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Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen
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der Nationalsozialisten Bremens
flmtliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und vremen
Nr. 204 / S. Jahrgang
Donnerstag, 2?. Juli 19Z8
kinzelpreis 13 Nps.
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vombenattentkit auf Londoner valinliof
km loter, mehrere Schwerverletzte
Ver öepöckaufbewakrungsraum verwüstet / lumult unter der Bevölkerung
London, 27. Juli.
Auf dem Londoner Bahnhof Kings Croh wurde gestern wieder, vermutlich von bischer Seite, ein Bombenattentat verübt. In dem Gepäckaufbewahrungsraum, in dem die Explosion erfolgte, wurde erheblicher Schaden angerichtet. Insgesamt 18 Personen wurden verletzt. Ein Schwerverletzter, dem beide Beine abgerissen worden waren, ist am Nachmittag im Krankenhaus gestorben.
Der Zustand zweier schwerverletzter Schalterbewmten W ernst. Die Mehrzahl der anderen Verletzten konnte snach Anlegung von Verbänden wieder aus dem Kran- -ksnhaus entlassen werden. Noch während der ärztlichen Behandlung wurden die Verwundeten von Beamten von Scotland Pavd verhört. Ein Zeuge sagte aus, daß sich die Explosion wenige Minuten vor der Ankunft eines Zuges ereignet habe und daß einzelne Trümmer zehn Meter hoch geschleudert worden seien.
Der Tatort bietet ein Bild größter Verwüstung. Der ganze Boden des Gepiickraumcs ist mit Trümmern übersät. Sämtliche Regale und Gepäckstücke wurden zerstört, und die Schalter- und Fensterrahmen aus den Wänden herausgerissen. Die Trümmer werden von Scotland Pard aus das genaueste untersucht; jedoch hat man bisher noch nicht feststellen können, ob die Bombe sich in einem Gepäckstück befand, das zur Aufbewahrung abgegeben worden war. Die Wirkung der Explosion beschränkte sich nicht nur aus den Schalterraum. Zwei
Autodroschken, die vor dem Bahnhosseingang standen, wurden gleichfalls schwer beschädigt und ihre Insassen verletzt. Selbst angrenzende Läden wurden in Mitleidenschaft gezogen.
Ddr Anschlag hat unter der Bevölkerung einen ungeheuren Tumult hervorgerufen. In kurzer Zeit hatte sich vor dem Bahnhof eine große Menge angesammelt, die selber in einen heftigen Meinungsstreit geriet. Polizei sah sich schließlich gezwungen, den Zugang zum Bahnhof völlig abzusperren und die Menge ausein- anderzutreiben.
Die Serie der von irischen Freiheitskämpfern organisierten Bombenanschläge, die sich schon seit Monaten in London und größeren Provinzstädten fortgesetzt ereignet hat, hat bereits vor Wochen in Manchester ein Todesopfer gefordert, wo ein Passant von einer Bombe zerrissen worden war. Noch vor vier Wochen wurden 17 Personen bei schweren Explosionen, die sich gleichzeitig auf belebten Plätzen Londons ereigneten, verletzt.
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„Wakchaster Sieg Japans
Im Kriegsfall auf der Seile der flckle — kerillis klagt kngland an
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svrabtbsrickt unseres pariser Vertreters)
jb, Paris, ,27. Juli.
Nachdem die englische Kapitulation gegenüber Japan hn den offiziösen Pariser -Kreisen und Blättern eisiges Schweigen oder Reserve, in der übrigen Presse dagegen Entrüstung, Erbitterung und Ablehnung ausgelöst hat, erfolgte nun der schärfste Angriff gegen den englischen Schritt in der „Epoque", die bekanntlich den Pariser Generalstabskreisen nahesteht. De Kerillis erklärt, es werde zur Begründung des Abkommens Arita—Lraigie gesagt, England habe im Fernen Osten Zugeständnisse gemacht, um in Europa freie Hand zu bekommen.
Diese offiziell« Behauptung sei grundfalsch, und zwar aus folgenden Gründen: Japan sei mit den Achsenmächten verbündet und werde demzufolge England „nun nach und nach immer härtere Forderungen" auferlegen. Das jetzige Abkommen sei nur die Einleitung der „völligen Liquidation aller Rechte im Fernen Osten". Der „wahrhafte Sieg", den Japan jetzt über England errungen habe, beschleunige den Vorgang. Wenn der Krieg aus- breche, stehe Japan auf der Seite der Achsenmächte. Durch das fernöstliche „München" habe England also die Antikomlnternfront keineswegs gebrochen. Durch die Kapitulation habe England dem chinesischen Widerstand den Todesstoß versetzt/Also seien damit die Kräfte Japans zur Unterstützung der Achsenmächte bedeutend verstärkt worden. England habe kapituliert, obwohl es voll-
Ser sütirer auch bei der zweiten vaureutker festspielauffichrung
Vayreuth, 27. Juli
Als zweite Vorstellung der Bayreuther Vühnenfest- spiele ging am Mittwoch Richard Wagners „Tristan und Isolde" in Szene. Wieder war der Führer mit vielen nahmhaften Ehrengästen Zeuge einer beispielhaften Ausführung.
Die vorn vorigen Jahr bekannte Inszenierung Heinz Tietjens mit Max Lorenz, Margarethe Kloie, Prohaska und Josef von Manwwarda in den tragenden Rollen hat durch die musikalische Leitung des italienischen Dirigenten Victor de Sabata sowie durch die französische Sängerin Eermaine Lubin als Darstellerin der Isolde eine wesentliche Bereicherung erfahren. Die Vorstellung hinterließ in dem ausverkauften Festspielhaus einen überwältigenden Eindruck, der sich in begeistertem Beifall nach jedem Akt kundgab.
kommen in der Lage gewesen sei, Widerstand zu leisten. Durch gemeinsame wirtschaftliche Sanktionen jener europäischen Stacken, die Interessen in Ostasien zu verteidigen haben, hätte mindestens ein Versuch unternommen werden müssen. Dieses „Wagnis" wäre auf alle Fälle eindrucksvoller gewesen als ein „charakterloses und zweifelhaftes Abkommen mit dem Angreifer".
Das fernöstliche München werde „schwerste Rückschläge in Europa haben. „Weit entfernt davon, den
Widerstand der Westmächte in Europa zu erleichtern, wird ihre europäische Politik durch die asiatische Kapitulation geschwächt und kompromittiert. Auf der ganzen Linie und an allen Fronten verliert England, verlieren England und Frankreich. Das Abkommen von Tokio ist, ein Ereignis ohne Beispiel in der Geschichte des sonst so stolzen englischen Volkes. Es kompromittiert das Weltprestige des Empire entscheidend. Heute aber ist das Prestige wie Stahl und Kanonen eine Waffe, England hat diese Waffe soeben stumpf gemacht."
Diese schärfste Verurteilung der englischen Politik gerade von dieser'Seite darf zweifellos als ein wichtiges Symptom der jüngsten Entwicklung gewertei werden, und zwar dafür, wie sehr England nicht nur in Ostasien und Europa, sondern auch in Frankreich verloren hat. (Siehe auch Seite 2)
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Im (lalgenliok lies IV'ieiivi' Imixlgel'ielits >vni'llen am 25. cknli llie »atiniialsonialisti-ielien Kämpfe,-. ,l,e bilri- cke» Toll ckiii-eli >Ie» 8t,a»g erlitten, xevlirt. (kresss-llollinaim.)
Londoner Negierungsausschuß über die katastropkalen krnäkrungsverkültmsse im britischen Weltreich
London, 27. Juli.
Nach dreijähriger Arbeit hat der von der britischen Regierung eingesetzte Wirtschaftsberatungsausschuß einen Bericht über die Ernährungsverhältnisse in den britischen Kolonien veröffentlicht, der von den meisten Londoner Blättern wiedergegeben wird. Der Untersuchungsausschuß, der die Verhältnisse von 55 Millionen Menschen in 48 verschiedenen Kolonialgebieten des britischen Weltreiches seit April 1936 unter dem Vorstand des Carl de la Warr geprüft hat, ist zu dem Ergebnis gekommen, daß wie z. B. „Daily Expreß" auf erster Seite im Fettdruck meldet, die meisten der 55 Millionen Einwohner des britischen Kolonialreiches halb hungerten. nicht genügend bezahlt seien, um sich ausreichend ernähren zu können, viele niemals Milch, Butter und Eier gesehen hätten, daß die Kleinkindcr mit Reiswasser und Tee großgezogen würden und daß Krankheiten und Armut weit verbreitet seien. Wir kennen, so fügt das Blatt im Fettdruck hinzu, nur eine» Kommentar: Schande!
In jedem Teil des Kolonialreiches, so heißt es in dem Bericht des Untersuchungsausschusses weiter, sei das
Einkommen eines sehr großen Teils der Bevölkerung unter dem notwendigen Ernährungsminimum gehalten. Die in den eigenen Gebieten erzeugten Lebensmittel seien sehr oft unzureichend für die Ernährung. Die Unterernährung in den Städten sei natürlich noch schlimmer als in den Landgebieten. Aus einem Bericht aus Barbados gehe hervor, daß die Löhne der Eltern meist nur zur Ernährung der Familie bis Mittwoch reichten. Donnerstags und freitags müßten die Kinder hungrig in die Schule gehen. Aehnliche Beschreibungen gibt der Bericht über andere Kolonien. Selbst die „Times" gibt in einem Leitartikel zu, daß Schritte ergrifsen werden sollten, um Abhilse zu schaffen. „Daily Mail" schreibt, niemand könne sich stolz fühlen über das englische Kolonialreich, so lange derartige Zustände herrschten Der ganze Bericht sei ein düsteres Bild von Unterernährung. Armut, Unwissenheit und Krankheit, und er müsse das Gewissen des britischen Volkes wachrufen. „Daily Expreß" 'chreibt. die Engländer sollten ihre Augen niederschlagen und sich schämen über den Hunger und die Krankheit in britischen Gebieten. Das sei also das englische Empire. Die Regierung habe zwar Polen und Griechenland Garantien gegeben, nun müsse man aber
auch alles daransetzen, damit z. B. Barbados gegen den Hunger und Gambia gegen die Armut garantiert werden.
Arabischer flrzt gibt Orden zurück
Damaskus, 27. Juli.
Im Zusammenhang mit der großen Skandalasfäre im Krankenhaus des arabischen Arztes Dr. Fouad Dejani, wo ein den Engländern unbequemer arabischer Zeuge von sechs britischen „Zivilisten" kaltblütig ermordet wurde, veröffentlicht das Arabische Büro die Abschrift eines Brieses von Dr. Fouad Dejani an den britischen Oberkommissar in Jerusalem, worin Dr. Dejani den Oberkommissar bittet, ihn aus der Liste derjenigen zu streichen, die englische Orden und Auszeichnungen tragen. Er schäme sich, noch britische Auszeichnungen zu tragen, nachdem sich in seinem Hospital in Jaffa abscheuliche englische Gewaltakte abspielten. (Dr. Dejani, der im Weltkriege unter Oberst Lawrence auf Seiten der Engländer als Militärarzt tätig war, erhielt im Jahre 1921 für „besondere Verdienste" einen Orden und wurde 1936 durch König Georg V. durch die Verleihung einer weiteren Medaille ausgezeichnet.)
Die Ernährungswirtschrrft bei uns und in Italien
Deutsche und Italiener haben aus der Geschichte der letzten zwanzig Jahre gelernt, daß nicht nur die politische Kunst und militärische Krast das Schicksal eines Volkes entscheiden, daß vielmehr auch die Wirtschaft in den Dienst der Nation gestellt sein muß. So ist es denn nicht verwunderlich, daß in Italien und Deutschland auch in der Handhabung der wirtschaftlichen Aufgaben neue Wege beschritten weiden. Wenn man den landwirtschaftlichen, den ernährungswirtschafttichen Sektor betrachtet, dann gibt es zwar in Italien und Deutschland im einzelnen jeweils verschiedene Ansatzpunkte, sie ind jedoch im Endeffekt auf ein und dasselbe Ziel ausgerichtet, nämlich: die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Landes zu erzwingen und damit die Freiheit der politischen Handlung zu sichern.
Deutschland und Italien sind von der Natur recht stiefmütterlich behandelt worden. Bei der Verteilung der Weltrohstossmärkte sind Italien und Deutschland auf Grund widriger politischer Entwicklungen ebenfalls zu kurz gekommen. Deutschland ist gezwungen, je Quadratkilometer 144 Menschen zu ernähren. Die Bevölkerungsdichte Italiens beträgt 138 Menschen je Quadratkilo- Meter, wobei berücksichtigt werden muß, daß weite Bodenflächen Italiens — bis zu 7 v. H. der gesamten Nutzfläche — vollkommen unproduktiv sind und vorläufig für eine landwirtschaftliche Nutzung überhaupt nicht in Frage kommen. Italien leidet darüber hinaus an zu großer Trockenheit für eine ganz« Reihe von Landstrichen, während andere Gebiete wiederum versumpft sind und dadurch ebenfalls nur bedingt genutzt werden können.
Italien hat deswegen ebenso wie wir zur Sicherung der landwirtschaftlichen Arbeit ein Marktordnungssystem geschaffen, das insbesondere für den Weizen, für Mais, für Oel, Fleisch und einige andere Produkte gilt. Denn der Faschismus sah in einer landwirtschaftlichen Autarkieschlacht die einzige Möglichkeit, die wirtschaftliche Unabhängigkeit des Landes zu sichern. Der Kampf um die Steigerung der Bodenerträge hat in Italien in dem Augenblick begonnen, da der Faschismus die Macht übernahm. Die Durchsetzung einer umfassenden Autarkieschlacht wurde jedoch erst dann bis zur letzten Konsequenz in Angriff genommen, als die sogenannten demokratischen Staaten wegen der Abessi- nien-Frage die Völkerbllnds-Sanktionen über Italien verhängten.
Im Mittelpunkt der Anstrengungen Italiens zur Er- ringung seiner ernährungswirtschaftlichen Selbständigkeit steht die sogenannte Eetreideschlacht. Sie begann im Jahre 1925 und kann heute im wesentlichen als gewonnen gelten. Vor 1925 mußte Italien im Jahre durchschnittlich 25 bis 26 Mill. cks Weizen einführen. Während der 5 Jahre von 1933 bis 1937 betrug dagegen die durchschnittliche Jahreseinfuhr an Weizen rund 7 Mill. ckr. Heute kann Italien unter günstigen Ernte- voraussetzungen bereits genügend Weizen aus der eigenen Scholle gewinnen.
Eine Gemeinsamkeit des Kampfes auf dem ernährungswirtschaftlichen Gebiet ist für Italien und Deutschland auch für das Gebiet der Bodenver- besserung und der Landgewinnung gegeben. Deutschland hat im Jahre 1933 einen umfassenden Angriff auf die noch vorhandenen Moor- und Oedland- flächen begonnen und gleichzeitig dem „Blanken Hans" Trutz angesagt. Der Adolf-Hitler-Kog, der Hermann- Göring-Kog und die hier entstandenen neuen Bauernhöfe künden von dem fanatischen Willen Deutschlands, einmal verlorenes Land zu Nutz und Segen des Volkes wiederzugewinnen. Das faschistische Italien hat sich
Unser IsgesspieseS
(Anssrs ksutiZs Ausgabe nwkskt 14 8s!ten)
Ein Londoner Regierungsausschuß stellt fest. daß im britischen Kolonialreich Hungrr und Krankheit herrschen.
Aus einem Londoner Bahnhof wurde ein neues schweres Bombenattentat verübt.
In Warschau herrscht über den Mißerfolg der Anleiheverhandlungen mit England Bestürzung. Volksdeutsche werden in Polen weiterhin rücksichtslos drangsaliert.
Die Deutsche Reichspost gibt den Fcrnsehrundfunk siir die Öffentlichkeit frei.
Die Preise für Nundfunk-Ersatzröhren wurden erheblich gesenkt.
Die Wirtschaftsorganisationen werden ihre Tagungen erheblich einschränken.
Die Neichshauptstadt stand im Zeichen einer großen Verdunkelungsllbung.
Standartenführer Dr. Fischer empfing im Rathaus die SA.-Nachwuchssührer der Reichssührerschule in München.
259 Bremer Brieftauben starten zum weitesten Wettflug des Jahres.
Am 2. August findet auf dem Domshos ein großer Zapfenstreich statt.
NSFK.-Mann Reichelt, Vremen, wurde Sieger im Wettkampf für Motorslug-Modelle.
Jochen Balke, Bremen, schwamm Weltbestzeit.