Ausgabe 
(31.8.1939) Nr. 239
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MMr Zellmg

parteiamtliche Tageszeitung

Nas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Lreien kjansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches Nerkündungsblatt des Neichsstatchaiters m Oldenburg und Bremen

Nr. 2Z9 / 9. Zalzrgany

Donnerstag, Z1. August 19Z9

kinzelpreis 15 Npf.

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8okor1ige Lmdsrukuag aller Männer die ru ösluen 8e- sckiagaakme aller Iransyertmittel * kämmingevordereitung

Warschau, 31. August.

Wie bekanntgegeben wird, wurde gestern nachmittag um 14.3V Uhr in Polen die Gesamtmobilmachung befohlen. Die Generalmobilmachung hat panikartig eingesetzt. Große Plakate an allen Straßenecken Warschaus künden von der sofortigen Ein­berufung aller wehrfähigen Männer im Alter bis zu 4V Jahren.

Auch der Warschauer Rundfunk gibt in einer Sander- meldung die Anweisung der Militärbehörden bekannt, daß die Mobilmachungsbestimmungen für die Inhaber der weihen Karten in Kraft getreten sind. Diese Maß­nahme entspricht der Eeneralmobilmachung.

Eine große Menschenmenge sammelt sich vor diesen Aufrufen. Ferner findet eine allgemeine Beschlagnahme von Pferden und mechanischen Transportmitteln ein­schließlich Fahrrädern statt.

Wie ferner gemeldet wird, wird die Räumung der großen Städte Polens vorbereitet, und zwar soll nach Möglichkeit ein großer Teil der Bevölkerung in die Provinz gebracht werden.

frivole Provokation

Die polnische Gesamtmobilmachung wird mit angeb­lich drohenden deutschen Truppenkonzentrationenbe­gründet". Das ist lächerlich, denn tatsächlich wurden die deutschen Truppen erst an den Reichsgrenzen zusam­mengezogen, nachdem die militärischen Vorbereitungen Polens bereits so weit gingen, daß die Sorge vor pol­nischen Hebelgriffen es der deutschen Staatsführung zur Pflicht machte, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um polnischen Gewaltakten vorzubeugen. Die Bedrohung der deutschen Grenzen und vor allem Danzigs datiert, ja auch nicht erst von gestern, denn schon seit dem März ließen militärische Maßnahmen der polnischen Armee keinen Zweifel daran, daß mit Ueberraschungen gerech­net werden müsse. Diese Sorge wurde vor allem- durch vergrößert, daß sich die Stimmen mehrten, die offen und unverhüllt nach der Besetzung deutscher Ge­biete riefen. Es blieb nicht bei Ausrufen chauvinistischer Organisationen, sondern die Angrifssstimmung ergrisf die Presse des Regierungslagers, und offizielle Per­sönlichkeiten stellten sich in den Dienst der Kriegs­propaganda. Wir erinnern an General Sosnkowski und Oberst Wenda, um nur zwei Namen herauszugreifen. Wir erinnern an die Feiern anläßlich des Erunwald- Eedenktages und des Auszuges der Pilsudsli-Lsaionen sowie an die offiziellen Reden dieser Tage. Wir er­innern an die Vortragsreise des Hauptmanns Pole- sinski, die keinem anderen Ziel galt als der Stim­mungsmache für einen Krieg gegen Deutschland. Wir verweisen auf den Leitartikel des Militärblattes Polska Zbrojna", der zum Kampf rief. umden Räuber in seinem eigenen Schlupfloch aufzusuchen", »der auf das Wort desCzas", von den auf Danzig gerichteten Geschützen oder auf den Befehl des alten Generals Haller an seine Soldaten. Sprechen für die allgemeine Stimmung nicht auch die Lieder, die in den zum fanatischen Haß aufgepeitschten Massen umgehen? Lieder, in denen es z. B. heißt:

Warschau ist nahe der Grenze aber Berlin noch näher.

Wir werden an der Spree Feuer anzünden mit dem todbringenden Erz der Geschosse."

Ist es ein Wunder, daß diese Stimmung bei der pol­nischen ' Mentalität zu aggressiven Vorbereitungen führen mußte? Bestätigen 'wicht neutrale Beobachter., daß polnische Angriffsdivtsionen ihr« Ausgangsstellun­gen bezogen haben und daß sich die Vorstoßpläne u. a. gegen Marienbnrg. Deutsch-Eylau und das slowakische

Jndustrisbecken richten? Sprechen nicht die Vorbereitun­gen gegen Litauen ihre eigene Sprache? Verstärkt nicht die Sowjetunion ihre Gtenztruppen. um sich vor den Ausbrüche-n des polnischen Wahnsinns zu schützen? Wir wollen in diesen Stunden keine Unklarheit aufkommen lassen. Wir haben unsere Grenzen geschützt, seitdem Polens Absichten klar erkennbar wurden: wir sind ent­schlossen, jedem Uöbergriff zu begegnen. Es wäre gut, wenn man sich darüber in Warschau klär wäre.

Wie wir noch erfahren, versucht die polnische Re­gierung die Mobilmachung.im besonderen damit zu be­gründen. daß sie die Besetzung der Slowakei durch deutsche Truppen im Sinne der...Besetzung eines Nach­barlandes" als Aggression betrachtet. Hierzu erinnern wir daran, daß Deutschland bereits im März dieses Jahres einen Vertrag mit der Slowake: als mit einem Deutschland befreundeten Staat abgeschlossen hat. in dem die jetzt (im Einverständnis mit der Slowakei) ge­troffenen militärischen Maßnahmen eindeutig vor­gesehen sind. Die Konstruktion derBesetzung eines polnischen Nachbarstaates ist jedenfalls absurd und lächer­lich. ganz abgesehen davon, daß dieser Tage englische Truppen in Frankreich landeten; was dem einen recht ist. ist dem anderen billig. Auch dieser Versuch Polens, die von ihm planmäßig verursachte frivole Provokation Deutschlands zu verdunkeln, muß also als gescheitert angesehen-werden.

Varscksu sperrt äsn korriäor

privilegierte v-2üge iveräei» angelraHen * Verdmäung mit Vetvreuüen gestört * Mknakmen von ernster veäentung

« 2 . Danzig, 31. August.

Ohne Angabe von Gründen hat Polen mehrere D-Züge und Personenzüge, die das Reich mit Ostpreußen und Danzig verbinden, zurückgehalten und nicht von den pol­nischen Staatsbahnen übernehmen lassen. Die polnischen Maßnahmen sind von ernste­ster Bedeutung, da sie eine Verletzung des deutsch-polnischen Staatsvertrages vorn 21. April 1921 (Pariser Staatsvertrag) darstellen. Die für das Reich lebenswichtige Verbindung nach Ostpreußen und Danzig ist durch den polnischen Vertragsbruch gestört.

Die polnische Vertragsverletzung trifft besonders den D-Zug 24 Marienbnrg Danzig Stolp Stettin Berlin, der zu den durch den Pariser Staatsvertrag privilegierten Zugverbindungen zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reichsgebiet gehört. Der fahrplan­mäßig um 10.22 Uhr von Marienbnrg abfahrende Zug wurde am Mittwoch von den polnischen Staatsbahnen nicht übernommen. Weder Lokomotive noch Zugbegleit­personal stellten die Polen, obwohl sie dazu nicht nur durch den deutsch-polnischen Vertrag, sondern auch durch die Vereinbarungen auf den deutsch-polnischen Fahrplan- koNferenzen verpflichtet sind.

In Danzig traf ebenso der D-Zug 804 nicht ein. der in Dirschau zurückgehalten wurde. Da die Wagen fehl­ten. mußte daraufhin der entsprechende Gsgenzug aus­fallen. Auch der vifumfreie Zug 825; der kurz nach 18 Uhr in Danzig eintreffen sollte, ist von den Polen aufgelöst worden. Donzig hat sofort in Warschau gegen diese Vertragsbrüche protestiert und auf die Pflichtver­letzungen der polnischen Behörden hingewiesen.

Der aus der Richtung Vromberg kommende Personen- zug, der gegen 17 Uhr i» Schneidemühl erwartet wurde, hat ebenfalls seinen Bestimmungsort nicht erreicht. Mit diesem Zug sollten viele Flüchtlinge kommen, über deren Schicksal nun größte Besorgnis herrscht. Die polnischen Grenzbahnhöfe verweigern jede Auskunft. Mit großer Verspätung lies gegen Mitternacht noch ein letzter Zug

Volksdeutsche sreiwild der polen

Zwei lote und mehrere Schwerverwundete in Lad; - die Polizei sah hohnlächelnd zu

Kattowitz, 31. August.

Am gestrigen Tage kam es in Lodz, das bereits in den letzten Tagen Schauplatz der Verfolgung gegen alles Volksdeutsche war, abermals zu wü­sten Ausschreitungen des polnischen Mob. Der auf­gehetzte polnische Pöbel demolierte zahlreiche deutsche Geschäfte, darunter die Weinhandlung Steigert u. Hoffmann, das Kolonialwarengeschäst Keller, die Konditorei Mittelstadt, die Papierhand­lung Ruppert, die Fleischerei Teigert und zahl­reiche andere Geschäfte der Volksdeutschen Lodzer Bürger.

Die Ausschreitungen konnten erfolgen, ohne daß die polnische Polizei, die hohnlächeln- dabeistand, etwas unternahm. Bei den Ausschreitungen selbst wurden die Volksdeutschen Karnowski und Ga- lesch getötet, während mehrere andere schwer ver­wundet in das Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Nach den Exzessen sangen die polnischen Aufständischenbanden, unter denen man stadtbe­kannte Verbrecher bemerkte, deutschfeindliche Lie der. Dieser Vorfall reiht sich würdig an die bis­herigen Schandtaten an, die auf das Konto der polnischen Regierung gehen.

Die entsetzlichen Schandtaten der Polen haben längst die viehische Barbarei von 1929 und 1921

erreicht. Die restliche deutsche Bevölkerung ist nicht mehr länger in der Lage, die herzzerreißen­den Gewalttaten der Aufständischen mit anzusehen. Die gepeinigte Bevölkerung flucht denen, die durch Garantieversprechungen den polnischen Terror verschärften und heute diesen Terror als Märchen hinstellen.

Der Taumel der polnischen Aufständischen wird im­mer zügelloser. In Friedenshiitte begehen sie gräßliche Ausschreitungen. Sie nehmenHaussuchungen" bei den Volksdeutschen Arbeiterfamilien vor, wobei sie die Män­ner niederschlagen und die Mütter samt ihren Kindern ebenfalls schwer mißhandeln. Was ihnen von dem be­scheidenen Hausrat gefällt, lassen sie mitgehen, der Rest wird zerschlagen. Man hört im ganzen Ort das Joh­len der bestialischen Horde, das Klirren von Fenster­scheiben und Geschirr, dazwischen die qualvollen Schreie der deutschen Arbeiterfrauen und ihrer vor Angst sinn­losen Kinder. Durch die Fenster fliegen Stühle und Betten, die Kochherde werden umgeworfen. Besonders schlimm ging es der Mitarbeiterin des Hilssvereins deutscher Frauen in Friedenshiitte namens Lentens. Nachdem die Polen sich in der Wohnung ausgetobt hat­ten. richtete ein Teil auf die Frau Pistolen, während andere die Unglückliche vergewaltigten. Schließlich wurde die Frau von den Unmenschen mit Fäusten und Stöcken mißhandelt und danach halbtot zur Seite ge­schleudert.

Minifterrat für die Keichsverteiöigung

krlaß des siikrers zur emlieMilken Leitung der Verwaltung und Wirtschaft

Berlin, 31. August.

Der Führer hat am 3V. August 1939 den nach­stehenden Erlaß vollzogen:

Erlaß des Führers über die Bildung eines Ministerrats für die Reichsverteidigung vom 3V. August 1939.

Für die Zeit der gegenwärtigen außenpolitischen Spannung ordne ich zur einheitlichen Leitung der Verwaltung und Wirtschaft folgendes an:

I.

Aus dem Reichsverteidigungsrat wird als stän- isier Ausschuß einMinisterrat für die Reichs- verte.digung" gebildet. Dem Ministerrat für die gsiede?an-'^""g gehören als ständige Mit-

Generalfeldmarschall Göring als Vorsitzender, oer «tellvertreter des Führers,

der Generalbevollmächtigte für die Reichsver­waltung,

der Generalbevollmächtigte für die Wirtschaft, der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei, der Chef des Oberkommandos der Wehrmacht.

Der Vorsitzende kann auch andere Mitglieder des Reichsverteidigungsrates sowie weitere Per­sönlichkeiten zu den Beratungen zuziehen.

II.

Der Ministerrat für die Reichsverteidigung kann Verordnungen mit Gesetzeskraft erlassen, falls ich nicht die Verabschiedung eines »Gesetzes durch die Reichsregierung oder den Reichstag an­ordne.

IH.

Die Befugnisse des Generalseldmarschalls Göring aus der Verordnung zur Durchführung des Bier-

jahresplanes vom 18. Oktober 1936 (Reichsgefetz- blatt I, Seite 887), im besonderen sein Recht, Wei­sungen zu erteilen, bleiben bestehen.

IV.

Die Geschäfte des Ministerrates für die Reichs­verteidigung führt der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei.

V.

Den Zeitpunkt des Außerkrafttretens des Er­lasses bestimme ich.

Berlin, den 38. August 1939.

Der Führer

gez.: Adolf Hitler gez.: Görina Generalfeldmarschall

der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei gez.: Dr. Lammers.

aus Polen ein. Erschütternde Szenen spielten sich aus dem Bahnsteig ab. Auch dieser Zug war wieder über­füllt mit deutschen Flüchtlingen. Schrecklich war der Anblick einer Greisin, die durch ihre furchtbaren Er­lebnisse in Polen den Verstand verloren hatte.

Lettland hat bereits die Konsequenzen aus dem in Desorganisation begriffenen polnischen Eisenbahnwesen gezogen. Mehrere Reisebüros in Riga stellen keine Fahr­karten mehr nach Warschau aus. weil über die Weiter­fahrt von der lettischen Grenze ab keine Sicherheit mehr besteht.

Polen scheint sich über die Bedeutung dieser schweren Vertragsbrüche zu täuschen. Deutschland sieht in ihnen nicht nur eine untragbare Störung lebensnotwendigster Verbindungen, sondern wertet gleichzeitig auch diesen neuen polnischen Uebergriff als Glied in der langen Kette ernstester Vertrags- und Rechtsbrüche. Geradezu planmäßig hat sich Polen seit Tagen und Wochen be- müht, den Verkehr zwischen dem Reich und Ostpreußen zu stören oder gar unmöglich zu machen. Schon zu jener Zeit, als aus den fahrplanmäßigen Korridorzügsn reichsdeutsche Reisende herausgeholt und ohne die leistest« Begründung verhaftet wurden, war die provo­katorische Absicht Warschaus deutlich zu spüren. Bald darauf gingen größenwahnsinnige oder übernervöse pol­nische Soldaten dazu über, Schießübungen nach deutschen Verkehrsflugzeugen über dem Korridor zu veranstalten. Und als das Reich um diesen Gefahren aus dem Weg« zu gehen die Fluglinien auf die Ostsee hinaus ver­legte, machten die Flaks polnischer Kriegsschiffe aus diesen verbrecherischen Beschießungen eine ständige Uebung. Auch einen deutschen Staatssekretär brachten die polnischen Geschosse in höchste Lebensgefahr. Nun hat Polen sein Tun mit einer offenen Verletzung eines Staatsvertrages fortgesetzt. Wenn Warschau glaubt, daß jetzt und auch weiterhin vertragsmäßige Verpflich­tungen unbegründet verletzt werden können, dann be­findet es sich im Irrtum. Es besteht im Gegenteil kein Zweifel darüber, daß diese Uebergriffe von ernstester Bedeutung für die Beziehungen zwischen Deutschland und Polen sind.

Orenzverlelzungei, bei Mi>lzrisch-0strau

MLyrisch-Ostr au, 31. August.

Am Mittwoch überflog um 15 Uhr ein polnisches Auf­klärungsflugzeug in herausfordernder Weise die Pro­tektoratsgrenze. Es nahm Kurs über die Ostrawitza auf Mährisch-Ostrau und drehte dann gegen die Oder ab, um dann wieder nach Polen zu verschwinden.

Es ist dies in wenigen Tagen der dritte Fall einer unverschämten Grenzverletzung durch polnische Flieger auf Mährisch-Ostrau. Die polnischen Drohungen und die vielfach wilden Schießereien an der Protektorats­grenze haben bei der tschechischen Bevölkerung eins be­greifliche Empörung ausgelöst. Die tschechischen Blätter prangern die polnischen Schandtaten immer wieder in großer Aufmachung an.

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Unser?sses§k»8esel

(Unsers bsutiAs KusZabo umkakt 10 8siton)

Der Führer ordnete die Bildung eines Minister- rates für die Reichsocrteidiqung an.

Mit der Sperrung des Korridors verletzt Warschau wichtige Vertragspslichtcn.

Der Warschauer Rundfunk bestätigt die Eesamt- mobilmachung Polens.

Die polnische Terrorwelle gibt von Stunde zu Stunde mehr Deutsche dem Tode preis.

Im Flüchtlingslager Peterswaldau kam es zu er­schütternden Szenen.

Die französische Presse erscheint mit Zensurliicken Die Neubildung des japanischen Kabinetts ist abqe- ichlossen.

Wichtige Einzelsragen der Bezugsscheinpflicht wer­den für die allgemeinen und die Sonderfiille qe- klärt.

Das Bremer Staatliche Gesundheitsamt teilt die letzten Sainmcltermine für die Diphthericschun- impfungen mit.

Die isländische Fuhball-Nationalelf wurde gestern von der bremischen Stadtauswahl mit 2:1 besiegt.-