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VMIlMkitUW
parteiamtliche Tageszeitung
vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien kjansestadt Bremen
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der Nationalsozialisten Sremen-
Amtliches verkündungsblatt des Beichsstattstalters in Oldenburg und Vreme
Nr. 265 / 9. Jakrgany
Dienstag, 26. September 19Z9
kinzelpreis 15 Npf.
flchenla - Verbrecher festgenagelt
lhurchi» beweiskräftig Lbersvtirt
englischer Zerstörer versenkt
kr kann die von istm befoklene torpedierung der „fltstenia" nicht mehr ableugnen
Neuer krfolg unserer U-Vootwasse — Ncht sranzästsche Flugzeuge abgeschossen
Berlin. 26. September.
Amtlich wird mitgeteilt:
Vor einigen Tagen veröffentlichte die deutsche Presse das Faksimile eines Schreibens des Berliner Büros der Cunard- Linie vorn SS. August, in dem den Zweigstellen in Deutschland die Anweisung der Londoner Zentrale mitgeteilt wurde, wonach für die am 2. September von England nach Amerika abgehende „Athenia" keine Buchungen deutscher Passagiere mehr vorgenommen werden sollten, bzw. etwa bereits gebuchte Passagiere nicht zum Einschissungshasen zu befördern seien.
Als Motiv dieser Instruktion wurde seitens der Londoner Zentrale eine Fahrplanänderung der „Athenia" angegeben. Diese war nur ein Borwand, denn die „Athenia" lief fahrplanmäßig am 2. September aus. Der wahre Grund war vielmehr, daß man aus dem Schiff keine deutschen Passagiere haben wollte! Warum aber wollte man diese Passagiere nicht haben? Weil aus den von uns bereits veröffentlichten Indizien ganz klar hervorgeht, daß Herr Churchill mit der „Athenia" etwas vor hatte.
Wir wiederholen die Fragen, die wir bereits am 15. September an Herrn Churchill gerichtet haben und aus die er wohlweislich keine Antwort gegeben hat. Weil er sie nicht geben konnte:
1. Warum wurde die „Athenia" in der Nähe gerade der englischen und nicht einer anderen Küste torpediert?
2. Woraus ist es zurückzuführen, daß die „Athenia" aus
gerechnet zur Zeit ihres Unterganges von einer ganzen Reihe von Schiffen umgeben war, die sofort die Rettungsarbeiten übernehmen konnten? -
3. Wie kommt es, daß, obgleich angeblich die .Mhenia" durch ein Torpedo mittschiffs getroffen wurde, fast alle Passagiere mühelos gerettet werden konnten?
4. Wie kommt es, daß die „Athenia" gerade das einzige Passagier-schiff ist, das bisher unterging, und daß sich gerade auf diesem Schiff so viele Amerikaner befanden?
Um alle diese Indizien, d. h. alle Einzelheiten des Unterganges der „Athenia", die uns nunmehr von anderen Passagieren offenbart wurden im Dunkel zu lassen, wollte man keine deutschen Passagiere auf diesem Schiff haben. Darum auch das Schreiben der Berliner öanptagentur an die Agenturen der Cnnard-Linie in Deutschland. Dieses Dokument liefert für jeden unparteiischen Beobachter einen schlagenden Beweis dafür, daß der famose Herr Churchill bei der seit langem von ihm vorbereiteten Torpedierung der „Athenia" keine deutschen Zeugen wünschte. Durch eine Unvorsichtigkeit oder durch die Aussage eines deutschen Passagiers hätte ja dieses teuflische Spiel des Herrn Churchill, den Krieg gegen Deutschland mit einem neuen „Lnsitania"-Fall einzuleiten, zu leicht aufgedeckt werden können.
Diese Unvorsichtigkeit hat nun aber Herr Churchill selbst begangen. Es ist eben nichts schwieriger, als auf die Dauer konsequent zu lügen. Durch ein in Berlin gefundenes Telegramm der Londoner Zentrale der Cunard-Linie wurde die Kette der Indizien, daß die „Athenia" auf Befehl des Herrn Churchill torpediert wurde, geschlossen. Der Sachverhalt ist folgender:
teres keine Passagiere sür „Athenia", „Orania" 2. September, „Andania" 8. September und „Askania" 9. September."
Wir könnten nun erneut folgende Fragen an Herrn Churchill richten: 1. Warum wurde von der Cunard-Linie erklärt, „daß wegen Fahrplanänderung keine Passagiere aus der „Athenia" aufgenommen, bzw. bestehende Buchungen annulliert werden sollten, wenn das Schiff doch fahrplanmäßig am 2. September aussuhr? Antwort: Weil man weitere Buchungen deutscher Passagiere aus der „Athenia" verhindern und die Rückgängigmachung bereits gebuchter deutscher Passagen begründen mußte.
2. Warum aber wollte man keine deutschen Passagiere aus der „Athenia" haben? Antwort: Weil Herr Churchill sür seine Torpedierung aus der „Athenia" keine deutschen Zeugen wünschte, sondern diese Plätze durch Amerikaner ausfüllen wollte. Dies ist dann, wie wir festgestellt haben, auch geschehen.
3. Warum, Herr Churchill, haben Sie die Cunard-Linie zu einem falschen Dementi veranlaßt? Antwort: Sie hatten die Gefahr, die die deutsche Veröffentlichung des Schreibens der Berliner Cunard-Vcrtretung für den Nachweis Ihrer Schuld an der Torpedierung der „Athenia" bedeutete, erkannt und sahen nun, um sich aus der immer enger werdenden Schlinge zu ziehen, nur noch die eine Möglichkeit, nämlich: die von der Cunard-Linie in London erteilte Weisung durch ein Dementi einfach ableugnen zu lassen.
Dies ist Ihnen, Herr Churchill, nicht nur mißlungen, sondern durch diese neue Regelung haben Sie sich endgültig in Ihrem eigenen Netz gefangen.
Berlin, 26. September.
Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
„Im Osten vollzogen sich die Bewegungen der deutschen Truppen auf die Demarkationslinie am 24. 9. überall reibungslos und im Einvernehmen mit den russischen Verbänden.
In wiederholtem Einsatz haben Sturzkampsslieger militärisch wichtige Ziele in Warschau mit Erfolg angegrissen.
Im Westen an einzelnen Stellen Spähtrupps- und Artillerietätigkeit auf beiden Seiten. Acht französische Flugzeuge wurden im Lustkampf abgeschossen.
Ein deutsches U-Voot versenkte einen englischen Zerstörer. Auch die Handelskriegsführung zeitigte wiederum gute Erfolge."
Zum Bericht des Oberkommandos der Wehrmacht schreibt der Deutsche Dienst:
Die Meldung, daß Sturzkampfflieger militärisch wichtige Ziele in Warschau erfolgreich angegriffen haben, widerlegt in knapper Form die ausländischen Liigenmcldungen, daß die deutschen Truppen Kirchen und Hospitäler der polnischen Hauptstadt bombardiert hätten. Auch die fremden Staatsangehörigen, die jetzt mit deutscher Hilfe Warschau verlassen konnten, haben in zahlreichen Mitteilungen an die Presse bestätigt, daß — wie es jetzt in einer Meldung aus Reval heißt — „militärische Objekte von deutschen Fliegern bombardiert worden seien und infolgedessen die Opfer unter der Zivilbevölkerung verhältnismäßig gering seien.
Aus der anderen Seite ist durch die Berichte dieser Flüchtlinge bekanntgeworden, in welchem Maße die polnischen Machthader die Stadt in Verteidigungszustand gesetzt haben.
Telegramm des süssrers an Nr. Lisa
dank fiie entschlossene Haltung und treue Waffenbrüderschaft des slowakischen Volkes
Berlin, 26. September.
Ministerpräsident Dr. Joses Tiso erhielt am Montag vorn Führer nachstehendes Telegramm:
„Herr Ministerpräsident! Bei Abschluß des polnischen Feld- znges ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen, Herr Ministerpräsident, der slowakischen Wehrmacht und dem slowakischen Volke sür die entschlossene Haltung und die bewiesene Waffenbrüderschaft zu danken. Seien Sie überzeugt, daß das deutsche Volk und seine Regierung diese Einstellung voll würdigt und die damit bewiesene Gesinnung in vollem Umfange erwidern wird.
gcz. Adolf Hitler."
Das Telegramm des Führers an den slowakischen Ministerpräsidenten hat in den slowakischen Regierungskreisen ebenso wie in der gesamten Bevölkerung allergrößte Freude hervorgerufen. Die Anerkennung Adolf Hitlers für die Haltung der
Slowakei während des polnischen Feldzuges gab einen willkommenen Anlaß, erneut die tiefe Verehrung und Dankbarkeit, die das gesamte slowakische Volk dem Führer des Deutschen Reiches entgegenbringt, hervorzuheben.
Das führende slowakische Or^an „Slovak" gab diesen Empfindungen warmen Ausdruck und stellte weiter sest, daß die Slowakei schon immer gewohnt gewesen sei, das gegeben« Wort zu halten, in früheren Zeiten aber immer dafür schlecht belohnt worden sei. Völlig anders stünden die Dinge heute im Verhältnis der Slowakei zu Deutschland. Adolf Hitler habe dem slowakischen Volke ebenso ehrlich sein Wort gehalten, wie dieses ihm gegenüber. Mr habe nicht nach der slowakischen Selbständigkeit gegriffen, als die Slowakei ihre schicksalsschwerste Stunde erlebte, sondern habe sie unter seinen Schutz genommen und so vor den Zugrissen anderer Interessenten bewahrt. „Wir versprechen Adolf Hitler", so schließt das Blatt, „daß er sich in uns niemals täuschen wird." .
In kngland wir- man nervös
Vritischer kriegskarren^ hoffnungslos festgefahren
Nachdem die deutsche Presse am 21. September das Herrn Churchill belastende Dokument veröffentlicht hatte, veranlaßte Herr Churchill am 22. September di» Direktion der Cunard- Linie in einem offiziellen Dokument zu bestreiten, jemals eine Weisung an ihre Berliner Vertretung zur Rückgängigmachung von deutschen Buchungen gegeben zu haben. Bereits am nächsten Tage, am 23. September, konnte bei einer nach Bekanntwerden des Dementis im Berliner Büro der Cunard-Linie vorgenommenen Nachforschung festgestellt werden, daß das Dementi falsch war Das Original-Telegramm der englischen Zentrale an die Berliner Agentur, das hierbei zutage gefördert wurde, beweist dies.
Dieses Telegramm lautet in deutscher Uebersetzung sol- gcndcrmatzcn: „Wegen der Notwendigkeit, die anderweitige Unterbringung von Passagieren von Dampfern, deren Abreise abgesagt worden ist, sicherzustellen, schickt bis aus Wes
er. Berlin, 26. September.
Warum ist eigentlich Polen geopfert worden, ohne daß England und Frankreich auch nur einen Finger zur Hilfe rührten? Warum hat man alle den Polen gegebenen Versprechen nicht eingehalten und warum zögert der Oberste Kriegsrat nun schon wochenlang? Welche Ziele streben die beiden Mächte an und welche Garantien sind sür einen Ersolg gegeben? Solche und viele andere Fragen tauchen immer stürmischer in der englischen Oesfentlichteit auf und verstärken den Eindruck der Unsicherheit und Unruhe, den die britische Presse in letzter Zeit dem neutralen Beobachter bietet. Denn trotz aller Bündigkeit und Findigkeit ihrer Hetzjournalisten, die weiterhin die „Sensation um jeden Preis" aus trüber Eigenersindung zu fischen bemüht sind, läßt sich bei der totalen Undurchschaubarkeit der: Kriegsführung beider Alliierten keine
Neutrale Wahrheiten - britische Lügen
die englische Hetzpropaganda muß sich weiter blamieren
a Bremen, 26. September.
„Das Unbehagen in Paris ist seit der „unheimlichen Rede des Tuce" größer geworden" — jagt der Pariser Vertreter der „Basier Nachrichten" in einem Stimmungsbild aus Paris. Man verfolge dort "die bedeutsame Annäherung zwischen Italien und Griechenland und die Moskauer Reise des türkischen Außenministers mit wachsendem Mißtrauen und bemühe sich hinsichtlich der Haltung Italiens vergeblich, sichere Rückschlüsse zu ziehen. — Kein Wunder, wenn — wie die Mailänder Presse zu den französischen Kommentaren der Mussolini-Rede bemerkt — die französische Agentur Harms den Zeitungen nur einen Teil der Rede übermittelte und u. a. die Sätze unterschlug, die sich aus das russisch« Eingreifen und die Reaktion der Demokratien bezogen. Dasür bleibt die Sprache der italienischen Presse weiterhin klar und unbestechlich. „Giornale d'Jtalia" stellt sest, daß die Tuce- Rede in London und Paris taube Ohren und Ausflüchte gefunden habe beide Volker jedoch fühlen, daß dieser Krieg keine nationale Ausgabe sür sie ist. Im übrigen täusche sich England, wenn es glaube, daß drei Jahre sür die Blockade
In der Zwischenzeit aber würden die Wirtschaften der West- mächte die außerordentliche Gefahr dieses Krieges selbst merken. besonders in ihren überseeischen Besitzungen. Es könne nur dittan erinnert werden, daß England während des Weltkrieges große Einbußen im Handel mit Asien, Indien und Südamerika erlitten habe die es nie wieder einholen konnte.
In England hütet man sich natürlich, swche Tatsachen zuzugeben und bcliesert dasür die Presse mit Sensationsmeldungen über Deutschland, die ebenso schnell zerronnen wie gewonnen sind. Die Nachrichtenabteilung des britischen Außen- amtes erfand — wie ein neutraler Beobachter sagt — als bisher einzige gute Story die Geschichte von der „Revolte in Böhmen und Mähre n". Die Anregung der „News Chronicle", englische Luftgeschwader zur Unterstützung der Revolte nach Prag zu entsenden, wäre (nach den Heldentaten der englischen Geschwader in Polen) wohl der Höhepunkt die
ser böhmisch-mährischen Phantasie, wenn nicht die gleiche Zeitung ihn durch die Erzählung überböte, der blutige Tyrann v. Neurath habe zur Unterdrückung der Präger Revolte zehntausend Personen hinrichten lassen, darunter den Präger Bürgermeister. 26 ausländische Korrespondenten führender neutraler Zeitungen begaben sich daraufhin vorn 22. bis 2ö. September auf eine Rundreise durch das Protektorat. Ein Teilnehmer faßte nach der Rückkehr die dort gewonnenen Eindrücke vor der ausländischen Presse zusammen:
Es sei in den Städten des Protektorats nicht nur alles im gewohnten Gleise gelaufen, sondern es habe, wenigstens für die neutralen Beobachter, eine furchtbare Langeweile geherrscht". Dabei waren die Journalisten, wie betont wurde, an allen Orten gewesen, wo Unruhen stattgefunden haben sollten. Sie alle, die mit jedermann zu sprechen Gelegenheit hatten, stimmten darin iibexein, daß die Stimmung des Volkes grundsätzlich anders sei als dies von London aus behauptet Wird.
Denkt man dann noch an die schnelle Entlarvung des üblen Hetzers Knickerbvcker, der dem Geradestehen sür seine Schmierereien feiges Kneifen vorzog (was inzwischen ebenfalls von der neutralen Presse nicht gerade achtungsvoll zur Kenntnis genommen wurde!) — dann versteht man es um so besser, wenn das Lügemninisterinm es nun dahin gebracht hat, daß alles gierig nach dem deutschen Rundfunk hört, dessen Nachrichten mehr Vertrauen finden als die Bemühungen des Herrn Churchill, Mit solchen Mitteln führt man eben aus die Dauer keinen Krieg gegen die bessere Ueberzeugung des eigenen Volkes- von dem heute kein Mensch mehr glaubt, baß es für den Polen gegen Deutschland zu kämpfen gilt.
„Englands alleiniges Interesse liegt darin, der wachsenden Macht der deutschen Industrie ein Ende zu bereiten" — das stellt jetzt sogar der „Philippine Herold" sest und nimmt damit seinerseits die Maske der Moral von dem geschästs- und beutclüsternen Gesicht Albions. das heute schon zu intellektuellen und praktischen „Verteidigungsmethoden" greift, die eines großen Volkes unwürdig sind.
Zeitung machen, die auf die vom britischen Volk gestellten Kernfragen klipp und klar zu antworten vermöchte.
Man merkt, daß die Umstellung Großbritanniens auf den Krieg nur langsame Fortschritte macht, daß militärische wie zivile Vorbereitungen und Abwehrmatznahmen noch in hohem Grade zu wünschen übrig lassen, und traut darum der von der Presse überbetonten Festigkeit der britischen Haltung immer weniger.
Es herrscht eben eine unüberbrückbare Kluft zwischen der zur Schau getragenen Hartnäckigkeit der britischen Negiern ngs- clique und dem nicht zu überhörenden Wunsch des englischen Volkes nach Frieden, Kein Wunder bei dem Durcheinander, das die kriegswirtschaftlichen Methoden im englischen Wirtschaftsleben geschaffen haben! Die neue Lage bedingt Einschränkungen, die einem bisher aus dem Vollen schöpfenden Land recht unbegnem sind. Das Benzin ist rationiert, der Ernährungsminister hat die gesamte frische Butter requiriert, die Preise sind gestiegen, und wo die allgemeine Verwirrung nicht durch überstürzte Maßnahmen verschlimmert wird, da wird sie durch einen methodischen Bürokratismus unerträglich. Der Verband britischer Industrie muß auf Anweisung der Regierung seine Mitglieder warnen, die Preise „über Gebühr" zu erhöhen, „Daily Mail" kennzeichnet die Hilflosigkeit der britischen Arbeitgeber mit dem an die Regierung gerichteten Bor- wurf. „es habe keinen Zweck, Unternehmern zu erzählen, ihre Arbeiter nicht zu entlassen und ihn gleichzeitig Arbeitsmög- lichkeitcn wegzunehmen: auch für den schlechten B e- ich ä f t i g u n g s st a n d trage die Regierung eine direkte Verantwortung",- Das gleiche Blatt kritisiert die Methoden des MunitionsministeriumS mit der sarkastischen Feststellung daß hier „eine wildgewvrdene Bürokratie unfähige Leute eingesetzt habe". Andererseits will sich jetzt die Stahlindustrie offiziell beim MunitionSminister beschweren, daß die für Kupfer, Zinkwaren n, a, bestimmten Höchstpreise keinen Spielraum mehr für Handelsverbienste (!) lassen. Bezeichnend sür den in England herrschenden Wirrwarr ist auch die Feststellung im „Daily Herold" baß „die Familien eingezogener Soldaten heute ohne -eden Pfennig Unterstützung dasitzen, obwohl die Männer schon seit drei oder vier Wochen eingezogen seien".
Aus alledcm gewinnt man den Eindruck, daß den Herren in London die Dinge über den Kops gewachsen sind.
Dabei ist die britische Metropole, seitdem sie sich von . Bombenabwürfen aus der Lust bedroht fühlt, längst nicht mehr von dem fiebrigen Atem der Millionenstadt durchzogen Die Menschen haben sich tunlichst in sichere Bezirke verzogen, und das hat noch eine seltsame Folge gehabt: sie haben nämlich in der Eile fast durchweg ihre Haustiere vergessen, und da man Tausende von Katzen und Hunden nicht ihrem Schicksal überlassen kann, mußten sie behördlicherseits getötet werden In einer einzigen Woche hat auf diese Weise eine Firma nicht weniger als 750 Tonnen Hunde- und Katzen- kadaver bekommen, die nun zur Düngerherstellnng verwendet werden! (Dieser Beitrag zur Hebung der britischen Landwirtschaft kommt etwas spät!) Wir jedenfalls sehen mit aller Ruhe dem Anlauf des schon jetzt hossnungslos festgefahrenen britischen Kriegskarrens entgegen.
So heißt es in der gleichen Revaler Meldung, daß „in manchen Stadtteilen jedes Haus eine Festung geworden sei. Es kommt hinzu, daß Warschau durch Jahrhunderte hindurch befestigt war und die entsprechenden Anlagen leicht wieder militärischen Bedürfnissen entsprechend eingerichtet werden konnten. Bei dieser Sachlage kann man es nur als groteske Heuchelei bezeichnen, wenn die englische Presse mit frommem Augenausschlag beklagt, daß Kirchgänger aus dem Wege zum Gottesdienst durch deutsche Geschosse verletzt worden seien. In einer belagerten Millionenstadt, die unter Zuhilfenahme aller Kräfte der Zivilbevölkerung verteidigt wird, kann es nicht ohne Verluste abgehen. Nur der deutschen militärischen Führung, die ihr Ziel aus möglichst unblutige Weise erreichen will. ist es zu verdanken, daß aus dem heutigen Zustand der polnischen Hauptstadt noch nicht die militärischen Konsequenzen gezogen wurden.
I« tiee ö rUmys
v/os 5ogsn 5is nun, LIlUicfiill?
k. lllü. Bremen, 26. September.
Wie peinlich, wie blamabel, Mr. Churchill! Wir sehen Sie in Ihrer ganzen Erbärmlichkeit förmlich vor uns, wie Sie sich am liebsten die Zunge abbeißen mögen. Ja, hätten Sie geschwiegen! Wir sind Ihnen freilich dankbar, daß Sie unter dem Druck unseres Ve- weismaterials in Ihrer „Athenia"-Affäre nicht geschwiegen haben. Wir hätten uns überhaupt gar nichts Besseres wünschen können, als daß Sie, wie es geschehen ist, die Londoner Direktion der Cunard- Linie zu der falschen Erklärung veranlaßten, sie habe deutsche Passagiere keineswegs von der „Athenia" fernhalten lassen! Denn nun können Sie, Mr. Churchill, nicht nur vor aller Welt als Erzlügner angeprangert werden, sondern durch die Aufdeckung der Motive Ihres Schwindelns sind Sie auch endgültig der' von Ihnen selbst angeordneten „Athenia"-Torpedierung überführt. In der Schnelligkeit der Abfassung von Gegenerklärungen sind Sie zwar Meister — aber hinsichtlich ihres Inhalts bleiben Sie ein Stümper: Das war zu dumm, Mr. Churchill, nicht mit der Auffindung des verräterischen Telegramms der Londoner Cunard-Zentrale an ihr Berliner Büro zu rechnen! Jeder weiß nun, daß Sie deutsche Passagiere nur deswegen nicht auf die „Athenia" ließen, weil Sie von vornherein das Schiff zu torpedieren beschlossen hatten und deutsche Zeugen Ihrer Freveltat, was wir verstehen, nicht brauchen konnten. Daher auch Ihre verdächtige Eile. die Nichtzulassung der deutschen Fahrgäste nachträglich in Abrede zu stellen. Wollen Sie sich nun nicht endlich dazu bequemen, die an Sie gerichteten deutschen Fragen (wir geben sie an anderer Stelle wieder) klipp und klar zu beantworten!? Fürchten Sie neue Blamagen? Nun. auch Ihr Schweigen sagt viel! Es sagt alles!
Das britische Lügen- und Reklameministerium hatte sich angemaßt, einen Wesensunterschied zwischen dem deutschen Volk und seiner Führung zu konstruieren. Die Antwort, die den Londoner Kriegstreibern hierauf erteilt wurde, brachte den Demagogen noch einmal mit aller Wucht die unzerstörbare Schicksalsgemeinschaft zwischen der nationalsozialistischen Staatsführung und dem großdeutschen Volk zum Bewußtsein und ließ das ganze Machwerk der britischen „Propaganda" wie ein Kartenhaus zusammenstürzen. Aber damit nicht genug: das englische Volk ist jetzt in Auswirkung jener deutschen Aufklärungsaktion offenbar hellhörig geworden und beginnt die Frage auszuwerfen, wie es denn eigentlich mit der Popularität seiner eigenen Re- gierung bestellt ist. Der englische Journalist Francis William faßt den Stier bei den Hörnern, indem er im „Daily Herald" offen ausspricht, die Mitglieder des Londoner Kabinetts verständen keineswegs Art und Aus- chaß des Problems, dem England gegenüberstehe. Francis William gibt zweifellos der Erkenntnis weiter Kreise des Jnselvolkes Ausdruck, wenn er das „Verlagen der britischen Regierung auf charakterlich« Grunde zurückführt. Wir stimmen ferner mit ihm darin uberein, daß, solange der „jetzige Menschenschlag" am Ruder des britischen Staatsschiffes bleibt, die Fehler nicht nur nicht behoben, sondern nur noch vergrößert werden können. Daß Chamberlain und Churchill „nicht die richtigen Männer" sind, wird also bereits in England selbst offen ausgesprochen — auch ein Erfolg der katastrophalen Politik des Foreign Office! Die Ent-
Unser Vssessniessl
(vis koutiZs ^usZabo nmtglU scdt 8sitsv)
In England macht sich als Folge der katastrophalen Poli- t»k der Clique um Chamberlain eine wachsende Nervosität bemerkbar.
Ein deutsches U-Boot versenkte einen englischen Zerstörer.
Die Beweiskette über die „Athenia"-Törpedierung durch Churchill ,st nunmehr geschlossen.
Im Westen wurden acht französische Flugzeuge abgeschossen.
Die deutschen Lustangrissc auf Warschau bleiben nach wie vor aus militärische Ziele beschränkt.
In Berlin findet heute das Staatsbegräbnis für Generaloberst Fre,Herrn von Fritsch statt.
Der Führer besuchte die siegreiche Bzura-Armee.
Der türkische Außenminister ist in Moskau eingetrossen. Ein össentliches Interesse an der Weiterbenutzung von schweren Personenkraftwagen wird nicht mehr anerkannt.
I" Aremen werden die Reichs-Teisenkarten gegen Ende der Woche zur Ausgabe gelangen.
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