Ausgabe 
(4.8.1939) Nr. 212
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Meiner Mmg

parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien kzansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

Amtliches verkündungsblatt des ZTeichsstattlzalters in Oldenburg und Nremen

Nr. 212/9. Jahrgang

Freitag, 4. flugust 19Z9

kinzelpreis 15 Npf.

Skandalöse britische Militärlager

Her Scun- für die Meutereien:

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Menschenunwürdige Verpflegung Mitverschuldete Überschwemmungen in den Zeltlagern

drastische flnweisungen an die Milizkoche

( v p a 1l t 1> v I I v II t n n 8 v 1' o 8 I, o II «I o II s v V v 1' t I' o t s r 8 )

Inv. London, 4. August

Die Unzufriedenheit und zeitweilige Meuterei in den Milizlagern haben das englische Kriegsministerium zu außergewöhnlichen Maßnahmen veranlaßt. Es wird öffentlich bekanntgegeben, daß die Verpflegung in den Lagern bedeutend besser werden soll. Gleichzeitig wurde eine Beruhigungs-Aktion in der Öffentlichkeit gestartet, um weitere Besorgnisse über die Stimmung in den Lagern abzubiegen.

Fatalerweise fällt diese Aktion zusammen mit starken Regengüssen in zahlreichen Teilen Englands, durch die viele 'Milizlager erneut überflutet worden sind. Ein Teil der Beschwerden, wonach die nicht allzu sachgemäß angelegten Lager wahre Sümpfe und Krank­heitsherde darstellen, ist dadurch wieder akut ge­worden.

Die Begründung, die der Bewilligung vermehrter Mittel zur besseren Ernährung der Milizen gegeben wird, ist eigenartig: die Milizleute hätten, so heißt es, einen unerwarteten Appetit'entwickelt. Daß die Ursachen jedoch ernster sind, beweist der Umstand, daß vom Kriegs­ministerium eine besondere Untersuchungskommission in Bewegung gesetzt wurde, bestehend aus dem Eeneral- quartiermeister der Armee, Generalleutnant Sir Wal­ter Venning, und demEhrenverpflegungsbeirat" des Kricgsministeriums, Sir Jsidore Salmon! Das Kriegsministerium hat ferner drastische Anweisungen an die Milizköche gegeben, die einen Begriff vermitteln über die in den bisherigen Küchen angewandten Metho­den. Die Anweisungen geben Zu, daß die Milizköche sich nicht unbedingt an die Disziplin gehalten haben und wenig appetitanregende Mahlzeiten" geliefert worden sind.. Den Köchen wird geraten, keine gekochten Pflau­

men mehr auf Kohl folgen zu lassen, da Massenmagen- verstimmungen eingetreten sind.

Die Londomer Presse veröffentlicht neue sensationelle Berichte, wonach teilweise Lager überschwemmt seien und das Wasser fußhoch in den Zelten stehe. Die Sanitäts­offiziere hätten Rumrationen verordnet, um Massen- erkrankungen zu bekämpfen.

Statt Vrot für die eingeborenen ...

. . . Schwierigkeiten in britischen Kolonial-Ausschüssen

London, 4. August

Der politische Mitarbeiter desDaily Telegraph" be­richtet Einzelheiten über die Meinungsverschiedenhei­ten zwischen Opposition und Regierung in der Frage der Einsetzung eines parlamentarischen Kolonialaus- schusses. Die Legierung, so meldet das Blatt, habe be­schlossen, einen Ausschuß für die Vertretung der In­teressen des Kolonialreiches einzusetzen. Wahrend die

Opposition wünsche, daß der Ausschuß nur aus Unter­hausmitgliedern bestehe und mit Sondervollmachten ausgestattet werden solle, schlage die Regierung vor, daß eine kombinierte Körperschaft aus Ober- und Unter­hausmitgliedern mit beratendes Funktion gebildet werde. Dieses Gremium solle sich mit Kolonialfragen beschäftigen, die ihr vom Kolonialminister zugewiesen oder von Vertretern aus den Kolonien zur Kenntnis gebracht würden.

Daß es sich hier um eine Angelegenheit handelt, die noch zu lebhaften Auseinandersetzungen führen dürfte, geht aus den Kommentaren einiger Blätter hervor. Selbst dieTimes" muß feststellen, daß niemand mit dem augenblicklichen System zufrieden sei, wonach nur ein einziger, nicht einmal immer ein ganzer Tag im Jahr zur Besprechung der Angelegenheiten von etwa 60 Millionen Menschen zur Verfügung stehe, die in mchr als 40 verschiedenen Ländern über die ganze Erde verstreut seien.

Daily Telegraph" schreibt, die Schwächen der kolo­nialen Verwaltung seien neuerlich durch den Bericht über die Ernährungslage im Kolonialreich und den Bericht Major Vrowns über die Arbeitsbedingungen in Westindien unterstrichen worden.News Chronicle" sagt, die Tatsache, daß im Kolonialreich nicht alles in Ordnung sei, werde in wachsendem Matze ersichtlich. Schuld daran ist nach Ansicht dieses Blattes die unge­nügende Ueberwachung der kolonialen Verwaltung durch das Parlament.

Schwerer Schlag für Noosevelt

215,5-Millionen-Vollar-vorlage auf 55,2 Millionen llollar zusammengestrichen

Kleinflugzeug schaffte 1915 Kilometer

li. Leipzig, 4. August.

Die Ueberlegenheit der deutschen Lnstfahrt gegenüber der ausländischen Konkurrenz kommt durch nichts bes­ser zum Ausdruck als durch die Tatsache, daß es ihr ge­lang, nunmehr den 3. Weltrekord innerhalb von fünf Tagen zu erobern. Während am 20. Juli ein Junkers- bombcr drei Rekorde und am 1. August eine Heincke 11K eine weitere Höchstleistung erzielte, holte sich jetzt ein Erla-Kleinstflugzeug vom Typ 5 D mit Zündapp-Motor den 5. Rekord durch einen Langstreckenflug über 1815 Kilometer. Die kleine Maschine flog von Friedrichshafen bis Vaennaes in der nordschwedischen Provinz Norr- land. Der bisherige Rekord, den die USA. mit 1831,8 Kilometer hielten, wurde dabei bedrut>end überboten.

Das Flugzeug DPMOP (Konstrukteur Mehr) der Leipziger Erla-Werke war am '2. August morgens um 1.30 Uhr in Friedrichshafen am Bodenfee gestartet. Um 18 Uhr landete es in Vaennaes, nachdem es eine Strecke von 1915 Kilometer zurückgelegt hatte. Flugzeugführer Gabler, der den Rekordflug ausführte, steuerte eine Maschine vom gleichen Typ, den auch der bekannte Flie­ger Auffermann im April ds. 2s. zu seinem wohlgelun-. geuen Dreierdteileflug benutzte. Gabler wäre durchaus in der Lage gewesen, die Rekordstrccke noch weiter zu verlängern, da er über 20 Stunden Betriebsstoff an Bord hatte. Doch die schwedische Regierung sah sich nicht in der Lage, einen noch weiter nördlich gelegenen Lanide- hafen zur Verfügung zu stellen. Die neue Weltbest­leistung ist bereits der FA2 zur Anerkennung angemel­det worden.

Washington, 4. August.

Die Ausgabenpolitik Roosevelts (New Deal) erlitt eine weitere schwere Niederlage. Das Abgeordneten­haus nahm die Vorlage über den Nachtragsetat an, nachdem der Budget-Ausschuß die ursprünglich angefor­derte Summe von 215,5 Mill. Dollar aus Sparrücksich- ten auf 53,2 Mill. Dollar zusammengestrichen hatte.

Die Annahme der Vorlage erfolgte unter gleichzeitiger Ablehnung eines Zufatzantrages über 119 Millionen Dollar, die als Farmerdarlehen zur Stützung der Preise der Farmprodukte beantragt waren, nachdem vorher noch Agrarministcr Wallac'e erklärt hatte, daß die Preise für Weizen, Baumwolle und Mais erheblich fal­len würden, falls die Bewilligung des Kredites nicht erfolgen würde.

Noosevelt lobt sich selbst

Die Hatch-Bill endlich unterzeichnet

Washington, 4. August

Die nach Senator Hatch benannte und bereits vor einiger Zeit vom NSA.-Kongreß yerabschiedete Vorlage wurde am Mittwoch endlich von Noosevelt unterzeich­net. Sie ist damit Gesetz geworden. Dieses verbietet nicht nur allen, im Sold der Bundesregierung stehenden Personen jede politische Vetätigung, mit Ausnahme der Ausübung des Wahlrechts, sondern es untersagt auch die Verwendung staatlicher Unterstützungsgelder zur Beeinflussung wahlberechtigter Personen. Die Folge des

Gesetzes ist, daß künftig z. B. die von der Bundesregie­rung ernannten Staatsanwälte, Zollbeamten usw. nicht mehr als Vertreter politischer Parteien an Zusammen­künften teilnehmen können, auf denen Präsidentschafts­kandidaten genannt werden.

2m Zusammenhang mit der Unterzeichnung des Ge­setzes richtete Noosevelt wieder einmal eine Sonderbot- schaft an den Kongreß, in der er sich als Musterbeispiel für den politischen Anstand im öffentlichen Leben hin­stellt.

Während sich die Mehrzahl der Zeitungen auf eine neutrale Berichterstattung über dasHakch-Gesetz" be­schränkt, rückt die republikanische Newyork Tribune Roo­sevelts Kongreßbotschaft ironisch in den Vordergrund. Zur Erklärung des Präsidenten, daß das Gesetz gegen die Wählkorrüption ein Schritt auf dem richtigen Wege sei, stellt das Blatt fest, man habe zwar immer ge­glaubt, daß erstens Noosevelt das Riesenheer der Not­standsarbeiter gern für seine Wahlfeldzüge in Anspruch nehme, daß zweitens eilige Masseneinstellüngen von Vundesarbeitern vor Wahlen mit der Politik zusam­menhängen, daß drittens, das Vundesnothilfegesetz in Kentucky und Pennsylvanien für Parteizwecke miß­braucht wurde und daß viertens die demokratische Partei ihren Kongreßmitgliedern nahegelegt habe, daß das Hatch-Gesetz unschädlich gemacht werden müsse, aber die Erklärung des Herrn Noosevelt, er habe immer für den Anstand im politischen Leben gearbeitet, strafe diese Enthüllungen Lügen. Man sei tief betrübt über eine solche irrtümliche Auffassung.

Me tuftflottenmanöver lSZS abgeschlossen

Deutsche Luftwaffe gegen jeden flngriff gerüstet 64 feindliche flugzeuge vernichtet keine eigenen Verluste

Oldenburg, 4. August.

Ueber dem Flugplatz Oldenburg herrscht regste Auf­klärertätigkeit. Das Wetter, das während der ganzen Manövertage schlecht war, ist auch am dritten Tage nicht besonders. Die Manöoerleitung hat sich bereit erklärt, uns Schrntleiter mitfliegen zu lassen. Flug­zeugführer, Beobachter, Funker und Bordwart nehmen ihre Plätze ein. Die Maschine wird angelassen, die Propeller heulen, und schon erhebt sich unsere schnittige 8s 111 in die Luft, gefolgt von den anderen Flugzeu­gen der Staffel. Wir fliegen der Küste entgegen, fol- en dem Lauf der Weser und sichern die Grenze des isher neutralen Erünstaates. dessen Neutralität aller­dings seit kurzer Zeit von den roten Fliegern verletzt worden ist. Der Himmel ist bewölkt und wir gehen tief. damit wir bessere Sicht haben/ In Bremerhaven haben das KdF.-SchiffRobert Ley" und dieBremen" Anker geworfen. Es ist nicht viel für uns zu sehen. Da machen wir auf der Nordiee eine feindliche Staffel aus dem Anmarsch aus. Mit größter Geschwindigkeit jagen wir den feindlichen Kräften entgegen. Unser Funker arbeitet so schnell wie möglich, peilt den nächsten Flughafen an und schon sind die Jäger hoch und stür­men dem Feind entgegen. Wie die Habichte stoßen un'ere blauen Jäger unter die Kampfflugzeuge der roten Feinde. Die Maschinengewehre von allen Be­satzungen rasen ihre Geschoßgcirben in einem unheim­lichen Tempo heraus. Es gelingt den blauen Jägern, die drei feindlichen Ketten auseinanderzubringen. Für unser Aufklärungsflugzeug ist die Aufgabe beendet. Wir machen kehrt und fliegen dem Heimathafen zu.

Um 20,30 Uhr des zweiten Tages wurde folgende Lage ausgegeben. In der Nacht vom 1. auf den 2. Au­gust herrichte geringe Feindtätigkeit. Am zweiten Tag erfolgten den ganzen Tag über heftigste Anrisse auf die Flugplätze an der Nordseeküste, von denen drei zer­stört wurden. Die Neutralität des Etünstaates ist durch rote Aufklärer und Kampfkräfte wiederholt ver­letzt worden. Der Flugmeldedienst von Grün arbeitet für Rot!

64 abgeschossene slugzeuge

Unsere eigenen Flugzeuge haben im Laufe des Tages wieder mit größtem Erfolg die gegnerischen Küsten­gebiete bombardiert. Im bisherigen Verlauf der Kämpfe haben unsere Jäger 26 feindliche Flugzeuge und unsere Flak 38 Flugzeuge abgeschossen. Fünf Flug­zeuge wurden zur Landung gezwungen und die Be­satzung gefangengenommen. Eigene Verluste: keine.

Am dritten Tag hat die Fliegerdivision 3 schon im Morgengrauen ihre Angriffstätigkeit fortge'etzt. Die ostfriesüchen und oldenburgischen Flughäfen, die am Vortage durch Feindkräfte zerstört wurden, sind durch Großeinsatz des Bodenpersonals bereits wiederher­gestellt worden und können wieder benutzt werden. 2n vollstem Maße werden auch unsere Jäger wieder ein­gesetzt, ebenfalls die Zerstörer, das sind schwere Jäger, die die gleichen Aufgaben wie die Jäger haben, aber stärker bemannt und bewaffnet sind. Nach der mehr­maligen Neutralitätsverletzung de-- Erünstaates durch

die roten Kräfte ist auch der Einflug der eigenen blauen Flugzeuge in diesem Abschnitt freigegeben.

Die Heftigkeit der Kämpfe hat nicht nachgelassen. Die roten Gegner bekommen die gewaltige Wirkung unse­rer schweren und leichten Flak zu spüren.

Vas Können unserer slak

Es ist kein Zweifel daran, daß unsere Flak, die sich unzählige Male in Spanien bewährt hat, in der Lage ist, unser Land vor jedem Angriff zu schützen. Schon auf weite Entfernung melden die Horcher das Herannahen der feindlichen Flugzeuge. Mit Windeseile werden alle notwendigen Handgriffe gemacht, die Geschütze erhalten die erforderliche Richtung. Einheitlich durch das Kom­mandogerät gelenkt, erhalten alle Rohre- die gleichen Richtungen und schon streuen sie den Flugzeugen ihre- verderbenbringenden Geschosse entgegen. Die Feuer­geschwindigkeit erreicht dabei ein Ausmaß und die Fixig­keit und Handlungsweise der Mannschaften ist derartig schnell und überlegt, daß den Flugzeugen eine wohl- gezielte Ladung schon entgegenfliegt, bevor sie mit ihren Bomben zur Wirkung kommen können. Die glänzende Zusammenarbeit aler Kanoniere und das außerordentlich sinnreich konstruierte Wunderwerk des Kommandogeräts ermöglichen diese staunenswerten Ergebnisse, die jedes Mal von der deutschen Flak beim Scharfschießen erreicht wird. Und wie schon aus der Anzahl der abgeschossenen Flugzeuge hervorgeht, hat die Flak bestimmt das ihre getan, um den heimatlichen Boden vor den Angriffen zu schützen. (Fortsetzung aus Seite 2)

Dr. Hanns H. Reinhardt

In jedem Jahr feiert Deutschland den 30. Januar als den Tag der völkischen Wiedergeburt, gedenkt Italien des Marsches auf Rom und begeht Spanien die Erhe­bung der nationalen Kräfte gegen den Roten Unstaat. Griechenlands Feiertag ist der 4. August. Wenn an die­sem Tage die blau-weißen Flaggen über den Plätzen.des Landes wehen und von den Toppen der Flotte grüßen, so erinnern sie an jenen 4. August, an dem im Jahre 1936 eine kraftvolle Hand das Ruder des Staates er­griff und dem steuerlos gewordenen Schiff wieder festen Kurs und einheitliches Kommando gab. Es war die Stunde des Generals Metaxas.

Metaxas ist Soldat. Einer alten ionischen Familie entstammend, war er schon 1897 als junger Offizier während des griechisch-türkischen Krieges im General­stab tätig, der ihn kurze Zeit darauf für drei Jahre auf die Kriegsakademie nach Berlin entsandte. Die politische Energie in dem heutigen Ministerpräsidenten trat zum erstenmal im Anfang des Weltkrieges in Erscheinung, als es zu Reibungen zwischen ihm und seinem großen Gegenspieler Venizelos kam. Auf dessen Betreiben trat 1916 Metaxas von der Leitung des Generalstabes zurück und wenige Jahre später erzwäng Venizelos die Aus- weisung seines Gegners, nachdem schon 1917 die Entente den Thronverzicht König Konstantins durchgesetzt hatte.

Von dem Tage an galt das Leben Metaxas der Wie­dererrichtung der Monarchie, für die er während seiner Verbannung von Italien aus und seit 1920 im Parteieu- kampf der griechischen Innenpolitik eintrat. Nach seiner Rückkehr aus der Verbannung war der Soldat zum Politiker geworden. Seine Laufbahn führte thu als monarchistischen Parteiführer in die Kammer und spä­ter ins Ministerium, ständig im Widerstreit mit seinen innenpolitischen Gegnern der Venizelos-Richtung. Der Mißerfolg der Putsche seiner Gegner förderte die monar­chistische Sache und ebnete den Weg für die Rückkehr des griechischen Königshauses. Im November 1935 erfüllten sich die Bestrebungen Metaxas, als König Georg nach Athen zurückkehrte.

Aber die Anstrengungen des Königs, die sich im All­tagskampf zerfleischenden Parteien zu versöhnen und die auseinaNderstrebenden Kräfte des Landes zu pro­duktiver Arbeit heranzuziehen, waren vergeblich. Die Gärung wuchs von Tag zu Tag, besonders seit dem Juli 1936, als die Erschütterungen des spanischen Bürger­krieges auch Griechenland zum Erzittern brachten. Die Wirtschaft siechte unter dem schleichenden Gift der inne­ren Unsicherheit dahin, über 100 Streiks und wirtschaft­liche Verluste, die Jahr für Jahr in die Millionen gin­gen, das war die Bilanz eines brüchig gewordenen Staates, dessen innere Lage der Regierung die Ent­scheidung zwischen dem Abstieg des Landes und einer befreienden Tat aufzwang.

Es kam der 4. August 1936. Ministerpräsident M'e- taxas, der seit einem Vierteljahr an der Spitze der Re­gierung stand, griff in einem Augenblick zu, da schon' Generalstreik und neuer Bürgerkrieg die Hand aus­streckten nach den lebenswichtigen Zentren des Landes. Mit dem Einverständnis des Königs verhängte Metaxas in der Nacht zum 4. August das Standrecht, löste das Parlament auf und verbot die politischen Parteien; aus der Abwehr der Staatsgewalt gegen die Kräfte der Zerstörung entsprang die autoritäre Form. Das neue Griechenland wurde Wirklichkeit. Dieser Tag ist seitdem alljährlich im ganzen Lande und von dem ganzen grie­chischen Volk als Tag der Befreiung gefeiert worden und von Jahr zu Jahr konnte an diesem Tage Griechen­land zurückblicken auf eine Reihe von Erfolgen, die es dem neuen Willen in der Leitung seiner Politik und der autoritären Staatsform zu verdanken hatte.

Die völkische und soziale Neuordnung erfaßte das griechische Leben in allen seinen Erscheinungsformen. Die ersten Maßnahmen galten dem Bauernstand, der in den dürftigsten Lebensverhältnissen die karge Erde des gebirgigen Landes beackert, eines Landes das einst fruchtbar und reich war, ehe jahrhundertelanger Raub­bau Wälder und Humuserde zerstörten. 650 000 Bauern wurden entschuldet und die Parole des Diktators, Grie­chenland wieder in einen Garten zu verwandeln, ent­fachte im ganzen Lande eine Begeisterung, wie sie das griechische Volk seit den Togen der Tllrkenkämpfe nicht gekannt hatte. Die Lelsteuer wurde gesenkt, Volksmärkte

Unser lasesspüeseü

(Unsers dsutigs Lusgabs umksüt 12 8sitsn)

Roosevelts Milliardenvorlage wurde außerordent­lich start gekürzt.

Die Wirtschastsverhandlungen in Tokio wurden ab­gebrochen.

Der britische Außenminister gab eine widerspruchs­volle Fernost-Erkliirung ab.

Die Zustände in den britischen Militärlagern wer­den immer skandalöser.

Die Lustmanöver in Nordwcstdeutschland wurden erfolgreich beendet.

Bei Düsseldorf wurden durch ein schweres Beton- baugerüst zehn Arbeiter verschüttet.

Ein deutsches Kleinflugzeug schaffte 1915 Kilometer.

Die Ergebnisse der Eroßdcutschen Alpenfahrt liegen nunmehr vor.

Statt der Torverhältniszahl entscheidet im Fußball künftig die Tordifferenz über Aufstieg und Abstieg. Die NSV.-Ortsgruppe Jndustriehasen bezog ihre neue Geschäftsstelle an der Oslebshauscr Heerstraße. Zwei jüdische Devisenschieber wurden in Bremen in Abwesenheit zu 5K 000 RM. Geldstrafe verurteilt.