Ausgabe 
(20.7.1939) Nr. 197
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vremerZeAno

parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien kjansestadk Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches verkündungsblatt des Beiltzsstatttzalters in Oldenburg und Meinen

7ir. 197/9. Jahrgang

Vonnerstag, 20. Juli 19Z9

kinzelpreis 15 Bps.

Neville tliamberlmn in der Zwickmülile

sgkw-Verlzandlungen erneut unterbrochen

visstge Antworten auf peinliche fragen /wie steift es in Moskau

(vraktberlclrt unseres l-onckoner Vertrete rs)

id. London, 2V. Juli.

In London erwartet man in fieberhafter Spannung den Bericht des britischen Bot­schafters in Tokio über seine am Mittwochvormittag stattgefundenen Besprechungen mit Autzenminister Arita. Die Botschaft in Tokio hat ein Kommunique herausgegeben, in dem es heiht, datz in der zweiten Unterredung allgemeine Fragen erörtert worden seien, die den Hintergrund der Situation in Tientsin bildeten. Die Verhandlungen sind aber bereits wieder unterbrochen und für Zreitag neu angesetzt worden.

Das Foreign Office will dieses außerordentlich heiße diplomatische Eisen ohne Zweifel direkt von London aus bearbeiten und hat seinem Botschafter daher nicht die geringste frei« Hand gelassen.

Im Parlament teilte Premierminister Chamberlain mit, daß Lord Halifax den Bericht von Sir Robert Lraigie erwarte. Aus die Frage- des Labourabgeordne- ten Henderson, was die Verhandlungen eigentlich auf­halte,. erwiderte Ehamberlain unwillig, sie würden gar nicht aufgehalten, sondern vielmehr fortgesetzt. Mehrere Abgeordnete verlangten von der Regierung wiederum ein« bedeutend schärfere Haltung gegenüber den Japanern. Man verlangte vor allem sofortige wirtschaftliche Gegenmaßnahmen gegen Japan, falls die Tientsinblqckade nicht sofort aufhöre und der britische Militärattache Oberst Spear, der bekanntlich unter der Anklage der Spionage steht, sofort auf freien Fuß gesetzt

Hermann Söring aus dem deutschen NHein

Berlin, 20.' Juli.

Eeneralseldmarschall Göring hat am Mittwoch nach der Besichtigung von Teilen des Westwalles und der Lnstverteidigungszone West mit seinem Motorschiff Karin II" den Rhein stromab von Mannheim bis Duisburg befahren. Der Feldmarschall unterrichtete sich bei dieser Fahrt auf das genaueste über den Stromlauf und den Zustand der User- und Hafenanlagen entlang des Rheines. Das besondere Interesse des Fcldmarschalls galt dabei dem Umfang der Schifsahrt aus dem Rhein und den an den Ufern des deutschen Stromes angesie­delten mannigfachen Industrien.

llcberall, wo dieKarin II" von der Bevölkerung erkannt wurde, umbrandeten herzlicher Jubel das Schiff. Der Gcneralfeldmarfchall mußte immer wieder vom Deck der Jacht den an die Ufer, aus die Brücken und Stege herbcigeeiltcn Volksgenossen danken. Auch von allen vorüberfahrendcn Schissen, Kähnen und Boo­ten wurde Hermann Göring begeistert zugerufen und zugewinkt. '

Am Donnerstag wird der Fcldmarschall an Bord der Karin II" über die Kanäle und Flüsse des Ruhr- gebietes weiterfahren.

würde. Im Namen der Regierung erklärte der Unter­staatssekretär Butler, daß die Vorhandlungen in Tokio eröffnet worden seien und daß eben die Regierung hoffe, den Streit um Tientsin auf dem Verhandlungs­wege zu regeln.

In der gestrigen Sitzung des Kabinetts, das sich sowohl mit den japanischen als auch mit den Sowjet­verhandlungen eingehend befaßt hatte, scheint man in beiden Fragen keinen Schritt weitergekommen zu sein. Jedenfalls läßt die schlechte Laune des Premierministers diesen Schluß zu, denn auf alle Fragen, die am Mitt­woch im Unterhaus an ihn gerichtet wurden, antwortete er nnr recht kurz und auffallend unfreundlich. Auf die Frage eines Linksabgeordncten, ob man in den Ver­handlungen mit Moskau einem Abkommen näher­gekommen sei als vor einer Woche, erwiderte Chamber­lain bissig:Wir haben bis jetzt jedenfalls noch kein Abkommen getroffen!", aus eine weitere Anfrage, ob man mit dem Abschluß eines Vertrages noch vor Be­ginn der Sommerferien des Parlaments rechnen könne, meinte er resigniert, er hoffe es.

Rom, 20. Juli.

Der italienische Außenminister Graf Ciano ist am Mittwochvormittag an Bord des PanzerkreuzersEu- genio di Savoia" im Hafen von Gaeta cingetrosscn und hat in Begleitung des Staatssekretärs des Marinemini­steriums, Admiral Cavagnari, der ihm entgegengefahren war, sofort seine Reise im Flugzeug fortgesetzt. Nach seinem Eintreffen aus dem Flughafen von Ostia, wo er von den Anwesenden überaus herzlich begrüßt wurde, begab sich der italienische Außenminister unter stürmi­schen Kundgebungen im Wagen nach Rom, wo er sofort im Palazzo Venczia vom Duce empfangen wurde, um ihm Bericht zu erstatten.

Zum Abschluß der Spanien-Reife des italienischen Außenministers stellt die römische Presse die hochoffiziöse Verlautbarung derJnformazione Diplomatica" und die Kommentare der deutschen Presse dem Echo aus Lon­don und Paris gegenüber und betont, daß nunmehr die letzten Illusionen der Einkrei-sungsmächte zerschlagen seien. Die Bestürzung in Paris und das schmerzliche Eingeständnis Londons, datz die italienisch-spanische

Unfähigkeit der britischen Mplomatie

Bern, 20. Juli.

In einer Erörterung über die in Tokio geführten englisch-japanischen Verhandlungen schreibt der Außen- politiker derSuisse" u. a., -auf englischer Seite stelle man sich wenigstens offiziell so, als ob man nur über die Beilegung des Zwischenfalles von Tientsin sprechen wolle, aber die diplomatische Stellung Englands sei durch unkluge und recht unüberlegte Reden stark be­einträchtigt worden. Als am 14. Juni die Blockade der englischen Konzession in Tientsin begann, sei die eng­lische Presse voll von Repressaliendrohungen gewesen. Jetzt dauere die Blockade der englischen Konzession schon vier Wochen und man habe nicht den Schatten einer wirtschaftlichen Repressalie gesehen. Die Japaner seien nicht blind und taub, sie hätten erkannt, daß die Re­pressaliendrohungen nur Bluff waren und daß Eng­land schließlich den Rückzug angetreten habe. Als wei­terer Fehler bezeichnet dieSuisse" das Eerede von einer englisch-französischen Flottendemonstration im An­schluß an die Konferenz in Singapore, und schließlich begehe England einen dritten Fehler, wenn es auf Meinungsverschiedenheiten zwischen dem japanischen Militär und den politischen Kreisen Tokios spekuliere. Durch alle diese falschen Schachzllge werde die Aufgabe des englischen Unterhändlers in Tokio nicht erleichtert.

Japan sei entschlossen, die wirklichen Absichten Eng­lands in Ostasien zu klären. Werde sich England gegen­über dem japanischen Vorgehen in Ostasien, das an die Stelle des anarchischen Zustandes in China eine neue Ordnung setzen will, neutral oder feindselig verhalten? Das sei in der Hauptsache die Frage, um die es bei den Verhandlungen in Tokio geht.

Freundschaft das dominierende Element im Mittelmeer sei, bestätige hinreichend, daß das Spanien Francos im Lager der Gegner der sogenannten großen Demokratien stehe. Die Aufbaupolitik der Achse könne, wie dies auch die deutsche öffentliche Meinung unterstrichen habe, einen neuen, unbestreitbaren Erfolg buchen.

1290 belgische Bergleute in Besätze

Lütt ich, 20. Juli.

Im SteinkohlenbergwerkLimburg Maas" hat sich ein Unfall ereignet, der das Leben von 1200 Bergleuten in höchste Gefahr bringt. Ein Brand zerstörte ein elek­trisches Kabel. Hierdurch wurde das gesamte Bergwerk stromlos gemacht. 1200 Arbeiter sind unter Tag ein­geschlossen. Nach den letzten Mitteilungen beginnt Luft- mangel einzutreten, da auch die Entlllstungsanlagcn nicht mehr. arbeiten.

tiano erstattet dem ttuce bericht

Letzte Illusionen der kinkreisungsmächte zerschlagen"

Mißglücktet Itzeatertrick Nooseoelts

versuch der flustzebung des Waffenembargos endgültig gescheitert Bestellter Bericht überunheilvolle kntwicklungen" in kuropa Ber Senat eindeutig gegen die Kriegspolitik des amerikanischen Präsidenten

Washington, 20. Juli.

Nach einer dreistündigen Besprechung im Weißen Haus, bei der die eingeladenen Vorsitzenden beider Sc- natssraktionen eindeutig erklärten, daß die Mehrheit der Senatoren in diesem Jahre keine Revision des soge­nannten Neutralitätsgesetzes wünsche, gab Präsident Roosevelt,Associated Preß" zufolge, nunmehr end­gültig den Versuch aus, die Aushebung des Wasseu- embargos noch im laufenden Sitzungsabschnitt des Kon­gresses durchzudrücken. Diese neue Niederlage Roosevelts ist um so bemerkenswerter, als der Präsident sich zur Durchsetzung seiner kriegshetzerischen Pläne eines uner­hörten Thcatercoups bediente, und die in Europa vor­handenen Spannungen in gewissenlosester Weise als innenpolitisches Druckmittel mißbrauchte. Mit un­saubersten Mitteln sollte die amerikanische Bevölkerung zugunsten einer Clique internationaler Rüstungsge­winnler hintcrs Licht geführt werden.

Roosevelts hetzerische Hinweise, daß die europäische Lage gespannter sei, als allgemein angenommen werde, ließen die anwesenden Senatoren, darunter die Re­publikaner Borah, McNary und Austin, offensichtlich völlig unbeeinflußt, denn nach Konferenzschluß gab die Kanzlei des Präsidenten folgende Erklärung aus:Der Präsident und der Außenminister hielten an der Auf­fassung fest, daß der Vertagungsbeschluß des Senats die amerikanische Staatsführung bei den Bemühungen zugunsten der Erhaltung des Friedens unter den an­deren Nationen, falls vor Wiederzusammentri t des

Buudeskangrcsses eine neue europäische Krise aus- ürechen sollte, schwächen würde."

Ueber den Verlauf der Besprechungen im Weißen Haus weiß die republikanischeNew c Herald Tri­bune" zu berichten, daß Roosevelt den Versammelten, unter denen sich auch Vizepräsident Earner befand, u. a. auch von einerüberaus pessimistischen" Schilderung der europäischen Lage Kenntnis gab, die der Dienstag in Washington eingetroffen« Brüsseler USA.-Botschafter Joseph Davies wenige Stunden vorher im mündlichen Bericht an Roosevelt offensichtlich auf Bestellung des Präsidenten abgegeben hätte. Nach Aussagen von Senatoren glaubte Daviesunheilvolle Entwicklungen" voraussagen zu müssen, falls nicht die Vereinigten Staa­ten ihremoralisches Gewicht" zugunsten der euro­päischen Demokratien in die Waagschale werfen, um die Achsenmächte zu verhindern, den Status quo mit Waf­fengewalt zu ändern(i).

Botschafter Davies gab nach seiner Unterredung mit Roosevelt noch eine Presseerklärung ab, in der er ganz im Sinne der kriegshetzerischen Politik Roosevelts die sofortige Aufhebung ber Waffensperre empfahl (!). Wie Associated Preß weiter berichtet, beugten sich Roosevelt und Hüll nur widerstrebend der Ansicht der Senatoren, die Revision des Neutralitätsgcsetzes bis zum nächsten Januar zu verschieben. Einer der Anwesenden machte nach Schluß der Besprechungen Andeutungen über scharfe Wortgefechte vor allem zwischen Roosevelt und Hüll einerseits und Borah andererseits. Danach drückte Roofc- velt in einer pathetischen Erklärung gegenüber Borah die Absicht aus, die Neutralitätsfrage dem amerikani­schen Volke vorzulegen, worauf Borah geantwortet habe, dann würden auch ander« an die Wählerschaft

appellieren, und das würde die Frage auswerfen, wel­cher Seite man mehr Glauben schenken dürfe.

Die Autoritären als Kinderschreck! Ein Macht­kampf hat in Washington sein vorläufiges Ende gefunden, bei dem es im Grunde darum ging, ob in den Vereinigten Staaten die Politik des Präsi­denten in erster Linie dem eigenen Lande nützen oder fremden Völkern schaden soll. Mit Recht wandten sich die Senatoren gegen jene Politik, deren Antriebskraft allein der Haß gegen die autoritären Staaten ist und verlangten nicht mehr und nicht weniger als eine wahre amerikanische Politik, die ihre Richtlinien nach den Notwendig­keiten des eigenen Landes festlegt. Die Diskussion über alle diese Fragen geht schon deshalb über den Nahmen der USA.-Innenpolitik hinaus, weil die autoritären Staaten dazu herhalten müssen, als Schreckbilder die Argumente des Präsidenten zu unterstützen. Es kann gar nicht oft genug be­tont werden, welch ein Verbrechen in der heutigen Zeit jeder Beitrag zu der ohnehin weit genug ver­breiteten Panikstimmung ist. (!) Die Andeutung des Präsidenten, mit der Neutralitätsfrage vor das Volk zu treten, läßt die wahren Gründe seiner krampfhaften Aktivität erkennen, eine Drohung, die jedoch seine Gegner in keiner Weise zu schrecken vermochte. Der bevorstehende Wahlgang zur Präsidentenwahl erklärt hier manches.

(Siehe auch Seite 2)

WMs

2um Parteitag äes kbüeäons bat Lroksssor llicbarck Llsio (Nünctisv) äisss okö- rüslls I?sstplslcstts gsschakksv. (Lrssss-Aokkmann)

K/ie aeöeüsi -eia-

Hans Pohl, der Leiter dcr Abteilung Sieger- und Ve- gabtcnföidcrung in dcr Führungsstelle des Bcrufswctt- kampfcs, schreibt zum Bcgabtenfördcrungswerk:

Mit dem kürzlich verkündetenBegabtensörderungs- werk des deutschen Volkes" ist ein weiterer entscheiden­der Schritt zur Verwirklichung des Programms der NSDAP. getan. Es verlangt in seinem Punkt 20die Ausbildung besonders veranlagter Kinder armer Eltern ohne Rücksicht auf deren Stand oder Beruf auf Staats­kosten". Während auf dem Gebiet des politischen Füh­rernachwuchses bisher durch die Schaffung der Ordens­burgen und der Adolf-Hitler-Schulen bereits Hervor­ragendes getan werden konnte, fehlte es an gleich um­fassenden Einrichtungen auf dem Gebiet der beruflichen Förderung.

Der Führer hat verschiedentlich betont, daß alle Re­serven der Begabung des deutschen Volkes zu erschließen seien, um sie in den Dienst der Leistungssteigerung der deutschen Wirtschaft zu stellen. Wohl gab es Maßnah­men der beruflichen Förderung, die es verdienen, der Zukunft überliefert zu werden. Manche Betriebs­sichrer ließen es sich durchaus angelegen sein, ihren begabten Eefolgschaftsmitgliedern den Weg zur beruf­lichen Entwicklung zu ebnen. Auch manche Gruppen der gewerblichen Wirtschaft erkannten durchaus, daß auf die Dauer den Schwierigkeiten des Arbeitseinsatzes nur dann zu entgehen ist, wenn bisher brachliegende Kräfte zur Entfaltung gebracht werden.

Diesen Bestrebungen fehlte aber bisher die ein­heitliche Ausrichtung, und daher ließen sich Doppelarbeit und Ueberschnetdungen schwer vermeiden. Hinzu kam, daß die Förderung in die Gefahr geriet, Mode" zu werden. Ohne die notwendige Sachkenntnis ging man an die Förderung heran und leitete hier manches fehl, was bei einiger Erfahrung zu vermeiden gewesen wäre. Man vergaß, daß am Anfang jeder För­derung die gründliche- Auslese zu stehen hat, und daß die Maßstäbe der Auslese sich erst aus-langer Erfah­rung und mühsamer Arbeit ableiten lassen. Daher lag es nahe, die Maßnahmen der beruflichen Förderung zu­sammenzufassen und unter einheitliche Leitsätze zu'stel­len. Damit wurde man nicht nur den Notwendigkeiten des Arbettslebens gerecht, sondern erfüllte auch' zwin­gende politische Forderungen.

Der Bewegung stand bei ihrem Willen seit Jahren der Beruf swettkampf zur Verfügung. Er ist die umfassendste Grundlage, auf der die beruflichen Be­gabungen ermittelt werden können. An ihm beteiligten sich Jahr um Jahr Millionen, die so ihre Leistungen unter Beweis stellen. Seine Aufgabenstellung ist reichs- emheitlich. und durch klare Richtlinien für die Be-

Unser Tssesspisssl

(Unsers ksutigs Ausgabe uwkaüt 14 Seiten)

Roosevelt versuchte im Weißen Haus vergebens, gegen die Feinde seiner Kriegspolitik die autori­tären Staaten als Kinderschreck auszuspielen.

Die englisch-japanischen Verhandlungen in Tokio wurden erneut unterbrochen.

Graf Ciano erstattete dem Duce Bericht über seine Spanienrcise.

stadt Vorfiihrungssliige aus.

Seit 1033 wurden in Deutschland 800 neue Vauern- dörfer geschaffen.

Rcichsarbcitssührer Hier! weilt in Ostpreußen.

Gestern ereignete sich in Bremen der 24. tödliche Verkehrsunfall.

Die SA.-Reichswettkämpfe in Berlin brachten be­deutungsvolle Leistungssteigerungen.

Der Reichssportführer traf mit tausend deutschen Eymnastikern in Stockholm zur Lingiade ein.