Ausgabe 
(19.7.1939) Nr. 196
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Erscheint 7m alwöchentlich

Moaalsbezug ^ 2^9 einschl. Zu­stellgebühr; Postbezugspreis monall. 2,80 E (einschl 46,76 Post­zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus ahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Tauveriag Weser- EmS GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 54121, Nachtr. u. Sonntg. 51115. Sprech z.: Verlag: werktl. 1213 Uhr; Schriftleitung Diens­tag und Freitag 12V-13V, Uhr.

Meiner Muno

(parteiamtliche Tageszeitung

^vas Amtsblatt des Negierenden Vurgermeisters der Lreien kjansestadk vremen

Anzeigen - Grundpreise:

Die 22-ww-Ze!le im Anzeigenteil 13 die 78-mia-Zeile im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 Nachlaßstafsel 6). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: Vn Vremen:

Am Geeren 6 8, Fern- sprechei Nr. 54121. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher

Nr. 5111Z; Obernstraße Nr. 86, Fernsprecher Nr. 5 4121. Ln Syke» Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches Nerkündungsbialt des Neichsstatchalrers in Oldenburg und Vremen

Nr. 196 / 9. Jahrgang

Mittwoch, 19. Juli 19Z9

kinzelpreis 15 Npf.

kerillis für Ausrottung der deutschen

Versailles war ein Kinderspiel!"

Ver französische Kriegslzetzer verrät den walzren Sinn der demokratischen friedensplirasen

«-

«.!!!

«.>>

W

k»

>0f

».«>

L«

P/

uii

z.»- p-

-

i.«

Paris, 19. Juli.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, welche verbrecherischen Pläne Trieb­feder und Endziel der gegen Deutschland gerichteten Einkreisungspolitik der Demokra­tien sind, so wurde dieser jetzt von französischer Seite erbracht.

>'In zahlreichen französischen Blättern wurde dieser Tage ein sogenanntesManifest" veröffentlicht, dessen Unterzeichner namhafte Vertreter der französischen Wissenschaft sind. In diesem Aufruf wird offen die Vorbereitung eines Weltkrieges gefordert, der vor allem die Wiederherstellung der Tschecho-Slowakei nach dem früheren Status zum Ziele haben soll. Diese sei, so wird behauptet, für das europäische Gleichgewicht und die Erfüllung der französischen Wünsche unentbehrlich. Obwohl über den Charakter dieser Kriegshetze nicht der geringste Zweifel bestehen kann, wurde jedoch tags dar­auf durch einen von Henri de Kerillis verfaßten Artikel in derEpoque" jede etwaige Mißdeutung der franzö­sischenWünsche" ausgeschlossen. Es ist zwar immerhin bemerkenswert, daß sich Kerillis die läppischen Propa­gandamätzchen des Foreign Office und des famosen Herrn King-Hall nicht zu eigen macht. In scharfem Widerspruch zu der Spekulation, in Deutschland zwischen Volk und Führung Gegensätze konstruieren und Miß­trauen säen zu können, stellt er klipp und klar fest, daß diese Hoffnung einkatastrophaler Irrtum" sei. Adolf Hitler sei weder ein Diktator, noch ein Tyrann, son­dern legal durch eine Mehrheit von Stimmzetteln zur Macht gelangt.

Für Kerillis kann es sich also M>ch bei einem zu­künftigen Krieg nicht etwa nur um den beabsichtigten

oamelin: keine Zugeständnisse

jb. Paris, 19. Juli.

Der französische Generalissimus Gamelin erklärte in einem Interview für die polnische Presse, die Rüstungs­vorbereitungen hätten in Frankreich gute Ergebnisse gezeitigt. Gegenwärtig stünden in Frankreich drei Jah­resklassen unter Waffen. Die Moral der Reservisten sei ausgezeichnet. Frankreich habe seine Schwierigkeiten überwunden, und der politische Elan habe das ganze Land erfaßt, so daß dem französischen Volke jedes Opfer zugemutet werden könne. In Polen sei es ebenso. Er, Gamelin, setze großes Vertrauen in die polnische Armee, deren Truppen und Offizierkorps einen hohen militä­rischen Wert hätten. Ileberhaupt seien sich Polen und Frankreich in bezug auf ihre Charaktere und ihren Zug zur Größe sehr ähnlich. (Herzlichen Glückwunsch!) Fran­zosen und Polen hätten in der Geschichte viele Male ihr Blut für die gleichen Ideen vergossen; deshalb sei es natürlich, wenn ihre Armeen nun durch brüderliche Ge­fühle verbunden seien. Ueber Politik zu sprechen, lehnte Gamelin ab. Trotzdem meinte er, es müßten jetzt all« Zugeständnisse gegenüber dem Gegner zurückgewie­sen werden.

Sturz des nationalsozialistischen Regimes" handeln. Er enthüllt vielmehr mit brutaler Klarheit das eigentliche Kriegsziel der Einkreiser:Vernichtung, Ausrottung und Versklavung des deutschen Volkes (!). De Kerillis hat damit allerdings, keineswegs sensationelle Neuig­keiten verkündet. Das deutsche Volk ist über diese Ab­sichten der Demokratien längst unterrichtet. Sie wurden nur durch Kerillis in dieser Weise zum erstenmal in aller Öffentlichkeit proklamiert.

Zwar mag diese schonungslose Desavouierung der heuchlerischen Friedensphrasen eines,Ehamberlain und Halifax den Drahtziehern der Einkreisungspolitiker höchst ungelegen kommen. Sie stammt aber trotzdem von nicht weniger kompetenter Seite, denn dieEpoque" ist das Organ der höchsten Pariser Militärkreise. Die Dy­namik Deutschlands sei, so meint de Kerillis, eine Eigenschaft des deutschen Volkes,, die nur dann be­seitigt werden könne, wenn man mit Maßnahmen vor­gehe, gegen die der.Versailler Vertrag ein Kinderspiel gewesen sei. Zur Jllustrierung, wienaiv" das Ver­

sailler Verfahren gewesen sei, wqist de Kerillis auf Helgoland hin. Es sei ein Wahnsinn der Alliierten ge­wesen, diesesGibraltar der Nordsee" in den Händen Deutschlands zu lassen. Noch naiver ist allerdings die Hoffnung dieses brutalen Kricgshetzers, eine Durch­führung seiner teuflichen Pläne für möglich zu halten.

Wenn Kerillis die englische und die französische Öffentlichkeit auch vor einemkatastrophalen Irrtum" in bezug auf das nationalsozialistische Regime warnte, so befindet er sich doch selbst nebst seinen Hintermännern in einem gleichfalls kata­strophalen Irrtum. Es wird darüber möge in London und Paris niemand im Zweifel sein (!) für immer bei den satanischenWünschen" der Einkreiser bleiben! So wenig, wie die Wiederher­stellung eines glücklich beseitigten Brandherdes in Mitteleuropa in Form eines Benesch-Staates Nr. 2 jemals wieder möglich sein wird, ebensowenig werden auch die Demokratien die geplanteVer­nichtung, Ausrottung und Versklavung des deut­schen Volkes" in die Tat umsetzen können. Das deutsche Volk ist gewappnet und wird jeden Feind, der es.anzugreifen wagt, gründlichst niederschlagen!

Sörmg am Westwall

Veulstiilands Verteidigung auch in der Luftabwehr unüberwindlich

Berlin, 18. Juli.

Generalseldmarschall Göring erreichte am Dienstag im weiteren Verlaus feiner Besichtigungsreise der west­deutschen Wasserstraßen und Kanäle WiesbadenBieb- rich am Rhein. Von hier begab sich der Feldmarschall in das westliche Grenzgebiet, in die dort zum Schutze des Reiches errichteten Lustoerteidigungsanlagen sowie die diesem Abschnitt vorgelagerten Berteidigungswerk« des Westwalles, die er einer eingehenden Besichtigung unterzog.

Der Feldmarschall ließ sich in der Lustverteidigungs- zsne durch Generalleutnant Kitzinger über die dort von der Luftwaffe errichteten Luftverteidigungsanlagen ge­nauestes Vortrag erstatten, um dann noch notwendige Anweisungen zu erteilen, die Deutschlands Grenzen im Westen auch in der Lust unüberwindlich gestalten.

Im Anschluß daran begab sich der -Eeneralfeldmar- schall an die Hauptkampflinie des Westwalles, die der Kommandierende General der Truppen Saarpfalz, Ge­neral Kuntzen, eingehend erläuterte,

Ueberall, wo der Feldmarschall erschien, wurde er sowohl von der Bevölkerung in den Ortschaften und Städten wie auch besonders von den Arbeitern auf den Baustellen und den Soldaten obwohl er völlig über­

raschend kam mit spontanem Jubel und herzlichen Kundgebungen empfangen. Es dürfte jedoch das schönste für die Arbeiter und Soldaten am Westwall gewesen sein, aus dem Munde des Feldmarschalls seine beson­dere Befriedigung über das Gesehene zu hören. Der Feldmarschall brachte ihnen zum Ausdruck, wie stolz sie alle sein können, mit dem Bau dieses größten und gigantischsten Verteidigungswerkes, das ein Volk sich je geschaffen hat, den entscheidenden Beitrag für eine glück­liche Zukunft unseres Volkes wie auch für den Frieden der Welt geschaffen zu haben.

2m Anschluß an die Besichtigungsfahrt, die ihren Abschluß bei den Anlagen in der Rheinebene fand, begab sich der Feldmarschall im Kraftwagen zum Rhein, wo er am späten Abend unter dem Jubel unüberseh­barer Arbeitermassen an Bord seines Motorschiffes Karin II" ging. Im weiteren -Verlauf seiner Reise wird der Eeneralfeldmarschall die Verkehrs- und Hafen­verhältnisse auf dem Rhein besichtigen.

flm 2Z. Juli bei See KSf.-Neichskagung

Eeneralfeldmarschall Eöring wird am Sonntag, dem 23. Juli, zum Höhepunkt der Kraft-durch-Freude-Reichs- tagung persönlich in Hamburg sein.

Deutschland kann nichts erschüttern

SespeSch mit Ministerpräsivent vr. riso / kleineKing-Kalis" auch in ver Slowakei / Steiniger Soden für Flüsterpropaganda

Prcßburg, 19. Juli.

Die Slowakei atmet auf. Jahrelange Arbeitslosigkeit, di« wie ein Alpdruck auf Land und Stadt lag/ist einem Mangel an Fachkräften gewichen. Juden, Kommunisten und Beitesch?r«UNde sind von der Regierung mit eiserner Hand angefaßt worden. Industrien entstehen und geben dem Volke Brot. Die Landwirtschaft wird intensiviert. Nachstehend bringen wir nun eine Unterredung, die Ministerpräsident' Dr. Tiso unserem Sonderbericht­erstatter über den Aufbau der Slowakei gewährt hat. Mit Stolz blickt die Slowakei auf das befreundete Deutschland, das heute, nach den Worten des Minister­präsidenten, in der Welt unerschütterlich dasteht.

Ministerpräsident Dr. Tiso empfängt uns. Vom Schreibtisch seines Zimmers aus geht der Blick über die Donau nach Engerau, nach Deutschland hin. Seine konzentriert blickenden Augen wenden sich im Verlauf unser«s Gespräches nur einmal nach draußen, als Dr. Tiso die Läge in der heutigen Slowakei durch ein Bei­spiel erklärt.Dort unten auf der Straße" sägt der Ministerpräsident,tragen unsere Autos noch die Num- merntafel aus den vergangenen Jahren. Vom08" der früheren D'checho-Slowakei wurde das0" mit. weißer Farbe übermalt, das8" blieb stehen. Doch die schwarze Farbe des0" leuchtet noch wie ein dunkler Schatten durch. So ist es im übertragenen Sinne auch in manchen Dingen unseres jungen Staates. Die 29jährige tsche­chische Herrschaft ließ sich auch nicht in vier Monaten völlig mit weißer Farbe übermalen. Dieses0" war zu stark aufgetragen. Vor allem auf wirtschaftlichem Gebiete.

sabriken von lschechon niedergerissen

Der Ministerpräsident kam dann näher auf die tsche­chischenWirtschaftsmethoden" der vergangenen -Jahre zu sprechen:Wir hatten 1918 bereits große Industrien in der Slowakei. Doch die Tschechen fürchteten die Kon­kurrenz. Sie rissen die Fabriken mit dem Versprechen ab, sie an günstigeren Plätzen neu aufzubauen. Geo­logen stellten in unserem Lande räche Bodenschätze fest. Die Ergebnisse wurden nach Prag gemeldet, aber die

dortige Regierung ließ die Meldungen unter Akten­deckel verstauben. Dabei wollte man. letzten Endes nicht nur jede Konkurrenz ausschalten, sondern auch der Slo­wakei jede eigene Lebensmöglichkeit nehmen,-um damit vor der Welt die Notwendigkeit des Daseins der Slo­wakei unter tschechischer Herrschaft zu argumentieren. Wir sind trotzdem selbständig geworden und ich . mutz es immer wieder und der Wahrheit wegen betonen: Mit Hilfe Adolf Hitlers. Er half uns zur Selbständigkeit und er hat seine erfahrenen Männer zu uns gesandt, damit sie am Aufbau unseres Staates helfen. Wir sind stolz auf diese Freundschaft Deutsch­lands, das heute in der Welt unerschütterlich dasteht. Diese Ansicht teilen mit mir meine Minister. Innen­minister Dr. Tuka. weilte vor einigen Wochen im Reich. Er kannte Deutschland und war doch wieder von den Bauten des Führers, dem Westwall, diesem gewaltigen Festungswerk aller Zeiten, den Autobahnen und der beispiellosen Einh^ des deutschen Volkes überwältigt."

Das Neich nahm 4D DDD flrbeiter auf

In diesem Zusammenhang spricht der Ministerpräsi­dent auch über die Arbeitslosigkeit. Jahrelang herrschten Hunger und Not in der Slowakei. Viele Familienväter fanden kaum in der Saisonzcit Beschäftigung. Seit den Märztagen nahm aber die Arbeitslosigkeit plötzlich rasend ab undheute haben wir praktisch keine Ar- heitslosen mehr", betont Dr. Tiso mit Nachdruck.Wir haben heute vielmehr schon Linsn Mangel an Arbeits­kräften, denn Deutschland half uns auch hier. Das Reich nahm im Frühjahr. 49 060 slowakische Arbeiter auf.

Deulsche Dolkosruppe mustergüM-

Ausführlich nimmt dann der Staatschef zu der Stel­lung der Volksgruppen Stellung.Ich glaube", so um­reißt er einleitend dieses Problem mit einem Satz,bei uns gibt es gar keine Nationalitätenfrage. Di« deutsche Volksgruppe fügt sich so mustergültig in unseren Staat ein, daß man sie, wenn nicht auf den Papieren Her­kunft und Nationalität vermerkt wären, für slowakisch halten könnte. Wir haben auch niemals Aerger mit

den deutschen Schulen und darum keinen Grund, sie irgendwie schlechter als unsere eigenen zu behandeln. Aber dieser Standpunkt der Slowakei ist ja nicht neu. Wir haben jetzt .auch bei unserer Verwaltungsreform auf die deutschen Sprachinseln Rücksicht genommen. Ge­plant war die Aufteilung des Landes in sieben Gaue. Damit wären aber einige deutsche Gebiete auseinander- gcrissen worden. Jetzt haben wir die Aufteilung in sechs Gaue umgeändert. Genau so berücksichtigten mir auch die übrigen Volksgruppen und hoffen, 'daß in ihren Stammländern die Slowaken genau so gerecht behandelt werden.

wiilil«rbeit SisWiiusarbeit

Die. Flüsterpropaganda streift Dr. Tiso mit folgenden Worten:Wir haben in den vergangenen Wochen

einige Hetzzentralen ausgehoben. Sie besaßen ihre eigenen Druckereien und verfügten über ansehnliche Geldsummen. Heute aber ist jede ausländische Wühl­arbeit in der Slowakei eine Sisyphusarbeit. Nutzlos mühen sich die ausländischen Agenten damit ab, einen Stein bergauf zu rollen, der ihnen doch nach den ersten Atemzügen wieder bergab rollen mutz. Das slo­wakische Volk denkt viel zu gesund und natürlich, um dem Schwindel der kleinenKing Halls" Glauben schenken zu können. Sie machen sie alle nur lächerlich. Genau wie der englischeKing Hall" in der europäischen Politik zu einer lächerlichen Figur geworden ist, die dem britischen Ansehen in der ganzen Welt und der englischen Außenpolitik durch seine Entlarvung nur ge­schadet hat. Wenn wirklich einige Kaffeehaus-Jüng­linge auf Flüsterpropaganda und ähnliche jüdische Mätz­chen hereinfallen, dann stellen sie einen Prozentsatz, den wir gern übersehen. Selbst die Benesch-Anhänger sind hier, wie auch bei unseren slowakischen Vrüdern in Amerika ausgestorben. Ein Mann, der sich als Frei- keitskampfer anpreist, darf nicht auf der anderen Seite Volksgelder unterschlagen. Und das hat Benesch getan. Er hat bis jetzt auf die Frage der amerikanischen Slo­waken, nach dem Verbleib der 56 999 Dollar, die ihm 1918 zur Unterstützung des slowakischen Freiheits­kämpfer übergeben worden sind, keine Antwort gegeben.

llv. Berlin, 19. Juli.

Da vier Tage seit dem 15. Juli vergangen sind, ist mit einiger Gewißheit -anzunehmen, daß Sie Polen ihren an diesem Tage fälligen T-annenberg- Rausch inzwischen ausgeschlafen haben. Wir haben Verständnis dafür, daß ein Volk, in dessen Ge­schichte die Ruhmesblätter nicht allzu üppig ge­wachsen sind, die Jahrestage seiner wenigen Siege desto kräftiger feiert. Nun hat der Tag der Tan­ne nberg-Schlacht, den man alljährlich in Polen unter dem NamenGrunwaldschlacht" feierst an­gesichts der heutigen Verfassung des polnischen Geistes die Wirkung ausgelöst, die man sonst mit einer Oelkanne bei einem Koksofen erreicht. Sicher hat der Name Grunwalb die polnischen Strategen dazu angeregt, erneut über die Einzel­heiten der Schlacht bei Berlin nachzudenken. Auch in Polen pflegt nämlich der Alkohol nicht nur den Geist, sondern auch den Mut anzuregen, vor allem wenn er in der in Polen üblichenkurzen" Form genossen wird, und nicht mit Unrecht schrieb ein­mal ein guter Beobachter als Fazit einer Polen­reise in sein Tagebuch: Je weiter man nach Osten kommt, desto größer werden die Schnapsgläser und desto kleiner die Waschgeschirre.

In diesen Tagen hatte der Alkohol in. Polen auch eine andere Pflicht zu erfüllen, die des Ver- gessenlassens, denn auch in Polen weiß man in stillen Stunden sehr gut, was die große Schlacht von 1410 in Wirklichkeit war: sicherlich eine der gewaltigsten Schlachten des Mittelalters, aber nicht ein Kampf zwischen Polen und dem Reiche, son­dern ein Sieg, erfochten von Tataren und Steppen- völkern sowie von Polen und Litauern jenes groß- litauischen Reiches, das bis an das schwarze Meer reichte, gegen ein schon zahlenmäßig unterlegenes Ritterheer, hinter dem weder ein geeinter poli­tischer Wille noch die Macht des Reiches stand. Es war der Erfolg der günstigen Situation. Aber es war nicht Tannenberg, das den deutschen Ordens­staat zerschlug, denn er zerfiel erst später aus sich heraus, Polen seine historische Rolle als Leichen­fledderer zuweisend.

Auch die Vergleiche zu der jetzigen Situation, wie sie aus allen Gedenkreden in Polen herous- klingen, sind nicht am Platze. Heute ist weder Ostpreußen noch Danzig ein vom Reich vergessenes staatliches Gebilde, heute streiten nicht, wie in dem ersten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts, drei Män­ner um den Platz am Ruder des Reiches, und heute besteht die deutsche Hilfe für bedrängtes deutsches Volkstum nicht in unverbindlichen Sympathieerklärungen. Auf der andern Seite ist das von deutscher Großmut.miedererweckte, beim politischen Ränkespiel in Versailles vergrößerte und jetzt von finanziellen und moralischen Korsettstan­gen wvck« in llnZisnck in Form gehaltene Polen von 1939 nicht das Land des "genialen Königs Jagiello, dem sein mächtiger Vetter Witold aus dem litauischen Thron zur Seite stand, ganz zu schweigen von dem heutigen, durch ein War­schauer Ultimatum begründeten Verhältnis zwi­schen den damals verbündeten Staaten.

Es ist geradezu zum Lachen, die starken Worte und die grotesken Landkarten, die aus Polen kommen, mit den ängstlichen Aeußerungen in Frankreich zu vergleichen, wo ein Senator Polen schonals Beute des germanischen Triumph­marsches" sieht, und dieEpoque" sich in nach­denklichen Betrachtungen ergeht. Schon nützlicher als diese Kassandra-Ruse ist die Hilfe des finanz­kräftigen Freundes in London. Wenn auch die englischen Reklameflieger sich noch nicht über die technischen Einzelheiten ihrer Polenflüge im kla­ren sind man spricht davon, sie wollten über Warschau einen Regenschirm ans Firmament malen, so ist doch immerhin schon General Iron-

Unser issessmess»

(Uossrs bsvtiZs KasZabs ruvkaüt 14 Ssitsv)

England gab ein neues Beispiel seiner Blntherr- schast in Indien.

Der Spanienbefuch Cianos fand seinen Abschluß. Jronside besuchte Rydz-Smigly.

In zügellosem Deutschenhaß fordert der französische Kriegshetzer de Kerillis die Ausrottung des deut­schen Volkes.

Die Welthandelsflotte ist jetzt um 80.9 Prozent größer als 1914.

Auf dem D.Berlin" ereignete sich eine Kessel­explosion, der 15 Menschenleben zum Opfer sielen.

Die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschast hat ibr Kapital erhöht.

Der Reichskommissar für Preisüberwachung erläßt eine Anordnung zur Herabsetzung der Preise von Obst und Gemüse.

NSKK.-Oberführer Roos eröffnete in Hülsen de» 41. Motorsportlehrgang.