazi-Regimes in Deutschland vielsagend munkelt.

Wenn man diese Absichten kennt, so enthüllen die scheinbar gar nicht zusammenhängenden Nachrichten über Todesurteile und Verhaftungen in Deutschland ihren Charakter alsEinzelaktionen einer plan­mäßigen Kampagne. Man höre und staune, was Paris meldet: Kronprinz Wilhelm, ist enthauptet, mehrere andere Prinzen erschossen (Details tragen wie immer zur Glaubwürdigkeit bei). Einig« Tage danach erhalten die gleichen Prinzen — „Daily Herold" zufolge — Hausarrest, wahrscheinlich als zusätzliche Strafe. „Kronprinz Rupprecht von Bayern — totge-

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Unser Isgessviegel

(Ois bsutigs rlusZabs uwkaüt acbt Leiten)

Englands Schwierigkeiten in Indien spitzen sich zu. Ein deutsches Kaperschiff versenkte an der Ostküste Südafrikas einen britischen Tanker.

Ein spanischer Journalist berichtet über das Sieges- bewußtsein deutscher Kriegsgefangener in England. England verschärft seine Seeräubermethoden.

Auf der Halbinsel Krim wurden neue Erdölqucllen entdeckt.

In Budapest wurde ein riesiger Unterschlagungs­skandal aufgedeckt.

Die Ueberwachung der Verdunkelung wird ver­schärft.

Die Partei bittet um Spenden von Musikinstru­menten für die Lazarett«.

Bis zum 1. April 1946 werden in Bremen 2466 Dnuerkleingärten zusätzlich entstehen.

Die Abgabe von Nähmitteln erfolgt künftig auf Bezugsabschnitte.

IZesets des Handelns bei Veutschland

Nach rostn Wochen krieg - Schwer verständlicher kstrgeir der sran;osen

kngland verschärft die SeerSubermetHoden

weitere rücksichtslose Maßnastmen gegen den neutralen kandelsverkestr