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vreinerMmo
parteiamtliche Tageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Zielen Hansestadt vremen
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Die 22-mm-Zeile Im Anzeigenteil 13 die 78-mm-Zeile im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 7 Nachlaßstafsel 0). Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschiuß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen:
Am Geeren 6 — 8, Fern-> spreche! Nr. 5 4121. Nacht ruf und sonntags: Fernsprecher
Nr. 51115! Ob ernst raße Nr. 86, Fernsprecher Nr. 5 4121. In Shke, Mühlendamm Nr. 2.
der Nationalsozialisten Bremens
pmtliches Nerkiindungsblalt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Bremen
Nr. 184 / S. Jahrgang
Zreitag, ?. Juli 1SZS
kinzelpreis 15 Npf.
Sie Veiten Sklavenhändler kuropas
knglanv wieder einmal auf dummenfang
„Seld der traditionelle einzige Veitrag Londons" / Viele Millionen für Leben und vlut anderer / Vie wirtschaftliche Seite der kinkreisung / Staatsmittel für den kauf ganzer Völker
London, 7. Juli
Die ganze Schamlosigkeit der finanzkapitalistisch regierten Demokratien spricht aus einem von England geplanten Gesetz zum kaltschnäuzigen Ankauf europäischen Kanonenfutters für britische Ungerechtigkeit und Persidie. Das Kabinett hat in seiner zweistündigen Sitzung am Mittwochabend den Londoner Morgenblättern zufolge den Beschluß gefaßt, dem Parlament sofort ein Gesetz vorzulegen, durch das die Regierung zur Uebernahme von Exportkrcditgarantien in Höhe von 100 bis 15Ü Millionen Pfund für Kriegsmateriallieserungen an die britischerseits garantierten Staaten ermächtigt werde.
Das englische Parlament verabschiedete im Dezember vergangenen Jahres ein Gesetz, durch das der Exportabteilung der Regierung zehn Millionen Psund znr Verwendung für politische Zwecke zur Verfügung gestellt wurden. Sämtliche Morgenblätter mit Ausnahme der „Times" berichten nun, das, diese Ermächtigung aus 1V6 bis 15V Millionen Pfund ausgedehnt werden soll, um es anderen Regierungen, darunter Polen, der Türkei, Rumänien und Griechenland zu ermöglichen, Rüstungsaufträge an die britische Industrie zu vergeben.
Die Blätter weisen darauf hin. datz durch dieses Geset, nicht nur der britischen Rüstungsindustrie große Aufträge gesichert würden, sondern daß auch einige der Län- der^ ßeren eventuelles Freundschaftsverhältnis znm Reich den Engländern ein Dorn im Auge wäre. durch Versorgung mit Kriegsmaterial den englischen Interessen dienstbar würde. — Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt hierzu, unter diesem Kreditplan seien beträchtliche „Verkäufe" von britischen Flugzeugen, Kanonen und anderen Waf
fen an Polen vorgesehen, das infolge der britischen Garantie im Kriegsfalle eine Frontlinie für England sei.
„Daily Mail" spricht von fast 15V Millionen Psund und charakterisiert den Plan unverblümt, wenn sie feststellt, daß die neue Wirtschaftspolitik der Regierung eine Ausdehnung des britischen Handels und der Bewaffnung seiner Verbündeten dienen sollte. Auch im Leitartikel nimmt die „Daily Mail" kein Blatt vor den Mund. Es heißt hier, die ungeheure Finanzkraft sei Englands mächtigste Waffe, die es jetzt spielen lasse. Geld sei der traditionelle Beitrag Großbritanniens und manchmal der einzige.
Das einzige Blatt, das mit dem Plan nicht einverstanden ist, ist der „Daily Expreß", der schreibt, England vergeude sein Geld. Warum gebe man, so fragt das Blatt, dieses Geld nicht Kanada oder Australien, i um dort Rüstungsfabriken zu bauen? Das würde wenigstens noch Sinn haben.
I (Siehe auch Seite 2)
Ver Staatsbesuch Kjosseiwanoffs
Kraninlederlegung linier den Linden — kintragung in das öoldene Buch
- Berlin, 7. Juli.
Das Ehrenmal Unter den Linden war gestern vormittag die Stätte einer feierlichen Heldenehruilg durch den Gast der Reichsregierung, Ministerpräsident und Minister des Aeußeren Kjsfisiwanosf, der in Begleitung des bulgarischen Gesandten in Berlin Draganosf an der geweihten Stätte einen Lorbeerkranz mit Schleifen in den Farben seines Landes niederlegte und anschließend an der Seite des Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Seifert, den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie des Infanterieregiments „Großdeutschland" abnahm.
Eine vieltausendköpfige Menschenmenge, die den Ee- denkplatz umsäumte — auch viele Angehörige der bulgarischen Kolonie in Berlin waren erschienen — war Zeuge dieser weihevollen Handlung, bei der der füh-. «ende Staatsmann des im Weltkrieg mit uns verbündeten Bulgarien jener Helden gedachte, die in treuer Waffenbrüderschaft Schulter an Schulter für die gemeinsame Sache fochten u>nd die Liebe zu ihrem Vaterland mit dem Tod besiegelten.
Ministerpräsident Kjosseiwanaff, in dessen Begleitung sich außer dem Gesandten. Exzellenz Draga- noff. der deutsche Gesandte tn Sofia. Freiherr von Richthofen, der bulgarische Militärattachä in Berlin Harisanoff und Vertreter des Auswärtigen Amtes und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda befanden, schritt zunächst unter den Klängen der bulgarischen Nationalhymne mit den Kommandanten von Berlin. Generalleutnant Seiffert. die Front der Ehrenkompanie ab und betrat dann die Gedenkstätte unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden, während die taufende draußen die Hand zum ehrenden Gruß erhoben. Nach Niederlegung des Lorbeerkranzes und stillem Gedenken nahm der Ministerpräsident den Vorbeimarsch der Ehrenkompanie ab.
Im verliner Naktzauo
Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal stattete der bulgarische Ministerpräsident dem Berliner Rathaus einen Besuch ab. Oberbürgermeister und Stadt- präsident Dr. Lippert betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß er schon während der Olympischen Spiele
1938 die Freud« gehabt habe. hohe bulgarische Gäste im Rathaus willkommen heißen zu können. Er erinnerte weiter an die treue Waffenbrüderschaft der beiden Nationen während des Weltkrieges und gab ab
schließend der Erwartung Ausdruck, daß auch dieser Besuch dazu beitragen werde, die engen Beziehungen zwischen beiden Böllern weiter zu vertiefen.
Nach herzlichen Worten des Dankes für die in der Reichshauptstadt gefundene gastliche Ausnahme trug sich der bulgarische Ministerpräsident in das Goldene Buch der Reichshauptstadt ein. Ein Rundgang durch die historischen Festräume des Rathauses folgte.
(Fortsetzung aus Leite ts
k s » ,1 e I» I> k u II x I, e im zg ii Iitz r 2 II ONr eil lies d u I s !l r i s v b v II Ik e x i v r IIII x 8 v >1 e k 8. INirvii lies Löiiixlieli-Liilxeriselivn üliiiisterpräsiilenteii imü Aliiiinters üss Beugern vr. Keorxi Kio.sk naiiotk, vvr.iiistoltetv <Ivr Milirer in seinem Ilnuse eine lrlieiult.itel: Her giNirer im kespriieli mit i O.ittin null cker loeliter seines 6astes, ginn irZosseinnnokk unil I-r-iillein Illliiinu ic.inssein-iiwlk.
l?resSL-Rol't'nionn.
rä. Berlin, 7. Juli.
Schon der glänzende Empfang des bulgarischen Ministerpräsidenten in Berlin hat in England und Frankreich erhebliches Mißvergnügen bereitet. Jetzt mehren sich in den Zeitungen der westlichen Hauptstädte die mokanten Bemerkungen zu diesem Besuch, die mehr aus Neid und Mißgunst geboren sind, als aus dem Willen ' zur wahrhaften Berichterstattung und zur gerechten Würdigung. Da man die Herzlichkeit der Beziehungen zwischen Deutschland und Bulgarien ebensowenig leugnen kann wie die fruchtbare Intensität des Warenaustausches, verlegt man sich darauf, den bulgarischen Staatsmännern hinterhältig« Gedanken unterzuschieben und ihre Freundschaft zu Deutschland lediglich als den Ausfluß taktischer Erwägungen darzustellen.
So erscheint Deutschland in den Berichten der französischen Presse als der Erpresser, der nur darauf ausgeht, aus den Besprechungen politischen und wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Zu diesem Thema schreibt die „Republigue", Bulgarien spiele für Deutschland nur die Rolle einer ertragreichen Kolonie, die man unter Druck setzen könne, Lebensmittel und Rohstoffe zu liefern. Nicht viel anders urteilt der offiziöse „Petit Parisien", wenn er — der Wunsch als Vater des Gedankens! — meint, Bulgarien wünsche den Einfluß des Reiches abzuschütteln, nnd nur London und Paris könnten dem Lande in wirtschaftlicher Hinsicht dazu verhelfen. Mit Recht betont der „Temps", daß der Staatsbesuch in dem Augenblick stattfinde, da sich auch unter den Nationen des Slldostens die Geister scheiden. Das offiziöse Blatt fügt dann allerdings hinzu, nicht nur moralische (!), sondern auch politische Argumente müßten Bulgarien eigentlich beweisen, daß seine Interessen auf der Seite der „Friedensfront" lägen. Nicht viel anders tönt es aus London. Vor allem drückt die „Times" ihr Bedauern darüber aus, daß die Handelsverbindungen Bulgariens zu den Westmächtsn so locker seien, wobei das ehrenwerte Blatt natürlich ausschließlich an das Wohl Bulgariens denkt.
Auch die Prognosen über die vermutlichen politischen Auswirkungen des Besuches tragen den Stempel der Mißgunst. Im Gegensatz zu den eindeutigen Presss- stimmen aus Sofia meint man — „Bulgarien würde allenfalls mit der Achse kokettieren", an eine Vertiefung der Freundschaft mit Berlin sei jedenfalls nicht zu denken, denn „die bulgarischen Staatsmänner erinnerten sich daran, daß sie 1914 auf das falsche Pferd gesetzt und nach der Besisgung durch die Alliierten unter dem Joch des Deutschen Reiches gelitten hätten". Wir beschränken uns darauf, diesem Satz ein Wort des bulgarischen Gesandten in Berlin gegenüberzustellen, das er zu de-r gleichen Zeit prägte: „Die große deutsche feldgraue Armee des Weltkrieges ist in den Mythos des bulgarischen Volkes eingegangen als der Freund, der Helfer, der Waffenbruder!" So wetteifern die Zeitungen der West- mächte in böswilligen Unterstellungen, ohne zu merken, daß diese Art der Reaktion nur zu leicht als Nteder- schlag des Aergers und der Ohnmacht zu erkennen ist.
Desto sympathischer sind die Stimmen aus den Ländern, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und Beiträge zum Frieden als solche erkennen und zu schätzen wissen. Aus Bulgarien selbst wird die gespannte Aufmerksamkeit des ganzen Volkes gemeldet. Die Zeitungen — an der Spitze das Regierungsblatt „Dnes" — würden den Staatsbesuch. Im Mittelpunkt steht das gute Verhältnis zu Deutschland, von dem „Dnes" schreibt: „Das deutsche Volk versteht die Nöte unseres Volkes am besten, weil der Vertrag von Neuilly eins Kopie des Versailler Vertrages ist. Deshalb begrüßen
miiimlkmmmilrmmimmlimllmiiimmiilmilllilmliiimllimllimlmillimimr
London in einer furchtbaren Zange
Moskau gellt aufs Lanze — kinkreisung eine gefiikrliche Lache für Sie krfinSer
London, 7. Juli.
Im Zusammenhang mit der bereits gestern gemeldeten Kabinettssitzung gibt die „Times" einen Ueberblick über den Stand der Moskauer Verhandlungen und erklärt, die Schwierigkeiten hätten sich bei der Aufstellung der Liste der zu garantierenden Staaten ergeben. Die britischen Unterhändler hätten Belgien, Polen, Rumänien, Griechenland und die Türkei vorgeschlagen, die Sowjets hätten diesem Vorschlag zugestimmt, vorausgesetzt, daß Finnland, Estland und Lettland hinzugefügt würden.
' England habe daraufhin erklärt, daß es in diesem Falle seine Sonderintercssen an der Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit der Schweiz und der Niederlande in Erwägung ziehen müsse. Die Sowjets hatten geantwortet, daß sie die Mittel und Wege für ihre Hilfe rm Westen prüfen müßten, und vorgeschlagen, zuerst einmal Verhandlungen übe: Militärabkommen
mit der Türkei und Polen zu eröffnen. Gleichzeitig hätten sie definiert, was sie unter direktem oder indirektem Angriff verstünden. Sie seien dabei so weit gegangen, daß man britischerseits befürchtet habes daß die sowjctrussischen Vorschläge einer potentiellen Einmischung in die innere Politik anderer Staaten gleichkäme. Der Moskauer Korrespondent des Blattes berichtet, daß man in diplomatischen Kreisen mangels einer britischen Stellungnahme auf die letzte sowjetrussische Antwort einen leisen Optimismus zur Schau trage. Der Korrespondent, der im übrigen die Hauptforderung, nämlich die England unbequeme Fern- ost-Earantie, völlig unterschlägt, rechnet damit, daß die Sowjets die britische Regierung weiter unter Druck setzen werden. „Daily Mail" fragt im Leitartikel, was wollen die Russen eigentlich noch. Es scheine, daß jedesmal, wenn England nachgebe, die Russen die Preise erhöhten.
Die englischen Prooinzblätter sind völlig ratlos in ihrer Beurteilung der Moskauer Verhandlungen. So betonen sie — an der alten Linie festhaltend — daß es zu einem Abschluß mit Moskau kommen müsse, es ge
lingt ihnen aber in keiner Weise zu verheimlichen, wie schwierig die Lage geworden ist.
So schreibt der diplomatische Korrespondent des „Manchester Guardian", man könne sich nur schwer vorstellen. wie man sich aus den neuen Schwierigkeiten herausziehen solle. Aus Paris melde man. daß die Franzosen einen neuen Plan hätten. Man spreche davon, daß man jetzt zunächst einen gegenseitigen Beistandspakt zwischen England. Frankreich und Sowjetrußland abschließen wolle. Derartige Berichte seien aber zumindest verfrüht, denn die britische Regierung hoffe immer noch. daß «s möglich sein werde, ein umfassenderes Abkommen abzuschließen. Höchst beachtlich ist die Tatsache, daß ein Blatt wie „Manchester Guardian" davor warnt, daß England Staaten garantieren lallte, die dies nicht wünschten. Das Blatt erklärt, vielleicht sei es manchmal notwendig. Staaten gegen ihren eigenen Willen zu garantieren, das sei aber nicht im geringsten eine aufgeklärte Form von Diplomatie. Im übrigen bringe das die Gefahr mit sich. daß Länder, die auf diese Weife garantiert würden, sehr leicht in die Arme des.Feindes geworfen würden.
Unser Isgssspiisgvl
(Unsers bsntiZs Lmsgabs runkakt 14 Ssitso)
Moskau richtet im Rahmen der Besprechungen neue Forderungen an die Westmächte.
Japan ist gewillt, aus jeden Fall eine Aenderung der britischen Haltung in China herbeizuführen.
Die Unwetterkatastrophe in Kentucky (USA.) hatte weitere Verluste im Gefolge.
MV Staatsgcldern versuchen die englischen Einkreiser, die Earantiestaaten zu Sklaven britischer Interessen zu machen.
Der bulgarische Ministerpräsident Kjosseiwanosf hatte eine längere Aussprache mit dem Reichsaußenminister.
Zur Auswanderung der Juden aus Deutschland wurde durch Reichsgesetz eine Reichsvereiniguna der Juden geschaffen.
Die erste der beiden Condormaschine» für den Führer wurde von Bremen nach Berlin übergeführt.
Bremens Lustschutzsirenen ertönen ab heute zu Probealarmen.
Nach ihrem Ostmarkerlebnis kehrte» die ersten 800 Hitler-Jungen aus ihrem Kärntner Sommerlager zurück.