Ausgabe 
(12.7.1939) Nr. 189
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der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkündungsblalt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Nremen

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Neue (tappe des flrbeitsemsahes

Wring regelt klnsatz der dienstverpflichteten

^eine finanziellen Nachteile auf der neuen Nrbeitsstelle / vegrenzung der Zalzl der entsprechenden

Vauvorlzaben und des Kreises der Vienstverpflichteten

Berlin. 12. Juli

Der Beauftragte für den Vierjahresplan. Generalfeld­marschall Göring hatte seinerzeit bei der Einführung der Ver­pflichtung von Arbeitskräften zu staatspolitisch wichtigen Arbeiten angeordnet, datz die verpflichteten Arbeitskräfte auf ihrer neuen Arbeitsstelle keine finanziellen Nachteile erleiden, sondern nötigenfalls eine Ausgleichszulage erhalten.

Inzwischen ist in verschiedenen Fällen die Ansicht ent­standen, datz, besonders bei Verlängerung der Verpflichtung, die Ausgleichszulage entfällt. Generalfeldmarschall Göring hat deshalb den ReichsarbeiMninister angewiesen, dafür zu sorgen, datz künftig die Ausgleichszulage in jedem in Frage kommen­den Fall ausgezahlt wird, bis die Verpflichtung aufgehoben wird. Sofern in besonderen Fällen bisher durch den Wegfall

der Ausgleichszulage autzergewöhnliche Härten entstanden sind, hat der Generalfeldmarschall die Auszahlung eines besonderen Härteausgleiches angeordnet. Im Zusammenhang damit hat Generalfeldmarschall Göring eine strenge Nachprüfung ange­ordnet, welche Vorhaben als staatspolitisch wichtig zu gelten haben und demgemäß zur Verpflichtung von Arbeitskräften berechtigen. Die Anerkennung dieser und weiterer Bauten und Vorhaben als staatspolitisch wichtig wird der General­feldmarschall persönlich entscheiden.

Mit diesen beiden Anordnungen will der Eeneralfeld- marschall die Opfer, die die verpflichteten Arbeitskräfte durch die Aufgabe ihres bisherigen Arbeitsplatzes im Staatsinteresse auf sich genommen haben, aus ein unbedingt unerlätzliches Matz beschränken und entsprechend bewerten.

(Einzelheiten siehe Handelsteil)

MmSnien wünscht Keine kinmWung

Mitteilung des rumänischen lZesandlen an das soreign 0sfire

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' London, 12. Juli

Der politische Korrespondent der „Porkshire Post" kmgl die aufschlußreiche Meldung, der rumänische Ee- lendte in London. Tilea. habe der britischen Regierung mitgeteilt, daß Rumänien gegen jede Klausel in dem geplanten englisch-sowjetrussischen Abkommen^ sei. welches es der sowjetrussjfchen Regierung gestatten würde, die .,Antiangriffs"-Klau>eln so auszulegen, daß Äwjetrußland in interne Angelegenheiten Rumäniens sich einmischen könne. Sir Orme Sorgent vom Foreign Oüice habe. so glaube man. die Versicherung abgegeben, daz man ..engli'cherseits" den von Tilea vorgeschlagenen Erundsaß respektieren werde. Diese Meldung, die selbst­verständlich an völlig versteckter Stelle in der ..Pork- Wre Post" erscheint. Ist um so beachtlicher, als Belgien. Holland. Finnland. Estland und Lettland bereits gleich- salls energisch zum Ausdruck gebracht haben, daß sie von irgendeiner Aufnahme in den beabsichtigten Ver­trag nichts wissen wollen.

kinkreisungsdemonstralion

12 britische Bombengeschwader vorließen England ' London, 12. Juli.

Am Dienstagmorgen um 8.30 Uhr überflog —.^ng- "Iche Blätter wiesen in Vermeidungen bereits auf den Charakter dieser Flüge als Einkreisungsdemonstratron hin — ein erstes britisches Bombengeschwader die bn.tische Küste in Richtung Frankreich. Insgesamt ver­nähen zwölf Bombengeschwader mit etwa 180 bis 200 Maschinen England, um in Langstreckenflllgen über Frankreich, zum Teil bis Bordeaux. Orleans. und Le Havre vorzustoßen.

Paris. 12. Juli.

Anscheinend, um sich nach den vielen Mißerfolgen der lohten Zeit wieder Mut zu machen, benutzt eine Reihe iranzösischer Blätter den Flug des britischen Bomben- ghchwaders zu bombastischen Hinweisen auf die Reich­weite derartiger Flüge. Der „Paris Midi" bringt es aus diesem Änlaß fertig, für die schamlose Kriegshetze der Demokratien einen neuen Beitrag zu timern. Das Blatt schreibt, daß die englischen Apparate, die ,e 2000 Kilogramm Bomben mit sich führen und einen Schein-

Deutsches

angriff auf die südfranzösischen Städte durchführen wer­den, über einen Aktionsradius verfügten, der auch die Bevölkerung von Nürnberg, Leipzig und Hamburg „vor Eventualitäten stellen könnten, die geeignet seien, Ver­nunft einzuflößen".

Die Zeitung übersieht bei ihrem mehr als plumpen Einschüchterungsversuch nur eine Kleinigkeit: Die deut­sche Luftwaffe, die sich in blutigen Kämpfen in Spanien unvergänglichen RuhmPcherte, die sich einen internatio­nalen Rekord nach dem anderen eroberte und heute an der Spitze aller Luftflotten der Welt steht, dürfte einen Aktionsradius besitzen, von dem dies« Blätter anschei­nend immer noch nicht die rechte Vorstellung haben.

„ks geät um knglands wettlierrläiaft"

Oslo, 12. Juli.

Die norwegische Wochenschrift „Iltenrikskronik" weist bei Betrachtung der allgemeinen Weltlage besonders darauf hin, daß England sich stets gegen die stärkste Macht in Europa gewandt habe. Die derzeitige englische Politik folge mit ihren Earantiepakten in Ost und West und mit ihrer Einkreisung Deutschlands auch heute nur ihrer unveränderten historischen Linie.

Es geht England weder um Danzig, noch um Polen, sondern darin», zu verhindern, daß Deutschland aus dem Kontinent für den englischen Geschmack zu mächtig wird. England will in der Welt über Land und Meer herr­schen, und kein einziger Staat darf in Europa zu stark sein. Darum und um nichts anderes würde sich ein neuer Weltkrieg in Wirklichkeit drehen, während England einer gutgläubigen und bereitwilligen Welt vormachen will, er handele sich um Danzig, Polen, Rumänien, um Freiheit, Demokratie oder um sonst etwas, aber nicht um die Weltherrschaft Englands.

Moskau gegen Vreierpakll

ver Kreml fordert Militärpakt mit polen, Numänien und der riirkei

(Orabtbsricllt unssisr Lsrissr Lcbrittlsitung)

jd. Paris, 12. Juli.

Ueber die Beratungen des französischen Minister­rats am Dienstag wurde ein kurzes Kommunique her­ausgegeben, das fast lediglich innerpolitischc Fragen be­trifft. Danach ist durch eine Verordnung eine Amnestie für den 14. Juli bestimmt worden. Die Erklärungen des Finanzminister Reynaud über die Finanzlage be­zeichnet das Kommunique als „zufriedenstellend". Das größte Aufsehen erregt die Feststellung, daß der Mi­nisterrat den Kabinettsmitgliedern bis auf weiteres alle Reisen und das Verlassen der Hauptstadt verbietet. Es geht daraus hervor, wie die Stimmung innerhalb des Ministcrratcs beschaffen sein muß.

Den größten Teil der Beratungen beanspruchte die Behandlung der außenpolitischen Lage, die das Kommu­nique nur mit einem belanglosen Satz streift. Darüber ist zu erfahren, daß Außenminister Bannet die neuesten »nd höchst bemerkenswerten Wünsche Moskaus bekannt-! gab. Molotow habe dem englischen und dem französt- schcn Botschafter erklärt, daß der Abschluß eines Dreier- paktes oder überhaupt eines Paktes mit den West-

mächten erst dann für die Sowjetunion in Frage käme, wenn Militärpakte zwischen Sowjetrußland einerseits und Polen, Rumänien und der Türkei andererseits ab­geschlossen worden seien. Der französische Ministerrat hat, dem Vernehmen nach, daraus geschlossen, daß die Sowjetunion durch diese Forderungen sich von dem Ge­danken des Dreierpaktcs entfernt hat.

Ferner hat sich der Ministerrat ausgiebig mit der Danziger Frag't und vor allem mit der von Tag zu Tag schwieriger werdenden Lage in Syrien beschäftigt, je­doch wird in diesem Pnnki -bemerkonswcrterweife eiser­nes Stcllschweigen beobachtet.

London prüft Moskauer verichte

London, 12. Juli.

Der Auswärtige Ausschuß des Londoner Kabinetts trat am Dienstagvormittag unter dem Vorsitz Chamber- lains in .der/Downingstreet 10>, zu einer. Sitzung zusammen. 'Die Minister prüften, wie verlautet, die Berichte, die über die letzten Unterredungen mit Molo­tow aus Moskau vom britischen Botschafter und Mister Strang in London eingetroffen sind.

Unter der Stkirmfterrschast SenerolfeldmaMolls Soring gegründet / ftufruf vr. Legs, sunks und voldur oon Schiro-Ks

Berlin. 12. Juli

Nach dem Willen des Führers soll den Tüchtigen in Deutschland der Weg nach oben erschlossen wer­den. Um allen Leistungsfähigen den Aufstieg und die vollkommene Entwicklung ihrer Arbeitskraft zur wahren Meisterschaft möglich zu machen, haben der Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der Reichswirtschaftsminister Funk und der Iugend- sührer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach. unter der Schirmherrschaft des Beauftragten für den Vierjahresplan, Ministerpräsident General­feldmarschall Hermann Göring, das „Begabten- Wrderungswerk des deutschen Volkes" gegründet. Der Leiter des Begabtenförderungswerkes ist der

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley. Sein Geschäfts­führer ist der Leiter des Reichsberufswettkampfes.

Obergebietsführer Armarm.

Zum Begabtenförderungswcrl des deutschen Volkes babcn der Reichsorganisationsleiter, der Reichswirt- schaftsminister und der Jugcndführer des Deutschen Rei­ches folgenden Aufruf erlassend

Noch vor wenigen Jahren fehlten uns Arbeitsplätze. Ke'ute haben wir einen großen Mangel an Arbeitskräst ien Darin liegt ein wunderbarer Wandel unserer Wirt­schaft Heute kommt es darauf an. jeden Volksgenossen an den Arbeitsplatz zu bringen, der am besten leinen natürlichen Anlagen entspricht. Der hochwertige Arbei­ter muß an den hochwertigen Arbeitsvorgang gebracht werden Die primitive Arbeit muß mehr und mehr durch die Maschine ersetzt werden. Der Arbeitseinsatz und d,e Berufslenkung erhalten unter diesem Blickwinkel eine besonders hohe Bedeutung. Es ist für die Leistungsstei­gerung unseres Volkes entscheidend, daß wir planmäß g eine Auslese der Tüchtigen treffen. So wie es im voliri- üben Leben geschieht, so muß es auch im beruflichen Leben sein. Der Rcichsberufswettkamps hat sich in den neroanacnen Jahren als Auslesesystem hervorragend be­währt Er gibt jedem Schaffenden die Möglichkeit, ein­

mal im Jahr öffentlich unter Beweis zu stellen, was er zu leisten vermag. Wer überdurchschnittliche Leistungen vollbringt oder sogar in seinem Beruf Kreis-, Gau- oder Reichssieger wird, ist ohne weiteres würdig, von der Gemeinschaft gefördert zu n-erden. Das haben wir auch bisher getan.

Um nun durch die einheitliche Erfassung der Mittel eine noch wirksamere Gestaltung der Förderung zu ge­währleisten, ist das „Begabtcnsörderungswerk des deut­schen Volkes" ins Leben gerufen worden. Durch das Zusammenwirken der Partei, des Staates und der Wirtschaft sollen Mittel und Wege gefunden werden, die den Besten in der Entwicklung ihrer Fähigkeiten die Widerstände des Alltags überwinden helfen. Das Ve- gabtenfördcrungswerk soll im Sinne des national­sozialistischen Parteiprogramms tätig werden, in dessen Punkt 20 es heißt: „Wir fordern die Ausbildung be­sonders veranlagter Kinder armer Eltern ohne Rück­sicht aus deren Stand oder deren Beruf auf Staatskosten. So will es der Führer!"

(gez.) Dr. R. Ley (gez.) Baldur von Schirach lgcz.) Walter Funk.

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rck Berlin, 12. Juli.

. Es war der „Times" vorbehalten, von dem Deckt- sailler Diktat als einer „im Grunde gutgemeinten Re­gelung" zu sprechen. Und es war Lhamberlain, der dieser Groteske eine weitere hinzufügte, indem er ein ähnliches Urteil über den Danziger Sektor des Ber- sailler Systems fällte.

Weder „grundsätzlich ungerecht noch unlogisch" nannte der britische Premier die Lösung, deren politische, wirt­schaftliche und militärische Unhaltbarkeit weitschauende Staatsmänner schon erkannten, lange ehe der Versailler Vertrag unterzeichnet war. Soldaten pflegen in diesen Dingen einen nüchternen Blick und ein scharfes Auge zu haben, und so verwundert es nicht, daß General Smnts, Kolonialsoldat und Empirepolitiker, schon im Mai 1919 eine Denkschrift an Lloyd George richtete und darin die Abänderung'einiger Bestimmungen des Vertrags­entwurfes verlangte. In dieser Denkschrift heißt es im Hinblick auf die Frage Danzigs und des Korridors:

„Ich bin überzeugt, daß wir mit der ungebührlichen Vergrößerung Polens nicht nur das Verdikt der Ge­schichte umstoßen, sondern einen politischen Kardinal­fehler begehen, der sich in der Geschichte noch rächen wird. Ich. glaube, wir errichten ein Kartenhaus. 2m Hinblick auf diese und viele andere Erwägungen würde ich die Grenzen von Polen revidieren, Oberschlesien und alles wirklich deutsche Gebiet bei Deutschland be­lassen, die Grenzen der Freien Stadt Danzig enger ziehen und sie anstatt unterste Oberhoheit Polens zu stellen unter der Oberhoheit von Deutschland lassen."

Nicht anders äußerte sich der alte Marschall Fach. Als ihn kurz vor seinem Tode ein Besucher über die Möglichkeiten eines zukünftigen Krieges befragte, deu­tete der alte Soldat mit seiner Pfeife auf die Land­karte, dorthin, wo der polnische Korridor an die Ostsee greift und sagte kurz: „Hier beginnt der nächste Krieg."

Was die Soldaten erkannten, bestätigten englische Politiker, die sicher tieferen Einblick in das Problem hatten als manch einer der britischen Sonntagsredner von heute. William H. Dawson, der Lloyd George als Sachverständiger nach Paris begleitete und als erster Kenner dieser Fragen gilt, schreibt in seinem 1933 er­schienenen Buch: „Oermaox uvcksr tbs trsnt;-": „Keine Tatsache des gegenwärtigen europäischen Lebens bietet eine so ernste und sichere Bedrohung des Friedens wie der Korridor und Tänzig. Kann Europa es sich ge­statten, diese Bedrohung außer acht zu lassen und die Dinge treiben zu lassen? So zu handeln, wäre gleich­bedeutend mit der Herbeiführung und der Beschleuni­gung der Katastrophe, denn die Zustände im Korridor haben sich, statt besser zu werden, nach 12 Jahren stets verschlechtert..."

Diese Beispiele zeigen deutlich, datz von den ersten Tagen des Versailler Vertrages an dick Danziger Fra­gen von einsichtsvollen Männern auch der britischen Politik als höchst bedenkliches Problem und als ständi­ger Krisenherd angesehen wurden. Bis in die jüngste Zeit reichen die Aeußerungen, die das Danzig-Problem wesentlich anders beurteilen als der gegenwärtige bri­tische Premierminister. .So schrieb am 27, Juni d. I. „Scotsman": „Die deutsch-polnischen Streitfragen we­gen Danzig sind schon immer, schon seit 1921, ein schwie­riges Thema bei jeder Mitgliederversammlung des Völkerbundes gewesen. Es ist daher unwahr zu be­haupten, daß der Danzig-Konflikt erst mit Hitler be­gann und auf Nazi-Propaganda zürüHufiihren ist."

Wenige Tage später prägte der „Manchester Guar­dian" den Satz: „... Die Verhinderung der Vereini­gung der überwiegend deutschen Stadt Danzig mit Deutschland ist ein ganz unzureichender Grund für einen Weltkrieg. Keine Ueberlegungen von Ehre rechtfertigen das Hinschlachten von Millionen für eine Sache, die nicht vollkommen überzeugend ist." llrch kurze Zeit

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(Unsers bsutigs Ausgabe umkallt 14 Leiten)

Britische Militärflugzeuge sind zur Einkreisungs- demonstration nach Frankreich gestartet.

Danzig geißelt die britische Heuchelei.

Die Schwierigkeiten bei den Moskauer Pakt- verhandlungen wurden durch neue Forderungen des Kreml verstärkt.

Hermann Göring regelt den Einsatz und das Arbeitseinkommen der Dienstpflichtigen.

Für den Volkswohnungsbau wurden neue Er­leichterungen beschlossen.

Unter der Schirmherrschaft Hermann Eörings wurde das Vegabtenförderungswerk des deutschen Volkes gegründet.

An fünf Stellen zugleich sind in Bremen Arbeiten für Verkehrserleichterungen eingeleitet worden.

In Burg und am Osterdcich ereigneten sich zwei töd­liche Verkehrsunsälle.

D. „Franz E. Schütte" der Argo Reederei erledigte gestern seine Abnahme-Probefahrt.

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