Nun«I um «Utz Welt
Zuchttzaus für jüdischen Verbrecher
Hamburg, 10. Oktober.
Die Strafkammer 0 beim Hamburger Landgericht vernr- tcitte den 44 Jahre alten, in Wie» geborenen staatenlosen Juden Paul Joseph Israel Prechner wegen Rassenschandc in drei Falten unter Einbeziehung einer noch nicht verbüßten, rechtskräftig wegen Betruges verhängten Strafe von fünf Jahren Zuchthaus zu einer Gesamtstrafe von 15 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenrechtsverlust. Daneben bleibt die bereits erkannte Sicherheitsverwahrnng aufrechterhalten. Jud Prechner hat zeit seines Lebens vom Schwindel gelebt, getreu der Art seiner^ Rasse und hat bereits 10 Vorstrafen hinter sich. In der --ystemzeit war er einmal als Wunder- redner für die Svzialdemokraten in Wandsbek tätig. Nach der nationalen Erhebung verstand er es, sich die Mitgliedschaft bei der Deutschen Arbeitsfront zu erschleichen. Jetzt führten ihn nun, um das Maß jüdischen Untermenschentnms voll zu machen, drei Fälle von Rassenschande, begangen in Hannover und Hamburg, vor den Richter.
Sagenhafte höhle entdeckt
k. M ii n ch e n, 10. Oktober.
Einem Mitglied des Salzburgcr Vereins für Höhlenkunde, G. von Vitas, gelang es, eine sagcnhaste. nahezu in Vergessenheit geratene Eishöhle neu zu entdecken. Der junge Forscher berichtet darüber, daß er mit einer kleinen Expedition in mühsamer .Kletterei den unter ciz»cln riesigen Ncbcrhang liegenden Hvhlcngrabcn-Eingang in 1800 Meter'erreichte.
Dabei stellte er f'Jr, ^>atz ein vier Meter breiter Gang plötzlich in einen Jrsen Abgrund mündet. Der Blick »ach unten zeigte eine Eishalle mit zahlreichen übcrmannsgroßen Eis-
sigurcn. Den Forschern gelang es, aus einem seitlichen Nm- gchungspfad hinabzuklcttcrn. Das Eis liegt sechs Meter dick in der Halle. Ein Ricjcnschlot zieht hier in die Höhe, und himmelhoch hinausstrcbcndc Wände begleiten einen klustartigen Gang. In seinem Gestein sind versteinerte Muscheln, Bivalven und andere Tiere sichtbar. Mit Steigeisen konnte bis zu einem weiteren, noch unerforschten Abgrund vorgedrungen werden.
Vas Kamee» geh» weiter
Sonnabend morgen 0 Uhr. Großes. Ikeberlrgen in einem rheinischen Kurort: Wer soll heute und morgen im Kurpark konzertieren? Die Zahl der crholnngsuchenden und erholungs- bedürstigen Kranken ist seit Kriegsbeginn kaum geringer geworden. Es fehlt aber von der Knrkapelle so mancher, der an der Front im feldgrauen Rock seine Pflicht erfüllt. Trotzdem sollen die gewohnten Konzerte nicht ausfallen.
In daS Rätselraten platzt ein Angebot der Hitlerjugend hinein. Das Bannvrchcster will am Sonnabendnachmittag nnd am Sonntag die Knrkapelle vertreten. Erstaunt schauen mittags die Männer nnd Frauen zum Pavillon, wo es statt des gewohnten Schwarz nun brann nnd weiß hernberlenchtet Rann, was tnt sich denn hier? Das Erstaunen hat sich noch nicht gelegt, da hebt schon der junge „Konzertmeister den Taktstock, und ein flotter Marsch klingt anf. Selbst die etwa? skeptischen Gesichter hellen sich anf, nnd lauter Beifall belohnt die jungen Musiker, als der letzte Ton verklingt!
Schnell haben sich die Jungen und Mädel die Herzen des Publikums erobert, das nun schon anf das nächste Wochenende wartet nnd sich anf das Wiedersehen nnd Wicderhören mit der neuen Knrhanskavellc freut.
Französisches Militärflugzeug abgestürzt. In dcn^ Riffen von Marzacco bei Livornv wurde die Leiclze eines Os-iziers der sranzösischen Luftwaffe angespült. Aus den Papieren des Toten geht hervor, daß es sich um den Führer eines französischen Militärflugzeuges handelt. Das Flugzeug muß über den, Mittelmeer abgestürzt sein, ohne daß der Verlust bisher von französischer Seite bekanntgegeben worden wäre.
Drittel' sioic-Iwnppesl clc-i- -wlmffeiicken chuZenü. F.m LstintaZ kriist ksnä clsi- ckritts IlöiestsappsN cisr stsi-nks- tütiASn .Ingen«! <Fi'otz«st-u>>n-stInn«.ls stobt, Lei einer freier, clis in clen I.esti-linZszvsi-ststüttsrl clsi-F.lr6. in 8'eriin- Rsiniesteniloi-s ckurestgssststi-t. vurcls, spracst Osterstannküstrsr Lcströctsr. (Ließe anest unseren örtliesten Peil.)
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Die Fdee »m Schaufenster
Donizetti hatte seine lösten Einfälle beim Spazierengehen. Wenn er seinen hierbei entstellenden Ideen eine festere Gestalt verleihen wollte, so Pflegte er irgendeinen Gegenstand starr und uitbeweglich anzublicken.
Einmal stand der Komponist vor dem Schaufenster eines Pariser Mvdewarenhnndlers und betrachtete unverwandt die feinen Spitzentücher nnd Seide »Häubchen in der Auslage. Dem Kaufmann fiel das seltsame Gebaren dieses Fremdlings schließlich auf. Er vermutete einen Dieb, der eine günstige Gelegenheit ausknndschaitete, trat energisch zu dem Mann vor der Auslage und rie? ihn an: „Was suchen Sie denn hier?"
Donizetti blickte ihn traumverloren an. „Ich suche das Finale zum dritten Akt der „Luzi-a" entgegnete er freundlich.
kos.
„Es bleibt der Ochs?'
Zur Zeit Friedrichs des Großen saß anf einer staatlichen Domäne in der Mark ein Pächter namens Ochs, der durch Fleiß, Sparsamkeit nnd Geschick ein ansehnliches Vermögen erworben hatte. Das weckte bei einem seiner .Freunde" Neid, rmd er bewarb sich nur die Domäne. Der Mann, namens Krebs, bot den Behörden jährlich 6000 NA!, mehr Pacht an. Die Behörde ging darauf ein. Sie stellte dem hiÄferlgtn Pächter anheim, auch 6000 Mark mehr zu zahlen oder die Domäne zu verlassen Da wandte sich der Bauer an den König und schrieb ihm: „Bei der bisherigen Pachtsrimme habe ich mich so gut besnnden, das; ich väterlich für die Bauern und Knechte sorgen und sie unterstützen konnte. Wenn die Pachtsumme erhöht wird, so kann das der Pächter nur durch Bedrückung seinen Untertanen leisten." Friedrich schrieb au den Rand des Gesuches- ..Es bleibt der Ochs. der seste steht / und nicht der Krebs, der rückwärts geht." 8.
Unerwartete Antworten
Von welchen Völkerstämmen wurde -Polen zu vorgeschichtlicher Zeit besiedelt?
Von nordischen Stämmen nnd von Ostgermanen. Die Gräberfunde des Landes weisen deutliche Spuren solcher Bevölkerung aus.
Wieviel Nationalitäten vereinigen sich auf polnischem Boden?
Sechs. Polen, Ukrainer, Juden, Weißrussen, Deutsche. Nur zwei Drittel der Bevölkerung ist polnisch.
Welche Waren werden hauptsächlich noch Polen eingeführt?
Baustosse.
Welches ist der Hanptarissnhrartikel Polens?
Steinkohle und ihre Produkte.
Besitzt Polen Erdöl?
Ja. Es lverden jährlich im Durchschnitt 675 000 Tonnen Erdöl gewonnen.
Welches Aussehen haben die polnischen Landcsfarben?
Not-Weiß, waagerecht gestreift.
Welche wirtschaftlichen Monopole besitzt der polnische Staat?
Spiritus, Tabak, Streichhölzer und Salz.
Staatstheater Bremen
„Wildschütz"
Die Hauptrolle ist nunmehr- an Sanders Schier gekommen, der sie nicht wie sein Vorgänger als einheitliches Charakterbild zeichnet, sondern sie mit einer Fülle wirkungs- sicherer komischer Wirkungen überhäuft, die er zum großen Teile sehr sorgfältig nnd mannigfach aus den rhythmischen nnd klanglichen Besonderheiten der Instrumentation und der Begleitfiguren zieht. Damit ist natürlich wiederum eine Darstellung gewonnen, die die Lacher auf ihrer Seite hat. Und da ihm auch hier wie in seinen bisherigen Leistungen dieses Winters seine klare Aussprache und sein klangstarkes Organ hilft, so find seine Szenen wie auch vor allem die Parade- Arie „Fünftausend Taler" Höhepunkte der Aufführung.
Neben ihm steht jetzt als Gretchen Aenne Meyer-Holte rdorf, warm und irisch im Gesanglichen und bereits erstaunlich bühneugcwandt. Die weibliche Hauptrolle der Baronin Frcimann erhält durch Tülle Weichelt liebenswürdige Bewegtheit in der Darstellung und außerordentlich sorgfältige Durcharbeitung des Gesanglichen. Friede! Hoff- m c> n n gibt mit zurückhaltender vornehmer Komik die dankbare Rolle der verstiegenen Gräfin Ebersbach.
Im übrigen blieb das Bild der Ausführung das gleiche wie im Vorjahre, nnd sicherlich wird ihr a-nch weiterhin unter der Spielleitung von Philipp Kraus und der Stabführung von Franz Richard Haas der große Erfolg treu bleiben.
61 euren« 6unis.
Abcndroth dirigierte in Prag. Das deutsche Kulturleben in Prag nimmt seinen 'Anfang. Ein Konzert des Sudetcndeutschen Philharmonischen Orchesters bildete den Auftakt der Musik- saison. Am 2l>. Oktober wird das Schauspielhaus mit Kleists „Prinz von Homburg" eröffnet. Im Nahmen des Festkonzerts, dem zahlreiche dentsche und tschechische Persönlichkeiten beiwohnten, dirigierte Pros. A be n d r o t h.das Borspiel zu den „Meistersingern", Beethovens Biollnlouzert v-ckur und die L-irroII-2YwPhonie von Bvalhms. Das Violinkonzert spielte als Solist Pros. Knlcnkampss. Die vollendete Wiedergabe der berühmten Werke brachte ein einmaliges musikalisches Erlebnis.
Gastspiel zwischen Flak und Bunkern. Gleich bei Kviegs- beginn hatte sich das W e st m a r k - L a n d e s t h e a t e r, eine erst wenige Jahre alte kulturelle Schöpfung des Gaues Koblenz-Trier, unseren Soldaten als Fronttheater zur Beringung gestellt. Mit Heller Freude nahrpen die Truppen am Westwall diese Nachricht auf, und als die Bühne jetzt zwischen Flakstellnngcn und Bunkern ihr erstes „feldgraues Gastspiel" gab, war ein Jubel ohne Ende. Mit dem „Etappenhasen". dem „Mann mit den grauen Schläfen" und mit „Drei Junggesellen werden Vater" wird das Westmark-Landestheater nun feine fröhliche Kunst zu unseren Soldaten an der Westfront bringen, und zwar mit drei vollständigen, mit bewährten Kräften besetzten Spictkörpcrn.
Ä^kkirL»okoirk«il
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Wer »um vrslsn /Vlol eins /Uvo rauekt,
»st so überrascht von der Oultlulle und dem reichen ^roms dieser ÄAarette, dak er sieh unwillkürlich fraßt — wie kommt das?
Hisr lsl «Ils krkILrung: das schönste A.roma auch der kostbarsten laliake ßelit verloren, wenn die NZarette troeken wird, ehe man sie raucht — die ^lvs aber ist vor dem Austrocknen ßeschütrt,
kodrikfrisek, v,io sls aus der /^ascklnv leommt, wird sie verschlossen in einem kleinen Tresor aus Ltanniol, der das emplrndliehe labakßut dultkrisel» erhält bis ru dem ^ußenbliek, wo 8ie ihn aufreihen. Würrig un«> aromatisck — wis frlsek vom kolivn «xlva 8is gs-
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