Ausgabe 
(12.8.1939) Nr. 220
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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches Nerkiindungsblatt des Neichsstatthalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 220 / 9. Mrgang

Sonnabend, 12. flugust 19Z9

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Jubelnder kmpfang durch die Vevölkeruns

Iriumpstzug durch die Straßen der Stadt / Semeinsame Vesprechungen am freitagnachmittag

wie tief die Verbundenheit der beiden befreundeten Nationen i-m Herren des deutschen Volkes verankert ist.

SaIzburg, 12. August.

Der italienische Außenminister Gras Ciano traf Freitag zu der angekündigten Be­sprechung mit Reichs au tzenminister von Ribbentrop um 12.20 Uhr im Londerzug in Salz­burg ein. Graf Ciano war in Rssenheim, wo er um 10.41 Uhr eingetroffen war, von dem italienischen Botschafter in Berlin, Attolico, Botschaftsrat Gras Magistrat! und dem stell­vertretenden Ches des Protokolls, Legationsrat von Halem, empfangen worden.

Reichsaußenminister von Ribbentrop begrüßte in Salzburg auf dem Bahnhof den Abgesandten des Duce auf das herzlichste und geleitete ihn im Kraftwagen in das HotelOesterreichischer Hof". Graf Ciano ist be­gleitet vom Gesandten Vitetti, dem stellvertretenden Chef des Protokolls Legationsrat del Drago, Konsul Vellia und Vizekonsul Farace.

Um 13.30 Uhr war Graf Ciano mit seiner Begleitung Gast des Reichsmchenministers von Ribbentrop und Frau von Ribbentrop zu einem Frühstück auf Schloß Fuschl am Fuschl-See. Der Nachmittag wurde für Be­sprechungen -er beiden Außenminister freigehalten.

wir wollen Sraf liano sehen!"

Die Fahrt des italienischen Außenministers Graf Ciano durch Salzburg gestaltete sich zu einer wahren Triumphfahrt. lleberall, wo die beiden Außenminister erschienen, waren sie Gegenstand herzlichster Begrüßung.

Auf dem Bahnhof und dem Platz hatten sich ebenso wie auf dem Anfahrtswege zum Hotel .Oesterreichischer Hpf" eine ünüberfehhare Menge Volksgenossen gesam­melt, die erst gestern früh durch den Rundfunk von der Ankunft des italienischen Außenministers erfahren hatten und in ihrer Mittagspause spontan von den Arbeitsplätzen herbeigeeilt waren. Als Graf Ciano in Begleitung des Reichsaugenministers von Ribbentrop aus der Bahnhofshalle trat, brandete begeisterter Jubel auf, und die Massen durchbrachen die Absperrung. Das­selbe Schauspiel wiederholte sich vor dem Hotel .Oester­reichischer Hof".

In der Halle des Hotels begrüßten mit den Salz- burger Volksgenossen auch die Sänger der italienischen

öeneral Holder Sankt Mussolini

Rom, 12. August.

Der Chef des Generalstaües des deutschen Heeres, General Halder, hat an Mussolini folgendes Telegramm gerichtet:

Beim Verlassen Italiens bitte ich Eurer Excllenz meinen aufrichtigen Dank für die liebenswürdige Ein­ladung und die herzliche Gastfreundschaft des itali­enischen Heeres hinnehmen zu wollen. Der Aufenthalt in Italien und die Teilnahme bei den Manövern der Po-Arm«x werden mir eine unvergeßliche Erinnerung sein. Es war für mich eine große Ehre und Genugtuung, den Uebungen des italienischen Heeres beizuwohnen, das von einem so hohen Geist beseelt ist, und persönlich den prachtvollen Rhythmus des faschistischen Italiens mitzu­erleben.

General der Artillerie Halder."

Operngvuppe, die gegenwärtig bei den Salzburger Fest­spielen mitwirkten, ihren Minister und den Außen­minister des Deutschen Reiches mit der gleichen Herz­lichkeit. Vor dem Hotel rauschten immer wieder leb­hafte Rufe auf:Wir wollen Traf Ciano sehen!" und ruhten nicht eher, bis sich Graf Ciano auf dem Balkon gezeigt hatte: Auf der Abfahrt nach Fuschl bereitete die Menge sowohl dem Reichsminister des Auswärtigen von Rippentrop wie dem italienischen Außenminister Graf Ciano wieder lebhafte Ovationen und bekundete damit,

Nationen im Herzen des deutschen Volkes verankert ist.

Heule sorlsehung der vesprechungen

Nach den längeren Besprechungen am Freitag­nachmittag endete der erste Tag der Zusammen­kunft mit Reichsminister des Aeutzern von Ribben­trop und dem italienischen Außenminister Gras Ciano mit einem kleinen Ausslug von Schloß Fuschl nach St. Wolfgang. ImWeißen Rötzl" atzen Außenminister von Ribbentrop und Gras Ciano mit ihren Mitarbeitern zu Abend und er­lebten ein paar frohe Stunden inmitten eines frohen Volksfestes, das in St. Wolfgang stattfand. Reichsautzenminister von Ribbentrop geleitete Graf Ciano nach Salzburg in derOstmärkischen Hof". Die Besprechungen der beiden Außenminister wer­den am heutigen Sonnabend fortgesetzt.

UnglaublicheSeulfchenmißßandlung

Volksdeutsche in kattowih von polnischer Polizei unter unbeschreiblichen

Mißhandlungenverhört"

Kattowitz, 12. August.

18 Mitglieder des Deutschen Volksblocks wurden am Mittwochabend nach Beendigung einer Ver­sammlung der Ortsgruppe Kattowitz von der pol­nischen Polizei verhaftet und erst am Donnerstag früh nach furchtbaren Mißhandlungen wieder frei­gelassen. Während wir bis jetzt darauf verzichteten, die polnischen Terrorakte, deren es unzählige zu verzeichnen gibt, einzeln zu registrieren, macht die Steigerung derartiger Roheitsakte die Veröffent­lichung eines solchen Falles, wie er sich in Katto- witz ereignete, nötig, damit die Öffentlichkeit ein­mal sieht, was sich die Polen jetzt leisten.

Als am Mittwochabend eine Mitgliederversammlung der Ortsgruppe des Deutschen Volksblocks im Christ­lichen Hospiz soeben beendet war, erschien ein großer Mannschaftskraftwagen der Polizei. Die Besatzung, mit Karabinern und Stahlhelm ausgerüstet, stürmte in den Versammlungsraum und trieb die noch anwesenden 18 Volksdeutschen unter Schlägen mit dem Gummiknüppel und Kolbenstößen aus dem Hause. Die Volksdeutschen wurden dann von der wildgewordencn Polizeimeute einzeln wie Säcke auf den Maimichastswagcn geworfen und zur Polizeidieektion gebracht.

Während der Nachi wurden die Volksdeutschen unter unbeschreiblichen Mißhandlungen verhört". Da sie nichts anderes über ihre Zu­sammenkunft auszusagen hatten, als daß es sich um eine harmlose Mitgliederversammlung ihrer Organisa­

tion gehandelt hatte, wurden sie in die Zellen des Po­lizeigefängnisses gebracht und dort wiederum in ge­ringen Zeitabständen unbarmherzig mit dem Gummi­knüppel geschlagen.

Am Donnerstag srüh wurden die Volksdeutschen auf freie» Fuß gesetzt. Sie alle tragen Spuren entsetzlicher Mißhandlungen. Ihre Körper sind über und über mit blauen und braunen Flecken und Striemen bedeckt. Einigen von ihnen wurde der Arm vollkommen ver­renkt, ein anderer hat so schwere Schläge über den Kopf erhalten, daß er vollkommen taub geworden ist.

Vrutale fluslehung deutscher flrbeiter

Warschau, 12. August.

In der Lodzer Industrie wird die brutale Entfernung der letzten Deutschen von ihren Arbeitsplätzen fortge­setzt. In der deutschen Textilsabrik Krusche Z- Ender in Pabjanice bei Lodz, die die ganzen letzten Wochen hin­durch unter behördlichem Druck deutsche Arbeiter grup­penweise entlassen mußte, mußten jetzt an einem Tage weitere 5» Deutsche, die als Meister, Abteilungsleiter und Facharbeiter in den Betrieben beschäftigt waren, gewaltsam aus die Straße gesetzt werden. Auch in einem anderen Fabrikbetriebe in Lodz sah sich dessen Leitung unter der drohenden Haltung der aufgewiegelten pol­nischen Belegschaft gezwungen, die letzten deutschen Meister und Arbeiter fristlos zu entlassen. Bezeichnend ist, daß die polnische Presse in Lodz von behördlicher Seite die Weisung erhalten hat, über diese Terrormah- nahmen gegenüber den deutschen 'Arbeitern nicht zu be­richten.

Sie Welt;ur forderung Vauteiler sorsters

Stärkster kinöruck ver Sämiger Protestkundgebung in der italienischen presse Lebhafte Zustimmung

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Rom, 12. August.

Die große Protestkundgebung der Danziger Bevölkerung findet in den römischen Blättern an Hand ausführlicher Berichte stärkste Beachtung und wird in größter Auf­machung als der beste Beweis für die feste Entschlossenheit Danzigs, zum Mutterland zurückzukehren, bezeichnet.

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Mit besonderem Nachdruck weistPopolo di Roma" darauf hin, daß die Aggressivität Polens ein überaus gefährliches Ausmaß angenommen habe, wäh­rendMessaggero" die Hilfsbereitschaft Deutsch­lands für Danzig im Falle eines polnischen Angriffs unterstreicht. Die MailänderEazzetta del Popolo" hebt die Erklärung hervor, daß die Dan­ziger die polnischen Kanonen nicht fürchteten und ge­wiß seien, daß ihr Wunsch auf Heimkehr ins Reich er­füllt werde.

Lebhafte Zustimmung fanden auch die Ausführungen des Generalobersten von Brauchitsch. dessen Rede, wie der Berliner Vertreter desM e l i a q g e r o" hervor­hebt, in bezeichnendem Gegensatz zu den unverschämten Drohungen polnischer Generale stehe. Der Befehlshaber des deutschen Heeres habe als Soldat gesprochen und in seinen kurzen, aber inhaltsreichen Worten die ge­genwärtige Phase der deutsch-polnischen Beziehungen, die sich noch verschärft hätten, seit die polnische Preise von ihrer beispiellosen provokatorischen Sprache zu offenen Drohungen übergegangen sei, mit emulier Festigkeit dargelegt,

Giornalc d'Jtalia" beschäftigt sich mit den Manövern der Einkreisungspolitiker gegen Danzig und stellt ihnen dix offene und eindeutige Stellungnahme von Gauleiter Förster sowie die klaren soldatischen Worte des Ober­befehlshabers des deutschen Heeres, Generaloberst von Brauchitsch, gegenüber Gauleiter Förster habe mil ruhiger Entschlossenheit den Willen von 400 000 Dan- zigern bestätigt, zum Reich zurückzukehren. Dieser Wille sei. nicht etwa eine zufällige Zciterschcinung, sondern besteht seit dem Versailler Vertrag, und es sei deshalb

ganz natürlich, daß es sich nach dem politischen Zu­sammenschluß der übrigen Deutschen mit unaufhaltbarer Gewalt zum Ausdruck gebracht werde, Europa müsse sich von dieser Tatsache Rechenschaft geben, gegen die nichts unternommen werden könne. Wenn die K-riegshetzer antworten sollten, daß man dann Krieg führen müsse, so sei zu bedenken, daß der Krieg etwas Ernstes sei. Die Franzosen, Engländer und auch die Polen fpllten sich das noch reiflich überlegen

Püris völlig Surcheinander

Große Verlegenheit gegenüber der schlagkräftigen Beweisführung

Paris, 12. August

Die Presse steht mehr denn je im Zeichen des Kon- jliktjalles um Danzig und der damit im Zusammen­hang stehenden Entwicklung der internationalen Lage, Die große Protestkundgebung der Danziger Bevölke­rung'mit der Rede des Gauleiters Förster, die An­spräche des Generalobersten v. Brauchitsch sowie die Be­gegnung von Reichsaußenminister Ribbentrop und Außenminister Graf Ciano bieten den Pariser Zeiiun- gen zu diesem Thema viel neuen Stoff

Die starke Verlegenheit über die schlagende Vewelss- führung der Forster-Rede kommt in einem völligen Durcheinander zum Ausdruck, wobei, wie auch bei den übrigen Themen in altbekannter Weise alle Register gezogen werden, um die Hauptursachc der ganzen Lage, nämlich die Einkreisung um jeden Preis, zu verschleiern.

Wie üblich, wenn es sich um unangenehme Wahrheiten handelt, wird von den meisten Blättern der Versuch

unternommen, die Forster-Rede auf der Danziger Kund­gebung in ihrer Bedeutung herabzusetzen. Dabei wird krampfhaft versucht, die Beweisgründe der Rede zu zer­pflücken. Sehr unangenehm sind den Pariser Blättern vor allem die eindeutigen Zitate französischer und eng­lischer Politiker über Danzig, die man nun plötzlich als nicht mehr zeitgemäß" oder auch alsunbedeutend" hinstellen möchte 2m übrigen wird die Rede Försters ebenso wie die Brauchitsch-Rede unter Anwendung lächerlichster Verdrehungskünste von der Pariser Presse in den Rahmen der nach ihrer Ansicht von Deutschland gegen Polen und seine beiden Alliierten England und Frankreich unternommenen Kampagne" (!?) zu stellen versucht. Es folgen dann die üblichen Beteuerungen, daß man sich dadurch nicht beeindrucken lassen würde. Be­sonderes Interesse findet schließlich die angekündigte Begegnung zwischen Reichsaußenminister von Ribbentrop und dem italienischen Außenminister Graf Ciano, Auch hier wieder das alte Lied: Die Pariser Arlikelschreiber möchten so gern die enge Solidarität zwischen Deutschland und Italien in Zweifel ziehen. . . .

Das in Paris festzustellende Bemühen, die Forster- Rede zu bagatellisieren, geht offensichtlich aus geheime polnische Aengstc zurück. Förster sei übrigens gar kein Danziger, sondern Deutscher und im übrigen keine regie- rungsamtliche Stelle. In derart albernen Tönen geht es weiter.

politisches kreignis ersten Nanges"

Starke Vecindruckung hier, völliges Mißverständnis dort

London. 12. August.

Die Großkundgebung in Danzig und die Rede des Gauleiters Förster werden von der Londoner Presse in ihrer volle» Bedeutung gewürdigt. Die Korrespondenten der Blätter sind von der unerschütterlichen Geschlossen­heit und dem gewaltigen Ausmaß der Demonstration sichtlich beeindruckt und wägen aus der Rede Försters jedes einzelne Wort genau ab. (Forts, auf Seite 2) >

. Berlin, 12. August

Bündnisse sind eine Angelegenheit kalter Nützlich- keitserwägungen, dabei wiegen Oel und Baumwolle schwerer als Gefühle und Ideen". Das ist auf eine Formel gebracht ungefähr die Auffassung einer Zeit, die hinter uns liegt und deren Ausprägungen im Nebel des Gestern bereits ihre Konturen verloren haben. Die Gegenwart und ihre Ideen ließen die Staaten, die sie prägten, unter dem Zeichen des tolalen Gedankens ent­stehen. Und heute erleben wir es, wie die Idee des Totalen hinübergreift auf das weite Feld der Bezie­hungen von Volk zu Volk. Sie fetzt an die Stelle der alten Staatenbündnisse das Einvernehmen und die Kameradschaft der Nationen, das heißt, eine Fühlung, die nicht nur auf den amtlichen Kreis der Diplomaten, Wirtschafts-, Militär- und Verkehrsfachleute beschränkt bleibt, sondern eine Gemeinschaft in den Aeußerungen des völkischen Lebens schlechthin schafft, wie sie bis da­hin auf dem Gebiet der internationalen Beziehungen allenfalls dann denkbar war, wenn es sich um Staaten gleicher Nationalität handelte. Daß kultureller und geistiger Austausch aus Motiven heraus stattfindet, die anderer Art sind, als die eines Kulturimperialismus, der unter dem Mantel unpolitischer Durchdringung höchst politische Ziele verfolgt, ist ein neues Moment, das erst in einer Welt entstehen konnte, deren Luft durch das Gewitter einer totalen Revolution gereinigt wurde, durch ein Gewitter, dessen Regen aus den Her­zen und Geistern die Ileberbleibsel einer Eeistigkeit hinwegräumte, die in den Vorstellungen einer zu Bruch gegangenen Welt ihre Wurzeln hatte.

Doch eine Solidarität der Völker, die tiefer greift, aks es die Zweckgemeinschaften des liberalen Zeitalters die heute noch mit der Zielsetzung, einen gemeinsamen Raub gemeinsam zu bewahren, existieren es wollten und vermochten, bedarf der Zeit. Sie braucht ein orga­nisches Wachstum, um gesund und dauerhaft zu sein, und sie taugt auch nur, wenn sie zwar unter plan­mäßiger und liebevoller Förderung aber doch stetig ge­wachsen ist. Nur so vermag diese Eemeimchaft, aus dem Zustande des Planens und Wollens in die rauhe Luft dtr Tatsachen verpflanzt, Wurzeln schlagen, anzuwachsen und Blüten und Früchte zu tragen. Die in diesem Sinzre zwischen Deutschland und Italien begonnene Zu­sammenarbeit auf dem Gebiet des kulturellen Austau­sches, die die bisher getroffenen Abmachungen politischer, militärischer, wirtschaftlicher und sozialpolitischer Art krönt, trat, wie das gemeinsame Kommunique der deutschen und italienischen zuständigen Minister zeigt, in diesen Tagen in die Sphäre der praktischen Durch­setzung. Eine Spanne voller Arbeit, die nur gelegentlich der Öffentlichkeit beider Völker sichtbar wurde, ging den Abmachungen von Venedig voraus. Derartige Ver­einbarungen sind überhaupt nur möglich, wenn beide Partner zutiefst davon überzeugt sind, daß sie einer Zusammenarbeit auf weiteste Sicht die organisatorische Grundlage geben. Diese Zusammenarbeit wiederum ist nur denkbar auf Grund einer gemeinsamen Kultur, die in fruchtbarem Austausch im Laufe der Geschichte ge­wachsen ist und die stärker als je in das Bewußtsein dei Völker gedrückt werden soll, als ein gemeinsamer Besit und ein gemeinsames Erbe. In diesem Sinne ist Vene! dig ein Auftakt, der seine historische Bedeutung erweisen wird,

2m Rahmen der Abmachungen in Denedig über den deutsch-itMemschen Kulturaustausch ist auch der inter­nationale Presse-verband gegründet worden. Diese, Verband wird zunächst aus deutschen und italienischen Journalisten bestehen, aber es können und sollen ihn auch die Pressele-ute aus anderen Ländern beitr-eten die mitkämpfen wollen in der Front gegen die inter-

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(Tlvssrs lisutiM Krmgabs umkokt 12 Ksitsn)

Graf Ciano wurde in Salzburg von der deutschen Bevölksrung begeistert begrüßt.

Die Rede -es Danziger Gauleiters Förster wurde von der gesamten Weltpresse beachtet.

Durch die polnische Brutalität sind bisher bei 240 Ueberfällen auf Volksdeutsche sechs Volksdeutsche ermordet und 21 zu Krüppel geschlagen.

In Kattowitz wurden 16 Volksdeutsche durch die polnische Polizei einer unbeschreiblichen Mißhand­lung unterzogen.

Die Londoner Presse gibt die polnischen Kricgsvor- bcrritungen gegenüber Danzig zu.

Die italienischen Wcstbefestigungsn sind zu einem unüberwindlichen Wall ausgebaut.

2n Paris wird eine Verlautbarung über eine demokratische Milliardena.nleihe an Sowjetruhland veröffentlicht.

Das jüdische Amsterdamer Bankhaus Mendelssohn K Co. ist unter Eeschiiftsanfsicht gestellt worden.

Zwischen Wehrmacht und H2. wurde ein Ausbil- dungsabkoinmen vereinbart.

2n Bremen ereignete sich der 27. tödliche Verkehrs- uirfall dieses Jahres.

Das NDL.-SegelschulschissKommodore Johnsen" kehrte nach ISmoitatiger Abwesenheit von seiner vierten Reise heim.