Ausgabe 
(1.7.1939) Nr. 178
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Freien iiansestadk Vremen

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Die 22-inin-Zelle lm Anzeigenteil 13 die 78-oun-Zeile im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleines Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 Nachlaßstaffel 6). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: In Vremen:

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblatk des Neichsstatllialters in Oldenburg und Vremen

Nr. 1?8 / 9. Jahrgang

Sonnabend, 1. Juli 19Z9

kinzelpreis 13 Nps.

kngland suchttürkisches Kanonenfutter"

Vrich» London den Vsterpakt mit Italien!

folgen eines türkisch-öggptischen Militärbündnisses / krnste Warnung Noms

Bombenanschlag auf arabisches Kaffee

(vrsbtberlckt unser es Vertreters in Koni)

vr. v. I.. R 0 M, 1. Juli.

Ein Zustandekommen des von der englischen Einkreisungspolitik erstrebten türkisch­ägyptischen Militärbündnisses würde von den peiirlichsten Folgen für die englischen Be­ziehungen zu Italien begleitet sein. In diesem Fall hätte der englische Botschafter in Rom, Sir Percy Loraine, aus Grund des englisch-italienischen Vertrages vom 18. April 1838, Absatz 2 (Austausch militärischer Informationen) dem italienischen Autzenminister Rede und Antwort zu stehen. Eine derartige unter englischer Leitung zustande gekommene Einkreisungsallianz würde infolge der flagranten Verletzung des Osterpaktes Italien seinerseits die volle Handlungsfreiheit gegenüber allen Bestimmungen des englisch-itali­enischen Vertrages nicht nur im Mittelmeer (Libyen), sondern auch im Roten Meer und in Ostafrika (Tana-See) zurückgewinnen lassen.

Wie in diesem Zusammenhang der dem italienischen Außenministerium nahestehende Direktor desTele- grafo", Ansaldo, mitteilt, beobachtet die faschistische Re­gierung die englischen Einkreisungsmanöver, die darauf abzielen, türkische Truppen in Aegypten zum Einsatz zu bringen, mit äußerster Aufmerksamkeit. Die Vertei­digung Libyens werde auch für diesen Fall vorbereitet. England, das die Militärherrschaft über Aegypten über­nommen habe, verfüge im Ernstfall nicht über die nötigen englischen Truppenabteilungen zur Verteidigung. Die ägyptischen Truppen selbst würden vom englischen Ee- neralstab aus Grund ihrer nationalägyptischen Einstel­lung mit Mißtrauen beobachtet. Infolgedessen wolle England türkische Divisionen nach dem Suezkanal und den ägyptischen Grenzen schicken, ungeachtet der Tat­sache, daß die Türken wie kein anderes Volk auf Grund der geschichtlichen Erfahrungen in Aegypten gehaßt würden und diese türkischen Truppen die letzte Möglich-

AußenpoUlischer Minislerrat in Paris

jt>. Paris, 1. Juli.

Heute vormittag findet im Elysse unter Vorsitz des Staatspräsidenten ein Ministerrat statt, der sich erneut mit der' außenpolitischen Lage befassen wird. Wie es heißt, wird Außenminister Bonnet über die Informatio­nen sprechen, die der aus Warschau eingctroffene fran­zösische Botschafter mitgebracht hat. Als zweiter Punkt steht ein Bericht über die Dreier-Pakt-Verhandlungen in Moskau auf der Tagesordnung, die Frankreich neue Sorgen machen, weil der Empfang von William Strang bei Molotvw erneut verschoben worden ist. Es wird ver­mutet, daß sich Bonnet auch mit dem vernichtenden Ar­tikel Schdanoffs in der MoskauerPrawda" befassen wird. Dieser Artikel wird in Paris außerordentlich ernst genommen, nicht nur, weil Schdanosf der Präsident der außenpolitischen Kommission des Sowjetparlaments ist, sondern besonders, weil er als das einflußreichste Mit­glied des Politbüros und als persönlicher Freund Stalins gilt. In Pariser politischen Kreisen weist man darauf hin, daß dieser Artikel geschrieben worden ist, noch bevor William Strang die neuen Vorschläge mit den unbeschränkten Zugeständnissen vorlegen konnte. Man schließt daraus, daß es dem Kreml darauf ankam, den neuen englischen Vorschlägen im voraus mit einer kalten Dusche entgegenzutreten.

kett zu einer wirklichen Unabhängigkeit Aegyptens neh­men würden. England brauche dastürkische Kanonen­futter" dringend und dränge Aegypten nach dem Grund­satz: Die Freunde unserer Freunde sind unsere

Freunde" zum Abschluß des Militärbündnisses mit An­kara.

Ein Toter, zwölf Schwerverletzte in Jerusalem Jerusalem, 1. Juli.

Freitag nachmittag, wurde im Judenvicrtel Meashea- rim von Jerusalem ein Araber ermordet. Bei der Mili­tärischen Durchsuchung der Ludenkolonie im Südbezirk der Stadt wurden 74 illegale jüdische Einwanderer ver­haftet.

Auf ein arabisches Kassee in Jerusalem wurde ein jüdischer Bombenanschlag verübt, bei dem 12 Araber schwer rerletzt wurden. Einer der Schwerverletzten ist in­zwischen gestorben. Das Kaffee wurde schwer beschädigt. Daraufhin ordnete der Militärkommandant die Schlie­ßung aller jüdischen Kaffees in Jerusalem ab 20 llhr, sowie das Verbot des jüdischen Verkehrs von und nach Jerusalem auf lder Straße nach Jaffa an.

In Tel Avis wurde der jüdische Rechtsanwalt Max Seligmam, der die britische Staatsangehörigkeit besitzt, wegen Einschmuggeln? illegaler Einwanderer zu sechs Monaten verschärfter Eefängnishaft verurteilt.

veorg Kjosseiwanoff

Zum bevorstehenden Besuch des bulgarischen Ministerpräsidenten

Nachdem das Deutsche Reich und die Reichs- hauptstadt vor Tagen den königlich-bulgarischen Finanzminister und Präsidenten der bulgarischen Staatsbank, Bojikofs, begrüßen konnten, ist jetzt ein offizieller Staatsbesuch des bulgarischen Mini­sterpräsidenten angekündigt. Dr. Georg Kjossei- wanoff, der neben dem Amt des Ministerpräsi­denten auch die Portefeuilles der auswärtigen und der kulturellen Angelegenheiten verwaltet, begann vor drei Jahrzehnten seine diplomatische Laufbahn, erlebte also als junger Diplomat die schweren Zei­ten der Balkankriege und die Kämpfe des Welt­krieges. Vorher hatte Kjosseiwanoff der 1884 in der bulgarischen Stadt Peschtera, in einem Tal des Rodope-Gebirges, geboren wurde in Paris Rechtswissenschaft studiert und dort den Doktor­grad erworben. In Paris begann auch seine diplo­matische Tätigkeit. Später führte i-hn seine Be­rufsarbeit zur Gesandtschaft nach Rom,, dann nach Istanbul und Bern. 1920 war er als Geschäfts­träger in Berlin tätig, bis ihn die Leitung der bulgarischen Diplomatie wieder nach Paris über­siedeln ließ. Nach kurzer Tätigkeit in Bukarest wurde Kjosseiwanoff Zum außerordentlichen Ge­sandten und bevollmächtigten Minister in Athen ernannt Das war 1931. Seiner dortigen Tätigkeit folgten nach einer zweiten Periode in Rumä­nien zwei Jahre in der jugoslawischen Haupt­stadt, eine Zeit, die für das spätere Werk der Aus­

söhnung zwischen Sofia und Belgrad große Be­deutung gewinnen sollte. 1934 vom König zum Leiter der königlichen Kanzlei nach Sofia berufen, trat Kjosseiwanoff ein Jahr darauf als Außenmini­ster in das Kabinett Toscheff ein. Schon damals fand er bei seinem Amtsantritt versöhnliche Worte gegenüber dem jugoslawischen Nachbarn, die in Belgrad ein gutes Echo fanden, zumal König Alexander einer Besserung der Beziehungen zwi­schen den beiden Nachbarländern weitschauend Bahn gebrochen hatte. In dieser außenpolitischen Konzeption machte sich der Außenminister zum Vollstrecker des Willens seines Königs, der in dem Ausgleich ein Werk des Friedens und der Konsoli­dierung auf dem Balkan anstrebte. Als o.e Regie­rung Toscheff oegen Ende des Jahres '.5 zurück­trat, wurde Kjosseiwanoff zum Ministerpräsidenten berufen, eine Ernennung, die eine wesentliche Ent­spannung in die jugoslawisch-bulgarischen Be­ziehungen brachte, nicht zuletzt, weil der Minister­präsident schon damals das Äußenministerium bei­behielt.

Das deutsche Volk wird in Kjosseiwanoff den Be­auftragten des Königs von Bulgarien und den Repräsentanten des fleißigen bulgarischen Volkes begrüßen, dessen Waffentreue und Deutschfreund- lichkeit bei uns immer wieder das herzliche Gefühl freundschaftlicher Verbundenheit bestätigt.

Hauptversammlung der keichsbank

Neichswirtschastsmimster und Neichsbankpräswent Funk über den deutschen Finanz- und wirtschastskurs

Berlin, 1. Juli.

In der gestrigen Hauptversammlung der Anteils­eigner der Deutschen Reichsbank, in der ein Kapital von 36 883 400 RM. vertreten war, wies Reichswirt­schaftsminister und Reichsbankpräsident Malter Funk zunächst daraus hin, daß diese HV. bereits unter der Geltung des neuen Gesetzes über die Deutsche Reichs­bank vom 15. Juni 1838 stattfinde. Durch dieses Ge­setz sei den Notwendigkeiten der nationalsozialistischen Staats- und Wirtschaftspolitik Rechnung getragen wor­den und gemäß dem vom Führer erteilten Auftrag die bereits früher eingeleitete Umgestaltung der durch den Dames-Plan der Hoheit des Reiches entzogenen Deut­schen Reichsbank zu einer der Souveränität des Staates Ejingungslos unterstellten deutschen Notenbank zum Abschluß gebracht worden.

Nach dem Gesetz babe die Hauptversammlung den Jahresbericht der Reichsbänk zur Kenntnis zu nehmen, ^ ^ Gewinnanteil auf höchstens 5 v. H. bs- und zwar bereits für das abgelaufene Geschäftsjahr. Die HV. nahm darauf den bekannten Abschluß mit Verwaltungsbericht für 1938 zur Kennt- nis und genehmigte einstimmig das Abfindungsangebot erledigt Damit war die Tagesordnung

Reichswirtschaftsminister und Reichsbankpräsident Funk machte anschließend noch einige Ausführungen, die sowohl die Tätigkeit der umgestalteten Reichsbank als auch allgemeine Finanz- und Wirtschaftsfragen betrafen. Nach dem neuen Reichsbankgesetz sei der bisherige Zentralausjchuß außer Funktion getreten und durch einen Beirat ersetzt worden. Minister Funk teilte mit, dag der neue Beirat, der in den nächsten Tagen berufen einer kleinen Anzahl von Sachoer- aus den verschiedensten Gebieten bestehen rorrö, dre für die Reichsbank von besonderer Wichtigkeit

sind. Diese Mitglieder des Beirats werden Ausschüssen vorstehen, in die eine weitere Anzahl von sachver­ständigen Mitgliedern aus allen Sparten der deutschen Wirtschaft berufen werden sollen. Im ganzen werde man auf diese Weise auf eine Zahl von vielleicht 60 bis 70 Beirats- und Ausschußmitglieder kommen. Diese Ausschüsse sollen jeder auf seinem besonderen Gebiet tatkräftig mitarbeiten, was dadurch am besten erreicht werde, daß die einzelnen Ausschüsse nicht zu groß ge­halten und daß nur wirklich sachverständige Persönlich­keiten berufen werden.

Unter den vom Führer gestellten Aufgaben, so fuhr Reichswirtschastsminister und Reichsbankpräsident Funk fort, befindet sich auch der Auftrag, den Kapital­markt für den pri.vaten Geldbedarf in erhöhtem Umfange zu erschließen und zur Verfügung zu stellen, denn durch die vollkommene In­anspruchnahme des Kapitalmarktes durch das Reich in den vergangenen Jahren sei seine Ausnutzungskraft für private Bedürfnisse in erheblichem Umfange geschmä­lert worden. Der Kapitalmarkt müsse also auf eine kräftigere und breitere Grundlage gestellt werden. Es werde daraus ankommen, die Wirkungen der Steuer­politik auf den Kapitalmarkt abzustimmen. Minister Funk führte dabei aus, daß die künftige Entwicklung ausschlaggebend davon ausgehen müsse, wie die Steuer­politik in der Zukunft gestaltet werde, denn der Kapi­talmarkt könne nicht funktionieren, wenn nicht gewisse Erleichterungen und Entlastungen für die produktive Wirtschaft und den Kapitalverkehr auf steuerlichem Ge­biete eintreten. Aus vielem Grunde, sagt« Minister Funk, habe er den neuen Finanzplan lebhaft begrüßt, weil darin die ersten umfassenden Möglichkeiten für steuerliche Erleichterungen enthalten sind. Auf diesem Wege müsse weitergegangen werden. Wenn nun Unternehmungen mit Obligationen an die Börse kommen, d. h. an den Kapitalmarkt herantreten wollen, so ist es, betonte Minister Funk, unsere Pflicht, dafür

zu sorgen, daß der Kapitalmarkt den Ansprüchen genü­gen kann und nicht überlastet wird und daß ein rich­tiges Verhältnis in der Rendite zwischen Aktien und Obligationen hergestellt wird. Die Börse sei auch heute noch für die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik ein wertvolles Instrument, wenn sie auch nicht mehr das ist, was sie früher war. Wir hätten aber die Pflicht, die Börse zu einem gut funktionierenden Instrument zu machen.

Unter diesen geschilderten Umständen liege das tat­sächliche^ Schwergewicht auf der Steuerpolitik; andererseits liege es auf der .allgemeinen Wirtschafts­politik, bei der wir nach wie vor darauf bedacht fein müssen, eine richtige Ordnung in den Ansprüchen der einzelnen Wirtschaftsgebiete- durchzuhalten. Hierbei stehe in vorderster Linie der Export. Die Reichsbank habe alles nur Erdenkliche getan, um den Export zu fördern, und wie sich aus den Ausweisen der Handels­bilanz ergebe, sei es gelungen, immer wieder Vorteile herauszuholen und den Export aus einen Stand zu hal­ten, der durchaus nicht als ungünstig bezeichnet werden könn«. Deshalb werde auch im Exportau'sschuß des neuen Beirates eine besonders nachdrückliche und wichtige Arbeit zu leisten sein. Es bestehen, schloß der Minister seine Ausführungen, auch für die weitere Entwicklung der deutschen Wirtschaft durchaus stärkere Aufwärts- möglichkeiten unter der. Voraussetzung, daß der Staat durch Reglementierung und Organisation her Wirtschaft die Führung und Lenkung in der Hand behält. Was ja ohne weiteres der Fall sii. Im Sinne dieses wirtschaft­lichen Geschehens nachdrücklich weiterzuarbeiten, werde gerade die Ausgabe des neuen Beirates bei der Reichs­bank sein, und aus dem neuen Gesetz über die Deutsche Reichsbank werde sich alsbald ergeben, da-, die Reichs­bank stärker als bisher den großen Aufgaben genügen kann, die der Führer ihr und der ganzen deutschen Wirtschaft gestellt hat.

Das HeaAeeU ^ Ltee K/ö»te

Saudi-Arabien im Kampf gegen englisches Riinkefpiel Von

Hans-Joachim Voigt

Das Volk der ewig unruhigen Wüste ist so wie der Sand; nur eine starke Hand, blinder Glaube und der Erfolg können es zu einem Brei zusammenkneten. Gnade und unbarmherzige Grausamkeiten sind die Leiden Extreme, die der Herr der Araber gleicherweise an­wenden muß, um die zügellosen Gemüter zu bändigen. Darin war Saud ein Meister!" Dieses Urteil des un­garischen Orientalisten Julius Eermanus kennzeichnet nicht nur die Persönlichkeit des großen Wahabitenfüh- rers Jbn Saud, sondern charakterisiert gleichzeitig den Kampf um die Macht in einem Reich, das heute den größten Teil der über drei Millionen Quadratkilo­meter umfassenden arabischen Halbinsel einnimmt.

Der alle Völker aufrüttelnde Gärungsprozeß des Weltkrieges hatte vor der vorderasiatischen Wüste nicht haltgemacht. Menschen und Geld der kriegführenden Großmächte waren auch an die Küste des Roten Mee­res vorgestoßen und hatten in dem englischen Obersten Lawrence den wild-romantischen Typ eines politischen Aufwieglers gefunden. Das Gold seines Landes, die eigene, kraftvolle Persönlichkeit und sein hervorragen­des Einfühlungsvermögen in die Gedankenwelt .des Islam ermöglichten es Lawrence, den damaligen Groß- Scherif von "Ä?ekka, Hussein, zu bewegen, eine lang­jährige Oberhohmt abzuschütteln. Die Souveränität Ses Sultans sollte fallen. Unterstützt durch seine Söhne, Feisal und Abdallah, trieb England denSchatten­könig" Hussein gegen die alte Türkei in den Krieg. Jbn Saud aber blieb der Sohn der Wüste.

Am 24. Oktober 1915 schrieb der englische Oberkom­missar in Aegypten, Sir Henry MacMahon, dem Scherifen von Mekka, Hussein, auf seinen Vorschlag, England möge die Unabhängigkeit der Araber bestäti­gen, daß er berechtigt sei, im Namen der britischen Re­gierung die vorgeschlagenen Grenzen des neuen Araber­reiches anzuerkennen. McMahon stellte sodann fest, daß die Araber beschlossen hätten, die Unterstützung, die Führung und den Rat Großbritanniens allein in An­spruch zu nehmen, und daß die europäischen Berater und Beamten, die zur Bildung der arabischen Verwaltung dieser Gebiete notwendig seien, Engländer sein würden. In der Grenzziehung nahm England die Länder des heutigen Mandatsgebietes Syrien aus, da es auf den französischen Alliierten Rücksicht nehmen muß.

Mitten im Weltkrieg glaubte England, ein arabisches Großreich, das seinen Wünschen und Zielen entsprach, geschaffen zu haben. König Hussein, das äußere Sinn­bild dieser eingebildeten Einheit, umgab sich in Mekka mit allem Prunk, den er mit dem Gold seines europäi­schen Schutzherrn kaufen konnte. Jbn Saud bemerkte den Zerfall des Schattenkönigtums sehr wohl; er wußte, daß nur puritanische Härte und das strenge Einhalten der Gesetze des Korans die widerstrebenden Stämme Arabiens einen konnte. Auch in seinem Hauptquartier befand sich ein englischer Ratgeber, St. John Philby, und es gehört sicherlich zu den interessantesten Eeschichts- studien, festzustellen, wie der listige Engländer dem klu­gen Wahabitenfllhrer in den langen Jahren des von außen geschirrten Aufruhrs den offenkundigen Wirr­warr der englischen Opportunitätspolitik, die ganz nach Belieben und augenblicklichem Vorteil mit dem Schick­sal der arabischen Volksstämme spielte, immer erneut zu erklären versuchte. Die Schaffung vonEinfluß­sphären", die Ausnutzung anderer Völker für eigene Interessen, bei denen man nur zu nehmen, nicht aber zu geben gewillt war, war so sehr zum Prinzip briti­scher Weltherrschaft geworden, daß auch ein so offen­sichtliches Intrigenspiel wie diese doppelseitige Ein-'

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Unssr IssesspSsssl

(Unsers bsutigs Lnsgabs urnksLt 14 Seiten)

Das von England erstrebte türkisch-ägyptische Mili­tärbündnis wird für London ernste Folgen nach sich ziehen.

Bei dem jüdischen Bombenanschlag aus ein ara­bisches Kaffee wurden eine Person getötet und 12 schwer verletzt.

Die holländische Regierung ist zurückgetreten.

Im Jnnsbrucker Prozeß wurden Penz und Toma- schek zum Tode verurteilt.

Die Entwicklung auf dem deutschen Arbcitsmarkt wird durch die Tatsache gekennzeichnet, daß 887 888 Arbcitsgesuchen 1,7 Millionen offene Stellen gegen­überstehen.

In der Hauptversammlung der Deutschen Reichs- Lank sprach Reichswirtschastsminister Funk über den deutschen Finanz- und Wirtschaftskurs.

DerGautag am Westwall" wurde eröffnet. Großadmiral Dr. h. c. Raeder tras zu de» Stapel­lausfeierlichkeiten in Vremen ein.

Die BZ. veröffentlicht einen interessanten lleber- blick über die Kriegsmarinebauten, die seither auf der AG.Weser" entstanden.

Hans Stuck erreichte im Motorboot mit 82,5 Stun­denkilometer einen neuen Stnnden-Weltrekord. Georg Meier stellte bei den Trainingsfahrten zur holländischen TT. einen neuen Rundenrckord auf.