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Monatsbezug E 2,30 einschl. Zustellgebühr; Postbezugspreis monatl. 2,30 E «einschl 46.76 ^ Post- zeitungsgcbühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis ist !m voraus ablbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Eins GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonnig, z 1115. Sprechz.: Verlag: werktl. 12—13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 12V-—13V- Uhr.
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Bas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
Anzeigen - Grundpreise:
Die 22-mm-geile Im Anzeigenteil 13 die 78-mm-Zeile im Terk- teil 75 eH,/. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Famiiienanzeigcn u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 7 Nachlaßstattel 0). Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen:- 8n Bremen: Am Geeren 6 — 8, Fernsprecher Nr. 5 41 21. Nachtrus und sonntags: Fernsprecher
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der Nationalsozialisten Vremens
flmlliches verkündungsblatt des Beichsstattlialters in Oldenburg und Bremen
Nr. 19Z / 9. Jahrgang
Sonntag, 16. Juli 19Z9
Einzelpreis 15 Nps.
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Berlin, 16. Juli.
In cker erweiterten Ausgabe der Tsitscliritt „liunst ini Deutschen Reich", Heil „Ssukunst", ist der Keribsii der ReichsRnnrlei erstmalig
- umkassend veröüentlicht worden. Der küh- r er hat diesem Hekt den kolgsnden ^.uksatr vorangestellt:
Als sich Bismarck nach der Neugründnng des Reiches entschloß, das Reichskanzlerpalais — damals Palais Radziwill — anzukaufen, lagen seine eigentlichen Diensträume noch immer im Auswärtigen Amt. Vielleicht war die Lage des neuen Reichskanzlerpalais neben dem Ministerium des Aeußeren sogar ein Hauptgrund für die Erwerbung gerade dieses Objektes. Das Gebäude, das aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammt, besaß so gut wie keine eigentlichen Büroräume. Ein alter Adelssih, äußerlich mit anständig gehaltenen Fassaden, im Innern mit allerdings seitdem zum Teil sehr geschmacklosen Erneuerungen. Das -Ende des 19. Jahrhunderts sehte diese Verschönerungen fort und verschandelte dabei den Bau allmählich mit jener überladenen Vornehmheit, bei der der prunkvolle Gips das Fehlen des echten Materials und der anständigen Proportionen verbergen sollte. Auch der Saal, in dem einst der Berliner Kongreß tagte, konnte dieser „Verschönerung" nicht entgehen. Schlechte Wandarme und ein gigantischer Lüster aus Blech wurden damals wohl als besondere Attraktionen angesehen. Soweit sich in dem Hause Bilder befanden, stammten sie als schlechte Leihgaben aus Preußischen Sammlungen, während die Porträts der einzelnen Reichskanzler selbst — ausgenommen ein großes Lenbach-Äildnis von Bismarck
— überhaupt keinen künstlerischen Wert beanspruchen konnten.
Der Park des Gebäudes begann allmählich zu verwildern. Die Scheu davor, alte absterbende Bäume durch neue zu ersetzen, führte dahin, immer mehr diese verwitterten und ausgehöhlten Baumstrünke erst mit Ziegeln und später mit Beton auszufüllen. Bei längerer Fortdauer dieses Verfahrens wäre statt eines Parks nur mehr eine Anlage geblieben etwa in der Art des Houthulster Waldes nach drei Jahren Beschießung durch die Engländer.
Wenn die Reichskanzler vor 1918 nun das Gebäude mehr oder weniger geschmackvoll ergänzten, so begann nach der Revolution 1918 das Haus allmählich zu verkommen. Als ich mich 1934 entschloß, das Gebäude trotzdem zu beziehen, waren nicht nur der Dachstuhl in großen Teilen durchgefault, sondern auch die Böden vollkommen vermorscht. Für den Kongrcßsaal; in dem die diplomatischen Empfänge stattfinden sollten, wurde von der Polizei eine Beschränkung der PersonLnzahl, die zu gleicher Zeit den Raum betreten durfte, auf
Dei- Xenliaii der lioielislmurilei, von dar Vollsti'glls aus Zsssiion
(l?rssss-IIokkmann)
höchstens 60 Menschen vorgenommen, da sonst die Gefahr des Durchbrechens bestand. Wenige Monate vorher allerdings waren anläßlich eines Empfanges des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg noch rund 100 Gäste und Diener in einem Saale, bei dem sich dann anläßlich des Hcrausrcißens der Böden herausstellte, daß sämtliche Tragbalken nur mehr aus morschem Zunder bestanden, der mit der bloßen Hand zerrieben werden konnte. Bei Wolkenbrüchen kam das Wasser nicht nur von oben, sondern auch von unten. Von der Wilhelmstraße ergoß sich ein Bach in die Parterre-Räume, der noch verstärkt wurde durch einen Zufluß, der aus sämtlichen vorhandenen Oeffnungen herauszuquellen begann einschließlich der Klosetts. Da meine Vorgänger im allgemeinen an sich nur mit einer Amtsdaucr von drei, vier oder fünf Monaten rechnen konnten, sahen sie sich weder veranlaßt, hcn Schmutz
derer wegzuräumen, die vor ihnen in diesem Hause wohnten, noch dafür zu sorgen, daß der nach ihnen Kommende es besser haben würde als sie selber. Repräsentative Verpflichtungen dem Ausland gegenüber besaßen sie nicht, da dieses von ihnen ohnehin wenig Notiz nahm. So war das Gebäude 1934 im vollen Verfall begriffen. Decken und Böden vermodert, Tapeten und Fußböden verfault, das Ganze von einem kaum erträglichen üblen Geruch erfüllt. Der unterdes erfolgte Neubau der Reichskanzlei als Bürobau am Wilhelmplatz, der von außen den Eindruck eines Wa- renspeichers oder eines städtischen Feuerwehrgebüudes macht, glich im Innern einem Sanatorium etwa für Lungenkranke, was allerdings auch wieder nicht zur Krankheit derer paßte, die in diesem Hause damals ihre Tätigkeit ausübten.
(Fortsetzung auf Seite 2)
festlihung der kelchsdommer der Mdenden Künste
öroße Bede 0r. Soebbels'm öegenwart flvolf Hitlers — Bekenntnis deutscher Künstler zum sülzrer
(Draklboriciit unseres Xlünckener Vertreters)
d. München, 16. Juli.
Zu einem markanten Höhepunkt des zweiten Tages im Aeierzyklus der deutschen Kunst gestaltete sich am Sonnabendnachmittag in Anwesenheit des Führers die Festsitzung der Reichskammer der Bildenden Künste im Festsaal des Deutschen Museums.
Noch größer war gegenüber den Vortagen die Zahl der Ehrengäste, an ihrer Spitze Reichsminister Ruft, Reichsschatzmeister Schwarz, der Reichsstatthalter in Bayern. General Ritter von Epp. Reichsführer 6 Himmler. Ministerpräsident Siebert sowie weitere Reichsleiter. Gauleiter, höhere Vertreter der Partei und hervorragende Männer des deutschen Kulturlebens. Mit einer, größeren Abordnung war auch der italienische Minister Älfieri erschienen Vor dem herrlich geschmückten Kongreßgebäude. von dessen First die Fahnen des Dritten Reiches und der Künste sich leuchtend vom blauen Himmel abhoben, stauten sich die Menschen. 6 und Polizei versahen mustergültig den Absperrdienst
Noch stimmungsvoller als das äußere Bild zeigte sich der Aestsaal. der schon lange vor Beginn der Kundgebung dicht besetzt war. Alles, was in München Rang und Äamen hat. fand sich zur feierlichen Stunde ein Mit breiten Schwingen beherrschte der.goldene Adler das Bild der Bühne. Auf der gegenüberliegenden Galerie hatten Fanfarenbläser in weißen und roten He- roldsgcwändern Ausstellung genommen.
Bon der Straße herauf dringen sodann Heilrufc der Menschen und die Hymnen der Nation. Wir wissen, daß in dieser Minute der Führer oorgefahren ist und die Front der angetretenen Ehrenformationen abschrei
tet. Wenige Augenblicke später betritt Adolf Hitler, umjubelt von der festlichen Bruckner-Fanfare, den Saal. In seiner Begleitung befinden sich Reichsminister Dr. Goebbels und der Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste. Professor Adolf Ziegler An der rechten Seite des Führers nimmt der italienische Minister Alsieri. Platz. ' In seiner unmittelbaren Nähe sitzen Reichsleiter Oberbürgermeister Karl Fiehler. Frqu Professor Troost. die Reichsfrauenfllhrerin Scholz-Klink, Reichsminister Rüst, Eeneralinspskteur Dr. Todt, Reichsführer ii Himmler und Ministerpräsident Siebert.
Feierliche Stille liegt über dem Saal. Der Ruf der Fanfaren ist verhallt. Generalmusikdirektor Professor Dr. Karl Bohrn tritt vor seine Wiener Philharmoni- ter Mächtig braust der erste Satz aus Bruckners 5. Sinfonie durch den Raum. Gebannt lauschen der Führer und mit ihm die Zuhörer den meisterhaft gespielten Motiven Herzlich ist der Beifall, mit dem Generalmusikdirektor Böhm überschüttet wird. Dann heißt Reichsleiter Karl Fiehler den Führer im Namen der Hauptstavt dei Bewegung und der Stadt der deutschen Kunst willkommen München ist stolz und glücklich, so sagte Oberbürgermeister Fiehler die Stätte zu sein, an der alljährlich die unzerstörbare Kraft des Volkes sich auch im Fest der Künste demonstriert.
Der Präsident der Reichskammer der Bildenden Künste, Professor Karl Ziegler, dankt nunmehr dem Führer als dem großen Baumeister aller Zeiten für die große Aufgabe, die er den deutschen Künstlern zuteil werden ließ und spricht die Bitte aus, daß ihnen Adolf Hitler auch weiterhin sein Wohlwollen schenken möge. Seine weiteren Ausführungen geben einen kurzen Einblick in die Fülle dieser' gestellten Aufgaben. Mit dem Ruf: „Deutsche Künstler, erneut ans Work für unser großes Deutliches Reich!", beendet Professor Ziegler seine Ansprache. Mit herzlichem Beifall wird Reichsminister Dr Goebbels empfangen, der das Wort zu einer großangelegten Rede ergreift. (Die Ausführungen Dr. Goebbels veröffentlichen wir im Innern des Blattes. Die Schrift!.)
Neichsleiter Br. tev
in das Ehrenpräsidium des Hauses der Deutschen Kunst berufen
München, 16. Juli.
Der Führer hat an den Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Neichsleiter Dr. Ley, folgendes Schreiben gerichtet: „Ich berufe Sie hiermit in das Ehrenpräsidium des Hauses der Deutschen Kunst. Adolf Hitler."
Diese Berufung erfolgt im Hinblick auf die großzügige Förderung, die Reichsorganisationsleiter Dr. Ley der weiteren Ausgestaltung des Hauses der Deutschen Kunst zuteil werden ließ.
Oi's §trcr 6 s /rsi clsr clsutscksN Itunst!
6. 3. München, am Tag der Deutschen Kunst.
Jede Kunst ist Demonstration. Ist Offenbarung und Beweis zugleich. Jede Kunst will erkannt sein in Gegenwart oder Zukunft. Darum üemon» striert sie sich Auge, Ohr und Herz, der Urteilskraft und dem Gemüt. Ihrem Wesen nach aber ist sie Kundgebung an die Oeffentlichkeit. Darum muß sie sich immer wieder selbst darstellen und sich selbst behaupten. Auch im Leben, auch aus der Straße, auf der das Volk seinen Schicksalsweg zieht. Wer bauen will an der Straßen, muh die Leute reden lassen, ist ein gutes deutsches und wahres Wort. Wer die Leute reden lassen kann, mutz seiner selbst erst sicher geworden sein, mutz. wissen, wer er ist. Muh Haltung, muß Charakter, muß Selbstbewußtsein und Selbstgenügsamkeit besitzen, ohne sich jedoch selbst genug zu sein.
Wehe einer Kunst, die sich selbst genug ist, die in ästhetischein Hochmutsdünkel glaubt auf Demonstration, auf Wirkung verzichten^u können. Lange Jahre war die Kunst sich selbst genug zu ihrem Schaden. Bis sie schließlich gänzlich in die Irre ging, wie jener Peer Gr>nt, der das Kaiserreich seiner Seele um die ganze Welt zu suchen ging und es doch nicht fand. Wie er sich erst im anderen Ich erkannte, muß auch die Kunst im Du des Volkes sich bestätigt sehen.
Lange Jahre traf das Volk der Deutschen seine Kunst nicht mehr. Sie war verzogen aus den deut. scheu Gassen und Straßen nach den Boulevards der Bohemiens. Aus dem Asphalt der Wurzellosen fühlte sie sich wohl, dort konnte sie die Orgien ihrer —ismen in angenehmer Bolksferne feiern. Kam sie aber mal- in hochmütiger Ueberheblichkeit gnädig zum Volk herabgestiegen, so nahm das Volk Reißaus. Oder es schlug kopfschüttelnd oder zornig fluchend einen großen Bogen, um ihr nur nicht zu begegnen. Weil es dem Volk bei „seiner" Kunst unheimlich wurde. Weil es ein vermaledeit unsicheres Gefühl des Nichtmitredenkönnens hatte, wo doch die wahre Kunst ohne philosophische Erklärungen anscheinend nicht mehr zu verstehen war. Wo erst die Brille einer Kunstdoktrin auf die meistens krumme Nase gesetzt werden muhte, gab's für das unverbildete deutsche Auge eben nichts mehr zu schauen.
Heute ist die Straße frei! Nicht nur das, sie ist in festlichem Rot und Gold und Tannengrün so geschmackvoll geschmückt, daß in diesem immer schon farbenfrohen, lebensfreudigen München solche Farbenpracht in künstlerischer Weise die Festfreude noch steigere. So muß es auch sein, wenn die Kunst ihrem Volk entgegengeht, wenn ein Volk in seiner Kultur sich selber begegnet. Denn die deutsche Kunst zieht heute auf ihr den Weg zweier Jahrtausende, den ungezählte Tausende umsäumen, die dieses einzige München in diesen Tagen mit brausendem, fest- srohem Leben erfüllen. Und ist man erst zu Gast in ihrem Haus, dem Haus der Deutschen Kunst, erkennt man, daß die gesunde, ungebrochene Schaffenslust eines ganzen Volkes sich seiner formenden Kraft wieder bewußt geworden und rastlos wirkend wieder am Werk ist. Erkennt man, daß man der deutschen Kunst nicht nur in ihrer Stadt, sondern im ganzen deutschen Land, auf Schritt und Tritt, im Alltag wie zur Feierstunde, in den Bauten der Bewegung wie
Unser IsZessmegel
(Unssrs ksutlAS KiiZAsbs nmkvkr 24 Seiten)
In Tokio begannen die japanisch-englischen Verhandlungen.
Die Chinesen zwingen die Engländer zum Verlassen von Kaifeng.
Der britische Pamphletist King-Hall blamiert sich zum zweitenmal.
Der Führer veröffentlicht in der Zeitschrift „Kunst im Deutschen Reich" einen Artikel über den Neubau der Reichskanzlei.
Auf der Festsitzung der Reichskammer der Bildenden Künste sprach in Gegenwart des Führers Rcichs- minister Dr. Goebbels.
In Bremen beteiligen sich über 166 Betriebe am Betriebssportfest.
Eine gründliche Entschrottung Bremens findet am :lü. Juli und 13. August statt.
Im Ländcrkamps gegen Italien lief Harliig 86» Meter mit 1:48,6 in neuer Wcltrckordzeit. Deutschland führt im Schwimm-Ländcrkamps gegen Ungarn am 1. Tag bereits mit 17:11 Punkten. '