Ausgabe 
(17.9.1939) Nr. 256
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2 i parteiamtliche ^geszeitung

i vrrs Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der §reien liansestadk Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches verküridungsbkalt des Beichsstatllsaiters in Oldenburg und Brenren

tk Nr. 256 / 9. Jahrgang

Sonntag, 17. September 19Z9

kinzelpreis 15Npf.

deutsche Armee Mni Übergabe Warschaus

Auf 12 Stunden befristetes Ultimatum

Millionen von Flugblättern Zivilbevölkerung kann sich in Sicherheit bringen

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Berlin, 17. September.

Warschau ist bekanntlich seit einigen Tagen von deutschen Truppen vollkommen umzingelt. Die deutsche Armee steht un­mittelbar vor den Toren der Stadt beziehungsweise bereits in den -Warschauer Vorstädten. Eine unverantwortliche pol­nische Truppensiihrung hat Warschau zum Kampfgebiet ge­macht, indem sie die Stadt militärisch zur Verteidigung ein­gerichtet und die gesamte Zivilbevölkerung zum Franktireur­krieg ausgerufen hat.

Um nicht unnötige Zerstörungen in der Stadt anzurichten, hat die deutsche Wehrmacht es bisher unterlassen, die Stadt selbst unter Feuer zu nehmen. Im Gegenteil haben die um­zingelnden deutschen Truppen mit einer Geduld ohnegleichen die Schießereien des polnischen Militärs Und der Franktireurs iaus der Stadt über sich ergehen lassen.

Diese Geduld ist nunmehr erschöpft. Die deutsche Wehr­macht ist nicht weiter gewillt, diesen jedem Völkerrecht ins Gesicht schlagenden Zuständen länger zuzuschauen, sondern sie ist nunmehr entschlossen, diesem militärisch gänzlich bedeu­tungslosen, aber gegenüber der polnischen Zivilbevölkerung verbrecherischen Treiben der Warschauer militärischen Macht­haber ein Ende zu bereiten.

In dem Wunsch, ein äußerstes zu tun, um trotz dieser polnischen Verblendung Leib und Leben der Zivilbevölkerung in Warschau zu schonen, hat die deutsche Wehrmacht nun­mehr gestern vormittag 8 llhr einen deutschen Lfsi- zier als Parlamentär nach Warschau ent­sandt, um die Stadt zur kampflosen llsbergabe aufzu­fordern und dadurch unabsehbares Blutvergießen zu verhin­dern. Der deutsche Parlamentär ist um 8.30 llhr beim Stab eines polnischen Infanterieregiments eingetroffen und ver­langte, zum Kommandanten von Warschau geführt zu wer­den, um diese schriftliche Aufforderung des Kommandierenden deutschen Generals zu überbringen. Dieses Verlangen wurde von dem polnischen Kommandeur an den Kommandanten von Warschau weiter geleitet. Nach anderthalbstündigem Warten erhielt der deutsche Parlamentär die Antwort, daß sich der Warschauer Stadtkommandant weigere, ihn auch nur zu empfangen. Auf das Verlangen des deutschen Offiziers, die schriftliche Botschaft dem Warschauer Stadtkommandanten auf irgendeine andere Weise zu übermitteln, wurde auch dies abgelehnt.

Da nach den bisherigen Kr-iegsersahrungen der Befehls­haber der deutschen Truppen vor Warschau annehmen mußte, daß die polnische Zivilbevölkerung von diesen Tatsachen kei­nerlei Kenntnis erhalten würde, sondern daß die herrschende polnische Kaste, ohne mit der Wimper zu zucken, in ihren: Hochmut und in ihrer' Verblendung für ihre egoistischen Ziele die gesamte Zivilbevölkerung Warschaus opfern würde, hat

das Oberkommando der Wehrmacht, wiederum in Ueberein­stimmung mit ihrem Wunsche, Frauen und Kinder zu schonen, gestern nachmittag 15.10 Uhr durch mehrere Wugstasfeln der deutschen Luftwaffe Millionen Exemplare von Flugblättern über Warschau abwerfen lassen. Das Flug­blatt hat folgenden Wortlaut:

An die Bevölkerung von Warschau. Eure Regierung hat die Stadt zum Kriegsgebiet gemacht und des Charakters einer offenen Stadt entkleidet. Eure militärische Leitung hat nicht nur mit schwerer Artillerie in die Stadt hineinschietzen lassen, sondern sie hat euch aufgefordert, in jeder Straße Barrikaden zu errichten und den deutschen Truppen heftigsten Wider­stand zu leisten. Durch die Aufforderung, daß auch die Zivil­bevölkerung mit den Waffen in der Hand den deutschen Truppen Widerstand zu leisten hat und damit Franktireur­krieg führt, hat eure Regierung das Völkerrecht gebrochen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

przemM und MalMok genommen

Ver Hing bei kutno verengt SSS0 Sefangene und 12S Seschütze bei Warschau

Berlin, 17. September.

Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Südgruppe des deutschen Osthceres trieb auch am 15. 9. die zersprengten Teile der polnischen Südarmee vor sich her. Mit ihnen wird vor den Toren Lembergs und am Tnncw bei Bilgoraj noch gekämpft. Przemhsl wurde genommen. Weit ostwärts davon haben motorisierte Truppen Wlodzi - mierz erreicht.

Unter Einsatz neuer deutscher Kräfte wurde der Ring um die bei Kutno eingeschlossene polnische Armee verstärkt und im Angriff verengt.

Nach Abwehr der feindlichen Durchbruchsversuche südost- wärts Warschau brachten unsere Truppen dort 8000 Gefan­gene und 126 Geschütze ein und stehen jetzt dicht um Praga.

Vialhstok wurde genommen. Der Kampf um die Zitadelle von Brest ist noch im Gange.

Sie Nechtsbriiche werden vergolten!

kine krklärung der Neichsregierung ;u den Methoden der kriegsfiilirung

Berlin, 17. September.

Amtlich Wird mitgeteilt: die französische und die britische Regierung haben bei Abbruch ihrer Beziehungen zu Deutsch­land eine gemeinsame Erklärung über die von ihnen beab­sichtigten Methoden der Kriegssllhrung verössentlicht und der Reichsregierung zur Kenntnis gebracht. Die französische Regierung hat dabei um eine Antwort der Reichsregierung gebeten. Die deutsche Antwort, die der französischen Regierung durch schwedische Vermittlung iibersandt wird, hat solgenden Wortlaut:

Die Neichsregierung hat von der gemeinsamen Erklärung der französischen nnd britischen Regierung Kenntnis genommen, worin diese Regierungen gewisse Grundsätze an­führen, die sie bei der Führung des Krieges, insbesondere des Luftkrieges beobachten zu wollen behaupteten.

Die Neichsregierung weist darauf hiu, daß sie nach dem Scheitern der Abrüstungskonferenz als erste den Vorschlag ge­macht hat, die gemeinsamen Bemühungen der Mächte auf das Zustandekommen bindender Vereinbarungen über eine möglichst weitgehende Humanisierung der Kriegsführung zu richten. Diese Vorschläge haben damals bei den anderen Mächten keinerlei Widerhall gefunden. Gleichwohl hat der deutsche Reichskanzler bei Beginn der Deutschland aufgezwun- genen Aktion gegen Polen in seiner Reichstagsrcde vom

Waffenstillstand Moskaulokio

Sowjetrussisch-iapanisches flbkommen - der örenrkonslikt im fernen Vsten beigelegt

Moskau, 17. September.

Wie eine amtliche Verlautbarung bestätigt, ist am Freitag von dem sowjetrussischen Autzenkommissar Molotow und dem japanischen Botschafter in Moskau, Togo, ein Abkommen unterzeichnet worden, das dem heftigen und mehrere Monate lang andauernden Grenzkonslikt an der Grenze zwischen der äußeren Mongolei und Mandschnkuo ein Ende setzt.

Das Abkommen hat solgenden Wortlaut:

Im Ergebnis der in den letzten Tagen stattgefundenen 'Be­sprechungen zwischen dem japanischen Botschafter in Moskau, Togo, und dem Außenkommissar Molotow, sind beide Seiten, d. h. die japanisch-mandschurische und die sowjetrussisch-mon- golische, zu folgender Vereinbarung gekommen:

1. Die japanisch-mandschurischen Truppen und die so­wjetisch-mongolischen Truppen stellen am 16. September um 2 Uhr nach Moskauer Zeit jegliche Kriegshandlungen ein.

2. Die japanisch-mandschurischen Truppen und die so­wjetisch-mongolischen Truppen bleiben aus den von ihnen am 15. September um 13 Uhr nach Moskauer Zeit ein­genommenen Linien.

3. Vertreter der Truppen beider Seiten schreiten an Ort und Stelle unverzüglich zur Ausführung der Punkte 1. und 2. des gegenwärtigen Abkommens.

4. Die Gefangenen und Toten beider Seiten werden aus­getauscht, was die Vertreter der Truppen beider Seiten an Ort und Stelle unverzüglich vereinbaren und sofort zur Ausführung bringen.

Außerdem wurde in den Besprechungen zwischen Togo und Molotow eine Vereinbarung darüber erzielt, daß zum Zwecke der Festlegung der Grenzen zwischen der äußeren Mongolei und Mandschnkuo im Gebiete des kiirzlichen Konfliktes sobald wie möglich eine Kommission gebildet Wird aus zwei Vertre­tern der sowjetisch-mongolischen Seite und zwei Vertretern der japanisch-mandschurischen Seite. Die Kommission wird ihre Arbeit sofort nach ihrer Bildung aufnehmen."

Die gleichzeitig amtlich mitgeteilte Ernennung des bisheri­gen sowjetrussischen Geschäftsträgers in Tokio, Smetanin, zum Botschafter der Sowjetunion in Japan wird als weiteres An­zeichen dafür angesehen, daß der sowjetrussisch-japanische Aus­gleich von gutem Willen beider Seiten getragen ist und daß ihm die Bedeutung einer dauernden Verständigung zukommt.

Die Kämpfe an der Grenze zwischen der äußeren Mongolei und Mandschnkno hatten sich seit Juli dieses Jahres fast un­unterbrochen in der Mgend des Buir-Nor-Sees abgespielt und hatten aus beiden Seiten eine große Anzahl von Opfern ge- gefordert. (Siehe auch Seite 2)

Die Loie 1» v eines I) v u t s e Ii e n rv > i 6 uns «I e > I! r n I> v x v i» v i x v n. KvknnKviie poiniselie Hecke» schütten Ireixen ein Opkee ihrer Untaten, ckas sie in ckiv Denke xvrvorken linden, naetulein sie es mit Xuxelu in äen Kücken äueckkoket statten, ^uk stein Frleststvk bei .InKvi kok rv urckv üieses Opker stes KIutsauntaKes belAeset-ck, ster ia LromstvrZ üstvr 1500 Vvutsesten stas lieben gekostet stat. Lrssse-LokkwLiui.

1. September öffentlich bekanntgegeben, daß die Kampfhand­lungen von deutscher Seite in Uebereinstimmung mit jenen deutschen Vorschlägen durchgeführt und nicht gegen Frauen und Kinder gerichtet werden würden. Zugleich hat der deutsche Reichskanzler bei dieser Gelegenheit den der deut­schen Luftwaffe erteilten Befehl mitgeteilt, ihre Angriffe auf militärische Objekte zu beschränken..

Dementsprechend hat die deutsche Regierung den Appell deS Präsidenten Noosevelt begrüßt und in positivem Sinne beantwortet. Sie hat ferner der britischen Regierung auf deren besondere Anfrage die Mitteilung "zugehen lassen, daß Deutschland die Bestimmungen des Genfer Abkommens vom Jahre 1925 über das Verbot der Verwendung erstickender, giftiger nnd ähnlicher Gase befolgen werde.

Die deutschen Streitkräste haben sich zu Lande, zur See nnd in der Lust auf das strikteste an diese deutschen Erklärungen gehalten. Selbstverständlich standen aber diese Erklärungen, wie schon bei ihrer Abgabe betont wurde, unter der Voraus-

Sfl.-0bergruppenfülirec Meger-Yuade gefallen

Kiel, 17. September

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist im Kampfe sür Führer und Volk SA.-Obergruppenführer Meher-Quade gefallen.

SA.-Obergruppenführer Meher-Quade wurde am 22. No­vember 1897 in Düsseldorf geboren und zeichnete sich als Freiwilliger im Weltkrieg derart aus, daß er das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse erhielt. Nachdem er in der Comme- schlacht 1917 in Gefangenschaft geriet, unternahm er nicht weniger als fünf Fluchtversuche, bis er sich endlich 1920 nach Deutschland durchschlagen konnte. Hier setzte er sich, als wie- darum ganze Männer gefordert wurden, als Freikorpskämpfer im Nuhrkampt ein. 1929 trat er der NSDAP. bei, in der er bald auch aktiver Kämpfer der SA. wurde. Nachdem er sich als Ortsgruppenleiter, als Kreisleiter und schließlich als Bezirksleiter Nordost bewährt hatte, wurde er 1934 als Ober­führer mit der Führung der SA.-llntergruppe Schleswig be­auftragt. Schon vorher wurde er, Mitglied des Reichstages. Nach vorübergehender Führung der'SA.-Gruppe Niedersachsen übernahm Meher-Quade die Führung der SA.-Gruppe Nord­mark. Gleichzeitig war er Polizeipräsident von Kiel.

setzung, daß die Gegner Deutschlands die gleichen Regeln der Kriegssuhrung beachten würden. In dieser Beziehung muß die Neichsregierung feststellen, daß die Gegner Deutschlands ihre feierlichen Zusicherungen und Verpflichtungen schon jetzt vielfach in flagrantester Weise gebrochen haben.

Die britische Regierung hat sich in krassestem Widerspruch mit der in ihrer Erklärung enthaltenen feierlichen Ver­sicherung, die Zivilbevölkerung schonen zu wollen, durch die von ihr verkündeten Bestimmungen über die Konterbande über alle anerkannten Regeln der Seekriegsführung hinweg­gesetzt und damit in aller Form die Hungerblockade gegen Frauen und Kinder eröffnet. Ferner Hai die polnische Regierung ohne jede militärische Notwendigkeit viele offene Städte zum Stützpunkt ihrer militärischen Operationen und damit zum Kampfgebiet gemacht. Sie hat darüber hinaus durch ihre Organe öffentlich ihre Zivilbevölkerung znm schrankenlosen Franktireurkrieg gegen die deutsche Armee aufrufen lassen. An vielen Stellen hat die polnische Zivilbevölkerung diesem Ausruf Folge geleistet nnd sich die furchtbarsten Grausamkeiten gegen deutsche Soldaten zuschul­den kommen lassen. Endlich haben polnische Truppen bei ihren Maßnahmen, wie authentisch nachgewiesen wurde, entgegen ihren vertraglichen Verpflichtungen Gelbkreuzgas ver­wendet.

Die deutschen Streitkräste werden auch künftig den bom Führer verkündeten Grundsätzen ritterlicher und humaner Kricgsführnng treu bleiben. Die Neichsregierung muß sich aber vorbehalten, jeden von ihren Gegnern begangenen Rcchts- bruch in der ihr geeignet erscheinenden Weise zu vergelten und im Hinblick aus den von England mit der Masse der Hunger­blockade gegen Frauen und Kinder geführten Krieg mit den­jenigen Massen zu antworten, die ihr hierfür znr Verfügung stehen nnd die auch dem Gegner die furchtbaren Folgen der von ihm gcwolltcn Methoden vor Augen führen."

Polen verwendet Selbkreu;

stnst. Berlin, 17. September.

Das Oberkommando des Heeres teilt mit:

Beim Wegräumen einer Baumsperre aus der Jasiolka- brücke in Jaslo am 8. September gegen 20 Uhr durch eine Pionierkompanie kamen in die Brücke eingelassene Gelbkreuz- minen zur Explosion. Zwei Pioniere starben kurz daraus an schweren Gelbkrcuzvcrgistungcn. Der eine an Lust-Oedem und an schweren Verbrennungen am Scrotum, der andere an Lun- gen-Ledem. 12 Soldaten liegen mit teilweise schweren Gelb­kreuzschäden im Lazarett in Jaslo. Davon ringt ein Pionier infolge schwerer Schädigung der Atemwege mit dem Tode.

Eine Kommission, bestehend aus sachverständigen Offizieren. Aerzten und Chemikern, begab sich sosort im Flugzeug von Berlin nach Jaslo. Sie stellte aus Grund eingehender Unter­suchungen einwandfrei die Verwendung von Gelbkreuz sest. Damit hat Polen das Gaskricgsabkommen vom 17. 6. 1925, das jede Verwendung von Kampsstofsen verbietet, gebrochen."

Die Luftwaffe vereitelte den Versuch der letzten polni­schen Transportbewegungen gegen die Ostgrenze. ,

Im Westen feindliche Artillerietätigkeit bei Saarbrücken. Ocrtliche feindliche Vorstöße wurden unter erheblichen Ver­lusten sür den Gegner abgewiesen.

Lustangrifsc auf deutsches Reichsgebiet fanden nicht statt."

L. v. Bremen, 17. September.

Veutsche und polnische Kriegsfiilirung

Es wird dereinst in der Geschichte Unserer Tage mit goldenen Buchstaben verzeichnet sein, mit welcher Ritter­lichkeit das nationalsozialistische Deutschland den ihm aufgezwungenen Krieg geführt hat. England, das bru­tale und von keinerlei menschlichen Anwandlungen ge­rührte England, das vor wenigen Tagen erst den Hungerkrieg gegen die Frauen und Kinder seines kriegs- führenden Gegners proklamierte, könnte sich ein Beispiel daran nehmen, wie Deutschland trotz der unerhörten Völkerrechtsbrüche der polnischen Heeresleitung, trotz des von dieser befohlenen und organisierten Banden- krieges alles tut, um der polnischen Bevölkerung das schlimmste Schicksal zu ersparen. Mit geradezu bewun- rungswerter Sorgfalt für die Zivilbevölkerung geht das Oberkommando der deutschen Wehrmacht an die nicht mehr aufzuschiebende bewaffnete Besitzergreifung Warschaus heran. Aber unbegreiflich wird es ewig bleiben, wie der Befehlshaber der Truppen in Warschau die Verantwortung auf sich nehmen konnte, das deutsche Ultimatum abzulehnen, das die Hauptstadt Polens wie die Bevölkerung Warschaus vor dem Letzten und Härte­sten zu retten beabsichtigte. Daß dennoch das Ober­kommando der deutschen Wehrmacht der Bevölkerung Warschaus nach Ablehnung des Ultimatums Gelegen­heit gab, die Stadt zu verlassen und die Bevölkerung von dieser Gelegenheit durch Flugzettel in Kenntnis setzte, nachdem der Kommandant von Warschau sich ge­weigert hatte, es selber zu tun, das zeigt vor aller Welt und in aller Ewigkeit den Gegensatz deutscher Gesinnung und polnischer Gesinnung. Hier Großmut und Rit­terlichkeit, dort Verstocktheit und Bruta­lität gegen das eigene Volk. Wer wollte da noch zweifeln, auf welcher Seite das Daseinsrecht für die Geschichte besteht und wo das Urteil des Untergangs bereits gefällt ist.

ledern das Seine!

Achttausend Gefangene und 126 Geschütze Lei Warschau, ö t> sll und V i a l y st o k genommen, weitere sturmi,che Verfolgung der in Südpolen aufgelösten Teile der polnischen Armee, dazu ein Waffenstillstands- abtommen zwischen Japan und Sowjetrußland, das die Feindjeligkeiten zwischen diesen Leiden Ländern abschließt und zweifellos der Auftakt zu einer gegenseitigen Ver­ständigung und Anerkennung der beiderseitigen Lebens­notwendigkeiten im Fernen Osten sein wird, das und einige andere England nicht gerade angenehmen Tat­sachen stnd die Hiobsmeldungen eines einzigen Vages fur das perfide AIbion. Es wird seine Freude daran haben, und vor allem Her» Eden mit­samt seiner kriegslüsternen Kumpanei verbohrter Regierungsmenschen werden wieder einmal Anlaß haben, von dem deutschen Volke als dem fürchterlichsten der Erde zu reden, jawohl, wir sind ein fürchterliches Volk für unsere Feinde, und wollen es auch sein, so wie wir das beste und treuste unseren Freunden gegenüber und das gerechteste und friedliebendste gegen die Neu­tralen sind. ^5 e d e m d a s S e i n e, ist der Grundsatz des nationalsozialistischen Reiches. Und daß keiner zu kurz kommt weder Freund noch Feind, noch die Neutralen, das hat schon der bisherige Verlauf des europäischen

-Ä ""b gezeigt, der die polnische Armee der Ver­nichtung preisgab, der heute noch eine bemerkenswerte Langmut Deutschlands gegenüber seinen Gegnern am Westwall ausweist, und schließlich ein korrektes, um nicht zu sagen, freundliches Verhalten Deutschlands den Neu­tralen gegenüber erkennen läßt. England aber, das ver­logene und heuchlerische England ist und bleibt für uns Deutle der Staat, dem unser ganzer fanatischer Ab­wehrwille gilt, der Staat, der sowohl in seinen nieder­trächtigen Lügen als in seiner unmenschlichen Hunger­blockade gegen Frauen und Kinder von uns mit allen Mitteln bekämpft wird. der Staat, dessen perfide Ränke die deutsche Außenpolitik längst durchschaut und die

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Unser VsgeZsviese!

(Die keutiZs Tivs^nbs umkokt nekt Leiten)

Die deutsche Wehrmacht fordert die Uebergabe Warschaus.

Die deutschen Truppen vernichteten bisher 14 polnische Divisionen. Przemhsl und Bialhstok wurden genommen: der Ring bei Kutno verengt sich.

Der Notenkricg Englands gegen die neutralen Staaten enthüllt die ganze Brutalität John Nulls.

Ein sowjctrussisch-japanisches Abkommen stellt an der mandschurischen Grenze den Frieden her.

Der türkische Außenminister fährt nach Moskau.

Rumänien kann sich kaum des polnischen Flüchtlinqs- stromes erwehren.

Auch für die Kriegsmarine ist die Fcldpostregclung ge­troffen worden.

Statt der Bezugscheine kommen Einzclkarten für den näch- , stcn Vicrwochcnabschnitt zur Ausgabe.

Die Termine der Wiederholung der Diphthcrieschutz- impsung werden bekanntgegeben. j