Ausgabe 
(27.5.1939) Nr. 144
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parteiamtliche Tageszeitung

Nas Amtsblatt des Negierenden Nürgermeisters der Freien Hansestadt Meinen

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der Nationalsozialiftm Vremens

Amtliches verkundungsblatt des Neichsstattlialters in Vldenburg und Meinen

Nr. 144 / g. Jahrgang

Sonnabend, 2?. Mai 1SZS

Linzelpreis 15 Npf.

Prinzregent Paul von Zugoslawien besucht

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ftm 1. Juni ftnkunft der Säfte in verlin

Meltrliigiger Staatsbesuch / Aussprachen über

Jugoslawiens / Nückreise

B e r l i n. 27. Mai

Am 1. Juni werden Ihre Königlichen Hoheiten Prinzregent Paul und Prinzessin Olga von Jugoslawien auf Einladung des Führers mit dem Königlich-Jugoslawischen Außenminister Cincar Markowitsch zu einem mehrtägigen Staatsbesuch in Deutschland um 15.30 Uhr auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin eintreffen. Der Prinzregent wird auf seiner Reise von dem Hofminister Antic, dem Generaladjutanten Divisionsgeneral Hristic und weiterem Gefolge begleitet sein. Der Prinzregent, die Prinzessin und ihre Begleitung werden während ihres Auf­enthaltes in Berlin als Gäste des Führers im neuen Gästehaus des Reiches, dem Schloß Bellevue» Wohnung nehmen.

Prinzregent Paul wird bei seinem Besuch mit den führen­den Männern des Reiches zusammentreffen und so Gelegenheit zu persönlichen Aussprachen über Fragen gemeinsamer Politik Deutschlands und Jugoslawiens haben. Am Freitag, 2. Juni, findet zu Ehren des hohen jugoslawischen Gastes eine Parade

fragen gemeinsamer Politik Veurschlands und nach Velgrab am S. Juni

statt. Die Rückreise nach Belgrad ist für Donnerstag, den 8. Juni. vorgesehen.

Das ganze deutsche Volk nimmt von der Ankündigung des Staatsbesuches des Prinzregenten Paul von Jugoslawien mit um so größerer und lebhafterer Freude Kenntnis, als mit dem Besuch des hervorragenden Staatsmannes und seiner Beglei­tung zum Ausdruck kommt, daß die Außenpolitik Jugoslawiens nach wie vor durch die Freundschaft zum nationalsozialistischen Deutschland, wie auch zum faschistischen Italien, bestimmt ist. Nachdem die Manöver der westlichen Demokratien, Jugoslawien in die Einkreisungsfront gegen die Achsenmächte einzubeziehen, restlos scheiterten, und zwar an dem entschlossenen und erfolg­reichen Willen der jugoslawischen Staatsführung zu Wahrung der politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit des Landes, wird der hohe Gast in Deutschland einen unmittelbaren und nachhaltigen Eindruck von den tiefen Gefühlen der ehrlichen Freundschaft gewinnen, die das deutsche Volk gegenüber der jugoslawischen Nation und ihren führenden Männern empfindet.

veuksche Spanien Legion auf hoher See

Vor triumphale Abschied aus vigo Spanisches Kriegsschiff gibt das khrengeleit

Vigo, 27. Mai.

Die Abreise der deutschen Spanien-Freiwilligen ge­staltete sich zu einem letzten Triumphzug auf spanischem Boden. Kurz vor der Abfahrt erschien im Hafen eine Abordnung des Armeekorps Ealicien mit einer Ka­pelle und Dudelsackpfeifern, die dem Kommandeur der deutschen Freiwilligen, Generalmajor Freiherr von Richthofen, und den ebenfalls nach Deutschland reisen­den spanischen Generälen Ehrenbezeugungen erwiesen. Als letzte gingem die spanischen Generäle und der spa­nische Konteradmiral Agacino sowie eine Gruppe von 40 spanischen Fliegern an Bord, die Gäste des Groß- deutschen Reiches sind. Ihnen schlössen sich die zahl­reichen deutschen und spanischen Journalisten an, die die Freiwilligen begleiten.

Am frühen Nachmittag liefen die Schiffe aus, an der Spitze das spanische KanonenbootCanelajas", das den Deutschon das Ehrengeleit gab. Den Transportschiffen folgten zahlreiche private Fahrzeuge und Fischereiboote aus Vigo, die es sich nicht nehmen ließen, die schei­denden Deutschen mehrere Stunden lang zu begleiten,

bis die hohe See erreicht war. Unter den Fahrzeugen befanden sich mehrere Schiffe mit Angehörigen der deutschen Kolonie und Mitgliedern der Ortsgruppe der NSDAP.

Der Abschied gab Anlaß zu Szenen aufrichtiger Be­geisterung und tiefempfundener Rührung. Deutsche und Spanier winkten mit Taschentüchern und Fähnchen unter ständigen Hochrufen auf Deutschland und Spanien, auf Adolf Hitler und Franco, mit dem ehrlichen Wunsch Auf Wiedersehen!" Von den deutschen Transportschif­fen stiegen Raketen auf, die Hunderte deutscher und spa­nischer Fähnchen an Fallschirmen als letzten Gruß Herab­schweben ließen. (Siehe auch Seite 2.)

Generaloberst Milch beim Vuce

Rom, 27. Mai

Der Staatssekretär der Luftfahrt, Generaloberst Milch, hat in Begleitung von Staatssekretär General Balle am Freitagvormittag eine Besichtigungsfahrt durch das

Pontinifche Gebiet gemacht und dabei die Städte Litto- ria und Sabaudia besucht.

Nachmittags hat Generaloberst Milch in der Ecdächt- nishalle für die Gefallenen der faschistischen Miliz im Beisein von Staatssekretär General Valle und von Generalstabschef der Miliz General Rosso einen großen Lorbeerkranz mit der Hakenkreuzschleife niedergelegt und im Anschluß daran den Saal der Erinnerung an die italienischen Spanien-Freiwilligen besichtigt.

Im Anschluß daran begab sich Generaloberst Milch in den Palazzo Venezia, wo er vom Duce empfange» wurde, der sich nach einer sehr herzlichen Unterredung im Beisein von Staatssekretär General Valle auch die Offiziere der deutschen Mission vorstellen ließ und sich mit ihnen noch längere Zeit lebhaft unterhielt. Beim Verlassen des Palazzo Venezia wurden dem General­oberst wie auch schon vor dem''Kommando der faschisti­schen Miliz von der Menge lebhafte Ovationen dar­gebracht.

Ver Menft der Sfl-Wehrmannschaften

erste flusfükrungsbestimmungen des Stabschefs / kiinecheiten der zukünftigen vor- und nachmttttärischen weftrerzleftung

Aufstellung, fichrung und Ausbildung der weftrmannschaften

Berlin, 27. Mai.

Aus Grund der Bestimmung des Führers voni 19. Januar erläßt der Stabschef der SA.. Viktor Lutze. wie die NSK. meldet, die Richtlinien für die vor- und nachmilitärische Wehrerziehung, die den Anforderungen der drei Wehrmachtsteile an die mit dem Erlaß des Führers geforderte Ausbildung entsprechen. Diese Richtlinien, die wir hier auszugs­weise bekanntgeben, treten mit dem 1. Oktober 1939 in Kraft.

ftufstellung der Wehrmannschaften

1. Zur Durchführung der nachmilitärischen Wehrer­

ziehung werden Wehrmannschaften gebildet. Sie glie­dern sich i,n Wehrmannschaften des Heeres, der Luft­waffe und der Kriegsmarine und werden bei den SA.- Einheiten aufgestellt. . .. ^

2. Die Wehrmannschaften umfassen die Wehrpflichtigen des Beurlaubtenstandes aller Waffengattungen, soweit sie nicht anderen Gliederungen (sf, NSKK., NSFK.) zur Sonderausbildung zugewiesen werden. Der von einer Eingliederung in die Wehrmannschaften aus- genommene Personenkreis wird nochmals bekannt-

^3° Die Zugehörigkeit zu den Wehrmannschaften ist für Wehrpflichtige d. B. Pflicht. Zunächst werden in die Wehr- mannschaften eingereiht: a) die Offiziere und Beamten der Reserve, im Range eines Oberleutnants und Leut­nants bis zum vollendeten 35. Lebensjahr, b) die Reser­visten l. und II.. einschließlich der im Kriege zu a) und b) als unabkömmlich Erklärten. Die Reservisten I. und II., die während ihre Zugehörigkeit zu den SA.-Wehr-

mannschaften das 35. Lebensjahr vollenden, bleiben in der Betreuung durch die SA.-Wehrmannschaften.

4. In den Wehrmannschaften werden die Wehrpflich­tigen nach Waffengattungen zusammengefaßt, um eine enge Verbindung zwischen den örtlichen SA.-Einheiten und den einzelnen Truppenteilen zu gewährleisten.

5. Alle Wehrpflichtigen d. V. die neuzeitlich ausge­bildet und für Mob-Verwendung als Kraftfahrer be­stimmt sind. leisten im NSKK. Uebungen zur kraftfahr- technischen Fortbildung ab. Diese Uebungen rechnen auf den beiden SA.-Wehrmannschaften abzuleistenden Dienst an. Die Zugehörigkeit der Wehrpflichtigen L. B. zu den SA.-Wehrmannschaften bleibt durch diese kraftfahrtech- nische Fortbildung unberührt. Wehrpflichtige, d. B. der Luftwaffe, soweit diese dem fliegenden Personal ange­hören, erfahren ihre nachmilitärische Wehrerziehung durch das NS.-Fliegerkorps.

6. Um die soldatisch-kameradschaftliche Verbundenheit innerhalb des eigenen Lebenskreifes zu pflegen, und die politische Erziehung der Wehrmannschaften unter Ein­satz der Schlagkraft der Partei wirksam zu gestalten,

werden die Wehrmannschaften nach dem für die SA. geltenden Gesichtspunkte regional gegliedert, d. h. alle Wehrpflichtigen d. V. eines Stnrmbereiches werden zu einer oder mehreren Wehrmannschaften zusammengefaßt und dem SA.-Sturm zur Wehrerziehung und Ausbil­dung angegliedert. Damit steht der Angehörige einer Wehrmannschaft in seinem gewohnten Lebenskreis, in dem er sich auch auf dem Gebiete der geistigen Wehr­erziehung seiner gewohnten Umgebung gegenüber voll auswirken kann.

siißrung

7. Zur Durchführung der vormilitärischen Wehr­erziehung werden Jung-Wehrmannschaften aufgestellt.

1. Als Führer und Unterführer für die SA.-Wehr- mannschaft werden Angehörige der SA. eingesetzt. Die mit der vor- und nachmilitärischen Ausbildung be­trauten SA -Führer und Unterführer müssen die Lehr- und Prüfberechtigung für dns SA.-Wehrabzeichen be­sitzen oder in absehbarer Zeit erwerben. Zugleich müssen diese Führer die Eignung als Offizier bzw. als Unter­offizier d. B. besitzen oder erwerben.

2. Soweit in den SA.-Einheiten solche SA.-Führer nicht vorhanden sind. können Offiziere und Unteroffi­ziere nach ihrem Ausscheiden aus der Wehrmacht eingesetzt werden, wenn sie der SA. beitreten und den Lehr- und Prüfberechtigungsschein erwerben.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Atts-ee-ent AaA

Von unserem Lelgrscksr Vertreter Rs^monä Iloerkager

Die jugoslawische Öffentlichkeit wertet den Staats­besuch des Prinzregenten Paul und seiner Gemahlin, Prinzessin Olga, die auf Einladung des Führers zu einem mehrtägigen offiziellen Besuch in der Reichs­hauptstadt eintreffen werden, als einen weiteren Be­weis für das herzliche Freundschaftsver­hältnis, das Deutschland mit Jugoslawien verbin­det. Das jugoslawische Volk wird im Geist das Prinz­regentenpaar auf seiner Fahrt nach Berlin begleiten, mit dem heißen Wunsch im Herzen, daß die Bekräftigung der deutsch-jugoslawischen Freundschaft einen Beitrag zur Erhaltung des europäischen Friedens bilden möge. Prinz Paul ist in der Tat der berufene Sprecher der jugoslawischen Nation, die heute mit Dank­barkeit und Verehrung zu dem Mann emporblickt, unter dessen Führung das schwierige Aufbauwerk des am 8. Oktober 1934 in Marseille ermordeten Königs Alexander fortgesetzt wurde.

In einer dunklen Todesahnung hat Alexander wenige Monate vor dem Attentat in seinem Testament für den Fall seines plötzlichen Ablebens Prinz Paul mit der Führung der Regentschaft beauftragt. Prinz Paul Kara- geovgewitfch hat den letzten Willen seines königlichen Vetters, dessen engster Mitarbeiter er jahrzehntelang gewesen ist, erfüllt, indem er sich sogleich nach dem Drama von Marseille an die Spitze des jungen Staates stellte, um das Erbe Alexanders bis zur Eroßjährigkeit des heute 16 Jahre alten König Peter zu verwalten. Er hat das Vertrauen des Soldatenkönigs gerechtfertigt. Während seiner Regentschaft ist es ihm gelungen, die Stellung des Landes, das sich nach dem Königsmord in einer ernsten Staatskrife befand, innen- und außen­politisch so zu festigen, daß das Jugoslawien von heute einer der entscheidenden Faktoren In der Valkanpsli- tik ist.

Diejenigen, die im Herbst 1934 leise bezweifelten, ob Prinz Paul imstande sei, diese gewaltige Aufgabe zu bewältigen, sind sehr bald zu der Erkenntnis gekommen, daß das Vermächtnis des Königs in keiner besseren Hand aufgehoben ist. Die Zweifel von damals wurden vor allem durch die Bescheidenheit des heute 46 Jahre alten Prinzen hervorgerufen, der sich bis 1934 im Hin­tergrund gehalten hat und öffentlich nur selten in Er­scheinung getreten ist. König Alexander wußte jedoch, welche Stütze er in der Person des Prinzregenten besaß, der wiederholt in schwierigen diplomatischen Missionen seine politischen Fähigkeiten unter Beweis gestellt hatte. Niemand war mit der Gedankenwelt des ermordeten Königs vertrauter als Prinz Paul, dessen,soldatisches Leben er in den schwierigsten Zeiten teilte. Während des Weltkrieges wich er nicht von der Seite Alexanders.

Prinz Paul erblickte in der Hauptstadt des zaristi­schen Rußlands, in Petersburg, als der einzige Sohn des Prinzen Karageorgewitsch und der Prinzessin Demi- doff am 28. April 1893 das Licht der Welt. Da seine Mutter bald nach der Geburt starb, verbrachte er die ersten Jahre seiner Kindheit bei seinem Onkel Prinz Peter in Genf, der im Jahre 1903 zum serbischen König gekrönt wurde. Die darauf folgenden Jahrs

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Unser Vssessoiessl

(Die bsntigs ^usxsbs nmksüt 16 8s1tsn)

Prinzregent Paul von Jugoslawien trifft am 1. Juni auf Einladung des Führers in Berlin zu einem Staatsbesuch ein.

Dr. Goebbels brandmarkt erneut die westliche« Einkreiser.

Reichsminister Dr. Lammers wird heute 60 Jahre alt.

Zum Dienst der SA.-Wehrmannfchasten erließ der Stabschef Ausführungsbestimmungen.

Die Zuständigkeit des NS.-Reichsbundes für Leibes­übungen in der Leibeserziehung des deutschen Volkes wurde geregelt.

Am Wall ereignete sich der 19. tödliche Verkehrs, Unfall.

Im Hafen fanden gestern Aufnahmen zu dem Film Die barmherzige Lüge" mit Hilde Krahl statt. Die 326 Meter lange Brücke über die Süderelbe aus der RAV. Bremen-Hamburg wurde in Dienst gestellt.

In Okel bei Syke vernichtete ein Eroßfeuer drei Anwesen.

Aussagen über dasSqualus"-llnglück lassen eine» Sabotageakt nicht ausgeschlossen erscheinen. Deutschland stellte einen neuen Segelslug-Welt­rekord auf.