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parteiamtliche Tageszeitung
Das flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Lreien kjansestadt Nremen
der Nationalsozialisten Bremens
sinnliches verkündungsblatt des Neichsstatchalkers in Mdenburg und Vremen
Nr. Z01 / S. Iaiirgang
Mittwoch, 1. November 1SZS
Linzelpreis 15 Npf.
Molotow: „Ein starkes ^ 7 V ^
Voraussetzung für den frieden kuropas"
Londoner Kriegsziel verbrecherisch kngland der öiftgaslüge überfülzrt
Sroße außenpolitische Nede des Vorsitzenden des Notes der Volkskommissare
vor dem obersten Sowjet
Professor Staetzelin gegen die „times" — kine neue flbsutzr für die Londoner Lügenprodurenten
cknb. Moskau, 1. November.
Die sjinste außerordentliche Tagung des Obersten Sowjets der UdSTN. wurde Dienstag abend um 19.39 Uhr Ortszeit im großen Saal des Moskauer Kreml-Palais erössnet. Das Erscheinen der Mitglieder der Sowjctregierung und der obersten Parteileitung mit Stalin und Molotow an der Spitze wurde von der Versammlung mit stürmischem Bestall begrüßt. Im Saal hatten sich auch die Delegationen der Nationalversammlungen des westlichen Weißrußlands und der West- ukraine cingesundcn.
Der Präsident des Obersten Sowjets hielt zunächst eine kurze Ansprache. Er svrdeite die Anwesenden aus. sich zu Ehren der bei den Operationen in Lstpolen gefallenen Kämpfer der Roten Armee von ihren Plätzen zu erlaben uwd begrüßte dann die Delegierten der Westukraine und des :restlichen Weißrußlands.
Die Tagesordnung, die von der Versammlung daraufhin angenommen wurde, besteht aus drei Punkten: I. Bericht über die auswärtige Politik der Sowjetregierung. 2. Erklärung der-bevollmächtigten Kommission der Nationalversammlung der Westukraine. 3. Erklärung der bevollmächtigien Kommission der Nationalversammlung Westweißrußlands.
Zum ersten Punkt der Tagesordnung ergriff daraus der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare und Anßen- kommissar Molotow das Wort zu einer andcrthalbstündigen großen politischen Rede.
Ti« Nebe Molotow? enthielt einen Neberblick über die , gegenwärtige internationale Lage und eine Darlegung der auswärtigen Politik der Sowjetunion in ihren Beziehungen zu den wichtigsten Nachbarländern.
Drei wichtige Tatsachen haben, so führte Molotow aus, die Weltlage in den letzten Monaten geändert: „In erster Linie der völlige Umschwung in den Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion, der zur Herstellung einer dauerhaften Freundschast zwischen diesen beiden größten Staaten Europas geführt haben; 2. die militärische Vernichtung Polens und der Zerfall des Polnischen Staates: 3. die Fortsetzung des Krieges zwischen Deutschland einerseits und England, und Frankreich andererseits.
Mit sarkastischer Polemik behandelte der sowjetrnssische Regierungschef in diesem Zusammenhang das nttnmehr von den Wcstmächten angeblich verfolgte Kricgsziel, nämlich die „Vernichtung des Hitlerismus" Dieses auch noch unter der Flagge der Demokratien vcrsochtenc Kricgsziel der Westmächtc nannte Molotow schlechthin verbrecherisch. Staatsideen wie die natio- naliozialistischc könne man ablehnen oder annehmen, sie jedoch zum Kriegsgrund zu erklären, sei sinnlos und verbrecherisch. Die wirklichen Kriegsziele der Westmächtc bestünden denn
vier feindliche slug;euge abgeschossen
Bcrlin. 1. November
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Im Westen zwischen Mosel und Psälzer Wald schwache Artillerie- und Spähtrnpptätigkeit. An den übrigen Teilen der Front keine besonderen Ereignisse.
Vier scindlichc Flugzeuge wurden abgeschossen."
englischer S000-ronnen-Sampser torpediert
London, 1. November
Der englische Dampfer „Malabar", Müll Tonnen, wurde von einem U-Boot im Atlantischen Ozean versenkt. Die Besatzung landete in einem Hasen Westenglands.
Aus Hüll wird gemeldet, daß der Fischdampser „Samt Nidan" bei der Rückkehr von den Fischcreigründen, wahrscheinlich durch feindliche Einwirkung versenkt worden sei. Die 15- köpsige Besatzung wurde gerettet.
Wie Reuter meldet, wurde außerdem der Fischdampser „Lhnr" aus Krimsbh in der Nordsee durch feindliche Einwirkung versenkt Seine Besatzung landete in Schottland
N o m, 1. November.
Amtlich wird eine Reihe von Veränderungen in der italienischen Regierung bekanntgegeben: Die bisherigen Unter- staatssekretäre Tcruzzi für Italicnisch-Lstasrika, Ricxi im Korpcrationsministerium, Riccardi sllr Tcvisenbcwirtschaj- tung, Tasjinari sür Ackerbau, Host-Venturi im Vcrkchrsmini- sterium werden zu Ministern ernannt und übernehmen die Leitung der entsprechenden Ministerien.
Das Ministerium sür Volksbildung übernimmt Pavolini. bisher Präsident des'saschistifchou Verbandes sür die freien Beruft Minister Alsieri wird unter Vorbehalt feister Bestimmung zum Botschafter, bcwrdert. Im Kriegsministerinm treten an Stelle des Untcrstantssekretärs General Pariani Marschall Graziani als Gencralstabsrl'es des Heeres und General Sodu als Unterstaatssekretärc Im Luftsahrtsmini- sterium tritt an Stelle des bisherigen Untcrstaatsftkrctärs General Dajle General Pricolo als Unterstaatssekrctär und Eeneralitabschef der Luftfahrt Im Marlneminsttcrium treten keine Veränderungen ein. Außerdem ist Parteisekretär Staracc zurückgetreten An seine Stelle tritt der Generalkonsul der faschistischen Miliz Muti Staracc tritt a» die Stelle des bisherigen Gencralstabschcis der faschistischen Miliz General Russo. der als Iln'e-'toatsftkrrtär in die Präsidialkanzlei kommt
In unterrichteten Kreisen wird die Regierungsumbildung als die im saschistischcn Regime übliche Ablösung der Wache bezeichnet, die an der bekannten Politik des Dncc nichts ändern werde.
auch in der Behauptung ihrer Weltherrschaft und in der weiteren ungestörten Ausbeutung ihrer Kolonialvölkcr.
Auch seiner Darlegung der auswärtigen Politik der sowjetregiernng stellte Molotow eine ausführliche Würdigung des deutsch-sowjetischen Freundschaftsverhältnisses vnr- ans.
„Unsere Beziehungen z» Deutschland haben sich", so erklärte der Redner, „von Grund nist gebessert. Es ist eine praktische Zusammenarbeit erreicht und eine Politische Unterstützung der deutschen FriedcNsbcstrcbnngen Lurch die Sowjetunion."
Unter Bezugnahme aus den deutsch-sowjetischen Freund- schafts- und Greuzvertrag hab Mvlataw nachdrücklich hervor, daß die dentsch-sowjetrussilche Freundschaft sich bei der schwierigen Frage der Festlegung der Iutcressengreuze aus dem Territorium des früheren Polnisclien Staates bewährt habe.
Die Sowjetunion verfolge den Kamps Deutschlands für die Beseitigung des Versailler Systems mit tiefem Verständnis, denn sie stände auf dem Standpunkt, daß „ein starkes Deutschland" die unabläisige Voraussetzung iür den Frieden in Europa ist. Der Versuch der Wettmachte dagegen, Deutschland in ein neues Versailler System hincinzuzwiligen, sei gefährlich und könne sür diese Staaten selbst mit dem Ruin enden.
Die ircnndschaftlichcn Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Deutschland haben sich ferner so fuhr Molotow iort. in einer Erneuerung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern ausgewirkt. Durch die Politische Freundschaft seien hierfür die günstigsten Voraussetzungen entstanden. Mit den Wirtschastsver- handlungen. die zur Zeit durch die deutsche Kommission in Moskau und durch die sowsctrussischc Kommission in Deutschland geführt würden, sei „eine breite Grundlage sür die Entwicklung des Warenaustausches zwischen der Sowjetunion und Deutschland geschaiken."
(Fortsetzung auf Seite 2>
Berlin, 1. November.
Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brau- chftsch, gewährte dem Hanptschriftlciter der Zeitschrist „Freude und Arbeit" eine Unterredung, in der er einige an ihn gerichtete Fragen beantwortete.
Frage: Welcher Unterschied lxsttelft, Herr Generaloberst, in militärischer Hinsicht zwischen der heutig,: Lage Deutschlands und der des Weltkrieges?
Antwort: Wir sind heute militärisch wesentlich stärker als vor 25 Jahren. Das gilt sowohl hinsichtlich der Bcwass- nung und Ausrichtung, als auch vor allein hinsichtlich der Ausnutzung der gesamten Wehrkraft des Volkes. Unsere aus den Erfahrungen des Weltkrieges aufgebaute Ausbildung sowie die Gliederung und Zusammenfassung der verschiedenen Waifcngattnngcn habe» sich im polnischen Fcldzngc hervorragend bewährt. Die Errichtung des Westwalls, der stärksten Befestigungsanlage der Welt, hat es uns ermöglicht, das polnische Heer in kürzester Zeit zu vernichten, ohne das; wir, wie 1914, die Masse unserer Kräfte an mehreren Fronten zersplittern mußten. Jetzt haben wir den Rücken frei und können ohne die Gefahr eines Zweifrontenkrieges der weiteren Entwicklung in überlegener Ruhe entgegensehen.
Frage: Womit izt der überraschend schnelle Erfolg der deutschen Wehrmacht im polnischen Feldzuge zu erklären?
Antwort: Mit der Ueberlcgenheit der deutschen Führung und des deutschen Soldaten und mit der Güte der deutschen Wafscn! Aus polnischer Seite versagten Führung und Organisation völlig. Der polnische Soldat hat sich vielfach zäh und
Die weitgehende Umbesctzung hoher Rcgiernngs- und Partei- stellen steht im Mittelpunkt der römischen Presse. Die Zeitungen erklären, den zurückgetretenen Kameraden seien nach faschistischem Brauch ebenso wertvolle und tatkräftige Kameraden gefolgt. Die abtretende Garde habe, wie „Tribuna" betont, die ihr dom Tucc anvertrauten Aufgaben mit voller und leidenschaftlicher Hingabe crsüllt und sei an neue, ebenso wichtige Posten berusen worden, was die Gewähr biete, daß die unabänderlichen Richtlinien des Regimes mit eisiger Stetigkeit befolgt würden. Italien werde die von diesen Kameraden in schwierigen Augenblicken geleistete Arbeit sowie ihr vorbildliches Wirken und ihren mutigen Einsatz bei der Eroberung des Imperiums und im Spanischen Krieg nicht vergessen, den mancher von ihnen aktiv mitmachte. Besonders herzliche Worte sinket das Blatt abschließend sür die achtjährige überaus erfolgreiche Tätigkeit von Parteisekretär Minister Staracc sowie die Leistungen des Ministers für Volksbildung Alsieri, der die italienischen Journalisten in kameradschaftlicher Weise unterstützt und geführt habe.
Starale veneralstadschej der Miliz
Rom, l. November.
Parteisekretär Minister Staracc hat. einer amtlichen Verlautbarung zufolge, um Enthebung von seinem acht Jahre innegehabten Posten gebeten und ist zum Gcncralstasbcknü der faschistischen Miliz ernannt worden. Zum neuen Partei-, sclrctär wurde Ettore Muts ernannt, der i» der Miliz den hohen Rang eines Generalkonsuls bekleidet.
Berlin, 1. November.
In mehreren amtlichen Verlautbarungen hat die deutsche Presse der Wcltössentlichkeit mitgeteilt, daß in Polen Giftgas gegen die deutschen Truppen verwendet wurde. Gleichzeitig wurde der cinwandsreie Nachweis gelicscrt, daß in allen Fällen dieses Giftgas englischen Ursprungs war. Zunächst beantwortete das englische Lügenminlsterinm Lieft schweren Antiagcn mit inhaltlose», nichtssagenden Temenlis. Als jedoch unter dem Druck der deutschen Beweise die englischen Kriegssiihrungsincthoden auss schwerste belastet wurden, griii man in England zum altbewährten Mittel der Lüge und der Verdrehung der Tatsache». Dabei machte man bezeichnenderweise auch nicht vor der Autorität des Schweizer Proscssors Staehelin halt.
Wir berichteten bereits, daß der Baseler Korrespondent der „Times" im Auftrage des englischen Lügenmlnisteriums Pros. Staehelin interviewte und durch eine völlig entstellte Wiedergabe dieser Aussprache den Versuch unternahm, die deutschen Beweisargiimente zu entkräften. In der verfälschten Wiedergabe der Aeußerungen Staehelin? hieß es. Pros. Staehelin habe der Befürchtung Ausdruck gegeben.daß seine Erklärung für die antienglische Propaganda mißbraucht werde. Pros. Staehelin habe weiter angeblich die Unwahrheit der deutschen Behauptung festgestellt, daß die Polen zur Gaskriegsiührnng bei Jaslv ihre Zuilncht genommen hätten Das Interview des .TimeS"-KorresPvndenten schloß mit der allzu durch- üchtigen lügenhaften Unterstellung. Staehelin besürchte, das; die ganze Angelegenheit die Vorbereitung zur Einleitung der Gaskriegsnibrnng seitens der Teutschen darstelle Taraui- hin gab die deutsche Presse der Weltöiienttichkeit da? Gutachten des Schweizer Proftsiors Staehelin im 'Wortlaut in Faksimile zur Kenntnis. Damit wurde eindeutig der Beweis geliefert, das; die Meldung d?r .Times" ein Produkt von Lüge und Verleumdung war. das sich würdig in den Rahmen der britischen Lügenpropaganda einsägt.
Nunmehr' hat Professor Staehelin selbst das Wort zu den englischen Lügenmeldungen ergriffen und der Presse folgende
hartnäckig geschlagen, war aber sowohl moralisch als auch in Ausbildung und Ausrüstung den deutschen Soldaten keineswegs gewachsen. Er Hütte seinen Widerstand ohne Zwcisel noch eher ausgegeben, wen» er nicht, wie aus Gcfangenenaussagen einwandsrei hervorgeht, über die militärische Lage auf das gröbste belogen worden wäre. Neben den über alles Lob erhabenen Leistungen der einzelnen, am Einsatz beteiligten deutschen Truppe» hat das vorbildliche Zusammenwirken aller Wasscn und besonders auch die engste Zusammenorbcit zwischen Heer und Lnitwasse. wesentlich zn dem raschen Erfolge beigetragen.
Frage: Ist mit einer ähnlichen Wirkung der englischen Blockade wie vor 25 Jahren zn rechnen?
Antwort: Eine Wiederholung der Aushungerung, aus die unser menschenfreundlicher Gegner in erster Linie abzielt, ist aus zwei Gründen nicht möglich. Wir sind nicht wie 1911 bis 1918 von allen Seiten abgeriegelt. Wir sind in der Lage, den Handel mit dem oft- und siidostcuropäischen Wirt- schaftsraum fortzusetzen und noch weiter auszubauen. Wir haben uns außerdem mit großen Borräten, insbesondere an Getreide eingedeckt und tun alles Erforderliche, die landwirtschaftliche Erzeugung im vollen Nmsange auch im Kriege aufrechtzuerhalten und sogar noch zu steigern. Auch unsere alten Korn- und FIcischkammern Posen und Westpreußen werden uns von großem Nutzen sein. Für die Bestellung mit Wintersaat ist gesorgt. Die englische wirtschaftliche Kriegführung wird allerdings die neutralen Staaten wieder schwer treffen. Deutschland wird sein Möglichstes tun, durch Lieferungen ihre Leiden zn mildern. Es bedarf allerdings auch einer energischen Selbsthilfe der Neutralen gegen die englische Wirtschaftsblockade. England wird sich über unsere heutige wirtschaftliche Kraft täuschen. Ich glaube, daß die gegenwärtige Lage Englands mehr gefährdet ist, als die unsrige.
Frage: Was erwarten Sie, Herr Generaloberst von den deutschen Arbeitern im Kriege?
Antwort: Ich habe schon in meiner Rede in den Nhein- Metall-Wcrkcn betont, daß die nationale und soziale Geschlossenheit des deutschen Volkes auch in schweren Tagen ihre Prüfung bestehen wird. Heute kann ich sagen, daß die Kameradschaft zwischen deutschen Arbeitern und deutschen Soldaten sich bereits in den ersten Kriegswochcn hervorragend bewährt hat. Die deutsche Arbeiterschaft, die auch ihre Arbeit in der Heimatsront als Soldatenlnm aufsaßt, hat mit eiserner Disziplin an dem ihr zugewiesenen Platz ihre Pslicht crsüllt. Wir haben damit der Welt den Beweis liesern könne», daß Tciitsckckand nicht nur die besten Soldaten, sondern auch die besten Arbeiter hat. Ich bin überzeugt, daß die deutsche Arbciter;chast auch weiterhin in nationalsozialistischem Geiste ihre Pslicht erfüllen wird. .
Verbrechor-Negimenter in Frankreich
Paris, 1. November.
Die in Frankreich ausgestellten Sondcrregimcntcr, die sich ausschließlich aus vorbestraften und sriigetasienen Häftlingen zusammensetzen, sind sür die Bevölkerung ein Element ständiger Beunruhigung. Diese Sonderregimenter liegen augenblicklich in verschiedenen Dörfern im Osten Frankreichs, wo sie sich ihrem Vorleben entsprechend ausführen und die Zivilbevölkerung unter dauerndem Terror halten. Der „Petit Parisicn" macht sich zum Sprachrohr der Klagen dieser Bevölkerung und sordcrt dir Militärbehörden aus, diese Vcr- brcchcr-Rcgnncntcr in besonderen Militärlagern unter,'librin,- gcn, wo sie keinen Schaden anrichten könnten.
Wacheablöfung im faschistischen Italien
flnberung in der Leitung von Negierung, Partei und wekrmacht
Deutschland ist unbesiegbar
Generaloberst von vrauchttsch über unsere militärische und wirtschaftliche tage
Erklärung abgegeben: „Nachdem mein Bericht über die Feststellung von Gasvergiftungen in Polen von deutschen Zeitungen verössentlicht worden ist, sind irreführende Meldungen darüber gemacht und mir Dinge in den Mund gelegt worden, die ich nicht gesagt habe. Bon den verschiedensten Seiten habe ich Anfragen erhalten, so daß ich die Interpellation im Großen Rat vom 9. November nicht abwarten kann, sondern genötigt bin, schon jetzt eine Erklärung abzugeben. Als mir die Anfrage des deutschen Auswärtigen AmteS übermittelt wurde, Verletzungen durch Kampfgase in Polen festzustellen, hielt ich mich nicht sür berechtigt, ablehnend zu antworten. Ich betrachte es als Pslicht des Bürgers eines neutralen Staates, bei der Feststellung der Wahrheit mitzuhelfen, wenn er von einer kriegführenden Partei in seiner Eigenschaft als Sachverständiger ausgesordert wird. Ich habe deshalb, nachdem ich die nötige Erlaubnis von den zuständigen Stellen erhalten hatte, den Auftrag angenommen und am 29. September in Jaslo bei neun deutschen Soldaten die sicheren Anzeichen don Erkrankungen durch Einwirkung eines Giftes aus der Gelbkreuzgruppe festgestellt. Die mir in Jaslo gemachten Angaben, daß alle Erkrankten und noch einige andere Soldaten zwölf Tage vorher durch die Explosion der gleichen Gasbombe vergiftet wurden — was ich natürlich nicht selbst festgestellt habe — paßten zur Diagnose der Vergiftung durch Gelbkrcuzstosse im engeren Sinne und zur Diagnose des Alters der Behinderung an der Hank. Meine Feststellungen sind rein medizinischer Art, und ich wurde auch nur damit beauftragt. Weitere Aeußerungen, die ich Pressevertretern gegenüber getan haben soll, sind unrichtig."
Professor. Staehelin steht also in selbstverständlicher Weise zu seinem von uns veröffentlichten Gutachten. Wir. haben der neuerlichen sachlichen und eindeutigen Feststellung des Schweizer Professors nichts hinzuzufügen, wenn er insbesondere am Schluß seiner Ausführungen betont, keine irgendwie gearteten weiteren Aeußerungen englischen Pressevertretern gegenüber abgegeben zu haben. Es wird den Herren in EnglanL bestimmt nicht angenehm sein, durch neutralen autoritären Mund der Lüge überführt zu werden. Wir können diesen Lügensabrikanten nur empfehlen, so fortzufahren, weil sie hierdurch am sichersten dazu beitragen, daß der englischen Presse auch der letzte Anschein von wahrheitsgetreuer Berichterstattung noch genommen wird.
Die k-aiHeaWasLtt-
rcl. Berlin, 1. November.
Faschistischer Tradition gemäß hat Mussolini im evührerkorps.des Staates und der Faschistischen Partei einen Wechsel der leitenden Persönlichkeiten vorgenommen, der an die Spitze von sechs Ministerien neue Männer treten^ läßt. und auch das wichtigste Amt des Sekretärs der Faschistischen Partei einem neuen Träger anvertraut, Ettore Muti, der nach dem Willen des Duce jetzt den Parteisekretär Starace, der dieses Amt acht Jahre hindurch bekleidete, abgelöst hat gehört zu den volkstümlichsten Faschisten aus der Frühzeit der Bewegung. 1992 in der nord-italienischen Stadt Ravenna geboren — meldete er sich 1917 als blutjunger Freiwilliger an die Front. Das Erlebnis dieses Kampfes hat dann auf sein weiteres Leben bestimmend eingewirkt. Wo es hieß, für Italien zu kämpfen, da war ^ Rs finden^ So war es in Fiume, so war es im abessinischen Feldzuge — so war es, als die ersten Italiener nach Spanten übersetzten und bei der Besetzung Albaniens. Seit 1919 trägt der neue Sekretär' der Partei das Schwarzhemd. Nach harten Kampfjahrcn wurde er 1921 stellvertretender Gauleiter von Ravenna, e,n Amt, das er neun Jahre lang neben seiner Stellung als Kommandeur faschistischer Legionen innehatte.
Mehr noch als durch ferne innenpolitische Arbeit ist Muti durch seine Verwegenheit bei den Kämpfen in
IlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllMIIIIIIIIlUIIIIIIIIIIIIIIIIIll
Unser 7sgss§«meHer
(via bsutigs äuagsbs umksllt acht Seitens
Molotow hielt vor dem Obersten Rat der Sowjets eine bedeutsame Rede.
Der Schweizer Professor Staehelin nimmt in der ,zraac der englischen Giftgaslüge gegen die Behauptungen der „Times" Stellung.
Generaloberst von Branchitsch betont in einem Interview, daß Deutschland militärisch und wirtschaftlich unbesiegbar ist.
Ncichsministcr Dr. Frick führte Greiser in Posen in sein Amt als Reiche-statthalter ein.
Vier scindlichc Flugzeuge wurden im Westen abgeschossen. Im neuen Wintcrsahrplan der Teutschen Lufthansa konnten erhebliche Verbesserungen cingcsiihrt werden.
Im Gebiet des srühcren Polen wurden wiederum 39 ermordete Volksdeutsche gefunden.
In der Leitung von Regierung, Partei und Wehrmacht im saschistischcn Italien wurde eine Reihe von Veränderungen durchgeführt.
Mit dem heutige» Tage tritt die Vierte Verordnung zum Neuaufbau des Reiches in Kraft.
In einer Feierstunde der Firma Karl F. W. Vorgward :end die Lchrlingsjrcisprcchung statt.