Ausgabe 
(22.8.1939) Nr. 230
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parteiamtliche Tageszeitung

gas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblatt des Beichsstattkafters in Oldenburg und Vremen

Nr. 2Z9 / 9. Jahrgang

Dienstag, 22. flugust 19Z9

kinzelpreis 15 Bps.

Äeutschland-Sowjetrußland

Berlin, 22. flugust 1959

BieNeichsregierung und die Sowletregierung sind über­eingekommen, einen Nichtangriffspakt miteinander abzuschließen, der Neichsminifter des fluswiirtigen - von Mbbenteop wird am Mittwoch, 25. flugust, in Moskau eintreffen, um die Verhandlungen zum Nbfchluß zu bringen.

Englands Saat geb» blutig auf

polnische vestien Hausen mit verstärkter Brutalität

ist, schwersten Bedrohungen und Schikanen ausgesetzt war. Bei einem rohen Ueberfall mehrerer junger Bur­schen wurde sie schwer geschlagen und brachte sich schließ- lich nach mehrstündigem Umherirren bei Ruda-Hinden- burg über die Grenze in Sicherheit.

Spießrutenlauf ins Befängnls

Deutscher Ortsgruppenleiter brutal mißhandelt

Breslau, 22. August.

Trotz der verschärften Grenzbewachung und der wahren Hetzjagden, die die Polen auf flüchtende Volksdeutsche durchführen, gelingt es noch immer zahlreichen Flüchtlin­gen. deutschen Boden und damit die Freiheit zu gewinnen. Was die gequälten Men­schen über ihre Erlebnisse in der Hölle des polnischen Terrors und über das Schicksal Verwandter und Bekannter zu berichten wissen, gibt immer das gleiche Bild wieder: Uebersälle. Mißhandlungen, sinnlose Zerstörungswut, gemeinste Schikanen und Verfol­gungen und Verhaftungen am laufenden Bande.

Die Berichte der Flüchtlinge, die befürchten, daß Lei Nennung ihres Namens blutige Repressalien an ihren Angehörigen verübt werden könnten, die noch nicht ent­fliehen konnten, zeigen ein Düsteres menschlicher Ver- irrung und wahnwitziger Haßausbrüche. Noch ganz un­ter dem schrecklichen Eindruck des jüngsten Erlebens, schildern die Unglücklichen stockend und mit furchtsamer Stimme, was sie durchmachen mußten, gleichsam, als könnten sie noch nicht an ihre Sicherheit glauben, nach­dem jedes unbedachte Wort in Polen schwerste Be­drohungen kostete.

2m Lager Ottmachau befindet sich eine junge Arbeiterfrau aus Zalenze (Kreis Kattowitz). Mehrere Aufständische brachen in die Wohnung ihrer Schwieger­mutter ein, zertrümmerten die Fenster und sämtliche Möbel, mißhandelten die alte Frau und überfielen dann die junge Frau im Hausflur, wo sie sie blutig schlugen, so daß sie drei Wochen mit einer großen Schul- tcrumnde im Krankenhaus zubringen mußte. Vor we­nigen Tagen konnte die Frau noch gerade über die rettende Grenze flüchten.

tzreieinhalbjähriges Mädchen;u lade geprügelt

2m gleichen Flüchtlingslager befindet sich eine andere junge Frau aus Neudorf (Kreis Kattowitz). Sie wurde aus der Straße von einer Horde junger Aufständischer überfallen, unmenschlich verprügelt und auf dein Bo­den umhergeschleift. Ihr 3K>jähriges Mädchen wurde von den rohen Burschen ebenfalls nicht verschont und so geschlagen, daß das Kind an den Folgen der Miß­handlung starb. Der einzige Grund für diesen rohen

Ueberfall war, daß ihr Mann in Deutschland Arbeit gefunden hatte, nachdem die Polen ihn brotlos gemacht hatten. Die Frau konnte unter größten Schwierigkeiten über die Grenze flüchten.

Ein deutscher Landwirt aus Dombrowka wurde in seiner Wohnung von berüchtigten Aufständischen-Füh-, rern überfallen und mit Kolbenstößen schwer mißhan­delt, bis er zusammenbrach. Nachdem die Polen die Wohnungseinrichtung gründlich zerstört hatten, zogdn sie zu einem im Nebenhaus wohnenden Volksdeutschen. Der jetzt im Lager Ottmachau befindliche Flllch'.ling benutzte die Zeit, um zu entfliehen.

Bei einer Volksdeutschen aus Matschekowitz bei Kö­nigshütte brachen die Polen nachts die Türen auf, schlu­gen die Fenster ein und traktierten die hilflose Frau so­wie ihren 12jährigen Sohn mit einer Feuerzange. Unter unflätigen Beschimpfungen zogen die Burschen dann ab, und die Frau flüchtete, da sie einen weiteren Ueberfall befürchten mutzte. Sie befindet sich mit ihrem Sohn im Lager Friedland, nachdem sie bei Veuthen über die Grenze entkommen konnte.

Schwangere blutig mißhandelt

Eine junge Mutter aus Tomaschow konnte nach einem schweren Ueberfall auf ihre Wohnung und rohen Miß­handlungen mit ihren drei Kindern bei Ratibor über die Grenze flüchten. Die Kinder, die fünf und 1)4 Jahre alt sind, das kleinste gar erst einen Monat, haben unter dem rohen Ueberfall und der gefahrvollen Flucht unsag­bar gelitten. Erschütternd ist auch der Bericht einer jun­gen Frau aus Königshiitte, die, obwohl sie hochschwanger

s. Hindenburg, 22. August

Im Flüchtlingslager HindenburgDorotheendorf traf einer der wenigen Ortsgruppenleiter des deutschen Volksblocks ein, die sich vor dem brutalen polnischen Terror über die Grenze in Sicherheit bringen konnten. Sein von den vergangenen schweren Tagen gezeichnetes Gesicht trägt tiefblaue Flecke, die von grausamen Schlägen und Mißhandlungen herrühren. Als einer jener 18 Volksdeutschen, die in der Nacht vorn 9. zum 16. August bei dem Polizeiüberfall in Kattowitz im deutschen VerkehrslokalChristliches Hospiz" in un­menschlicher Weile zugerichtet wurden, konnte der Orts- gruppenlei-ter eine authentische Schilderung der grauen­vollen Vorgänge geben.

Nachdem der Ortsgruppenleiter mit seinen 17 Lei­densgefährten mit Kolbenstößen ins Polizeiauto ver­laden worden war, begann sofort an Ort und Stelle dieVernehmung". Als die Frage nach der Volks­zugehörigkeit mitdeutsch" beantwortet wurde, traf den aufrechten Mann auch schon mit aller Kraft ein Faust­schlag ins rechte Auge.

Beim Transport in die Zellen des Polizeiarrests auf der Erllnstraße in Kattowitz folgte sür jeden einzelnen der 18 ein Spießrutenlaufen bis in die Zelle. Mit Gummiknüppel» und Fäusten wurden die Deutschen von der polnischen Polizei solange bearbeitet, bis sie zusam­menbrachen.Hurensöhne" undBraune Bestien" waren die Begleitmusik dieser Mißhandlungen.

(Siehe auch Seite 2)

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Die

Hinter dem Wall aus Stahl und Beton . . «

Wenig mehr als drei Jahre sind es her, da marschier­ten auf des Führers Befehl deutsche Soldaten wieder in die entmilitarisierte Zone ein, die Fahnen der Nation an die Grenze des Reiches gegen Westen vorzutragen. Die Wehrhoheit Deutschlands wurde wiederaufgerichtet. Mit dem ersten Gewehrgriff auf den alten Kasernen­höfen in diesem Bereich von Rhein, Saar und Mosel, mit den ersten Exerzierübungen aber wurde auch der erste Spatenstich getan, das Land erneut zu befestigen. Es mutzte anfangs ein lückenvolles Beginnen bleiben. An den wichtigsten Stellen ein Bunker dort ein klei­nes Werk. Noch mußten der Westen mit seinen sechs Millionen Einwohnern in Baden, der Pfalz, im Saar­gebiet und im Rheinland, die Großstädte Karlsruhe, Mannheim, Saarbrücken. Aachen nahezu schutzlos bleiben.

Doch nicht lange währte diese Periode: Im Juni 1938 gab der Führer den Befehl, hier das größte Befesti­gungswerk aller Zeiten aus dem Boden zu stampfen. Nach seinen Plänen und Entwürfen, nach seinen als einfacher Soldat im Großen Kriege gewonnenen Erfah­rungen, nach seinem wie immer von der Fürsorge um die Natiün gelenkten Willen wurde mit dem Bau dieses größten Werkes begonnen, das nunmehr in seiner Vollendung das Reich im Westen schützt. Noch ist kaum mehr als ein Jahr vergangen, seit der Einsatz im voll­sten Maße durchgeführt wurde. Und doch steht heute, geplant vom Führer, organisiert und geschaffen von Dr. Todt und der deutschen Wehrmacht, gebaut von deutschen Arbeitern und dem Reichsarbeitsdrenst, der unzerstör­bare, kilometerlange und kilometertiefe Wall aus Eisen und Beton. Er wird dem deutschen Volke für immer den Rücken im Westen frei halten, damit der Blick frei und ungehindert den anderen Problemen sich zuwenden kann.

War dieser große Bau, der Hunderttausende von Arbeitern und Schaffenden ihrem ursprünglichen Ar­beitsplatz fern zum Einsatz brachte in seiner pünktlichen, reibungslosen Durchführung in erster Linie eine organi­satorische und technische Leistung ohne Beispiel, so darf nicht vergessen werden, daß sich hier gleichfalls eine poli­tische Tat vollzog, die ebenfalls ohnegleichen in der Ge­schichte dasteht.

Solche stolzen Leistungen, wie wir sie im Westen aus­weisen können, sind nur möglich mit einem Volk, besten Söhne erfüllt sind von dem großen Glauben an eine Idee und an den Führer dieses Volkes. Der Appell Adolf Hitlers an seine Arbeiter fand begeisterten Widerhall. Ueber das normale Arbeitsmaß hinaus leisteten die alle am Westwall tätigen Hunderttausend» einen freiwilligen Einsatz bis an die Grenze des physisch Möglichen. Gibt es einen besseren Beweis für die Rich­tigkeit der totalen Menschenführunq als die gelungene Mobilisierung letzter seelischer Kräfte?

AIs die ersten Transportzüge nach Westen rollten, als die ersten Materialkolonnen ankamen, als man weder Schuppen noch Baracken, weder Unterkunft's- noch Ver­pflegungsstellen hatte, als man sich einige Wochen provi­sorisch helfen mußte, da waren es die Männer der Par­tei und DAF.. die hier helfend eininrangen. Da nah­men vor allem auch unsere tapferen Grenzlandfrauen in der NS.-Frauenschaft den Arbeitern ihre ersten Sorgen und Mühen ab. betreuten sie gleich ihren eigenen Fami­lienangehörigen. Die Probleme, die sich aus einer Zu- sammenballung von Hunderttausenden auf verhältnis­mäßig kleinem Raume Hundert« von Kilometern fern der eigenen Heimat und Familie in volklich, kulturell und sprachlich ganz anderen Gegenden ergeben, sind be­kannt. Daß aber das Zusammenleben der Menschen sich

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Unser VsDessmegeS

(Die dsutips Ausgabe urokokt 16 8sltsn)

Das Maß des polnischen Blutterrors ist voll.

Die Polen setzen ihr« militärischen Vorbereitungen längs der gesamten deutsch-polnischen Grenze fieber­haft fort.

Tokio hat in der Tieutsin-Frage eine neue scharfe Verwahrung gegenüber London eingelegt.

Der deutsche Außenminister v. Ribbentrop begibt sich morgen zur Unterzeichnung des deutsch-sowjet- russischen Nichtangriffspaktes nach Moskau.

Eine Abordnung der deutsch-italienischen Freund- Ichastsfahrt wurde von Reichsminister Dr. Goebbels empfangen.

Reichsminister Dr. Frank ist zur Tagung der Rechtswahrer in Zoppot eingetroffen.

Reichsminister Darre eröffnete in Bad Kreuznach den Internationalen Weinbau-Kongreß.

Eine wichtige Erweiterung des gesamten Luftschutzes sieht die Anlage behelfsmäßiger Luftschutzräume in leben» bestehenden Haus vor.

Die Reichsprüfungskommission für den Wettbewerb der Städte um denGoldenen Spaten" besichtigte die Bremer Klcingartcnanlagen.

2n Gegenwart des Regierenden Bürgermeisters wurde Bremens größter Kinderspielplatz seiner Be­stimmung übergeben.