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parteiamtliche Lageszeitung
Oas flmtsblatt des Negierenden NürgermePers der Freien kjansestadt Nremen
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der Nationalsozialisten Vremens
sinnliches verkündungsblatt des Neichsstattl,alters in Oldenburg und Meinen
Nr. 279 / 9. Jahrgang
Dienstag, 19. Oktober 19Z9
kinzelpreis 1S Nps.
wird die Vernunft in Europa siegen?
Auch britische S timmen der Einsicht
Llogd Oeorge meldet sich zum Wort — -wer höre velisha rüstet weiter
Berlin, 1t>. Oktober.
Die Welt wartet darauf, daß die englische Regierung aus den großartigen Friedensschritt Adols Hitlers eingehe oder aber eine einigermaßen einleuchtende Erklärung dafür gebe, warum und zu welchem Zweck sie jetzt eigentlich noch Krieg sührcn will. Dies zu erklären, würde der englischen Regierung nicht sehr leicht fallen, denn tatsächlich hat England auch heute noch kein, ja heute nach der Liquidierung Versailles- Polens erst recht kein Kriegsziel, mit dem sich die Fortführung des Krieges der Rothschilds, Montesiore und Win- ston Churchills begründen ließe.
Den Wirrwarr, der in dieser Beziehung in England herrscht, schildert der Londoner Vertreter der Belgrader „Politika" in einem ausführlichen Artikel, der feststellt, daß man „in England keineswegs darüber klar sei, wie selbst im Falle eines Sieges der Westmächte der Krieg enden und der Friede aussehen" solle, Alan liege sich darüber in der englischen Öffentlichkeit in den Haaren. Zwar behaupte man in den abgeschmackten Flugblättern für Deutschland, daß der „Kampf keineswegs gegen das deutsche Volk" geführt werde. Aber dieser alte Schwindel zieht nicht mehr.
Die Losung „Nur gegen den .Hitlerismus", so berichtet die „Politika", werde sogar in England selbst als „rein negativ" nnd unbrauchbar erkauut, als ein geistloser Abdruck der verlogenen Losung von Anno dazumal: „Nur gegen den Kaiserismns". Am liebsten würde man mit dem Feld- geschrei vom „Kamps der Demokratien gegen die Diktaturen" krebsen gehen; aber man begreife doch, daß das Polen, sür welches man angeblich seihten will, selbst eine Diktatur war — wenn auch eine miserable — und daß der Staat, gegen den man um des Himmels willen nicht antreten möchte, nämlich Rußland, Diktatur vom reinsten Wasser ist. Mit der „Unversehrtheit Polens" aber sei heute und angesichts der Haltung Rußlands, am allerwenigsten ein Geschäft zu machen; denn der Versuch, zwischen dem Vorgehen Deutschlands und Rußlands einen grundsätzlichen Unterschied zu Gunsten Rußlands zu machen, gegen das man bis heute auch nicht den leisesten Protest gewagt habe, ein solcher Versuch wäre heute doch gar zu lächerlich. .
Wie sehr solche Zweifel und Widersprüche in der Tat in England die vsjenttiche Meinung zersetzen, zeigt vielleicht am drastischsten ein „offener B r i e s" an die „T i m e s", den diese gewiß nicht abdrucken würde, wenn sie es noch sür möglich hielte, die in ihm zum Ausdruck gebrachte Stimmung großer englischer Kreise einsach weiter totzuschweigen. Da wird rund heraus gesagt „daß die erste Ausgabe eines reden englischen Staatsmannes die sei, vor allem anderen die Interessen Großbritanniens zu berücksichtigen. Das erste und letzte Ziel Großbritanniens aber sei stets der Friede." rzast mit Erstaunen liest man da — ausgerechnet in der „Times" —:
„Weil England im Jahre ISIS trotz des Sieges sich nicht fähig erwies, ein sicheres System der friedlichen Zusammenarbeit der Völker zu schassen, müsse das englische Volk jetzt von neuem in den Krieg ziehen." ^„
Nie ist von deutscher Seite die geschichtliche schuld Englands in Versailles unumwundener festgestellt worden.
Und der Kernsatz der Führer-Rede kann nicht stärker bestätigt werden als durch die Feststellung in der „Times", daß „jedes weitere Kämpfen überflüssig sei, da England es nicht für notwendig befunden hat, dem Einmarsch Rußlands in Polen entgegenzutreten; England könne danach unmöglich noch behaupten, daß es für die Wiederherstellung Polens kämpfe, abgesehen davon, daß sür eine solche Wiederherstellung gar keine Möglichkeit mehr bestehe." Was aber den jaulen Trick von dem englischen „Kamps sür ein anderes deutsches Regierungsshstem" betrifft, so meint der Bries- schreiber der „Times", daß er, wie die Dinge in DeutMand liegen, „lediglich zu einer weiteren Stärkung des gegenwärtigen deutschen Regierungsshstems", also des „Hitlerrs- mus" führen könne.
Wie kommt Saut unter die Propheten? Wie kommt Ver- nunst in die „Times"? Nun, wir wissen, daß eine Schwalbe noch Leinen Sommer macht. Aber es bahnt^ -ich doch loohl, nebenher zu notieren, daß die Notationsmaschinen der „minies" nicht gestreikt haben, als sie das drucken mußten.
Weniger verwunderlich, aber der Kenntnisnahme dach wert ist es, daß der englische Premierminister des Weltkrieges, David Lloyd George, im „NewYork Journal American in seiner temperamentvollen Weise die Führerrede als ^ eine „E r u n b l.a g e Z.ll r eine Friedenskonfe'renz bezeichnet, für deren sorgfältige Durchdenkung sich die britische Regierung ja Zeit lassen solle, um nicht die von Adolf Hitler aufgezeigten Friedensmöglichkeiten durch lleberstürzung zu
vernichten, . . , .... .
Die „Öffentlichkeit aller Länder habe ein aufrichtiges Verlangens das unermeßliche Unglück eines jahrelang dauernden und die heutige Zivilisation unwiderruflich zerstörenden Weltkrieges tu vermeiden". Der alte Llohd George erwartet »Mit Sicherheit ein Ossensiv- und Desensivbündnis zwischen Deutschland und Rußland, das auch nicht durch einen dreijährigen Krieg beseitigt werden könne" und er bekennt, er „wage nicht, sich alle Folgen einer derartigen gewaltigen Krästckombination gegen England vorzustellen. — . ,
Er bestreitet aber, daß „Englands Ehre aus dem «P>el stünde, wenn nicht Hunderttausende br,ti,cher Menschen ihr Leben zugunsten der Rückgabe Weißrußlands und der Ukraine" geopfert würden. Warum also fragt Llohd George, keine Friedenskonferenz? Wer sich ihr entziehe, lade die Ve urtcilung durch alle neutralen Mächte aus sich, auch die Ita
liens, Rußlands nnd der Verein. Staaten. Warum also nicht mit Hitler über die von ihm vorgeschlagenen Themen verhandeln? Dabei sei nichts zu verlieren und alles zu gewinnen.
Ja, warum nicht? Nur weil in London noch Leute sitzen, die den großen jüdischen Krieg gegen Hitler-Deutschland wollen »nd weiter Stimmung sür ihn zn machen suchen. Wirds ihnen gelingen? Wird der Kriegsminister Hore-Belisha die Kriegslust der Franzosen entfachen, indem er durch den Londoner Rundfunk erklären laßt, daß „England nach einem Jahr ebenso viel Truppen haben wird wie heute Frankreich?" Sie müßten doch, sagt er „erst ausgebildet und ausgerüstet" werden. — Ob das wirklich den „Furor Galliens" gegen den deutschen Westwall auspeitschen wird? Ein Jahr Krieg ist eine bitter lange Zeit. Das weiß man in Frankreich. Und wenn Herr Belisha in einem Jahr so viel Soldaten im Felde haben will wie heute Frankreich — wieviele sollte dann Frankreich nach seiner Meinung bis dahin haben? und wieviele Poilus sollten sich bis dahin totschießen lassen, um — wie eben erst die Polen es sollten — den Engländern Zeit zu schassen, ihre Leute erst „auszubilden und auszurüsten"?
(Fortsetzung aus Seite 2)
Veschleumgter Warenaustausch
Veutsche wirtsthastsabordnung von Molotow empfangen
Moskau, 10. Oktober.
Die Mitglieder der deutschen Wirtschastsabordnung, die in zwei Junkers-Sonderflugzcugen am Sonntagnachmittag aus dem Moskauer Flughasen eintrafen, wurden noch am gleichen Tage von dem Präsidenten des Rates der Volkskommissare Molotow empfangen, lieber den Empfang wurde folgende sowjetamtlichc Mitteilung verbreitet: „Der Sonderbevollmäch- tigte der deutschen Reichsregicrnng sür Wirtschastssragen, Botschafter Ritter, nnd der Leiter der deutschen Wirtscbastsdele- gation, Gesandter Schnurre, sind am 8. ds. Mts. von dem Präsidenten des Rates der Volkskommissare der UdSSR., Molotow, empfangen worden.
In der Unterredung bestand Einverständnis darüber, daß das Wirtschastsprogramm, das während der letzten Anwesenheit des Reichsaußenministcrs von Ribbentrop in Moskau vereinbart wurde, von beiden Seiten mit Beschleunigung und im weiten Umfang verwirklicht werden soll. Dabei wurde insbesondere vereinbart, das die UdSSR. unverzüglich mit der Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen und Deutschland mit Lieferungen an die UdSSR. beginnen werden."
Moskauer Warnung an die Kriegssteher
Me „Isweslija" enllarot die wirklichen flbsichien der sogenannten Vemokratien
Moskau, 10. Oktober.
Unter der Ueberschrist „Frieden oder Krieg" bringt die offiziöse „Iswestija" einen bedeutungsvollen Leitartikel, der sich einerseits mit dem Friedenöprogramm des Führers besaßt und andererseits die wahren Absichten der Kriegshetzer iu den sogenannten Demokratien schonungslos brandmarkt.
Das Blatt geht davon aus, daß der Krieg in Polen, wie niemand mehr bestreiken könne, jetzt zn Ende sei: die polnische Armee ist zerniert oder in Gefangenschaft; die Regierung Polens ist nach ihrem vollständigen Bankrott geflüchtet, und es gibt in Polen mit Ausnahme vielleicht einer dünnen sendal-bürgerlichen Oberschicht auch keinen sozialen Faktor mehr, der das alte künstlich geschaffene. Stantsgebilde zn erhalten wünschte, das auf der Rechtlosigkeit und Unterdrückung aller seiner Volker, darunter auch des polnischen Volkes, «iif gebaut war. Die Regierungen Deutschlands und der Sowjetunion stehen nunmehr vor der Aufgabe, Frieden und Ordnung auf dem Gebiet des früheren Polen wieder herzustellen und der Bevölkerung eine friedliche, ihren nationalen Besonderheiten angemessene Existenz zu sichern.
Der unerhört rasche Verfall Polens, der am besten beweise, daß dessen staatlicher Organismus nicht lebensfähig war, hebe auch die Gründe sür eine Fortsetzung des Krieges in West- europa aus. „Sogar Blinde können jetzt sehen, daß der polnische Staat in seiner früheren Gestalt und aus dem früheren Territorium nicht mehr wieder hergestellt werden wird!" Deshalb könne, so folgert das Blatt, eine Fortsetzung des Krieges in keiner Weise gerechtfertigt werden und sei nur als sinnloses Blutvergießen zu bezeichnen, während die Beendigung des Krieges den Interessen aller Völker entspräche.
In diesem Zusammenhang komme dem Friedensprogramm, das der Führer in der Reichstagsrede vom 6. Oktober vorbrachte, eine hohe Bedeutung zu. Das Blatt schreibt darüber: „Die Borschläge Hitlers können angenommen, abgelehnt oder der einen oder anderen Abänderung unterzogen werden. Aber es ist unmöglich, nicht anzuerkennen, daß sie auf jeden Fall eine reale und praktische Grundlage darstellen sür Verhandlungen, die aus eine rascheste Beendigung des Krieges hinauslaufen würden." Die „Iswestija" meint, das bisherige Echo, das die Rede des Führers in England nnd Frankreich l-ervorgernsen habe, lasse nicht daraus schließen, daß die Re
gierungen der Westmächte dem Friedensprogramm des Führers mit Verständnis begegnen wollten. Dort hätte man vielmehr ein neues Kriegsziel ausgebracht: Die sogenannte „Vernichtung des HitleriSmus". Diese Absicht werde sogar als hauptsächliches und einziges Ziel des gegenwärtigen Lxjpges angesehen, dem gegenüber die nrsprüngsiche Forderung der Wiederherstellung Polens sogar „bescheidenerweise" in den Hintergrund gerückt worden sei!
Mit bemerkenswerter Schürfe entlarvt das Moskauer Blatt dieses angebliche „Kriegsziel der Demokratien". Es wäre eine sinnlose und törichte Grausamkeit, Menschen deshalb zu vernichten, weil irgend jemand deren Weltanschauung nicht paßt. Nur im finstersten Mitielatter Hütte man Häretiker und An- dersglünlbige deshalb ausgerottet, nnb selbst damals ohne Erfolg, denn, so betont die „Iswestija", „ant Feuer nnd Schwert lassen sich keine Ideologien und keine Weltanschauungen ausrotten. Man kann den „Hitlcrisinns" lieben oder hassen wie jedes andere politische System. Aber sür die „Vernichtung des Hitlerismns" Krieg führen, das heißt in der Politik eine verbrecherische Dummheit begehen". Das Blatt folgert dann weiter, die Losung von „Vernichtung des Hitlerismns" für die Demokratien in weitem Umfange könne nur als Aushängeschild nnd Maske für andere Ziele dienen. Die lzervschenden Kreise Englands »nd Frankreichs Hütten auch früher besondere Begeisterung dafür gezeigt, für „ideale Ziele" Blut zn vergießen oder, was für sie noch wichtiger sei. Geld auszugeben.
Diese Staaten würde» vielmehr auch heute ein ideologisches Ziel, nämlich „die Vernichtung des Hitlerismus", nur zum Vorwand nehmen, uni die bisherige Form ihrer Weltherrschaft aufrechtzuerhalten, um ihren riesigen Kolonialbesitz ungeteilt und ohne Berücksichtigung der deutschen Ansprüche im Interesse ihrer herrschenden Kaste auszubeuten. Hierin lägen die wahren Motive, welche die Regierungen Englands nnd Frankreichs sür die Fortsetzung des Krieges gegen Deutschland bewegten.
Die „Iswestija" schließt ihren Artikel mit den Worten: „Der Versuch, das Friedensprogramm Deutschlands zu ignorieren, heißt die Verantwortung sür die weitere Entfesselung des Krieges onf sich nehmen nnd infolgedessen auch die Verantwortung sür die kolossalen Opfer und Zerstörungen die mit dem Kriege verbunden sind."
„Iswestija "-flrtikel schlug in London ein
sind. London, 10. Oktober.
Der Londoner Rundfunk verzeichnet den Leitartikel der Moskauer „Iswestija" und sagt, Adols Hitlers Friedensplan habe hierdurch eine starke Unterstützung, erfahren. Der Londoner Rundfunk faßt den Inhalt des Artikels in dem lapidaren Satz zusammen, die Alliierten müßten jetzt den Krieg beenden, sonst würden sie die Verantwortung sür seine Wetterführung tragen.
„Mussolinis Politik unabänderlich"
Rom, 10. Oktober.
„Eine Weigerung, mit dein nationailsozialistlschen Deutschland zn diskutieren, wäre die größte Idiotie- die demokratische Gemüter jemals unternehmen könnten". In diesen: drastischen Satz des „Ledere" -st das italienische Urteil über die Haltung gewisser englischer und französischer KriegShetzer ausgedrückt, die es jedoch, wie „Messagero" feststellt, nicht fertig brachten, das Echo der Führerrede zu ersticken.
„Es scheint", so urteilt „Tevere", „geradeM, unglaubhaft, daß nach Ablauf eines Vierteljahrhnnderts dieselben Dummheiten wiederholt lverden, die die bentfchfetndli-che Propaganda des Weltkrieges nährten mit dein Ergebnis, die Völker zu betrügen nnd die Friedensmöglichkeiten im voraus zu sabotieren."
england sabotiert Sicherkeitszonenplan
flmerikamscher Journalist über die lorpedierung des panamerikanischen veschlusses
Frankreich könnten keine Beschränkung des Rechtes ihrer
A. Amsterdam, 10. Oktober.
Wie United Preß" aus London berichtet, hat ein Vertreter der britischen Admiralität zu dem Beschluß der panamer.kam- schen Konferenz eine 300-Meilen-Sichcrheitszone zu errichten, «klärt England könne die Errichtung einer solchen Zonen.cht anerkennen vor allem, weil es England dadurch von seinen amerikanischen Kolonien - wie llE,t,sch-G>,aYana - abgeschnitten werde. Diese ossenstchtliche «abotage des aus der panamerikanischen Konferenz gefaßten Veschluffes durch den der europäische Krieg aus den Gcwasiern der westlichen Halbkugel herausgehalten werden sollte, wird von dem bekannten
Washingtoner Korrespondenten Raymond Klapper „World Telegram" angeprangert.
Sand L wste Krstgsmstd^E
sührer der Admiralität gestattet, zu erklären, E g
Kriegsschiffe annehmen, sich in amerikanische Territorial- gewässer zu begeben. Die „Times" habe sich sogar zu der „Warnung" verstiegen, daß der Versuch der USA.-Marine,
Akt gewcrtet werden müsse! Clapper stellt in diesem Zusam menhang die ironische Frage an die Westmächte, „ob es nicht fair sei, die Kriegführende» zu ersuchen, in ihren Heimat- gewässern zu kämpfen, statt an den Küsten Amerikas. Die Amerikaner seien jedenfalls der Ansicht, daß in Europa Raum genug für diesen Krieg sei. Amerika sei bereit, Handel und Schiffsverkehr zu opfern, um bei der Ausfechtung des Krieges nicht im Wege zu stehen. Aber während sich die britische Admiralität heftig über die amerikanische Schutzzone aufrege, schweige man in England diskret über die britische Schwarze Liste Dlttzcnder ibero-amerikanischer Firmen und über die Kriegsschulden.die man lieber erst bezahlen solle." Diese deutliche moralische Ohrfeige aus NSA. wird in britischen Ohren nicht gerade lieblich widerklingen!
Der Betrug der öffentlichen Meinung in England nnd Frankreich über die Haltung Italiens — was selbst die französische Zeitung „Journal" zu der Feststellung veranlaßte, daß Italien in Frankreich heute geradezu die „verbotene Frucht der Bibel" darstelle,, da die französische Zensur alles streiche, was n-ichst genehm sei — veranlaßt „Givrnnle d'Jtalia" zur erneuten Veröffentlichung der Feststellung, „daß der Grund- zug der Politik Mussolinis seit ISIS unabänderlich der der Revision von Versailles ist", was von seilen deS italienischen Negierungsergans mit der Warnung begleitet wird, das eine aktive Politik, wie die Italiens, sich taktischer Mittel zur Beherrschung der Situation l>edtonen kann, um desto siclferer das Endziel, die Revision der ungerechten Verträge zn erreichen. . ' '
Umsiedlung deutscher volksteile
Besprechungen mit der estnischen und lettischen Regierung
^ ^ . Berlin. 10. Oktober.
Im Zuge der vom Führer ,n seiner Reichstagsrede angekündigten Maßnahmen der Umsiedlung deutscher Volksteile sind zwischen der Reichsregierung und der estnischen und lettischen Regierung Besprechungen aufgenommen worden, die Umsiedlung unter Wahrung der Vermögenswerte einzuleiten.
Auch diese der Befriedung im Osten dienenden Um- fredelungsberprechungen, die im Zuge der vom Führer vor dem Reichstag angekündigten großzügigen Maßnahmen erfolgen, werden von gewisser ausländischer Leite wiederum zum Anlaß für ein seltsames Manöver ge- nomme.i. Man behauptet. Deutschland wolle seine Volksgenossen im Baltikum vor der „dort drohenden Bolschewisierung" schützen. Dieser allzu plumpe und durchsichtige Versuch einer Störung der guten deutsch- ruüsischen Beziehungen ist von vornherein zur Aussichtslosigkeit verurteilt. Zur Sache selbst sei mitgeteilt daß die zur Umsiedelung bestimmten deutschen Volksgenossen
' die geplante Sicherheitszolle durchzuführen, als kriegerischer des estnischen und lettischen Raumes in Polen und Melt- .wn.» nmr in m^n, m.w'n- pichen zum Einsatz kommen werden, wo sie. auf deut-
chem Reichsgebiet, 'dringend als bewährte AÜfbaukräfte be-rötigt werden.
örtliche Spichtrupptätigkeit im Westen
Berlin, 10. Oktober.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Im Osten wurde der Vormarsch gegen die Jnteressengrenze fortgesetzt.
Im Westen örtliche Spähtrupptätigkeit und schwaches beiderseitiges Artillcrieseucr.
In der Lust nur geringe Ausllärungstätigkeit."
Sämtliche Blätter bringen an hervorragender Stelle aus der ersten Seite die amtlichen Mitteilungen des Laß über die Ankunft der deutschen Wirtschastsdclegation in Moskau und über den Empfang der Führer der Delegation, des Botschafters Ritter und des Gesandten Schnurre bei dem sowjetrussi- schen Regierungschef Molotow.
Einmal c!is östiogsusn sp>/vc>c>ien!
k. Mi. Bremen, 10. Oktober,
Nie zuvor in der Weltgeschichte hat ein Staatsmann der Öffentlichkeit nach einem von ihm selbst herbeigeführten totalen Waffensieg ein großzügigeres Angebot zur politischen und staatlichen Neuordnung unterbreitet, wie es der Führer in seiner großen Reichstagsrede am 6. Oktober tat. 2m Anschluß an das zustimmende Echo, das die fundamentale Erklärung Adols Hitlers in der führenden Presse sowohl der neutralen wie der uns befreundeten Länder gefunden hat, ist es recht lehrreich, zwei der vom Führer dargelegten Grundsätze des Neuaufbaus Europas zu den entsprechenden angeblichen Forderungen der sogenannten Demokratien in Beziehung zu. setzen. Wir meinen das Nationalitätenprinzip sowie die „Herstellung des Gefühls einer europäischen Sicherheit".
Fassen wir zlfnüchst die angekündigte Regelung der im Osten ausgeworfenen Nationalitätenfragen scharf ins Auge! Schon auf den ersten Blick kann es dem vorurteilslosen Zeitgenossen nicht entgehen, daß die in Angriff genommene „Ordnung des Ostraumes nach Nationalitäten" der vom Westen vertretenen Ansicht, „allen klar umschriebenen nationalen Bestrebungen die weitestgehende Befriedung zu gewähren" nicht nur nicht widerspricht, sondern ihr sogar bis zur restlosen Erfüllung entgegenkommt! Die vom Führer mit Nachdruck erwähnte Aufgabe einer Umsiedlung der Nationalitäten zieht hier jedenfalls Konsequenzen, die bis zum Kern des Problems vorstoßen. Wenn es den sogenannten Demokratien mit der Verwirklichung des Nationali- tätenprinzips wirklich ernst wäre, so könnten sie den umfassenden Vorschlag des Führers nur begrüßen, aber die wirklichen politischen Absichten der Westmächte, die von der Moskauer „Iswestija" sehr richtig mit dem Willen zur Aufrechterhaltung der britisch-französischen Gewaltherrschaft gleichgesetzt werden, liegen nun einmal auf einer anderen Ebene als der einer grundsätzlichen Gleichberechtigung der Nationalitäten.
Dasselbe gilt von der sichergestellten „SchasifU'Zg einer Neichsgrenze, die den historischen, ethnographischen und wirtschaftlichen Bedingungen entspricht". Die in dieser Formulierung des Führers erneut bestätigte Begrenzung der Ziele unserer Außenpolitik müßte eigentlich, sofern die Vernunft im Westen noch nicht völlig außer Kraft gesetzt ist, nicht zuletzt von den angeblich demokratischen Verteidigern des Nationalitätenprinzips mit lebhafter Zustimmung zur Kenntnis genommen werden. Doch auch hier ist den internationalen Demagogen nur deshalb plötzlich nicht wohl zumute, weil sie nicht (wie es der norwegische Publizist A. H. Aall in der „Europäischen Revue" feststellt) zum Kriege schritten, „um Verpflichtungen gegenüber Polen zu erfüllen, sondern umgekehrt diese Verpflichtungen eingegangen sind, um Polen in den Dienst ihrer Kriegspolitik stellen zu können." Was ihnen mit der blitzartigen Beseitigung des östlichen Versailler Zweckgebildes nun allerdings unmöglich gemacht wurde.
„Das Problem zur Behebung jener internationalen Besorgnisse, die politisch und wirtschaftlich das Lehen der Völker erschweren", brachte der Führer sogar mit der „weitaus wichtigsten Aufgabe" der Zuifammenavbeil der Nationen unseres Kontinents zur Schaffung einer Atmosphäre absoluter Fvieden-ssichevheit in Verbindung. Bst die Garan rierung dieser Zusammenarbeit, die Adolf Hitler als das Ziel jedes einzelnen wirklich um die Zukunft seines eigenen Volkes ringenden Mannes bezeichnete, vor Ausbruch dieses Krieges
MllMIIINIMIMINNIIIIIIIINMIIMIIMllMIINMIIIIIIIIIIIINIIIIIIIIIMII»»»»»,,»!,
Unser Issesspiegei
(Ois. ksutiZs ^us^abs uwkaüt aokt Lotten)
Zwischen der Reichsregierung einerseits und der estnischen und lettischen Regierung andererseits wurden Besprechungen zur Umsiedlung deutscher Volksteile ausgenommen. Das vereinbarte deutsch-russische Wirtschastsprogramm wird beschleunigt verwirklicht.
Kricg^hctze^"^ "Iswestija" entlarvt die demokratischen
Bernard Shaw machte gegen den „Churchillismus" Front; auch sonst dringen von England Stimmen der Vernunft herüber.
Entstand sabotiert den amerikanischen Sicherheitszonen-
Greiser äußerte sich über die Ziele des Chefs der Zivllvcrwaltung Poscns.
In einer belgischen Grube sind zur Zeit 1000 Bergarbeiter emge,chlossen.
Zum Reichsappcll der schassenden Jugend waren auch Bremens Jungen und Mädel angetreten.
des Gauleiters, mit seinen verantwortlichen Männern der Bewegung ergab die Gewißheit des gesamten Nordseegaues, jede Aufgabe der inneren Front zu meistern.
Auch in diesem Jahr wird in Bremen dir Rattenbekämpfung wieder durchgeführt.