Ausgabe 
(8.10.1939) Nr. 277
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parteiamtliche Tageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Nurgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

stattliches verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 2?? / 9. Zalirgang

Sonntag, 8. Oktober 19Z9

kinzelpreis 15 Npf.

kuropazwischendenkntscheidungen

Ne Völker verstanden den sichrer vritisches Kriegskabinett berat

das klare Za Italiens »Wege des sriedens aufgezeigt"

lkamberlain will dem sülzrer im Laufe der Woche antworten

Rom, 8. Oktober

Aus dem Tenor der offiziösen italienischen Presse werden die diplomatische» Vertreter der Demokratien ihren Außcn- ministerien berichten können, daß ein Zweifel unmöglich ist, daß die dom Führer für ein neues Europa gemachten Vor­schläge sich nach Substanz und Methode mit jenen des Duce decken, die er zur Lösung des Problems des Friedens in Europa wiederholt machte.

Presse und Oessentlichkeit sind in Italien einmütig in der Auslassung der Führerrede, die in den Zeitungen mitAppell an die Vernunft" überschrieben wird.Telegraph" schreibt z. B.: Seitdem es deutsche Menschen gibt, hat noch nie die Stimme eines Deutschen mit solcher Feierlichkeit, mit solcher Kraft zur Welt gesprochen, hat noch nie ein Teutscher mit dieser lleberzeugungskrast. mit diesem festen Sinn vor der historischen Verantwortung gesprochen. Die Rede ist ein Glaubensakt. Hitler begnügte sich nicht mit den Vor­schlägen der Herstellung eines neuen polnischen Staates, er präsentierte der Welt einen organischen Plan für die Re­organisation Eüropas, sür die Erreichung eines glücklichen Zusammenlebens aller Völker. Was in dieser Rede wahrhaft charakteristisch ist, ist diese Sorge, ist das echte deutsche Be­mühen um einen wirklichen Frieden. Wirklich, wir sind weit davon entfernt, jene zu beneiden, die in Paris und London die Ausgabe haben, aus eßne Rede wie die des Führers zu antworten und damit ungeheure Verantwortung auf sich zu nehmen. Sie befinden sich an einem schrecklichen Scheideweg.

Hitler ist der einzige wirklich Erwählte in dem Jahrtausend deutscher Geschichte. Hitler ist wahrhaft Deutschland, er ver­körpert das deutsche Volk. Welche Hoffnung aber, das deutsche Volk unterdrücken zu können, ohne daß nicht die Welt in ihren Grundfesten erschüttert würde!!

Giornale d ' I t a l i a" erklärt: Die Vorschläge des Führers zu einem neuen Europa sind nach Inhalt und Methode im selben Nahmen gehalten wie die von Mussolini seit langem gemachten Vorschläge. Ilm Europa neu errichten zu können, müssen vier Vorbedingungen erfüllt werden: 1. Schluß mit der Dersailler Vergangenheit Europas, die die Völker in krassem Mißverhältnis zwischen den Rechten der ein­zelnen Nationen und der Einrichtung gewisser Gendarmen­staaten im Dienste der Demokratien, wie Polen und Tschecho- Slowakei, bei fehlendem Gleichgewicht in einer Dauerkrise von 1919 bis 1937 hielt. 2. Das Versailles-Polen kann nie wieder erstehen, da nach diesen Erfahrungen sich selbst das englische und das französische Volk weigern würden, noch einmal da­durch in den Abgrund gezogen zu werden. 3. Ordnung der einzelnen Wirtschaften und der internationalen Wirtschafts­beziehungen. 1. Eine durchdachte Abrüstung in qualitativer wie in quantitativer Hinsicht. In diesen Notwendigkeiten sind die Ansprüche und Bedürfnisse zahlreicher Nationen ent­halten.

In einemWiederaufbau Europas" betitelten Artikel des M e s s a g g e r o" wird weiter ausgeführt, es sei die Stimme der Menschheit selbst, die den Ausbau eines neuen Europa auf der Grundlage der Gerechtigkeit, der Vernunft und des gegenseitigen Verständnisses für die unabdingbaren Rechte eines jeden Volkes fordere. Er betont weiter, daß der Führer Deutschlands sich auch mit dieser Rode nicht von dem entfernt habe, wasin jedem Augenblick die unverrückbare Voraus­setzung seines Werkes war, das nun bereits den Stempel der Geschichte trägt". Mit ernsten Worten wird den Demo­kratien ihre Verantwortung vorgehalten und die llnsinnigkeit einer Fortsetzung des Krieges vor Augen geführt.Versailles ist tot sür immer, die durch Versailles geschaffene Situation bereits der Verurteilung durch die Geschichte anheimgefallen." Angesichts der vollzogenen Tatsachen sei es einfach absurd, zu glauben, man könne sür immer verschwundene Ordnungen wieder ausrichten. Die Lektion, die den Vertretern eines über­lebten Systems mit dom geschichtlichen Phänomen des deut­schen Ausstiegs gegeben worden sei, dürfe nicht verlorengehen, um so weniger, als Deutschland sich nicht in Haß verschließe, sondern einzigartig in der Geschichte nach seinem siegreich geführten Krieg in maßvoller Weise ein Angebot des Friedens und der Zusammenarbeit mache, das zu einer dauernden Neu­ordnung Europas führen könne. Man weigere sich, so sährt Messaggero" fort, zu glauben, eine verantwortliche Regie­rung könne die Prüfung und Annahme dieser Vorschlüge ab­lehnen.

Mit voller Klarheit stellen die römischen Morgenblätter fest, daß angesichts der Tatsache dieser Führerrede die Träger der absoluten Jntransigenz keinerlei Rechtfertigung mehr für ein Beharren im Irrtum vorbringen könnten, ebensowenig wie noch eine Möglichkeit zur Illusion über die außer­

ordentlich-starke Stelln ng Deutschlands nach Beendigung des polnischen Krieges bestehe, den Deutschland infolge des Unverständnisses der Demokratien zu führen ge­zwungen war.Es gibt keine unüberwindlichen Schwierigkei­ten mehr", schreibt derMessagero",und auch die bescheide­nen, nur zu berechtigten deutschen Kolonialforderungen könn­ten solche nicht hervorrufen. Die Wege des Friedens sind auf­gezeigt und damit zugleich die eventuellen Verantwortlichkei­ten".Popolo di Rom-a" fügt hinzu, daß ein Beschreiten dieses Friedenswcgesim Interesse aller, besonders aber der Zukunft der europäischen Kultur" unbedingt erforderlich sei.

Aus allen diesen italienischen Stimmen geht und auch dies werden sich die Demokratien bei der Prüfung der deut­schen Vorschläge Wohl überlegen müssen klar hervor, daß das faschistische Italien auch in diesem Kamps um den Frie­den Europas voll und ganz an der Seite des nationalsozia­listischen Deutschlands steht.

(Fortsetzung aus Seite 2)

dos. Amsterdam, 8. Oktober.

Die Mitglieder des englischen Kriegskabinetts traten am Sonnabend in der Amtswohnung Chamberlains zu längeren Sitzungen zusammen, aus denen über die Ausführungen des Führers beraten wurde. Auch für Sonntag ist eine Sitzung angesetzt. In London betont man, daß man mit der französi­schen Regierung in ständiger Verbindung stehe und daß auch mit den Dominion-Regierungen Fühlung ausgenommen wor­den sei. Nach der genauen Prüfung der Neichstagsrede, deren ausführliche Fassung in London erst im Lause der Nacht ein­traf, werden die Minister den Text der Erklärung vorberei­ten, die Chamberlain als Antwort aus die Führcrrede im Laufe der Woche im Unkerhaus abgeben will.

Wie sehr man im neutralen Ausland den Wunsch nach einer friedlichen Beilegung der Dinge hegt, wird durch einen Artikel imAllgemeen Handelsblad" gekennzeichnet. Das Blatt

stuf dem Wege nach Moskau

deutsche Wirtschaftsdelegation unterwegs Vesprechungen von Maßnahmen zur Steigerung des Warenaustausches bevorstelzend

Berlin, 8. Oktober.

Bei seinem letzten Besuch in Moskau hat der Reichsautzen- minister von Ribbentrop mit dem Präsidenten des Rates der Volkskommissare der UdSSR-, Molotow, bekanntlich Verein­barungen getrosten, nach denen die beiden Regierungen mit allen Mitteln die Wirtschaftsbeziehungen und den Waren­umsatz zwischen Deutschland und der UdSSR. entwickeln wer­den. Es soll zu diesem Zweck von beiden Seiten ein Wirt- schastsprogramm ausgestellt werden, nach dem die UdSSR- Deutschland Rohstoffe liefern wird, die Deutschland seinerseits durch industrielle, auf längere Zeit erstreckende Lieserungen kompensieren wird. Dieses Wirtschastsprogramm soll so ge­staltet werden, daß der deutsch-sowjetische Warenaustausch sei­nem Volumen nach das in der Vergangenheit erzielte Höchst­maß wieder erreicht.

Zur Durchführung dieser Vereinbarungen vom 28. Septem­ber d. I. ist Botschaster Ritter, der die Oberleitung aller wirt­schaftlichen Angelegenheiten im Auswärtigen Amt hat, und eine Wirtschastsdelcgation, die unter Führung des Gesandten im Auswärtigen Amt. Dr. Schnurre, steht, gestern nach Mos­kau abgereist. Der Delegation gehören sowohl Vertreter der beteiligten deutschen Rcichsministerirn als auch der deutschen Wirtschastskreise an. Archer der Steigerung des Waren­umsatzes zwischen beiden Ländern werden sich die Besprechun­

gen insbesondere auch auf die Transport- und Vcrkehrssragen zwischen Deutschland und der UdSSR. erstrecken.

sinnland bewundert deutsche Peoduktionskraft

Berlin, 8. Oktober-

In Kreisen der sinnlichen Wirtschaft wird auf die als sehr angenehm empfundene Haltung der deutschen Industrie hin­gewiesen, die trotz aller. Anforderungen des Krieges alle Auf­träge annehme, und zwar zu Preisen, die von den finnischen Auftraggebern als entgegenkommend bezeichnet werden. Man hofft in Finntcnrd aus eine lveitgehende Aufrechterhaltung des deutsch-finnischen Warenaustausches, während bezeichnender­weise die finnische Linienschiffahrt nach England eingestellt worden ist.

An diesem Beispiel wird von neutraler Seite gezeigt, wie stark Deutschlands Produktionskrast und wie gefestigt die deutsche Wirtschaftslage ist. Die deutsche Liescrfiihigkeit, die sich in den letzten Wochen schon mehrfach bewährt hat, wird, nach Ansicht der neutralen Staaten, ein wichtiger Anreiz sür mög­lichst weitgehende Aufrechterhaltung des Handelsverkehrs sein.

Veutsches Verkehrsflugzeug für kstland

Reval, 8. Oktober.

Ein von der estnischen LustverkchrsgesellschaftAgo" bei den JunkerZwevken bestelltes Verkehrsflugzeug ist Freitag nach­mittag in Reval eingetroffen. In den Berichten der Presse über die Ankunft des Flugzeuges wirb u. a. hervorgehoben, daß Deutschland ungeachtet des KriegSs alle Verträge'erfülle.

Neutral aber nicht gleichgültig!

Me Haltung Velgiens Vor einem neuen pfundstur; Zur frage der »SlckerHeltszone"

ü. Brüssel, 8. Oktober.

Ministerpräsident Pierlot gab vor den Vertretern der bel­gischen Presse Erläuterungen zu der Politik der Brüsseler Re­gierung. Seine Erklärungen bezogen sich sowohl aus die Außen- wie aus die Jnnenpolitk. Insbesondere seine Aus­führungen zu der gesamten europäischen Lage haben in den Brüsseler politischen Kreisen starke Beachtung gesunden.

Der Ministerpräsident schilderte zunächst die Entwicklung der belgischen Neutralitätspolitik seit 1936. Er suhr dann sortj baß diese belgische Neutralität nicht als Gleichgültigkeit den Mäch­ten gegenüber ausgelegt werden dürfe, die in den Krieg ein­getreten seien. Belgien nehme zutiefst an dem Unglück teil, das dieser Krieg im Gefolge habe. Es habe auch mannigfache Anstrengungen unternommen, um den Ausbruch des Krieges zu verhindern.

Der Ministerpräsident nahm dann die Gelegenheit wahr, um sich gegen die Kritiken zu wenden, die von gewissen Lon-

Sie letzten Paten kapitulierten

Zwei Molflonskommandeure gefangen - Mißglückte französische flufklärungsflüge

Berlin, 8, Oktober

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Ostwärts der Weichsel und im Gebiet von Suwalk, vollzog sich das Vorgehen auf die deutsch-russische Jnteresiengrcnzc reibungslos im Einvernehmen mit den russischen Truppen.

Unter den letzten Resten des polnischen Heeres, die am Freitag bei Kock kapitulierten, befanden sich Zwei Divisions­kommandeure und 169 Offiziere.

Im Westen wurden örtliche Spähtrupp-Unternehmungen des Feindes abgewiesen. Sonst nur vereinzelte Störungsscucr.

Französische Aufklärungsflugzeuge versuchten nachmittags den Rhein bei Bonn zu überstiegen. Sie wurden durch deutsche Jagd- und Flakabwchr vertrieben. Eines von ihnen wurde bei Godesbcrg im Lustkamps abgeschossen, ein zweites bei Eus- kirchen zur Notlandung gezwungen. Die vielköpfige Be­satzung. darunter ein Oberstlcutnayt im Generalstab. wurde gefangengenommen.

Eigene Verluste traten nicht ein."

U-Voot entzog fick See Verfolgung

London, 8. Oktober.

Der Kapitän des griechischen DompiersDiamantis , Paga- nos, erklärte einem Vertreter derEvening News . er glaube, daß das U-Boot, das den griechischen Dampfer versenkte, von britischen Flugzeugen und Kriegsschiffen verfolgt worden fei. Nachdem er und seine Mannschaft an Bord des U-Bootes gegangen waren, hätten sie schsverc Detonationen gehört, da Torpedos auf das griechische Schiff abgefeuert wurden, spa­ter habe ihnen der U-Bootskommandant erklärt, daß das Schiff innerhalb weniger Ministen gesunken sei. Dann plötz­lich seien Äefehle erteilt worden und das U-Boot sei ge­

taucht. Der Kommandant habe ihnen gesagt, er habe tauchen müssen, um britischen Flugzeugen aus dem Wege zu gehen, die in einiger Entfernung gesichtet worden seien. Das U-Boot sei drei Stunden oder länger meist unter Passer geblieben Die ganze Zeit habe man den Eindruck gehabt, daß zwischen dom U-Boot und britischen Fliegern und Kriegsschiffen ein großes Such- und Versteckspiel im Gange sei. Andauernd sei das U-Boot untergetaucht, um in kurzen Abständen wie­der an die Oberfläche zu gehen. In den 36 Stunden, die sie in dem U-Boot verbrachten, hätten er und seine Mann­schaft ebenso regelmäßig ihr Essen erhalten, wie die Be­satzung des U-Bootes, und zwar ganz gute Mahlzeiten. Sie hätten auch deutsche Zigaretten bekommen. Paganos beschrieb dann, wie sie in einem Boot von dem U-Boot in der Nähe der irischen Küste abgesetzt worden seien. Der U-Bootskvm- mandant habe ihm die Hand geschüttelt und zu ihm gesagt: Auf Wiedersehen und viel Glück!" Als sie alle an Land gewesen feien, habe der U-Bootskommandant vom Komman­doturm aus nochAuf Wiedersehen!" gewinkt und dann sei das Boot wieder in See gegangen.

Naeder auf der Halbinsel Heia

Berlin, 8. Oktober.

Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Dr. h. c. Raeder, besichtigte'frühere polnische Befestigungen und Batteriestellungen auf der Halbinsel Heia, um sich dort von der Einwirkung der Beschießung durch die beiden Schul­schiffeSchleswig-Holstein" undSchlesien" und durch die Luftwaffe zu überzeugen. Gleichzeitig ließ er sich iilvr den Stand der Minenräuwavbeiten tn d> Danziger Bucht- ein-, gehend berichten.

doner und Pariser Blättern an der belgischen Neutralität ge­übt wurden.

Auch in Kopenhagen beweist man amtliches Mißtrauen ge­gen den Urheber des Krieges. Der dänische Landwirtfchafts- mmister hat zu den Vorstellungen der Landwirtschastsverbände wegen der Schwierigkeiten des Englanderports in sehr inter­essanter Weise Stellung genommen, die darauf schließen läßt, daß Dänemark mit einem weiteren Pfund stürz rechnet und sich schon deshalb sträubt, die dänische Krone wieder an das kranke Pfund anzuhängen, wie das früher der Fall gewesen war.

Der Vorstoß der Landwirtschaftsveobände zielte daraus ab daß die Bezahlung ihrer Produkte durch England aus der Grundlage des Vvrkriegspsnndes von 22.4V Kronen geregelt werden müsse, da sonst die Rentabilität der dänischen Land­wirtschaft in Gefahr gerate.

In seiner Erwiderung sagt« der Landwirtschaftsminister, er warne davor, ohne weiteres die dänische Krone dem Pfund folgen zu lassen, ganz gleich, wie tveit das -Pfund falle! Er hoffe, daß bald eine Stabilisierung gesunden werd«, um den Verlust der dänischen Landwirtschaft aus dem Pfundsall so gering' wie möglich zu machen.

Wie sehr man von neutraler Seite den Briten auf die Finger sieht, geht aus Meldungen aus Rio dc Zaneiro hervor, In der brasilianischen Leffenttichkeit erregte nämlich ein Artikel der LondonerTimes" peinliches Aufsehen, der gegen die Beschlüsse der Panainakonferenz Stellung nahm und ins­besondere die Schaffung einer amerikanischen Sici-erheitszone kritisierte.

Das in Rio erscheinende BlattGazeta de Noticias" stellt diese englische Kritik der aus Berliner Meldungen ersichtlichen deutschen Haltung zu den Beschlüssen von Panama gegenüber, wonach Deutschland die Lösung der eigenen Probleme Amerikas mit den eigenen Mitteln der amerikanischen Staaten aufrich­tig begrüßt.

Der Leitartikel desCoereio da Manha" ivendet sich beson­ders gegen die Behauptung derTimes", alle Handlungen der amerikanischen Länder innerhalb der neu geschaffenen Sichcr- heitszone fünden keine Stütze im Völkerrecht und stellten Kricgsbandlnngen dar. Das Blatt meint hierzu, daß diese Kriegshandlungen" sich lediglich gegen den Krieg selbst und seine Auswüchse richten würden so wie durch sie die Interessen derer geschützt würden, die nicht am Kriege teilnehmen.

Daß man auch in Nordamerika sehr geteilter Meinung über die Neutralitätssrage ist wird auch durch die Rede des Sena­tors Burton Wheeler gekennzeichnet, der sich gegen die Aushebung des Waffenausfuhrvörbotes aussprach. 'Die Aus- hebung des Verbotes würde Amerika, so betonte er, dem Kriege einen Schritt näher bringen. Der Senator setzte sich außer für die Beibehaltung des Waffenaussuhrverbotes sür eine strikteeasb-anä-e-rrrx-Politik" für andere Waren und lnr die Bcrsagung von Krediten an Kriegführende ein.

Neue flu gäbe iür de von»

Rom, 8. Oktober

Mussolini hat in seiner Eigenschaft als Kriegsminister Mqr- jchall do Bono zum Inspekteur der überseeischen Truppen Italiens ernannt. Te Bono erstattete dem Duce im Palazzo Venezia Bericht über militärische Fragen.

schreibt, die Welt wolle die Hoffnung nicht ausgeben, daß noch im allerletzten Augenblick ein Ausweg gesunden wirch um das europäische Problem zu regeln und den alles zerstörenden Krieg im Keime zu ersticken.

kden Heizt weiter

* London, 8. Oktober.

In einer Rundsumkemsprache sagte der britische Torrnnien- m-inister Eden am Freitag nach einem Hinweis aus die Ant­wort des britischen Empire auf den Appell des Führers, diese Antwort pevköüpere die von allen geteilte Entschlossenheit,der Herrschaft der Gewalt ein Ende zu machen und die kleinen und großen Nationen von der dauernden Bedrohung ihrer Freiheit zu befreien, damit die Völker der Welt wieder ihr eigenes Loben in Frieden und Sicherheit führen könnten". Das britische Empire sei bereit, seine ganze Kraft der Errei­chung dieses Zieles zu widmen.

-Lssösa?

Vsmunk kiel" i"ioö clvkt

ll. L. v. Bremen, 8. Oktober.

Mögen diejenigen Völker und ihre Führer, die mei­ner Auffassung sind, nun das Wort ergreifen", so etwa sagte der Führer am Schluß seiner großen Reichs- tagsrcde, nachdem er die konstruktiven Möglichkeiten eines Friedens und einer dauernden Sicherheit der euro­päischen Völker dargetan hatte.And mögen diejenigen meine Hand zurückstoßen", so setzte er hinzu, ,^ie im Kriege die bessere Lösung sehen zu müssen glauben."

Es liegt zur Red« des Führers nunmehr aus aller Wett eine überwältigende Anzahl von Pressestimmen vor, die bejahend zu des Führers Ratschlägen stehen. Und bezeichnenderweise sind es die Neutralen, die, weil sie i« der gegenwärtigen Weltkrise sich noch ein gutes Maß gesunder Urteilsfähigkeit erhalten haben, in den Erklärungen des Führers eine konkrete Platt­form für den Frieden sehen. Sie vermöchten es voraus­sichtlich nicht verstehen, wenn aus Bosheit und Hals­starrigkeit der Westdemokratien der Weg, den der Füh­rer zur Wohlfahrt der Menschheit und zu einer neuen Blüte Europas gezeigt hat. nicht beschritten würde.

Bedauerlich erscheint es darum, daß den neutralen Stimmen der Gerechtigkeit und der Vernunft Presse­stimmen in den Westdemokratien entgegenstehen, die nichts, aber auch nichts anderes als der Ausfluß sinn­losen Hasses gegen Deutschland und übelsten Zersetzungs­dranges gegenüber dem europäischen Friedens- und Ee- meinschaftsgedankens sind. Es ist klar, daß das Juden- und Freimaureptum, das den Krieg gegen Deutschland als seinen Krieg betrachtet, vor Geifer nicht ein noch aus weiß bei dem Gedanken, es könnte des Führers Wegweisung Europa den Frieden geben. Es ist begreiflich, daß dem Juden- und Freimaurertum sich die Haare sträuben, aus Angst, es könnten durch des Führers Vorschläge die letzte Chance der jüdischen und freimaurerischen Verbrecher auf Wiedererlangung ihres Welteinflusses zuschanden werden.

Nur gut, daß man in Frankreich und England, in Ländern also, die jenes Juden- und Freimaurertum bisher immer noch als seine Hochburgen betrachtet hat, zumindest im Volke schon einige Bedenken trägt, die Geschäfte jener Menschheitsverderber weiter zu be­sorgen. Nur gut, daß auch die neutralen Staaten, die jetzt bei dem heutigen Kriege schon schwer in Mit­leidenschaft gezogen sind (und erst recht bei einer Fort­setzung und Weiterverbreitung des Kriegsbrandes un­geheuren Schaden zu gewärtigen haben), sehr wohl dar­auf bestehen können, gehört zu werden, bevor die letzt« Entscheidung fällt, denn auch sie werden dann wohl ihre Stellung beziehen, und zwar diejenige, die ihnen gegen jene angemessen erscheint, welche in der Wetterführung des Krieges diebessere Lösung" sehen.

Aus all den neutralen Pressestimmen, die der Ver­nunft ihr Recht und der Gerechtigkeit den Sieg wün­schen, geht hervor, daß sie lieber heute als morgen einer endgültigen Sanktionierung des europäischen Sta­tus zustimmen würden zumal wenn damit Hand in

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Unser 7sssssvies«>

(I/nsors Iwntigs ^.usZsdo uwkaLt 14 Lsttsv)

Im Osten kapitulierten die letzten Polen.

Im Westen wurden zwei französische Ausklärunosslug- zeuge zur Strecke gebracht.

Das englische Kriegskabinett beriet über die Rede des Führers; Ehamberlain will im Laufe der Woche antworten.

Die umfassenden Vorschläge des Führers zur Neuordnung Europas finden in der Welt nach wie vor lebhafte Zu­stimmung. "

Eine deutsche Wirtschastsdelcgation befindet sich aus dem Wege nach Moskau.

Zwischen Rußland und Finnland werden Verhandlungen eingeleitet. "

Großadmiral Raeder besuchte die Halbinsel Hela.

Bremer Aktivisten der Bewegung schrieben von den fronten.

Wer erteilt der Frau Rat und Auskunft? Die Bre- mer Zeitung" antwortet in einer Tabelle der Dienst- stellenanschrrsten. '

Bremms Freimarkt findet in beschränktem Umfange aus dem Tomshos statt.