Ausgabe 
(7.10.1939) Nr. 276
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vllMI ZkltlW

parteiamtliche Tageszeitung

Bas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der freien iiansestadk Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsbkatt des Beichsstattdalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 2?k / S. Jahrgang

Sonnabend, ?. Oktober 1SZ9

kinzelpreis 13 Npf.

Her stppell des Mrers an die vemunft -

und dos erste kcho in der Welt

das verbrechen von Versailles beseitigt;u haben ist kein Wortbruch, sondern eine große geschichtliche Leistung" /ks gehört zu den Ausgaben einer weitschauenden Vrdnung des

europäischen Lebens, Umsiedlungen vor;unehmen

die historische Neichstagssihung

rck. Berlin. 7. Oktober.

Fünf Wochen nach seiner bereits Geschichte gewordenen Rede, die eine nicht mehr aufzuschiebende Entscheidung im Osten Europas einleitete, hatte der Führer erneut den Reichs­tag zusammengerufen, um zum ganzen deutschen Volk« und zur Welt zu sprechen. Bom Vorbeimarsch der Sieger von Warschau kommend, der letzten und schönsten Krönung des Feldzugcs in Polen, trat Adolf Hitler vor das höchste Forum, des Reiches. In einer Rede von epochaler Bedeutung machte er der Welt ein Friedensangebot, das alle jene Politiker der Westmächte, die es zurückweisen sollten, vor dem Nichterstnhl der Geschichte zu Verbrechern stempeln würde. Aber neben diesem Willen bekundete der Führer die Entschlossenheit, den Kampf fortzusetzen, wenn die Westmächte es wünschen.

Unter einem strahlenden blauen Herbsthimmel ging die Fahrt des Führers von der Reichskanzlei zur Kroll-Oper. Tau­sende säumen hinter dem braunen Spalier der SA. den Weg. Noch wissen sie nicht, was ihnen die Rede des Führers brin­gen wird. Mitten in dem Sturm ihrer dankerfüllten, be­geisterten Jubelchöre schwingt deutlich spürbar unendliches Vertrauen und durch nichts geschwächte Bereitschaft, jenen Weg zu gehen, den .Adolf Hitler sie führen wird. Die Wilhelmstraße, die Linden und das Brandenburger Tor hat der Führer durchführen, von dem Jubel der Berliner Be­völkerung begleitet. Nun tut sich mit dem Tiergarten und der menschenerfüllten Friedensallee einer der schönsten Teile Berlins auf. Ein herrliches Bild des Friedens bietet die Natur. Schon begann das große bunte Sterben der Bäume und Sträucher. Die große Stille des Jahres hob an. aber zu dem Eindruck des Frieden? gesellt sich das Bild der deut­schen Wach- und Kampfbereitschaft. Motorisierte Flakgeschütze sind auf der Ost-Westachse und der Umgebung der Kroll-Oper aufgefahren. Wie schwarze Nadeln bohren sich ihre Rohre in den wolkenlosen blauen Himmel.

Längst haben sich in der Krolloper die tiefgestaffelten Stuhl- rechen im Oval des Raumes gestillt. Der Saal ist ohne beson­deren Schmuck. Nur das mächtige goldene Hoheitszeichen strahlt von der silbergrünen Stirnwand herab. Es ragt über einen braunbunten Menschenteppich. in dem das Grau der Uniformen diesmal noch stärker hervorleuchtet als vor fünf Wochen

Viele Offiziere. Unteroffiziere. Kanoniere, Schützen stehen unter den Mänuern, die das Vertrauen des Führers und Vol­kes trägt. In den Reihen der Wehrmacht kämpften sie. von dem Schauplatz des Sieges kamen sie nun zum Forum des Fviedens. Ein Stuhl blieb leer Ein Lorbeevkranz berichtet von dem Heldentod eines nationalsozialistischen Kämpfers.

Als einer der ersten ist Neichsminister Dr. Lammers er­schienen. Reichsminister Ohnsorge. Darre, Funk fol­gen bald. Die führenden Männer des Dritten Reiches folgen in kurzem Abstand. In kleinen Gruppen stel-en sie bald im Gespräch zusammen.

Der große Sieg verklärt diese historische Stunde. Stille bricht über den Saal herein. Nur noch wenige Minuten bis 12 Uhr. Der Reichstag erwartet den Führer zu seiner histo­rischen Erklärung. .

Schweigender Ernst begrüßt den Führer, als er in Be­gleitung von Feldmarschall Göring den Saal betritt. Das Saus erhebt sich von den Plätzen, grüßt stumm den Mann, der in Deutschlands ernsten Stunden das Schicksal des Reiches in ehernen Fäusten hält. Nachdem der Führer Platz genommen hat. eröffnet

NeichsragsprLßdent Vöring

die Sitzung Er gedenkt des vor dem Feinde in Polen ge­fallenen Abgeordneten SA.-Lbergruppensührer Meher-Ouade und der übrigen im Laufe der letzten Sitzungsperiode ver­schiedenen Männer des Reichstages. Zu ihren Ehren erheben sich die Anwesenden von ihren Plätzen

Tann tritt der Führer zum Rednerpult. Der Jubel der Männer des Reichstages brandet ihm entgegen. Es ist kein Hurra-Patriotismus, der diese Stunde des Sieges und der ernsten Entscheidung beherrscht. In dem Sturm der Begeiste­rung. der durch das Haus wogt. drückt sich die ganze Ent­schlossenheit der ganzen Ration aus. die in dieser Stunde an Millionen Lautsprecher das Wort des Führers erwartet.

Der Wortlaut der sülirerrede

Die Erklärung des FührerS hat folgenden Wortlaut:

Abgeordnete Männer des Deutschen Reichstages! In einer schicksalsschweren Zeit haben Sie meine Abgeordneten als Vertreter des deutschen Volkes am l. September dieses Jah­res hier getagt Ich mußte Sie damals in Kenntnis letzen von den schweren Entschlüssen, die uns durch die intran- sigente, provokatorisch« Haltung eines Staates (ungezwungen Korden war. ^

Seitdem sind nun stini Wochen vergangen V^nn -ch Sce nun heute wieder herbitten ließ, dann geschah es um Ihnen einen Rechenschaftsbericht über das vergangene und den iur Sie nötigen Einblick in die Gegenwart und >oweit es möglich ist in die Zukunft geben zu .önnen.

Seit zwei Tagen find unsere Ltäote Mark-« und Dörfer geschmückt mit den Fahnen und Lhmbolen ve-> neuen Reiches. Unter Glockenläuten feiert das deutsche Volk einen großen in seiner Art geschichtlich einmaligen Lieg »in Staat von immerhin 36 Millionen Men'chen. eine Armee von rund 50 Infanterie- und Kavallerie-Divisionen Und gegen uns angetreten ihre Absichten waren weitgespannte die Zuversicht der Vernichtung unterer Teutschen Reiches galt als selbstverständlich.

ficht rage nach flusbruch dieses Kampfes aber waren die Würfel des Krieges gefallen

Wo immer Polnische Truppen mit deutschen D«b8nden zusammenstießen. Wurden sie zurückgeworfen oder zer­

schlagen. Das kühne Gebäude der traiegischen Osscnsive Poleis gegen das deutsche Reichsgebiet stürzte schon in den ersten 48 Stunden dieses Feldzuges ein. Todesmutig im

Angriff und mit unvergleichlichen Marschleistungen haben die deutschen Divisionen, die Lust- und Panzerwafse sowie die Einheiten der Marine das Gesetz des Handelns an sich gerissen. Es konnte ihnen in keinem Augenblicke mehr ent­wunden werden. Nach 14 Tagen waren die größten Teile des polnischen Heeres entweder zersprengt, gefangen oder umschlossen. Die deutschen Armeen aber hatten in dieser Zeit Entfernungen zurückgelegt und Räume besetzt, zu deren Bewältigung vor 25 Jahren über 14 Monate be­nötigt worden sind.

Wenn auch eine Anzahl besonders geistreicher Zeitnngs- strategen der anderen Welt das Tempo dieses Feldznges als für Deutschland dennoch enttäuschend hinstellen wollte, so wissen wir doch alle, daß es eine größere Leistung höchsten Sokdotentmns in der Kriegsgeschichte bisher kaum gegeben hat. Daß sich die letzten Reste der polnischen Armeen in Warschau. Modlin und in Hela bis zum 1. Oktober zu halten

vermochten, war nicht die Folge ihrer Tüchtigkeit, sondern nur unserer kühlen Klugheit und unserem Verantwortungs­bewußtsein zuzuschreiben.

Ich kabe es verboten, mehr Menschen ru opfern, als unbedingt notwendig war

Das heißt: Ich habe die deutsche Kriegssührnng von der noch im Weltkriege herrschenden Meinung, um des Prestiges wegen bestimmte Aufgaben unter allen Umständen in einer bestimmten Zeit lösen zu müssen, bewußt freigemacht. Was zu tun unbedingt erforderlich ist. geschieht ohne Rücksicht aus Opfer. Was aber vermieden werden kann, unterbleibt. Es wäre für uns kein Problem gewesen, den Widerstand von Warschau so wie wir ihn vom 25. bis 27. September ge­brochen haben, vom 1». bis 12. zu brechen. Ich habe nur erstens deutsche Menschenleben schonen wollen und zweitens mich der wenn auch trügerischen Hoffnung hingegeben, es könnte auch auf der polnischen Seite wenigstens einmal die verantwortungsbewußte Vernunft statt dem verantwor­tungslosen Wahnsinn siegen. (Fortsetzung aus Seite 2)

Die presse «les krliballs kst äas V/ort

Unsere Korrerponrienten kerickten über öen kinüruelr cier keile ^rlolk Uitlerr

. Berlin, 7. Oktober.

Der Führer hat gesprochen. Seine Worte gingen wieder von allen Mitteln moderner Technik getragen um die Welt. Um eine Welt, die bangen und hoffenden Herzens die Stimmen hört, die heute wie selten noch über Krieg und Frieden entscheiden. Schon Tage vor der Reichstagssitzung war die Führerrede das Thema der Welt, waren Vermutungen über ihren Inhalt, ihre Folgen und Aus­wirkungen das Gespräch. Nun hörte die Welt. Noch ehe die Verantwortlichen in den Hauptstädten zu Wort kommen, dringt zu uns das stimmungsmäßige Echo. Diese Stimmen haben uns unsere Korre­spondenten aus den Hauptstädten mitgeteilt:

Italien: Sienst an kuropa

Noch nie zuvor hat eine Rede des Führers eine so tiefgrei­fende Wirkung in Italien ausgeübt, wie diese. Die Nnterrich- tung des italienischen Volkes durch die faschistische Regierung war vorbildlich. Nachdem die Rede von den italienischen Sen­dern vollständig in deutscher Sprache gesendet worden war, wurde sie anschließend auszugsweise aus italienisch wiedergege­ben, um im italienischen Nachrichtendienst am Nachmittag von allen Sendern als einzige, die Welt beherrschende europäische Tatsache erneut gebracht zu werden.

Nachmittags brachten die Blätter in riesiger Aufmachung Extraausgaben heraus, die unter den ungeduldig war­tenden Massen reißenden Absatz landen Die vollständige Rede in der Fassung der Agentur Stefani umfaßt mehr als 2ö00 Druckzeilen. In den Abendsendungen des italienischen Rund­funks wurde die Rede erneut gesendet, diesmal auch in ver­schiedenen Sprachen, darunter englisch und französisch, nach allen Teilen der Welt. Für Italien ist die Führerrede der Anstoß zur Neuordnung Europas. Alle vom Führer aufgezeigten Ziele rmd Entwicklungen entsprechen der Außenpolitik des Duee, so daß hinter dieser Rede des Führers

mit Deutschland auch Italien steht, im festen Willen, die Jviedensziele zu unterstützen und durchzusetzen. Die in ihr enthaltenen Vorschläge sind. nach italienischem Urteil, die Hoffnungen von Millionen und aber Millionen unseres Erd­teils. Man würdigt die Ausführungen des Führers ebenso als Dokument der Mäßigung des Siegers wie als Dokument der absoluten Aufrichtigkeit des Friedenswillens und der Ausbauarbeit in Europa. Besonders wird hervor- gel-oben. daß diese Rede. die im Augenblick einer noch nie gesehenen Großmachtentsaltung des Reiches gesprochen wurde, nicht das Diktat des Siegers nach einem so außerordentlich erfolgreichen Wasfcngang darstellt, sondern von dem Willen zur europäischen Neuordnung zeugt und an die Stelle des Zerstörenden das konstruktive Prinzip setzt.

Besonders betont wird der Wille des Führers zur Umsied­lung der völkischen Minderheiten in Südosteuropa. Man sieht darin den Ausdruck der Aufrichtigkeit, alle Konsliktstosse zu beseitigen, und das Zeugnis des klaren realpolitischen Blickes. Der allgemeine Eindruck ist, daß diese Rede ein wirklicher Dienst an Europa war.

(Weitere Pressestimmen im Innern des Blattes)

vor k'ükrsr bei seiner' xestiiAvn kkeiebstaxsleäe

(kresse-UokkmsLul

öa stire Hs?

0 sutsev!sn 6 wirct siegen!

.7. ü. v. Bremen. 7. Oktober.

Groß und gewaltig war die neue Rede des Führers. Hinreißend ihr schöner Fluß und packend ihr Ausdruck. Wer je in dieser krisenschwangeren Zeit sich mit den politischen Problemen der Welt befaßt hat und wer könnte gleichgültig daran vorbeigehen? wird dem grandiosen Rechenschaftsbericht über die Vorgänge der letzten Zeit genau so wie den für die Gegenwart und auch für die Zukunft gegebenen Einsichten die ehr­lichste Bewunderung, zollen. Es ist alles so klar und so selbstverständlich und durchdrungen von einer ehrlichen Ueberzeugung und einer lchönen Freimütigkeit, was der Führer in seinem Appell zur Webt gesprochen hat. Nur verstockt« Gemüter konnten sich dabei wünschen, daß des Führers Wegweisung zum Frieden keinen zu­stimmenden Widerhall bei den verantwortlichen Staats­männern der Welt finden möchte. An verstockten Ge­mütern fehlt es allerdings in der Welt heute nicht.

Aber, es gehen die politischen Probleme unserer Zeit nicht nur Politiker allein, sondern vor allem die Völker Europas selber an. Dies« Probleme sind in einem ein­zigen Satz zusammenzufassen, der da lautet: Die Mög­lichkeiten eines dauernden Friedens. Wie dieser zu gestalten wär«, mag im einzelnen jenen Vorbereitungen vorbehalten bleiben, von denen der Führer sprach, als er erwähnte, daß einmal die großen Nationen Europas zusammentreten müßten, um in einer umfassenden Regelung das Statut auszuarbeiten, anzunehmen und zu garantieren, das allen das Gefühl der Sicherheit, der Ruhe uud damit des Friedens gibt. Eines aber ist jetzt und sofort notwendig: Der gute Wille der­jenigen, die bisher glaubten, einen Frieden ähnlich dem von Versailles herbeiführen zu können und dies sogar noch unter ständigen Drohungen gegen Deutsch­land und in einer hochmütigen Haltung betonen, mein- nend, Deutschland schwach oder feige, den letzten Konse­quenzen ausweichen zu sehen, wem. nur sie fest auf dem eigenen verbohrten Standpunkt beharren. Oh, diese Toren und Verbrecher! Nicht Schwäche und nicht Furcht, sondern höchstes Verantwortungsbewußtsein vor der gesamten Menschheit atmen die Worte des Führers, der sich dessen wohl bewußt ist, daß sein Volk unter seiner Führung, wenn es frevelhaft den ihm ausgezwun- genen Krieg durchzusechten hat. zuletzt genau so siegen wird, wie es gegen die Polen siegte, die prahlten, die deutschen Heere bei Berlin zusammen­schlagen zu können.

Mit welcher ruhigen Selbstsicherheit konnte der Führer berichten über den Verlaus des polnischen Feldzuges, der nach acht Tagen entschieden und nun mit der Ver­nichtung sämtlicher polnischen Truppen beendet ist. Mit welchem inneren Stolze konnte er der unauslöschlichen Tapferkeit des deutschen Heeres gedenken, des deutschen Soldatentums von heute, das sich den Lorbeerkranz, der 1918 der deutschen Wehrmacht- hinterlistig geraubt > wurde, wieder fest ums Haupt gelegt hat. Ergriffen und dankbar gedachte der Führer und mit ihm der Reichstag und das ganze deutsche Volk der zehntausend Gefallenen, die für Deutschland ihr Letztes opferten und der dreißigtausend Verwundeten, denen unsere Pflege heute gilt.

Mit gutem Gewissen konnte des weiteren der Führer betonen, daß er vorher alles, aber auch alles getan hatte, um eine verblendete Staatsführnng in Warschau vor dem Verhängnis zu bewahren, in das sie mit offe­nen Augen hineingetaumelt ist. Wie groß dabei die schuld derer ist, die an der Themse und der Seine die Politiker Polens aufstachelten, cin Reich wie Deutsch­land bis zum äußersten herauszufordern darüber kann die Geschichte heute schon die Akten schließen. Dar- weit es in ihrer unseligen Verblendung dieie Männer in London und Paris mit ihrem Haß gegen Deutschland und gegen den Nationalsozialismus noch treiben wollen, wird erst demnächst die Geschichte Buch zu fuhren vermögen. Das deutsche Volk schaut fest und doch gelassen in die Zukunft.

Hätten wir Deutsche und hätte die ganze Welt nicht die unglaublichen Erfahrungen mit Polen gemacht, das wider alle Vernunft sein Grab sich selber schaufelte, wurde man ohne weiteres nach der Rede des Führers annehmen können, daß die für den Kriegszustand in Europa heute noch verantwortlichen Staatsmänner der Vernunft das Recht lassen und sich auf den Boden der Vorschlage stellen müßten, die ihnen Adolf Hitler in ausfuhrXichen und einleuchtenden Ausführungen ae- macht hat. Es sind dies Punkte, woran sich nicht nur die Völker, sondern auch die Staatsmänner Europas halten konnten, wenn sie nicht weiterhin von vlindem Haß gegen das sein Lebensrecht behaup­tende nationalsozialistische Deutschland beseelt und von dem gehässigen Wunsch erfüllt wären, das deutsche Volk