Ausgabe 
(7.9.1939) Nr. 246
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VktMl MMW

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierendm Bürgermeisters der Zrelen Hansestadt Vremen

Anzeigen -- Grllndprstfr?

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Nerkündungsbkatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und NrenWN

Nr. 246 / 9. Icchrgang

Nannerstag. 7. September 19Z9

kinzelpreis 15 Nps.

Unaufhaltsam vorwärts zum Siegt

War schauer Negierung geflüch tet

Zunächst nach Lublin krakau, kielte und vromberg genommen

Snb. Berlin. 7. September

Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit:Die Ope­rationen des Heeres in Polen nahmen am 5. 9. ihren Plan­mäßigen Fortgang. Gcbirgstruppen und bewegliche Truppen erkämpften sich in breiter Front die Rordausgänge der Bes- kiden und befinden sich in flüssigem Angriff gegen Ren- Sand e z.

Die bon Süden und Westen gegen Krakau vorstoßenden Kräfte haben den Feind auf die Stadt zurückgeworfen. Das ostobcrschlcsischc Industriegebiet ist in unserer Hand. Weiter nördlich wurde am frühen Nachmittag die Linie Chchinh LopussnoPiotrkow genommen. Beiderseits Sie- radz wurde eine stark ausgebaute Bunkerlinie durchbrochen und der Angriff auf dem Östuser der Warthe in Richtung Lodz fortgesetzt.

Die bei Kulm und Graudenz auf das Ostuser der Weichsel übergegangenen Kräfte fetzten die Verfolgung des ge­schlagenen Feindes fort.

Die aus Ostpreußen über Mlawa vorgestoßene» Trup­pen haben Ciechanow genommen. Der Gegner geht hier scharf bedrängt nach Süden zurück. Schnelle Truppen haben bei Rozan den Narew erreicht. 18 868 Gefan­gene und K8 Geschütze sind bisher die Beut« unserer im Norden kämpfcnden Truppen.

Die Angriffe der deutschen Luftwaffe haben am Diens­tag wiederum starke Störungen der feindlichen Verkehrslinien und rückwärtigen Verbindungen bewirkt. Die Bahnhöfe Zdunfka-Wola, Skckrzyfko, Tarnow und Wreschen brennen, zahlreiche Bahnstrecken sind unterbrochen. Die polnische Flie­gertruppe ist mit Ausnahme einzelner Jäger bei Lodz über­haupt nicht »ichr in Erscheinung getreten. ^

Luftangriffe auf deutsches Hoheitsgebiet fanden am 5. 9. an keiner Stelle statt.

Teutsche Sccstrcitkriifte vernichteten in der Ostsee ein drittes polnisches U-Boot."

Im Verlaus des Mittwochs setzten die deutschen Truppen an allen Fronten ihren Vormarsch in raschem Tempo fort. So wurde Brombcrg genommen. Die Netze wurde bei Bramberg nach Süden überschritten.

Aus dem Vormarsch auf Lodz überschritten die deutschen Truppen gestern um 14 Uhr die Straße LaskUnjcjow.

Der wichtige Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt Kiele« am Fuße des Lhsa-Gora wurde bereits in den gestrigen Mor­genstunden von unseren Truppen in Besitz genommen. Im Süden siel Ncu-Sandez in unsere Hand.

Gleichfalls fiel gestern Krakau. Die deutschen Generale begaben sich sogleich in den Wawel und erwiesen dort am Grabe Pilsudskis Ehrenbezeugungen.

Zur Einnahme Krakaus meldet das OKW.: Die deutschen Truppen sind in den Mittagsstunden des Mittwoch ohne Kampf in die Stadt Krakau eingerückt. Der Kommandierende General sowie der Divisionskommandeur haben am Grabe Pilsudskis militärische Ehren erwiesen. Ein« Ehrenwache ist ausgezogen. Die Weichselbrückcn sind nicht zerstört.

Am Mittwoch wurden mindestens 18 polnische Flugzeuge, davon mit Sicherheit 12 im Lustkamps, der Rest aus der Erde, zerstört. Die Zahl der aus der Erde vernichteten Flug­zeuge kann nicht genau angegeben werden, da die Beob­achtung der bei derartigen Angriffen erzielten Erfolge außer­ordentlich schwierig ist. (Die in den deutschen Berichten als auf der Erde vernichtet angegebenen Zahlen sind grundsätz­lich Mindestzahlen.)

Nücktrittsangebot Nvö;-Sm!Ms?

Warschau wird bereits geräumt

Berlin. 7. September.

Das ungeheuer rasche Vordringen der deutschen Truppen, die unaufhaltsam aus allen Fronten den Feind zurückwerfen, hat neben der schon bekannten grenzenlosen Verlvsirrung der Bevölkerung in manchen Teilen Polens nunmehr, auch schon seine Wirkung aus die polnische Regierung ausgeübt. Dies geht eindeutig aus einem Telegramm der Schwedischen Tele­graphenagentur hervor, in dem der schwedische Gesandte mitteilt, daß er nach Lublin abgereist ist, dem gejpenwärtigen Sitz der polnischen Regierung.

So hat also, wie diese Meldung einhellig beweiist, die pol­nische Regierung, nachdem sie ihr Volk in unsagchnres Leid gehetzt hat, sich selbst inSicherheit" bringen w-olleu. Wie aus Stockholm, so wird auch aus Newhork und zwar durch Associated Preß berichtet, daß die polnische Regieming nach Lublin übergesiedelt ist. Darüber hinaus meldet die amerikanische Agentur, daß Msrschall Rydz-Smigly seinen Rücktritt angeboten hat. Die Stockholmer Zeitung Dagens Nyheter" Echt sich aus Warschau berichten, dcch so­wohl der englische wie der amerikanische Botschafber gleich­falls nach Lublin abgereist sind. Auch große Mengen der Bevölkerung fliehen aus der Stadt. Die Straße» und Wege seien überfüllt mit Flüchtlingen. In der Ferne höre mau deutlich den Kanonendonne r von den Fronten. Die BrüsselerJndcpence Bclgc" weiß mitzuteilen, infolge des schnellen Vormarsches der deutschen Truppen hübe man mit der Räumung Warschaus bereits begonnen.

polen verlor seine Schwerindustrie

INI

folgen der deutschen Vesehung Vstoberschlesiens und des Vabrowaer öebietes

Berlin, 7. September

Die Besetzung des ostoberschlesischen Industriegebietes (Katto- witz-Königshütte-Mhslowitz) und des Dabrowaer Industrie­gebietes (Sosnowice, Dabrowa-Gornice und Bendzin) bedeutet für Polen den Verlust säst seiner gesamten Schwerindustrie. Damit entfällt für die Rüstungsindustrie die Belieferung mit den entsprechenden Vorprodukten und Halbzeugen. Das bedeutet den Wegsall säst der gesamten Produktion an Geschütz-, Gewehr- und MG.-Rohlingen sowie an Panzer­platten und Panzerkuppeln.

Gleiches gilt für den Bau von Flugzeug- und Kvaftwagen- motoren, Kraftwagen, Panzerwagen, Lokomotiven und Eisen­bahnwagen (Motorenteilen, Fahrgestellen und Kürbelwcllen). Die im unbesetzten Teil verbliebenen Rüstungswerke und rüstungswichtigcn Betriebe sind in ihrer Fertigung nunmehr ausschließlich aus die eingelagerten Rohstoff- und Halbzeug­vorräte angewiesen, die nach vorliegenden Nachrichten nur für wenige Wochen ausreichen.

In dem zur Zeit besetzten Gebiet werden rund 9b v. H. der polnischen Steinkohle gefördert. Der Rest fällt im Krakauer Gebiet an. Ferner liegen in dem von Deutschland besetzten Gebiet zehn Zink- und Bleihütten, deren Erzeugung mit 168 688 Jahrestonnen 166 v. H. der polnischen Erzeugung beträgt.

Die im besetzten Gebiet liegenden Stickstoffwerke erzeugten rund 28 868 Jahrestonnen Stickstoff rund 58 v. H. der gesamten polnischen Stickstofferzeugung. Eine Reihe wehr- wirtschaftlich wichtiger Erzeugnisse, wie Schwefelsäure, Benzol, Trinitoluol und Oleum, wurden fast ausschließlich in dem besetzten Industriegebiet hergestellt. Zerstörungen sind n'ur in geringem Umfange gemeldet. Dagegen ist anscheinend ein Teil der Ingenieure und Facharbeiter nach Jnnerpolen ver­schleppt.

Unsere Truppe nähert sich dem Erdölgebiet von Jaslo, das mit 118 888 Jahresionnen rund 24 v. H. der polnischen Ge- samterdölgewinnung liefert.

pn die Iruppen der vftfront

tkrenwache des deutschen Heeres am Srabe pilsudskis

Berlin, 7. September

Der Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst von Brau- chitfch, hat folgenden Tagesbefehl an die Truppen der Lstsront erlassen:

Soldaten!

Krakau, Vromberg und Graudenz sind in unserer Hand.

Der Korridor trennt nicht mehr Ostpreußen und Danzig vom deutschen Mutterland.

Der Feind ist aus der ganzen Front zurückgeworfen und im Rückzug. Altbewährte Frontkämpfer des Weltkrieges wie junge Soldaten haben in gleicher Weise Anteil an den ifi kurzer Zeit errungenen Erfolgen.

In entschlossenem Einsatz hat unsere tapfere Luftwaffe euren Kamps hervorragend unterstützt.

Ich spreche euch allen Dank und Anerkennung aus sür eure Leistungen, die sich würdig an die großen Taten des Heeres der deutschen Geschichte reihen.

Mit der Einnahme von Krakau hat das deutsche Heer auch das Grab des ersten Marschalls von Polen, Pilsudski, in seine Obhut genommen.

Sein Ziel war der Friede mit Deutschland. Die Nicht­achtung seines Vermächtnisses führte zum Kriege.

Das deutsche Heer achtet und ehrt diesen großen Soldaten. Aus Anordnung des Führers ist heute an seinem Grabmal in feierlicher Form eine Ehrenwache ausgezogen.

Soldaten! Tage großer Leistungen liegen hinter euch. Jetzt

pls erster einen knglänöer abgeschoben

. . ., 7. September.

Am Montag wurden wie gemeldet über Wilhelms- haven und Cuxhaven zahlreiche englische Bomber abgeschossen. Unser Sonderberichterstatter suchte den Flugzcugsührcr aus, der den ersten Tommh abschoß.

Der Flugzeugführer erzählt:In. gegen 18 Uhr wurden wir alarmiert. Schnellstart in 1 '/- Minuten waren wir weg. Richtung Feind. Endlich ging ' s nun los! Es dauert nicht lange, da erreicht unser Verband Wilhelms- h a v e n. Ueber Haseuanlagen und Wersten nichts zu sehen. Also drehten wir weiter jadeabwärts, wo wir durch den Mo­torenlärm Flakschüsse hörten 'und auch gemeldet wurde, daß dort noch besonderes sür uns zu tun sei.

Eine Kette unbekannter Flugzeuge sah ich im Abdrehen hinter und zwischen ihnen lagen die Schüsse der Flak, die ihr Feuer einstellte, als wir herangekommen waren. Die Kette war in die Flakschüsse eines unserer Kriegsschiffe geraten, das wir bald darauf überflogen. Soviel ich sehen konnte, lagen zwei Maschinen im Wasser zweimotorige Bomber, von denen der eine brannte. Wir kurvten darüber. In größerer Entfernung sehe ich dann plötzlich noch einen Tommh, wieder einen zweimotorigen Bomber. Unser Verband dreht daraus zu. Der Vcrbandsführer setzt sich über ihn. war aber noch weit entfernt. Ich lag näher dran und jagte ihn Ich hatte ihn gut im Visier und jagte ihn, Schüsse ins Heck. Der Schütze des Tommys antwortete. Ich erkannte den Bomber nun ganz genau, sah auch die Männer darin gut vor mir. In Kurven waren wir bis weit über die Jade geraten. Ich hatte die feindliche Maschine immer weiter heruntergedrückt.

Es läßt sich wenig über das Tressen meiner Schüsse sagen. Jedenfalls sah ich plötzlich wir waren schon ein Stück von der Küste weg wie aus seiner linken Tragfläche oder dem linken Motor Flammen schlugen. Das Flugzeug stürzte auch gleich daraus brennend aus das Wasser und war in Sekun­denschnelle versunken."

Der deutsche Flngzeugsührer, dessen Maschine bis auf einen Flächentreiier völlig unversehrt blieb, stammt aus Weißen­burg bei Nürnberg und ist 26 Jahre alt. Er darf den Ruhm sür sich in Anspruch nehmen, als er st er einen Tommh abgeschossen zu haben.

heißt es, dem Feind an der Klinge zu bleiben und olle Kräfte ansetzen bis zur letzten Entscheidung!

Im Vertrauen und Zuversicht steht ganz Dcutschlcind hinter euch. Vor uns steht als Vorbild an persönlichem Mut und starker Entschlossenheit unser Führer und Oberster Befehls­haber.

Vorwärts zum Sieg!

von Brauchitsch Generaloberst.

Vss IMS wieviel erkslls ick üuk äie Lsrugslälsine?

DieRiemer 2oitunK" veiiikkentlielit in ihren vorlieKeuäeu JusKnbe eine stlnre iiber- sielltlieh« 2u8»minonk»8suuK cler >Vnre» u«ct ölvuKeu, «liv »uk siie ko7,UK8okvi»e erkriltlieh siiui. siVi,- raten secier Ituu^kruu, cliese in Kon» eines Krusten Ilv/NKsetieins erselceiiienciv 1)I»ersieI>t nus- xns, Iineiclen unci nukxnliehe». 8iv erleiehtert sieh uncl «lein Konti»!,»» ckiv JInvielclunK ihrer INustönke!

UdSSN. begrüßt Vertrag mit Veutschland

Moskau, 7. September.

Nach Abschluß der Tagung des Obersten Sowjets hat in allen Teilen der Sowjetunion eine lebhafte, durch die össent- lichen Verbände organisierte Tätigkeit eingesetzt, durch die in Versammlungen, durch Ausrufe und Resolutionen die letz­ten Beschlüsse des Obersten Solojets, darunter in erster Linie die Notifizierung des Nichtangriffspaktes mit Deutschland, den breitesten Massen des Volkes erläutert werden sollen.

Die Abgeordneten des Obersten Sowjets treten dort in ihren Heimatbezirken mit Reden und Erklärungen hervor. So bezeichnete z. B. der Chef der Luststrcitkräste der Sowjet­union, Armeekommandant Loktionow in Moskau auf einer öffentlichen Versammlung den deutsch-sowjetrussischen Vertrag als einen der größten Erfolge der sowjetischen Außenpolitik. Das ganze Land habe zugleich, mit den Abgeordneten des Obersten Sowjets die Ratifiziern»!) dieses Vertrages einstimmig gutgeheißen.

Auch die gestern, am <>. Scptemhcr, vom sowjetischen Ju- gendvcrband Komsomol abgehaltene Parade aus dem Roten Platz in Moskau stand unter dem Zeichen der neuen Außen­politik der Sowjetunion. Aus dem Gebäude des Museums, gegenüber dem Kreml, war ein großes Transparent ange­bracht mit folgender Inschrift:Es lebe die weise Außen­politik der Sowjetunion, die sich nach der Lehre Stalins richtet: Vorsicht zu bewahren und unser Land nicht in Kon­flikte hineinziehen zu lassen von denen, die daran gewöhnt sind, sich Kastanien durch andere aus dem Feuer holen zu lassen."

London mußte färbe bekennen

Zusammenbruch der ksbjerg-Lüge fluch dasfltflenia'-Manöver aussichtslos

London, 7. September.

Die britische Regierung hat, wie der Londoner Rundfunk mitteilt, der dänischen Regierung wegen des Bombenabwurfs aus Esbjerg ihr Bedauern ausgesprochen. Dabei wurde er­klärt. daß nach einer genauen Nachprüfung keines der vom Fluge über deutsches Gebiet zurückgekehrten Flugzeug? diese Bombenabwürfe habe vornehmen können. Es könnte sich aber um ein verirrtcs Flugzeug gehandelt haben, das irrtümlich über dänischem Boden seine Bomben abgeworfen hat. Zum Schluß drückt die britische Regierung nochmals ihrtiefstes Bedauern" aus.

48 Stunden lang hetzten die Nachrichtenmittel desl briti­schen Weltreiches, angepeitscht von den Dienststellen des Jn- soiinc>tions-"Bt,iniisteviunrs, die Lüge durch die Wdltt, daß deutsche Flieger die dänische Küstenstadl Esbjerg bomibn ediert hätten. 48 Stunden lang war kein Mittel zu gen,ein, um durch diese Greuel»,etdnngen Deutschland iu der Welt- anzu­schwärzen. Aber tu diesen 48 Stunden zog die Untepsnchnug des Esbjerg-Zwischensalls immer enger die Schlinge um die wahren Schuldige». Mehr und mehr verdichteten sich die Verdachtsmomente gegen England, so daß. es, iu die Enge getrieben, sich entschließen mußte, den Wettlaus mit der

Wahrheit auszugeben. Eins ist sicher: Nie hätte eine britische Jnstaug diesen unglaublichen Neutralitätsvruch zugegeben, so­lange noch die Möglichkeit vorhanden gewesen wäre, Deutsch­land die Schuld iu die Schuhe zu schidbeu, denn England braucht mehr denn je sein erstes Kamps »rittet: die Lüge. Wie auch das plumpe Manöver um die Verscukuug der Atheuia" beweist. Wir beneiden Churchill, den Verantwort­liche» desAtheuia"-Ttaudals, seine gegenwärtige LaM nicht. Obwohl wir überzeugt sind, daß er gegen die Stimme des Gewissens völlig iinuu ist, bleibt doch eines sicher: :auch dieAtheuia"-L>üge wird fallen ' und John Bull zwingen, ähnlich wie im Fall Esbjerg zu Kreuze zu kriechen!

Litauen stellt Lügen richtig

Kowno, 7. Septenrder.

. Die litauische Nachrichtenagentur stellt in einer Verlaut­barung fest daß gewisse im Auslande verbreitete Nachrich­ten. nach denen deutscl-e Mi!itnrslugze.uge litauische» Boden überflogen hätten, jsder Begründung entbehren. Die litauische Neutralität werde von den Kriegführenden geachtet.

Lebendig ans Scheunentor genagelt

vier Kinver von rurückflutenöen polen bestialisch getötet

Berlin, 7. September.

Trotz der säst unausdenkbaren Grausamkeit polnischer Banden soll der Weltösscntlichkeit eine neuerliche Untat der slirhcndcn Polen nicht verschwiege» werden, die an Tat-' sächlichkeit alles iibcrtrisst, was sogar der polnische Greuel- sender sich sür seine Hetzpropaganda ausdenkcn könnte: Die in das Gebiet der Tuchelcr Heide vorrückenden deutschen Sol­daten trasen auf die Försterei bei Mcntschikal, die schon vo» weitem ein Bild der Verwüstung bot. Am Scheuucutor fand man den 63jährigen Förster gekreuzigt und von zahlreichen Schüssen durchbohrt: ein Arzt stellte fest, daß der alte Mann bei lebendigem Leibe angenagelt worden war. Vo» seiner Frau fehlt jede Spur. In, Schlafzimmer lagen die beiden Jagdhunde mit ausgeschnittene» Leibern in den Betten.

Ei» ebenso graneiivoller Anblick blieb unseren Lkoldatc» beim Einmarsch in Kochlitz nicht erspart: In einen, Paucrn- haus fand man die fünf», sechs-, sieben- und achtjährigen

Kinder zweier Familien stumm an einem Tisch sitzend vor; ihre Zungen waren an der Tischplatte angenagelt, die Kinder waren an dieser unmenschlichen Marter erstickt. Die Polen haben mit diesen grausamen, durch Augenzeugen und Foto­grafien belegten Handlungen eine unermeßliche Blutschuld aus sich geladen.

Auch im Ausland nimmt man die unmenschlichenKämps"- inethoden der Polen mit Schrecken und Abscheu zur .Kenntnis. So schreibt der Berliner Korrespondent der dänischen Zeitung /National Tidendc". die Tatsache, daß deutscl-e Soldaten in Polen sich einem Dandenkrieg gegenübergestellt sehen, könne sehr ernste Konsehuenzen nach sich ziehen Weiter teilt er eine bezeichnende Wahrnehmung seines Kollege», des Berliner Vertreters der Associated Preß mit, der in den Gesangene»- lageri, von Lschcnstochau unter den müiiulichcn und »leib­liche» politisch'» Franktireurs auch Rötekreuzschwesteru sah, die unter ihrer samaritertracht scharf geladene Pistolen trugen!

4»acH Mistes

Vom FallTschenstochau" zum FallAthenia"

Di-e britische Lügenpropaganda hat einen außer­ordentlich schweren Schlag erlitten. Nachdem das Greuelmärchen von der angeblichen Zerstörung der Schwarzen Madonna von Tschenstochau durch die Deut­schen dank der schnellen und durchgreifenden deutschen Aufklärungsarbeit vor der ganzen Welt als skrupelloses antideutschesLügenmanöver gebramdmarktwerden konnte, gewinnt jetzt das unabhängige Ausland aus Grund der sür sich selbst sprechenden Zusammenhänge den sicheren Eindruck, daß es sich auch bei der Versenkung des englischen DampfersAthenia" um eines der größten Lügenskandale handelt. Wir stimmen mit derNew dork Sun" in der Ansicht überein, daß es nach Art der' britischen Weltkriegspropaganda immer möglich sei, einem anderen eine Sache in die Schuhe zu schieben, die man selbst zu tun beabsichtige. Im Falle derAthenia" ist das Mitglied des englischen Kabinetts Churchill von der verwerflichen Absicht zür ver­brecherischen Tat übergegangen:

Er selbst war es, wie durch eine Reihe ver­räterischer Begleiterscheinungen bestätigt wird, der die Beschießung und Versenkung des Dampfers Athenia" in die Wege leitete, um durch die Lüge, ein deutsches U-Boot habe die Torpedierung vor­genommen. die Welt und besonders die Vereinigten Staaten von Amerika gegen Deutschland aufzuhetzen.

Dieser Versuch ist, wie gesagt, kläglich gescheitert: all­zu verdächtig war von Anfang an, daß zahlreiche Schisse den gleichen Kurs derAthenia" hielten und unmittel­bar nach der Versenkung sofort zur Hilfeleistung zur Stelle waren. Das Zusammenspiel'zwischen dem Ersten Lord der Admiralität und dem englischen Jnformations- minifterinm wird mit gleicher Deutlichkeit durch die Feststellung bekräftigt, daß auf dem ganzen Erdball die Funknachricht von dem sinkenden Schiff einzig und allein Lord Hugh Pattison Macmillan, eben der englische Jnformationsminister,auffing", um dann mit einer nicht mehr zu überbietenden Eilfertigkeit unter peinlicher Vermeidung irgendwelcher Untersuchungen ,für die Torpedierung derAthenia" dreist die deutsche Kriegsmarine verantwortlich zu machen. Abgesehen von jenen verdächtigen Umstünden spricht schon der gesunde Menschenverstand dafür, d. die Torpedierung nur die Interessen Churchills zu fördern geeignet ist und schon aus diesem Grunde nur von ihm selbst organisiert wor­den sein kann.

Wenn der Kapitän derAthenia". James Look, bei seinem Eintreffen in Ealway einem Berichterstatter der französischen Nachrichtenagentur Havas erklärte, er habe nicht den geringsten Zweifel, daß dieAthenia" torpe­diert worden sei, und wenn einer der Schiffsoffizierc berichtete, das Teleskop eines Unterseebootes gesichtet zu haben, so ist auch im Ausland sür jeden Denkenden nur ein Schluß möglich:

Dieses Unterseeboot war englischer Nationalität und leistete von Churchill bestellte Arbeit.

Das Endergebnis: Der britische Propagandaichuß ge­gen Deutschland ging nach hinten los. Un>d zwar mit einer so starken Wirkung, daß Lord Stanhope gestern im Unterhaus zum Rückzug blasen mußte; er sah sich nämlick) plötzlich zu der Erklärung genötigt, die britische Regierung' sei nicht in der Lage, die Behauptung zu be­stätigen, daß aus den genannten Dampfer ein Torpedo­schuß (!) abgefeuert worden fei. So sehr fürchtet Chur­chill bereits das vernichtende Urteil der Welt, daß er alles zurücknehmen läßt?! Das spricht Bände!.

I»IUIIIII»IIIIIIIMI»UIIMI»IMIIII»II,,,U,IN,,,,,,,,,,,,,,

Unser Issessv

(Unsers bsutiAS JusKads umkasit ssebs Ssitsv)

Die deutschen Truppen nahmen Vromberg, Kieler und Krakau und befinden sich im Anmarsch aus Lodz. Tausende von Polen ergaben sich.

Die polnische Regierung ist nach Lubli» geflüchtet.

Polens Schwerindustrie befindet sich in deutscher Hand. Die Greueltaten zurückflutender Polen erreichen ein un­faßbares Matz von Grausamkeit.

Deutschland veröffentlicht das entscheidende Gespräch zwischen von Ribbcntrop und dem französischen Botschafter. Im Fall Esbjerg mußte sich London bei Dänemark ent­schuldigen. Auch dieAthcnia"-Liige bricht in sich zusammen.

Die neutralen Staaten haben Englands Scheinhciligkcit durchschaut.

An neun deutschen Hochschulen wird der Lehrbetrieb weitergeführt:

Neben den militärischen tritt nun auch der wirtschaftliche Gestellungsbefehl.