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vremerZeAno
parteiamtliche Tageszeitung
vas flmtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien fjansestadt vcemen
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der Nationalsozialisten Vremens
sinnliches Verkündungsdlatt des Reichsstatchalters in Üldenburg und Lremen
Nr. Z03 / 9. Zatjrgano
Mittwoch, 8. November 19Z9
Linzelpreis 1S Npf.
»
stalifar stellt Nekord im heucheln auf
»Schiedsrichter unter den Nationen"
Molotow geißelt die Mestmdchte
Neuauflage britischer Phrasen vor dem Mikrophon
Nie Ziele der demokratischen Kriegsabenteurer am Pranger
Berlin, 8. November.
In einer Rundfunkansprache stellte Lord Halifax wieder einmal das abgefeimte Spiel eines vor der Bühne der Weltöffentlichkeit von Menschenliebe überfliegenden und vor den Prinzipien der Demokratie sich mehr als einmal verbeugenden, aber in Wirklichkeit auf Raubzug ausgehenden politischen Intrigantentums zur Schau.
Mit einem in seiner abgrundtiefen Heuchelei nur allzu durchsichtigen Entlastungsmanövcr begründete er den Krieg gegen das Reich mit den allmählich einschläfernd wirkenden Propagandaphrafen von der „brutalen Gewalt, dem Wortbruch, der Bedrückung, der Verfolgung", die er Deutschland zur Last legte, und der Verteidigung der Freiheit, der Sicherheit und des Rechtes, für die England zu den Waffen gegriffen habe: Er jprach im Tonfall des europäischen Polizisten, als er England als „Schiedsrichter unter den Nationen" bezeichnete, das gegen die Verletzung geheiligter Verträge und gegen die Mißachtung des gegebenen Wortes kämpfe.
Der edle Lord. dem aus feiner Amtstätigkeit als Vizekönig in Indien die grausame britische Brutalität und die Blutspuren nicht unbekannt sein dürfen, mit denen die Geschichte des Empire befleckt ist, faselte von elementaren Menschenrechten und der Toleranz in den Beziehungen von Mensch zu Mensch. Es machte dem britischen Außenminister keine moralischen Schwierigkeiten. mit einer skrupellosen Heuchelei von der „grausamen Verfolgung von Ideen und Personen durch die ruchlosen Führer in Deutschland" zu sprechen und in gleichem Atemzüge mit der Miene des Biedermannes festzustellen, daß „die Engländer am wenigsten geneigt seien, sich in die Angelegenheiten anderer Völker einzumischen".
Wir können es nur als Zeichen eines heruntergekommenen Hochmutes werten, wenn Halifax die Vorsehung als Zeugin dafür anrief, daß England die Macht habe, „auch die Torheit zu beweisen, mit der die deutsche Regierung ihrer eigenen Vernichtung entgegengeht". Mit billigem Großmut sprach Halifax von „Revisionen in einer fortschreitenden, sich ändernden Welt" und zeichnete in nebelhaften Umrissen eine „neue Welt" englischen Musters ab,
Alle diejenigen Völker, die unter dem Versailler Diktat nicht leben und nicht sterben konnten, dürfte das Wunschbild Halifax zweifellos ganz besonders interessieren. Sie sehnen sich geradezu danach, unter dem „Schiedsrichter England" erneut Objekt der brutalen Gewalt des „britischen Polizisten" zu werden. Für die Verteidigung der Freiheit und der Sicherheit habe England zu den Waffen gegriffen? — weiter konnte der englische Außenminister seine Heuchelei wirklich nicht treiben! Die planmäßige Vorbereitung des britisch-jüdischen Krieges erfolgte — das ist inzwischen dokumentarisch belegt — bereits zu einer Zeit, als der Führer kein Mittel unversucht ließ, das Londoner Kabinett zu gemeinsamer Lösung der europäischen Fragen auf der Basis dauerhafter freundschaftlicher Verständigung zu gewinnen. Die britischen Wölfe in Schafspelzen wußten genau, weshalb sie die Hand des Führers nicht ergreifen dursten: sie hätten auf ihre verbrecherischen Kriegspläne verzichten müssen — das ist die Wahrheit, Lord Halifax! Nicht,für den Frieden kämpften und kämpfen die Churchills, die Edens und die Chamberlains, »andern für die Unterjochung der kleinen Völker unter britische Perfidie, für die Entfesselung des Krieges gegen das grotzdeutsche Reich! Wen» schon von Schäden die Rede sein soll, so gibt es nur solche die Deutschland durch den unmenschlichen Dersailler „Vertrag" zugefügt wurden: wenn schon von Schutz gegen Angriffe gesprochen werden soll, so ist das nationalsozialistische Reich jetzt gezwungen, den aggressiven Kriegstreibern der Westmächte für alle Zeilen das teuflische Handwerk zu legen: wenn es den bluttriefenden Moraitrompetern an der Themse
knglischeSorgen um Sieflmerika-Schifsakrt
liv. Kopenhagen, 8. November.
In englischen Marinekreisen wächst die.Besorgnis, so wie dänische Berichte aus London besagen, daß deutsche Ceestreitkräfte im Atlantischen Ozean die Wassertransporte aus Amerika erheblich gefährden könnten. Es verlautet, daß der Hauptzweck von Churchills Besuch bei der französischen Flottcnleitnng darin bestanden habe, diese Lage zu erörtern.
Wie wenig die englische Regierung von dem Gelingen der erhofften großen Waffen- »nd Munitions- transporie aus Uebersee und einer entsprechend dauerhaften Entlastung der eigenen Waffen- und Munitions- erzeugung überzeugt ist, geht aus einer charakteristischen Maßnahme hervor, die das Kriegsministerium soeben getroffen hat: Zahlreiche als Ingenieure oder qualifizierte Arbeiter verwendbare Seeleute sind aus den Fronttruppen herausgeholt und für Arbeit in den Munitionsfabriken reklamiert worden.
pm 9. November flaggen keräus!
Berlin. 8. November.
Aus Anlaß des!I. November fordert der Neichsmini- ster für Bolksaufklärung und Propaganda die Bevölkerung auf, ihre Wohnungen und Häuser mit den Fahnen des Reiches oollmast zu beflaggen.
schon gefällt, auf die „elementarsten Menschenrechte" hinzuweisen, so ist einzig und allein die Tatsache nicht aus der Welt zu schaffen, daß jene Menkchenrechle dem deutschen Volk gerade von den scheinheiligen britischen Hunrani- tätsaposteln systematisch vorenthalten wurden. Mit einem haben die unverschämten britischen Drahtzieher allerdings nicht gerechnet: daß die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Abwehrschläge Deutschlands von vernichtender Wirkung sind. Diese Torheit John Bulls wird den Phrasendreschern jenseits des Kanals noch teuer zu stehen kommen! m«.
Moskau, 8. November.
Am Montagabend fand im Großen Moskauer Opernhaus der übliche Staatsakt statt, der die alljährlichen Feiern zum Jahrestag der Oktober-Revolution einleitet. An der seierlichen Versammlung nahmen aus den Plätzen des Ehrenpräsidiums die führenden sowjetrussischen Staatsmänner, an ihrer Spitze Stalin, Molotow, Wo- roschilow und andere teil.
Nach einer kurzen Ansprache des Präsidenten des Moskauer Stadtsowjets, Pronin, hielt der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, Molotow, die Festrede.
Woroschilow bei der MMSrparade
„Me Sowjetunion bereitet sich auf alle Überraschungen vor"
Moskau, 8. November
Zum 22. Jahrestag der Oktober-Revolution fand in Anwesenheit von Stalin, Molotow, Kaganowitsch, Mikojan usw.-die übliche große Militärparadc aus dem Roten Platz in Moskau statt. Die Parade, die der Kriegskommissar Woroschilow abnahm, wurde angeführt von dem Oberbefehlshaber des Moskauer Militärbezirks, Marschall Budjomiq.
Zu Beginn der Parade hielt Kriegskommissar Woroschilow eine kurze Ansprache, worin 'er die Erfolge des Sowjetstaates im Laufe des letzten Jahres schilderte. Indem er mit wenigen kurzen Sätzen dabei auch die internationale Lage streifte, bemerkte Woroschilow, daß die Außenpolitik der Sowjetregierung das Land bisher oom Kriege bewahrt habe. Insbesondere hätten die
mit Deutschland geschlossenen Verträge „einige Herrschaften des Vergnügens beraubt, die Kastanien durch ändere aus dem Feuer holen zu lassen". Die Sowjetregierung verfolge die außenpolitischen Ereignisse aufmerksam und werde im übrigen schon rechtzeitig, und wie es sich gehört, daraus reagieren. Im besonderen ging Woroschilow auf die Leistungen der Roten Armee bei der Besetzung der westukrainischen und weißrussi- schen Gebiete, ein. Die auswärtige Politik der Sowjetunion werde, so schloß der Kriegskommisjar, um so erfolgreicher sein, je mächtiger der Sowjetstaat und die sowjetrussische Armee und Flotte sich entfalte. Die Sowjetunion nehme nicht am gegenwärtigen Kriege teil, sie verfolge aber mit der größten Wachsamkeit die Ereignisse und bereite sich auf alle Ueberraschungen vor.
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Vrs»«s-2oHwsuv.
Die Rede Molotows war vornehmlich allgemein-politischen und innersowjetischen Fragen gewidmet.
Nach einem Hinweis auf die Wirtschaftskrisen, die auch die größten kapitalistischen Staaten England, Frankreich und USA. erfaßt haben, stellte Molotow fest, daß die reichsten und von errafften Reichtümern satt gewordenen Länder in ihren inneren Kräften keinen Ausweg aus der Lage mehr fänden, und daß diese Tatsache als Grundursache dafür anzusehen sei, daß diese Mächte nunmehr neue Abenteuer suchten. Darin liege auch die wahre Wurzel der gegenwärtigen Krise. Während gewisse Pläne, Sowjetrüßland in den Krieg einzubeziehen, mißlungen seien, versuchten England und Frankreich, nicht nur ihre Bevölkerung, son» dern auch die Bevölkerung ihrer Dominien und Kolonien immer stärker in den Krieg hineinzuziehen. Sie kämpften angespannt, um die Anzahl ihrer Verbündeten zu vergrößern und um neutrale Länder auf ihre Seite zu ziehen.
(Fortsetzung auf Seite 2)
Der 4Üe Hä-t
Begegnung mit einem Nationalsozialisten der ersten Stunde
Es war beim Reichsparteitag 1929.
Eine lange Nacht schon schaukelten uns die Eisenbahnwagen südwärts. Und endlich, am hellen Vormittag, warfen wir unsere Tornister auf die Strohlager in der großen Simultanschule am Dntzendteich. Wir waren ein kleiner Trupp aus einem Jndustriedorf Westfalens. Ein paar von uns taten ihre erste Reise. Wohl nur einer hatte den Führer gesehen. Und wer von uns hätte geglaubt, daß damals schon 70 660 oder 80 606 braune Soldaten dem Ruf des Reichsparteitages hätten folgen können! Wir zogen mit zum Kriegermal, trugen abends unsere tropfende Wachsfackel durch die überfüllte Stadt und wurden erst ganz wach, als wir am frühen Sonntagmorgen in die Riesenarena des Luitpold- haines einrückten, um den Führer zu sehen und anzutreten zum Marsch der SA. Damals bin ich — aus der Ferne — Jakob Grimminger zum ersten Male begegnet.
Wir standen schon eine lange Stunde. Drüben am Heldenmal sprach Ritter von'E pp. Und dann kam, alles in seinen Bann nehmend, der Führer über den grasbestandenen, überhöhten Wall, auf dessen platzzuge- kehrtem Abhang die Fahnen und Standarten ein leuch-
Vrei feindliche Flugzeuge abgeschossen
Berlin, 8. November.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Im Westen außer geringer Spähtrupptätigkeit und schwachem beiderseitigen Artillericfeuer keine nennenswerten Kampfhandlungen. Im Luftkamps wurden ein britisches Flugzeug bei Mainz und zwei französische Flugzeuge bei Saarlautern abgeschossen.
tendes Band in den Morgen zeichneten. Mit dem Führer kam die Vlutfahne, getragen von einem, begleitet von zwei barhäuptigen'^-Männern. Ein Kamerad, der in den ersten zwanziger Jahren einen deutschen Turnertag in München mitgemacht hat, wies auf das rote, ehrwürdige Tuch und rief mir halblaut zu: „Das ist die Vlutfahne! Sie hat die Heldenleiber an der Feldherrnhalle zugedeckt. Auch unsere Standarte „Otto Senfft" ist mit ihr berührt worden, als der Führer sie geweiht hat. Jakob Grimminger, der die Vlutfahne trägt, war am 9. November 1923 schon dabei . . ."
Der Führer sprach: Ueber den Tag von Nürnberg; über die Nacht der Bewegung; von der Siegeszuversicht, die wir alle hinaustragen würden in den Kampf. Die einzelnen Worte sind mir längst entfallen. Aber an
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Unser ^sgsssmesel
(vis keutigo ^usZobs umkoüt nebt Ssitsn)
Halifax hielt eine anmaßende und heuchlerische Rundsunkansprache.
Der Wirrwarr im englischen Wirtschaftsleben führt zu immer groteskeren Zuständen.
In den feindlichen Staaten wächst die Erkenntnis, daß die Blockade Deutschland nicht aushunqern tann.
Molotow und Woroschilow prangerten die imperialistischen Kriegszicle der Westmächte an. Gandhi hat die Brücken zu London abgebrochen. Benesch erfuhr in Paris eine vernichtende Ablehnung.
Im Westen wurden 3 feindliche Flugzeuge abgeschossen.
Der König der Belgier stattete der Königin der Niederlande im Haag einen Besuch ab.
Das Hanseatische Sondcrgcricht tagte in Bremen und verurteilte fünf Straßcnräub-r'zu Todes- bzw. höchsten Zuchthaus- und Eesängnisstrafen.
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schissbriichiger baut ihre Flotte auch in Kriegszeitcn weiter aus.