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vreMk Zeilum
parteiamtliche Tageszeitung
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der Nationalsozialisten Vremens
flmtkches VerkünSungsbla» des Neichsstattlp»lters in Oldenburg und vremea
Nr. 2SS / S. Jahrgang
Montag, 30. Oktober 1SZS
Linzelpreis 13 Npf.
Neun kondoner Schwindel entlarvt
diesmal die Schweiz an der Neide
So unterdrückt Saladier das Volk
^ klares dementi gegen erfundene deutsche „flngriffsabfichten"
Petit parifien: die Massenverhaftungen richten sich gegen gute ehrliche franzosen
And. Vern, 3V. Oktober
Amtlich wird mitgeteilt: Die von London und Paris verbreitete Nachricht von dem Ausmarsch von zwölf deutschen Divisionen an der Schweizer Nordgrenze entspricht den Tatsachen in keiner Weise. Die Belegung an unserer Nordgrenze gibt keinen Anlaß zu besonderer Beunruhigung.
Dazu schreibt der Deutsche Dienst: Mit dem klaren und yindeutigen Dementi der schweizerischen Regierung, daß die von London und Paris in die Welt posaunten angeblichen deutschen Tvuppenzusammenziehungen an der Nordgrenze der Schweiz-nicht zutreffen, ist ein neuer frecher Schwindel her Londoner Lügenzentrale entlarvt worden. Mit einem ungeheuren Aufwand au Druckerschwärze und Papier haben englische Zeitungen in den letzten Tagen versucht, der Schweiz und der Weltöffentlichkeit vorzulügen, daß Deutschland die Absicht habe, die Neutralität der Schwsi-z M verletzen und über schweizerisches Gebiet nach Frankreich, zustoßen. Zu diesem Zweck seien, so wurde behauptet, „ungeheure Truppenmassen" zusammengezogen worden. Und mit »och größerer Phantasie wurde bereits der deutsche Vorstoß i« grellen Farben ausgemalt.
Dieses Lügenmanöver ist an sich nicht neu. Erst vor kurzem war,es Belgien, das wir angeblich überrennen wollten- Genau wie jetzt hinsichtlich der Schweiz, wurde damals der Weltöffentlichkeit vorgelogen, daß Deutschland sich entschlossen habe, die belgische Neutralität zu übergehen, um durch belgisches Gebiet nach Frankreich vorzudringen. Zu diesem Zweck ließ man ganze deutsche Armeen bei Aachen ausmarschieren, und man scheute sich nicht, mit immer «euen alarmierenden Sensationen aufzuwarten. Bis — der ganze Schwindel durch ein amtliches belgisches Dementi widerlegt wurde! In London verschanzte man sich wie üblich hinter Ausflüchten. Der „Daily Herold" bekommt es jetzt pogar fertig, zuzugeben, daß die damalige „Nachricht" von
Keine besonderen kreignisse
Berlin, 3V. Oktober.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Keine besonderen Ereignisse."
vas oerschulbele knglanS!
Riesenschaden durch den britischen Bombenabwurf aus Esbjerg
dem angeblichen deutschen Vorstoßplau über Aachen nach Belgien eine freie Erfindung für den inneren Gebrauch gewesen sei. Das englische Blatt gibt damit offen zu, daß man im Londoner Lügemninisterium von Zeit zu Zeit ganz systematisch mit derartigen Schwindelnachrichten aufwartet, um die englische Öffentlichkeit auszupeitschen. Eine Tatsache, die für die Londoner Lügenpraxis in der Welt kennzeichnend ist.
Unter diesen Umständen wird man sich auch im Auslande kaum noch darüber Wundern, wenn den mit so großem Stimmenauswand hinausposaunten Lügen über die angeblich beabsichtigte Berletzung der Schweizer Neutralität das Dementi auf dem Fuße gefolgt ist. Die Londoner Lügenzentrale hat sich wieder einmal — wie schon so oft — bis aus die Knochen blamiert. Um so mehr, als man in London, um mit dem „Daily Herald" zu sprechen, gestern noch behauptete, die Nachrichten über die Schweiz seien „begründet", und es seien viele Anzeichen dafür vorhanden, daß die Deutschen dort vorstoßen wollten.
SewaMge Sroßtt
Vor Vuce sprach ;ur kinwechung der fünften
Rom, 30. Oktober
Der Duce -hat am Sonntagnachrnittag die sünst-e und letzte Stadt des aus den Sümpfen neu 'gewonnenen pontinischen Ackers Pomezia eingeweiht. Damit ist das Werk der Sanierung und Erschließung der früher vom Fieber heimgesuchten Gegend beendet. Mussolini wurden bei seiner Rückkehr nach Rom von einer ungeheuren Menge auf der Piazza Benezia neue begeisterte Kundgebungen dargebracht, die ihn veranlaßten, mehrmals auf dem' historischen Balkon des Palazzo Venezia zu erscheinen.
Bei der Einweihung von Pomezia, der fünften und letzten Gemeinde im pontinischen Acker, hielt der- Duce unter nicht endenwollendem Jubel und ihn immer wieder unterbrechenden Beifallsstürmen folgende kurze Ansprache:
„Die Einweihung von Pomezia, der fünften Gemeinde des pontinischen und römischen Ackers, könnte unter nicht besseren Auspizien erfolgen. Pomezia ist die jüngste italienische Gemeinde. Die Schlacht gegen den todbringenden Sumpf hat zehn Jahre gedauert. Heute können wir unseren stolzen und
, ckrb. Paris, 30. Oktober.
In Frankreich werden sogenannte „Defaitistcn" am.lausenden Band verurteilt. Die Gerichte sind dem Ansturm kaum gewachsen, und man hat schon säst eine feste Norm für das Verfahren sestgesetzt, um den Laus der Prozesse zu beschleunigen und die Anklagebank für einen neuen Tchub freizumachen. Nach dem Strafmaß, das zwischen einem Monat und drei Jahren schwankt, sollte man annehmen, daß es sich um höchst stark gefährliche Leute handelt.
Der „Petit Parisien" klärt uns jedoch auf, daß bisse Annahme irrig ist und stellt sest, daß es sich in den meisten Füllen, um Leute handelt, die eine etwas zu lose Zunge gehabt haben. Die meisten hätten unter dem Einfluß des Alkohols „irgendeine Dummheit" geredet. Unter den Angeklagten sinde man auch Frauen. Eine Schauspielerin habe zehn Tage Gefängnis erkalten, ein junges Mädchen «inen Monat. Ein Frontkämpfer fei zu drei Monaten verurteilt worden, nur weil er zu viel getrunken und zu viel gesprochen
-es fafchismus
Stadt in den früheren pontinischen Sümpfen
unbestreitbaren Sieg feiern, einen Sieg über die Unbilden der Natur, einen Sieg auch über die Tatenlosigkeit der Regierungen, die einst am Ruder waren und nicht wiederkehren werden. Für diesen Sieg haben wir Hundertschaften von Ingenieuren und Technikern eingesotzt, Häuser und Straßen gebaut, um Leben dort zu erwecken, wo d,er Tod herrschte.
Wenn der Faschismus in den 17 Jahren seines Bestehens nichts anderes erreicht haben würde, als die Sanierung der pontinischen Sümpfe, würde das genügen, um ihn in die kommenden Jahrhunderte eingehen zu lassen. Aber das Regime hat für sich noch andere gewaltige Unternehmen zu buchen und hat noch längst nicht seine Ausgaben und vor allem nicht die unbezähmbare Kraft seines Willens erschöpft.
Bäuerliche Kameraden! Macht euch sogleich an die Arbeit mit jener klugen Zähigkeit, die ein besonderes Vorrecht der italienischen Rasse ist, steigert in ihrem und im Interesse der Nation die Fruchtbarkeit der Erde, die eurer Arbeit harrt. Diese Sicdlungshöfe, die euch übergeben wurden, werden eines Tages euch persönlich gehören.
knglan- spürt -ei, Krieg löslich stärker
Katastrophaler Nückgang des britischen flußenhandels - Klagelieder des .,Vai1p lelegraph"
Kopenhagen, 30. Oktober.
Der Sachschaden, der durch englische Fliegerbomben am 4. September in Esbjerg angerichtet wurde, ist jetzt von den damit beauftragten Gutachtern nach — wie die Zeitspanne zeigt — sehr sorgfältiger Berechnung mit 132 00!» Kronen beziffert worden. Davon entfallen 88 700 Kronen aus die durch die von den Engländern abgeworfenen Bomben angerichteten Zerstörungen an drei Häusern und einer Kistcn- sabrik und 42 600 Kronen auf Zerstörung bzw. Beschädigung des Hausrates von 20 Familien. Nicht hinzugerechnet sind die Ausgaben, die aus dem Vorfall nachträglich entstanden sind. Bei den Bombenabwürfen wurden, wie erinnerlich, eine Frau getötet und mehrere Personen verletzt. Es bleibt nun abzuwarten, ob sich die Engländer geneigt zeigen werden, den schon seinerzeit von Dänemark grundsätzlich erhobenen Schaden- ersatzforderungen nachzukommen, oder ob sie den englischen Ursprung der zerstörenden Bomben noch immer nicht als endgültig erwiesen anerkennen werden, eine nachträglich von ihnen gemachte Voraussetzung, deren Betonung nach der englischen Entschuldigung für das „bedauerliche Versehen" ihrer Flugwasfe schon damals außerordentlich überraschend wirkte.
Sie Verluste See britischen flotte
äuli. Newyork, 30. Oktober.
„Newhork Sun" weist in einer Zusammenstellung, in der die heutige britische Flottenstärke mit der während des Weltkrieges verglichen wird, darauf hin. daß die britischen Verluste wertmäßig während der letzten zwei Monate höher waren als im gleichen Zeitraum des Weltkrieges.
Vhne frontoerwundete ...
Der erste englische Lazarettzug
m. London, 30. Oktober.
Wie der englische Rundfunk' meldet, äst in London der erste englische Lazarettzug eingetroffen. Bezeichnenderweise jedoch brachte der Zug keinen einzigen Verwundeten mit. der an der Front verletzt worden war, vielmehr setzen sich die Insassen aus Erkrankten und Unfallverletzten zusammen. Wieder ein klarer Beweis sür die Tatsache, daß der Engländer auch bisher noch nicht aktiv als Kämpfer eingesetzt wurde. Wofür hat man in Frankreich schließlich auch den Poilu? So kämpft Großbritannien bis znm letzten Franzosen.
«lnb. Moskau, 30. Oktober Das Organ des russischen Kriegsmarinetommissariats „Kratznh Flöt" bringt eine ausführliche Uebersicht über die bisherigen Ergebnisse des Seekrieges während der ersten anderhalb Monate. Das Kräfteverhältnis der Gegner habe sich — wie dabei festgestellt wird — „etwas überraschend sür die britischen Strategen und Politiker gestaltet", deren Berechnungen nicht in Erfüllung gegangen seien.
Auf Grund einer genauen Aufzählung der bisherigen Verluste an Kriegs- und Handelsschiffen wird nachgewiesen, daß bis jetzt nicht Deutschland, sondern England den Hauptschaden aus den britischen Blockademaßnahmen davontrug. Die Maßnahmen, die England in völligem Widerspruch zu den allerseits anerkannten Bestimmungen des Völkerrechte? mit seinen Konterbandeverordnungen eingeführt habe, sollten den ganzen Schiffsverkehr nach Deutschland und nach den neutralen europäischen Staaten brachlegen.
Das bisherige Ergebnis der britischen Blockade sehe jedoch anders aus Die Verluste Englands und Frankreichs belaufen -ich aus 73 v. H. der bis jetzt festgestellten Gcsamt- verlustc. England habe mit Sicherheit sechs Kriegsschiffe verloren. Wenn man die Verluste an Handelsschissen allein «ehme, so evgebc sich ein ähnliches Bild: Der Zahl nach sei England mit 52 v. H., der Tonnage nach mit 50 v. H. be
ll in st e r d a m , 30. Oktober.
Der außergewöhnlich starke Rückgang des englischen Außenhandels im September, wobei sowohl die Einsuhr- wie die Ausfuhrzisfern ein katastrophales Absinken zeigen, hat in London peinliche Uebcrraschung ausgelöst.
Ein Sonderkorrespondent des „Daily Telegraph" möchte diesen Anßcühandclsvückgang einzig und allein auf die Fesselung des Exporthandels durch die Bürokratie zurückführen. Die Verzögerungen, die durch Ausfüllen von Formularen, Zensur, Mangel an Zusammenarbeit zwischen den Regierungsstellen und Mangel an Vevschissu-ngsmöglichkeiten entstanden, hätten Englands Erporthandel' so untergraben, daß ein gewisser Teil davon unwiederbringlich verloren sei. Die Seehasen flössen über von Exportgütern, aber die Schisse gingen mit halber Ladung ab. Die Exporteure beschwerten sich, daß die Regierung nicht erkenne, daß der Exporthandel ununterbrochen laufen müsse, wenn man ihn halten wolle. Noch vor kurzer Zeit sei es verboten gewesen, Rechnungen mit der Ware zu schicken. Nach entsprechenden Vorstellungen hübe man diese Bestimmung aufgehoben. Jetzt aber müßten diese Rechnungen einem Zensor anif einem Postamt in Nord- england geschickt werden, ehe sie der Ware beigefügt werden könnten. Dadurch entstehe ein mehrtägiger Zeitverlust.
Die Verwirrung sei dadurch nicht kleiner geworden, daß man das Verfahren fast täglich ändere. Das Ernährungs-, Mnnitions-, Gcsundheits- und Kriegswirtschastsministeriiim müßten alle befragt werden, ebenso die Admiralität, das Luftfahrt-, Kriegs- und Handelsministerium. Jede Behörde habe ihre eigenen Wünsche, und es gebe keine Organisation, um sie untereinander gleichzuschalten. Obwohl die Ausgabe von Exportlizenzen beschleunigt worden sei, und mehr als 2000 täglich ausgegeben würden, entstünden Verzögerungen von einer Woche und mehr. Viele Fabrikanten hätten sich entschlossen, zukünftig den innerenglischen Markt zu beliefern, statt das Exportrisiko zu laufen, mit ihre» Waren sitzen zu bleiben.
Die Auswirkungen der deutschen Blockade Großbritanniens werden, wie sich „Het Nationale Dagblad" aus London be
troffen, während die übrigen Verluste in erster Linie aus die Handelsschisse der neutralen Staaten entfallen, wohingegen Deutschland nur mit einem ganz geringen Prozentsatz betroffen sei.
Der Beobachter des „Kraßny Flöt" fast seine Untersuchungen solgendermaßen zusammen: Die Hoffnungen, welche die britische Politik auf den Seekrieg gegen Deutschland gesetzt hatte, sind nicht in Erfüllung gegangen. Deutschland ist nicht eingekreist und nicht isoliert. Seine Seeverbindungen aus der Ostsee sind nicht im geringsten beeinträchtigt, auch die Seewege im Mittelmeer kann Deutschland zu seiner Versorgung benutzen. Der größte Flußschifsahrtsweg Europas, die Donau, bleibt zur Verfügung Deutschlands,. Dagegen sind die Seeverbindungen der Westmächte, die deren Achillesfersen darstellen, ernstlich bedroht. Deutschland hat einstweilen im Seekrieg gegen England und Frankreich nur seine U-Bootsflotte eingesetzt, und zwar unter voller Wahrung der Regeln der Seekriegsführung.
Ungeachtet der Anwendung aller Kampfmittel gegen die U-Boote durch England und Frankreich sind deren Schisss- verluste sehr hoch. Dabei hat Deutschland seine Ueberwasser- slotte und seine Lnitwaffc säst überhaupt noch nicht zu Angriffen aus die englisch-französischen Transporte zum Einsatz gebracht.
richten läßt, von Tag zu Tag in England fühlbarer. Sie habe vor allem aus die Speck- und Fetteinsuhren nach Englang einen fühlbaren Einfluß. Die britische Regierung werde durch sie vor die schwierige Wahl gestellt, entweder der britischen Bevölkerung größere Entbehrungen aufzuerlegen, oder von den Wafsenkäusen in Amerika abzusehen. Da England telbst einen äußerst kleinen Teil seines Bedarfes an Lebensmitteln selbst produzieren könne, habe es sich in große Abhängigkeit vom Auslande gebracht.
Dasselbe Thema wird auch in einem längeren Artikel von „Het Volk" behandelt, in dem es unter anderem heißt- England habe seit eineinhalb Jahrhunderten den Freihandel in die Praxis- umzusetzen versucht :xnd müsse die Folgen davon tragen. Großbritannien sei so zu einem hochindustriellen und kommerziellen Lande geworden, das auf übevseeische Rohstoffe ilnd Lebensmittel angewiesen sei. Die eigene Landwirtschaft habe sehr lange gar keinen Schutz genossen.
Jetzt aber habe die deutsch« Regierung zu verstehen gegeben, daß sie die Kricgssührung durch eine Blockade Englands durch U-Boote und möglicherweise Flieger verschärfe. Ein Blick aus die englischen Handclszissern setze jedermann ins Bild was das bedeute. FürEngland gehe es um dieFragc Leben oder Tod.
kngland sieht die Sefahr einer Inflation
Amsterdam, 30. Oktober.
Die Fesselung der englischen Wirtschaft, insbesondere der Exportwirtschast, durch Bürokratie und ein Nicsenshstem staatlicher Kontrollen wird auch gestern wieder in den beiden führenden Sonntagsblättern, der „Sunday Times" und dem „Observer" scharf kritisiert. Ein Sonderkorrespondent der „Sundah Times" stellt sest, in parlamentarischen Kreisen herrsche nach wie vor starke Besorgnis darüber, daß die Wirtschaft zu einem Opfer der zahlreichen Kontrollen werde. Ueberall herrsche Unzufriedenheit über die hemmenden Wirkungen der Kontrolle, die vielfach ganz überflüssig sei.
Ein bezeichnendes Beispiel hierfür sei, daß etwa 5000 Anträge -auf Exportlizenzen vorliegen, daß bisher wöchentlich aber nur 200 bis 300 haben bearbeitet iverden können. Das sei wohl durch das Eingreifen des Sandelsministers besser geworden, aber zlveifellos habe England dadurch zahlreiche Ge- schästsmöglichkeiten eingebüßt, was nur so bedauerlicher sei, als es am schwierigsten sei, einen verlorenen Ebportkunden wiederzugewinnen. Die „Sundah Times", die erklärt, daß es viel zu viel Kontrollen gebe und daß sie viel zu teu-er seien und zu langsam arbeiteten, fordert, daß einem Kabinettsmitglied die Führung der gesamten Wirtschastssront übertragen werde.
^Auch ein Sondorkorrespondet des „Obserber" kritisiert diese onlle von Kontrollen, wobei er besonders hervorhebt, daß dieses Kvntrollsystem zwangsläufig die Lebenshaltungskosten herausschrauben müsse. Im Parlament habe man mit Besorgnis gehört, daß verschiedenen Industrien bereits Lohn- fvrdernngen mit Rücksicht auf die Mieren Kosten für Lebensrnittel und Kleidung gestellt werden.
Sobald das Wettrennen'zwischen Kosten und Löhnen der Kontrolle entgleite, eile England auf den gefährlichen Weg der Inflation zu, so meinten Abgeordnete, die sich hierüber Gedanken machten. Auch der „Obserder" fordert, daß man ein Kabinettsnntglied voll verantwortlich mit der Leitung sämtlicher Wirtschastssragen beauftragen sollte.
Staatssekretär Bohle sprach dem Botschafter der Sowjetunion in Berlin. Herrn Schkwarzcw. den Tank der Reichsregierung für die freundschaftliche Unterstützung aus, die seitens der Sowjetbehörden deutschen Seeleuten und Ausländsdeutschen zuteil wurde, die über Svwjetrußland ins Reich zurückgekehrt sind.
Seutstke MockaSe schlägt -ie englische
Moskauer Miliriirblatt stellt schwere VeSrohung der englisch-franiösischen Schiffahrtswege fest
habe. Alles seien aber gut«, shrliche Franzose«, die nur das Pech gehabt hätten, „extravagante" Aeußerungen gemacht Zu haben.
Wir zweifeln keinen Augenblick an der Wahrheit der Ausführungen des „Petit Parisien". Aber wir sind der Ansicht, daß es mit der Moral eines Landes eigentümlich bestellt sein mutz, wenn man derartig geringe Verfehlungen mit s» harten Strafen belegt. Das Pariser Jnsormationsministcrium spricht täglich von der Geschlossenheit der inneren Front und von dem festen Willen des Bolkes, den Krieg gegen Deutschland bis zum endgültigen Siege durch,zuhalten. Warum hat man dann aber große Angst vor den Auswirkungen solcher im Rausch gemachten Aeußerungen von angeheiterten ehrlichen Franzosen aus die Moral des Landes? Sollte da etwas nicht stimmen?
Boshafte Erfindungen haben kurze Beine!
R. Llü. Bremen, 30. Oktober.
Welches ist das zur Zeit in Frankreich am meisten gebrauchte Wort? Zweifellos pourczuoi — warum. Und zwar in der Verbindung: Warum eigentlich Krieg gegen Deutschland? Aus allem, was auf dem Weg über die Pariser Presse (die es schließlich wissen mutz) zu uns herüberbringt. geht einwandfrei der starke Unwille des französischen Volkes über das Ausbleiben einer klaren Antwort auf jene Frage hervor. Was tut nunmehr die in die Enge getriebene „Propaganda- Abteilung der Regierung Daladier? Sie hält unter den phantasiebegabten Schriftstellern ihres Landes Ausschau, ob dort vielleicht ein „führender Kopf" im „Reiche seines Geistes" auf die heikelste aller Fragen eine brauchbare Antwort zu ersinnen in der Lage ist. Als erster meldet sich Giraudox zu Wort. Was er seinen Landsleuten im Auftrag der Londoner Kriegshetzer zu erzählen weiß, hat allerdings nicht die geringste Aussicht, das große Fragezeichen in der französischen Politik zu beseitigen. Giraudox verkündet nämlich, offenbar kraft seiner besonderen dichterischen Eingebung, dem wissensdurstigen Poilu, Frankreich kämpfe, um das Land vor fremden Eroberern zu schützen. Also an Stelle der Wahrheit, daß der Franzose sich für den jüdisch-britischen Machtwahn zu verbluten hat, soll ein Kinderschreck seine Wirkung tun. Doch die Haltung des französischen Waffenträgers, Herr Giraudox, ist zweifellos viel zu soldatisch, als daß er Ihrem Märchen vom bösen germanischen Wolf auch nur Beachtung schenken dürfte — ganz abgesehen davon, daß die Wirklichkeit einer geradezu handgreiflichen Begrenzung der nationalsozialistischen Außenpolitik in ihrer Sprache stärker ist als die Neuauflage einer schlechten Gruselgeschichte. Der nächste „Dichter", bitte!
Wieder haben Sie Pech. Mr. Chamberlain! 8m Unterhaus, der Tribüne Ihrer vergeblichen Entlastungsversuche, behaupteten Sie kürzlich mit dem gut eingeübten Augenausschlag des entrüsteten Moraltrompeters, deutsche U-Boote versenkten „wie im Weltkriege Schiffe ohne Warnung". Hauptsächlich die öffentliche Meinung Amerikas gedachten Sie Heimtückischer damit gegen Deutschland zu beeinflussen. Gerade aus Newyork läuft nun aber eine Meldung der Nachrichtenagentur Associated Preß ein, die Sie. Mr. Chamberlain, erneut Lügen straft: Das amerikanische Büro bestätigt auf Grund zahlreicher Augenzeugenberichte, daß die deutschen U-Voote ihre Beute nur nach vorheriger Warnung torpedierten und daß die U-Boot-Besatzungen die Mannschaften der zu Dutzenden versenkten alliierten und neutralen Handelsschiffe sogar unter eigener Lebensgefahr zu retten bemüht waren. Eine solche ritterliche Haltung ist mit Ihrer Gentleman-Moral, die nur den eigenen Vorteil kennt und über Leichen geht. natürlich unvereinbar, Mr. Chamberlain! Sie werden nach der peinlichen Newyorker Zurechtweisung nicht einmal über das Frevelhafte Ihrer Verleumdung beunruhigt sein!
»»nnn»n»»nnnn»nnnniu»nnu»nnil»»»n»»nm»»»»n»»»n»»»»l»»»
Unser Issessmesel
(Unsere heutige Ausgabe umfaßt sechs Seiten)
Die Erfolge der deutsch.cn U-Bootwasse spiegeln sich im katastrophalen Rückgang des britischen Außenhandels Wider.
Das Moskauer Militärblatt stellt die schwere Bedrohung der englisch-französischen Schiffahrtswege durch die deutsche U-Bootswasse fest.
Das neueste Phantasiemanövcr des britischen Lügen- ministeriums wird durch ein klares Schweizer Dementi zurückgewiesen.
Mit Mässcnverhastungen versucht man in Frankreich vergebens, die antienglische Volksstimmung zu unterdrücken. Proteste der neutralen Staaten gegen England nehmen kein Ende.
In Anwesenheit des Duce wurde in den Pontinischen Sümpfen die fünfte Stadt eingeweiht.
Auch in Südafrika ist die englandseindliche Stimmung im Wachsen begriffen.
Eine Verordnung des Reichsarbeitsministers führt die verstärkte Kurzarbeiterunterstützung ein.
Die Königin der Niederlande verlieh friesischen Fischern sür Rettung einer holländischen Schisssbesatzung die Medaille sür Rettung aus Seenot. ^
Gras de Baillet-Latour erklärte, daß das Schicksal der Olympischen Spiele noch nicht entscheiden sei.
Das Auswahl-Futzball-Spiel Niedersachsens gewann Staffel Süd mit 4:2 gegen Stassel Nord.