Ausgabe 
(19.9.1939) Nr. 258
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vlkMl Zelluni

L H flarteiamlliche Lageszertung

M t Oas Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der §reien liansestadt vremen

«n^rlge« - Trunvprrlfre

Die 1 mm hohe und 22 mm breite 'Zeile im Anzeigenteil 13 Die 78 mm breite und I mm hoh>. Zeile im Tertteil 75 >^l. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familien- anzeigen u. a.) sowie l 'Ae Be­dingungen Preisliste 7 Nachlaß­staffel S. Für Anzeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. An- mahmeschluß 16 Uhr. Geschäfts­stellen: In Bremen: Am Geeren Nr. 6/8. Fernspr. 54121. Nachtruf und sonntags: Fernsprecher 51115, Obernstraße 86, Fernspr. 54121. In Syke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremem

fimtliches verkündungsbkatt des Neichsstattdalters in Oldenburg und Vreme

Dienstag, 19. September 19Z9

kinzeipreis 13 Nps.

Erj Nr. 258 / 9. Mrgang Dienstag, 19. September 19Z9 kinzeipreis 15 Nps.

^ Deutsche und russische Kruppen In Kühlung

L vegrüßungsakt in vrest-titowsk

wilna bereits in russischer liand / Begeisterung in Moskau

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Berlin, 19. September.

Teutsche und russische Truppen sind gestern erstmalig bei Brest miteinander in Fühlung getreten. Zwischen den deut­schen und den russischen Kommandeuren wurden Höslichkeits- bezeugungen ausgetauscht.

Die sowjetamtliche Delegraphenagentur verbreitet Berichte aus den wiedergewonnenen ehemals ostpolnischen Gebieten, auch Wilna ist bereits in russischer Hand, aus denen hervorgeht, daß die russischen Truppen mit Begeisterung als die Befreier vom polnischen Joch empfangen werden. Ueberall werden die Fahnen von den polnischen Verwaltungsstellen herabgerissen und aus Stoffresten schnell zusammengenähte Sowjetslaggen gehißt. Tie Bevölkerung, die furchtbar her­untergekommen und verelendet und oft nur mit Fetzen be­kleidet ist, trägt trotzdem ihr« geringen Lebensmittel zusam­men. um die russischen Truppen damit würdig zu empfangen. Die ganze wirtschaftliche Lage dieser Gebiete ist «ine furcht­bare Anklage gegen die polnische Regierung, die kaltblütig weite Landstriche der Verelendung preisgegeben hat.

Tie russische Presse steht unter dem Eindruck der Rundsunk- ansprache Molotvws, der Note der Sowjetregierung an die polnische Botschaft in Moskau sowie der Note an sämtliche ausländischen Missionen. An hervorragender Stelle erscheint auch der Heeresbericht, der von den ersten raschen Ersolgen der Roten Armee spricht. Im übrigen werden die Spalten von den Berichten aus allen Teilen der Sowjetunion beherrscht, die die spontanen Versammlungen und begeisterten Kund­gebungen der Bevölkerung anläßlich der Aktionen der Regie­rung beschreiben. Alle diese Kundgebungen, denen in einem

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faule tilgen stets frisch.'

, - Oder: Frische Lügen stets faul!

L. Berlin, 19. September.

Auch Lügen haben ein« Grenze, wo es nicht mehr weiter geht wo sie, um bei dem bekannten Bilde zu bleiben, nicht einmal mehr kurze Beine haben, sondern schon völligohne Hand und Fuß" auf die Welt kommen. Selbstprvduzierte Mißgeburten dieser Art sind jetzt täglich beim Reuter-Büro im Hintergründe die hohen Lords vomJnsormationsmini- sterium frischgebacken zu haben. Da sie aber schon faul sind, wenn sie durch die Druckpresse lausen, ist ihre Lebens­dauer so gering, daß schon eine die ander« ablösen und über­trumpfen muß, damit überhaupt noch ein Eindruck hasten bleibt. Mal läßt man die llhr stillstehen so sind nach Reuter dietapferen'" Herren von der polnischenRegierung" immer noch aus ihrem eigenen Boden. (!) und nicht, wie die rumänische Regierung die Wahrheit gesagt, geflohen! Dann wieder wirst man die ganzen militärischen Tatsachen, wie sie alle Welt dem deutschen Heeresbericht' seit Wochen entnimmt, großzügig über den Hansen und läßt den Polen immer noch mit Ersvlg (!) gegen den Feind kämpfen und weiterkämpfen. Dasselbe läßt sich Reuter aus Kuty melden, wo bekanntlich die polnische» Machthaber vor ihrem endgültigen unrühm­liche» Abtritt vom Kriegsschauplatzungestört arbeiten" woll-, ten. Diese ehrenwerten Regierungskünstlcr sollen wie lieb-- lich singt doch Reuter! auf die Note der sowjetrussischsn Regierung mit der Erklärung geantwortet haben,daß die polnische Regierung ihren Pflichten in normaler Weife nach­kommt". Vorher soll sich der polnische Botschafter in Moskau, mit allem Stolz Poloni'ens gegürtet, geweigert haben, die Note in Empfang zu nahmen. Ist das nicht Heldentum, lieber englischer Leser? Hat es sich nicht gelohnt, solcheritterlichen und tapferen" Polen zugarantieren"? Hat man ihnen von der Themse aus nicht so wacker geholsen? Wurde nicht dabei, wie der Londoner Sender tränenvoll anklagend verkündete, einRvtes-Krcnz-Flngzeug" mit britisch-amerikanischen Sani­tätern über Deutschland abgeschvsscn, als es beladen mit den Segenswünschen des ganzen englischen Volkes, auf dein Wege zu den bedrängten polnischenBrüdern" war? Sogar Schwe­stern, so schluchzt das Mikrophon Iveiter, wurden dabei von den brutalen Deutschen getötet. W ö und w a n n dies nun geschehen, weiß man vor Schmerz nicht zu sagen. Ist das nicht ebenso gleichgültig, wie dir" Tatsache, daß überhaupt kein Rotes-Kreuz-Ftngzeiig abgeschossen wurde und es das sagenhafteamerikanische Wohlsahrtsinstitnt", das Herrn Churchill diese Trauerbotschaft einsänselte, gar nicht gibt? Oh, diese Deutschen sind nun mal so, fanatisch böse, daß sie sich nicht einmal der britischen GrnndmvralDer Zweck heiligt die Lüge" unterwerfen. Ist es nicht empörend, daß die Deut­schen auch nicht der so mühsam inszenierten britischen Flüster­propaganda Glauben schenken.. ..Berliner! Das Ruhrgebiet ist ein Trümmerhaufen!" undEssener! Berlin liegt in Schutt und Asche'!" läßt Herr Churchill ausstreuen. Ja, so gewaltig erlogen sind EnglandsRüchertaten ftcr Polen", noch ge­waltiger aber ist die Blüte dieser Lügen!

Strom von Resolutionen und Ausruft» Ausdruck verliehen wurde, standen im Zeichen der Bereitschaft, den Brudervöl­kern der westlichen Ukraine und des westlichen Weißrußlands Hilft und Schutz zu gewähren. In einer Resolution wird deut­lich ausgesprochen, daß die Sowjetunion sich keinerlei Ein­mischung in diese von ihr als Vesrcinngsaktion betrachtete Aufgabe gefallen lassen werde.

Welchen freudigen Widerhall diese Aktion bei den ukraini­schen Volksgruppen in aller Welt gefunden hat, beweist ein Brief der zahlenmäßig starken ukrainischen Volksgruppe in den Vereinigten Staaten, der an Außen­minister Hüll sowie an die Botschafter Englands und Frank­reichs in Washington gerichtet ist. I» diesem Schreiben wird schärfster Protest gegen diebrutale kulturelle, religiöse und wirtschaftliche Unterdrückung, der die ukrainische Minderheit in den letzten 2V Jahren in Polen ausgesetzt war", erhoben. Der Bries schließt mit dem Wunsche, daß gemachte Fehler nicht wiederholt werden.

Nun auch englischer Flugzeugträger

Dertourageous" torpediert Schwerer Verlust für die britische Kriegsmarine

London, 19. September.

Wie die britische Admiralität mitteilt, ist der britische Kreuzer Lourageous, der nach dem Kriege zu einem Flug­zeugträger umgebaut worden war, einem feindlichen U-Boot zum Opfer gefallen. Die Ueberlebcnden wurden von Zer­störern und Handelsschiffen ausgenommen. Der frühere große Kreuzer und jetzige Flugzeugträger Courageous hat eine Wasserverdrängung von 22 590 Tonnen und war zur Aus­nahme von 52 Flugzeugen bestimmt.

- Die Vernichtung dieses großen englischen Kriegsschisfes zeigt erneut die Schlagkraft der deutschen U-Bootwasfe, die England vssensichtlich tagtäglich schwere Schäden zusügt, die sich England selbst zuzuschreiben hat. England ist eS gewesen, das Deutschlands Bereitwilligkeit, den polnischen'Konflikt zu lokalisieren, immer wieder ansgeschlagen hat. Es hat im Gegenteil sogar Deutschland den Krieg erklärt. Das national­sozialistische Deutschland antwortet prompt und unmißver­ständlich, Für Großbritannien abermals ein schwerer Schlag.

Völliges klnoernestmen VerllnMoskau

Semeinsame krklürung der Neichsregierung und der Negierung der UdSSN.

Berlin, 19. September.

Zur Vermeidung von irgendwelchen unbegründeten Ge­rüchten bezüglich der Ausgaben der deutschen und sowjetischen Truppen, die in Polen tätig sind, erklären die Deutsche Neichs- regierung und die Regierung der UdSSR-, daß die Handlun­gen dieser Truppen keinerlei Ziele verfolgen, die den Inter­essen Deutschlands oder der Sowjetunion zuwiderlaufen oder dem Geiste und den Buchstaben des zwischen Deutschland und der Sowjetunion geschlossenen Nichtangrisssvcrtrages wider­sprechen. Im Gegenteil, die Ausgabe dieser Truppe besteht darin, Ordnung und Ruhe in Polen herzustellen, die durch den Zerfall des polnischen Staates zerstört sind, und der Be­völkerung Polens zu helfen, Bedingungen ihres staatlichen Daseins neu zu regeln.

Der deutsch-russische Nichtangriffspakt und die ihm zugrunde liegende Verständigung zwischen den beiden größten Staaten Europas sind das bestätigt die vorstehende amtliche Verlaut­barung mit aller Klarheit und Bestimmtheit eine dauer­hafte Realität von weitesttragcnder politischer Bedeutung. Im besonderen spricht aus der Erklärung die gemeinsame Aus- sassung der beiden Regierungen über die Ursachen sür den Zu- sammcnbruch und den Zerfall des bisherigen polnischen

Staates: fehlten dem östlichen Versackter Zwcckqebitds ohne­hin die natürlichen Bedingungen seines politischen und staat­lichen Daseins, so mußte dieser Zustand infolge der Un- sähigkeit und moralischen Minderwertigkeit der geflüchtet?» polnischen Regierung zur sicheren Katastrophe führen. Nun­mehr werden Deutschland und Sowjetrnßland im Geist ihres völligen Einvernehmens sowohl das staatliche wse das wirt­schaftliche Leben in diesem Ostraum unter restlosem Einsatz der politischen Vernunft von Grund aus neu ordnen. Tie kommende Grenzziehung wird also den Lebensinteressen der beteiligten Völkerschaften und gleichzeitig der Forderung nach Schaffung existenzfähiger Wirtschastskörper gerecht werden. Mit anderen Worten: Neues, wirkliches Leben wird aus den Ruinen blühen. England und Frankreich aber stehen noch einmal vor der wichtigsten Entscheidung: nachdem ihre Bündnisverträge mit Polen (das als Bündnis­partner nicht mehr besteht) ihren Sinn verloren haben, ja selbst null und nichtig geworden sind, haben sich die beiden westlichen Demokratien erneut darüber schlüssig zu werden, weshalb sie das Kriegsbeil gegen Deutschland schwingen wollen. Und diese Entscheidung wird Vvr dem Formn der Weltöffentlichkeit satten müssen! mit.

Um Warschau wird wieder gekömpst

selchug in Polen geht seinem knde entgegen der größte reit Polens beseht

Berlin, 19. September.

Der rechte Flügel -er in Südpolen vorgehenden Armee hat gestern im Vorgehen von Sambor nach Südosten Drohobhcz genommen. Damit ist der wichtigste Ort des dortigen reichen Erdölgebictes in unserer Hand.

Bei Warschau hat nach dem Ausbleiben des Parlamentärs die vorübergehend eingestellte Kampstätigkeit wieder eingesetzt.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Der Feldzug in Polen geht seinem Ende entgegen.

Nach der völligen Umschließung Lembcrgs und der Ei*, nähme von Lublin steht ein Teil des deutschen Ostheeres in der allgemeinen Linie L e m b e r gW l o d z i m i c r z Bre stB i a l h st o k und hat damit den größten Teil Polens besetzt. Dahinter vollzieht sich noch an mehreren Stellen die Vernichtung und Gefangennahme einzelner versprengter Neste der ehemaligen polnischen Armee. Die stärkste dieser um­schlossenen polnischen Kampfgruppen etwa ein Viertel des polnischen Heeres ist südwestlich Whszogrod zwischen Bzura und Weichsel aus engstem Raum zusammengepreßt und geht seit Sonntag der Auslösung entgegen.

Aus dem umschlossenen Warschau wurde am 17. Sep­tember durch polnische Tender die Bitte an das Oberkom­mando der Wehrmacht gerichtet, einen polnischen Parlamentär zu empfangen. Das Oberkommando der Wehrmacht hat seine Bereitwilligkeit dazu erklärt. Bis 17. September Mitternacht hat sich kein Parlamentär bei unseren Truppen eingesunde».

Nattosigkeit In London und Paris

puslliikhle statt Stellungnahme chamberlain sucht Siepolnische Negierung"

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tiv?. Kopenhagen, 19. September.

Erst in den späten Abendstunden des Sonntags entschloß sich die englische Regierung zu einer Verlautbarung, wonach sie eine Stellungnahme zu dem Borgehen Rußlands gegen Polen erst nach Fühlungnahme mit der französischen und der polni­schen Regierung treffen könne Das sei aber so sährt die Er­klärung fort. deshalb mit Schwierigkeiten verbunden, weil Unsicherheit bestehe, wo sich die polnische Regierung gegeü- wärtig aufhalte (!) Die englische Negierung tut bei dieser Ausrede so, als wenn sie von der Flucht der polnischen Re­gierung nach Rumänien nichts wüßte Dabei befcndct sich auch der englische Botschafter unter den nach. Rumänien übergetre­tenen ausländischen Diplomaten.

Die Londoner Mitteilung darf als das Ergebnis eingehen­der Beratungen zwischen Chamberlain und Halifax betrachtet werden, die im Lause des -Lonntiigäachmitlags stattfand und bei denen die Ratlosigkeit gegen-ber der Aktion Rußlands überwog.

Chamberlain wird voraussichtlich am Mittwoch im Unter­haus eine Erklärung über die außenpolitische Lage abgeben,

, wie sie nch nach dein Hinzutreten sowjetrußlands zum L-chan- Platz der jetzigen großen Auseinandersetzung darbietet Vorher soll eine Kabinettssihnng zur Prüfung der iuristisckien und politischen Stellung Polens stattfinden Die olloemeive ,Er- warlono in Londoner diplomatischen K> ' 'm geht nach wie vor drhin daß England keine Kriea'erkbnnng gegen Ruß­land wagen wird. so sehr es. nni den Schein zu wahren gegen die geschossene Lage protestiert. Sie wird in einer offiziösen Aeußerung als unvereinbar mit dem Frieden I sei zu ziehen.

Europas bezeichnet. DieTimes" schimpf unter Beiseitelassung seiner sonst zur Schau getragenenVornehmheit" wie ein Rohrspatz undtröstet" die Polen damit, das Schicksal ihres Landes werde nicht in Polen selbst, sondern anderswo ent­schieden. Weiter spricht das Blatt davon daß dieser Vorgang in keiner Weise an der Festigkeit der Alliierten rütteln könn«. Die össentliche Meinung in England sei erhitzt, aber nicht bestürzt '(?). Angesichts dieserzynischen Teinvnstrativn nie­drigster Diplomatie" sei das Mitgeiühl mit den Polen jetzt stammend" geworden: Die Alliierten würden den Krieg bis zum Ende sichren. In überraschender Schlnßwendccng erklär! das Blatt nach all dieser Polemik' gegen Rußland: Niederlage oder Kompromisse sind ausgeschlossen. Der Krieg wird mit der Ausrottung des Hitlercsmiis enden oder nicht."

Wir können dieTimes" trösten, sie wird auch mit dieser (vorgetäuschten! Hoffnung ebensowenig recht behalten wie mit ihren früheren polnischen Spekulationen!

jb. Bern, 19. September.

Die Zurückhaltung der amtlichen Pariser Kreise in bezug aus die Beurteilung derneuen Lage" ist auch jetzt noch 'nicht aufgegeben worden Man wartet offenbar auf die Stellungnahme Londons. Es wird jedoch gesagt, die neue Lage könne erst geklärt werden, wenn die russischen Absich­ten erkennbar seien. Alan gibt zu daß das Einverständnis zwischen Berlin und Moskau nicht zu bezweifeln sei und weist erneut aui die russische Neutralitätserklärung hin Um so grotesker ist der immer noch unternommene Versuch, die sti"keit des de«"ch" Nichtangriffspaktes in Zwei-

Die Luftwaffe griff die südwestlich von Whszogrod ein­geschlossenen polnischen Kräfte wirksam an. Polnische Flieger- kräste traten an der ganzen Front nicht mehr in Erscheinung.

Tie deutsche Lustwasse hat damit die ihr im Osten gestellte Aufgabe im wesentlichen erfüllt. Zahlreiche Einheiten der Flie­gertruppe und Flakartillerie sind zusammengezogen und stehen für anderweitige Verwendung bereit.

Im Westen keine nennenswerten Kampfhandlungen. Bei Saarbrücken wurde ein französisches Flugzeug von einem deutschen Jäger abgeschossen. Lustangrisse aus deutsches Ho­heitsgebiet haben am 17. September nicht stattgefunden.

Zum Lagebericht des Oberkommandos der Wehrmacht schreibt der Deutsche Dienst:

In atemraubendem Tempo hat das deutsche Lstheer nun­mehr zwischen Brest und Wlodzimiexz (im Wettiftiege waren beide Städte als Brest-Litowsk und Wladimir-Wolynsk be­kannte Etappenorte) den Ring geschlossen, der das polnische Gebiet vom Süden nach Norden umspannt. Bei Wlodawa am Bug sind die deutsche Süd- und die deutsche Nordgruppe zu­sammengetroffen. Es ist damit eine Linie erreicht, die von der Südvstecke des Gaues Ostpreußen, nur wenig nach Osten vorgewölbt, bis zur ungarisch-polnischen Grenze südlich Strhj verlaust. Die größere Hälfte des bisherigen polnischen Staates, in der drei Viertel der Gesamtbevülkerung wohick.i.st dawit von deutschen Truppen besetzt. Fast die Gesamtheit des Siedlungs­gebietes des polnischen Volkes befindet.sich damit in der Ob­hut des deutschen Heeres. Was ostwärts der jetzt erreichten Linie liegt, wird überwiegend von den sogenannten Minder- heitenvölkern der Ukrainer, Weißrussen und Litauer bewohnt, die in den fünf östlichen Woiwodschaften die unbestrittene Mehrheit bilden.

In einem Feldzng von reichlich 14 Tagen haben die deutschen Truppen ungeheure Entfernungen kämpsend 'zurückgelegt. An­sang September standen die Polen noch in Beut-schen, 150 Kilo- meter von Berlin; einen halben 'Monat später sind sie über Brest am Bug hinaus mehr als 500 Kilometer zurückgeworseir^ Fast ebenso groß ist die Ent'ernnng, die im Süden von Oder- berg dort stand die Spitze des polnische^ Heeres an der deutschen Oder! bis Lemberg dcirchmessen wurde. An der polnischen Südgrenze Innren es besonders vstittärtjsche Truppen und Gebirgsjäger, die in den Beskiden und Karpaten hervor­ragende Gefechts- und Marschleistungen vollbrachten. Auf dem ihnen vertrauten galizischen Boden kämpften sie bei Eorlicc und Tarnow. am Dukla-Paß und bei Przcmhsl. so tapfer wie vor 25 Jahren. Das Bewußtsein, heute nicht durch die Hemm­nisse des habsbnrgischen Vielvölkerstaates gehindert zu sein, ließ sie die Schwierigkeiten der unwegsamen Gebirge und der tief eingcschnittencn Flnßtäler des galizischen Hügellandes ebenso rasch überwinden, wie die - anfänglich zähe feindliche Gegenwehr.

In dem Raum, der am Sonntag durch das Vordringen südlich Lembergs durchschritten wurde, liegt das bekannte galizische Erdölgebiet von Drohobhcz und Bvryslaw. Dort steht Bohrturm neben Bohrturm und liefert den Treibstoff, von dem die Engländer noch vor wenigen Tagen prahlend behaupteten, daß er nur ihnen zur Verfügung stände, ^eri deutschen Heeren aber fehlen würde. Weiter nördlich wurde östlich der Weichsel die stadt Lublin besetzt, im Mittelalter der <-itz polnischer Reichstage, sür die Polen von historischem Glanz überstrahlt. Der Lubliucr Union von 1569 sind in ganz Polen Denkmäler gewidmet, weil hier die Bereinigung mit Litauen endanltig wurde, die sich freilich durch die

Aiiglicderiuig srci>idvi'ltijch > Gebiete aus die Dauer nun lln- >?-'">! sür das Land auswickle

(Fortsetzung aus Seite 2i

Zur Versenkung des britischen FlugzeugträgersCoura- gevccs" berichtet der AmsterdamerTelegraaf" aus London, daß die Nachricht dort tiefsten Eindruck gemacht habe. Sie zeige dem britischen Volk die grimmige Entschlossenheit des Kampfts, der noch bevorsteht. Die Ankündigung der Ver­lautbarung der britischen Admiralität sei im Jnsormations- ministerium durch Lautsprecher erfolgt. Dies habe ein Wett­rennen unter den Journalisten nach den Telephocczelleic und den Fernschreibern ausgelöst, um die Nachricht schnell ivecter- zuleiten. Die Versenkung des Flugzeugträgers, so stellt der Telegraaf" weiter fest, bedeute für die britische Kriegsmarine einen ernsten Verlust.

kinc^rllclcs von einem V/isclerssstsn nacst künk ^ckstssn

Von Ilolinnt 8 ü n 6 s r in nun

Hunderte von Kilometern tief stehen bereits die deut­schen Truppen im polnischen Land Der Führer, der fast täglich von den frühen Morgenstunden bis tief in den Abend hinein die Truppen besucht und ihren Vormarsch anspornt, ist auf seinen Fahrten durch die alten deutschen Gebiete bis in das Herz des polnischen Landes vor­gedrungen. Unser« Wagenkolonne hat über beispiellos verkommene Straßen sowohl weiteste Strecken bäuer­lichen Landes durchquert, wie auch Marktflecken, Kreis­städte und schließlich Polens zweitgrößte Stadt Lodz erreicht.

So friedlich sich auch das Leben der Bevölkerung be­reits unmittelbar nach dem Durchzug der deutschen Truppen überall wieder gestaltet hat die Trostlosig­keit dieses Landes ist unbeschreiblich. Es lst nicht die Trostlosigkeit des Krieges, der nur an einigen wenigen Stellen Spuren hinterlassen hat. Es ist die Trostlosigkeit eines in seiner Entwicklung zurückgebliebenen Landes. Die primitiven Hütten, in denen die Landbewohner ihr kärgliches Leben fristen, geben den ersten Eindruck da­von, wie der Reichtum dieses Landes brachliegt und das Volk armselig darbt, wo es glücklich leben könnte. Es fehlt die Kenntnis rationeller Bebauungsmethoden, u-m dem Boden seine Schöße zu entlocken, es fehle« die Ver­kehrswege, um sie vernünftig zu verteilen, und es fehlen die Einrichtungen, um sie zu verwerten.

Der Eindruck der Städte ist nicht viel besser. Auch hier große Entwickl'ungsmöglichkeiten. die nicht ausgenutzt werden. Die Zeit wirtschaftlicher und technischer Fort­schritte scheint hier fast spurlos vorübergegangen zu sein. Das ganze Leben in den Städten steht dabei unter einer hier in Pole« keineswegs .unsichtbaren" jüdischen Dik­tatur. Dze Juden, die zu Zehn- und Hunderttausenden in den polnischen Städten leben, beherrschen alles, was irgendwie mit Geld und Handel zusammenhängt. Sie haben sich wie Blutsauger am Körper der polnischen Be­völkerung festgefaugt, und sie lassen es nicht zu, daß sich deren Arbeitsleistung in bleibende Werte umsetzt.

Wer Gelegenheit gehabt hat. vor nunmehr fünf Jahren, noch zu Lebzeiten des großen polnischen Mar­schalls Pilsudski, Polen genau kennenzulernen, ist nich! überrascht von dem, was sich uns bei den jetzigen Fahr­ten durch Polen darbietet, Damals schon kannten wir die beiden Vergleiche, die am deutlichsten den Ent­wicklungsunterschied zwischen diesseits und jenseits der polnischen Grenze beleuchten: daß nämlich die Zahl der Kraftfahrzeuge der ganzen bisherigen polnischen Repu­blik etwa dec Zahl der Autos und Motorräder ent­spricht, die allein in der deutschen Stadt Nürnberg laufen! Und daß der gesamte Staatshaushalt derGroß­macht" Polen jährlich etwa die gleichen Summen aus­wies wie der jährliche Stadthaushalt der Stadt Berlin!

Das alles wußten wir, und es blieb uns nichts von dem kläglichen Zustand des Landes verborgen, wie wir Thu auch jetzt antreffen. Und doch konnte und mußte unser Urteil damals anders ausfalle«, als es heute der Fall ist. Denn damals fühlten wir auf Schritt und Tritt, wie sehr sich Polens Marsch all der kläglichen Lage seines Landes bewußt und entschlossen war. einen neuen Weg in die Zukunft zu finden. Mit einem gesunden

MIIIIIIIIIlIMIMII»IIINIIIIIIIIIIIIIIIIIIl»IIIIII»IIIIIIIIIIIIIIII!I»IIIttIttIIIIIIII!»III!UI

Unser Issessoissel

(Unsere keutixs LusZabs umkakt ssobs Zeiten)

Der Feldzug in Polen geht seinem Ende entgegen.

In Warschau bekämpfen sich die politischen Bankerotteure und die besonnenen Elemente.

London und Paris reagieren auf den Einmarsch der rus­sischen Truppen in Ostpolcn mit Ratlosigkeit.

In England nimmt zu allem anderen Unglück die Ar­beitslosigkeit erheblich zu.

In einer gemeinsamen Erklärung betonen die Neichsrcgie- rung und die Regierung der UdSSR. ihr völliges Ein­vernehmen.

In Brest-Litowsk kamen deutsche und russische Truppen erstmalig miteinander in Fühlung.

Der englische Flugzeugträger . Courageous" wurde von einem deutschen U-Boot versenkt.

In Wien wurde ein heftiges Nahbcb.cn festgestellt.

Ein Erlaß des Reichsjugendsührers gilt der Behütung der Jugend vor den Gefahre» der Verdunkelung.

In den bisherigen und crwecccrten NSV.-Kindertag- stätten in Bremen können bereits 1059 Kinder unter kommen.

Wegen Abhörens eines ausländischen Senders wurde ein Gastwirt in der Nähe Achims sofort unter Anklage gestellt. IM» Bremer Sitlcrjiingcn werden als Erntchclser die Hacksriichte bergen hclscn.