Ausgabe 
(10.11.1939) Nr. 310
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Monalsbezug E 2,30 etnsch. Zu­stellgebühr: Postbezugspreis monatl. 2,30 « seinschl. 38,78 3^4 Post- zeilungsgebübrl zuzügl 42 3A4 Be­stellgeld Bezugspreis ist Im voraus zaklbar Postscheck' Homburg 17272. Eine Bekinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Teeren 6-8. Fernspr.: 541 21, Nachkr. u.Sonntg. 5 1115. Sprechz.: Verlag: werkt!. 12—13 Uhr: Schriftleitung Diens­tag und Freltaq 12'/-—13'/, Uhr.

vremerZeitMil

parteiamtliche Hageszeitnng

Has Amtsblatt des Negierenden vürgermeisters der Zreien kjansestadt vremen

MDW

Anzeigen - Grundpreise:

Die 1 nun hohe und 22 ran, breite Zeile im Anzeigenteil 13 3A4. Die 78 mw breite und 1 inm hohe Zeile im Tertteil 75 3A4. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 7 Nachlaß- staffel <2. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: 2nBremen: Am Geeren Nr. 6/8, Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernspr. 5 41 21. In SNke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches Verkiindungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Meinen

Nr. Z10 / 9. Zaßrgang

Zreitag, 10 . November 19 Z 9

kinzelpreis 1 S Npf.

kmpörung und stbscheu über das Mental

der sichrer wie durch ein Wunder dem deutschen Volk bewtchrt!

Nur noch fester um fldols sjitler geschart!

lvradtdsi'ic'kt unssrsr Lvrliuvr LotirUilsitnns)

rck. Berlin, 10. November.

Wer konnte den Sturm der Gefühle beschreiben, der an dem gestrigen schicksalhaften 8. November durch die Herzen aller deutschen Menschen ging. Den Atem machte die unsagbare Nachricht von dem Attentat aus den Führer stocken. Empörung, Entrüstung und Zorn flamm­ten hoch. Aber größer als sie und die Trauer um die ermordeten Getreuen wuchsen bald Dank und Glück über eine noch im Unheil gütige Vorsehung. Ein Verbrechen von ungeheuerlichem Ausmaß geschah. Doch schon in seinem Verlauf war sichtbar das Wunder verwirkt: eine Fügung des Höchsten erhielt uns den Führer.

So umbrandete den Führer, als er gestern am frühen Vormittag nach seinem Empfang auf dem Anhalter Bahnhof durch Eeneralfeldmarschall Göring und Reichs­minister Dr. Lammers durch die Straßen Berlins fuhr, der Jubel und die Freude aller der vielen Tausende, die die Straßen umsäumten nnd die mit ihrem Jubel dem Schicksal dankten für das Glück, ihren Führer am Leben zu sehen. Und wie diese angesichts des Führers ihrem überquellenden Herzen Luft verschafften, so schart sich das übrige deutsche Volk, von dem Alpdruck eines unvorstellbaren Gedankens erlöst, fester und un­erschütterlicher denn je um den Mann, den es liebt und dessen Schicksal sein eigenes wurde.

Adolf Hitler lebt! Aber der Allmächtige selbst mußte ein Wunder tun, um ihn seinem Volke zu bewahren. Wie er ihn einst — den zu Großem bestimmten ein­fachen Gefreiten — vier Jahre lang durch die Stahl­gewitter und Easwölken des Weltkrieges führte, wie er ihn die im Mordrausch trunkene Revolution und den blutigen 8. November 1823 überstehen ließ, so hielt er auch an diesem 8. November schützend seine Hand über ihn. Mit raffiniertester llcbcrlegung und teuflischer Exaktheit hatten die Urheber dieses unseligen Anschlages ihre Tat vorbereitet. Sie bauten auf das seit Jahren feststehende unverrückbare Programm der Feierlichkeiten zum 8. und 9. November. Immer hatte sich der Führer bisher am Vorabend des Opferganges der Bewegung fast aus die Minute pünktlich um 20.30 Uhr bei seinen ersten Kameraden im historischen Vürgerbräukeller ein- gefunden. 1^4 Stunden pflegte er zu den Männern zu sprechen, und eine halbe Stunde verbrachte er dann meistens noch im Kreise seiner Kameraden.

Alles dies hatten die Attentäter augenscheinlich bis auf die Minute bedacht. Aber das Schicksal war dennoch stärker als sie. Fast in letzter Stunde war die Kund­gebung aus 20 Uhr vorverlegt. Der Führer verkürzte seine Rede um eine weitere halbe Stunde. Als er ge­endet hatte, schritt er nicht mehr wie sonst durch den ganzen Saal, sondern drückte nur den Kameraden in seiner Nähe die Hand. Dringende Staatsgeschäfte riefen

Sie Spuren weisen Ps flusland

Zusätzliche Belohnungen ' sür Feststellung der ruchlosen Münchener Attentäter Berlin, 10. November.

Durch einen freiwilligen Beitrag von privater Seite ist die zur Feststellung der Täter des Münchener Spreng- stofsattentates ausgesetzte Belohnung von 500 000 NM. um weitere 100 000 RM. erhöht worden.

Der Neichsfllhrcr ff und Chef der deutschen Polizei gibt bekannt: Die Spuren der Täter, die das Spreng- stoffoerbrechen in München begangen haben, führen ins Ausland. Es wird daher für Angaben, die im Ausland bei deutschen Missionen, Konsulaten usw. ge­macht werden, und die zur Aufdeckung des Verbrechens führen, unabhängig von der in Deutschland ausgesetzten Belohnung von «00 000 RM. eine zusätzliche Belohnung in Höhe von 3 00 000 RM. in ausländischer Währung, auszahlbar durch die zuständige deutsche Vertretung, ausgesetzt.

ihn nach Berlin. Vom Bürgcrbräukeller führte sein Weg zum Sonderzug aus dem Münchener Hauptbahn­hof. Im selben Augenblick, als die Lokomotive anfuhr, ertönten im Vürgerbräukeller die Detonationen und Explosionen. Wo der Führer noch vor wenigen Minuten stand, türmte sich ein drei Meter hoher Schutt- und Trümmerhaufen auf. Die Mittelsäule des Vürgerbräu- kcllcrs war geborsten und zu Boden gestürzt, gerade dort, wo die Führer der Partei sonst Platz genommen hätten. Alle, die im Lause der Nacht an die Unglücks­stätte kamen, standen von der Gewißheit überwältigt: hier geschah etwas Unbegreifliches, ein Wunder. Den Führer hatte sein Sonderzug schon bis Nürnberg ge­tragen, ehe er von dem Anschlag erfahr.

Das Schicksal selbst hatte so augenscheinlich den Füh­rer gerettet. Aber sieben der Treüesten liegen in diesen Stunden, von verbrecherischer Mörderhand hingestreckt, aus der Totenbahre. Zwei Getreue vom Stoßtrupp Adolf Hitler sind unter ihnen, deren ganzes Leben ein einziger Kamps für den Führer und seine Bewegung war. «3 Verletzte mußten die Krankenhäuser Münchens aufnehmen. So glücklich das ganze Volk darüber ist, daß das Attentat weder den Führer noch seinen Stellver­treter Rudolf Heß traf, ebenso erschüttert trauert es um diese Toten. Ihre Namen werden eingehen in die lange Reihe der Blutzeugen der Bewegung, vor deren Opfer und deren tapferem Sterben sich ganz Groß- dcutschland immer tief neigen wird. Das deutsche Volk vergißt diese Helden vorn* Bürgerbräukellcr. nie. Auch sie gaben ihr Leben für den Führer und starben damit sür Deutschland.

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Xael» üoiii rnelilosvi» Attentat im Rüiieiiener Liirxerbriliikeller.

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' München, 10. November

Bei dem ruchlosen Anschlag im Bürgerbräukeller sind, wie nunmehr amtlich fest­gestellt, wird, sieben Todesopfer zu beklagen. Die Namen der Toten sind:

Kaiser, Michael Wilhelm, geboren am 21. Januar 1889, Wohnort Solln bei München. — Lutz, Franz, geboren am 12. Oktober 1886, Wohnort München — Kas- berger, Emil, geboren am 3. März 1885, Wohnort München — Schachts, Eugen, ge­boren am 17. Oktober 1907, Wohnort München — Weber, Wilhelm, geboren am 20. August 1902, Wchnort München — Reindl, Leonhard, geboren am 2. Novem­ber 1882, Wohnort München ^ Henle, Maria, geboren am 24. Dezember 1909,

Wohnort München-Daglfing

Wie das Deutsche Nachrichtenbüro erfährt, befanden sich am Abend des 9. November noch 2 8 Verletzte in den Kliniken. Als schwerverletzt sind 1« von ihnen anzu­sprechen. Die übrigen zwölf können bereits in nächster Zeit entlassen werden. Noch be­drohlich ist der Zustand bei zwei der

Schwerverletzten. Von den 1« Schwer­verletzten befinden sich elf im Krankenhaus rechts der Jsar in der chirurgischen Klinik. Etwa dreißig weitere Volksgenossen konnten nach ambulanter Behandlung in den Kranken­häusern mit unbedeutenden Verletzungen nach Hause entlassen werden.

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R.Mü. Daß der britische Ministerpräsident imd Beauftragte der jüdisch-sreimaurerifchen Kriegs­treiber, Chamberlcün, nicht die geringsten staats- manmschcn Fähigkeiten besitzt, hat er selbst in den letzten Tagen endgültig unter Beweis gestellt.

Neben seinem für Las englische Volk so verhäng­nisvollen Geisteszustand ' tritt mit schamloser Selbstenthüllung nun auch noch die mensch­lich-moralische Minderwertigkeit dieses Demagogen hervor. In- seiner ange­kündigten Rede vor dem Unterhaus ließ sich Lhamberlain nämlich von seinen HatzinsÜnkten gegenüber Deutschland zu einem außerordentlich aufschlußreichen Geständnis hinreißen, indem er seinem „heißen Wunsch" Ausdruck verlieh, noch den „Taa der Vernich tung Adv lf Hitlers" erleben zu dürfe rnWr müssen Herrn Lhamberlain und dem von ihm verführten englischen Volk die Ent­täuschung bereiten, daß jener Wunsch nie in Er­füllung gehen wird. Denn die deutsche Nation steht als eine bis zum Aeußerste n verschwo­rene Kampfgemern^- ^ '- ----------

8o naxelte ckie „kremei- Noiluiip:" bereit« am 5. September cken kritiselien Kini8tvrprä«i,1eiitv» Obambvrlai» bei seiner okkeuvo, unk äi» Nerson äes Rudrers ruxespituten Aorckbetus lest. (L2,-^reüiv)

äie bittet sr'k Möeetev,

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Wir laden Sie zu Gericht

9. 8. 0. Bremen, 10. November.

Es war also doch so gemeint, Herr Ehamberlain, wie wir es in Deutschland sofort aufgefaßt hatten. Sie sprachen damals im Unterhaus kurz nach der Kriegs­erklärung an Deutschland die Hoffnung aus, den Tag zu erleben, an dem Adolf Hitler ver­nichtet werde. Die deutsche Presse (die sehr wohl darüber Bescheid weiß, daß England es noch niemals verabsäumt hat, einen Gegner, dem es weder mit Waffengewalt noch mit Lügennebeln etwas anhaben konnte, heimtückisch aus dem Hinterhalt durch Gift, Dolch oder Höllenmaschinen zu vernichten) hat Sie damals festgenagelt, Herr Ehamberlain, so daß Sie, feige und unaufrichtig, wie Sie sind, sich hinter die lahme Ausrede versteckten, Sie hätten nicht die Person des Führers, Sie hätten nur sein Regime, seine Bewegung, den Nazismus, wie Sie sich ausdrück­ten, im Auge gehabt.

Und nun ist es doch zutage gekommen, was Sie wollten, und was Sie damals schon im Auge hatten. Es ist schrecklich und furchtbar zutage gekommen durch das hinterlistige, gemeine, fluchwürdige Attentat im Münchener Bürgerbräukeller. Es ist allerdings — allen guten Gewalten sei heiß dafür gedankt — zutage ge­kommen, ohne daß Ihr satanischer Wunsch, Mister Ehamberlain, erfüllt worden wäre, ohne daß des Füh­rers Leben beeinträchtigt oder seine unersetzliche Ge­sundheit Schaden erlitten hätte. Dafür aber habe« sieben seiger alten Getreuen durch den mit englischem Geld organisierten ruchlosen Mordanschlag, Herr Lhamber­lain, ihr Leben lassen müssen, und von den übrigen Männern der Alten Garde ließen über 69 Menschen ihr Blut.

Wenn wir bei Ihnen, Herr Ehamberlain, als einem der gewissenlosen englischen Imperialisten an der Themse, also bei einer minderwertigen Krämerseele auch nur ein Fünkchen Verständnis für den deutschen Begriff unerschütterlicher Eefolgschaststreue und natio­nalsozialistischen Opfermuts erwarten dürften, wür­den wir Ihnen vielleicht klarzumachen versuchen, daß die Opfer der von englischem Geld gedungmen Attentäter so, wie sie unbewußt von dem Attentat überrascht, ihp Leben lassen mußten, es ebenso bewußt und ent­schlossen für den Führer gelassen hätten, wenn es darauf angekommen wäre, freiwillig an seiner Stelle zu sterben.

Es sind die neuen sieben Blutzeugen der national­sozialistischen Bewegung in einer Stunde tiefsten natio­nalen Erlebens gestorben und da sie an Stelle des Führers gestorben, sind sie für Deutschland in den Tod gegangen. 2n der Geschichte der Bewegung wird ewig ihrer, genau so ehrend gedacht werden, wie jener 16 Opfer vom 9, November 1923, die ihr Leben Hin­gaben, um dem neuen Deutschland zum Leben zu ver­helfen. Aber das alles wird Sie Herr Ehamberlain, der Sie als englischer Puritaner, d, h, als Heuchler und Pharisäer keinen Sinn für menschliche Größe und treu« Hingabe haben, kaum interessierm. Und wir würden es auch als vor die Säue geworfene Perlen erachten, wenn wir versuchen wollten, bei Ihnen u-id Ihresgleichen Verständnis für sittliche Werte, die so gar nichts mit Händlertum zu tun haben, zu wecken.

Wofür Sie, Herr Lhamberlain, aber Verständnis haben werden, das ist die im folgenden von uns vor­genommene Entlarvung der mittelbaren und un­mittelbaren Urheberschaft des jüngsten Freimaurer­attentats! Nicht wahr, Herr Lhamberlain, es war doch

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(lünssrs bsntigs Ausgabe nmkskt 19 Soitsn)

In der ganzen Welt findet das Münchener Attentat schärfste Verurteilung.

Wie nuniiiehr feststeht, kamen bei dem ruchlosen Sprengstoffanschlag im Münchener Vürgerbräukeller 7 Volksgenossen ums Leben.

Die Belohnung sür die Ermittlung der Münchener Attentäter wurde von privater Seite um 100 000 RM. und in ausländischer Währung um 300 000 NM. aus insgesamt 900 000 RM. erhöht.

Reichsführer sf-Himmler fordert die Bevölkerung auf, zur Ermittlung der Täter von München alle verdächtigen Beobachtungen beizutragen.

Rudolf Heß legte an der „Ewigen Wache" 1« Kränze des Führers nieder.

Die englischen Uebergrisse gegen deutsche Konsulats­beamte werden von Londoner Stellen verqeblich qe- leugnet.

Im Westen wurden feindliche Angriffe durch er­folgreichen Gegenstoß abgewiesen.

Auch in Bremen fanden zum Gedenken der Toten der Bewegung Kranzniederlegungen und Ver­sammlungen statt.