Ausgabe 
(30.5.1939) Nr. 146
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memnicltuim

parteiamtliche Lageszeitung

Das Amtsblatt des legierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtliches Nerkündungsblatt des Neichsstatttsalters in Oldenburg und Meiner

Nr. 14k / 9. Jahrgang

Dienstag, Z0. Mai 19Z9

kinzelpreis 1S Npf.

kinkreisung bedroht den Südosten

knglands friedensftörende SarantiepolMK

stufschlustreiche Stimmen aus Sosta und Vudapeft

sBraktborivkt nns vr e s Luckapestsr Vertreter«)

v. m Budapest. 3V. Mai

Erklärungen, die der bulgarische Sobranjepräsident Muschanofs einem französischen Blatte gegenüber abgab, haben in der Presse Südosteuropas starken Widerhall gefunden. Muschanoff stellte Klipp und klar fest, datz die Politik der Westmächte während der ganzen Nachkriegszeit eine friedliche Zusammenarbeit der Balkanvölker verhinderte und datz die englische Garantiepolitik jetzt erneut einen endgültigen Ausgleich zwischen den Völkern des Balkans, also auch zwischen dem Balkanbund und Bulgarien zunichte mache.

Durch seine Garantie Dr Rumänien habe England im Verein mit Frankreich erneut das starre Prinzip des Status guo und der Verewigung der ungerechten Frie­densdiktate gestärkt. Von dem Augenblick an, da Eng­land Rumänien eine Garantie gab, habe sich jede Bereitschaft Bukarests zur Zusammenarbeit mit Bul­garien verflüchtigt.

Während die Bukarester Presse diese Erklärungen von kompetenter Seite entweder gar nicht oder versteckt veröffentlicht, haben die Ausführungen in der jugo­slawischen und ungarischen Öffentlichkeit größtes In­teresse gefunden. Der offiziösePester Lloyd" nimmt die Erklärungen Muschanoffs zum Anlaß, in scharfer Form mit der englischen Garantiepolitik abzurechnen. Das

Blatt weist daraufhin, daß das ungarische Angebot, Ver­handlungen zum Abschluß eines Minderhsitenabkom- mens aufzunehmen, anfangs von Bukarest günstig be­handelt worden sei. Seit der englischen Garantie herrsche aber in Bukarest Schweigen. Es müsse festgestellt werden, daß Rumänien durch das Eingreifen Englands in seiner Haltung, praktisch an einer Verständigung mit den Nachbarstaaten mitzuarbeiten, nicht nur nicht be­stärkt, sondern von dem Wege abgezogen worden sei, der für eine friedliche Entwicklung der einzig gangbare wäre. Ungarn stehe im Südosten mit dieser' Auffassung nicht allein. _

«Unser Sieg auch kurer"

Spanien begleitet im Geiste die heimkehrenden Freiwilligen

Madrid, 30. Mai.

Moskau alsVeschüher"

palen beginnt über die Noile Sowjetrußlands nachzudenken

Warschau, 30. Mai.

Die Rolle, die England und Frankreich Polen in ihrer Einkreisungspolitik zuweisen wollen, vor allem die Aussicht, die Sowjetunion alsBeschützer" zu erhalten, scheint allmählich einige polnische Kreise zu bedrücken. Diesen Eindruck gewinnt man aus einem Artikel im Kurzer Polski", dem Blatt der polnischen Schwerindu­strie.Kurzer Polski" formuliert die Aufgaben der pol­nischen Diplomatie für den Fall des Zustandekommens der englisch-französisch-sowjetrufsischcn Verständigung. Das Blatt stellt fest, daß die Sowjets als Partner fragwürdig seien. Es sei schwer zu sagen, was die Sowjetunion mehr zu der großen Unbekannten mache: Die inneren Verhältnisse der Sowjetunion, ihre Außen­

politik, deren Ziele bei der Annäherung an die west­lichen Demokratien nicht erkennbar seien, oder die Frage des Wertes der sowjetischen Streitkräfte. -

Gerade in Polen sei man sich genauejtens der Aus­maße und des Charakters des sowjetrnssischen Frage­zeichens bewußt. Es müsse ausschließlich Angelegenheit Polens bleiben, zu bestimmen, ob, wann und in welchem Grade Polen von der Zusammenarbeit mit den Sowjets Gebrauch zu machen gedenke. Es scheine, daß hier ledig­lich von einer wirtschaftlichen Zusammenarbeit die Rede sei» könne. Die polnische Diplomatie müsse dafür Sorge tragen, daß in der prosowjetischen Welle, von der heute der Westen Europas ersaßt werde, nicht die Fähigkeit einer nüchternen Beurteilung der sowjetischen Verhält­nisse verlorengehe.

Während sich die deutschen und italienischen Freiwil­ligen auf der Rückfahrt in die Heimat befinden, gedenkt die spanische Presse in ausführlichen Artikeln der Ver­dienste der scheidenden Freiwilligen. Kaum ein Blatt gibt es, das nicht in den Chor vom Hohenlied der Kameradschaft mit Deutschland und Italien einstimmt. Wie tief die freundschaftlichen Gefühle zwischen den Spaniern und den Freiwilligen gehen, zeigen z. V. die folgenden Zeilen der ZeitungNoticiero Zaragoza": Ziehet hin, stolz auf Euer Berhalten, das Spanien niemals vergißt. Der Undank wächst nicht auf spanischem Boden. Unser Ziel war Eures, unser Schmerz war Eurer und auch unser Sieg soll Eurer sein. Trauert nicht um die Gefallenen. Wir haben Zehntaufende verlöre« und schätzen es als eine Ehre. Eure und unsere Toten genießen die gleiche Verehrung. Mit Trauer sehen wir Euch scheiden, aber unsere Dankbarkeit und Zuneigung überwindet Raum und Zeit."

wo prinMgent Paul wohnen wird

Pas neue Sästekaus der Neichsregierung Schloß Vellevue im neuen Sewanb

(vraktdsriokt unserer Berliner Sobriktleitung)

rck. Berlin, 30. Mai.

Der jugoslawische Prinzregent Paul wird mit seiner Gemahlin Prinzessin Olga während seines Aufenthaltes in Berlin im Schloß Dellevue Wohnung nehmen.

Das alte Lustschloß des Prinzen August Ferdinand, des jüngsten Bruders Friedrichs des Großen, ist im Zuge der Neugestaltung Berlins zum repräsentativen Gästehaus der Reichsregierung umgebaut worden. Der jugoslawische Prinzregent wird also der erste Gast der Reichsregierung sein. der das alte historische Haus in seiner neuen Gestaltung bewohnen wird.

Erst vor kurzer Zeit sind die letzten Gerüste an dem Bau in der Nähe des Tiergartens gefallen. Der Um­bau erfolgte unter der künstlerischen Aufsicht von Pro­fessor Baumgarten der es verstanden hat. einen Ueber- einklang zwischen den Forderungen einer modernen Wohnkultur und den alten historischen Formen des Baues zu finden. Dem Charakter des Schlosses ist auch bei der Umgestaltung der Jnnenräume weitgehend Rechnung getragen worden. Vollkommen verändert wurden lediglich die Zimmerfluchten, die als Wohn- räume der Gäste gedacht sind und mit allen modernen Einrichtungen ausgestattet wurden. Dagegen hat man die historischen Empfangsräume im wesentlichen in ihrer Eigenart erhalten. Die wertvollen Gemälde sind von sachkundiger Hand restauriert worden. Aus dem neuen Palais in Potsdam hat man wertvolle historische Möbel in das neue Gästehaus der Reichsregierung gebracht.

Um 1800 hat das Schloß eine Reihe berühmter Per­sönlichkeiten beherbergt, u. a. Friedrich Schiller der ein­mal der Gast des Prinzen Ferdinand war, ferner den Zar Alexander von Rußland. Auch Napoleon hat nach seinem Einzug in Berlin dem Schloß einen kurzen Besuch abgestattet. Später erwarb Friedrich Wilhelm IV, das Schloß und den angrenzenden Park.

slaggenschmuck zu klzren des jugoslawischen Saftes

Berlin, 30. Mai.

Der Reichsminister des Innern und der Reichsmini­ster für Volksausklärung und Propaganda geben fol­gendes bekannt:

Aus Anordnung des Führers flaggen aus Anlaß des Besuches seiner Königlichen Hoheit des Prinzregenten Paul von Jugoslawien die öffentliche« Gebäude für die Dauer seines Aufenthaltes in denjenigen Städten, in denen sich der Prinzregent während seiner Deutschland­reise befindet; außerdem flaggen die öffentlichen Ge­bäude in den Ortschaften, die an den von dem Prinz­regenten befahrenen Eisenbahnstrccken liegen, am Tage der Durchreise.

Aus allen öffentlichen Gebäuden und Plätzen, sie Empfangs- und Abschiedsfeierlichkeiten dienen, kann neben den von Reichs wegen vorgesehenen Flaggen die jugoslawische Flagge gesetzt werden.

Die Bevölkerung der in Betracht kommenden Ort­schaften wird gebeten, an dem Tage des Besuches oder der Durchreise die Reichs- und Nationalflagge zu

zeigen. Durch die Presse wird das Reiseprogramm des hohen jugoslawischen Gastes rechtzeitig bekannt­gegeben werden."

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Dos l^lörclisn vom Dsisnsivclioroletst'

cisr kinlci'sisungspolitilc in nsusr ^uilogs

L. ö4ii. Die Londoner und PariserUmfas­sungspolitiker" werden, noch bevor ihr Einkrei­sungspakt: mit dem Bolschewismus unter Dach und Fach gebracht ist, bereits vom Katzenjammer ge­packt. Um sich und ihren verblendeten Mitläufern einige Beruhigungspillen zu verabreichen, sprechen sie plötzlich mit sauersüßem Augenaufschlag von einer Triple-D efensi v-Allianz, von einem eng- lisch-französischsowjetrussischen Bündnis zur Ver­teidigung des Friedens. Ginge es nicht um allzu ernste und schwerwiegende Dinge, so wäre man versucht, bei diesem Vertuschungsmanöver eines schlechten Gewissens auszurufen:Wie über­raschend naiv!" Es werden jedenfalls in Paris und London vor einem gewissen Publikum, das ohne Gage mitspielt, die gleichen Töne angeschlagen, die bereits in der Vorkriegszeit zwischen den Akten der Einkreisungsschauspiele eines Delcassö zu hören waren: Schalmeienklänge listiger Wölfe in Schafs­pelzen.

Wir wissen, was jene angeblichen Defensiv- pakte in Wirklichkeit bedeuten. Wir wissen es ein­mal aus dem durchsichtigen Geschehen der Gegen­wart heraus und zum anderen aus der lehrreichen Vorgeschichte des Weltkrieges. Was die letztere betrifft, so können die übereifrigen Schüler der zu neuem Leben erweckten drei Einkreisungs-spezia- listen Delcassö, Poincar6 und Grey in diesen Tagen mit verständnisvoller Miene auf die vor 25 Jahren eingeleiteten englisch-russischen Verhandlungen über eine Marinekonvention zurückblicken. Auch damals, wenige Tage vor Ausbruch des Welt­krieges, wurde auf Pariser Initiative hin eine technisch-militärische Zusammenarbeit zwischen England und dem östlichen Bundesgenos­sen Frankreichs vorbereitet, auch damals äußerte der britische Außenminister (Grey) zunächst Be­denken gegen ein Total-Bündnis mit Rußland, da ernur" ein englisch-russisches Parallel-Abkom- men zur Militärkonvention LondonParis ftir tragbar" hielt ja, auch damals war die bri­tische öffentliche Meinung zu Beginn der Fühlung­nahme zwischen dem Chef des englischen Admiral­stabes und dem russischen Marineattache in London gegen die Uebernahme bindender Verpflichtun­gen seitens der englischen Regierung. Grey hielt es für richtiger, der Stimmung seines Volkes nur in diplomatisch-strategischer Hinsicht Rechnung zu tragen, in Wirklichkeit aber den Wünschen Frank­reichs, die auf einen Ausbau des gegen Rutsch- land gerichteten Einkreisungssystems hinausliefen, entgegenzukommen: vor dem Unterhaus stellte der englische Außenminister noch im Juni 1914 in vollem Widerspruch zu den tatsächlichen Verhand­lungen LondonPetersburg jegliche ernsten Ab­sichten des Inselreiches, die bestehende Allianz zu erweitern, dreist in Abrede; zu Poincarö jedoch äußerte er im Hinblick aus die Kriegsziele der Entente Cordiale", man dürfe Rußland nicht ver­stimmen oder gar entmutigen (!).

Zu den Londoner Verhandlungsthemen von 1914 gehörten die Austeilung der Seestreitkräfte Englands und Rußlands in der Nord- und der Ostsee sowie die Freigabe englischer Mittelmeer­häfen für etwaige Operationen der russischen Flotte. Daß man bereits vor 25 Jahren einen Defensivcharakter der Abmaäplngen nur vor­täuschte, hat der russische Botschafter in Lon­don, Graf Venckendorff. in einem unfreiwilligen Eingeständnis der Nachwelt sogar schriftlich über­mittelt, indem er nack der Rückkehr Greys von vertraulichen Pariser Besprechungen sein abschlie­ßendes Urteil wie folgt zu Papier brachte: Wir haben den sehr moralisüien und friedfertigen Ideenkreis der Entente durch etwas Greifbares

Unser Vsssrsosegel

(Die ksutißk, äusZsks umkakt 10 Seiten)

Die sriedensstörenden Wirkungen der englischen Earantiepolitik treten immer deutlicher hervor.

70 000 Frauen marschierten vor dem Duce auf.

Hnll arbeitet auf die Revision des amerikanischen Neutralitätsgesetzes hin.

In Indien wurde ein Anschlag auf den Expreßzug nach Singapore verübt.

Das Großereignis der deutschen Segler, die Nord­seewoche 1938, hat begonnen.

In dem wichtigen Treffen gegen Schinkel 94 unter­lag der BSB. in Bremen mit 2:0.

Im Davispokal hat Deutschland nach seinen Sieg über Schweden England als Gegner.

Bei den Ernst-Poensgen-Spielen in Bremen belegte Niedersachseu den zweiten Platz.

3m Kattegatt ertranken fünf deutsche Kinder.