Ausgabe 
(27.8.1939) Nr. 235
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memr Zeitung

parteiamtliche Tageszeitung

aas Amtsblatt -es Negierenden Bürgermeisters der 5reien Hansestadt Vremm

Nnzelgen - Grundpreise? Die 1 mm hohe und 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und 1 mm Hohe Zeile im Tertteil 75 Ermäßigte

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der Nationalsozialisten Vremens

flmttiches Nerkündungsblatt des Neichsstaltdalters in Mdenburg und Brems,

Nr. 2ZS / 9. Jahrgang

Sonntag, 27. flugust 19Z9

kinzelpreis 15 Npf.

1,5 Mill. polen unter den Waffen!

organisierte Schreckensnächte,wer Deutscher ist, muh ins Sesöngnis!"/ Mesigeverschleppungstager fürvolks- deutsche / Sfl.- und ^-Mann an der deutschen 6ren;e hinterrücks niedergeknatlt / polnische Heerlager längs der Kreuze / Lebensmittelnot im flgrarland polen

Warschau, 27. August

Ganz Polen befindet sich im Zustand der Kriegsvorbereitung. Die Stärke der mobilisierten Truppen wird auf 1,5 Millionen Mann geschätzt. Im Grenzgebiet West- pommerellen wurden Männer bis zu Jahren eingezogen, zum Teil auf Grund mündlicher Gestellungsbefehle. Im gesamten polnischen Staatsgebiet sind jetzt so gut wie alle Wagen, Pferde und Autos requiriert, wobei die Militärbehörde auch die Personen- und Lastautos Reichsdeutscher mit Beschlag belegten, die geschäftlich in Polen sind. An die polnisch-Danziger Grenze gehen ununterbrochen Truppentransporte mit polnischen Verstärkungen.

Zu L.i ss a sind alle Kasernen, Turnhallen und öffent­lichen Gebäude überfüllt, weil fünf neue Jahrgänge .zu den Waffen gerufen worden sind, obwohl alle aktiven Truppen Lissa bereits vor einigen Tagen verlassen -haben. In Tirschlieget sind starke Einheiten der polnischen Luftwaffe eingetroffen. Durch Dirschau marschieren polnische Soldaten mit Liedern des In­halts durch die Straßen, sie würden in einigen Tagen in Berlin sein und Deutschland aufteilen. Im Kreise Wirsitz sind die Jahrgänge 1961 bis 1917 eingezogen worden. In Lodz herrscht Panikstimmung infolge der überstürzten offensiven Kriegsvorbereitungen. Dort wurden gestern 48 Muntionstransportwagen, die in Richtung auf deutsche Reichsgrenze fuhren, gezählt. Lodz selbst ist völlgepropft mit Militär. Die drei größten Fabriken der Stadt wurden für die Militärbelegung geräumt. Die Maschinen wurden, abmontiert und auf die Straße gestellt, die Arbeiter mit Knüppeln aus der Fabrik gejagt. In Gdingen wurden aus den Häu­sern und Bauernhöfen Pferde, Wagen und sogar Fahr­räder herausgeholt und für das Militär beschlagnahmt. In Bromberg stehen 46606 Mann abmarschbereit.

In Ostoberschlesien herrschen chaotische Zustände. Die Vahnhösp sind vollkommen verstopft, Gepäck kann nicht m'ehr ausgegeben werden. Die begüterten Familien in Ostobcrschlesien verlassen fluchtartig Kattowitz mit hoch­bepackten Lastautos. Der Run auf die Banken hält an, Die Kommunalsparkasse von Kattowitz hat heute ihre Kassen geschlossen. Die polnischen Hütten sind heute un­terminiert worden. Aus Lastkraftwagen werden aus den Grenzgebieten die dort noch wohnenden Deutschen, denen die Flucht über die Grenze nicht gelungen ist, in das Innere Polens verschleppt.

Bm Rahmen dieser offensiven Kriegsoorbereitung der polnischen Armee spricht eine Stimme desJllustro-

wany Kurzer Zachodny Leszno" für sich selbst, in der es heißt, das polnische Land müsse in polnische Hände kommen. Bei den heutigen Verhältnissen und bei der heutigen Lage müsse alles darangesetzt werden, um die­sen beunruhigenden Stand der Dinge zu liquidieren.

Es wivd erklärt, im Jahre 1920 haben wir Europa l vor dem öffentlichen Barbarentum gerettet. Jetzt haben ' wir wieder eine große Rolle zu spielen, indem wir dem barbarischen' Vormarsch des 'Hitlerischen Imperialismus im voraus entgegenwirken Und an einer anderen Stelle erklärt das gleiche Blatt: Wir müssen uns dessen bewußt bleiben, daß jeder Deutsche in unseren Grenzen eine Vorhut des Deutschtums ist.

Kurzer Poranny" schreibt, daß Polen nicht nur seine eigenen Interessen, sondern Europa verteidige (!), und zwar nicht nur mit seiner sprichwörtlichen Bravour als Ulanen, sondern im Geiste der modernen Kriegsführung.

Sechs Monate Kerker

fürBeleidigung der polnischen Armee

Warschau, 27. August

Unter dem von den polnischen Gerichten mit Vorliebe ins Feld geführten Vorwand, die polnische Armee be­leidigt zu haben, wurde die deutsche Arbeiterin Elisa­beth Musolf aus Angowitz im Korridor zu einer Kerker­strafe von sechs Monaten verurteilt.

Volksdeutscher sichrer verschleppt

Der ehemalige stellvertretende Landesleiter der Jung­deutschen Partej»in Polen und jetzige erste Vorsitzende des deutschen Volksblocks in Oberschlesien, Wilhelm Schneider in Kattowitz, ist nach in Danzig ein- getroffenen Meldungen verhaftet und aller Wahrschein­lichkeit nach zusammen mit einer großen Anzahl anderer Volksdeutscher nach Lublin in Mittelpolen verschleppt worden.

Sfl- und ^-Mann ermorde!

feige überfülle polnischer Srenzlruppen auf Sämiger Streife

Vas Beileid der Ssi.

Danzig, 27. August.

In der Nacht zum Sonnabend gegen 22.48 Uhr ver­übten polnische Erenztruppen einen feigen Feuerüber­fall am Menzelbach nahe Zoppot auf eine Danziger Streife, die aus dem Landespolizisten Dyron von der 3. Hundertschaft des 1. Polizeiregiments und SA.-Mann Rusch von der SA.-Standarte V bestand. Der SA.- Mann Rusch wurde durch einen Rückenschus; tödlich ver­letzt. Der Landespolizist Duron erhielt durch einen Armschuß eine schwere Verletzung. Die Streife kam in­folge des feigen, hinterhältigen Uebersalls nicht mehr dazu, das polnische Feuer zu erwidern.

Wie wir weiter erfahre», hat vorgestern nacht aus Danziger Gebiet polnisches Militär eine si-Streife be­schossen, wobei ein si-Mann tödlich verletzt wurde.

Telegramm des Stabschefs zur Ermordung des SA.-Mannes Rusch

Berlin, 27. August.

Der Stabschef hat nach dem Mord an dem SA.- Mann Rusch in Danzig an die SA.-Brigade Danzig- Langfuhr folgendes Telegramm gerichtet:

Mit mir nimmt die gesamte. stärksten Anteil am Tode des SA.-Mannes Rusch, der durch feige polnische Mörderhand im Dienste für Führer und Eroßdeutsch-

land gefallen ist. Ich bitte, den Angehörte.'n und

der ganzen SA. tiefgefühltes Beileid auszusprechen.

Stabschef Lntze."

(Siehe auch Seite 2-1

Kampf gegen die ffchse hoffnungslos!

Ber militärische Mitarbeiter vonflftenbladet" appelliert an die Vernunft der Vestmüchte

Stockholm. 27. August

Die schwedische ZeitungAftonbla-det«, die schon vor »ei Tagen eine eindringliche Warnung an die Adreste »glands und Frankreichs gerichtet hatte, sich nicht ,elbst is Unglück zu stürzen, spricht am Freitag unter deut- cher Anspielung aus Chamberlams Unterhausaus- ihrungen eine noch deutlichere Sprache.

Der militärische Mitarbeiter des Blattes richtet einen msten Appell an die Vernunft der leitenden Männer i den westeuropäischen Staaten, der m den satzen ipfelt:An Stelle einer sachlichen Pruzung und einer mterfuchunq der nackten Tatsachen. !o unangenehm i-ese auch sein mögen, stößt man (in England) auf auf- ereqte Versuche, die öffentliche Meinung ihren Man hat den Eindruck, daß dunkle Kräfte ahinterstehen. Eine bestimmte Methode wird dabei erfolgt Erst will man Rußlands entscheidenden Ein­guß unterschätzen. Ebenso eifrig wie man früher Ruß-

Neichsparleilag abgesagt

Berlin, 27. flugust Me Neichspressestelle der NSBflP. teilt mit:

Ber für die Zeit vom 2. bis N. Sep­tember dieses 1 öftres angeseilte fleichsparteitag findet nicht stall. Ob seine spätere fldftaitung ins fluge gefaßt werden kann, bangt von den Zeitumständen ab.

lands Bedeutung hervorhob, ebenso eifrig will man sie heut« verleugnen. Regierung, Parlament und Presse sind einig in dem Bestreben, das Volk zum Kampf zu rufen, der in einer Niederlage enden muß. Das ist die Situation des Tages. Wenn das ungehindert weiter­geht, so führt das zu einem Krieg, der für seine Ur­heber sehr schlecht ausgehen wird."

Das Blatt stellt weiter fest, daß es für die West­mächte keine Möglichkeit gebe, den deutsch-russischen Vertrag aufzulockern. Die Sowjetunion habe gewählt, und zwar habe es nach der Seite des Starken gewählt wie einst Pols» unter Pilsudski. Stalin sei Realist, darum habe er sich für Deutschland entschieden. Mit den Vertretern der Westmächte habe er keine persönliche Fühlung genommen. Mit Rivbentrop aber sei er sofort zusammengekommen. '

Weiter heißt es in dem Artikel, der Wortschwall der Gegenseite lasse nicht so sehr Stärke erken­nen als vielmehr Schwäche, die durch die Worte verdeckt werden sollte. Mit Phrasen wolle man die Hoffnungslosigkeit betäuben, dennhoffnungslos", so heißt es wörtlich,ist zur Zeit ein siegreicher Kampf

gegen die Achse." Nach der erneuten Untersuchung der strategischen Lage und der Fragestellung, ob Rußland nicht möglicherweise doch noch gegen Polen eingreifen werd«, heißt es dann, selbst der, der Polen wohlwolle, müsse sich sagen, daß Polen bei einer vernünftigen Politik, die auf Realitäten und nicht auf Stimmungen aufgebaut fei, nachgeben müsse. Auf Polens Führung und ihrem Vermögen, die Lage zu beurteilen, beruhe alles.Hat diese den Mut, das polnische Volk über die Wirklichkeit aufzuklären, so hart und bitter sie auch sein mag?"

Das Blatt unterstreicht diese Frage noch dadurch, daß es ein Bild von Marschall Rydz-Smigly bringt und darunter die Frage setzt!Wird er es wagen, seinem Volk zu sagen, wie die Situation wirklich ist?"

Mit der gleichen Deutlichkeit stellt der militärische Sachbearbeiter detz Blattes fest, daß auch für die W « stmächte die strategische Lage hoff­nungslos ist. Zugleich weist er darauf hin, daß bei diesen Mächten, die nicht direkt bedroht feien, der lleberblick doch klarer sein müsse. Aber der scheine zur Zeit zu fehlen.

Nom: London flöt zu entscheiden!

wird polen Vernunft anneftmen!

Dr. v. L. Rom, 27. August.

Die faschistische Presse betont, daß nach römischer An­sicht das entscheidende Wort in der ernsten Stunde Europas nunmehr bei London liegt. Die berechtigten Zweifel Italiens, ob das seit Monaten durch England aufgeputschte Polen Vernunft annehmen und ob die Erkenntnis über die dringend nötige Lösung der euro­päischen Probleme sich Bahn brechen wird, verbindet sich mit der festen Zustimmung Italiens zu der Politil des Führer/i. -

Stark in seiner militärischen und wirtschaftlichen Kraft, bereit zu jeder entscheidenden Aktion, seines Bündnisses und seiner Freundschaft sicher, im tiefen Be­wußtsein eines Rechtes - so beurteiltEiornale d'Jtalia" die Situation - hat Deutschland seine. Po­sition genau dargelegt, damit im letzten Augenblick keinerlei Mißverständnisse vorhanden sind und jede Re­gierung vor ihrem eigenen Volke wie vor der Ge­schichte die Verantwortung für ihr Handeln trägt. Die Achse steht fest und sicher in dieser Krise Europas, be­reit, in jedem Augenblick und auf jede Art die begrün­deten Rechte zu verteidigen.

KerLi ««6 Rerki MEe«

polen unci ciss böse p^inrip

^ ss. L. v. Bremen, 2S. August. Mit eindeutiger Klarheit und Schärfe hat der Stellvertreter des Führers in Graz vorgestern die Juden und Freimaurer der Welt als diejenigen aufgezeigt, welche den Krieg wollen, weil sie Deutschland hassen und nicht mehr wie bis 1933 das deutsche Volk bevormunden können.

Wenn wir nun die Frage stellen, ob der in der Welt noch verbliebene letzte Rest von Ver­nunft stark genug ist, um aus den Worten des Stellvertreters des Führers die für den Frieden und die Wohlfahrt der Menschheit notwendigen Folgerungen zu ziehen, so tun wir das nicht, weil es uns etwa an Bereitschaft und Entschlossenheit fehlt, der in der Welt um sich greifenden Unver­nunft mit allen Mitteln zu begegnen, sondern weil wir meinen, daß, wenn bei den anderen Völkern Verstand noch Verstand fein soll und gesundes Empfinden gesundes Empfinden, es diese Völker dann schließlich in ihrem eigenen Interesse ab­lehnen müßten, der unerhörten jüdischen und srei- maurerischen Kriegshetze zu erliegen.

Was wir von Chamberlain und Daladier in dieser Woche vernahmen, und zwar zu einer Stunde, da die Nationen dieser Staatsführer von ihnen die Wegweisung für die nächste Zukunft erwarteten, war leider wicht danach, vor dem Urteil der Vernunft und eines gesunden staats- männischen Empfindens zu bestehen. Noch viel weniger kann es bestehen vor dem Urteil einer unbestechlichen Gerechtigkeit, die sich nicht von dem Hinweis hinters Licht führen läßt, daß der heute ungeheuerlich gewalttätige und blutige Verlauf der Dinge in Polen dem Verlauf der Dinge in der Tschechei vor einem Jahre entspräche.

Gewiß ist die Parallele unverkennbar, aber sie entspringt nicht einer willkürlichen Erfindung deutscher Märchenerzähler, sondern einer bitte­ren Wirklichkeit, die sich darin kennzeich­net, daß die geichen internationalen Kräfte des Juden- und Freimaurertums das polnische Volk heute in denselben Blut- und Terrortaumel gegen alles Deutsche hetzten, wie sie das vor einem Jahr bei den Tschechen (die fa damals ausersehen waren, die Lunte an das Pulverfaß zu legen) taten, indem sie hofften, dadurch den europäischen Frieden torpedieren zu können.

Selbst von den Staatssllhrern derjenigen Völ­ker, die bis vor kurzem gewohnt waren, daß das deutsche Volk (als Dichter und Denker) genügsam bis zur Selbstaufgabe dahinvegetiere, ohne den Drang nach freier Entfaltung feiner Kräfte und nach nationaler Einheit zu verwirklichen, hätte man erwarten dürfen, daß sie angesichts eines heute sich seines Wertes und seines Rechtes wohlbewußten Volkes das unglaubliche Verhalten der Polen verurteilen müßten. Statt dessen haben weder Chamberlain noch Daladier ein Wort der Mißbilligung für die polnischen Mord- und Greueltaten gesunden und haben damit nur dem deutschen Volke gezeigt, daß sie nicht fähig,

Unser?sses§mess8

(vis ksaligs LvsAobs umkaLk 20 Seiten)

Polen hat bereits 1,5 Mill. Mann eingezogen.

In Ostoberschlesien haben die Aufständischen plan­mäßigen Mordterror gegen alle Volksdeutschen or­ganisiert.

Für 30 VOll Volksdeutsche in Polen wurden Ver- fchleppungslager eingerichtet.

Bet einer Grenzstreife wurden ein Danziger SA.- und st-Mann von polnischen Scharfschützen hinter­rücks erschossen.

Frankreich hat drei weitere Reserviften-Kontingente einberufen.

Der Duce hielt mit feiner Generalität weitere mili­tärische Besprechungen ab.

England will durch brutalsten Terror in Palästina Ruhe stiften.

Holland hat für seine Häfen ein Anlaufverbot für fremde Kriegsschiffe erlassen.

Zur Eröffnung der Leipziger Herbstmesse hat der Führer ein Vegrüßnngstelegramm gesandt.

Zu dem Besuch von westfälischer Marine-HJ. in Budapest wurde Admiral von Trotha bei Reichs­verweser von Horthq empfangen.

Für lebenswichtige Berbrauchsgüter ist eine Be­zugsscheinpflicht eingeführt worden.

Es wird auf die Anschläge an den Bahnhöfen hin­gewiesen, die Betricbseinschränknngen ankündigen.

Es ist eine zehntägige Postsperre für Teile des Heeres und der Lnstwaffe angeordnet worden.

In Rablinghausen fand die Bremer Kreistierschau statt.