Ausgabe 
(27.10.1939) Nr. 296
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parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt ües Negierenden Nürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

stmNilHes verkündungsblatt des Neidisstatchalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 296 / 9. Ztchrgang

Lreitag. 2?. Oktober 19Z9

Lmzelpreis 15 Npf.

Moskau machtsront gegen London

Sowjelrußland erkennt die britische Willkür in der vanngutfrage nicht an!

Scharfe Antwort auf englische Noten

kine Zurechtweisung des Völkerrechtsbrechers Sroßbritannien / UdSSN. verstärkt den flbwelirwillen der neutralen Staaten gegen Zahn Vulls Slockademaßnadmen

äni). Moskau, 27. Oktober.

Der stellvertretende Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten Potemkin überreichte dem englischen Botschafter in Moskau folgende Antwort der sowjetrussischen Regierung auf die englischen Noten oom 8. und 11. September 1939 bezüglich des Banngutes:

Das Volkskommissariat für auswärtige Angelegenheiten hat im Auftrag der sowjetrussischen Regierung die Ehre, in Beantwortung der Noten der englischen Botschaft vorn 6. und 11. September 1939 folgendes zu erklären:

1. Die durch einseitiges Vorgehen der britischen Regierung erfolgte Ausstellung einer Liste von Waren, die in der Note vorn 8. September als Kricgskonterbande erklärt werden, über­schreitet die Grundsätze des internationalen Rechts, wie sie in der internationalen Nechtserklärung über den Seekrieg vom 26. Februar 1989 ihren allgemeinen Ausdruck gesunden haben, fügt den Interessen der neutralen Länder schweren Schaden zu und erschwert den internationalen Handel.

Da die britische Regierung auf die von ihr veröffent­lichte Kricgskonterbandeliste Erzeugnisse und Waren wie Brennmaterial, Papier, Baumwolle, Viehsutter, Schuhe, Kleider und Rohstoffe für ihre Herstellung und sogar eine Reihe von Lebensmitteln wie Getreide, Fleisch» Butter, Zucker und andere Arten von Nah­rungsmitteln gesetzt hat, erklärt sie somit die haupt­sächlichen Artikel des allgemeinen Konsums als Bann­gut und schafft die Möglichkeiten vollkommener Will­kür in der Beurteilung aller Artikel des öffentlichen Verbrauches als Kriegskonterbande. Dies führt unfehl­bar zu einer tiefen Desorganisierung der Versorgung

der friedlichen Zivilbevölkerung mit lebenswichtigen Artikeln, bildet eine ernste Bedrohung der Gesundheit und des Lebens der Bevölkerung und iäszt vorausahnen eine

unberechenbare Not der breiten Volksmassen.

Bekanntlich verbieten es die durch internationales Recht allgemein anerkannten Grundsätze, die friedliche Bevölkerung. Frauen, Kinder und Greise, Lustbombardierungcn auszusetzen. Aus demselben Grunde betrachtet es die Towjetrcgierung als unzulässig. Latz die friedliche Bevölkerung durch die Erklä­rung von Artikeln des öffentlichen Verbrauches als Banngut der Lebensinittel, des Brennstoffes und der Kleider beraubt ist und dadurch Kinder. Frauen. Greise und Kranke allen Arten von Entbehrung und dem Hungertod ausgesetzt sind.

Bon den obenerwähnten Erwägungen ausgehend, kann sich die Sowjetregierung mit der Note der britischen Regierung vom 8. September nicht ein­verstanden erklären und lehnt es ab, dieser Note irgendwelche Kraft zuzuerkennen.

2. Die sowjetrussische Regierung erklärt, daß sie eben­falls mit der britischen Note vom 11. September nicht einverstanden ist und dieser Note keine Kraft zuerkennt, in der durch einseitiges Vorgehen der britischen Regie­

rung die Errichtung eines Systems der Durchsuchung von Handelsschiffen neutraler Länder in zu diesem Zweck von der britischen Regierung besonders bezeich­neten Häfen mitgeteilt wird.

Die Sowjetregierung betrachtet es als eine vollkommen un­begründete und

willkürliche Forderung,

daß die obenerwähnten Schisse gezwungen sind, in diese Häfen einzulaufen, eine Forderung, die durch die Drohung der ge­waltsamen Einbringung der Schisse in diese Häfen verstärkt wird. Solche Maßnahmen überschreiten die Grundsätze der elementaren Freiheit der .handelsschissahrt. Sie entsprechen gleichfalls nicht der internationalen Haager Tchiedsgerichts- erklärung vom 26. Februar 1989 ebenso wie der Entscheidung des internationalen Hanger Schiedsgerichtes vom 6. Mai 1913 in der Angelegenheit des französischen SchissesEarthage". Gleichzeitig muß die sowjetrussische Regierung erklären, daß die sowjetrussischen Handclsschifse dem Staat gehöre» und schon aus diesem einzigen Grunde irgendwelchen gegenüber Privaten Handelsschiffen angewandten Zwangsmaßnahmen nicht unterworfen werden dürfen.

3. Sich auf das Vorangegangene stützend, behält sich die sowjetrussische.Regierung das Recht vor, von der britischen Regierung Entschädigung für die durch oben­erwähnte Matznahmen der britischen Regierung den sowjetrussischen Organisationen und Bürgern zugefügten Schaden und für Aktionen der britischen Behörden zu fordern.

Die Note ist vom Volkskommissar Molotow unterzeichnet.

vis einckringlicks Antwort cker sowjetrussischen Regierung sui ckie mekrkack gekennreicknetsu schweren Völkerrecktsbrücke Luglsncks beckeutet eine erhebliche Verstärkung ckes Willens cker neutralen Stauten ru ckurckgreikencker Abwehr cker trecken britischen Will- kiirinaünskinen. lnckein ckie LlckSSK. mit einckeutlgem P4sckckruck gegen eine Hemmung ocker gar Sckäckigung ihrer Wirtschaft clurck englische Seeräuberinetkocken krönt muckt unck cken Lonckoner Sloc kucke-Hyänen ein klares Halt ruruit, wencket sie sich gleichzeitig mit aller Lnt sckieckenkeit gegen ckie von ckokn Lull angestrebte Lrckrosselung cker gesamten internationalen Hanckelssckiiiakrt. Den aui cker gleichen Linie liegencken energischen Erklärungen cker panama-konkerenr, cker norckiscken Staaten unck anckerer neutraler Läncker gegen ckie briti­schen Rechtsbrecher reikt sich ckamit eine bloskauer Stellungnahme an, ckie bei cker ^Vnprangerung cker völkerkeincklicken Sanngutdestim- mungen ckokn Sülls an schonungsloser Schärte nichts ru wünschen übrig ISÜt. Vor cker ganren Welt wirck ckie Lonckoner Regierung wirk­

sam als cker sckulckbelackene Hancklanger jener jückisck-kreimaure- riscken kriegstreibercligus gebranckmarkt, ckie bei cker verbreche­rischen vurckselrung ihrer k1acht-vor-keckt-?olitik einen -tz.nscklag auk üas Leben von Vlillionen unbeteiligter krauen, Lincker unck 6reise unternimmt. Die kompromißlose Sprache cker sowjetrussischen Re­gierung läßt erkennen, ckal! es sich bei ihrer Antwort nickt um einen bloßen krotest, sonckern um ckie kraktvolle Proklamation einer riel- sickeren Abwehr ksnckelt, ckie im Interesse aller cker von knglanck in ihren Lebensgruncklsgen beckrokten neutralen Staaten ertolgt. Oroübritannien kat cken Segritkkreikeit cker Ivieere" mit bei­spielloser perkickie ru einer lächerlichen karce verunstaltet Sowjetruülanck läßt keinen Twelkel ckarüber, ckaß es in Lleber- einstimmung mit cker ckeutscken Regierung kest entschlossen ist, jenem verletzten elementaren Völkerrecht wieüer volle Oeltung ru ver­schalten.

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kustische Wirlschaftsdelegation in verlin

Mekrwökkiger flufentlialt in Deutschland Die großen Warenlieferungen der UdSSN.

cknb. Berlin. 27. Oktober.

Am Donnerstag gegen 21.18 Uhr traf unter Führung des Volkskommissars Tewoßjan und in Begleitung von Ge­neral der Artillerie Sawtschenko die sowjetrussische Wirtschaftsdelegation in Berlin ein. Im Austrage des Reichs­ministers des Auswärtigen von Ribbentrop wlirde die Dele­gation aus dem Bahnhof Friedrichstratzc von Staatssekretär Keppler empfangen, der mit Botschafter Ritter. Gene­ralkonsul von Luckwald und den Lcgationsräten Macke- bcn und von Stengracht erschienen war. Ferner waren der Stadtkommandant von Berlin. Generalleutnant Sei - sert. in Vertretung des Chefs des Wirtschastsstabes des Armeeoberkommandos. Oberst Becker, und Major von Wevell anwesend. Die Wirtschaft war durch namhafte Persönlichkeiten von Industrie und Handel vertreten.

Bon sowjetrussischer Seite waren znr Begrüßung der sowjet­russische Botschafter in Berlin Schkwarzew mit sämt­lichen Mitgliedern der Botschaft erschienen. Nach der Be­grüßung begaben sich die Mitglieder der Delegation vom Bahnhof Friedrichstraße zum HotelAdlvn", wo sie während ihres Aufenthaltes in Berlin wohnen werden. Die russische Delegation war von der Grenze ab durch einen Vertreter des Auswärtigen Amtes begleitet worden. Sie traf am Mittwoch­abend in Königsberg ein, wo sie vom Oberbürgermeister der Stadt, Dr. Will, begrüßt worden war und setzte die Reise am Donnerstagmorgen mit dem fahrplanmäßigen Zug nach Berlin fort.

Ein Teil der Delegation unter Führung des stellvertretenden Volkskommissars Korobow trifft aus demselben Wege voraus­sichtlich heute abend in Berlin ein. Die Kommission wird

Sie Hölle von Vereza-karlufka

vestialische öcausamkeilen der ehemaligen warschauer Negierung

Berlin, 27. Oktober

- In dem berüchtigten polnischen Jnternierungslager Bercza- Kartuska waren 3786 Personen, darunter 3568 Deutsche und 1688 Ukrainer, inhaftiert, als sie in der Nacht Von, 17. zum 18. September befreit wurden. Die Folterqualen, die d,e In­haftierten in der Hölle von Bercza-Kartuska erdulden mußte», sind ein furchtbares Anklagematcrial gegen die ehemalige pol­nische Regierung, nach deren Weisungen die Verschleppung und Mißhandlung der Reichs- und Volksdeutschen erfolgt sind.

Durch Radio waren dem Wojwodcn am Tage des Kriegs­ausbruches Geheimbcschle der Warschauer Regierung in Stich­worten gegeben worden: Nr. 59 bedeutete sofortige Durchfüh­rung der Haftbefehle. Diese lagen fortlaufend fir und fertig vor und wurden alle den Deutschen und Bvttsdeutschen zuge­stellt in deren Papieren HerkunstTeutsch stand und alle diese'Deutschen wurden ohne Angabe von Gründen verhaftet, wobei ihnen meist keine Zeit blieb, sich mit Lebensnntteln zu versehen obwohl in den Haftbefehlen stand daß Verpflegung für vier Tage mitzubringen ist". Die Selbstverpflcgung war an sich zugelassen aber dadurch praktisch unmöglich gemacht, daß bei der Jnhastnahme Geld und Wertsachen abgenommen wurden. So kam es. daß die verschleppten Deutschen drei, vier. ja sogar süns Tage gehungert haben. In Gruppen wur­den sie durch die fanatisierte polnische Volksmenge schutzlos hindurchgeschleust. bejohlt, bespien, geschlagen, beworfen und

.mildeste Art der Mißhandlungen" war das tägliche Spießrutenlaufen unter den Gummiknuppelhieben der Poli­zisten; schauriger waren die tägliche Prügel, die ^ als In- struktoren" eingesetzten und lediglich zu diesem Zweck ft"ge- lassenen polnischen Schwerverbrecher mit Zaunlatten und Keu­len gegen die Teutschen austeilten. Auch deutsche und ukraini­

sche Frauen wurden diesen Mißhandlungen unterzogen. Wer die Roheiten nicht mehr ertragen konnte und zusammen­brach, wurdestrasgeschlagen", d. h. entsetzlich mit Knüppeln über den Rüchen traktiert. Was die tierischen Polizisten als Widerstand" auslegten zumeist war das eine letzte Ab- wchrbewegung vor dem körperlichen Zusaminenbruch. das Wurde zum Vorwand für die Erschießung genommen: 158 Deutsche wurden aus diese Weise in Bereza-Kartuska umgelegt.

Unnötige Grausamkeit der Behandlung der inhaftierten Deutschen und Ukrainer waren nicht durch den Zweck der politischen Hast bedingt, sondern Ausdruck einer amoralischen Gesinnung, deren Träger sich an den bestialischen Foltern weideten. Die Deutschen an die Wand zu stellen, die Gewehre laden und aus sie anlegen lassen, oder sie vor Maschinen­gewehren hinzusagen, einige zu erschießen, die anderen aber sich in der Vorstellung der Todesqualen martern zu lassen, auf den wehrlosen Lpscrn dieser sadistischen Rache der Min- 'derwertigen mit Stieseln herumzutrampeln und die Mißhand­lungen'von Tag zu Tag zu steiget», bis der gequälte .Mann" zum Abschuß kam, diese Methodik wurde im Internst nngs- lagcr in unvorstellbarer Weise vorererzicrt. Als die Vefrei- ungsstunde nahte, riß das feige Untermenschentnm aus, wech­selte die Unisorm mit Zivil und suchte sich so der irdischen Gerechtigkeit zu entziehen. Alle diese Grausamkeitaktcure han­delten nach Weisungen der Warschauer Zentrale, denn anders ist die Einheitlichkeit des brutalen Vorgehens gegen die Deut­schen. die Planmäßigkeit der Verschleppungen, Mißhandlun­gen und Morde, die Gleichartigkeit der Verstümmelungen, die Plünderung und Niederbrennn»«, der deutschen Besitzungen samt allem Viel, und Gctrcidcbeständen, ist schließlich die politische Fanatisieriing des Pvlcntnms aller Schichtungen und Richtungen nicht erklärlich.

mehrere Wochen in Deutschland bleiben, um die Fühlung mit verschiedenen Zweigen der deutschen Industrie aufzunehmen und einige sür die Lieferung nach Rußland in Frage kom­mende Werke sowie deutsche soziale Einrichtungen zu besuchen.

Nachdem bei den Wirtschaftsverhandlungen in Moslem in den letzten zwei Wochen eine Einigung über Lieferungen der Sowjetunion nach Deutschland erfolgt ist, insbesondere über die Lieferungen großer Mengen von Getreide, Erdöl und Erd- ölerzetignissen. Holz, Baumwolle, Rohphosphaten, ferner von Flachs, Platin Manganerz und anderen Erzen, gehen zur Zeit in Moskau die Verhandlungen über die deutschen Waren­lieferungen weiter, die sich nach dem Brieswechsel zwischen dem Reichsministcr des Auswärtigen, Ribbentrop, und dem Präsidenten des Rates der Volkskommissare der UdSSR., Molotow, vom 28, September 1939 aus längere Zeit erstrecken werden. Bei diesen Lieserungen an die Sowjetunion handelt es sich neben größeren Lieferungen von Maschinen der ver­schiedensten Art auch um große industrielle Anlagen, bei denen Deutschland der Sowjetunion seine neuesten Erfahrungen auf, dem Gebiete der künstlichen Herstellung' von Benzin, Kaut­schuk und anderem zur Verfügung stellen will. Die in Berlin befindliche Delegation hat von der Sowjetregierung den Auf­trag erhalten, sich zn diesem Zweck an Ort und Stelle zu in­formieren. Bei dieser Gelegenheit wird eine Besichtigung von Industrieanlagen, wirtschaftlichen Einrichtungen. Rüstungs- betricben usw. stattfinden.

sran;öl>scher Kegenansriff juriickgewiesen

Berlin, 27. Oktober.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Der Feind versuchte am Mittwoch, die zwölf Kilometer westlich Völklingen dicht an der Grenze gelegene Höhe, die unsere Truppen am Tage vorher genommen hatten, zurück­zugewinnen. Sein Angriff in der Stärke eines Bataillons blieb noch aus französischem Boden in unserem Artillerie- und Ma- schincngcwchrscucr liegen.

Sonst keine nennenswerten Kampshandlungen."

sricherirr Kammersitiungsterm-n gesordirrt

Gens. 27. Oktober.

Die französischen Parlamentarier sind mitihrcm Siege über Daladicr. der nun der Einberufung der Kammern für Ende Novemhxr grundsätzlich zugestimmt hat. noch keineswegs zu­frieden und sind empört darüber, daß Taladier die Einbe- ruiung so weit hinausgeschoben hat und nun überdies noch keine genauen Angaben über das Datum machen will. Von Parlamentarischer Seite wird daher erneut versucht einen früheren Termin der Kammcrsitzung'en zu erzwingen. _

Der deutsche Botschafter in Santiago de Chile überreichte in feierlicher Form dein Obcrstkvinmanbierenden bcs chilenischen Heeres, General Carlos Fncntes Rabe, das Grvßkrenz des Ordens vom Deutschen Adler.

London peinlich berührt

Gewundene Erklärung zur Moskauer Note

hw. Kopenhagen, 27. Oktober.

Der Moskauer Protest gegen die Durchsuchung russischer Schisse durch englische Konterbandenkontrollen sowie gegen die englischen Blockademethoden als Ganzes hat in London einen sehr unangenehmen Eindruck hervorgerufen. Die An­kündigung, daß Rußland nicht die Absicht habe, seine Schiffe englische Kontrollhäsen anlaufen zu lassen, stellt die englische Politik vor ein heikles Problem, besonders da die Engländer all« möglichen Versuche anstellen, Sowjetrußlond durch ein demonstrativesWohlwollen"auszuzeichnen". Eine vorläu­fige offiziöse Erwiderung auf die russische Note betont einiger­maßen verlegen und ohne jegliche Ueberzeugungskraft, das Völkerrecht gebe jeder kriegführenden Nation das Recht, nach Gutdünken Waren als Banngut zu erklären. In englischen politischen Kreisen wird die russische Haltung insgesamt als aufschlußreiches Anzeichen für die weitere Stellungnahme der russischen Politik angesehen.

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Von Helmut Sünckermsnn

Nicht ohne schmunzelndes Verständnis verfolgen wir Nationalsozialisten die Nöte des englischenJnfor- mations"-Ministeriums. dessen deutscher NameLügen- mi>i isterium" sich schon in allen Erdteilen herum­gesprochen hat. Trotzdem der müde Lord von der Spitze dieser trefflichen Behörde abgetreten ist und einem viel­leicht einfallsreicheren, aber dennoch nicht glücklicheren Nachfolger Platz gemacht hat, erlebt England keine Freude auf dem Propagandagebiet. Die Mitklänge und Zischlaute, die von der britischen Propaganda geige aus­gehen, erinnern uns eigentlich immer ganz überraschend deutlich an die letzten kreischenden Töne, die so um das Jahr 1932 herum die SPD. noch gegen dieHitler­banditen" von sich gab kurz bevor sie sich hinlegte und ihren letzten Seufzer rat. Damals war die propagan­distische Situation innerhalb des Reiches in manchen Punkten nicht unähnlich der heutigen in der Welt. Ge­nau so wie dapials stehen heute auf der einen Seite Leute, die mit schmalzigen Phrasen ihre eigenen Taten in der Vergangenheit vergessen machen, möchten, wäh­rend auf der anderen Seite die Nationalsozialisten takt­los genug sind. das Gedächtnis der Öffentlichkeit durch lauten Hinweis energisch aufzufrischen. Und es ergibt sich leider, daß die Erinnerung etwa an Versailles be­trächtlich überzeugender wirkt als die heilige Versiche­rung, der wahre Friede könne nur nach einer abermali­gen Vernichtung Deutschlands, nach derZerschmette­rung" desHitlerismus" in der Welt seinen Einzug halten. '

Genau so, wie die Herren Wels und Genossen Anno dazumal geglaubt haben, allein die Proklamierung einer Eisernen Front" genüge schon, um die nationalsozia- Ustcsche Partei vom Tisch des Hauses zu blasen, so freu­ten sich die englischen Kriegshetzer schon seit langem auf den Augenblick, in dem sie Flugzeuge ins Reich schicken durften und mit abgeworfenem Papier die Kampf­paroleGegen den Hitlerismus" in die wie sie glaub­ten gierig aufhorchende und nach solcher geistigen Be­freiung lechzende deutsche Bevölkerung werfen könnten. Sie sahen im Geiste das deutsche Volk sich in Bewegung fetzen und unter Absingung frommer Lieder Lhamber- lain demütig für die sündige Verblendung Abbitte leisten.

Das einzige freilich, was geschah, war, daß das ganze deutsche Volk jene Geisteshaltung bewies, wie sie die alten Nationalsozialisten im Jahre 1932 schon gegenüber derEisernen Front" an den Tag legten: Empörung erschien als eine zu große seelische Anstrengung für so komische Parolen. Alle sagten kurzHa. Ha".'dachten ra>ch nach, in welchem historischen Schauspiel Goethes eigentlich jen« berühmten Worte nebensächlicher Ver­achtung stehen und wandten sich nutzbringenderen Be­schäftigungen zu. Mit wachsendem Erstaunen wartet« der müde Lord an der Themse vergeblich auf Deutsche im

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Unser IsgesssieZs!

(vis ksnrigs ^usgaks llmksbrcbi Ssitsnl

Sowjetrutzland legte in London schärfste Verwahrung gegen Englands willkürliche Blockademaßnohmcn ein.

Eine russische Wirtschastsdclegation ist zur Regelung des Warenaustausches in Berlin eingetroffen.

London gibt die Versenkung von 22 888 Tonnen Schiffs­raum innerhalb von 48 Stunden durch deutsche U-Boote zu. Chambcrlain konnte im Unterhaus auf die Rede Ribbcn- trops nur mit abgedroschenen Phrasenantworten".

In voller Uebereinstimmung mit den völkerrechtlichen Ab­machungen wurde von deutschen Secstreitkräften ein USA.- Dampscr ausgebracht.

In USA. wächst die Erbitterung über die englische Liiacn- propaganda. »

Dr. Tiso wurde zum Präsidenten der Slowakei gewählt.

Bei Völklingen wurde ein französischer Gegenangriff zu­rückgewiesen. » " s

Großadmiral Racder dankte dem dänischen Marincchek für die dänische Rettungsaktion nach dem Untergang eines deutschen Borpostcnbootes. ^

Der Ncichsarbeitsminister erließ eine Verfügung, nach der die Berussschulzcit aus die Arbeitsstunden auch bei über Uflahrigcn angerechnet werden muß.

Die BZ. veröffentlicht die Tabelle der Unterstützungssätze sur die Familien der Einberufenen.