Ausgabe 
(25.9.1939) Nr. 264
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vriMi ZeiliW

parteiamtliche Tageszeitung

-las Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Zreien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

sinnliches verkiindungsbkatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Meine?

Nr. 264 9. sahrgonu

Montag. 25. September 19Z8

kinzelpreis 1S Npf.

^nsameverleumvungiusommengebrochen

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ftePournalist Knickerbocker entlarvt

krneuter versuch, Veurschlands flnseken zu schädigen, schmählichst gescheitert

Berlin, 25. September

Die englische Hetzpropaganda läßt kein Mittel unversucht, Lügen und Verleumdungen über Deutschland, seine Ziele und führenden Männer in die Welt zu setzen. Sie hat mit diesen Methoden im Weltkrieg die össentlichc Meinung in vielen Staaten und Völkern vergiftet und damit dem Reich ungeheuren Schaden zugefügt. Auch jetzt ist sie wieder am Werk, um ein gleiches mit denselben Methoden zu versuchen.

Eines der beliebtesten Mittel der englischen Lügenpropa­ganda, Verwirrung zu stiften, ist das der politischen Ver­leumdung. Es ist der deutschen Abwehr in diesen Tagen ge­lungen, wiederum einen eklatanten Fall dieser politischen Verleumdung zu entlarven und ihren Urheber öffentlich bloß- zustellen.

Am Mittwoch, dem 20. September, veröffentlichte das Journal American" in Newyork ein JNS.-Telegramm des berüchtigten amerikanischen Hctzjournalisten Knickcrbocker, in welchem die Behauptung ausgestellt wurde, daß sechs führende Nationalsozialisten insgesamt 35 Millionen Dollar aus eigene Rechnuiig im Ausland deponiert hätten. Es hieß, sie hätten im Existenzkampf des deutschen Volkes diese Gelder ins Aus- land verschoben, um sich gegebenenfalls zu diesem fetten Not­groschen zurückziehen zu können. Der saubere Mister Knickcr­bocker gab an. Sah einer von ihnen allein in Buenos Aires 4 835 000 Dollar hinterlegt hätte. Er, Knickerbocker, besitze dafür die dokumentarischen Unterlagen.

Am Donnerstagabend beginnend, rief daraufhin der deut­sche Rundfunk in feinen fremdsprachigen Sendungen, insbe­sondere nach England und Amerika, Herrn Knickerbocker per­sönlich au und forderte ihn öffentlich aus, bis zum Sonn­abendabend imJournal American" oder einer maßgeben­den englischen Zeitung genaue Angaben darüber zu machen, wann, wer, wo, aus welche Bank, welche Gelder für diese Zwecke eingezahlt habe, oder doch wenigstens nur die Banken anzugeben, auf denen sich diese angeblichen Depots befinden sollen. Diese Aufforderung wurde durch unmittelbaren An­ruf des ehrenwerten Herrn Knickcrbocker verschiedentlich wie­derholt. Die infame Lüge dieses Hetzjournalisten ging in­zwischen durch die-ganze amerikanische Presse: sie würde selbst­verständlich mit Wohlbehagen und gut gespielter Entrüstung von englischen und französischen Zeitungen übernommen und trieb dann ihr Unwesen sogar in der neutralen Presse. Mitt­lerweile wurde auch bekannt, daß sie eigentlich im . englischen Lügenministerium erfunden und Herrn Knickerbocker zuge­spielt worden war.

Wenige Stunden, nachdem die Lüge von den 35 Millionen Dollar verschobener Gelder sührender Nationalsozialisten auf diese Weile lanciert worden war, wuchs diese Summe zuerst auf tllll und zum Schluß sogar auf 508 Millionen Mark an. Der LondonerDaily Telegraph" und die andere maßgebende englische Tagespresse setzte sich mit dieser erfundenen halben Milliarde im Ton moralischer Entrüstung auseinander und erklärte pathetisch, etwas derartiges habe es seit der römi­schen Verfallszeit nicht mehr gegeben, wo es Sitte gewesen sei, führenden Staatsmännern eine Kolonie zu übertragen, die sie dann auf eigene Rechnung ausplündern dursten.

In diesen! Augenblick erkannte die deutsche Abwehr, daß es mit der einfachen Aufforderung an Herrn Knickerbocker, nur im Dienste der Wahrheit besagte Dokumente öffentlich vorzu­zeigen. die er zu besitzen vorgab, nicht getan war. In der Ueberzeugung, daß fein dickes Fell. wenn überhaupt, dann nur durch einen Anruf seiner materiellen Interessen ver­wundbar wäre, appellierte der deutsche Rundfunk wiederum durch den fremdsprachigen Nachrichtendienst an Herrn Knicker­bocker am Freitagabend erneut persönlich.

Hierbei wurde nach gründlicher Darstellung des Sachvcr- balts Herrn Knickcrbocker das Angebot gemacht, er solle die Dokumente von den Einzahlungen veröffentlichen oder wenig­stens die Banken angeben, anf die führende Nationalsozia­listen angeblich Dcvisenbeträge eingezahlt hätten oder doch ver­anlaßt hätten, einzuzahlen; es werde ihm von jedem so "nach­

gewiesenen ausländischen Konto 1« v. H. in bar ausgezahlt. Mister Knickcrbocker wurde daraus aufmerksam gemacht, daß nachdem er ein einziges ihm angeblich bekanntes Auslands­konto zuletzt auf 35 Millionen beziffert habe, er innerhalb von wenigen Stunden demnach dreieinhalbfacher Millionär wer­den könnte. Das war mehr Geld, als Mister Knickcrbocker je­mals zusammenzulügen hoffen durfte. Schließlich erweiterte der deutsche Rundsunk dieses wahrhaft großzügige Angebot aus 10 v. H. der gesamten 500 Millionen, was er um so leichter konnte, als er diese Gelder, von denen Mr. Knickcrbocker be­hauptet, daß er dafür die dokumentarischen Unterlagen besitze, überhaupt nicht existieren. Der Termin des in alle Welt ge­meldeten Angebots lief am Sonnabendabend ab, ohne daß Mr. Knickerbocker selbstverständlich die Dokumente, die er angeblich besitzt, verösfentlicht hätte, obwohl sie bare 50 Millionen für ihn Wert waren. Ja, er versuchte nicht einmal mehr eine faule Ausrede.

(Fortsetzung auf Seite 2)

NatiMalwnsurkundeii ausgetauscht

Veutsch-sowjetisäM Nichtangriffspakt bewies bereits feinen großen politischen Wert

Berlin» 25. September.

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Freiherr von Weizsäcker, und der Botschafter der UdSSR. in Berlin, A. Schkwarzcv, nahmen gestern - im Auswärtigen Amt den Austausch der Ratifikationsurkunden zu dem deutsch-sowjeti­schen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 vor. Der Vertrag ist bekanntlich schon mit seiner Unterzeichnung in Kraft ge­treten.

Mit dem Austausch der Ratifikationsurkunden zu dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 33. August 1939, der bekanntlich in der ganzen Welt ein ungeheures Aufsehen erregte, ist eine politisch höchst wertvolle Maßnahme der bei­den größten Staaten Europas zum Abschluß gelangt. Die schnelle Lösung nach der militärischen Niederwerfung durch Deutschlands Wehrmacht, Polen von deutschen und svwfeti- scl-en Truppen, durch eine Demarkationslinie getrennt, be­setzen zu lassen, hat im Osten Europas einem unhaltbaren Zustand ein rasches Ende bereitet und somit in einem großen

Mosleg im Konzentrationslager

soso Segner der kriegspolitik verhaftet So bekämpft kngland den Friedenswillen seiner viirger

kvv. Kopenhagen, 25. September.

Wie England die wahre Meinung des englischen Volkes kne­belt und unterdrückt, eines Volkes, das lediglich zum Ausdruck bringt, daß es sich nicht sür jüdisch-sreimaurerischc Ziele in einen sinnlosen Krieg hetzen lassen will, beweist die Tatsache, daß der englische Faschistensührer Mosleh, wie Nachrichten aus England besagen, mit 8000 anderen Gegnern der heutigen Kriegspolitik verhaftet worden ist. Er befindet sich in einem der zahlreichen neuangelegten Konzentrationslager.

In seiner letzten öffentlichen Rede am 1. September sagte Mosleh n. a.:Wenn die Deutschen Ruhe und .Ordnung in Osteuropa schaffen können, dann wünschen wir ihnen alles Gute. Wir höben' überhaupt kein Interesse in Osteuropa. Die marxistischen Parteien werden England in jeden nur mög­lichen Krieg verwickeln. Es ist eine Niederlage für den eng­lischen Geist, wenn wir in den jetzigen Krieg. hineinfteuern. Wir sind gegen jeden Krieg, wir kämpfen für den Frieden, und wir werden siegen." Diese Wahrheit kann man also in London nicht vertragen!

Wie wenig sich im übrigen die Engländer um die Maß­nahmen der Regierung kümmern, decken interessante Einzel­heiten desDaily Herold" über die Evakuierung Londons anf. Bekanntlich hat die Regierung, nachdem sie der Kriegs- hetzercligne nachgab, London zu einem großen Teil räumen lasten und damit Hunderttausende einem zweifelhaften Schick­

sal ausgeliefert, da man auch nicht im mindesten dafür Sorge getroffen hatte, daß dje Evakuierten nun wirklich in geordnete Verhältnisse übergeführt wurden.

DerDaily Herold" veröffentlicht eine scharfe Kritik an der Evakuierung von Frauen und Kindern. Das Blatt ver­langt, daß der Evakuierungsplan für Mütter und für Kinder unter fünf Jahren sofort revidiert werde. Es sei keine Zeit zu verlier«», der Plan sei einem Fiasko, nähe, das sich leicht zu einer Tragödie entwickeln könne. Das Blatt berichtet, daß die Evakuierten bereits wieder versuchten, in ihr Heim zu­rückzukehren. In einer Straße Londons habe der Bericht­erstatter z. B. 43 Mütter und 56 Kinder bemerkt, die alle eigentlich evakuiert sein müßten.

Er habe eine Reihe von Heimgekehrten sprechen können. Man erzählte sich Berichte über diejenigen, die sich noch zwangsweise aus dem Lande befinden, und das verderbe die Stimmung bei denen, die noch evakuiert werden sollen. Der Daily Herold" kritisiert dann ferner das unsoziale Ver­halten von Leuten, die die Evakuierten aufnehmen sollten und berichtet von der außerordentlichen Teuerung in den Gebieten, in denen die Evakuierten untergebracht seien. Ein großer Teil der zwangsläufig Einquartierten fei aus den Unterkünften wieder hinausgeworfen worden. In Tausenden von Quartieren herrsche eine unerträgliche Feindseligkeit. Zahlreiche Evakuierte litten unter Lebensmittelmangel.

(Siehe auch Seite 2)

Berlin, 25. September.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Bewegungen der deutschen Truppen aus die Demarka­tionslinie wurden aus der gesamten Ostfront planmäßig fort­gesetzt.

Im Raume von Tomaszow Zamosc Rudo wur­den abgesprengte Feindkräste bei dem Versuch, sich nach Süden durchzuschlagen, zum Kämpfe gestellt. Teile dieses Feindes wurden südwestlich Zamosc eingeschlossen, andere gehen nach Osten zurück und werden dort auf russische Truppen stoßen.

W8 Zensoren verbreiten Lügenmeldungen

kiesiger flpparal des britischen Lügenministeriums Zensur neben der lelesonreke

. Den Haag. 25. September.

..kasseä kor Publication" frei zur Veröffentlichung ist das Ttichwort das jede Meldung ausweisen muß, bevor 'fieTVön Jen Londoner Nedäktionsstuben in die Setzerei ge­geben werden kann. Nicht nur außen- oder innenpolitische Nachrichten, sondern auch die kleinsten Lokalmeldungen müssen den Stempel der Zensur tragen. Die englische Regierung hat einen gewaltigen Apparat ausgezogen, um sicherzustellen, daß die Bevölkerung nur aus das einseitigste unterrichtet wird. Mit typisch britischer Heuchelei schwatzt der sogenannte Jnsormationsminister MacMillan dem belogenen Volk vor, daß dieses Versahrcn angewandt werden müsse, damit dem Fcind kein wertvolles Material in die Hände jalle. Wie man weiß, haben weite Kreise sich mit allen Mitteln gegen die -Vergewaltigung der öffentlichen Meinung zur Wehr gesetzt. Aber die Kriegstreiber Ehamberlain und Churchill üben heute eine solche unumschränkte Diktatur aus, daß es sür jeden Engländer gefährlich ist, seine Meinung zu äußern.

D'i^ traurigen Leistungen der Propagandastümper, wie sie der- Führer in seiner Tanziger Rede treffend kennzeichnete, sind der Welt in den letzten drei Wochen hinreichend bekannt geworden Bon Interesse kann lediglich ein Einblick in die Organisation und den Aufbau des berüchtigten Lügengebäudes lein. In dem neuen -Ministerium, das sich in den kurzen Wochen seines Bestehens zu einem der größten Londoner Ministerien entwickelt hat, sind schätzungsweise 1000 Beamte und weibliche -Angestellte beschäftigt Die Zayl der Zensoren belauft sich allein aus 108, wie derDaily Expreß" aus der Schule plaudert.

Zwiscl-en Whitehall und dein Zeitnngsviertel in der Flee-t- street ist ein lausender Pendsldienst eingerichtet Worden. Die Zeitungsverleger mußten ein -Heer von Boten einstellen, die mit den Manuskripten Dc»g und Nacht hin und her eilen. Welch ein Durcheinander in dem Ministerium herrscht, läßt der Bericht desDaily Expreß" ahnen Das-Blatt schreibt, daß die Reporter sich in Hausen einfinden und oft zwei Stun­den nach ihren Manuskripten suchen, da die Zensoren sie oft nicht wiederfinden können. Diele Journalisten seien aus den Trick gekommen, eineS-tory" sprich gen meldn ng, die von der Zensur abgelehnt worden sei, eine Stunde später einem anderen Zensniibeamten vorzulegen In ^ehr vielen Fällen habe dann die Meldung den gewünschten stein,pel er­halten. Um diesemMitzstond" abzuhelfen, ist eine neue Lckranke eingerichtet worden. ' Alle Beamte haben jetzt den Arnlraq bekommen, eine Stunde vor Beginn der Zensurtätig

pkanmWger sorlgang der Vewegungen

flbgesprengle seindkräste südwestlich Zamosc eingeschlossen Steigende Zahl polnischer Überläufer

In den letzten Tagen steigerte sich die Zahl der polnischen Ueberliiuser aus Praga und Modlin.

Im Westen an einzelnen Stellen verstärktes Artillerie- feuer. Ocrtliche feindliche Angriffe wurden abgewiesen."

Znm gestrigen Lagebericht, des .Oberkommandos der Wehr­macht schreibt der Deutsche Dienst:

Bei der Fortsetzung der deutschen Truppenbewegungen aus die Demarkationslinie, von der der gestrige Wehrmachttz­bericht spricht, wurde in B r e st - L i t o w st , der östlichen Säule des berühmten polnischen Festungsdreiecks von dem nach der Einnahme von Demblin nur noch der nördliche Eck­pfeiler Modlin sich hallt eine besonders seierliche Form der Mtösung gewählt. An diesem militärisch bedeutsamen Punkt, an dem 1795 der russische General Suwovow vor der dritten Teilung Polens das polnische Heer vernichtete, wurden nicht nur die Gesechtsabschlüsse von den sowjetrussischen Truppen übernommen: vielmehr nahmen die Befehlshaber den gemein­samen Vorbeimarsch deutscher und russischer Truppenteile ab.

Bei den Operationen, die am Südrand des-bisherigen pol­nischen Staates, in den Karpaton, durchgeführt' wurden, hat unter deck vielerlei Schwierigkeiten, die das dortige unweg­same Gelände bieten, die j n n g e slowakische Armee in, anerkennenswerter Weise -mit-gewirtt Ddr-Hi-nsatz-dipsär- evst seit dem Frühjahr ausgestellten Tvn,ppe"hät'bsivi'eieni ribbr wie gute militärische''Fähigkeiten die Führung des slowaki­schen Heeres verfügt und welcher Kampfgeist die Soldaten der Slowakei beseelt. Das feindselige Verhalten der Polen gegen­über ihren slowakischen Nast/barn bei der großen Krise des vorigen .Herbstes und des letzten Frühjahrs und die rücksichts­lose Art, in der die Warschauer Regierung zahlreich« von Slowaken bewohnte Ortschaften in den Karpaten besetzen ließ, hatte in der Slowakei eine gewaltige Erbitterung hervor­gerufen. Das Unrecht, das die Polen ihnen zugefügt hatten, setzt wiedergutmachen zu können, war der -Ehre^iz. des slowa­kischen Heeres. An der Seite der'deutschen Kameraden hat es in den letzten drei Wochen seinen Mann gestastdey. °

uiriickaeb-nzenen

fi-<-ia-gebenen ..storietz"

lesen, die in einem großen Saal des Ministeriums aus Papp- tafoln ausgeklebt an den Wänden hängen.

Eine besondere Kategorie bilden die sogenannten Ucbcrsec- LeaMten. Sie überwachen die Arbeit der ausländischen Kor­respondenten. Die Zensur wird in einem so strengen Maße vorgenommen, daß viele amerikanische Journalisten London verlassen haben und auf dem Kontinent arbeiten. Die neu­tralen Pressevertreter dürscn ihre zensierten Meldungen nur von eigens hergerichteten Telefonzellen im Jnformations- ministcrium durchgebcn. Neben der Telefonzelle sitzt der Zen­sor, der das Gespräch sosort unterbricht, wenn eine Silbe im Text geändert wird.

Das Haupt der Zcnsncnbtoilnng im Lügen- und Reklame- ministevinm, deren einzige Ausgabe darin besteht, die Wahr- h e it z u nnkerdr ü ck c n lind bvn der besorgten Oeffent- lichkeit fernzuhalten, ist Vizeadmiral Cccil Aivian Nsborne, der für den Posten besonders prädestiniert erscheint, da er vorher die Spionageabteilnng der Kriegsmarine leitete.

- Benötigt man zur Unterdrückung der Wahrheit und Ver­fälschung von Tatsachenberichten--einen riesigen Apparat, so kann die Fabrikation von Lügen- und Greuelmeldungen von wenigen Leuten besorgt werden. Die Hauptarbeit wird auf diesem Gebiete von dem leitenden Minister Lord MacMillan persönlich geleistet, der sich der tatkräftigen Mitarbeit Chur­chills, Vansittards und Lord Comroses cr"rcnt. Zur Charak­terisierung der Persönlichkeit MacMillans genügen cinigc Sätze aus einem Interview, das der Minister in dieser Wochc dein Londoner Korrespondenten der holländischen Zeitung Dc Telegraph" gewährt hat. Sein ganzes Leben, so ver­sicherte er mit einer Scheinheiligkeit, die nicht zu überbieten ist, habe darin bestanden, die Wahrheit zu sinden(l). Sein vornehmstes Ziel sei es immer gewesen »unparteiisch zu sein. Seine Hauptarbeit bestehe jetzt darin, Bewcismaterial zu be­schaffen -(!), um falsche Vorstellungen zu beseitigen und da­durch zur Wahrheit zu gelangen.

Man sieht, daß MacMillan seinem obersten GrundsatzDie dickste Lüge ist die beste" auch weiterhin trcnbleibt. Im neu­tralen Ausland hat sich der englische Jnsormationsminister durch sein plumpes Propaganda-Interview unsterblich lächer­lich gemacht. Das Mißtrauen, das die holländische Presse dem Lügenministerium entgegenbringt, wird durch die Tatsache gekennzeichnet, daß alle Verlautbarungen dieser Quelle in den meisten Fällen durch die Berichte ihrer eigenen Aus­ländskorrespondenten ergänzt, d. h. richtiggestellt werden Wo aber eine Kommcntierung durch die Korrespondenten nicht möglich ist. heben die Blätter in Sperrdruck die Quelle her- l 7»'kormations-Ministcrium"!

Heeresbericht der Noten flrmee

Moskau 25. September.

Der Heeresbericht des Generalstabes der Roten Armee über die Operationen in Polen vom 23. September lautet folgen­dermaßen:

Die Truppen der Roten Armee haben am Morgen des 23. September den Vormarsch in Richtung aus die Demar­kationslinie begonnen, die von der deutschen und der russi­schen Regierung festgelegt worden ist. Sie besetzten die Städte Strhj unk Gorodok und sind aus der Linie westlich von Bialhstok bis Brest-Litowsk Kowel -WlodzimicrzWlhnski Lemberg weiter vorgerückt.

Im Verlaus der Operationen zur Säuberung der Gebiete der Westukraine und des westlichen Weißrußlands haben die Truppen der Roten Armee kleinere Abteilungen des polnischen Heeres nordwestlich von Grodno und nordöstlich von Brest- Litowsk aufgerieben. Nach unvollständigen Angaben wurden am 22. September bei der Liquidierung einer Gruppe des Polnischen Heeres nordöstlich von Kowel über 8080 Soldaten und Offiziere gefangengenommen sowie 2000 Pferde und einige Eisenbahntransporte mit verschiedenem Kriegsmaterial er­beutet."

Wie das Anßenkommissariat der Sowjetunion der sinnl­ichen Gesandtschaft in Moskau mitgeteilt hat. hat die Sowjet­union in dem östlichen Teil der Finnischen Bucht eine Minen­sperre eingerichtet Für den Seeverkehr nach Leningrad ist ein Lotse an Bord zu nehmen Auch der Verkehr im Weißen Meer ist eingeschränkt worden. Die Minensperren in der ,-finnische» Bucht aelten dem Schutz Kronstadt?- und Ka»naio Gorkas.

Raum o>n Stelle eines ewigen Unruheherdes den Boden für eine großzügige Aufbauarbeit vorbereitet. Somit hat hier das deutsch-sowjetische Abkommen bereits seine ersten Früchte ge­zeitigt.

Nusflsche Diplomaten verschollen

Moskau. 25. September.

Der Sowjetregierung liegen immer noch keine Nachrichten vor über das Schicksal ihrer eigenen bisherigen diplomatischen und konsularischen Verireter in Polen. Bis jetzt sind nur der frühere sowjetrussische Botschafter in Warschau- und der Militärattache wieder auf sowjetischem Gebiet eingetroffen. Es läßt sich denken, baß die Mitglieder der ehemaligen pol­nischen Botschaft in Moskau, die sich hier völlig unbehelligt in dem bisherigen Botschaftsgebäude aufhalten können die Sowjetunion nicht eher verlassen werden, bis auch die diplo­matischen Vertreter der Sowjetunion in Polen und deren Familienangehörige sich in Sicherheit befinden.

4« Lakttls«

. Den Haag, 25. September.

Die klaren Worte Mussolinis, denen in der neutralen Presse außerordentliche Bedeutung beigemessen wird (wir bringen diese Ausführungen an anderer Stelle), haben White Hall in unverkennbare Verlegenheit ver­setzt. Einerseits will man natürlich das neutrale Italien nicht vor den Kopf stoßen, zum anderen empfindet man die Feststellung des Duce. daß immer noch die Möglich­keit zur friedlichen Beilegung der Probleme besteht, gerade in diesem Augenblick als äußerst willkommen, wo man die Welt gegen Deutschland zu mobilisieren versucht und sich darüber vergeblich nach Verbündeten umsieht. Irgendeine Stellungnahme wurde deswegen von offizieller Londoner Seite vorläufig nicht ausge­geben. Die Wiederaufnahme der diplomatischen Bezie­hungen zwischen Ungarn und der Sowjetunion sowie die türkisch-russischen Verhandlungen werden nur als kurze Tatsachenmeldungen wiedergegeben, ohne daß man irgendeine Stellung zu der neuen Entwicklung nimmt.

In ihren Rückblicken auf die für England enttäu- schungsreichen vergangenen drei Wochen legen sich die diplomatischen Korrespondenten verständlicherweise be­sondere Zurückhaltung auf. Ihre Berichte lassen ziem­liche Unsicherheit, wenn nicht gar Ratlosigkeit erkennen. Dieser Eindruck wird von den Londoner Korresponden, ten der holländischen Zeitungen bestätigt. So faßt der Londoner Korrespondent desTelegraaf" seine Ansicht dahingehend zusammen, daß der überaus schnelle Zu­sammenbrach des polnischen Widerstandes für London eine große Enttäuschung sei. Wenn die Polen, so argu­mentierte man, in der Lage gewesen wären, ihren Widerstand einen Monat länger durchzuhalten, dann wäre ihnen der Winter aber scheinbar auch nicht der Engländer zu Hilfe gekommen.

Scrutator stellt in derSunday Times" den rätsel­haften Satz auf, der Sieg werde nicht durch die Ver­luste bestimmt, die man dem Gegner zufüge. Will er damit bereits auf die unvermeidlichen schweren Blut­opfer hinweisen, die die Franzosen bringen müssen, wenn sie von den englischen Kriegstreibern gegen die Stellungen des Westwalls gejagt werden? Scrutator, der mit der Regierung in enger Verbindung steht, macht es sich bei der Prüfung der Gewinnchancen wunderbar leicht. Er meint, wenn England den Krieg nur eine geraume Zeit fortsetzen würde, dann habe man den Krieg schon halb gewonnen!! Diese kindliche Argumen­tation, die die ganze Ratlosigkeit in London aufzeigt, bestätigt zugleich den Verdacht, den neutrale Beobachter in der englischen Hauptstadt hegen, daß nämlich zwischen den Politikern und den Militärs gewisse Meinungs- .vMchiedenheiten bestehen. Während. hie-.iuwLrbLssLr- lichen Kriegshetzer auf ihrem verhängnisvollen Kürs bestehen, scheinen die verantwortlichen Militärstellen dieser Politik Bedenken entgegenzubringen. Vor allem ist man nicht geneigt, sich auf sinnlose Abenteuer ein­zulassen. Schließlich ist die Bilanz dreier Wochen alles andere als erfreulich. Alle Hoffnungen, die man auf dasschlechte" deutsche Kriegsmaterial, diemangel­hafte" Ausbildung der deutschen Soldaten und den Widerstand der Polen gesetzt hatte, sind danebengegan- gen. Außerdem hat sich gezeigt, daß große Mängel in der Produktion des Kriegsmaterials und in der Vör- ratswirtschaft vorhanden sind. Ueber die Stärke der Home-Front ist man in England durchaus geteilter Meinung. DerManchester Guardian" richtet in dieser Hinsicht eine besonders scharfe Attacke gegen die Regie­rung.

iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimii,,,,,

Unser VssessnieK«!

(Unsere heutige ^usgnbs umknllt seotis Leiten)

Nach dem deutschen Heeresbericht steigt die Zahl polnischer Ucbcrliiufer auch weiterhin.

Eine ungeheuerliche Verleumdung des amerikanischen Hetz- journalist.i! Knickerbocker scheiterte schmählichst.

Die Ducc-Rede wird in neutralen Staaten allgemein als Gewissensfrage an die Kriegshetzer ausgelegt.

In der Slowakei werden künftig alle Juden für einen Arbeitsdienst mobilisiert.

Ungarn knüpfte diplomatische Beziehungen mit Moskau an. Interessante Einzelheiten werden über den Mammut- Apparat des britischen Lügenministeriums bekannt.

Zur Knebelung der öffentlichen Meinung wurden in Großbritannien 6000 Gegner der Kricgspolitik inhaftiert.

wurde -in Volksschädling und Hamsterer übelster Sorte verhaftet.

-Deutschlands Fußballnationalelf unterGn Un>-->rn

>n Bni-iivost mit 5:1.