Ausgabe 
(3.11.1939) Nr. 303
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Das flmtsblatt Ses

parteiattttche Tageszeitung

ierenöen Bürgermeisters der Freien Hansestadt vremen

Anzeigen - Grundpreise:

Die 1 nana hohe und 22 ran» breite Zeile im Anzeigenteil 13 A/. Die 78 mw breite und l mm höbe Zeile im Tertteil 75 Ermäßigte

Grundpreise sfür kleine, Familien- anzelgen u. a.l sowie sonstige Be­dingungen Preisliste 7 Nacklaß- stassel 6. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewahr An- nabmeschlüb 18 Ubr Geschäfts­stellen: In B r e m e n : Am Geeren Nr 6/8, Fernspr. 5 41 21 Nachtruf und sonntags- Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernspr 5 41 21. In Spke Mkiblendamw Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Verkllndungsblatt des Neichsstaltlialters in Videnburg und vremen

Nr. ZllZ / 9 . ^astrg

Zreitag, Z. November 19 Z 9

kinzelpreis 15 Npf.

Osr lonsr ksgisrung ging ss 1938 nui^ um ^itge^inn Lur Krisgsvoklrorsilung

kit Äokument klagt England an

öekejnbrief in Prag gesunden

„Sinn der ision Lord Nuncimans" — kden einer der Hauptschuldigen

winfton lsturchill wieder am Werk!

Sesteimnisvolle tkplosion auf einem Schwesterschiff der „Menia"

I Berlin, 3. November

Amtlich wird berlautbÄ

Der Ncichsaußenministtzt in seiner großen Danzigcr Rede in unwid-rtcglich-r j nachgewresen, daß der englische Krieg gegen Teutschlandi der jetzigen englischen Regie­rung seil Jahren Heimlid > Planinagig vorbereitet worden ist Er hat in diesem nmenhang daraus hingewiesen, daß Chamberlain im S ber 1938 nicht nach München gekommen ist, um den z» verhindern und der Welt den Frieden zu bringen. °rn um den von der britychen Regierung beschlossenen nur zu verschieben, weil Eng­land rüstungsmätzig noü t fertig war. . .

Diese Feststellung des schcn Rcichsaußenministers er­fährt eine schlagende B,ung durch ein in dem Archiv des ehemaligen Außen» riums der früheren tschecho­slowakischen Republik , undenes Geheimdokument, das einen Bericht der Gesa, ist der tschecho-slowakischen Re­publik in Paris vom ugust 1938 Zahl 1975 enthält. Wegen seiner scnsatiom Bedeutung sehen wir das Do­kument im Wortlaut hi«

„Gesandtschaft der Tschecho-Slowakischen Re! in Paris"

Eingangsstempel:

Min. des Aeußeren Käbinett des Btinisters, E. Z. 3124

getrennte Besprechungen. Der. französische Delegierte sprach mit den Ministern Elliott und Morrison sowie mit den her­vorragenden Sachkenner Sir Arthur Street, der im Land- wirtschastsministerium war und der mit einer leitenden Aus­gabe im Lustschissahrtsmiuisterium betraut wurde.

Aus den Reden, dem Verhalten und den Verhandlungen der englischen Faktorei gewann der sranzösischc Delegierte den Positiven Eindruck, da« die Engländer sich sür die Or­ganisierung der Gctreidevcrsorgnng nicht wegen der Ver­hütung des Konfliktes interessieren, sondern deshalb, um den Konflikt zu gewinnen. Die Minister Elliott und Morrison sollen beide an die Eventualität des Konfliktes glauben.

Sir Arthur Street sagte, daß er in sechs Monaten die englische Luftschiffahrt in Ordnung haben wird. Daher legt man in England eine solche Wichtigkeit dem Gewinnen von Zeit bei. Ich führe diese Informationen an dieser Stelle in Verbindung mit der Entsendung Lord Nnncimans nach Prag an. denn, wie ich schon gesagt habe. die Frage der Gewinnung von Zeit spielt eine bedeutsame, wenn nicht entscheidende Rolle in der Entsendung Lord Runcimans nach Prag.

Herzlich begrüßt Sie Ihr ergebener Osuskh e. h.

Herrn Dr. Kamil Krosta. Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Prag."

/Fortsetzung auf Seite 81

New York. 3. November.

Folgende, aus eine „Assoc!ated-Preß"-Jnformation aus Ta» Pedro in Kalifornien zurückgehende Meldung wirft ein neues Licht aus den Fall „Athenia": Das seit vier Wochen über­fällige Motorschiff „Moveria" aus Liverpool, ein Tchwester- schiss der im Auftrage Ehurchills versenkten „Athenia". tras am Mittwoch in Sän Pedro ein. Mitglieder der Mannschaft berichten, daß sich am 23. September im Maschinenraum eine Explosion ereignete, die die „Moveria" zwang, nach Balboa lPanamakanal) zur Reparatur zurückzukehren. Der Kapitän der „Moveria". Mckecham, weigerte sich, einen Bericht über die Explosion mit Vertretern der USA.-Presse zu besprechen. »

Der Vorfall auf dem englischen Motorschiff ..Move­ria" gleicht allzu deutlich der verbrecherischen Aktion Churchills gegen die „Athenia'f Hier wie dort erfolgte die Explosion im Innern des Schiffes, und hier wie dort übten sich die Schiffsbesatzungen nach der Kata­strophe im — Schweigen. Für jeden, der den „Athenia"- Skandalfall einmal bis in alle seine Konsequenzen durchdacht hat. kann kein Zweifel darüber bestehen, daß der Erste Lord der britischen Admiralität auch auf dem Schwesterschiff der von ihm zuerst torpedierten „Athe-

Zahl 1l>75/vertrl./3S O/D. - .

Bctr.: Sinn und Zweck Nisswn Lord RuncimanPlrag Paraphen: Dr. Jina,

Krosta.

Her listerl

Paris, den ö. August 1838 Geheim.

Zwei ganze Sätze der Moloww-Nede

So wird das sranjösische Volk .-unterrichtet" — Zensur der kriegskeher unterdrückt Sie wtchrlieit

Massigli hält die En ng Lord Runcimans nach Prag sür eine gute Sache, nh Eden äußerte sich in einem Gespräch mit Botschaf orbin, daß nach gutem Nach­denken die Entscndun'd Runcimans nach Prag einen guten Schritt bedeutet,: er wird angeblich. England in Mitteleuropa mehr cn tu, als es bisher der Fall war. Massigti sagt, daß die ndcr wissen, daß Krieg sein wird, und daß sie sich mit a! ütteln bemühen, ihn hinzuhalten. Er anerkennt vollkon» mtz die Entsendung Lord Nunci- mans nach Prag zu Zwecke der Beseitigung des Kon­fliktes au sich sür die w-SIowakci Gefahren birgt, denn angeblich im Interesse Zeitgewinnes würde Lord Nunci- man etwas vorschlage l»en. was der Tschccho-Slowakci ungeheuer schädlich sei nie.

Zu diesem Urteil nlis führe ich weitere Informa­tionen an. die ungehei lrreich sind. Auf der kürzlich statt- gefundenen Eetreideko z, die in London tagte, hatten die Engländer, die Dv i. Amerika und Frankreich eigene

llnverä

rte Mrekiiven'

Die uncrschiche Festigkeit der Achse

Fom, 3. November Unveränderte Direktiven" betont Wechsel in Italien in kategorischer

Unter der Uebcrsck „Mcssaggerv" zum M

Weife, daß sich, entge llen Kombinationen der ausländi­

schen Presse in bczug c Achse ebenso wie aus die Allianz, zwischen Italien un! tschland absolut nichts geändert habe. Bei derartig unl dcten Vermutungen sek -er Wunsch —xie Regierung Mussolini und ihre icht mit dem Wechsel der Männer.

der Vater des Eedan Einstellung änderten

wie sie aus den Kon »Posten ersölgt seien. Der Wechsel der Wache bedeutet kc Vision der Richtlinien, sondern viel­

mehr die eindeutige jener Direktiven, die ausgingen.

arische und feierliche Bestätigung tuce und einzig und allein von ihm

m. Berlin, 3, November

Die Presse der Wcstmächic steht der großen Moloiow-Nede, die eindeutig die Gleichheit der Auffassungen zwischen der Sowjetunion und dem Deutschen Reich herausstellte, völlig hilflos gegenüber. Die Presse Englands und Frankreichs weiß wie stets bei allen Dingen, die ihr unangenehm sind, nur wieder den Weg zur Verschleicrungstaktik und zur Lüge zu finden. So werden denn die Leser mit einigen wenigen nichtssagenden Redewendungen abgespeist und im übrige» versteigt man sich aus Wink des Londoner Lügenministeriiims in den Kommentaren zu der Behauptung, daß die Moloiow- Rede für das Reich eine Enttäuschung gewesen sei.

Whitehall verweigert Stellungnahme

Daß Whitehall sich weiterhin geweigert hat, in einem offi­ziellen Kommentar zur Mvlotow-Ncds Stellung zu nehmen, hat in neutralen Londoner Kreisen — wie aus Holland ge­meldet wird — erhebliches Aufsehen erregt. Aus Anweisung des Foreign Office wurde sogar die Veröffentlichung des Wortlauts der Rede verhindert. Eine Rentcr-Anslassung be­gnügt sich damit, schwach gegen Molotows Ausdrucksweise über den „imperialistischen Krieg" zu Protestieren. Der bis­her bestehende Wunsch, die Wiederanbiederungsmvglichkeitcn gegenüber Rußland nicht z» verschütten, der in der Tendenz, die russischen Dinge mit Vorsicht zu behandeln, zum Ausdruck kam, hat jetzt nach den offiziellen Andeutungen einer anderen Stimmung Platz gemacht. Jetzt wird die Lage als wenig aussichtsreich betrachtet.

Selbstverständlich unterschlägt die Pariser P r « s's e bei der „Wiedergabe" der Ausführungen Molotows die Festnage- tnng der Kriegsschuld Englands und Frankreichs. So ist die „Stellungnahme" des „Petit Parisien" äußerst aufschlußreich. Beschwichtigend wird in der Ueberschrift behauptet. Molvtow „beschuldige" die Demokratien. Die magere Inhaltsangabe von zehn Zeilen, die den Weg in das Blatt gefunden hatten, war jedoch dem französischen ^Zensor nvch zu ausführlich. So ver­öffentlicht die Zeitung denn in fünf Zeilen — .sage und schreibe — zwei Sätze. Nur der „Figaro" kann seinen Lesern

Im 6i-nl1nn 11- , tsitnr unä s-'nio bs /.ui- v/isch IUrr !in 6roü

er ltlai-ionburxt evuiänn. mio borinlilot. in Jnivo-i-iihoit van 6n.»Ioitsi- Konti unci 6a» -s,aller Klbort l'nrstor elio Kivlse INKinx. Ilarinnbni-x, Antun, llai-iann-oi-üsi- unä stoson ^ncksnsn Lravivr IVsst-pisuKen liielcFdgln ch-rt. Unser kilel neigst einen llvdsrdliek äer .< ntsr; io äei Llitsts 6nnlsitsr k'orstzsr. (krssss-Lokkwkwv)

mehr verraten, sicherlich, weil er vom Zensor nbersolzen'wurde. In einem kurzen Ansgng kann er wenigstens einen rohen Neberblick über die Ausführungen des i-lissischen Außcnkom- missars bringen, hat allerdings in der schon sattsam lielkann- ten sranzvsischen Taktik alle diejenigen Stellen überschlagen, die auch nur die kleinste Unannehmlichkeit für die Westmüchte enthalten. Der „Jonr" macht sich die Sache am leichtesten. Er erktärt einfach, die Rede Molotows verdiene keinen. Kom­mentar.

Aufschlußreiches belgisches Echo

Lehr ansschtußreich in Verbindung mir der französischen Presse ist die Anpassung ber Molvtow-Rcde in dem wohl neu­tralen, alier teils sehr frankophilen Belgien. Man merkt deut­lich, wie sehr die geradezu niederschmetternde Wirkung süi die WestlvScht« sich auf die belgischen Zeitungen ausgewirkt

Schwaches stetillerieseuer

Berlin, 3. November.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

„Im Westen nur an einzelnen Stellen schwaches Artillcrie- scucr."

hat. So ist nian sehr vorsichtig in der richtigen Wiedergabe. Die „Station Beup:" schreibt, daß die Konsolidierung ber Lage üer baltischen Staaten einerseits und auf dem Balkan ande- reiseils eine Lokalisierung des Krieges zur Folge habe was den gemeinsamen Bestrebungen Rußlands und ' Deutsthtcinds entspreche. Die militärischen Probleme, so schreibt die Zei­tung, würden für die Alliierten nicht leichter werben, auch stehe die Stellungnahme Molotows zu der britischen Blockade in radikalem Gegensatz zu der englischen Auffassung. Dieser Nmstand gebe. inwiefern wird allerdings nicht gesagt, zu ernstliclfer „Beunruhigung" Anlaß

Die „Nation Beige" hebt dann weiter hervor, daß Deutsch­land und Rußland sich endgültig verständigt hätten. Solange der Konflikt zwischen Deutschland und England-Frankreich dauern werde, würden sich Deutschland und Sowjctrußland gegenseitig unterstützen, und zwar »m so stärker, als die beiden Länder in allen durch den Konflikt ausgeworfenen Fragen dieselben Interessen und dieselben Bestrebungen ver­folgten. Die beiden größten Nationen Europas, wie sie Mo- lotow selbst bezeichnet habe, seien entschlossen, so eng wie möglich zusammen zu arbeiten.

Italien: Eine Lehre für die Demokratien!

Sehr stark wird die Molotow-Rede in der italienischen Presse beachtet. In den Ueberschriiten werden vor allem Sätze unterstrichen, wie: „ein starkes Deutschland ist siir den europäischen Frieden unerläßlich", „Jene Mächte, die glauben, ein anderes Versailles wiederholen zu können, müssen sich bewußt sein. daß dies zu ihrem Ruin führen wird." Großer Raum wird den dentfchen Kommentaren eingeräumt, in denen die deutsch-russische Zusammenarbeit sowie die Tat­sache betont wird. daß Molotow den westlichen Demokratien eine Lehre erteile, die sie nicht so leicht vergessen

Besonders in den Vordergrund gestellt zu werden verdient eine Meldung des Pariser Vertreters des „Messaggcro", der hervorhebt, daß die Bcschönigiingsdcrsuchc der französischen Presse keineswegs die Besorgnisie Frankreichs verbergen tonn­ten. Er erbringt damit die Bestätigung, daß der „ruhige Ton" der französischen Presse lediglich der Ausdruck der Dik­tatur ihrer Zensoren ist. daß jedoch die politischen Kreise, denen selbstredend die wahren Aeußerungen Molotows bc- kan»! sind. sich über die Auswirkung der grundlegenden Ausführungen des russifchcn Anßeiikoministars sehr Wohl im klaren sind »nd somit durch die Verschleierung ihres Inhalts die Stimmung ihrer Völker nicht noch weiter hcrabsinken lassen wollen.

Japan: Ernste Fragen an die Westmächte

Auch die japanischen Zeitungen weisen aus die große Be­deutung der Rede Molotows hin und verössentlichen weitere Teile im Wortlaut. Die Kommentare betonen Japans Bereit­willigkeit zur Vcrständiguna mit Rußland, sosern Rußland hierzu aufrichtig bereit !ci. Im Gegensatz zu den britischen Kommentaren lassen die japanischen Blätter klar durchblicken, daß an der deutsch-russischen Zusammenarbeit in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht kein Zweifel möglich ist. Poli­tische Kreise sagen ihr Urteil über die Rede Molotows dahin zusammen, daß England und Frankreich nunmehr vor ernste Fragen gestellt seien Man betont besonders, daß der icharsc Angriff Molotows aus die versuchte Hungerblockade Englands ein deutlicher Beweis dafür sei, daß Rußland in dieser Frage sich klar aus die Seite Deutschlands und der neutralen Staa­ten gestellt habe.

nia" am teuflischen Werk war. Wie viele Verbrechen soll das übelste aller britischen Subjekte noch begehen dürfen? Es ist ausgeschlossen, daß der Protest der öffent­lichen Weltmeinung nach dem beweiskräftig aufgedeckten Versuch Churchills, durch Versenkung eines von Ameri­kanern benutzten Schiffes USA. in den Krieg hinein- zuzerren, von den „Gentlemen" nicht in seiner ganzen Stärke und Schärfe vernommen wurde. Die Empörung über die ungeheuerliche Freveltat im Falle „Athenia" war so eindeutig, daß sich mit einer weiteren Duldung der Anschläge dieses „Ersten Lords der britischen Ad­miralität" auf Passagierschiffe das britische Jnselreich mitschuldig an jenem folgenschweren Treiben macht. Dies trifft um so mehr zu, als Lügen-Lhurchill in Eng­land schon seit Jahren durchschaut worden ist, schrieb doch „Daily News" bereits 1020: „Churchill ist ein po­litischer Gaukler, der zum Unglück unseres Volkes schon immer auf das falsche Pferd gesetzt Hat.-Wenn er seinen politischen Tod erleidet, so kann das nur ein Glück-für England sein!" Wirb dieser politische Gaukler nun end­lich seinen politischen Tod erleiden? wü.

Von

Kapitän 2 ur 8ss ?roksssor von V/sIcks^sl-Hartr

Das Gebiet eines jaden Staates wird völkerrechtlich als Staatslawdgebiet, Staatswassergebi-et und Staats- luftgebiet bezeichnet. Zum Staatswassergebiet gehören im engeren Sinne die Binnengewässer aller Art sowie derjenige Teil der Küstengewässer, der uneingeschränkt der Hoheit des Userstaates unterworfen ist: im weiteren Sinne besteht aber auch eine Zugehörigkeit bei den so­genannten Territotialgewässcrn. worunter jene Küsten­gewässer zu verstehen sind, in deren Gebiet der Ufer­staat fremdes Durchsahrtsrecht anerkennen mutz.

Ueber die Rechtsstellung der Handelsschiffe in Terri- torialgewässern ist viel geschrieben, debattiert und ge­stritten worden, zumal, da die Breite der territorialen Zone von den einzelnen .Uferstaaten n i ch t einheit­lich bemessen wirb. Ursprünglich reichte sie so weit, wie Küstenwaffen zu tragen vermochten. Demgemäß galt für längere Zeit die Kanonenschutzweite als Grenze. Hier­mit hatte man aber im Zuge der Fortentwicklung der Waffentechnik eine recht variable Größe gefunden. Dem­gemäß machte sich das Bedürfnis geltend, ein festliegen­des Maß zu finden. Hierfür bot sich die Seemeile gleich 1852 Meter an. Deutschland steht heute noch auf dem Standpunkt, daß bei allen Fragen, die die Neutralität betreffen, in der D r e i - Se e m e i l e n - G r e n z« die gegebene Beschränkung der territorialen Hoheitsgewässer zu erblicken sei. Die Mehrzahl der anderen Staaten teilt diese unsere Auffassung. Immerhin gibt es Länder, die die Grenze weiter hinausschieben, bis zu vier. fünf oder gar sechs Seemeilen. Aus dieser Tatsache geht bervor, daß sich bei Behandlung der neutralen Schiffahrt im Kriegsfall« Schwierigkeiten ergeben können, die ganz gewiß nicht auf Böswilligkeit beruhen, ihre Ursache viel­mehr lediglich in den verschiedenen Rechts­ansprüchen der Ufer staaten zu suchen haben.

Das britische Weltreich kennt auch hier leider kein Rechtsproblem, sondern nur eine Machtfrage. Man darf ohne Uebertreibung behaupten, daß die Fälle kaum zu zählen sind. wo englische Anmaßung die Drci- Seemeilen-Erenze mißachtete. Noch der Weltkrieg 1014/18 hat Beispiele von unerhörter Kraßheit hierfür geliefert. Es sei nur daran erinnert, daß britische Kreu­zer sich nicht scheuten, innerhalb neutraler Hoheitsge- wässcr.zu Kampfhandlungen zu schreiten und zwar so. daß Besitz und Bewohner des Uferstaates darunter zu leiden hatten. Zur Beruhigung rollte hinterher das englische Pfund.

Auch in unseren Tagen hat England bereits dargetan, daß es nicht daran denkt, die Hoheitsrechte von Ufer-

NNINNI»NNtt»N»lMttI>NINNN»IIN»MUM»N»»»»I»»N»»l»I»»I»»»II»N»»

Unser VeKessnEneZ

(Öls bontlgs clusgobo nrnl.-illl oebl llnltnn)

In Prag wurde ein Geheimdokument aus dem Jabrc 1938 aufgefunden, das Englands Kricgswillcn erneut schlagend beweist.

Im Posencr Schloß iand die feierliche Amtseinführung des Reichsstatthaltcrs »nd Gauleiters Greiser durch Dr. Frick statt.

Ncichsvcrkchrsministcr Dr. Dorpmüllcr äußerte sich über dir außerordentlichen öeütnngcn der deutschen Eisenbahner im Osten.

Zur zweiten Rcichtzstraßcniammlung erlassen die Kamp!- iormaiioncn einen Aufruf.

Die Wcstukraincr wurden in die Sowjetunion ausge­nommen.

Die Pariser Presse besaß die Unvcrsrorcnhcit. ihren Lesern die große Molotowrcdc mit ganzen zwei Sätzen vorzusetzen. Französische Arbeiter protestieren in Flugblättern gegen den sinnlosen demokratischen" Krieg.

Im englischen Parlament wächst die Erkenntnis, daß Großbritannien sich selbst blockiert.

Das Produltionsziet der EHW.-Mästerricn im Gau Wcscr- Ems ist. Ilitlllll Schweine znr Ablieferung zu bringen. Der erste Lazarcttzug tras in Bremen ein.

Am Montag wird die Verlängerung der Straßenbahn­linie 3 bis zum Wcscrwchr in Betrieb genommen.