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parteiamtliche Lageszeitung
rias Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtNrftes Verkündungsblatt des Neichsstattstalters in Oldenburg und vremen
Nr. 2S1 / 9. Zastrgang ,
Sonntag, 22. Oktober 19Z9
Linzelpreis 15 Npf.
Nußland durchschaut kngland
„der briNsch-franröstsch-türkisa,e Pakt kein Instrument des sriedens"
vosporus träume ßnd Schaume
Vielsagende küstle flusnastme des rürkenpaktes in Nom
Mo'slau. 22. Oktober
In der sowjetamtlichen „Jswestija" erschien am Sonnabendmorgen ein offenbar inspirierter Leitartikel» der eine überaus bedeutsame Auseinandersetzung mit dem englisch-französisch-türkischen Beistandspakt enthält und zugleich ein neues Bekenntnis zur deutsch-sowjetischen Freundschaft, die trotz der mit dem türkischen Pakt verbundenen Jntrigen der Westmächte als eine der unerschütterlichen Grundlagen der Außenpolitik der Sowjetunion anerkannt bleibt.
Die „Jswestfta" nennt den englisch-sranzösisch-türkischen Pakt, der zugleich im Wortlaut in allen Moskauer Zeitungen veröffentlicht wird, „ein Dokument von ernster politischer Bedeutung", denn ein um so größeres Gewicht zukomme, als zwei der vertragschließenden Seiten sich bereits im Kriege besänden. Die strategische Lage der Türkei erkläre wohl zu einem guten Teil das Interesse, das England und Frankreich zu diesem Paktabschlutz veranlaßt und das schon jetzt den französischen General Wehgand und den englischen General Wawel nach Ankara gesührt hat. Aber eine Reihe von Tatsachen sprächen dasür, daß die Pläne der englisch-sranzvsischen Diplomatie über das direkte Abkommen mit der Türkei iveit hinausgingen.
gas NSnkelpiel Englands
Chamberlain selbst habe, so führt die „Jswestija" sort, im Unterhaus erklärt, daß die Unterzeichnung des Paktes mkt der Türkei insolge des Moskauer Besuches des türkischen Außenministers Saracoglu um mehrere Wochen hinausgeschoben worden sei in der Hossnung, daß Saracoglu m Moskau „einen ParallÄ-Boistandsvertrag" zwischen der Mirko, und der Sowjetunion zustande bringen werde. Dies sei Moch nicht möglich gewesen, da die Bedingungen der Sowietunion mit der Verpflichtung der Türkei gegenüber England und Frankreich nicht vereiübar waren. Hierzu schreibt das Blatt:
Aub der Erklärung Chamberlains ergibt sich, daß die eng- ltsch-sranzösische Diplomatie sich bestimmte Hoffnungen aus ein sowjetisch-türkisches Abkommen gemacht hat. D>e engttfche und sranzösische Presse schrieb, daß der englisch-sranzöpsch-tur- kische Vertrag „einen Prüsstein für die deuksch-lowiekllche Freundschaft" darstelle. Aus all dein ergibt sich. daß gewisse Berechnungen bestanden, zwischen die Sowjetunion und Deutschland einen Keil zu treiben. Es ist ganz ossensichtlich der mißlungene Versuch gemacht worden, mit H-lse von parallelen Pakten zwischen der Sowjetunion und der Mirkei einerseits sowie England, Frankreich und der Türke, andererseits die Sowjetunion in eine Kombination hineinzuziehen, die in erster Linie gegen Deutschland und unter llmständen gegen die Gegner Englands und Frankreichs ^n Millelmeer
^ Die Sowjetunion habe jedoch, wie das Blatt mit beißender Fronte feststellt, das diplomatische Manöver der Wcstmächte beizeiten durchschaut, das sich gestützt habe aus die Spekulation mit der traditionellen Freundschaft zwischen der Sow,et- union und der Türkei. Mit nachdrücklichster Deutlichkeit schreibt die „Jswestija" dazu: „Die klare und entschlossene Haltung der Sowjetunion hat die durchtriebenen Plane derjenigen zum Scheitern gebracht, die versuchten, zKnschcn Deutschland und der Sowjetunion wieder Feindschaft zu stiften."
Warnung an die siirkei!
Der in Ankara unterzeichnete Pakt schaffe, so wird dann in dem Artikel weiter bemerkt, eine neue Lage im Mlttet- meer. Die Sowjetunion als größte Schwarzmeer-Macht werde „aufmerksam alles verfolgen, was mit der Zufahrt ,ns Schwarze Meer in Zusammenhang steht" Die Fnterepen der Sowjetunion seien durch den englisch-sranzostsch-turkischeii Pakt insofern zwar nicht direkt berührt, als d,e Turke, sich nicht zu einer Aktion verpflichtet habe, die i'5 K's'Eci
mit der Sowjetunion hineinziehen könnte; jedoch scheut sich die „Jswestija" nicht, eine sehr deutliche Warnung an d,e Türkei zu richten, indem sie ihren Programmatischen Artikel mit folgenden Worten abschließt: „Der englisc^sranzosisch- tiirkische Pakt kann nicht als ein Instrument des Friedens betrachtet werden Er legt Zeugnis davon ab, daß England und Frankreich die Türkei in den Umkreis des Krieges e,n- bczoqen haben Nach dem Vertrag hat sich die Turke, verpflichtet. aus der Seite Englands und Frankreich s gegen
Oebietsveremiguttg mit der Slowakei
Empfang des slowakischen Gesandten beim Führer
Berlin, 22. Oktober.
' Der Führer empfing gestern in der Reichskanzlei den slowakischen Gesandten Herrn Cernak. Bei der Beiprechung erklärte der Führer dem Gesandten, daß Deutschland die von der slowakischen Regierung aus geschichtlichen und völkischen Gründet» geltend gemachten Wünsche wegen der Wiedervereinigung der von dem früheren polnischen Staate m den Jahren 1920 1924 und 1938 in Besitz genommenen Gebietsteile mit der Slowakei erfüllen werde. Die Rückgliederung dieser Gebiete wird durch einen Staatsvcrtrag zwischen Deutschland und der Slowakei geregelt.
Deutschland und Italien zu kämpfen. Es wird behauptet, daß der Sowjetunion eine solche Verbindung der Türkei mit der englisch-französischen Koalition schaden könne. Dies ist allerdings nicht wahr! Die Sowjetunion hat sich diesem Block nicht angeschlossen, sondern die Neutralität und ihre Handlungsfreiheit bewahrt, und dies entspricht den Interessen des Friedens. Dasselbe läßt sich jedoch von der Türkei nicht sagen. Sie hat Verpflichtungen aus sich genommen, die sich in allernächster Zeit in der Politik der Türkei auswirken müssen. Die Sowjetunion dagegen hat jedenfalls einen Grund, das Vorgefallene zu bedauern."
0er lohte kinkreisungsversuktz
)b. Gens, 22. Oktober.
Die Kommentare der halbamtlichen Pariser Blätter lasse» die Absichten, welche die W.'stmächte durch den Pakt mit der Tüvkei verfolgen, deutlich erkennen. Pcrtinax im „Ordre" hosst jetzt, nach der Haltung Moskaus werde man die Türkei veranlassen können, auch gegen Rußland Stellung zu nehmen. „Petit Parisien" läßt erkennen, daß die Türkei als Werkzeug eines letzten verzweifelten EinEreifiingsversuches gedacht ist, nachdem alle anderen ähnlichen Versuche gescheitert sind.
(Siehe auch Seite 2)
Dr. v. 1^. Rom, 22. Oktober.
Aeußerste Zurückhaltung bereitet dem Türkenpakt in Italien eine derart frostige Ausnahme, daß die Londoner Blüten- träume über den „diplomatischen Sieg am Bosporus" bereits jetzt wieder welken. Zum Schweigen des amtlichen Roms gesellt sich das abgründige Schweigen der italienischen Press«, die sich daraus beschränkt, Vertragsinhalt und das internationale Echo zu verzeichnen. Das bedeutet jedoch nicht, daß Rom nicht zu einer vom Duce bestimmten Stunde sein entscheidendes Wort zu diesem Pakt sagen wird und dazu, wie er mit dem englisch-italienischen Ostervertrag über das Mittel- meer in Einklang zu bringen ist. Wenn jedoch nach der englischen und der sranzösijchen Presse der Türkenpakt sür Italien „begrüßenswert" ist, bann hat Rom mit seinem Schweigen London schon seine Antwort erteilt.
Dem ausländischen Beobachter in Rom drangt sich aus Grund der Situation im Mittelmeer die logische Tchlußsolge- rung aus: Dieser Türkenpakt ist eine der ungeschicktesten Aeußerungen einer erfolglosen Politik. Um «inen diplomatische» Eintagsersolg zu erzielen, mußte die wirkliche Lage im Mittelmeer vergewaltigt werden. Mit der aus 15 Jahre bezisserten Dauer des Vertrages ist er von England und Frankreich als direktes Werkzeug zur Erhaltung des Status i,„o im Mittclnieer gedacht. Dieser Aktion gegen Italien wird unverzüglich eine neue durch die Wiederbestätigung der Garantie sür Griechenland angefügt. (Die Garantieerklärung Englands sür Griechenland wurde wenige Tage nach der Besetzung Albaniens ausgesprochen.)
In Rom weiß man dabei, wie unwohl sich Rumänien und Griechenland in ihrer Haut als „Garantierte" suhlen und wie wenig sroh die Türkei ihrer Rolle als „Garant" werden Wird. So widersprechend und dunkel dieser Vertrag auch immer ist, ein« Tatsache wird durch ihn klar bezeichnet: Daß
Vas vlaue vom Himmel Herunter ...
das deutsche «Versagen" — Zu starker Eobak sür Frankreich — flmerikonische Stimmungskuroe
Berlin, 22. Oktober.
Wenn man in London richtig informiert ist — und wer möchte das bei einem solchen „Jnsormations"-Ministerium bezweiseln? — sind die Neutralen von der „gewaltigen Neber- legenheit Großbritanniens zur See"' einfach überwältigt, namentlich von dem „förmlichen Abschlachten der U-Boote". Eine Ueberraschung sei denselben Neutralen „das Versagen der deutschen Luftwaffe", während die „erstaunlichen Erfolge der britischen Luftwaffe in Erkund» ngsslügen über Deutschland" in wirksamem Gegensatz gestellt würden zu den „mißlungenen deutschen Luftangriffen auf den Firth of Forth und auf Scapa Flow" Allgemein werde bestaunt, wie die „Alliisr- ten bisher an allen Fronten ihre Vormachtstellung in der Lust behaupten"
Solchen Schwachsinn Ivagt eine englische Propaganda auszu- denken in Tagen, da die ganze Welt kaum von etwas anderem spricht, als von den Erfolgen der deutschen U-Boote und Flugzeuge, in Tagen, da „Herr W. C." im stillen Kämmcrlein sich vorkommt wie König Phhrrhus. „Noch ein solcher Sieg und ich bin verloren" rief Phhrrhus. Herr W. C. aber denkt sicherlich: Noch ein paar solcher deutschen Versager und England ist verloren. ^
Wenn Herr Chamberlain heute das Nrbeiterblatt „Daily Hera.ld" liest, findet er da seine und seiner Kollegen schlvere Irrtümer aufgezahlt. Er findet sich und sie beschuldigt der Unfähigkeit, die Wirklichkeit zri erkennen und einer so völlig neuen Weltlage sich anzupassen. Seine Regierung sei noch nicht imstande gewesen, zu sagen, was sie eigentlich mit ihrem Krieg wolle. Ihre größte Dummheit vielleicht sei ihre indische Politik. Aber was sie daheim in England selbst tue und lasse, sei kaum iveniger dünnn. Am selben Tage. da die Hitler- Regierung der „Habenichtse" die Fürsorge für die Soldaten- famrllen großzügig regelt, muß die schwerkapftalistische Regierung des seines Reichtums sich immer protzig rühmenden Englands sich sagen lassen, daß sie den Hinterbliebenen ihrer Soldaten danke, indem sie alle dem Elend verschreibe. Und was für eine Häufung von Dummheiten sei die kurze Geschichte des englischen Lügenministerinms. Naclchem man diese aufgeblasenen Mammutsorganisationen dummerweise, so geschaffen habe, wie sie ist, wolle man sie jetzt aus kopflosen» Schreck über den Sturm der durch sie erregten össentlichen Wut noch dummerweise einfach so verstümmeln, daß sie noch weniger als bisher zu irgendeiner wirklichen Propaganda fähig sein müsse. Wenn die Regierung Chamberlain nicht doch endlich irgendwelche Fähigkeiten nachweise und ihre Dummheiten einstelle, dann müsse sie abtreten und durch eine ihren Aufgaben besser gewachsene Regierung ersetzt werden." Man sieht, die Arbeiterpartei wird ungemütlich.
Man sieht nicht nur im „Daily Hcrald". Das „News Ehro- nicle" schlägt die gleichen Töne womöglich noch stärker an und im Unterhaus hat die Behandlung gerade auch jener Probleme, an welchen die sozialen Gegensätze im jüdisch-
Umsiedlung vonVolksdeutschen ausSüdtirol
Seutsch-ilasienisches flbkommen unierieichnet — In freundschaftlichem Seifte — freie Entscheidung
der Volksdeutschen bis Z1. Veiember
cknb, Nom, 22, Oktober.
Der italienische Minister sür Auswärtige Angelegenheiten. Gras G. Ciono, der deutsche Botschafter in Rom. von Mackcn- sen, und Gesandter Elodius haben am Sonnabend das Abkommen über die Umsiedlung von Reichsdeutschen und Volksdeutschen aus Südtirol in das Deutsche Reich unterzeichnet.
Zahlreiche Probleine, die durch die Umsiedlung einer . Bevölkerung von einem Lande in das andere entstehen, wurden eingehend aeprüst. Alle auftauchenden Schwierigkeiten wurden in freundschaftlichem Geiste geregelt. Das »st ein neuer Beweis dafür, daß die beiden Regierungen rn gemeinsamer Infamem,» arbeit für die schwierigsten Fragen, die in anderen europäischen Staaten zu schweren Konftckten geführt haben, eine befriedigende Lösung zu finden wissen.
Durch das Sonnabend unterzeichnete Abkommen werden alle die Umsiedlung der Volksdeutschen aus Ludtrrol in das Teutsche Reich betreffenden Fragen ,m Linne der kni.z ichcii Berliner Vereinbarungen geregelt, und zwar soivvhl huiiich - dich der Rückwanderung als auch hiiftichtlich der Mitnahme des beweglichen Eigentums und des Vermögens.
Grundsätzlich sollen die in Südtirol wohnhaften Reichsdeutschen innerhalb von drei Monaten nach Veröjseiitlichung der gemeinsam ausgestellten Richtlinien in das Teutsche Reich abwandern. Die Umsiedlung der Volksdeutschen ist srei- willig.
Das Abkommen sieht ferner vor. daß bis zum 31. Dezember 1939 alle in Südtirol wohnhaften oder aus diesem Gebiet stammenden Volksdeutschen srci und unbccinslußt eine Erklärung abgeben, ob sie im Königreich Italien verbleiben und die italienische Staatsangehörigkeit behalten oder ob sie die deutsche Ncichsangehörigkeit annehmen und in das Deutsche Reich übersiedeln wollen. Diese Erklärung ist endgültig und verbindlich. Die Umsiedlung jener Volksdeutschen, die die deutsche Reichsangehörigkcit annehmen, wird bis zum 31. Dezember 1942 durchgeführt.
Das Vermögen der Abwandernden kann auf dem freien Markt oder durch Vermittlung einer staatlichen Gesellschaft — Lnts XaLionals per Iv trs VeneBs — veräußert werden. Es wurden die erforderlichen Maßnahmen vereinbart, um die Ueberweisinig des Gcgenivertcs möglichst einfach und in kürzester Zeit unter weitcstgcycnder Berücksichtigung der Interessen des einzelnen und der Gesamtheit vornehmen zu können.
börse,»kapitalistischen England sich entzünden können, schon gewaltigen stürm erregt. Die „bürokratische Kontrolle der Industrie habe völlig verrückte Formen angenommen, verursache wachsende Arbeitslosigkeit und erdrossele den Handel". So geht es weiter in Presse und Parlament. Wirklich, „zuviel Fehler, Herr Chamberlain".
Da England sonst nichts für Frankreich tut, und wohl wirklich nichts tun kaun. sucht es mit Lügen über die Vorgänge an der Westfront aus die Entwickelung der Dinge Einfluß zu nehmen. Aber sie sinden damit bei der französischen Presse keinen rechten Dank. Die Pariser Blätter sehen sich zu ihrem Leidwesen genötigt, ihre englischen Kollegen in höflich ironischer Form daraus aufmerksam zu machen, daß zu plumpe Lüge» auffallen, und daß man immerhin auch hierin Maß halten müsse, um sich nicht völlig lächerlich zu machen. Der .Petit Parisien" z. B. schreibt: „Unsere englischen Freunde haben über die Operationen vom Montag einen Bericht ver-
von Mbbenlrop spricht in Vanrig
Berlin, 22. Oktober.
Anläßlich des Tages der alten Kämpfer der NSDAP. Dan- zig spricht der Reichsaußenminister von Ribbentrop am 24. Oktober in Danzig. Die Red« wird um 29.15 Uhr vom Rnndsunk übertragen.
vfsentlicht, der kein ganz genaues Bild von der Lage gibt. So haben gewisse englische Zeitungen erzählt, daß die Deutschen ungeheuere Verluste erlitten und insbesondere 7900 Tote gehabt hätten. 7000 Tote würden, nach dem üblichen Prozentsatz errechnet, an Verlusten ungefähr 30 000 bis. 35 000 Mann bedeuten. Der deutsche Generalstab hat aber, so behauptet der „Petit Parisien", überhaupt nur 12000 Mann eingesetzt, so daß die englische Zahl mindestens eine Null zuviel ausweist". — Wirklich ist es ja leicht einzusehen, daß von 12 000 Mann nicht gut 37 000 bis 42 000 Mann getötet und verwundet sein können. Ein Rechenexempel, daß auch den widerstandsfähigsten englischen Köpfen einleuchten sollte.
Auch das Pariser „Journal" stellt fest, daß nur einige Bataillone von den Deutschen eingesetzt wurden, also nicht gut ganze Divisionen vernichtet iverden konnten. Ebenso nimmt das „Oeuvre", das doch einiges verträgt, Anstoß an dem allziistarken englischen Tobak. Es greift eine anftliche Meldung des englischen Lttgenministerftims auf, wonach deutsche Soldaten, die von französischen Truppen mehrere Wochen nach Nnsbrnch der Feindseligkeiten gefangengenommen worden seien, noch nicht gewußt hätten, daß zwischen Deutschland und Frankreich-England Kriegsznstand besteig: Das heiße doch, — meint das „Oeuvre" — der menschlichen Natur, auch der französische»;, etwas zuviel zuzumuten.
Glaubt man in London wirklich, mit solchen Albernheiten die Baisse des Zutrauens der Welt in die Sache Englands in eine Hausse innlügen zu können? Das amerikanische Stini- iiinngsbaiometer spricht nicht dafür. DaS Newhorker Institut sür öffentliche Meinung stellt vielmehr den andauernd sich verstärkende» Wunsch der .ber wältige »den Mehrheit der Amerikaner fest. aus den europäischen Krieg herausgehalten zu werden. Während bei den zum Zweck solcher Feststellungen veranstalteten Probeabstimmnngen noch vor kurzem sich ergab. daß 40 v. H. der Amerikaner sich grundsätzlich kriegsbereit gegen Deutschland erklärten, SO v. H. aber für absolute Nmitoalitnt waren, hat die jüngste Abstimmung nur noch 5 v H der- Amerikaner als grn,idsäülich kriegswillige erwiesen. 24 v. H. wollten nur noch unter gewissen Bedingungen England beistcheii. 71 v. H. aber wollten unter keinen Umständen mehr von der absoluten Neutralität abgehen Glaubt man in London, eine solche Entwicklung in Amerika totlegen zu können, mit Absurditäten über Frankreich, die i» ,na»,(reich selbst nur Spott erwecken?
fluch der warndt-wald von den ?ron;osen geriiumt
Berlin. 22. Oktober.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Im Grenzgebiet zwischen Mosel und Saarbrücken an einzelnen Abschnitten der Front lebhaftere Artillerie- und Tpäh- trupptiftigkeit.
Der Feind hat am Freitag auch das Waldgebiet „Der Warndt" westlich von Saarbrücken bis auf zwei dicht an der Grenze gelegene Höhen geräumt.
An den übrigen Teilen der Westfront bis aus schwaches örtliches Störungsseuer der Artillerie Ruhe."
Euglaud sich türkisches Kanonenfutter zur Verewigung des Status c»uo im Mittelmeer besorgen will, Unruhe in Gebiete auf dem Balkan und in Vorderasien trägt, die bisher jenseits des Konfliktes standen, und endlich über das Mittelmeer als einer Art „englischen Teichs" verfügt wird, welches Meer damit erstmals direkt mit den politischen Rückwirkungen des von England entfesselten Konflikts in Berührung kommt. Der Versuch Londons, Italien diesen Pakt schmackhaft zu machen, veranlasst *den Londoner Korrespondenten der „Tribima" zu starken Zweifeln, ob Derartiges nicht mir das Mäntelchen darstellt, um die wahren Absichten Londons zu verdecken. Die übrigen Londoner Korrespondenten begnügen sich, darauf hinzuweisen, daß der Pakt zahlreiche Schwächen und unansgeklärte Punkte enthält, und daß in Belgrad Besorgnisse vorhanden seien, ob die Türkei nicht automatisch in den Krieg verwickelt und damit der Brand auf den Balkan getragen würde. Vielfach wird die Meldung des ägyptischen Blattes „Ahram" über Eitiberufung der Delegierten der Türkei, des Irak, Ivans und Afghanistans, der signatarstaaten des Paktes von Saababad, zu einer Konferenz nach Teheran wiedergegeben, deren Vorbereitiiug die Anfang November stattftndende Reise des iranischen Außenministers nach Ankara diene.
Vo« k/aete
F. V. v. Bremen, 22. Okt-sber
kin vumeran-
Das Schlußstück zur Beweisaufnahme gegen, den „Athenia"-Verbrecher Churchill hat gesessen. Kein Mensch in der ganzen Welt ist mehr im unklaren über die englische Urheberschaft der „Atheni»"-Versenkung. Wenn nicht alles täuscht, beginnt man daraufhin allmählich auch in England den größten Windbeutel der Weltgeschichte mit recht kritischen Augen zu betrachten. Weniger darum, weil er baumdicke Lügen und Verleum- : düngen am laufenden Bande gegen Deutschland fabri- ftert hat und noch fabriziert (denn so etwas ist der Phartsäermoral der führenden Juden- und Freimaurerschichten Englands durchaus nicht zuwider) sondern weil er s o unvorsichtig dumm und skrupellos darauflosgelogen hat, daß seine fettesten Lügen von Deutschland sofort widerlegt werden konnten und somit als Vumerang gegen England wirken, statt, wie sie sollten, der neutralen Welt Abscheu und Haß gegen Deutschland einzuflößen. Daß Herr Churchill mit einer menschlichen Niedertracht sondergleichen ausgestattet, ohne sich das geringste Gewissen daraus zu machen, die „Athenia", die 1500 Menschen an Bord hatte, versenken ließ, um der USA. einen Kriegsgrund gegen Deutschland zu liefern, mußte bei der sattsam bekannten Brutalität britischer Kriegsführung in England eher als Verdienst wie als Verbrechen gelten, wenn es gelungen wäre USA. dadurch in den Krieg zu verwickeln. Da dies aber nicht gelang, weil alles so ungeschickt geschah, daß man die Untat ihrem Urheber Churchill klipp und klar nachweisen konnte (wodurch die Heuchlermaske John Vulls vor aller Welt einen sehr bemerkenswerten Riß erhielt), würden seihst die abgebrühten Parlamentarier Englands anscheinend lieber heute als morgen einen Menschen von ihren Rockschößen schütteln, der in waschechter Verbrecherdummheit die britische „Zivilisation" der Welt in einem Licht zeigte, das keinen Zweifel mehr an der Gemeinheit des politischen Charakters Englands zuläßt.
Englands böchr Seist
Man spricht davon, daß Herrn Churchill bereits selbst eine Ahnung überkam, wie wenig glücklich fein raffiniert ausgedachtes Lügeniystem für England wirkte und daß er darum Herrn Chamberlain seine Demission als Erster Lord der britischen Admiralität angeboten habe. Da ist es nun bezeichnend für den hilflosen Greis am Steuer
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Unser IssessNiesei
(lstnssrs llontiZe Fnsgab'o »»intakt 12 Lsitsn)
Der französisch-englisch-tiirkische Pakt stellt sich als der letzte mißlungene Einkrcisungsversuch der Wcstmächte dar. Die deutsch-sowjetische Freundschaft bleibt auch nach dem Abschluß des Tiirkcnpaktes, wie sich aus einer Moskauer Prcssestimme ergibt, unerschütterlich.
Englands Piraten belästigen Japaner.
Der japanische Außenminister gab eine Erklärung über Japans Außenpolitik ab.
ll«A. Protestiert gegen die Beschlagnahme amerikanischer Post nach Deuischland durch England.
Auch in den überseeischen Gewässern können die deutschen Kriegsschisse steigende Erfolge verzeichnen.
In Rom wurde ein deutsch-italienisches Abkommen über die Umsiedlung der Volksdeutschen aus Südtirol unterzeichnet.
Der Führer kündigte Wiedervereinigung bestimmter Gebiete mit der Slowakei an.
Die ersten Baltcndcutjchcn trafen in Berlin ein.
Wieder wurden in Polen zwanzig Gräber bisher vermißter Volksdeutscher aufgefunden.
Auch der Warndt-Wald wurde von den Franzosen ge. räumt.
Ein sranzösischcr 5000-Tonncn-Frachtcr wurde torpediert. Die Einführung eines U-Boot-Kricgsabzeichcns 1939 wurde verkündet.
Kreisleitcr Blanke erließ einen Ausruf zur Buchspende sür die Soldaten. t
Bremens NS.-Fraucnschaft hat sür den Kriegshilfsdicnst alle Kräfte angespannt.