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Parteiamtliche Tageszeitung
Ms Amrsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen Nr. 2K? / S. Mrgang
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Die 1 rnm hohe und 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil 13 3^/. Die 78 nun breite und 1 nun hohe Zeile im Textteil 75 3^. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Fammen- anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 7 Nachlaßstaffel S. Für "Anzeigen durch do» Fernsprecher keine Gewähr. An- Mahmeschluß W Uhr. Geschäftsstellen: 8nBremen: Am Geere« Nr. 6/8, Fernspr. 5 41 21. Nachtrps und sonntags: Fernsprecher 51115- Obernstraße 86, Fernspr. §4121. In SYke, Mühlendamm Nr. 2.
der Nationalsozialisten Bremens
Amtliches verkündungsbkatt des Neichsstattlialrers in Vldenburg und Bremer
kinzelprei? 1 k Bps.
Bonnerstag, 28. September 18Z9
vedlnoungslose Kapitulation Warschaus
llebergabe der Stadt bevorstehend
die militärische Besatzung beträgt über mo lwo Mann
englischer Flugzeugträger zerstört
Veutsche Flieger griffen Flottengeschwader an / fluch ein Panzerschiff mestrsach getroffen
Berlin, 28. September.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Warschau hat bedingungslos kapituliert. Die förmliche Uebergabe der Stadt an das deutsche Armeeoberkommando wird voraussichtlich am 28. September statt- sinden. Die militärische Besatzung betragt nach den bisherigen Feststellungen über 1VÜ ÜOll Mann.
° Der deutsche Angrisf auf Warschau war mit der Schnelligkeit und Präzision vorgeschritten, die das deutsche Heer bei seinen Aktionen stets an den Tag gelegt Hat. innerhalb von 48 Stunden war der größte Teil der /ststorts.^e die Stadt umgeben, genommen worden. Wahrend die kaber bisher alle deutschen Borschlage ohne Rücksicht aus die ihnen anvertraute Zivilbevölkerung hochmütig zurückgewiesen tptten ist ihnen nun nach dem raschen deutschen Durchstoß Arch die Besestigungslinie im Süden doch die Besinnung
zurückgekehrt. ^iehe «ich Seite H
Polens knde in Warschau
..... 27. September.
K» einem E-Haseu Schlesiens startet unsere In 52. Unser »ist ist Warschau. Lange schon ging ern Raunen durch unsere stechen: „Am 25. gehts gegen Warschau! Wir waren alle
reudig erregt: Endlich! Schon lange hatten wir des Besehls
^Endttch war es so weit. Dröhnend setzt unsere In ab. Das Wetter war leider nicht zum besten. ^ies Hangende Wolken rnd Nebelsetzen begleiteten uns, rn 200 Meter Hohe ging es -er Grenze zu. Still und sriedlich liegst du, deutsches Land, unter uns Rauch steigt aus den Schornsteinen der Häuser — nichts von Krieg und Gefahr ist zu merken Die Grenze wird überflogen. Deutlich sind die Tankreiter.sichtbar; ein Erbe aus ,er ehemaligen Tschechen Noch immer nichts vorn Krieg. Auch enseits der ehemaligen Grenze arbeiten sriedlich die Bauern ms ihren Aeckern, sriedlich im Schutze des Reiches. Wir rähern uns der Warthe. Vereinzelte polnische Siedlungen »erden sichtbar. Die'Dörfer sind bereits teilweise zerschossen Kun macht sich der Krieg bemerkbar. Eine große Stadt taucht ms — Lodz. Fast unversehrt — geschäftig wimmelt es auf den
^ Nun taucht ein E-Hafen unter uns aus landeplatz. Polternd setzt unsere Ju aus. Das Bild, das sich uns bietet, ist grandios. Ein Leben wie in einem Ameisenhaufen. Scheinbar viellos und doch so sein durchdacht Eine Stafsel erhebt sich gerade in Richtung Warschau. Maschinen werden beladen. — Maschinen kommen leer zurück. Stilka^
- Zerstörer — Transporter — Deutschlands LuftwaM —! Wir holen die letzten Befehle ein. Fertig — los! Das Wetter hatte sich aufgeklärt sonnig aber kalt. Eine ideale Fernsicht
— was wollen wir mehr? Ständig begegnen wir zurückkehrenden Staffeln. Am Horizont sehen wir bereits eine weiße Rauchwolke — unser Ziel. Warschau!
Unter uns wird es l-endig. Die Gehöfte sind voll von Infanterie — Train — die vordersten deutschen Batterie- stellungen werden überflogen. Mittlere und schwere Kaliber schießen sich ein. Wir sehen das Ausblitzen der Abschüsse. Kim sind die Vororte erreicht. Brennende Häuser lohen zum Himmel. Der Bahnhof wird überflogen. Die Hallen sind be
reits umgelegt. Ausgebrannte Pullmanwagen stehen an! den Gleisen. Die Stadt ist tot. Kein Lebewesen sehen wir aus den Straßen. Ein intensiver Brandgeruch macht sich bemerkbar. Das Stadtzentrum ist in eine dichte Rauchwolke gehüllt. Wir fliegen 200 bis 300 Meter hoch. Wo stehen eigentlich die Polen? Wo ist noch Widerstand? Kaum gedacht, sollen wir es auch spüren. Einige weiße Rauchwolken zerplatzen knapp unter uns. Polnische Flak. Aus einmal sehen wir auch schon einige Treffer in unserer Fläche. Wir müssen vorsichtiger sein! Unter uns flitzen einige tollkühne Jäger über den Boden dahin. Ueber uns dröhnen in endloser Folge die neu angreifenden Kampsslieger.
Ein stilles Mitleid will uns gesangennehmen. Warum mußte es so weit kommen? Lange hatte unser Führer Zeit gelassen — Heldenmut darf nicht mit Wahnsinn verwechselt werden. Unsere sprichwörtliche deutsche Milde wurde uns als Schwäche ausgelegt. Nun — es kann ja auch anders kommen. Wir haben unseren Auftrag erledigt. Die deutsche Lustwaffe hat der deutschen Infanterie den Weg freigemacht. Wir nehmen Kurs Heimat. Am Horizont verschwindet das brennende Fanal — Warscha«.
Der letzte Einsatz brachte Vernunft. Warschau kapitulierte.
Moskau, 28. September.
Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbcntrop traf mit den Herren seiner Begleitung, darunter der Dan- zigcr Gauleiter Förster, nach programmäßig verlaufenem Flug mit dem Condorslugzeug „Grenzmark" um 17,50 Uhr Ortszeit auf dem Moskauer Flughasen ein. Das Hauptgebäude des Flughafens war mit zahlreichen Hakenkreuzflaggen geschmückt. Zur Begrüßung des Reichsaußenministers hatten sich von Sowjetseite einyesunden: der Erste Stellvertretende Außenkommissar der Sowictunion, Polemik in, der Stadtkommandant von Moskau. Snworow, der Stellvertretende Vorsitzende des Moskauer Stadtsowjets, Ko - rolew, der Ches der Protokollabteilung des Autzenkommissa- riats, Barkow, und der Leiter der Mitteleuropäischen Abteilung des Autzcnkommissariats, Alexandrow.
Von deutscher Seite wurde der Neichsaußemniuister begrüßt durch den deutschen Botschafter in Moskau, Graf v. d. Schu - lenburg, mit den Mitgliedern der Botschaft, sowie von dem Militärattache Generalleutnant K ö st r i n g und den ihm zugeteilten Offizieren. Auch der italienische Botschafter in Moskau, Rosso, hatte sich zum Empfang cingefunden.
Nach erfolgter Vorstellung schritt der Neichsaußenminister die Ehrenkompanie der Luftwaffe ab, die aus dem Flugplatz' Aufstellung genommen hatte und begab sich dann in dem von
änb. Berlin, 28. September.
Vor der Bekanntgabe der bedingungslosen Uebergabe der Stadt Warschau durch ihren Kommandanten gab das Oberkommando der Wehrmacht bekannt:
„Im Osten nähern sich unsere Truppen der mit der Sowjetregierung vereinbarten Demarkationslinie. Von den versprengten Teilen des polnischen Heeres, die sich noch zwischen den deutschen und den vormarschierenden russischen Truppen befinden, wurde Dienstag östlich Bilgoraj die 41. polnische Division und 1. Kavalleriebrigadc gefangengenommen.
Die zu Beginn der Kampfhandlungen als offene Stadt angesehene und dementsprechend respektierte Hauptstadt PolcnS ist durch die Maßnahme des Kommandanten, die Wiederinstandsetzung der alten Forts und die Bewaffnung von Teilen der Zivilbevölkerung in eine Festung verwandelt worden.
Der Angrisf dagegen brachte Dienstag im Nordteil die erste, im Südteil die zweite Fortlinie in unseren Besitz. Unter dem Eindruck dieser Angriffe hat der polnische Kommandant gestern vormittag die Uebergabe der Stadt und der Besatzung angeboten.
der Sowjetrcgiernng zur Verfügung gestellten Kraftwagen in das für ihn bereitgestellte Gebäude der deutschen Botschaft.
Reichsaußenministcr von Ribbcntrop hatte gestern abend eine mehrstündige Aussprache mit dem sowjctrussischcn Regierungschef und Außenkommissar Molotow und Herr» Stalin in Anwesenheit des deutschen Botschafters in Moskau, Gras von der Schnlenburg. Die Besprechungen werden heute fortgesetzt.
vesprechuns auch mit Japans Vollcharter
Der japanische Botschafter Togo hatte, wie verlautet, am Dienstag eine Unterredung mit Außenminister Molotow, die den Fragen gewidmet war, die sich aus dem am 17. d. M. zwischen der Sowjetunion und Japan abgeschlossenen Abkommen über die Aufhebung der Grenzstreitigkeitcn ergeben.
' Saeacoglu bei Moiotow und kalinin
Der in Moskau weilende türkische Außenminister Saracoglu wurde am Dienstag vom Ministerpräsidenten und Außenminister Molotow und später vom Präsidenten des Obersten Sowjets, Kalinin, empfangen.
Der Oberbefehlshaber des Heeres hat den General Vlasko- witz beauftragt, die Uebergabcverhandlungen zu führen.
Die Luftwaffe griff militärisch wichtige Ziele m Mod» lin an.
Im Westen nur geringe Gefcchtstätigkeit. Der Feind schanzt auf der ganzen Front. Zwei französische Flugzeuge wurden im Luftkamps über Freiburg und Sigmaringen abgeschossen.
Deutsche Luftstreitkräste griffen am Dienstag englische Sce- streitkräste, Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kreuzer und Zerstörer in der mittleren Nordsee mit Ersolg an.
Außer einem Flugzeugträger, der zerstört worden ist, wurden mehrere schwere Trcsser auf einem Schlachtschiff erzielt. Unsere Flugzeuge erlitten keine Verluste."
Der Angriff deutscher Flugzeuge aus englische Seestreit- kräftc in der mittleren Nordsee verdient als militärisches Ereignis besonderer Art festgehalten zu werden. Zum erstenmal in der Kriegsgeschichte ist am Dienstag ein Luftangriff aus einen manövrierenden Flottenverband unternommen worden.
Wohl sind auch bisher schon einzelne Unterseeboote von Fliegern bombardiert worden. Die Engländer andererseits machten Anfang September den erfolglosen Versuch eines Luftangriffes auf deutsche Kriegshäsen und verloren dabei mehr als die Hälfte der eingesetzten Flugzeuge. Der Kampf jedoch, der sich am Dienstag zwischen Flugzeugen und Kriegs-
Was Albion sucht — aber nie finden wird
Dringend gesucht werden von den Reklamechefs des britischen Jnformationsministeriums drei für England geradezu entscheidende Dinge. Zu den wichtigen Artikeln, auf die das Londoner Kabinett der Kata- strophenpolitiker nicht verzichten möchte, gehören vor allem die Kriegsgründe. Versteht sich: einleuchtende Kriegsgründe. Das fieberhafte Bemühen der jüdischen Rüstungsgewinnler, ihre teuflichen Geschäfte mit dem Blut der betrogenen Völker zu verzehnfachen, können die britischen Giftküche den Engländern gegenüber natürlich genau so wenig als Kriegsgrund „propagieren" wie den plutokratisch-imperialistischen Größenwahn des Foreign Office. Mit der Vumerang-Pa- role: „Vernichtet den Nationalsozialismus!" ist nach neutralen Augenzeugenberichten beim englischen Volk gleichfalls absolut kein^Beifall zu ernten, denn der urteilsfähige Mann des Jnselreiches hat längst einen anschaulichen Begriff von der Unüberwindbarkeit des neuen Deutschlands und der aufbauenden Kraft des nationalsozialistischen Staatsprinzips erhalten. Also mutz weiter gesucht werden nach Kriegsgründen . . . Wie wäre es mit einem Preisausschreiben, Mr. Cham- berlain?
„Vorwärts für unser ewiges Veutschland"
Von Bibbentrop in Moskau eingetroffen
vegriißung durch polemkin — Metzrstündige Unterredung mit Molotsw und Stalin
Tagesbefehl Hermann Söeings an die Luftwaffe nach veendigung des polnischen Fettauges
^ krneute unerhörte Srenjverlehung
Belgisches Gebiet bombardiert
m. Brüssel, 28. September.
Wie aus Brüssel gemeldet wird. haben sich mehrere britische Flugzeuge eine erneute Grenzverletzung zuschulden kommen lassen. Ueber belgisches Gebiet versuchten sie deutsches Reichsgebiet zu erreichen. Als sie jedoch an der deutschen Grenze mit Flak beschossen wurden, machten die Flugzeuge kehrt und warfen vier Bomben ab, die ohne Ausnahme auf belgischen Boden sielen und hier große Einschlagtrichter erzeugten. Die Engländer haben sich durch diesen Uebcrgriss eines erneuten unerhörten Ncutralitätsbruches schuldig gemacht.
clvb. Hauptquartier der Luftwaffe, 28. September.
Am Tage der Kapitulation von Warschau erließ Gencral- selbmarschall Göring folgenden Tagesbefehl:
Soldaten der Luftwaffe, Kameraden!
Die polnische Armee, der eine von englischem Größenwahn bestimmte Kriegshctzc die Aufgabe zugedacht hatte, in deutsches Land einzufallen und bis Berlin zu marschieren, ist in wenigen Tagen in Grund und Boden zerschmettert worden. Mit ihr mußte die polnische Fliegertruppe, noch bevor sie wirkungsvoll hätte eingesetzt werden können, den gleichen Weg gehen. Blitzschnell hat das deutsche Schwert zugeschlagen. Ich bin stolz, daß die deutsche Lustwaffe an diesem Ersolg ent
scheidend mitgewirkt hat. Durch euren entschlossenen Einsatz habt ihr vom ersten Tage an den feindlichen Lustraum beherrscht. Keinem polnischen Flugzeug gelang es. deutsches Hoheitsgebiet zu überfliegen. Die deutsche Heimat war in Sicherheit! Unserer tapferen Erdtruppe habt ihr bei ihrem Vordringen vorbildliche Wassenhilse geleistet. Desgleichen habt ihr tatkräftig die eingesetzten Teile der Kriegsmarine in ihrem siegreichen Kämpfe unterstützt. In einem Siegeszug ohnegleichen habt ihr einen Gegner niedergeworfen und vernichtet, der Kroßdeutschland in srevlerischem Leichtsinn herausgefordert hatte. Einzig dastehend in der Geschichte 'ind die Leistungen der deutschen Wehrmacht.
Ihr,, meine Kameraden von der Luftwaffe, also des jüngsten Teiles der Wehrmacht, -habt- in-todesmutigem Einsatz bewiesen, daß ihr Bannerträger alten deutschen Soldatengeistes und zugleich der qlle Widerstünde bezwingenden Idee nationalsozialistischen Kämpfertums seid. Ob ihr als Aufklärer den großen Zielen der Arinceführung dientet, ob ihr als Jagdflieger den Gegner mit stählernem' Bernichtnngs- willen angegriffen habt, ob ihr als ^Sch(achtflieZ.er..euren Kameraden auf der Erde den WeL. zHn-Siege-öichftt-et.- 'ob- chr als Kampfflieger die Bastionen feindlichen' Wi^lsläMes vernichtet habt, ob ihr mit euren Stukas allen Bollwerken des Feindes Tod und Verderben brachtet, ob ihr in der Luft oder am Boden kämpftet, ob ihr am Flakgeschütz der Armee und dem ganzen Volk die Sicherheit gäbt, ob ihr am Funkgerät für die Verbindung aller Kampstruppen sorgtet, ob ihr als Transportgruppen in unermüdlichem Tag- und Nachteinsatz den erforderlichen Nachschub für Luftwaffe und Heer brachtet — 'euch allen gilt mein Dank! In ehrfürchtiger Trauer neigen wir uns vor den Opfern, die unsere Waste bringen mußte, aber -auch. in hehrem Stolz, denn wir . wissen: mit uns .fliegen und fechten.! die Kamer-Len, die wir verloren. Ihr Tod ist. uns nicht drückende Mrrde,> ihr Opfer ist uns heilige Verpflichtung.
Als wir in diesen Krieg für Deutschlands Freiheit zogen, wußte ich, dag ich mich auf meine Luftwaffe verlassen konnte. Kameraden, wie ich euch allen im Geiste ins Auge sah als wir diesen nns ausgezwungencn Krieg begannen, um euch zu verpflichten, das Letzte für Volk und Vaterland zu geben so drucke ich jedem von euch jetzt die Hand als Oberbefehlshaber seinen Soldaten, als Kamerad seinen Kameraden. Nach deutscher Soldatenart binden wir jetzt nach errungenem Sieg den Helm fester. Welche Aufgaben nns auch erwachsen mögen, welche Befehle uns auch unser Führer und Oberste Befehlshaber gibt: Vorwärts für unser ewiges Deutschland'
Nussische ffrmee machte ZS000 Sefangene
Moskau, 28. September.
Der Moskauer Rundfunk verbreitet den Heeresbericht des Eeneralstabes der russischen Armee über die Operationen in Polen vom 26 September. Die Truppen der russischen Armee heißt es darin, hätten ihren Vormarsch aus die Demarkationslinie im Laufe des 26 September weiter fortgesetzt und dabei die Orte Ossowiec. Ehelm Samostje. Rawa, Ruska, Sambor und Turka besetzt.
Bei der Liquidierung der Reste des polnischen Heeres in den besetzten Gebieten wurden insgesamt 30 600 Gefangene gemacht. davon allein 25 000 im Abschnitt von Brest-Lftowsk.
An zweiter Stelle, jedoch nicht minder verzweifelt, sucht John Bull nach eigenen militärischen Erfolgen, wohl gemerkt: nach eigenen. Die Blätter der Weltpresse sehen sich nämlich, besonders nach der Kapitulation Warschaus, fast ausnahmslos genötigt, die völlige Vernichtung des polnischen Heeres durch die unerreicht schlagkräftige deutsche Wehrmacht zu bestätigen. Soweit von b r i t i s ch e n „Kriegsoperationen" überhaupt die Rede ist, sind sie mit derart empfindlichen Verlusten der H-lotte Albions verbunden, datz «man sie, wie die Zerstörung eines zweiten Flugzeugträgers, der englischen Bevölkerung gar nicht mitzuteilen wagt. Bleibt den Trabanten Chamberlains nichts weiter übrig, als Luftsiege englischer Bomber über deutschem Hoheitsgebiet zu erfinden! Aber das Produkt d?r Phantasie ist ein schlechtes Surrogat für die Wirklichkeit — darum- werden Sie mit diesen Ihren „Erfolgen" auch in Zukunft nur Mißerfolge haben. Mr. Höre Belisha!
Drittens werden von den Londoner-Kriegstreibern -Z.u.m r>z,e..gesuckft!Halb- und Totalidioten. die auf all die Schwindelmanöver über angebliche deutsche Truppen- anfammlungen an den Grenzen seiner neutralen Nachbarn hereinfallen. Doch auch hier läßt sich weit und brert nicht ernmal mehr ein Gutgläubiger, geschweige denn ein Geistesschwacher finden! Und auf die Suchen- den hageln die amtlichen Dementis nur so hernieder! Das einzige, was die geistig verdunkelten „Gentlemens" auf ihrer Suche nach Kriegsgründen, militärischen Erfolgen und Dummen zu finden vermögen, sind öffentliche Blamagen. Blamagen am laufenden Bande!
wü.
Unser?ss«ssV«essI
(Unsers Kerstins LnsZads nwkaM ssofts Lsitsn)
Von Ribbcntrop ist in Moskau eingetroffen; der sowjet- russische Flughafen war mit Hakenkreuzsahnen geschmückt. Der Führer ordnete Militärverwaltung für den von deutschen Truppen besetzten Teil Polens an.
Warschau hat bedingungslos kapituliert, was in London große Bestürzung hervorrief.
Deutsche Flieger bombardierten ein britisches Flotten- geschwader.
Britische Flugzeuge verletzten erneut die belgische Neutralität.
Ein französischer Bomber mußte auf Sardinien notlanden. Die gerettete Mannschaft des englischen Frachters „Royal Scepter" widerlegt einwandfrei durch die Havas-Agentur verbreitete Lügen.
Trotz des erweiterten Kohlen-Exportes ist der deutsche Kohlenbedars vollauf gedeckt.
Zum 90. Geburtstag des Bürgermeisters a. D. Hildebrand sandte der Führer Glückwünsche.
Militärverwaltung in Polen angeordnet
fln der Spitze Seneraloberst o. Nundsledl; VerwaltungSktzef Neichsminister dr. Frank
_ B e vk im ä 28.! Septembev.
-Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat die Einrichtung einer Militärverwaltung in den besetzten ehemals polnischen Gebieten angeordnet. An die Spitze der Militärverwaltung hat er als Oberbefehlshaber Ost den Generaloberst von Rundstcdt berufen. Zum obersten Verwaltungsches beim Oberbefehlshaber Ost für die gesamte Zivilverwaltung hat der Führer den Reichsminister Dr. Frank berufen.
Die Militärverwaltung wird in den nächsten Wochen und Monaten eine bedeutungsvolle Aufgabe' zu lösen huben. Das Land bis zur Demarkationslinie umfaßt etwa,150 000 qkw. Es ist in seiner Struktur schon aus Grund der geschichtlichen Entwicklung nicht einheitlich. Die kulturelle Entwicklung ist in den verschiedenen Teilen überall durch das Deutschtum beeinflußt worden, aber der Einfluß der Deutschen ist nicht überall gleich stark gewesen. Hinzu kommt, daß die polnische Zerstörungswut in den vergangenen drei Wochen einen u-eil des Landes furchtbar verheert hat, während andere Gebiete, so insbesondere der ehemalige preußische Regierungsbezirk Posen und der Hauptteil der alten Provinz Westpreußen nur wenig beschädigt wurden. Zu dem von der Militärverwaltung betreuten Gebiet gehört nicht der ehemalige Freistaat Danzig, der seine Wiedervereinigung mit dem Reich bereits Vollzvgen hat, und auch nicht das 1922 von Deutschland entgegen dem Ergebnis einer Volksabstimmung abgetrennte. Ost- oberschlesien.
Das Industriegebiet um Kattowitz. Königshütte und Rhb- nik ist vielmehr mit Schlesien wieder vereinigt worden, von dem nur ein Höchstmaß wirtschaftlicher Unvernunft es öor- übcrgehcnd trennen konnte.
Mit oer Ernennung zum Chef der Militärverwaltung in den besetzten ehemals polnischen Gebieten wird der verdienstvolle Besehlshaber der Heeresgruppe Süd des Feldzuges rn Polen. Generaloberst von Nuudstedt. vom Führer zu einer neuen verantwortungsvollen Tätigkeit berufen. Gerd von Rundstedt, der einer altmärkischen Familie entstammt, trat l8fl? aus dem Kadettenkorps beim Infanterieregiment 83 om Bereits im März 1900 kam er als Hanptmann ,n den Ge. neralstab den er nach einem Frontkvmmando als Kompaniechef auch während des Weltkrieges angehörte. Nach dem Kriege wurde von Rundstedt in der Reichswehr ständig mrt
wachsenden Aufgaben betraut, die ihn unter weiteren Beförderungen nach Weimar, Kassel, Bresl'äu, und schließlich nach Berlin führten. Hier war er als Generalleutnant Kommandeur der dritten Division und Befehlshaber im Wehrkreis III Berlin und vvm 1. Oktober 1932 an. als General der Infanterie GrnppeNkornmairdenr. Während des. militärischen Ausnahmezustandes für Berlin iznd Brandenburg in den Juli-Tagen 1932 wurde von Rundstedt als zuständiger MilitärbefelMhaber wegen seines Einschreitens gegen die soi zialdeinolratische Regierung in Preußen der'weiteren Oessent- lichkei't bekannt. Am lö. März 1938 wurde -von Rundstedt Generaloberst und schied, nachdem er beim Einmarsch in das Sudetenland die Gruppe IV geführt hatte, mit dem 1. Oktober 1938 unter Ernennung zum Eher des Infanterieregiments 18 aus dem aktiven Dienst aus.
Mit der Bestellung des Reichsministers Dr. Hans Frank znin Zivilgouvernenr von Polen hat der Führer einem seiner ältesten Mitkämpfer eine ehrenvolle und politisch höchst bedeutsame Berufung zuteil werden lassen. Dr. Frank, der aktiver Mitkämpfer vom 9. November 1923 und Blutordenträger ist, hat in der Kampfzeit als Anwalt und Rechls- anwalt des Führers und der NSDAP. in zahllosen Prozessen die Schläge der politischen Gegner von der Partei abgewehrt und über 2000 SA.-Männer, die das System aus die Anklagebank brachte, erfolgreich verteidigt. Dr. Frank gründete 1927 die Rechtsabtcilung der Partei, deren Reichsleiter er heute noch ist. Im Jahre 1933 ernannte ihn der Führer zum Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz im Reichs? Hund in den Ländern und zur Erneuerung der Rechtsordnung. 1928 rie! Dr Frank den Nationalsozialistischen Rechts- wahrerbund ins Leben !933 errichtete Dr. Frank die Akademie kür Deutsches Recht. Nachdem 1934 die Ländersustizver- waltungen auf das Reich übergingen, wurde Dr. Frank vom Führer als Reichsminister in die Reichsregierung bepusen.