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parteiamtliche Tageszeitung
vas Pmtsbiatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen
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der Nationalsozialisten Vremens
sinnliches verkündungsblatt des Neichsstatchalkers in Oldenburg und Bremen
Nr. 216/9. Zrchrgang
vienstag, 6. flugust 19Z9
kinzelpreis 15 Npf.
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polen Srolz» mit SeWeßung Vanzigs
flber auch deutsche Seduld dat eine l-renze / Man spielt nicht ungestraft
mit brennender Lunte am Pulversaß
Berlin, 8. August.
Bei der Kommentierung der kürzlichen Rede des polnischen Marschalls Rydz-Smigly schreibt am gestrigen Montag der konservative „Czas" u. a., wenn die Behörden der Ireien Stadt Danzig Polen vor eine vollendete Tatsache zu stellen beabsichtigen, dann würden die polnischen Geschütze dröhnen, trotz der Neigung, die die polnische Nation für die alten Mauern Danzigs hege, die mit der Geschichte Polens eng verbunden seien.
würde, wenn ihr so unverblümt und so schamlos, wie es hier dem deutschen Danzig und damit auch Deutschland geschieht, maßlose Drohungen entge-
* Die Drohung des polnischen Blattes mit einem heimtückischen Fenerüberfall auf die deutsche Stadt Danzig stellt in ihrer brutalen und frechen Art wohl den Gipfel dessen dar, was wir in den letzten Monaten an ungeheuerlicher Kriegshetze und an polnischer Großmannssucht erlebt haben. Es ist diese größenwahnsinnige Drohung, Danzig brutal mitten im Frieden in Trümmer schießen zu wollen, eine Herausforderung, die nun endlich einmal auch dort erkannt und in ihrer Nichtswürdigkeit verstanden werden sollte, wo man Polen immer so gerne als einen von Deutschland bedrohten Staat hinzustellen beliebt. Wir fragen, was England, wir fragen, was Frankreich, wir fragen, was jede andere ehrliedende Nation antworten
London, 8. August.
Während die britisch-französische Militärmission sich auf dem Wege nach Leningrad befindet, wird in London eine „neue Formel" ausgearbeitet, um. wie der diplomatische Korrespondent der „Times" schreibt, die letzte Lücke auf der „politischen Seite" des geplanten Vcrteidigungspaktes zu schließe». Man hoffe, daß es mit dieser Formel endlich gelingen werde, eine Einigung unter den drei Mächten über die Definition des „indirekten Angriffes" zu erzielen. Zur Rückkehr Strangs meldet der Moskauer Korrespondent der „Times", ein Kapitel iei zwar noch nicht abgeschlossen, aber auf jeden Fall in genügendem Maße im einzelnen festgelegt, daß sich die Arbeit jetzt auf da» nächste konzentrieren könne. Strang babe Grund, auf die Ergebnisse seiner Tätigkeit stolz zu sein. (l?) „News Chro- nicle" glaubt aus Moskau berichten zu können, daß Strangs Abreise vor dem Paktabschluß „keinerlei Pessimismus" hervorgerufen habe.
Strang hat Moskau gestern vormittag verlassen. Zur Verabschiedung waren am Startplatz einige Beamte der englischen Botschaft erschienen. Strang wird heute mit dem fahrplanmäßigen Flugzeug nach London Weiterreisen.
Der englische Unterhändler Strang kam auf seiner Rückreise nach London derart hastig in Stockholm an. daß er nicht einmal die Zeit fand, auf Fragen nach dem Stand der Dreimächte-Verhandlungen zu Antworten. Er bemerkte lediglich, daß er selbst nicht nach Mos-
gegen'geschleubert wurden?
Aber auch die deutsche Geduld hat ein- maleinEnöe, und die polnischen Großsprecher mögen ja nicht glauben, daß Deutschland sich in alle Ewigkeit ungestraft herausfordern läßt. Wenn s i e glauben, Danzig vor eine vollendete Tatsache stellen zu können, indem sie polnische Geschütze dröhnen lassen und Danzigs Mauern berennen, dann wollen wir ihnen, und das ganz unzweideutig, sagen, daß esa u ch d e u t s ch e G e s chll tz e gibt. Und diese sind nicht aus Marzipan. Sie vermögen sehr wohl eine Sprache zu führen, welche
kau zurückkehren werde. Um möglichst schnell nach London zu kommen, versuchte Strang, noch das Nachmittags- Flugzeng nach England zu erreichen, aber es flog ihm vor der Nase weg. Daraufhin zog er sich resigniert in die englische Gesandtschaft zurück.
London im Kampf gegen das Mißtrauen
Das Einkreisungsschiff mit der französischen und englischen Militärmission erreichte am Montagmorgen auf der Fahrt nach Moskau den Sagerat. Da die Generale den Kieler Kanal zu vermeiden wünschten. — obwohl sie sämtlich in Zivil reisen — müssen sie zwei Tage länger auf See sein. Inzwischen hat London eine neue Anstrengung in die Wege geleitet, um auch die letzte politische Differenz zu beheben. Das Foreign Office hat trotz der Sonntagsruhe — für solche heiligen Arbeiten darf sie unterbrochen werden - ein Telegramm an Botschafter Seeds nach Moskau gerichtet, das den „indirekten Anglist" betrifft. Man hofft jetzt in London, daß die V e r- heißung englischer Flottenhilfe Rußland minder empfindlich machen werde gegen die Gefahr der indirekten Angriffe. Wenn sich etwa in den baltischen Staaten — so denkt man — eine den Sowjets unangenehme innere Entwicklung vollziehen sollte, so würde also die englische Flotte vor den baltüchen Häfen demonstrieren, um einen solchen „indirekte,: Angriff" abzuwehren. 2m übrigen, so behauptet „Daily Telegraph". müsse selbst Stalin, wenn die sowjetrussischen Attaches in London und Paris wahrheitsgetreu berich
selbst Polen dann verstehen wirb, und zwar besser, als die anscheinend allzu lange Geduld unö politische Zurückhaltung, womit das deutsche Bolk bis zum heutigen Tage im-Dienste des Friedens den polnischen Großhansen begegnet ist.
Wenn es die Polen gelüstet, mit der deutschen Waffe Bekanntschaft zu machen, dann brauchen sie nur zu versuchen, ihren verbrecherischen Vorsatz, Danzig zu beschießen, in die Tat umzusetzen. Es wird ihnen bestimmt eine Antwort werden, die ihnen sehr rasch verleibet, mit weiteren Drohungen gegen deutsche Städte um sich zu werfen. Es ist bezeichnend für polnische Blindheit und für polnische Dummheit, daß man dies erst noch besonders aussprechen muß, so wie es bezeichnend ist für polnische Gewissenlosigkeit, die brennende Lunte an einem Pulverfaß zu schwingen, dessen Explosion den Luntenschwingern bestimmt zum tödlichen Verhängnis werden müßte.
ck.
Londons Kriegsliehe und Heuchelei
Einsichtige USA.-Stimmen
Ncwyork, 8. August.
Das Danzig-P noblem steht seit der Vertagung des Kongresses wieder im Vordergrund des amerikanischen Interesses, wobei es neben zahlreichan von Eeschichts- fiilschungen und Verdrehungen strotzenden hetzerischen Meldungen und Artikeln auch nicht an einsichtigen Stimmen fehlt, die in der Haltung Englands lediglich einen heuchlerischen Vormund zur Tarnung der wahren britischen Absichten sehen.
So schreibt Laßeres am Montag in dem Hearst-Blatt „Journal American". England wolle anscheinend einen Krieg heraufbeschwören, um die Rückkehr der deutschen Stadt Danzig ins Reich zu verhindern, genau so, wie es im vergangenen September in Gemeinschaft mit Frankreich des Sudetenproblems wegen Europa beinahe in einen Krieg gestürzt habe.
Der Verfasser des Artikels fragt in diesem Zusammenhang, was die Weltmeinung wohl saocn würde, wenn Deutschland England mit Krieg bedrohte, um Irland oder Indien zu besreien, oder wenn Japan die Vereinigten Staaten von Nordamerika anzugreifen drohte, wenn die Vereinigten Staaten den Philippinen nicht sofort die volle Unabhängigkeit gewähren. All das unausrichtige Geschwätz über die sogenannte Unabhängigkeit kleiner Staaten sei nur Heuchelei zur Verschleierung machtpolitischer Absichten.
In der „Newyork Times" tritt die Publizistin Miß McLormick der Legende entgegen, Polen sei eine Demokratie. In Wirklichkeit habe Polen noch größere politische Fehler gemacht als die Tschecho-Slöwakei.
2m „Daelic American" unterzieht der Leitartikler des Blattes die hinterhältige englische Außenpolitik einer beißenden Kritik. Er weist darauf hin. daß in Danzig neben 95 v. H. Deutschen auch ein paar Polen leben, ebenso wie in Newyork einige Chinesen. Es würde aber niemand einfallen, Newyork als eine chinesische Stadt zu bezeichnen, und die Newyorker Chinesen träumten auch nicht davon, daß Newyork jemals ein Teil Chinas werde Wenn man behaupte, daß Danzig wirtschaftlich von Polen abhängig sei. dann sei Danzig wohl in erster Linie zur Entscheidung über diese Frage berufen.
tet hätten, vollkommen darüber im Bilde sein. daß der stärkere Zusammenprall zu Lande, zur See und in der Luft unausweichlich im Westen vor sich gehen werde, da die „Demokratien dort die Offensive ergreifen würden."
Mit diesen rührenden Bemühungen versucht man also das Mißtrauen der Sowjets zu zerstreuen, das vor allem befürchtet, daß Sowjetrnßland eines Tages die Rolle des Opfers spielen solle.
Stalin bleibt in Moskau
Paris, 8. August.
Die Pariser Zeitungen vom Montag veröffentlichen eine Meldung der Agentur Radio aus Moskau, der zufolge Stalin beschlossen habe, trotz einer gegenteiligen Empfehlung seiner Aerzte in Moskau zu bleiben und nicht nach Eori, dem Sommetsttz im Kaukasus, zu reisen
Polen möchte mit dabeisein
Warschau, 8. August.
„Kurjer Warszawski" berichtet aus Moskau, daß in „gut unterrichteten ausländischen Kreisen" davon die Rede sei, daß auch eine polnische Militärmission an den militärischen Besprechungen Englands. Frankreichs und der Sowjetunion teilnehmen müsse, denn es sei unerläßlich, auch den Standpunkt der.leitenden Persönlichkeiten der polnischen Armee kennenzulernen.
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rll. Berlin, 8. August.
Als William Strang, der Leiter der mitteleuropäischen Abteilung im Foreign Office, Anfang Juni unter großer Aufmerksamkeit der erstaunten Welt nach Moskau geschickt wurde, um dort die festgefahrenen englisch-sowjetrussischen Verhandlungen wieder flottzumachen, da hatte er selbst wohl kaum daran gedacht, daß „der Krieg solange dauern werde". Mr. Strang nahm damals nur wenig Gepäck mit, wie die englische Presse, immer auf der Jagd nach pikanten persönlichen Details, damals zu melden wußte. Inzwischen hat sich der britische Beamte sicher einige Wäsche nachschicken lassen müssen. Beinahe neun Wochen saß er in Moskau, und viele Stunden dieser Zeit im Vorzimmer Molo- tows und Stalins, welch' letzterer bis jetzt keinen Wert darauf gelegt hat, den britischen Sondergesandten zu sehen.
Strangs offizieller Auftrag bestand darin, den ausgerechnet mitten in den englisch-sowjetrussischen Verhandlungen krank gewordenen britischen Botschafter in Moskau, Sir William Seeds, zu unterstützen. Der Botschafter hatte seine besonderen Schwierigkeiten, weil er nicht Russisch kann und die Dolmetscher angeblich zu wünschen übrig ließen. Mr. Strang kam da als Retter in der Not, denn er kann ganz ordentlich Russisch und brachte zudem allerlei weitgehende englische Zugeständnisse mit, die er von Fall zu Fall an den Mann bringen sollte, falls der Kreml nicht schon vorher anbeißen würde. Natürlich hat die russische Seite aber geahnt, was Strang in seiner dicken Mappe für Möglichkeiten mitbringt, um die Verhandlungen im Fluß zu erhalten und es setzte das frisch-fröhliche Verhänd- lungsspiel ein. bei dem England Schritt um Schritt zurückwich. So ging das über zwei Monate lang, bis zuletzt die letzte große sowjetrufsifche Forderung nach sofortigen Militärverhandlungen schließlich auch genehmigt war. Dann konnte Mr. Strang nach Hause reisen, gewissermaßen wie eine ausgepreßte Zitrone. Die „Times" bescheinigte ihm im Tone einer Ve- gräbnisiuschrift: „Er hat getan, was er konnte, um
eine Einigung zwischen den drei Regierung zustande zu bringen."
Daß diese Einigung bis jetzt nicht gelungen ist, mutz man auch in London zugeben, aber man stellt sie in Aussicht, zwar um den Preis einer Räumung der letzten englischen Reservestellung gegenüber Moskau. Wenn die „Times" heute schon andeutet, daß unter Unsittlichen in der Frage des „indirekten Angriffs" eine Einigungsformel gefunden werden könnte, so kann das nichts anderes heißen, als daß der letzte große Umfall Englands gegenüber den Forderungen Moskaus vorbereitet wird.
Im ganzen dauern die Verhandlungen in Moskau nunmehr schon über vier Monate, ein Rekord.für ein Ereignis von dieser Bedeutung, das bekanntlich durch sein spontanes, überraschendes Eintreten wirken sollte. Es fing damit an, daß Lhamkerlain Anfang März beim Sowjetbotschafter in London einen damals vielbeachteten Anstandsbesuch machte. Es folgten einige Tastversuche auf beiden Seiten, bis Thamberlain am 31. März, dem Tag, an dem er die englische Garantie für Polen verkündete, sich von einem Labourabgeordneten die Bemerkung herauslocken ließ, daß zwischen England und Moskau „keinerlei ideologische Hemmnisse" bestünden. Als der Führer in seiner Rede in Wilhelmshaven auf diese kühne Behauptung einging und die britische Einkreisungspolitik unerbittlich vor aller Welt festnagelte, beeilte sich Ehamberlain allerdings, seine Bemerkung von den fehlenden ideologischen Hindernissen wieder etwas abzuschwächen. Am 15. April trafen dann die ersten <Sowjetvorschläge in London ein, die zum Schrecken der Engländer „ein umfassenderes und starreres Schema vorsehen, das nach Ansicht der Re-
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Unser IssessmSDGii
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In Polen hält der rücksichtslose Kamps gegen das Deutschtum unvermindert an.
Den Gipfel der Frechheit erklimmt die polnische Zeitung „Czas" mit der Forderung der Beschießung Danzigs.
Einsichtige Zeitungsstimmen aus USA. prangern Londons Kriegshetze an.
Der englische Moskau-Abgesandte Strang befindet sich aus dem Rückflug nach London.
Bei schweren Kämpfen in Palästina hatten die Engländer erhebliche Verluste.
Die großen englischen Flugzcugmanöver sind im Gange.
Die italienischen Po-Manöocr endeten mit einem völligen Ersolg der blauen Armee.
Aus dem Vracciano-Sce bei Mailand stellte Oberst Corini einen neuen Motorboot-Weltrekord auf. Reichswirtschastsminister Funk wird die Deutsche Ost-Messe eröffnen.
Der seewärtige Güterumschlag in Hamburg ist 1838 erheblich zurückgegangen.
Die Statistik stellt fest: Bremen ist das einkommen- rcichste Land im Reich.
Häufige Verkehrsunglücke machen den Osterdeich zur „llnsallstratze" Bremens.
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Schließung der „letzten klnkreisungslücke
London arbeitet wieder einmal an einer neuen Formel für Moskau