Ausgabe 
(12.5.1939) Nr. 129
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erscheint 7 »«l Ivöchentlkch

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I parteiamtliche Lageszeitung

vas Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Freien Hansestadt Bremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblatt des Beichsstattkalkers in Oldenburg und Bremen

Nr. 12S / g. Zalzrgang

Freitag, 12. Mai 18Z9

Einzelpreis 15 Npf.

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Spanisch-franiösische Spannung verschärft

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Neuer Schritt srancos in Paris

Ver Bruch des Verard-Iordana-Ilbkommens durch Frankreich

Burgos, 12. Mai.

Die Spannung zwischen Spanien und Frankreich infolge der Nichterfüllung des Abkommens Mrard-Iordana durch die französische Regierung nimmt ständig schärfere Formen an. Dies spiegelt sich vor allem auch in der Presse wider, die offen von franzö­sischem Vertragsbruch spricht.

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i.Diario Vasco" kritisiert energisch die Haltung Frank­reichs, das von allen Ländern Erfüllung der Verträge fordere, aber selbst sich darüber hinwegsetze. Die Tatsache der Rückgabe einiger Handelsschiffe genüge längst nicht, um Spanien zu beruhigen und die durch Frankreich er­littene Unbill vergessen zu lassen. Es handele sich dabei um spanisches Eigentum ebenso wie bei dem bolschewisti­schen Kriegsmaterial, dessen Rückgabe bisher immer noch nicht erfolgt sei, und dessen Bestände in Frankreich auf geheimnisvolle Weife immer kleiner werden. Einstige potspanische Flugzeuge landeten plötzlich in Algier oder. Tunis, auch Lastwagen und Maschinengewehre ver­schwänden spurlos. Der Spanienkrieg sei für Frankreich ein Riesengcschäft gewesen, aber nun werde Frankreich unersättlich. Mit geradezu jüdischer Habgier werde alles, was sich in Frankreich befinde, als französisches Eigen­tum bezeichnet.

einesensationelle kntilüttung"

.. . ..- ... .. h. Paris, 12. Mai.

Die schwere Krise in den französisch-spanischen Be­ziehungen, die binnen kurzem auf die iiuherliche Wie-

deranknüpfung normaler Verhältnisse folgte, hat eine neue Phase erreicht. Schon bei der letzten Unterredung zwischen dem spanischen Botschafter in Paris, Lequerica, und dem Augenminister Bannet zu Beginn der Woche hatte der Vertreter Spaniens in sehr eindringlicher und fester Sprache eine Beendigung der Sabotage an dem Abkommen Börard-Jordana gefordert. Der spa­nische Diplomat hatte eine Mitteilung über den Stand der Dinge gegeben, die jedoch von der französischen Presse totgeschwiegen wurde. Auf französischer Seite setzten neue Beratungen über die Spanien gegenüber einzuschlagende Taktik ein. Inzwischen erfolgte am Mittwoch ein neuer Schritt Lequericas am Quai d'Orsay.

. Außenminister Vonnet begab sich anschließend zu Ministerpräsident Daladier zur Berichterstattung. Of­fenbar zu dem Zweck, die Möglichkeit französischer Zu­geständnisse an Spanien zu durchkreuzen, die weder von einflußreichen französischen noch englischen Kreisen gerne gesehen würde, ging von einer englischen Nach- richt'-nag-mtnr (!) nunmehr eine sensationelleEnt­hüllung" aus:Lequerica habe mit Abbruch der diplo­matischen Beziehungen FrankreichSpanien gedroht,

falls nicht Paris binnen einer bestimmten kurzen Frist die volle Durchführung der Abmachung Jordana- Bsrard zusichere.

Der Quai d'Orsay hat noch in der Nacht ein Dementi herausgegeben, wonach dieses Gerücht jeder Grundlage entbehre und auch in offiziösen spanischen Kreisen in Paris nicht ernstgenommen werde Nichtsdestoweniger scheint Lequerica die Durchführung des Abkommensin kürzester Frist" gefordert zu haben. Ein spanisches Ulti­matum ist sicher nicht gestellt, aber vermutlich darauf hingewiesen worden wie schon mehrfach zuvor daß ein« weitere Nichtberücksichtigung der Abmachungen das französisch-spanische Verhältnis noch verschlechtern müßte. Der Unmut im französischen Kreisen über diesen Tat­bestand und über die damit zusammenhängende Indis­kretion ist um so größer, als sachlich der spanischen These wenig entgegengesetzt werden kann. Deshalb unterblieb auch jede offiziöse Stellungnahme zu der letzten Mit­teilung des spanischen Botschafters, wonach Spanien sich vollkommen unbefriedigt fühle.

Der marxistischePopulaire" der als einziges Blatt auf den Tatbestand näher eingeht, pöbelt den spanischen Botschafter in übler Weise an. Er sprich: vanaußer­ordentlicher Unverschämtheit" und verzeichnet im übri­gen den endgültigen Zusammenbrach der französischen Bemühungen um das neue Spanien. Je enger die Zu­sammenarbeit Spaniens mit den Mächten der Achse werde, um so schärfer werbe die Stellung gegen Frank­reich. k. ü.

Schlichtungsversuch Noosevelts gescheitert

460 000 Bergarbeiter streiken endgültig weitere Betriebsstillegungen

Newqork, 12. Mai

Trotz des Schlichtungsoersuchs Noosevelts, der an das Verantwortungsbewußtsein der Vertreter der Gewerk­schaften und auch der Grubenbesitzer appellierte, scheiter­te» die Verhandlungen zwischen den beiden Parteien am Donnerstagmorgen endgültig. Damit ist der Streik der 48ft vvü Bergarbeiter in eine außerordentlich kritische Phase eingetreten, die unter Umständen zu blutigen Kämpfen der CJO.-Gewerkschaften und staatlichen Miliz führen wird.

Roosevelt hat dem Eewerkschaftsmann Lewis, dem Leiter der Vergarbeitergewerkschaft Murray und vier Vertretern der Bergwerksgesellschaften bis Mitternacht Zeit gegeben, eine Einigung zu erzielen. Erst gegen 2 Uhr am Donnerstagmorgen, nach ILstündiger Kon­ferenz, öffneten sich die Türen des Verhandlungsraumes :m Newyorker HotelBiltmore". Die Konferenzteil­nehmer erklärten, daß die Verhandlungen nunmehr end­gültig abgebrochen seien, da Lewis sich geweigert hätte, den letzten Vorschlag der Grubenbesitzer anzunehmen. Dieser Vorschlag sah die sofortige Wiederaufnahme der Arbeit, Erneuerung des bisherigen Arbeitskontraktes bis 1941 und Weiterführung der Verhandlungen zwecks Ausmerzung noch bestehender Meinungsverschiedenhei­ten vor.

Es ist noch unbestimmt, welche Schritte Roosevelt nun­mehr unternehmen wird. Fest steht aber, daß seine Sym­pathien auf feiten Lewis sind. Dies deutete am Mittwoch A>bcitsminister Frau Perkins und bei den letzten Ver- HHidlungen der Regiernngsvertreter Steelman, der Lei­ter der Schlichtungsbehörde, an. Steelman will jetzt, wie

verlautet, auf einzelne Grubenbesitzer einen Druck aus­üben, die Forderungen der CIO. anzunehmen. Die Gou­verneure vop Kentucky und Westvirginien dagegen ver­sprachen, ab Montag jedem Arbeitswilligen staatlichen Schutz zu gewähren, da sie auf dem Standpunkt stehen, daß ausschließlich Lewis für das Scheitern der Verhand« lungen verantwortlich zu machen sei. Er bezwecke mit seinen störrischen Forderungen, daß in Zukunft seinen CÜO-Eewerkschaften das alleinige Recht, Lohnverhand­lungen zu führen, eingeräumt würde. Das würde bedeu­ten, daß jeder amerikanische Bergarbeiter gezwungen wäre, sich der CJO.-Eewerkschaft anzuschließen. Die Geg­

ner Lewis knüpfen daran die Bemerkung, die Kumpel seien also die Opfer der Machenschaften der Eewerk- schastsbonzen. Wenn Lewis Erfolg habe, gebe es für sie nur die Möglichkeit, in seine Taschen Beiträge zu zahlen oder brotlos zu werden.

Inzwischen häufen sich in den Jndnstrieorten des Ostens, besonders in Neuengland, die Fälle, daß große Betriebe infolge Kohlenknappheit zu starken Einschrän lungen bzw. Stillegungen gezwungen sind. Die Boston und Maine-Eisenbahnen kündigten Fahrplaneinschrän lungen an, nachdem am Vortage erst die Newyork Cen tral Railroad 3V Züge eingestellt hatte.

m Einkeilen im 6olf von Neapel

Flottenmanöver zu klzren des Prinzregenten Paul bei tapri

Rom, 12. Mai

Das zu Ehren des Prinzregenten Paul von Jugo­slawien veranstaltete Flottenmanöver von 112 Einheiten im Golf von Neapel nahm mit einem Angriff der Tor­pedoboote aus der Höhe von Capri seinen Beginn, die unter dem Schu^ einer Nebelwand gegen ihren Gegner vorstießen. Gleich darauf erfolgte ein neuerlicher Vor­stoß, der von seilen der Schnellboote durchgeführt wurde.

Einen weiteren Höhepunkt bildete sodann das auf ein ferngelenktes Zielschiff konzentrierte Geschützfeuer der

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schweren Einheiten, das die Treffsicherheit und vor­zügliche Feuerlage der schweren Schiffsartillerie bewies. Anschließend gingen Staffeln schwerer Bomber zum Angriff über, die von einem intensiven Sperr­feuer der Flakabwehr empfangen wurden. Gleich darauf traten die Unterseeboote in Aktion und dann war mit einem neuerlichen Angriff der - Schnellboote das Ma­növer beendet.

Den Abschluß der gewaltigen Flottenübung bildete eine Parade sämtlicher 112 Einheiten vor dem König und Kaiser und dem Prinzregenten Paul von Jugo­slawien, der seinem hohen Gastgeber sowie dem Kron­prinzen und dem Duce wiederholt in Worten höchsten Lobes seine Anerkennung zum Ausdruck brachte. Gegen 16 Uhr verließen Viktor Emanuel III. und Prinzregent Paul den KreuzerTrieft", um unter neuerlichen Kundgebungen der Bevölkerung nach Rom zurückzu­fahren.

Nasseproklamation In Bom

(OrLbtdsriobt nnssrss Vsrtrsters in Uom)

Dr. v. I-. Rom, 12. Mai.

In Rom wurden am Donnerstag vor rund 606 Na- tionalräten grundlegende Erklärungen über die faschistische Rassenlehre im Namen des Duce durch den Staatssekretär des Innern abgegeben Unterstaatssekre­tär B u f f a r i n i - E u i d i erklärte:Das Bestehen

einer Rassenlehre zu leugnen aus dem einzigen Grunde, um sich trügerische Hoffnungen über die jungen und lebensfähigen Völker zu machen, ist das einfache und kindische System einer Vogel-Strauß-Politik der Demo­kratien, die keine andere Abhilfe für ihre Befürchtung finden, als den Kopf in den Sand zu stecken und nichts lernen zu wollen. Die Rasse ist nicht, wie sie es gern glauben machen wollen, eine Schöpfung der-Phantasie oder ein polemisches Argument der totalitären Staaten Die Rasse ist eine Realität, die im Blut ihre nicht iveg- zudiskutierenden Gründe findet und eine Idee darstellt, die in der Geschichte der Menschheit glorreiche Seiten geschrieben hat. Ich kann nur versichern, daß in Italien alle rassepolitischen Richtlinien des faschistischen Groß- rates und ihre Bestimmungen in der Gesetzgebung volle und entschlossene Anwendung finden."

Teiche« rise öcäwäläe

Krisgsrsctsn kür clsn iZciusgs^iouck

Der britische Premierminister und der französische Ministerpräsident haben gestern das Wort zu außen­politischen Ausführungen ergriffen. Lhamberlain sprach auf einer Parteikundgebung. Daladier versuchte in der Kammer durch eine Regierungserklärung das Kunststück fertig zu bringen, die widerstrebenden Kräfte der Parteien durch die Uebertreibung der außenpolitischen Gefahren zu einem Mindestmaß an Einigkeit zu bringen. Schon aus diesen äußeren Umständen geht hervor, daß die Reden der beiden Staatsmänner über­wiegend für den Hausgebrauch bestimmt und rein auf die innerpolitischen Auswirkungen berechnet waren. In beiden Fällen versuchten die verantwortlichen Regierungschefs die unpopulären Rüstungsausgaben verständlich zu machen. Für Ehamberlain kam die Not­wendigkeit hinzu, die allgemeine Wehrpflicht, die im englischen Volk denkbar unbeliebt ist, zubegründen". Hierzu dienten die altbekannten Redensarten von der Bedrohung des europäischen Friedens durch Deutschland usw.

Wie sehr die Beweisführung Chamberlains im Wider­spruch zur Wirklichkeit steht, ergibt sich aus der naiven Aufforderung, Deutschland solleGesten" feines Frie­denswillens zeigen. Es fällt schwer, auf die sture Wieder­holung dieses abgedroschenen Schlagwortes aus der de­mokratischen Phrasenkifte noch einzugehen. Dennoch sei dies hier getan. Hat nicht der Führer durch sein maß­volles Angebot an Polen zpr Regelung der Dgnziger Frage eine außerordentliche Friedensgeste getan? Ist der Abschluß von Nichtangriffspakten mit Lettland und Estland etwa für Herrn Ehamberlain kein Beweis un­seres Friedenswillens?

Das Deutsche Reich hat sich bereiterklärt, mit allen Staaten, die Roosevelt alsbedroht" bezeichnete, Nicht- angriffsabkommen zu schließen und hat mit der Durch­führung dieser Absicht bereits begonnen. Ist dies etwa für Ehamberlain ein Beweis unsereskriegerischen Willens?" Umgekehrt können wir Mr. Ehamberlain fragen: Wo bleibt die englische Friedensgeste? War es etwa ein Beitrag zum Frieden, als England durch sein Bündnis mit Polen die chauvinistischen Elemente in diesem Land zum wildesten Deutschenhaß und zu wüsten Ausschreitungen aufputschte und künstlich durch die englische Initiative ein Krife-nherd geschaffen wurde, wo durch nachbarliche Aussprache eine friedliche Losung jederzeit möglich gewesen wäre?

Wie sehr Ehamberlain sich von dem Boden der realen Tatsachen entfernt hat. ergibt sich aus der unverständ­lichen Erklärung, daß jede Veränderung des Statuts in Danzig das englisch-polnische Bündnis wirksam werden lasse und also ein Kriegsgrund sei. Lhamberlain bringt die Danziger Frage in Zusammenhang mit der Unab­hängigkeit und Souveränität Polens, eine Kombination, die ebenso kühn wie unrichtig ist Immerhin nehmen wir diesen Standpunkt mit Gelassenheit zur Kenntnis. Aus dieser Feststellung Chamberlains ist allerdings mit bestem Willen nicht der Wille Englands zum Frieden zu erkennen. Besonders reizvoll ist es. aus dem Mund des Konservativen Ehamberlain ein herzliches Lob für

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Unser Vssssspisgsl

(Die bsutigs ^usZabs nwksüt 16 Lotten)

Ein Heer von 150 000 Chinesen wurde von den Japanern aufgerieben.

Nach dem Scheitern des Roosevelt'schen Schlich­tungsversuches verharren 480 000 USA.-Bera- arbeiter im Streik.

Der Eistmordprozeß in Philadelphia zieht immer weitere Kreise.

Die spanisch-französische Spannung hat sich ver­schärft.

Im polnischen Sejm protestierte der Vertreter der deutschen Volksgruppe gegen die Massenauswei- sungen von Volksdeutschen.

An den Flottenmanövern zu Ehren des jugosla­wischen Prinzregente» im Golf von Neapel betei­ligten sich 112 italienische Einheiten. Generalfeldmarschall Eöring befindet sich auf privater Seereise im Mittelmeer.

Zur Reichskolonialtagung erläßt General Ritter von Epp einen Aufruf:Heraus mit unseren Kolonien!"

In Berlin wurde eine Internationale Forstzentrale gegründet.

diesem Jahr soll eine deutscheschwimmende Fischfabrik" an die Fanggründe gehen.

In Magdeburg findet ein vielbeachteter Prozeß gegen einen Wiinschelrutenbetrüger statt.

480 Bremer Frauenschaftsmitglieder erhielten im Rahmen einer Feierstunde mit Kreisleiter Blanke das Abzeichen.

MS.Hannover" der siebente Schnellfrachter im Westküsten-Südamerika-Dienst des Norddeutschen Lloqd, wurde in Dienst gestellt.

Nur bei Stattfinden der Skiwettbewerb« nimmt Deutschland an den Olympische» Winterspielen 1940 te:l.

An derLingiade" in Schweden wird sich Deutsch­land mit 1000 Sportlern beteiligen.