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parteiamtliche Tageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der §reien Hansestadt Vremen
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der Nationalsozialisten Vremens
flmlliches verkündungsblatt des NeichsstattliaUers in Oldenburg und Vrenrel
Nr. 2KK 9. Zastrgang
Mittwoch. 2?. September 19Z9
Linzelpreis 1S Npf.
Mbentrop fährt heute nach Moskau
Puf kinla-ung der Sowjetregierung
vesprechung der sich nach dem seldzug in Polen ergebenden fragen
'U
änd. Berlin, 27. September. Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop, begibt sich heute aus Einladung der Sowjetregierung nach Moskau, um dort mit der Sowjetregierung die sich aus der Beendigung des Feldzuges in Polen ergebenden politischen Fragen zu besprechen.
Moskau, 27. September.
Die Moskauer Reife des Reichsaußenministers von Ribben- trop wurde Dienstag, 20 Uhr Ortszeit vom Moskauer Sender bekanntgegeben und 0-18 Uhr wiederholt. In diplomatischen und ausländischen Kreisen hat die Nachricht den stärksten Eindruck hervorgerufen. Der zweit« Moskauer Besuch des. Roichsaußenministevs wird als ein neuer Beweis dafür angesehen, daß die deutsch-sowjetrussische Zusammenarbeit die unerschütterliche Grundlage für die zukünftige Neuordnung Osteuropas darstellt.
Lurch deutsche Vermittlung befreit
82 Mitglieder der Sowjetbotschaft verließen Warschau
Berlin, 27. September
Am Dienstagvormittag um 11 Uhr sind durch Vermittlung des Oberkommandos des deutschen Heeres 82 Mitglieder der sowjetrussischen Botschaft aus Warschau besreit worden. Das Oberkommando des deutschen Heeres hatte am Sonntagvormittag über den Sender Warschau I die nachfolgende Aus- sorderung an das polnische Oberkommando gerichtet:
„Aus Warschau zurückgekehrte ausländische Diplomaten berichten, daß mehr als 60 Mitglieder der sowjetrussischen Botschaft, darunter 22 Frauen und 23 Kinder, im Keller des stark beschädigten sowjetrussischen Botschaftsgebäudes in Warschau von Bewaffneten belagert werden und daher nicht zusammen mit dem Diplomatischen Korps Warschau verlassen konnten. Das Oberkommando des deutschen Heeres gibt dem polnischen Oberkommando Gelegenheit, diese russischen Diplomaten und weitere sonst noch dort befindlichen ausländischen Diplomaten am Montag, dem 2b. September, in der Zeit zwischen tO und 14 Uhr, durch die deutsche Feuerlinie ungehindert aus Warschau herauszulassen. Die Diplomaten werden an der Straße Praga—Radzymin in Höhe der deutschen Vorposten erwartet. Die Kraftwagen der Diplomaten haben weithin sichtbare weiße Flaggen zu zeigen. Von polnischer Seite ist dafür zu sorgen, daß 2000 Meter rechts und 2000 Meter links der Straße volle Waffenruhe herrscht. Von deutscher Seite wird ebenfalls dafür gesorgt werden
Oberkommando des deutschen Heeres."
Nachdem die Frist erfolglos verstrichen war, hat das Oberkommando des deutschen Heeres am Montag, um 23 Uhr, eine zweite Aufforderung folgenden Wortlautes durch Rundfunk an das polnische Oberkommando gerichtet:
„Die ausländischen Diplomaten sind bis zum 25. September. l9.30 Uhr, bei den deutschen Vorposten nicht angekommen. Das Oberkommando des deutschen Heeres gibt dem polnischen Oberkommando erneut Gelegenheit, die russischen
und weitere in Warschau befindliche ausländische Diplomaten am Dienstag, 26. September früh, durch die deutsche Feuerlinie ungehindert aus Warschau herauszulassen. Die Diplomaten müssen sich während der Nacht nach Praga begeben und Praga bei Hellwevden auf der Straße Praga—Radzhmin verlassen. Die Kraftwagen der Diplomaten haben weiterhin sichtbare weiße Flaggen zu zeigen. Don polnischer Seite ist dafür zu sorgen, daß von fünf bis acht Uhr je 2000 Meter rechts und links der Straße volle Waffenruhe herrscht Von deutscher Seite wird ebenfalls dafür gesorgt werden
Die sowjetvussische Regierung erklärt, daß das Personal der polnischen Botschaft in Moskau solange zurückgehalten wird, bis die Mitglieder der russischen Botschaft in Warschau ausgeliefert worden sind.
Oberkommando des deutschen Heeres."
Nachdem das Oberkommando des deutschen Heeres den Termin der Waffenruhe um zwei weitere Male verlängert hatte, haben um 11 Uhr am Dienstqgvormittag 62 Mitglieder der sowjetrussischen Botschaft die deutsche Feuerlinie passiert und befinden sich zur Zeit auf dem Wege nach Königsberg. Von Königsberg aus werden sie durch Vertreter des Auswärtigen Amtes nach Swinemünde und von dort im Sonderzug nach Berlin geleitet werden. Mit dem gleichen Zug werden etwa 460 Ausländer in Swinetnünde eintreffen, die Warschau durch Vermittlung des OKH. vor einigen Tagen verlassen haben.
Indie n zerstört Londoner Illusion
„wir nehmen nicht am kriege teil, Va uns die sreiheit bestritten wird"
INÜ. Bremen. 27. September.
Die «gierende Oberschicht des britischen Jnselvolkes möchte der Welt gern Avei angebliche Tatsachen vorgaukeln: einmal sollen die anderen Völker davon überzeugt sein, t»»ß die englischen Machthaber sür Demokratie und Freiheit in den Krieg gezogen seien, und zum anderen darf auch nicht ein Funke von Zweifel darüber aufkommen, daß London dos britische Imperium als „gleichgeschaltete Einheit" dinier sich hübe.
Wie sehr die Kriegstrciber um Chamberlain, Halifax. Eden und Churchill auch hier wieder ihr Märchenerzählertalent überschätzen, wird jetzt durch eine scharfe Erklärung des Exekutivkomitees des indischen Rationalkongresses offenbar, die den allzu naturwidrigen Wunschträumen Föhn Nulls ein jähes Ende bereitet.
Zunächst lehnen sich die Vertreter des indischen Volkes mit bemerkenswerter Entschiedenheit in aller Oessentlichkeit dagegen aus, daß die englische Regierung unter vorsätzlicher. Ignorierung des Friedenswillens Indiens dieses Land zu einem kriegführenden Gebiet erkläre.
Ob Indien am Kriege teilnimmt oder nicht, das könne nur vom indischen Volk beschlossen werden. Es stehe nun aber fest — hier prangert die Kommission des Nativnal- kongresses schonungslos die wahren Kriegsziele Englands an — daß Indien nicht die Ausnutzung seiner Hilfsquellen zu imperialistischen Zwecken dulden werde. Versuche dieser Art würden aus den schroffen Wider-stand des indischen Volkes stoßen.
warschauer fort Mokotowski genommen
stlle deutschen flustorderungen ;ur kvakuierung der befestigten Stadt Warschau ergebnislos
Berlin, 27. September.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Im Osten wurde die Planmäßige Bewegung auf die Demarkationslinie fortgesetzt. Nur ostwärts des unteren Sau kam es noch zu kurzen Gefechten mit versprengten Feindteilen, wobei durch eine Panzerdivision 2000 Gefangene gemacht wurden.
Nachdem es trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, den polnischen Kommandanten von der Grausamkeit und Nutzlosigkeit eines Widerstandes in Warschau zu überzeugen, wurde am Montag mit den Kampfhandlungen gegen die Stadt begonnen. In kühnem Handstreich wurde das Fort Mokotowski und anschließend ein Teil der Vorstadt Mokotow genommen.
Im W e st c n Artillerie-Störnngsseucr und geringe Späh- trupptätigkcit. Französische Flugzeuge haben - wie einwandfrei erkannt wurde - belgisches Gebiet überflogen.
In Luftkämpsen wurden fünf französische Flugzeuge und zwei Fesselballone, durch Flakseucr ein französisches Flugzeug abgeschossen."
Her Staatsakt für Veneraloberst v. srilsch
Seneralseldmarschatt Säring überbrachte -ie letzten Srühe des sützrers Seneraloberst von vrauchitsch tzielt die Sedenkrede
Berlin, 27. September.
Am Ehrenmal lknter den Linden sand gestern vormittag der feierliche Staatsakt für den am 22. September vor dem Feind gefallenen Generaloberst Freiherr von Fritsch statt. Als Vertreter des Führers legte Generalscldmarschall Göring, der seine Frontbereisnng in Polen abgeschlossen hat und gestern früh wieder nach Berlin zurückgekehrt ist, einen Lorbeerkranz des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht nieder.
Die Reichshauptstadt stand im Zeichen der Trauer. Von allen Ministerien. Reiclisdienststellen, Behörden und Schulen, aber auch von ungezählten Privatgebäuden wehten die Fahnen aus halbmast. Die sür den Trauerkondukt vorgesehenen Straßenzüge waren trotz des grauen, regenschweren Herbstvormittags von dichten Menschenmengen umsäumt. Während noch im Großen Saal des Obertönftnaizd ösdcr Wehrmacht eine interne kirchliche Trauerseier abgehalten wurde, war
Unter den Linden bereits die vom Kommandanten von Berlin, Generalleutnant Seisert, geführte Trauerparade ausmarschiert: im weiten offenen Viereck mit Front zum Ehrenmal zwei Bataillone des JR. ..Großdeutschland", zwei Batterien des 1. Artillerielehrregiments „Jüterbog" und eine Schwadron der Kavallerie-Lehr- und Versnchsabteilung , Krampnitz".
Hinter dem schwarz ansgeschlagenen Katafalk unter den Säulen des Ehrenmals hatten die Fahnenabordmun-gen mit acht Regimentsfahnen und vier Standarten der jungen deutschen Wehrmacht Ausstellung genommen. Schulter an Schulter, schnurgerade ausgerichtet, in tiefem Schweigen stand die Trauerparade. Eine unbewegliche feldgraue Front, die ein eindrucksvolles wuchtiges Bild militärischer Disziplin und Geschlossenheit bot: wahrhaft würdig dem Geiste des toten
Generals, dem hier seine Soldaten die letzte Ehre erwiesen.
(Fortsetzung auf Serie ll) -
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Zu dem Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht schreibt der „Deutsche Dienst"'
Das Oberkommando der deutschen Wehrmacht, das gestern den Beginn der Kampfhandlungen gegen Warschau ankündigt, hat zweieinhalb Wochen lang das Aeußcrstc getan, um die Schrecken des Krieges von der Zivilbevölkerung der Stadt fernzuhalten.
Am 8. September waren deutsche Panzertruppen an den Stadtrand von Warschau gelangt. Sie hatten feststellen müssen, daß es sich hier nicht um eine offene Stadt handelte, die nach der Niederwerfung des feindlichen Heeres ohne weiteres besetzt werden konnte Sie stießen vielmehr auf eine Festung, die von den Resten der polnischen Armeen, vor allem aber von bewaffneten Zivilisten mit allen Mitteln verteidigt wurde. Tatsächlich hatte die polnische Stadtverwaltung bereits am 7. September die gesamte Bevölkerung aufgerufen, bei der Verteidigung Warschaus mitzuwirken, die Straßen durch den Bau von Tanksallen unpassierbar zu machen und sich zum Kampf auf den Barrikaden zu rüsten. Gleichzeitig wurden die Gefängnisse geöffnet, die Pöbelmassen bewaffnet, Abteilungen von Flintenweibern organisiert. Stolz berichtete nach wenigen Tagen der Warschauer Sender, durch den Widerstand der gesamten Zivilbevölkerung sei Warschau gerettet; die Deutschen, hätten sich zurückgezogen In Wahrheit hatte das deutsche Oberkommando einen bluti gen Vovpostenkampf ^>hne durchschlagendes militärisches Er gebnis vermieden. Es wußte jetzt, daß die Festung Warschau — wenn es nicht gelang, die polnischen Machthaber von der Nutzlosigkeit und Grausamkeit des Widerstandes zu überzeugen — nur durch einen planmäßigen Aufmarsch bezwungen werden konnte. ,
An Versuchen, den Stadtpräsidenten und den Militiirbesehls- haber von Warschau wenigstens zur Evakuicrung der Zivilbevölkerung zu veranlassen, hat es nicht gefehlt. Die ganze Welt war Zeuge der immer wiederholten Aufrufe zu entsprechenden Verhandlungen.
Die verantwortlichen Warschauer Stellen wußten obgleich i>w Ring um die Festung sich enger und enger zog, die Entsendung eines Parlamentärs zu verhindern. Nur der Abzug der fremden Staatsangehörigen wurde auf die nachdrückliche deutsche Initiative schließlich widerstrebend zugelassen. Im übrigen begnügten sich die Warschauer Machthaber damit, den Widerstandsgcist der zivilen und militärischen Kombattanten durch Lügennachrichten über die tatsächliche Lage Polens anzuspornen. Daß die politischen und militärischen Führer des ehemaligen polnischen Staates längst in Rumänien interniert sind, darf in der Hauptstadt niemand wissen. Daß die Stadt nur noch eine kleine letzte W i d e r st a n ds tn s e l bildet, deren Verhalten am Schicksal Polens nichts mehr zu ändern vermag, wird verschwiegen. Die Festung Warschau wird ohne Rücksicht auf die Verluste, die dadurch' in der Bevölkerung entstehen, verteidigt.
Im Gegenteil: die Verantwortungslosigkcit wird soweit getrieben. daß mit den Opfern aus den Reihen der Zivilbevölkerung, die bei einer Belagerung unvermeidlich sind im Aus- land Stimmung gemacht wird, gerade als ob das Blut dieser Einwohner nicht allein auf das Haupt derer käme die un- liningcrweisc die Millionenstadt Warschau verteidigen, nachdem der polnische Staat aufgehört hat zu existierend
Die englische Stimmungsmache arbeitet dieser Grausamkeit geradewegs in die Hände indem sie vom User der Dtwmse durch Jnnkauzvuse den Widerstand noch anspornt Sie vernicht darüber hinaus, vor allem mit dem Begriff der ,osfe- ch<?» Stadt'- zu operieren Aber Warschau war nie eine offene Lischt, sondern stets eine Festung, die den Ueberqcmq nlrer du- Weichsel zu sperren und das flutsche Land jenseits des Ltromes vor einer Invasion zu schützen hatte. Ob zu Zeiten Karls des XII. von Schweden ab zur russischen Zeit — itets war sie von Befestigungen umgeben, die im 19 Kabr- hundert besonders ausgebaut wurden. '
Sie stellen mit den Haus sür Haus bescstigten Vorstädten eine Verteidigungskraft dar. die nur shitematisch niedergekämpft werden kann.
„Verluste noch grast"
Selbst Churchill muß den Erfolg des deutschen Handelskrieges zugeben.
(lud. Berlin. 27. September.
Im englischen Unterhaus erklärte am Dienstag Churchill daß das englische Vcgleitschifssystcm zwar bereits in vollem Gange sei, doch sei noch ein „gewisses Risiko" vorhanden und die Verluste seien noch verhältnismäßig groß. Deshalb müsse auch die Hochsccslottc und die Lustslotte zur Hilfe herangezogen werden, Churchill fügte hinzu, die Erreichung der absoluten Sicherheit sei unmöglich. (Mr Churchill wird sich auch noch an die Unmöglichkeit anderer Dinge gewöhnen müssen, zum Beispiel an die Unmöglichkeit Deutschland auszuhungern.) lSiehe auch Seite 2)
„Indien könne nicht am gegenwärtigen Krieg teilnehmen in einer Zeit, da ihm seine eigene Freiheit streitig gemacht werde".
Und nun erteilt das Exekutivkomitee dem Machtstreben der britischen Scharlatane noch eine vernichtende grundsätz» liche Absage, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt: Wenn die Regierungen Frankreichs und Englands erklären, so heißt es in der indischen Protestresolution, daß sie den Krieg sür Demokratie und Freiheit führen, so sehe die Wirklichkeit ganz anders aus. Die Geschichte dieser Staaten (hier kann Indien bekanntlich ein besonderes Lied singen) sei voll von Verrat an den von ihnen proklamierten Idealen. Mit einem Krieg, der zur Erhaltung der bestehenden Kolonien und Besitzungen der imperialistischen Länder und der investierten Kapitalien geführt werde, könne Indien nichts gemein haben. Führe aber England den Kamps, wie es behaupte, sür Demokratie, so könne es seine imperialistische Politik nicht ausrechterhalten, sondern müsse in Indien die volle Demokratie einführen, an der gerade dieses Land äußerst interessiert sei.
Wir sind gespannt, in welcher Weise das britische Jnfvr- mations- und ReKameministertum das englische Volk über' diese nachhaltige Zurechtweisung „informieren" wird. Ter Mantel des Schweigens dürfte für diesen Fall, und zwar infolge zu häufiger Benutzung durch das Foreign Office, bereits unbrauchbar sein.. Er gleicht zudem einer durchsichtigen dünnen „Regenhaut".
M ...
Irrwege der britischen „Propaganda"
Die britische Propaganda bemüht sich krampfhaft, dem englischen Volke diesen unsinnigen Krieg so schmackhaft wie irgendmöglich zu machen. Der süßeste Brocken, der den Engländern dabei vorgesetzt wird und am meisten Aussichten hat, von der breiten Masse schmatzend vertilgt zu werden, sind jene aufschlußreichen Prognosen der Militärsachverständigen ihrer Zeitungen, aus denen der Tommy ohne viel Köpfchen entnehmen kann, wann unsere letzte Granate verballert ist, und wann der Brotkorb so hoch hängt, daß wir Deutsche auf kannibalische Frühstücksgewohnheiten zurückgreifen müssen.
Wer lacht da? Das war kein Witz, sondern auf gut Deutsch übersetzt, was britische Publizisten als blutigen Ernst täglich ihrem Volke vorsetzen, um ihm klarzumachen, daß dieser vom Zaun gebrochene Krieg gegen das Nazi-Deutschland nur ein besseres Geduldspiel ist, bei dem es nach dem Motto geht: Mit Geduld und Spucke fängt man eine Mucke.
So soll wenigstens Mr. Smith aus der Elder Avenue im Norden von London denken, wenn er sich nach des Tages Last an seinem verräucherten Kamin niederläßt und im „Daily Expreß" folgende Interpretation der englischen Kriegsführung liest: „Die Rolle der Armee besteht darin, die Deutschen zu zwingen, so viele Rohstoffe als irgend möglich zu vergeuden und so viel Soldaten als möglich an einer bestimmten Front festzuhalten. Sie besteht auch darin, durch Artilleriefeuer die feindlichen Befestigungen zu zerstören oder zu beschädigen und seine Flugzeuge dazu zu zwingen, viele Erkuudigungsflüge auszuführen, wodurch- Oel, Benzin und Gummi verbraucht wird. Wenn diese Taktik verfolgt wird, so wird das endgültige Ergebnis sein, daß Deutschland keine- Granaten' mehr hat und kein Benzin mehr, um seine Transporte durchzuführen, und auch kein Material mehr, um seine Befestigungen reparieren zu können. Bevor noch dieser Augenblick eintritt, wird das deutsche Oberkommando erkannt haben, daß es sich besiegt erklären muß." Es mag natürlich sein, daß sich Mr. Smith, durch soviel blauen Dunst berauscht, beruhigt aufs Ohr haut, ohne jenen spürbaren Nachteil der Meinung des „Daily Expreß" gemerkt zu haben, daß auch hier nur der Wunsch Vater des Gedankens war.
Diese Motive der britischen Propaganda sind nicht neu, sondern zeichnen sich auch durch jenen berühmten Bart aus, der im Keller zur Besichtigung anstiegt. Es ist eine bekannte These der englischen KriegfUrung, durch Erschöpfung des Feindes schließlich nach Punkten zu gewinnen. Doch diese Zeiten haben sich geändert, vor allem aber hat sich die strategische Lage Englands und Deutschlands geändert, und zwar zum Nachteil Englands. Europas Feind läuft heute blindlings in die Gefahr hinein, durch - um es für englisches Auffassungsvermögen unmißverständlich auszudrücken — k. o. geschlagen zu werden. Sollte der Ko.--2chlag nicht gelandet werden können, was — wie auch im Boxsport - nicht vorhergesagt werden kann, so ist es aber
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Unser ssgessoiesel
(Ilnssrs bsutiZs ^usgabs urotaüt ssebs Lsttsir)
Deutsche Truppen nahmen das Warschauer Fort Moko-
Dcutsche Geqcnblockadc sperrt auch die britische Zellulose- zufuhr.
Das Erckutierungs-Komitce des indischen Nationallongresses lehnt die Teilnahme des indischen Volkes am imperialistischen Krieg Englands scharf ab.
Zur Beruhigung der wachsenden Unzufriedenheit des englischen Volkes gab im englischen Unterhaus Chamberlain nichtssagende Erklärungen ab.
Rcichsminister von Ribbentrop fährt heute zur Regelung der Ostsrage nach Moskau.
Beim Staatsakt anläßlich der Beisetzung des gefallenen Generaloberst von Fritsch hielt Generaloberst von Brau- chitsch die Gedenkrede.
Die Fockc-Wuls-Flugzeugwerke konnten weitere Auslandsaufträge durchführen.
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