Ausgabe 
(13.8.1939) Nr. 221
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MIMMIW

parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches vsrkündungsblatt des Beichsstattifalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 221 / 9. Fafirgang

Sonntag, 1Z. flugust 19Z9

Einzelpreis 1S Npf.

l-raf tiano auf dem Dbersalzberg

LSngeeevesprechung mit demsüstrer

kmpfang in l-egenwarl des Neichsaußenministers v. Mbbentrop

Berchtesgaden, 13. August.

Der italienische Außenminister Graf Ciano und Reichsautzenminister von Ribbentrop begaben sich am Sonnabendmittag nach Berchtesgaden. Reichsaußenminister von Ribben­trop war im Laufe des Vormittags von Schloß Fuschl nach Salzburg in denOstmär- kischen Hof" gekommen, wo Außenminister Graf Ciano Wohnung genommen hatte, um mit diesem von hier aus im Kraftwagen nach Berchtesgaden zu fahren.

Am Nachmittag empfing dann der Führer im Verg- hof auf dem Obersalzberg den zu Besprechungen mit dem Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop in Salzburg weilenden italienischen Außenminister.

Der Führer gab zu Ehren des italienischen Außen­ministers ein Frühstück, an dem die Herren der italieni­schen Delegation, sowie Botschaftsrat Gras Magistrat!, ferner von deutscher Seite Reichsaußenminister von Rib­bentrop, Reichspressechef Dr. Dietrich, Reichsleiter Bor- mann, Botschafter von Mackensen, Untcrstaatssekretär

Gaus, die Herren der Begleitung des Reichsaußen­ministers, sowie die persönlichen und militärischen Ad­jutanten des Führers teilnahmen.

Am Nachmittag hatte der Führer in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop eine längere Aussprache mit dem italienischen Außen­minister.

Im Anschluß daran folgte Graf Ciano einer Ein­ladung des Führers zum Tee in das beim Obersalzberg gelegene Kehlsteinhaus. (Siehe auch Seite 2)

Deutliche Warnung an kngland

öauleiter Förster sprach in seiner Vaterstadt Fürtfi vor 50000 Volksgenossen

Fürth, 13. August.

Im Zusammenhang mit einem Fußballspiel der Städtemannschaften Danzig und Fürth fand auf dem erneuerten Schlageter-Platz in Fürth am Sonnabendabend eine große Danzig-Kundgebung statt. Die Stadt hatte sich zu Ehren ihres Ehren­bürgers und SohneS, des Danziger Gauleiters Förster, ein festliches Gewand angelegt. Mehr als 5V VÜV Männer und Frauen waren aus dem weiten Platz versammelt und unterbrachen Gauleiter För­ster oft und stürmisch, besonders an den herausge­hobenen Stellen seiner Rede.

Er führte u. a. aus: Man könnte annehmen, daß Danzig im Mittelpunkt des politischen Geschehens der Welt stehe. Kaum ist soviel über eine deutsche Stadt ge­schrieben und geredet worden wie über Danzig in den letzten Wochen. Dutzende von Journalisten, besonders englische und französische, sind aus aller Herren Ländern seit Wochen in Danzig, um über die politischen Gescheh­nisse ihren Zeitungen zu berichten. Dabei ist das inter­essanteste, daß sie sich um das, was die Danziger zur Ge­staltung der Zukunft zu sagen haben, überhaupt nicht kümmern. Es wäre besser gewesen, die Engländer und Franzosen hätten sich im Jahre 1919 so intensiv mit der Danziger Frage und mit der Frage des deutschen Ostens beschäftigt, wie sie das heute tun.

Dann wäre die Lösung dieses Problems heute, zwan­zig Jahre nach Kriegsende, überhaupt kein Streit. Hätte man damals, genau so wie in einem Teil Schlesien und Ostpreußen, auch für Danzig und die früheren deutschen Gebiete im Osten das Selbstbestimmungsrecht der Völ­ker gelten lassen, dann wären diese unangenehmen Fra­gen damals schon vernünftig gelöst worden. Aber so wie damals, will man auch heute nichts vom Selbstbestim­mungsrecht der Danziger wissen. Den Engländern und Franzosen habe ich deshalb folgendes zu sagen:

1. Es geht sie gas nichts an, wie wir Danziger unsere Zukunft gestalten wollen. Wir Danziger kümmern uns auch nicht darum, wie die Engländer und Fran­zosen sich ihr Schicksal zu gestalten gedenken.

> 2. Die Frage Danzigs und die Frage des Ostens wären längst ein Stück weiter, wenn sich die Eng­länder im März d. I. nicht an die Polen gewandt hätten und sie zum Widerstand gegen Danzig und Deutschland aufgehetzt hätten.

3. Die Engländer und Franzosen mögen sich darüber im klaren sein, daß die Bindung des Blutes stärker

ist als alle Verträge, die einmal gegen das Reich und die Deutschen diktiert worden sind. Den Polen habe ich bereits in Danzig die richtige Antwort ge­geben: Man würde ihnen zuviel Ehre antun, wenn man sich mit ihnen noch besonders beschäftigen würde. Sie sind eine anmaßende und größenwahn­sinnige Gesellschaft, die jeglichen Sinn für die Wirk­lichkeit und für reales politisches Denken verloren hat. Man müßte solchen Menschen wie die Polen, die zum größten Teil noch nicht einmal lesen und schreiben können, das Politikmachen Überhaupt ver­bieten; Europa hätte nur den Nutzen davon. Die beste Antwort aus ihre lächerlichen und verrückten Reden und Schriften ist aber doch folgendes:

Das Reich besteht aus 8V Millionen Menschen, die einer Rasse angehören. Das Reich hat die stärkste Armee der Welt mit den modernsten Waf­fen, und das deutsche Volk hat einen Führer, der weiß, was er will und der entschlossen ist, die Ehre und die Freiheit und die Rechte aller Deutschen in Europa mit allen Mitteln sicherzustellen. Der Führer hat es in jahrelanger mühseliger Arbeit fertiggebracht, daß 8V Millionen Deutsche in der Beurteilung solcher Lebensfragen, wie sie die Dan­ziger und die des Ostens darstellen, einheitlicher Auffassung sind.

Ich nehme von dieser Kundgebung aus meiner Vaterstadt Fürth neue Kraft und neuen Glauben mit nach Danzig zurück und werde den Volksge­nossen und Volksgenossinnen in Danzig sagen, daß ihre Heimkehr ins Reich, ganz gleich, was kommen mag» eines Tages Wirklichkeit sein wird.

Spionenfurcht in pommerellen

Thor«, 13. August.

In dem Woiewobschaftsanzeiger für Pommerellen ist jetzt eine Verordnung erschienen, durch die das Foto­grafieren,von Ufern derjenigen Flüsse verboten ist, die dem Schiffsverkehr dienen. Das trifft aber vor allem für die Weichsel zu, deren verschlammter Zustand dem Ausland verheimlicht werden soll. Wer derartige Auf­nahmen machen will, muß dazu eine besondere Ge­nehmigung des Waiewodschaftsamts einholen. Personen, die derartige Ausnahmen ohne Erlaubnis machen, er­halten schwere Strafen, da ihr Tun dieSicherheit des Staates gefährdet" (!).

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Von clev Vstsaillsr Olinmoclit rur Iclarsn Oslrsrlsgsnlisit in clsr V/sIt

Nachdem die zweite Hälfte des Weltkrieges die außer­ordentlich große Bedeutung der Luftwaffe für die Kriegsführung unter Beweis gestellt hatte, gab es kei­nen Zweifel mehr darüber, daß aus der bisherigen Nebenwafse eine Hauptwaffe und ein selbständiger Wehrmachtsteil werden würde. Für Deutschland bedeu­teten die dem Weltkrieg folgenden 15 JahreVersailler Zeit", die uns aller Luftstreitkräfte und ihrer techni­schen FortentwicklungSeinrichtungen beraubte, eine höchst gefährliche Periode, da die umliegenden Staaten wäh­renddessen einen schnellen Aufbau ihrer Luftwaffe in die Wege leiteten.

Die deutsche Situation war besonders kritisch, weil wir alsHerz Europas" inmitten eines Kreises hoch- merüsteter Staaten lagen. Da sich die Flugweiten der Maschinen nach dem Krieg außerordentlich schnell ver­größerten, kamen als mögliche Angreifer.nicht nur die direkt an Deutschland grenzenden Nationen in Betracht, wie z. B. Frankreich, die frühere Tschecho-Slowakei, -Polen und dergleichen, sondern es mußten auch die im Radius von 500 bis 1000 Kilometer im Umkreis liegen­den Mächte, wie die Sowjetunion und England als Angriffsträger berMsichtigt werden. Deutschland lag also im Kern eines Krisenraumes, der infolge hoher technischer Leistungen der Angriffsflugzeuge das halbe Festland Europas umschloß, es befand sich im Zentrum eines Kraftfeldes europäischer Luftmächte, dessen Rand von. der Biskaya über das Mittelmeer und Schwarze Meer im Süden sowie über die Sowjetunion bis zu den baltischen Staaten im Norden verlief.

Deutschland hat in den wenigen Jahren national­sozialistischer Staatsführung und dank der genialen Politik feines Führers Adolf Hitler einige der gefähr­lichen Angriffsbastionen ausländischer Luftwaffen schon

dadurch aufgehoben, daß das ehemalige Oesterreich und der urdeutfche Raum der ehemaligen Tichecho-Slowakei dem Reich angegliedert bzw. seiner Oberhoheit unter­stellt wurden. In der geographischen Lage Deutschlands ist also eine Besserung eingetreten, die durch den syste- matifchen Ausbau von Heer. Luftwaffe und Marine weiter gefestigt und ausgebaut ist. Wir wissen, daß die deutsche Wehrmacht in den wenigen Jahren der Wiederaufrüstung auf einen kriegstechnischen Stand ge­langt ist, der den ausländischen Militärmächten über­legen ist. Wir haben unsere Angriffs wie Abwehr­waffen in einer Form fortentwickelt und ihnen eins Präzision für den Einsatz im Ernstfall gegeben, die.der Redewendungunüberwindlich" jede Berechtigung zu­kommen läßt.

Es ist das berühmte Wort von deutschem Erfinder­geist und deutscher Tatkraft, die unter Eeneralfeld- marschall Göring unsere Luftwaffe in den wenigen Jahren des Aufbaues nicht nur den Stand der aus­ländischen Waffen, sondern auch auf Grund von Spe, zialkonstruktiongn eine überlegene Sonderstellung er­reichen ließ. Aus dieser Leistung derbesseren Köpfe" u-oseres Volkes sind die vielen kriegstechnischen Ueber- raschungen entstanden, die Deutschland schon- so oft auch dann zum überlegenen Gegner werden ließ, wenn auf der Feindseite die zahlenmäßige Uebermacht stand.

Wenn unlängst der Junkersbomber mit zwei Tonnen Nutzlast auf einem 2000-Kilometer-Dauerflug 501 Kilo­meterstunden herausholte und damit sogar noch die Ge­schwindigkeit der meisten ausländischen Jagdflugzeuge überbot, wenn eine deutsche As 116 auf 10 000'Kilo­meterstrecke 216 Kilometerstunden und ein Serienappa- rat der italienischen Luftwaffe auf der gleich langen

Veiten wieseln syrische Vevölkerung aus

So danken die Engländer ikren französischen Partnern Marianne sott Palästina-Kastanien aus dem Feuer Koten

. Aleppo, 13. August.

In Syrien mehren sich die Anzeichen bevorstehender Unruhen. Gewisse Kreise der Bevölkerung werden, wie hier bekannt wird, fortlaufend mit Waffen versehen. Diese Waffen gelangen aus dem nordöstlich von Aleppo, nahe der türkischen Grenze gelegenen Djesireh-Gebiet nach Syrien und sind englischen Ursprungs. Hinter den Vorbereitungen zum Aufstand gegen die Franzosen stehen die Engländer, insbesondere die Agenten des Intelligente Service in Palästina. Allem voran der britische Konsul in Damaskus, Macaret und sein Dragomen Tean.

Das Ziel der englischen Wühlarbeit ist, einen Auf­stand in Syrien zu entfachen, der die Franzosen zwingt, die Aufständischen mit der Waffe in der Hand zu be­kämpfen und zu unterdrücken. Man verspricht sich eng- lischerseits davon das Ende des arabischen Aufstands in Palästina, da die Franzosen ganz andere Truppen- massen in Syrien konzentriert haben als die Engländer in Palästina. Daneben haben die französischen Truppen, vorwiegend Schwarze, schon in der Vergangenheit in Syrien sowie in Marokko bewiesen, daß sie mit den arabischen Aufständen schnell wenn auch grausam fertig Zu werden wissen. So will England, das in Pa­lästina mit dem arabischen Aufstand seit 31L Jahren nicht fertig geworden ist die Franzosen zu aktiver Mithilfe zwingen.

Den französischen Behörden in Syrien selbst ist dieser Plan nicht mehr unbekannt. Sie fühlen sich selbstver­ständlich nicht ganz wohl bei diesem Intrigenspiel ihrer eigenen Verbündeten. Jedenfalls haben sie in der vorigen Woche ihr syrisches Truppenkontingent um 2 Bataillone algerischer Schützen verstärkt, die insbesondere in Da­maskus zusammengezogen sind. Ferner traf kürzlich ein weiteres Bataillon Fremdenlegionäre ein.

Wie Augen- und Ohrenzeugen aus Syrien berichten, hat unter den französischen Beamten der Mandats-, regierung und den hohen Offizieren eine tiefgehende englandseindliche Stimmung Platz gegriffen. Mit Er­bitterung sehen sie das falsche englische Spiel, das man, wie man jetzt erkennt, seinerzeit im Sandschak-Schachrr nicht früh genug durchschaute.

Von einerEntente Eotdiale" ist also zwischen der britischen Mandatshauptstadt Jerusalem und dem fran­zösischen Bei-rut nicht mehr viel zu verspüren. Auch scheinen die Franzosen diesmal nicht gewillt zu sein, den türkischenFreunden" abermals widerstandslos Ge­bietsteile des französischen Mandats zu überlassen oder dem türkischen Militär die Besetzung Syriens im Kriegsfalle wie es ja im französisch-türkischen Freundschaftsvertrag von Anfang Juli vorgesehen ist freizugeben.

luden überfielen praberdorf

Jerusalem, 13. August.

Das Araberdorf Almansura, nahe der Judenkolonie Rshovoth, wurde grundlos von über 400 bewaffneten jüdischen Hilfspolizisten heimgesucht, die ohne irgend eine Erklärung für den Ueberfall friedlicher Dorfbewohner abzugeben versuchten, die Häuier der Araber in Schutt und Asche zu legen. Glücklicherweise waren arabische Freiheitskämpfer nahe, denen es ge­lang, des feigen Gesindels Herr zu werden und die Juden mit der Waffe in der Hand zu vertreiben. Ledig­lich ein Haus des Dorfes fiel der Brandstiftung zum Opfer.

Unser Isgessmegel

(Unsers bentige Lnsgabs nmkakt 24 8sitsn)

Der Führer empfing Graf Ciano auf dem Ober- ,alzberg.

Gauleiter Förster erteilte Engländern und Fran­zosen in Fürth eine weitere Lehre.

Durch Ausrüstung mit britischen Waffen hetzt Eng­land die Vevölkerung Syriens gegen Frankreich. Die Londoner Presse ist empört über die britische Nachgiebigkeit in der Tientsin-Frage.

Die Luftmanöver über London haben zahlreiche Mangel der britischen Verteidigung aufgezeigt. Durch Reichslciter Rosenberg wurde in Frankfurt a. M. ein Institut der NSDAP. zur Erforschung der Judcnfrage gegründet.

Korpssührer General der Flieger Christiansen traf mit den Kiistenflug-Fliegern gestern in Bremen ei». Gauorganisationsleiter Walkenhorst erklärte in einem Gespräch die umfangreichen Vorbereitungen zur Teilnahme unseres Nordseegaues am Neichspar- tritag.

Obergebietsführer Liihr Hogrefe eröffnete die Ge­bietsmeisterschaften der HJ. 1939.

Die Staatliche Kreditanstalt Oldenburg/Vremen und die Bremer Landesbank haben im Jahre 1938 eine günstige Entwicklung zu verzeichnen.

Der Deutsche Harbig lief über 499 Meter eine» neuen Weltrekord.