Ausgabe 
(16.8.1939) Nr. 224
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

As

I

>VL I;

lÄD ,,

^n- kd-5 l>n>o» ^

o«<'

''"O c,°,'

-O

s° ^

E rscheknt7makw8chenkllch

Moaalsbezug E 2,30 einsch. Zu­stellgebühr; Postbezugspreis monatl. 2,30 « (einschl. 46,76 4A4 Post- zeitungsgebühr) zuzügl. 42 4A4 Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Teeren 6-8. Fernspr.: 5 4121, Nachtr. u. Sonntg. 81115. Sprech z.: Verlag: werktl. 1213 Uhr; Schriftleltung Diens­tag und Freitag 12V-13V- Uhr.

Meiner Zeitung

>s."

u. .

parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Begierenden Bürgermeisters der Freien ljansestadt Bremen

Anzeigen - Grundpreise:

Die 1 rvirl hohe und 22 mm breite Zeile Im Anzeigenteil 13 «A4. Die 78 mm breite und 1 ww hohe Zeile im Tertteil 75 4^4. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie son^'ye Be­dingungen Preisliste 7 Nachlaß­staffel G. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An­nahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: InBremen: Am Geeren Nr. 6/8, Fernspr. S 41 21. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115; Obernstraße 86, Fernspr. 5 4121. In Syke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblatt des Beichsstattlzalkers in Oldenburg und Bremer

-.Llixtz

.

uos

»soll r, I

"KK

AZ!

/sueit,!

°kk It,!

^ ?? r b

Oben, >>

M Hol!.

vslll^

>- Os«H- tsrie wo S. L oo «. , wborx . NüMllst

isots cül

-Melis W

»rx. .. A-mdinI rod» ok

. -l. ltoW

MSN

so 8idk.

6-1!«

u

«!

1

ZM

LZZ

1

I

>

I7:>7

7«

I

6R

I

I

«r

!

W-»

r.ii

u

Nr. 224 / 9. Jahrgang

Mittwoch, 16. flugüst 19Z9

kinzelpreis 1S IZps.

kmdeutige Warnung Italiens

vis rum Äußersten an -er Seite -eutschlan-s

Scharfe Worte der italienischen presse gegen die kinkreisung /Negime sascista":

Schluß mit dem Bluff!

(Druklbvriekt unseres Vertreters in kam)

. rcl. Rom, 16. August

Daß das WortVernunft" im polnischen Sprachschatz unbekannt ist, haben die Polen in den letzten Tagen häufig genug bewiesen. Italien gegenüber konnten sie es nicht schlagender dartun als mit den Ausbrüchen in diesen Tagen, in denen sie ihrer mit Furcht gepaarten blinden Wut gegen die Ergebnisse der Salzburger Besprechungen freien Lauf lassen.

>. ö. >V.

!.b0 Nil !.7b Wf ,.w »>>

Zs ' M sr>r

.76

.00

.56

.67

.16 67-- .67

.0° " ^ ,tl>

.so

.0« !>7§ ;!»

sK

Popolo di Roma" schreibt dazu, die italienische Presse seigegenüber den polnischen Frechheiten bisher viel zu höflich" gewesen, zumal Polens Antwort auf die früheren weitherzigen Ratschläge Italiens lediglich in Beleidigungen bestanden habe. Aber nicht nur die Polen verwechseln Illusion und Realität, sondern auch die großen Demokratien, wie aus den hysterischen Reaktionen der Kriegstreiber gegen die erneut bekräftigte deutsch-italienische Solidarität" eindeutig hervorgeht.Messaggero" antwortet auf das demokratische Geschrei:Möge sich keiner über die

völlige Uebereinstimmung der Standpunkte Deutsch­lands und Italiens täuschen, und zwar nicht nur iu der Frage Danzigs, sondern in allen Problemen, die in Salzburg eine umfassende und erschöpfende Behand­lung erfahren haben". In derEazerta del Popolo" bezeichnet Ansaldo, der den Grafen Cia-no nach Salz­burg begleitet hat, den Charakter der Berchtesgadener Besprechungen als eineäußerste und'letzte, Auge in Auge gegebene Mahnung an alle Interessierten, die natürliche und gerechte Lösung des Danziger Problems anzunehmen und auf die Einkrei­sungspolitik gegen die Achsenmächte zu verzichten."

Eine Einlösung des polnischen Blankoschecks bedeute ohne Zweifel den allgemeinen Krieg. Ueber die Stel­lung Italiens wird kein Zweifel gelassen:Italien steht in der Danziger Angelegenheit bis zum äußersten an der Seite Deutschlands" heißt es imPopolo di Roma".

ImRegime Fascista" zieht der Militär Publizist 'Llaremoris in einem Aufsatz über die Kriegswussichtsn bei einem Zusammenstoß die Schlußfolgerung:Hie Realität Europas und der Welt wird von der Tatsache des absoluten Uebergewichts der Militärmacht Deutsch­lands und Italiens beherrscht."

Größtes Zinkbergwerk stillgelegt

b». Belgrad, 1K. August Das größte Blei- und Zinkbergwerk Jugoslawiens, Troptscha Mines Limited bei Kosowska Mitrowica, das sich in englischen Händen befindet, wurde gestern auf Beschluß der Londoner Generaldirektion geschlossen. Damit sind 2224 Bergarbeiter es handelt sich durch­weg um jugoslawische Staatsangehörige brotlos ge­worden.

Die Belegschaft ist am S. Juni aus Protest gegen die niedrigen Löhne und gegen die Nichterfüllung sozialer Forderungen in den Streik getreten. Die Bergwerks­direktion verhandelte mit den Arbeitern einige Wochen lang, weigerte sich aber im Auftrag der Londoner Zen­trale. die Löhne zu erhöhen und eine Verbesserung der sehr im argen liegenden Verhältnisse vorzunehmen. Di« Schließung des Bergwerkes ist in jugoslawischen Wirtschaftskreisen, in denen man sich über die eng­lischen Wirtschaftsmethoden schon seit einiger Zeit eigne Gedanken gemacht hat, mit großem Befremden zur Kenntnis genommen.

Frankreich könne in einem Kriege gewiß keine größeren Anstrengungen machen, als während des Welt­krieges, wo es mit allen farbigen Hilfsvölkern ins­gesamt 120 Divisionen gehabt habe. Auch die 18 eng­lischen Divisionen würden nichts an dem großen Ueber- gewicht Italiens, das allein im Frieden 75 Divisionen besitze, und Deutschlands mit seinen über 280 Divisionen ändern. Was das Mittelmeer anbetrifft, so wünsche Italien, dessen zentrale Lage ihm volle Handlungs­freiheit gewähre, denschrecklichen englischen Seeangrisf" nur zu erleben.Schluß deshalb mit dein Blust", heißt es abschließend,die Achsenmächte wollen den Frieden der Gerechtigkeit und haben nicht die geringste Absicht, einen wahnwitzigen Konflikt zu provozieren. Aber sie fürchten den Krieg nicht, weil er mit ihrem sicheren Siege enden müßte."

Italiens Kronprinz inspiziert in Libyen

.. Rom, 16. August.

Der italienische Kronprinz hat sich Montag früh im Flugzeug Balbos, das von dem Marschall selbst gesteuert wurde, nach Libyen begeben, um in seiner Eigenschaft als Inspekteur der italienischen Infanterie die in den Provinzen Tripolis und Jsurata stehenden Truppen der libyschen Armeekorps zu besichtigen.

Am Montag wurde eine große Alarm- und Einsatz­übung der Truppen, verbunden mit ausgedehnten Luft- schutzübungen in Tripolis, durchgeführt. Während

mehrere Luftangriffe auf Tripolis stattfanden, begann um 18 Uhr die Versammlung der Truppen auf ihren Alarmstationen. Starke motorisierte Verbände unter­nahmen im Beisein des Kronprinzen und Marschall Balbos Marschübungen in Richtung auf die libysche Grenze.

Vielsagendes Lelegramm Zwelkowilschs

Jntensiv?-r»»M der Zusammenarbeit

rcl. Rom, 16. August

. Der jugoslawische Ministerpräsident Zwetkowitsch, der in diesen Tagen einer Einladung des Staatssekretärs im Korporationsministerium. Cianetti, Folge leistend, die sozialen Fürsorgeeinrichtungen und Dopolavoro- Organisationen in Trieft besichtigte, hat beim Verlassen des italienischen Bodens- ein Telegramm an Mussolini gerichtet, in dem er seine Bewunderung überdie ge­waltigen Anstrengungen" ausspricht, die Italien zur Erreichung einervollständigen sozialen Gerechtigkeit" unternommen hat.

Das Telegramm des jugoslawischen Ministerpräsi denten gewinnt aber im gegenwärtigen Augenblick internationaler Spannungen und verzweifelter Versuche der Demokratien, die unerschütterliche Festigkeit der Achse zu bezweifeln und zu erschüttern, durch die Be- krästigung der italienisch-jugoslawischen Freundschaft eine aktuelle politische Bedeutung. Wenn Zwetkowitsch von denaufrichtigen Gefühlen und dem Willen des jugoslawischen Volkes" spricht, diefreundschaftlichen Beziehungen zum Zwecke einer Jutensivierung der gegenseitigen Zusammenarbeit immer mehr zu vertiefen und zu verstärken", so wird dieses klare Freundschafts­bekenntnis zu Italien und damit zu den Mächten der Achse in den Demokratien gerade jetzt als eine deut­liche Absage an alle kriegshetzerischen Pläne gegen die Achsenmächte in Südosteuropa wohl verstanden werden, um so mehr als es unmittelbar aus die Salzburger Besprechungen des italienischen Außenministers folgt.

kmbeMtzung »stastens gefordert

Sie Moskauer Verkandlungen Sie Maske fiel krlegsfpnfaren derprawda'

(Orsktbericbt unseres bonckonsr Vertreters)

London, 16. August.

Am dritten Tage der Moskauer Generalstabsbespre­chungen haben die Sowjets, übereinstimmenden Infor­mationen zufolge, die Katze aus dem Sack gelassen und eine Ausdehnung der Abmachungsbasis auf den Fernen Osten verlangt. Es handelt sich, so wird in Londoner diplomatischen Kreisen erklärt, um eine Erweiterung des Themas über die Grenzen dessen hinaus, was bei Entsendung der Militärdelegation vorgesehen war.

Neue Instruktionen und größerer Verhandlungsspiel­raum für die Delegierten seien daher nötig.An wohl- informierter Stelle" rechnet man mit beschleunigter Ab­senkung der gewünschten Instruktionen, um Verhand­lungen auch auf der neuen Linie zu ermöglichen. Kon­kret gesehen handelt es sich, wieDaily Telegraph" zu­gibt, um eine Erörterung der Haltung, die England und Frankreich im Falle eines Kriegsausbruches zwi­schen der Sowjetunion und Japan einnehmen würden.

DieTimes" zitiert etwas betroffen aus der Prawda" Betrachtungen, die offensichtlich dazu bestimmt seien, die russische Oeffentlichkeit für einen neuen Krieg

vorzubereiten.Der Krieg der Sowjetunion gegen den Faschismus wird der gerechteste und gesetzlichste aller Kriege der Menschheit sein . . . Die besten Mittel der Verteidigung bestehen in einer heftigen Offensive zur vollkommenen Vernichtung des Gegners in seinem eigenen Gebiet . . ."

England gibt, wenn es auf diese gegen Japan gerich­teten Vorschläge zu der gleichen Zeit eingeht, wo es in Tokio Verständigungsbereitschaft vortäuscht, einen geradezu klassischen Beweis seiner doppelgleisigen Po­litik. Gleichzeitig scheint sich ein Wandel in der Hal­tung gegenüber Tokio vollzogen zu haben. Die dort verheißene Bereitschaft zu Verhandlungen auch über die chinesischen Wirtschafts- und Währungsfragen wird in London teilweise schon wieder in Abrede gestellt oder mindestens abzuschwächen versucht. Statt dessen werden große Erwartungen auf die französisch-englischen Militär- gespräche in Singapore gelegt, die mit dem Eintreffen des französischen Eeneralgouverneurs von Jndochina in Singapore eröffnet werden sollen. Der französische Ab­gesandte wird die Verteidigungsanlagen inspizieren und mit dem Leiter der britischen Fernoftstreitkräfte ver­handeln.

Me Ischertzen sotten für Polen könipfen

Neue unerhörte Lerror-Metfioden im 0lsa-6ebiet erbarmungslos geprügelt und über die vrenze gejagt

7i

17

60

:

-.c:

67 s

l

>7 I

!

(Orabtbsriebt nnssrss kragsr Vertreters)

. Prag, 16. August.

Der Terror der Polen im Olsagebiet hat den größten Teil der tschechischen Bevölkerung aus dem Lande gedrängt. Was noch übrig blieb, wird seit einigen Tagen nun neuen Drangsälierungen unterzogen. So fordert man die Männer tschechischer Nationalität auf, vor den Behörden zu erscheinen und erklärt ihnen dann, daß es ihre Pflicht sei, in dembevorstehenden Feldzug gegen Deutschland" auf polnischer Seite mitzukämpfen. Unter Drohungen wird von ihnen verlangt, in einen bewaffneten Verband einzutreten und sich einer militärischen Ausbildung zu unterwerfen.

Lehnt ein Tscheche ab. sich als Kanonenfutter miß­brauchen zu lasten, so wird er wegen angeblicher Sabotage endlosen Verhören unterzogen, unbarmherzig geprügelt und schließlich ausgewiesen. Sein gesamtes Eigentum hält man dabei skrupellos zurück.

Schließung deutscher Betriebe

Thorn, 16. August.

In den letzten Tagen wurde wieder eine Anzahl deut­scher Betriebe geschlossen oder mindestens beschränkt. Dem Volksdeutschen Gastwirt Otto Kwiatkowski in Ost­burg bei Argenau, sowie dem Gastwirt Max Stein- barth in Schöngrund wurde die Konzession - zum Aus­

schau! alkoholischer Getränke entzogen. Durch Entscheid des Starosten von Schubin wurde die Bäckerei des Volksdeutschen Leopold Tempi aus Mieczkowo. Kreis Schubin. geschlossen. Als Grund für die Schließung wurde, wie in zahlreichen anderen Fällen, angegeben, daß die Bäckerei nicht den sanitären Anforderungen entspräche. Am 31., Juli wurde die Deutsche Molkerei­genossenschaft in Rogo, Kreis Thorn, geschlossen. Als Grund wurde angeführt, daß das Wasser für Molkerei­zwecke unbrauchbar sei. Man hat immerhin mehrere Jahre gebraucht, um dies festzustellen. Ebenso wurde die deutsche Privatmolkerei in F-ordon von den Be­hörden geschlossen. Die Schließung wurde durch An­schlag überall bekanntgegeben. Für den Fall, daß der Anordnung nicht unbedingt und sofort Folge geleistet würde, ist eine Strafe von 2000 Zloty angedroht worden.

Die Verhaftungen von Volksdeutschen nehmen in letzter Zeit immer größeren Umfang an. So wurden in der Nacht zum Sonntag in Kulm zwölf bekannte Volksdeutsche, darunter der Leiter der Deutschen Volks­bank, Büttner, verhaftet.

polnische Zollinspektoren entlarvt

Danzig, 16. August

Die Danziger politische Polizei hat die beiden pol­nischen Zollinspektoren Wladislaw Slowikowski und Ro­

man Gulakowski festgenommen, die aus dem Wasser­wege mit Hilfe eines polnischen Zollbootes Flugblätter aus Polen nach Danzig gebracht haben. In diesen Flug­blättern wird in deutscher Sprache gegen den Danziger Gauleiter Albert Förster gehetzt. Das Flugblatt ist eine einzige Schmährede. Unterzeichnet sind die Flugblätter von einem sogenanntenExekutiv-Ausschuß der Dan ziger Freiheitsfront".

Mehrere hundert FluÄllätter sind im Laufe der letzten Tage durch die Post an die einzelnen Haus­haltungen in Danzig versandt worden. Doch schon vor ihrem ersten Erscheinen in Danzig wußte die polnische Presse von vielen Blättern und der sogenannten Frei­heitsfront zu berichten. Sie verbuchte den Eindruck zu erwecken, als >eien diese Hetzflugblätter in Danzig selbst hergestellt worden und als gäbe es auf dem Gebiet der Freien Stadt tatsächlich ein« Vereinigung, die den An­schluß Danzigs an das Reich verhindern wolle. Das neue polnische Manöver war aber zu durchsichtig und zu plump. Nach eingehenden Ermittlungen der politischen Polizei wurde nunmehr eindeutig festgestellt, daß die Blätter in Polen gedruckt worden sind. Die beiden ver hafteten polnischen Zollinspektoren, die. in Danzig statio. niert waren, befinden sich im Poltzeigefängnis. Fest genommep wurde auch der Bootsfllhrer Alksander Gorny des polnischen Zollbootes, mit dem die Flug blätter nach Danzig gebracht wurden.

Die /ü»«' 4» D«A!e»

Danzig ^eit je eine deutsche Stadt

Als in Versailles das Machwerk zusammengebaut wurde, das dann als sogenannterFriedensvertrag" Deutschland aufgezwungen wurde, besorgte den gänzlich umorientierten Ententegewaltigen der Führer der pol­nischen National-Demokraten, Roman Dmowski, die ge­schichtlichen, wirtschaftlichen und völkischen Unterlagen für die ostdeutschen Provinzen, auf die Polen Anspruch erhob. Natürlich war nach Dmowski alles Land östlich der Oderheilige urpolnische Erde" und Danzig eine der polnischsten Städte, die es überhaupt auf der Welt gab. Aber selbst einem Wilson erschien das gelieferte Zahlen- und Kartenmateriwl stark gefärbt. Die Forde­rungen Polens wurden etwas reduziert, wenn auch Polen immer noch durch Posen und den Korridor reich­lich mit deutschen Gebieten bedacht wurde. Trotz der Proteste Dmowfkis und seines Genossen, des polnischen Pianisten Paderewski, konnten Südostpreutzen, Teile der Weichselniederung und Oberschlesien über ihre weitere Staatszugehörigkeit abstimmen, was auch prompt den Polen die befürchtete Blamage einbrachte. Für Danzig aber wurde auf Betreiben Lioyd Georges ein besonderes Statut ausgearbeitet, das diese deutsche Stadt zu einem Teil selbständig, zu einem Teil ab­hängig von Polen machte und zum letzten Teil unter die Fuchtel des famosen Völkerbundes (lies hier: Eng­lands) brachte. England glaubte so auf leichte Weise in der Ostsee und damit für gang Osteuropa einen guten Stützpunkt zu gewinnen, ähnlich wie dies für das bri­tische Imperium Malta und Gibraltar im Mittelmeer sind.

Die polnische Delegation in Versailles war mit dieser Lösung recht unzufrieden. Dmowski erklärte offen, daß die Erwerbungen aus dem Besitzstand des Deutschen Reichesnur ein Handgeld auf ein größeres Polen" bedeuten könnten. Und seit 1919 bis heute ist auch trotz des späteren Freundschaftsabkommens mit dem national- sozialistische'n Deutschen Reich immer wieder von den Polen das Verlangen nach weiteren deutschen Gauen zum Ausdruck gebracht worden. Dabei wurde Danzig immer als das erste Ziel einer Annektier: bezeichnet. Die erste Etappe auf diesem Marsch (gegen den deut­schen Erbfeind) wird die Besetzung von Danzig sein" erklärte erst kürzlich, Marschall Rydz-Smigly, der Eeneralinspektor der gesamten polnischen Wehrmacht.

Ein vernünftig denkender Mensch kann hier nicht mehr mitkommen. Denn Danzig ist ja eine rein deutsche Stadt. Selbst die Versailler Botschafterkonserenz, der man weiß Gott nicht viel Liebe und Aufrichtigkeit Deutschland gegenüber zusprechen kann, hat am 16. Juni 1919 der deutschen Delegation auf ihre Gegenvorschläge zu denFriedensbedingungen in bezug auf Danzig" unter anderem die Antwort erteilen müssen:Die Dan­ziger Bevölkerung ist der großen Mehrzahl nach deutsch und ist das seit langer Zeit gewesen". Und da auch die Wahlen zum Danziger Senat immer wieder den rein deutschen Charakter der Stadt bewiesen, jede Volks­zählung außerdem nie mehr als höchstens 3 Prozent Polen in Danzig aufdeckte, versteifen sich die Polen auf geschichtliche Tatsachen". Danzig wäre demnach immer ein Bestandteil des polnischen Staates gewesen und nur zeitweiligvon den räuberischen Teutschen dem heiligen Mutterleib Polens entrissen worden" ein­mal als der Teutsche Ritterorden Danzig besetzt hielt (von 1309 bis 1466), das anderemal, als durch die zweite Teilung Polens Danzig zu Preußen gehörte (1793 bis 1919). Es verlohnt sich wirklich, einmal ganz objektiv diesen polnischen Gerichtsbericht zu beleuchten.

Bor 1309 hätte also Danzig zu Polen gehört ist die erste Behauptung. Wirklich wir finden drei Daten, die dies bekräftigen sollen. Um die Jahr- tausendwende stößt Voleslaw Chrobry (992 bis 1025), der erste polnische König, an die Weichselmündung vor

..»IM»..

Unser Isgssrpisgsl

(Unsers ksntigs Ausgabe nwkakt 12 Seiten)

Bei den Moskauer Verhandlungen fordert Ruß­land die Einbeziehung Ostasiens.

In beispielloser Kriegshetze ergeht sich derPetit Parisien".

Die italienische Presse erteilt Polen eindeutige Warnungen.

Himmelschreiende Terrormethoden wenden dir Polen gegen die Tschechen im Olsagebiet an.

In Danzig wurden zwei polnische Zollinspektoren beim Schmuggeln von Hetzausrufen ertappt.

Seit 1837 sind in Deutschland bereits 78 888 Rück­wanderer aus dem Auslande eingetroffen.

Aus Einladung Dr. Leys werde» 23 888 deutsch« Arbeiter an dem Reichsparteitag des Friedens teil­nehmen.

2n der Nordsee wurde ein deutscher Fischdampfe, von einem Engländer gerammt und versank.

Für den diesjährigen Rcichsparteitag hat die Bremer SA. eine Nachbildung des Rotesand- Leuchtturms von 15 Meter Höhe errichten lassen. Nach einer Verordnung des Reichsarbeitsministers kann auch im Altreich das Verwundeten-Abzeichen wieder verliehen werden.