Ausgabe 
(30.9.1939) Nr. 269
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parteiamtliche Lageszeitung

Ms Vmrsbiatt des Negierendm Bürgermeisters -er LreZen lzansestadt vremen

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Die 1 mrn hohe und 22 ww breite Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 wm breite und I inm hohe Zeile im Tertteil 75 Ermäßigte

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkün-rmgsblarr -esNeichsstatt-alrers in 01-enburg und Vrenrei

Nr. 2SS / g. Zalzrgang

Sonnabend, Z0. September 1SZS

kinzeipreis 1S Npf.

fktundschast Verlin- gesichert

«Sollten die Kriegslieher in kngland und Frankreich die Sberkand bekalten, so werden Deutschland und Nußland dem zu begegnen wissen"

krklijrungen von Mbbentrops

Veutsch-russtsche Vereinbarungen

Vier Punkte wurden in Moskau gekliirt - Verßandlungen in einer besonders sreundschaftlichen und großzügigen fltmosplzare

Semeinsame ftiedensbemükungen beider Negierungen - Festlegung der Srenze der beiderseitigen Neichsinteressen

Moskau, 30. September.

; Bor feinem Abflug aus Moskau gab der Reichsminister des' Auswärtigen von Ribbentrop dem Vertreter des DNB. sowie für die sowjetrussische Nachrichtenagentur Tatz und die Abs- landspresse folgende Erklärung ab:

Mein Aufenthalt in Moskau war wiederum kurz, leider zu kurz. Das nächste Mal hoffe ich, länger hier zu bleiben. Trotzdem haben wir die zwei Tage gut ausgenutzt. Folgende Punkte wurden geklärt:

1. Die deutsch-sowjetische Freundschaft ist nunmehr end­gültig etabliert.

2. In die osteuropäischen Fragen werden sich die beiden Nationen niemals mehr hcreinreden'lassen.

3. Beihe Staaten wünschen, daß der Friede wiederher­gestellt wird, und daß England und Frankreich den völlig sinnlosen und aussichtslosen Kampf gegen Deutsch­land einstellen.

4. Sollten die Kriegshetzer in diesen Ländern aber die Oberhand behalten, so werden Deutschland und Sowjet- rutzland dem zu begegnen wissen.

Der Reichsaußenminister erwähnte dann noch die groß­zügige Wirtschaftsplanung, die zwischen der deutschen und der sowjetrufsischen Regierung vereinbart wurde und di. l zum Vorteil beider großer Mächte auswirken wird.

! Zum Schluß sagte von Ribbentrop:Die Verhandlungen fanden in einer besonders freundschaftlichen und großzügigen - Atmosphäre statt. Vor allem aber möchte ich des überaus 7' herzlichen Empfanges gedenken, der mir seitens der Sowjet- ' regierung und besonders durch die Herren Stalin und Molo- tow zuteil wurde."

wieder in verlin

Berichterstattung des Neichsaußenministers beim Führer

Berlin, 3V. September.

Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop traf am Freitagnachmittag gegen 18 Uhr aus Moskau kommend in dem Condor-FlugzcugGrenzmark" mit den Herren seiner Begleitung aus dem Flughafen Tempelhos ein. wo sich zur Begrüßung des Reichsaußenministers der Staatssekretär von Weizsäcker mit den leitenden Beamten des Auswärtigen Amtes und den Mitgliedern des persönlichen Stabes einge­sunken hatte. Reichsaußenminister von Ribbentrop begab sich vom Flughafen Tempelhos aus zum Führer zur Bericht­erstattung.

Um 14.48 Uhr erfolgte eine Zwischenlandung in Königs­berg, wo Reichsautzenminister von Ribbentrop aus dem Flug­hafen von Gauleiter Koch begrüßt wurde.

Srößte flufmachuns der Moskauer presse

M 0 ska u, 30. September.

Die Moskauer Presse stand gestern ganz im Zeichen des deutsch-sowjetischen Vertragswertes. Da die letzten Besprechun­gen zwischen dem Reichsaußcnminister und den sowjctrussi- schen Staatsmännern sich bis tief in die Nacht hinein aus­gedehnt hatten, konnten den Zeitungen erst am Vormittag die Texte des Grenz- und Freundschaftsvcrtrages, der deutsch- sowjetischen Erklärung und des Briefwechsels Molotow-

Ribbentrop zugestellt werden. Die Maschinen wurden im Druck angehalten, so erschienen die Blätter um 45 Stunden später als gewöhnlich.

In größter Aufmachung bringen alle Zeitungen die drei bedeutsamen Akte des Vertragswertes sowie die amtlichen Kommuniques über den Ablauf der Besprechungen und über die Abendtafol im Kreml, die der Regierungschef und Außen- kommissar Molotow zu Ehren des Reichsaußenministers ver­anstaltet hatte.

Zugleich erschienen die ersten Bilddokumente zu den ge­schichtlichen Vorgängen des Freitags, die z. T. bis zu einem Viertel der ersten.Blattseiten einnehmen. Die neuesten Bil­der zeigen den sowjetrufsischen -Regierungschef und Außen- komwissar Molotow bei der Unterzeichnung des deutsch- sowjetischen Freundschastsvertrages, daneben den Reichsmini­ster des Auswärtigen von Ribbentrop und Stalin.

Prawda" undJswestija" bringen außerdem große Karten­skizzen, ip .denen die neue Grenzlinie eingezeichnet ist.

vlo kolsenäe moskauer vdlk.-dlelilnnx konnten nir bereits in einem kleinen Heil unserer xestrixen ^us- xLde verökkentlieben. IVir niellsrlioien sie tür Uie Kesamtiiusxabe:

Die Besprechungen zwischen dem Reichsminister des Aus­wärtigen von Ribbentrop und den sowjetrussischen Staats­männern, dem Regierungschef und Außenkommissar Molotow und Herrn Stalin wurden in Gegenwart des deutschen Bot­schafters in Moskau, Gras von der Schulenburg, heute im Lause der Nacht zu Ende geführt..

Als Ergebnis der Verhandlungen sind folgende Verein­barungen unterzeichnet worden:

Gemeinsame politische Erklärung der Reichs­regierung und der Sowjetregierung Erklärung der deutschen Reichsregierung und der Regierung der UdSSR. vom 28. September 1030: Nachdem die deutsche Reichsregierung und die Regierung der UdSSR. durch den

Nun hat -er Westen Las Wort

Me europäische Presse über die lragweile der Moskauer veschlüsse

London aus allen Wolken gefallen

Als in den gestrigen Morgenstunden der Abschluß der Moskauer Besprechungen in London bekannt wurde, meldete sich als erster der Liigcnsprccher am Mikrophon vom Rdaio- London. Er gab zunächst den Wortlaut der zwischen Deutsch­land und Sowjetrutzland abgeschlossenen Vereinbarungen be­kannt und betonte dann bedauernd, daß man noch nicht in der Lage sei, einen Kommentar zu geben, da dies amtliche Kommuniqueleider" erst in den. frühen Morgenstunden herausgekommen sei. Offensichtlich war also das sonst so voreilig arbeitende Reklameministerium nicht fähig, seiner völligen Verblüffung einigermaßen Herr zu werden. Immer­hin verstieg sich der britische Rundfunk zu der fragwürdigen Behauptung,daß angesichts des Moskauer Ergebnisses eine seit langem erwartete Friedensaktion begonnen habe." (l)

Nachdem nian sich an der Themse vom ersten Schock er­holt hat,, verfällt man aber wieder auf die alte britische Taktik, den Dingen auszuweichen, und die Ereignisse bewußt zu unterschätzen. Im Gegensatz zu der Auffassung maßgeben­der englischer Kreise, die unter dem ersten Eindruck des großen Ereignisses erklärten, es habe sich zumindest eine neue Lage ergeben, erklärt man nun halboffiziell, die Situation habe sich nach englischer Auffassung nicht geändert, (!)

Allerdings bleibt hinzuzufügen, daß eine amtliche Stel­lungnahme zu der deutsch-russischen Initiative bisher noch nicht vorliegt. Der Bericht des diplomatischen Korresponden­ten des Reutcrbüros sowie der Kommentar im englischen Rundfunk lassen allerdings nur wenig Zweifel darüber, daß die Londoner Regierung eine andere Stellung einnehmen wird. Die endgültige Entscheidung wird Chamberlain am Montagnachmittag im Unterhaus bekanntgeben.

Das Reuterbüro bemüht sich nach Kräften, den Wert des historischen Abkommens abzuschwächen. So heißt es in einer Erklärung, die für die Abendpresse Anleitung sein sollte, daß der Text des Abkommens ernster erscheint, als der Pakt in Wirklichkeit wert sei. (!!) Der Vertrag gehe kaum über den früher abgeschlossenen Nichtangriffspakt hinaus. Die verloge­nen Ausführungen, die in erster Linie das englische Volk weiter irreführen sollen, zeigen aber auch zugleich, in wel­chem Maße man das Abkommen bewußt unterschätzt.

Nom:fllle Kombinationen hinfällig

Der Moskauer Grenz- und Freundschaftsvertrag ist sür Rom und ganz Italien das Ereignis des Tages und findet allerstärkstc Beachtung in der gesamten faschistischen Presse. In Politischen Kreisen steht man völlig unter dem Eindruck der außergewöhnlichen Bedeutung der Moskauer Besprechun­gen und ist sich der Auswirkungen aus die weitere Entwick­lung der europäischen Lage bewußt.

Die Zeitungen übernehmen den Text der amtlichen Ver­lautbarung Bevlin-Moskau und heben auch den zwischen der UdSSR. und Esttand abgeschlossenen Beistandspakt hervor. Ledere" >veist in seiner Ueberschrift insbesondere daraus hin, daß im Falle der Fortsetzung des Krieges Berlin und Moskau sich laufend über die zu ergreifenden Maßnahmen verstän­digen werden. Der Pariser KorrespondentDer Ngencia Stephan:" stellt als erstes Auslandsecho fest, daß mit den Moskauer Abmachungen mit einen: Schlage alle Kombi­nationen hinfällig geworden seien, die in den letzten Tagen von der französischen und englischen Presse hinsichtlich der in Paris und London bestehenden Absicht znr Ausnahme neuer Besprechungen mit Moskau angestellt worden waren.

(Siehe mich Seite 2)

Sechs britische Flugzeuge abgeschossen

>n Pvei r Be-

peuischlanv hätt sich strikt an das internationale Seerecht

Berlin, 30. September.

In der vergangenen Woche wurde der britische Trawler Cpldsw" von einem deutschen U-Boot in der Nordsee ver­senkt Die Mannschaft von els Alaun wurde von dein schive- drfchen MvtovschifsKronprinzessin Margarethe" gerettet. Auf feiner weiteren Fahrt wurde das schwedische Lchiss v deutschen Zerstörern angehalten, die die Auslieferung sotzuug des Trawlers verlangten. Dies, geschah auch.

Da diese Tatsache in der englischen Oessentlichkeit zu Ver­mutungen über ein etwaiges unrechtmäßiges Verhallen sei­tens der deutschen Schisse Anlaß gab, sah sich heute sogar d-ie britische Admiralität gezwungen, durch den Londoner Rund­funk ein diesbezügliches Kommunique zu veröffentlichen. Darin heißt es, daß der Kommandant des deutschen Zer­störers, der die Auslieferung der englischen Seeleute ver­langte in Uebereinstimmung mit dem internationalen Lee­recht gehandelt habe. Die Mitglieder der Mannschaft konnten gesetzmäßig als feindliche Untertanen interniert werden, ivenn sie. sich im militärpilichtiqen Mter befinden. Dagegen dürsten sie nicht als Kriegsgefangene behandelt werden. Das gleiche hätte auch England cheqenül'er deutschen Teeleuten getan.

Vergeblicher flngriss aus deutsche Seestreilkräste Vedingungslose Kapitulation Modlins

Berlin, 30. September.

Gestern morgen glissen sechs britische .Kampsslugzeuge deutsche Seestreitkräste bei Helgoland ohne jedes Ergebnis an. Aus dem Abflug nach Westen wurden sie von deutschen Jägern gestellt. In einem kurzen Lustkampf wurden süns

britische Flugzeuge abgeschossen; sie sind über See abgestürzt.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im Verlauf der planmäßigen Bewegung über die De­

markationslinie wurde am 28. September Przemhsl-Siid durch den deutschen Konimandanten in feierlicher Form an die russischen Truppen übergeben.

Der Ausmarsch der entwaffneten Besatzung von Warschau beginnt Freitag abend und wird sich auf zwei bis drei Tage

erstrecken. Der Einmarsch der deutschen Truppen ist daher

für den 2. Oktober vorgesehen. Hilfsmaßnahmen für die Ver­pflegung und sanitäre Versorgung der Zivilbevölkerung sind eingeleitet.

Die Festung Modlin hat unter dem Eindruck der deut­schen Angriffe sowie als Folge der Zcrmiirbung durch Ar- tillcricscuer und Bombenabwürfe bedingungslos kapituliert. Die Einzelheiten der liebcrgabe werden nach Weisung der Heeresgruppe Nord durch das vor Modlin eingesetzte Korps-

vesleilbatattlon des sükrers geelzrt

Verleilnmg einer Standarte - Vorbeimarsch des Valaillons vor Seneralmajor Nommel

Berlin. 30. September.

Nach der Rückkehr des Führerhauptquartiers vom östUchen Kriegsschauplatz wurde gestern aus den Einheiten der Wehr­macht. die bei den Frontfahrten des Führers den mrlftärrichen Schutz übernommen hatten, das FLHrer-Veglc:tbata:llon au,- gestellt

In der Kaserne des Regiments General Göring in Berlu.- Reinickendors erfolgte der erste Zusammentrftt des Batacklon-- das nunmehr die BezeichnungBegleitbatarllon des Führers

^Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht ver­lieh dem Bataillon eine Standarte, die die Fuhrer-Emblenie un!> die Hoheitszeichen des Reiches zeigt.

Generalmajor Rommel, der Kommandant des Fuhrcrhaupt- guartiers, übergab im Austrage des Führers :n emer schlech­

ten Feier die Standarte an den Führer des Bataillons und sprach bei dieser Gelegenheit den Einheiten des Bataillons seine Anerkennung sür die vollbrachtenn Leistungen aus. Er erwähnte besonders.die Leistungen der Fronttruppe, die trotz unerhörter Marschleistungen und schlechtester Straßen- derhältnisse in Polen aus jeder Frontsahrt des Führers zur Stelle war und dazu ost Tag und Nacht hintereinander, kreuz und quer durch Polen fuhr. Er erinnerte an die großen Er­folge der, deutschen Truppe an der Front und ermähnte mit eindringlichen Worten - die angetretenen Einheiten des Führer-Beglcitbatgillons zu weiterer trcucstcr Pflichterfüllung.

Nach dem Sicgheil aus den Führer und Obersten Befehls­haber der Wehrmacht erfolgte der Vorbeimarsch des Ba­taillons, voran die neue Standarte, vor dem Kommandanten des Führerhauptquartiers.

kommando festgelegt. In der Festung befinden sich etwa 1200 Offiziere, 30 000 Mann, 4000 Verwundete.

Im Westen Erdkampftätigkeit wie bisher.

Im Lustkampf wurden bei Weißenburg ein französi­sches, bei Osnabrück ein britisches Flugzeug abgeschossen."

In den letzten Tagen konnte der Bericht des Oberkomman­dos der Wehrmacht Meldungen der Lustwasfe über er­folgreiche Kämpfe mit englischen oder französischen Flugzeugen verösfentlichcn. So wurden seit Sonntag im Westen nicht weniger als 19 feindliche Flugzeuge, dazu zwei Fesselballone abgeschossen.

Diese Zahl erhöhte sich gestern durch die süns nach dem er­folglosen Angriff auk deutsche Seestreitkräste heruntergeholten britischen Flugzeuge auf 24. Die deutsche Lnftwasse Hut auch dort, wo sie sich nach der raschen und gründlichen Erledigung ihrer Aufgaben in Polen daraus beschränkt, feindliche Flüge abzuwehren, sehr beachtliche Erfolge erzielt,

Sie konnte darüber hinaus gegenüber der englischen Flotte in so durchschlagender Weise wirksam werden, däß gespannte Aufmerksamkeit erregt wurde. An: Mittwoch wurde die Zer­störung eines englischen Flugzeugträgers und die-schwere Be­schädigung eines Schlachtschisfes durch mehrere Trefser bekannt­gegeben. Am gleichen Tage griff eine deutsche Kampfstassel weit im Norden Großbritanniens bei der Jsle of May, keine 50 Kilometer von der schottischen Hauptstadt Edinbourgh ent­fernt, einen englischen schweren Kreuzer an. der dabei durch eine 280-Kilo-Bombe beschädigt wurde. Der Angriffsgeist der deutschen Flieger, der in Polen innerhalb von acht Tagen die feindliche Luftwaffe völlig zum Verschwinden brachte, hätte sich auch hier wieder hervorragend bewährt und den für die Kriegs- sührung verantwortlichen englischen Amtsstellen große Sorgen bereitet. Sie suchen sich durch Flugblattabwürse über westliche Teile des deutschen Reichsgebietes zu entschädigen.

Aber diese Entlastungsdersuche sind allzu billig. In Mond­nächten säst bis 7000 Meter hoch über Gaue des deutschen Westens zu fliegen in einer Höhe, au? der Bombenflugzeuge wirkungsvolle Angrisse nicht zu führen vermögen, das ist ein Reklametrick, aber kein militärisches Unternehmen. Mili­tärische Aktionen werden durch Jagdflieger abgewehrt. Die Abwehr der Flugblätter aber, die aus Himalaja-Höhe auf die Moore und Wiesen Nordwestdeutschlands geworfen werden, be sorgt das gesamte deutsche Volk, das gegen das Gist des Lon­doner Liigcnministcriums immun ist.

Bor der ganzen Welt aber hoben dse letzten Septcmbertage wieder bewiesen, daß die britische Flotte nicht nur aus und unter dem Wasser angreisbar ist. Die deutsche Lustwasse hat gezeigt, daß sie England in seiner bisher unbeschränkten Herr- scherstellung aus dem Meere zu verwunden vermag.

heute unterzeichneten Vertrag, die sich aus dem Zerfall des polnischen Staates ergebenden Fragen endgültig geregelt und damit ein sicheres Fundament für einen dauerhaften Frieden in Osteuropa geschaffen haben, geben sie übereinstimmend der Auffassung Ausdruck, daß es den wahren Interessen aller Völker entsprechen würde, dem gegenwärtig zwischen Deutsch­land einerseits und England und Frankreich andererseits be­stehenden Kricgszustand ein Ende zu machen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Die Mzte Lt««ke

Herr Chamberlain mag wählen

. Berlin» 30. September

Die Kriegstreiber an der Theprse haben es in der Hand, zu wählen, ob sie den Krieg oder den Frieden wollen der Eindruck der deutsch-sowjetrussischen Ver­einbarungen im gesamten neutralen Ausland läßt sich auf keinen besseren Nenner bringen. Damit ist auch die Verantwortung über die ganze künftige Entwicklung schon im voraus festgelegt: nicht Deutschland, sondern England und in seinem Schlepptau Frankreich haben im Kreise der großen europäischen Kulturnationen die Gewalt zum Schiedsrichter angerufen. Nach der Liqui­dierung der polnischen Frage ist der formelle Kriegs­grund hinfällig geworden. Nicht nur, daß der polnische

Staat zu bestehen aufgehört hat-die nunmehr in

Osteuropa geschaffene Regelung ist endgültig, und sie wird von zwei der stärksten Völker des Erdballs garantiert. Jede Antastung der neugeschaffenen Lage in Osteuropa bedeutet nicht nur eine Antastung der deutschen, sondern ebensosehr eine Antastung der sowjet­russischen Garantie. Jeder Versuch, das Polen Ver- sailler Prägung wieder auferstehen zu lassen, ist daher nur auf dem Wege der Gewaltanwendung sowohl gegen Deutschland wie auch gegen die UdSSR. möglich. Es wird der britischen Propaganda darüber haben wir keinen Zweifel schwer sein, wenigstens dem eigenen Volke klarzumachen, dah das heutige England in der Lage sein soll. einen siegreichen Krieg gegen das deut­sche und das sowjetrussische Volk zu führen.

Es entspricht daher einer logischen Konsequenz, wenn m der gemeinsamen politischen Erklärung zwischen Moskau und Berlin festgestellt wird, dah jeder Versuch Englands und Frankreichs, den bisherigen Kriegs- zustand mit dem Ziele einer Wiederherstellung der alten Verhältnisse in Osteuropa aufrechtzuerhalten, die wahren Absichten der gegnerischen Seite enthüllen und damit auch die Verantwortung für alles, was kommen wird, festlegen muh. In diesem Falle werden die Reichs- - regrerung und die Regierung der UdSSR., wie es in der deutsch-sowjetrussischen Erklärung wörtlich heiht, sich

über die gegenseitig erforderlichen Maßnahmen kon­sultieren". : --7-,

Neben dieser geschichtlichen Tragweite des deutsch- sowietrufftschen Abkommens, die jede weitere falsche Auslegung als ein Verbrechen gegenüber dem Frieden der Volker erscheinen lassen muh. lassen auch die weite­ren m Moskau getroffenen Vereinbarungen keinen Zwersel daran, dah-der Kurs der deutsch-sowjetrussischen Zusammenarbeit unabänderlich festgelegt und bis zur letzten Konsequenz eingehalten wird. Die über die wirt­schaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Natio­nen getroffenen Abmachungen lassen die letzten Hoff­nungen der Kriegstreiber-Llique an der Themse, Deutschland oder womöglich Deutschland zusammen mit Sowfetruhland, durch eine Hungerblockade zu Boden zu zwingen, wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrechen. Das frühere Volumen des deutsch-sowjetrussischen Han- >as nach den beiderseitigen Erklärungen auf dem schnellsten Wege wieder erreicht werden soll. beweist auch dem letzten Zweifler, dah Deutschland und Sowjetrntz- land in der Lage sind, einen Wirtschastsblock zu bilden, der nicht nur nach außen hin völlig unabhängig ist, son-

Unser Tsgesspisgsl

(Unsers bsutigs ^usgabs uwkakt ssods Seiten)

Die deutsch-sowjetrussischen Vereinbarungen haben in der ganzen Welt ein gewaltiges, Echo gesunden.

Ncichsaußenminister von Ribbentrop ist nach Berlin zurückgekehrt.

Nach einem erfolglosen Angriff aus deutsche Seestreit- kraste wurden süns britische Flugzeuge abgeschossen.

Auch Modlin hat nunmehr bedingungslos kapituliert. Der berüchtigte politische Hochstapler Knickcrbocker erhielt eine neue grandiose Absuhr durch Dr. Goebbels.

Die britische Regierung führt einen verzweiselten Kamps ^ um Englands Defizit.

Der Rcichsminister sür Ernährung und Landwirtschaft erlagt Best:mmungen zur Einsührung von Lebensmittel­karten m den Gaststätten.

Unser Gauleiter und SA.-Gruppensührer Regierender Bürgermeister Böhmcker wohnten der Beisetzung des im Feld verunglückten SA.-Standartensührers Wegener bei. Dem Beglcit-Bataillon des Führers wurde eine Stan­darte verftchen.