Ausgabe 
(24.8.1939) Nr. 232
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

Anzeigen - Grundpreise:

Die 1 nun hohe und 22 arm breite Zeile im Anzeigenteil 13 rH/, Die 78 rnin breite und 1 nun Hohe Zeile im Tertteil 75 H/. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie f- "'ae Be­dingungen Preisliste 7 Nachlaß­staffel G. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An- nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: InVremen: Am Geeren Nr. 6/8, Fernspr. 5 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115- Obernstraße 86, Fernspr. 5 4121. In Syke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Berkiindungsblatt des Beichsstattiialkers in Oldenburg und Bremen

Nr. 2Z2 / 9. Zalzrgany

Donnerstag, 24. flugust 19Z9

Einzelpreis 1S Bps.

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Warschaus Maß ist voll!

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polnischer Handstreich aus Vanzig geplant / Langrolzr- geschütze aus die Stadt gerichtet / Hungerblockade im Sänge / Kriegszustand in Sstoberschlesien

(Lixeuer vorlebt llvrL remer 2 s i t u n 8")

ra. Danzig, 24. August

Die Zeichen mehren sich, daß die Polen gegen Danzig einen plötzlichen Gewaltstreich planen. Die vor kurzem aufgedeckte heimlich durchgeführte Bewaffnung der Polen in Danzig, die beginnende Evakuierung der Bevölkerung im Grenzgebiet und verschiedene andere Akte beweisen es. So ist auffällig, daß die Städte Karthaus und Neustadt in Westen von Danzig außerordentlich stark mit Truppen belegt wurden, so daß die Straßen geradezu mit Soldaten vollgepfropft erscheinen. Weiter hat man in der Nähe der Danziger Grenze schwere polnische Artillerie zusammengezogen.

.Kluipg in Lrund und voden schießen!"

Nach Aussage eines Volksdeutschen, der bis vor kur­zem gezwungen als Reserveoffizier in der polnischen Armee Dienst machen mußte, ist auf der Halbinsel Hela eine Unmasse von schwerkalibrigen Langrohr-

geschiitzen massiert. Verschiedene Batterien wurden noch in der letzten Zeit ausgestellt. Ein Flüchtling erzählt, daß man in Kreisen der polnischen Osfizisre offen davon spricht, Danzig in Grund und Voden zu schießen.

Ganz besonders verdächtig schein: die enorme Be°> triebsamkeit im Danziger Hafen. Mit zahlreichen

Motorbooten unternehmen sie eingehende Rundfahrten. In den Kreisen der deutschen Hafenarbeiter herrscht große Unruhe, da man davon überzeugt ist, daß die Polen Sabotageakte vorbereiten. Der Gedanke liegt hier nahe, daß Warschau mit einer plötzlichen lleber- rumpelung von Danzig die Westmächte vor vollendete Tatsachen stellen und sie zur Erfüllung ihrer Garantie­verpflichtung zwingen wolle.

kriegspamk in Sberschleflen

Umfangreiche Truppenbewegungen an der Grenze Kattowitz, 24. August

Die polnischen Militärbehörden haben in Ostober­schlesien sieberhaste Kriegsvorbereitungen und Besesti- güngsmaßnahmen getroffen. Fast sämtliche -Zufahrts­straßen zu den Grenzen sind gesperrt. Alle wichtigen Landstraßen wurden mit Straßensperren und mit einem Netz von Tankfallen versehen. Kilometerlang ziehen sich

Vee Nichtangriffspakt unterzeichnet

VNL. Moskau, 24. August. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop hatte gestern nachmittag im Beisein des deutschen Botschafters in Moskau Graf von der Schulenburg eine Zstündige Unter­redung mit den Herren Molotow und Stalin.

Der Reichsaußenminister hat sich gestern abend, 10 Llhr,

erneut zur Fortsetzung der Besprechungen in den Kreml be­geben.

Die Verhandlungen haben mit der Einigung über einen Nichtangriffspakt zwischen Deutschland und der LldSSR. ge­endet, der von den Herrn Reichsaußenminister und Herrn Molotow in Anwesenheit des Herrn Stalin und des deut­schen Botschafters gezeichnet wurde.

Der Vertrag hat folgenden Wortlaut:

Mchtangriffsvertrag Mischen Veulschland und der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Die deutsche Reichsregierung und die Regierung der Union der SSR., geleitet von dem Wunsche, die Sache des Friedens zwischen Deutschland und der UdSSR. zu festigen und ausgehend von den grundlegenden Bestimmungen des Neutralitätsver­trages, der im April 1926 zwischen Deutschland an­der UdSSR. geschlossen würde, sind zu nach­stehender Vereinbarung gelangt:

Artikel 1

Die beiden vertragschließenden Teile verpflich­ten sich, sich jeden Gewaltaktes, jeder aggressiven Handlung und jeden Angriffes gegeneinander, und zwar sowohl einzeln als auch gemeinsam mit anderen Mächten, zu enthalten.

Artikel 2

Falls einer der vertragschließenden Teile Ge­genstand kriegerischer Handlungen seitens einer dritten Macht werden sollte, wird der andere ver­tragschließende Teil in keiner Form diese dritte Macht unterstützen.

Artikel 3

Die Regierungen der beiden vertragschließen­den Teile werden künftig fortlaufend mit Kon­sultation in Fühlung miteinander bleiben, um sich gegenseitig über Fragen zu informieren, die ihre gemeinsamen Interessen berühren.

Artikel 4

Keiner der beiden vertragschließenden Teile wird sich in irgendeiner Mächtegruppierung be­teiligen, die sich mittelbar oder unmittelbar gegen den anderen Teil richtet.

Artikel 5

Falls Streitigkeiten oder Konflikte zwischen den vertragschließenden Teilen über Fragen dieser oder jener Art entstehen sollten, würden beide Teile diese Streitigkeit oder Konflikte ausschließlich aus dem Wege freundschaftlichen Meinungsaustausches oder nötigenfalls durch Schlichtungskommissionen bereinigen.

Artikel 6

Der gegenwärtige Vertrag wird auf die Dauer von 10 Jahren abgeschlossen mit der Maßgabe, daß, soweit nicht einer der vertragschließenden Teile ihn ein Jahr vor Ablauf dieser Frist kündigt, die Dauer

der Wirksamkeit dieses Vertrages automatisch für weitere fünf Jahre als verlängert gilt.

Artikel 7

Der gegenwärtige Vertrag soll innerhalb mög­lichst kurzer Frist ratifiziert werden. Die Ratifika­tionsurkunden sollen in Berlin ausgetauscht werden. Der Vertrag tritt sofort mit seiner Unter- zeichnung in Kraft.

Ausgefertigt in doppelter Urschrift, deutscher und russischer Sprache.

Moskau, am 23. August 1939.

Für die deutsche Reichsregierung gez.: Ribbentrop.

In Vollmacht der Regierung der UdSSR. gez.: Molotow.

Von Nibbentrop meldet dem sülzrer

Berlin, 24. August.

Der Reichsaußenminister des Auswärtigen v. Nibben trop meldete heute, am 24. August, um 1 Uhr dem Führer den Abschluß des deutsch-sowjetischen Nicht­angriffspaktes. Der Reichsaußenminister wird sich heute um 13 Uhr im Flugzeug von Moskau nach dem Verghof begeben, um dem Führer Bericht zu erstatten.

entlang den Straßen durch Felder und Wälder drei bis vier Linien Drahtverhaue und Sperrlinien mit spanischen Reitern. Sämtliche Brücken und Unterfüh­rungen und wichtige Straßenübergänge wurden unter­miniert und sprengsertig gemacht.

In den Hochwäldern entlang der Grenzgebiete wurden besondere Beobachtungstürme errichtet, von wo aus Tag und Nacht eine intensive Spähtätigkeit nach Deutsch- Oberschlesien hin ausgeübt wird. Tagtäglich steigen dar­über hinaus' in der Abenddämmerung Fesselballons auf, um ebenfalls strategische Beobachtungen nach Deutsch- Oberschlesien hin zu'unternehmen. In allen waldreichen Gegenden wurden die Waldbestände und auch wertvolle Obstbaumpflanzungen kurzerhand bis zu einer Höhe von einem Meter abgesägt und zu Drahtverhauen und ähn­lichen Befestigungen verwendet. Sämtliche Befestigungs­anlagen werden Tag und Nacht von Militär bewacht. Des Nachts erfolgen ständig umfangreiche Truppen- verlegungen und Ilmbesetzungen. Alle militärisch wichti­gen Ortschaften stehen unter strenger Bewachung. Jeder durchführende Kraftwagen wird angehalten und unter­sucht. Ebenso wird der Personenverkehr aufs schärfste überwacht.

Polen will Vanzig ausHungern!

Wachsender polnischer Wirtschaftsterror Bezahlte Lebensmittel bleiben aus

(LÜZsllsr Leriebt äsr Lrsmsr 2situvZ)

rs, Danzig, 24. August.

2n immer stärkerem Maße fährt Polen in seiner Ab­sicht fort, durch Nichterfüllung der vertragsmäßigen Ver­pflichtungen zur Lieferung agrarischer Erzeugnisse innere Schwierigkeiten in Danzig hervorzurufen. Von Tag zu Tag verknappt sich die Lebensmittelzufuhr, vor allem die Lieferung von Butter und Milch von Polen nach Dan­zig. Sogar rechtzeitig bestellte und bereits bezahlte Buttermengen kommen nicht mehr zur Auslieferung.

Nach den danzig-polnischen Marktregulierungsver- trägen ist seit fünf Jahren für die Belieferung Danzigs mit polnischer Butter die Verteilungsstelle der Woi­wodschaft Posen allein zuständig, deren Leiter, ein Di­rektor Dobrovzynsky, sich von jeher durch besondere Un­freundlichkeit dem Deutschtum gegenüber hervortat.

Seit einiger Zeit ist man jedoch geradezu zu Gang­stermethoden gegenüber Danzig übergegangen. Butter wird nur noch geliefert, wenn Danzig 80 Prozent des Wertes der Ware im voraus bezahlt. Damit also finanziert Danzig den polnischen Einkauf. Nun liefert man aber nicht einmal rechtzeitig bestellte und vorausbezahlte Ware fristgemäß, sondern läßt das Dan­ziger Geld im eigenen polnischen Betriebe arbeiten und macht Danzig erhebliche Schwierigkeiten mit der ord­nungsmäßigen Versorgung der Bevölkerung mit Butter. «

Hinter diesem neuen Terror gegen die deutsche Be­völkerung der deutschen Stadt Danzig ist deutlich die Regie zu spüren: als äußerstes Mittel versucht Polen jetzt die Hungerblockade! Warschau scheint .dabei zu glauben, daß es buch die völlig^ Zerstörung der schon ichwer geschädigten Danziger Wirtschaft 400 000 deutsche Menschen in ihren Wünschen und in ihrem Willen schwankend machen könnte. Es weiß wohl, daß Danzig schon immer auf das einst deutsche Hinterland angewie­sen war und auch heute noch angewiesen ist. Milch, Eier, Rinder. Schweine, Roggen und Kartoffeln lie­ferte ihm bis heute Pommerellen, dessen Volksdeutsche Genossenschaften Warschau jetzt schloß und unter Staats­aufsicht stellen ließ, um Danzig ernährungswirtschaft- ltch die Kehle zudrücken zu können. Aber Polen irrt, wenn es meint, die Zuversicht der Danziger auf die immer näher rückende Stunde der Befreiung erschüttern zu können. Weder Kanonen, noch die drohende Hunger­blockade werden Danzig wankend machen.

(Siehe auch Seite 2)

Polen Bak schießt aus Verkehrsflugzeuge

kine unerhörte Provokation Sie Oranaten explodierten dicht bei den Maschinen pn Bord unter den Fluggästen auch

Kinder Kreuzer beteiligte sich an dem Piratenstreich

(bllgensr Lsricbt)

r». Danzig, 24. August

Neue, geradezu unglaubliche Provokationen der Polen werden jetzt bekannt. In der Nähe der Danziger

Von Vrauchitsch an Sie deutschen Soldaten

Am Vorabend der Tannenberg-Feier

Berlin, 24. August.

Am Vorabend der Tannenberg-Feier. am Sonnabend, dem 28. August, wird der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Vrauchitsch, von 19.38 bis 28 llhr über den deutschen Rundfunk eine Ansprach« an die Eoldaten des deutschen Heeres richten.

Diese Ansprache wird übertragen von, Deutichland­sender und von den Reichssendern Königsberg, Bres- lau, Böhmen Wien, Eraz, München. Stuttgart, Frank­furt a. M. und Köln. Für alle Truppen des Heeres ist Gemeinschaftsempfang befohlen.

Grenze außerhalb der polnischen Hoheitszone wurde gestern um 14.28 Uhr das deutsche Verkehrsflugzeug l)^.von Biederstem" auf dem Flug von Berlin nach Danzig von polnischer Flakartillerie beschossen.

Die Geschosse krepierten, wie Flugkapitän Eutschmidt, der Pilot des Flugzeuges, nach seiner Landung mit­teilte, in unmittelbarer Nähe zu beiden Seiten der Verkehrsmaschine. Das Flugzeug, das in Berlin- Tempelhof Mittwoch, 12 Uhr mittags, gestartet war, landete nach dem Zwischenfall in Danzig und setzte dann von dort aus seinen Flug nach Königsberg fort.

Etwa zur gleichen Zeit des ersten Feuerüberfalls wurde auch eine zweite Lufthansa-Verkehrsmaichine VL ssk"', Lje von Danzig in Richtung Berlin gestartet war. von polnischer Küstenslak und auch von einem kleinen polnischen Kreuzer beschossen. Das Flugzeug befand sich etwa 20 Kilometer von der Halbinsel Hela entfernt in 1500 Meter Höhe über See. Es waren 17 Fluggäste, darunter 4 Kinder an Bord. Das Flugzeug kam gegen 15 Uhr in Berlin an. Hier erstattete Flügkapitän Boehner über die Beschießung

Bericht. Auch in diesem Falle explodierten die Granaten der Flak-Geschütze dicht unter dem Flugzeug, das wie durch ein Wunder nicht getroffen wurde. Der polnische Kreuzer stand etwa 40 Kilometer von Hela entfernt.

Vorfälle, die die seelische Verfassung der Polen aus das deutlichste charakterisieren: Kanoniere nehmen sich friedliche Verkehrsflugzeuge zum Ziel. schicken Granaten hoch, die Passagiere und Besatzungen der Maschinen auf das schwerste gefährden. Es ist ganz offensichtlich: die polnische Kriegshysterie hat einen bedenk­lichen. nachgerade unerträglichen Grad erreicht.

Was für ein Gegensatz dazu, die Haltung beispiels­weise des deutschen Kapitäns, der unlängst die Be­satzung eines polnischen Flugzeuges retten ließ, das ins Meer gestürzt war, als der Beobachter von Bord aus den SeedienstdampferDanzig" fotografiert hatte. Wir sehen: hier ruhige sachliche Menschlichkeit, Ritter­lichkeit dort, bei den Polen: kalte Feindseligkeit gegen alles Deutsche, die sich in brutalen Terrorakten und in immer neuen Provokationen äußert.

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Unser lasessmegeS

(llnssrs bsntlgso ^nsgsbs nwksüt 14 Seiten)

Der deutsch-sowjetrussische Nichtangriffspakt wurde heute nacht im Kreml unterzeichnet.

Sechs grauenhafte Morde sind die Blutbilanz des polnischen Terrors am gestrigen Tage.

Die polnischen Kriegsvorbereitungen um Danzig und Ostoberschlesien nehmen unerträgliche Ausmaße an.

Eine unerhörte Provokation leisteten sich die Polen mit der Beschießung zweier deutscher Verkehrs­flugzeuge.

Die Auswirkungen des bevorstehenden deutsch-russi­schen Nichtangriffspaktes sind in Paris und London nach wie vor niederschmetternd.

Der Verband der Lokomotivführer in England hat abgelehnt, den für Sonnabend angesetzten Streik zu verschieben und verbreitet im ganzen Lande be­reits die Streikparole.

Der Staatspräsident Boliviens, Busch, ist gestern früh tödlich verunglückt.

Der Führer empfing den englischen Botschafter Henderson auf dem Obersalzberg.

Am Sonnabend wird Generaloberst von Vrauchitsch zu den deutschen Soldaten sprechen.

Der Engländer John Cobbs verbesserte den Auto- mobil-Schnelligkeits-Weltrekord auf 593,106 Stdkm. Auf der Tagung des Reichsfachamtes Fußball in Bremen wird noch keine Entscheidung über die Reichsliga fallen.

Für die Dienstverpflichteten sind in Bremen vor­bildliche Lager im Entstehe».

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