Ausgabe 
(7.7.1939) Nr. 184
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Wekrlcc»mpka<ge rler 8/^-Gruppe Korclssv 7/9. Juli in kremen

8rscheint7mal wöchentlich

Monatsbezug 2,30 einschl. Zu­stellgebühr! Postbezugspreis monakl. 2,30 AL (einschl 46.76 Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 ^ Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Eauverlatz Weser Cms GmbH., Bremen, Geeren 6-8 Fernspr.: 5 4121, Nachtr. u. Sonnte 511 1Z. Sprech z.: Verlag: werkt! 1213 Uhr! Schriftleitung Diens tag und Freitag 12V-13V- Uhr

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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Zielen Hansestadt vremen

Anzeigen - Grundpreise?

Die 22-mm-Zeile Im Anzeigenteil 13 die 78-mm-Zeile im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 Nachlaßstafsel 0). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschiuß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen:

Am Geeren 6 8, Fern-> spreche! Nr. 5 4121. Nacht ruf und sonntags: Fernsprecher

Nr. 51115! Ob ernst raße Nr. 86, Fernsprecher Nr. 5 4121. In Shke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Bremens

pmtliches Nerkiindungsblalt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Bremen

Nr. 184 / S. Jahrgang

Zreitag, ?. Juli 1SZS

kinzelpreis 15 Npf.

Sie Veiten Sklavenhändler kuropas

knglanv wieder einmal auf dummenfang

Seld der traditionelle einzige Veitrag Londons" / Viele Millionen für Leben und vlut anderer / Vie wirtschaftliche Seite der kinkreisung / Staatsmittel für den kauf ganzer Völker

London, 7. Juli

Die ganze Schamlosigkeit der finanzkapitalistisch regierten Demokratien spricht aus einem von England geplanten Gesetz zum kaltschnäuzigen Ankauf europäischen Kanonenfutters für britische Ungerechtigkeit und Persidie. Das Kabinett hat in seiner zweistündigen Sitzung am Mittwochabend den Londoner Morgenblättern zufolge den Beschluß gefaßt, dem Parlament sofort ein Gesetz vorzulegen, durch das die Regierung zur Uebernahme von Exportkrcditgarantien in Höhe von 100 bis 15Ü Millionen Pfund für Kriegsmateriallieserungen an die britischerseits garantierten Staaten ermächtigt werde.

Das englische Parlament verabschiedete im Dezember vergangenen Jahres ein Gesetz, durch das der Export­abteilung der Regierung zehn Millionen Psund znr Verwendung für politische Zwecke zur Verfügung ge­stellt wurden. Sämtliche Morgenblätter mit Ausnahme derTimes" berichten nun, das, diese Ermächtigung aus 1V6 bis 15V Millionen Pfund ausgedehnt werden soll, um es anderen Regierungen, darunter Polen, der Tür­kei, Rumänien und Griechenland zu ermöglichen, Rü­stungsaufträge an die britische Industrie zu vergeben.

Die Blätter weisen darauf hin. datz durch dieses Geset, nicht nur der britischen Rüstungsindustrie große Auf­träge gesichert würden, sondern daß auch einige der Län- der^ ßeren eventuelles Freundschaftsverhältnis znm Reich den Engländern ein Dorn im Auge wäre. durch Versorgung mit Kriegsmaterial den englischen In­teressen dienstbar würde. Der diplomatische Korrespondent desDaily Telegraph" schreibt hierzu, unter diesem Kreditplan seien beträchtlicheVerkäufe" von britischen Flugzeugen, Kanonen und anderen Waf­

fen an Polen vorgesehen, das infolge der britischen Ga­rantie im Kriegsfalle eine Frontlinie für England sei.

Daily Mail" spricht von fast 15V Millionen Psund und charakterisiert den Plan unverblümt, wenn sie fest­stellt, daß die neue Wirtschaftspolitik der Regierung eine Ausdehnung des britischen Handels und der Be­waffnung seiner Verbündeten dienen sollte. Auch im Leitartikel nimmt dieDaily Mail" kein Blatt vor den Mund. Es heißt hier, die ungeheure Finanzkraft sei Englands mächtigste Waffe, die es jetzt spielen lasse. Geld sei der traditionelle Beitrag Großbritanniens und manchmal der einzige.

Das einzige Blatt, das mit dem Plan nicht einver­standen ist, ist derDaily Expreß", der schreibt, Eng­land vergeude sein Geld. Warum gebe man, so fragt das Blatt, dieses Geld nicht Kanada oder Australien, i um dort Rüstungsfabriken zu bauen? Das würde we­nigstens noch Sinn haben.

I (Siehe auch Seite 2)

Ver Staatsbesuch Kjosseiwanoffs

Kraninlederlegung linier den Linden kintragung in das öoldene Buch

- Berlin, 7. Juli.

Das Ehrenmal Unter den Linden war gestern vor­mittag die Stätte einer feierlichen Heldenehruilg durch den Gast der Reichsregierung, Ministerpräsident und Minister des Aeußeren Kjsfisiwanosf, der in Begleitung des bulgarischen Gesandten in Berlin Draganosf an der geweihten Stätte einen Lorbeerkranz mit Schleifen in den Farben seines Landes niederlegte und anschließend an der Seite des Kommandanten von Berlin, General­leutnant Seifert, den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie des InfanterieregimentsGroßdeutschland" abnahm.

Eine vieltausendköpfige Menschenmenge, die den Ee- denkplatz umsäumte auch viele Angehörige der bul­garischen Kolonie in Berlin waren erschienen war Zeuge dieser weihevollen Handlung, bei der der füh-. «ende Staatsmann des im Weltkrieg mit uns verbün­deten Bulgarien jener Helden gedachte, die in treuer Waffenbrüderschaft Schulter an Schulter für die gemein­same Sache fochten u>nd die Liebe zu ihrem Vaterland mit dem Tod besiegelten.

Ministerpräsident Kjosseiwanaff, in dessen Be­gleitung sich außer dem Gesandten. Exzellenz Draga- noff. der deutsche Gesandte tn Sofia. Freiherr von Richthofen, der bulgarische Militärattachä in Ber­lin Harisanoff und Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda befanden, schritt zunächst unter den Klängen der bulgarischen Nationalhymne mit den Kom­mandanten von Berlin. Generalleutnant Seiffert. die Front der Ehrenkompanie ab und betrat dann die Ge­denkstätte unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden, während die taufende draußen die Hand zum ehrenden Gruß erhoben. Nach Niederlegung des Lorbeerkranzes und stillem Gedenken nahm der Minister­präsident den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie ab.

Im verliner Naktzauo

Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal stattete der bulgarische Ministerpräsident dem Berliner Rat­haus einen Besuch ab. Oberbürgermeister und Stadt- präsident Dr. Lippert betonte in seiner Begrüßungs­ansprache, daß er schon während der Olympischen Spiele

1938 die Freud« gehabt habe. hohe bulgarische Gäste im Rathaus willkommen heißen zu können. Er er­innerte weiter an die treue Waffenbrüderschaft der bei­den Nationen während des Weltkrieges und gab ab­

schließend der Erwartung Ausdruck, daß auch dieser Be­such dazu beitragen werde, die engen Beziehungen zwi­schen beiden Böllern weiter zu vertiefen.

Nach herzlichen Worten des Dankes für die in der Reichshauptstadt gefundene gastliche Ausnahme trug sich der bulgarische Ministerpräsident in das Goldene Buch der Reichshauptstadt ein. Ein Rundgang durch die historischen Festräume des Rathauses folgte.

(Fortsetzung aus Leite ts

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l?resSL-Rol't'nionn.

. Berlin, 7. Juli.

Schon der glänzende Empfang des bulgarischen Mini­sterpräsidenten in Berlin hat in England und Frank­reich erhebliches Mißvergnügen bereitet. Jetzt mehren sich in den Zeitungen der westlichen Hauptstädte die mokanten Bemerkungen zu diesem Besuch, die mehr aus Neid und Mißgunst geboren sind, als aus dem Willen ' zur wahrhaften Berichterstattung und zur gerechten Würdigung. Da man die Herzlichkeit der Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien ebensowenig leug­nen kann wie die fruchtbare Intensität des Warenaus­tausches, verlegt man sich darauf, den bulgarischen Staatsmännern hinterhältig« Gedanken unterzuschieben und ihre Freundschaft zu Deutschland lediglich als den Ausfluß taktischer Erwägungen darzustellen.

So erscheint Deutschland in den Berichten der fran­zösischen Presse als der Erpresser, der nur darauf aus­geht, aus den Besprechungen politischen und wirtschaft­lichen Nutzen zu ziehen. Zu diesem Thema schreibt die Republigue", Bulgarien spiele für Deutschland nur die Rolle einer ertragreichen Kolonie, die man unter Druck setzen könne, Lebensmittel und Rohstoffe zu liefern. Nicht viel anders urteilt der offiziösePetit Parisien", wenn er der Wunsch als Vater des Gedankens! meint, Bulgarien wünsche den Einfluß des Reiches abzuschüt­teln, nnd nur London und Paris könnten dem Lande in wirtschaftlicher Hinsicht dazu verhelfen. Mit Recht be­tont derTemps", daß der Staatsbesuch in dem Augen­blick stattfinde, da sich auch unter den Nationen des Slldostens die Geister scheiden. Das offiziöse Blatt fügt dann allerdings hinzu, nicht nur moralische (!), sondern auch politische Argumente müßten Bulgarien eigentlich beweisen, daß seine Interessen auf der Seite derFrie­densfront" lägen. Nicht viel anders tönt es aus Lon­don. Vor allem drückt dieTimes" ihr Bedauern darüber aus, daß die Handelsverbindungen Bulgariens zu den Westmächtsn so locker seien, wobei das ehren­werte Blatt natürlich ausschließlich an das Wohl Bul­gariens denkt.

Auch die Prognosen über die vermutlichen politischen Auswirkungen des Besuches tragen den Stempel der Mißgunst. Im Gegensatz zu den eindeutigen Presss- stimmen aus Sofia meint manBulgarien würde allenfalls mit der Achse kokettieren", an eine Vertiefung der Freundschaft mit Berlin sei jedenfalls nicht zu den­ken, denndie bulgarischen Staatsmänner erinnerten sich daran, daß sie 1914 auf das falsche Pferd gesetzt und nach der Besisgung durch die Alliierten unter dem Joch des Deutschen Reiches gelitten hätten". Wir beschränken uns darauf, diesem Satz ein Wort des bulgarischen Ge­sandten in Berlin gegenüberzustellen, das er zu de-r gleichen Zeit prägte:Die große deutsche feldgraue Ar­mee des Weltkrieges ist in den Mythos des bulgarischen Volkes eingegangen als der Freund, der Helfer, der Waffenbruder!" So wetteifern die Zeitungen der West- mächte in böswilligen Unterstellungen, ohne zu merken, daß diese Art der Reaktion nur zu leicht als Nteder- schlag des Aergers und der Ohnmacht zu erkennen ist.

Desto sympathischer sind die Stimmen aus den Län­dern, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und Bei­träge zum Frieden als solche erkennen und zu schätzen wissen. Aus Bulgarien selbst wird die gespannte Auf­merksamkeit des ganzen Volkes gemeldet. Die Zeitun­gen an der Spitze das RegierungsblattDnes" würden den Staatsbesuch. Im Mittelpunkt steht das gute Verhältnis zu Deutschland, von demDnes" schreibt:Das deutsche Volk versteht die Nöte unseres Volkes am besten, weil der Vertrag von Neuilly eins Kopie des Versailler Vertrages ist. Deshalb begrüßen

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London in einer furchtbaren Zange

Moskau gellt aufs Lanze kinkreisung eine gefiikrliche Lache für Sie krfinSer

London, 7. Juli.

Im Zusammenhang mit der bereits gestern ge­meldeten Kabinettssitzung gibt dieTimes" einen Ueberblick über den Stand der Moskauer Ver­handlungen und erklärt, die Schwierigkeiten hät­ten sich bei der Aufstellung der Liste der zu garan­tierenden Staaten ergeben. Die britischen Unter­händler hätten Belgien, Polen, Rumänien, Grie­chenland und die Türkei vorgeschlagen, die Sowjets hätten diesem Vorschlag zugestimmt, vorausgesetzt, daß Finnland, Estland und Lettland hinzugefügt würden.

' England habe daraufhin erklärt, daß es in diesem Falle seine Sonderintercssen an der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit der Schweiz und der Nieder­lande in Erwägung ziehen müsse. Die Sowjets hatten geantwortet, daß sie die Mittel und Wege für ihre Hilfe rm Westen prüfen müßten, und vorgeschlagen, zuerst ein­mal Verhandlungen übe: Militärabkommen

mit der Türkei und Polen zu eröffnen. Gleich­zeitig hätten sie definiert, was sie unter direktem oder indirektem Angriff verstünden. Sie seien dabei so weit gegangen, daß man britischerseits befürchtet habes daß die sowjctrussischen Vorschläge einer potentiellen Einmischung in die innere Politik anderer Staaten gleichkäme. Der Moskauer Korrespondent des Blattes berichtet, daß man in diplomatischen Kreisen mangels einer britischen Stellungnahme auf die letzte sowjetrussische Antwort einen leisen Optimismus zur Schau trage. Der Korrespondent, der im übrigen die Hauptforderung, nämlich die England unbequeme Fern- ost-Earantie, völlig unterschlägt, rechnet damit, daß die Sowjets die britische Regierung weiter unter Druck setzen werden.Daily Mail" fragt im Leitartikel, was wollen die Russen eigentlich noch. Es scheine, daß jedesmal, wenn England nachgebe, die Russen die Preise erhöhten.

Die englischen Prooinzblätter sind völlig ratlos in ihrer Beurteilung der Moskauer Verhandlungen. So betonen sie an der alten Linie festhaltend daß es zu einem Abschluß mit Moskau kommen müsse, es ge­

lingt ihnen aber in keiner Weise zu verheimlichen, wie schwierig die Lage geworden ist.

So schreibt der diplomatische Korrespondent des Manchester Guardian", man könne sich nur schwer vor­stellen. wie man sich aus den neuen Schwierigkeiten her­ausziehen solle. Aus Paris melde man. daß die Fran­zosen einen neuen Plan hätten. Man spreche davon, daß man jetzt zunächst einen gegenseitigen Beistands­pakt zwischen England. Frankreich und Sowjetrußland abschließen wolle. Derartige Berichte seien aber zumin­dest verfrüht, denn die britische Regierung hoffe immer noch. daß «s möglich sein werde, ein umfassenderes Ab­kommen abzuschließen. Höchst beachtlich ist die Tatsache, daß ein Blatt wieManchester Guardian" davor warnt, daß England Staaten garantieren lallte, die dies nicht wünschten. Das Blatt erklärt, vielleicht sei es manchmal notwendig. Staaten gegen ihren eigenen Willen zu garantieren, das sei aber nicht im geringsten eine auf­geklärte Form von Diplomatie. Im übrigen bringe das die Gefahr mit sich. daß Länder, die auf diese Weife garantiert würden, sehr leicht in die Arme des.Feindes geworfen würden.

Unser Isgssspiisgvl

(Unsers bsntiZs Lmsgabs runkakt 14 Ssitso)

Moskau richtet im Rahmen der Besprechungen neue Forderungen an die Westmächte.

Japan ist gewillt, aus jeden Fall eine Aenderung der britischen Haltung in China herbeizuführen.

Die Unwetterkatastrophe in Kentucky (USA.) hatte weitere Verluste im Gefolge.

MV Staatsgcldern versuchen die englischen Ein­kreiser, die Earantiestaaten zu Sklaven britischer Interessen zu machen.

Der bulgarische Ministerpräsident Kjosseiwanosf hatte eine längere Aussprache mit dem Reichs­außenminister.

Zur Auswanderung der Juden aus Deutschland wurde durch Reichsgesetz eine Reichsvereiniguna der Juden geschaffen.

Die erste der beiden Condormaschine» für den Führer wurde von Bremen nach Berlin überge­führt.

Bremens Lustschutzsirenen ertönen ab heute zu Probealarmen.

Nach ihrem Ostmarkerlebnis kehrte» die ersten 800 Hitler-Jungen aus ihrem Kärntner Sommerlager zurück.