Ausgabe 
(8.5.1939) Nr. 125
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parteiamtliche Lageszeitung

Has Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

flmtliches verkündungsblatt des Neichsstattlsalters in Oldenburg und Vremen

Nr. 125 / S. ZaHrgang

Montag, 8. Mai 1SZS

kinzeipreis 15 Npf.

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polMsch-miMarischer Vertrag Veutschland-Italien abgeschlossen

Uns MailLnder Ergebnis: Stärkungüerflchse

fluch die polnische frage und die Mittelmeersrage wurden einer gemeinsamen Prüfung unterzogen

Mralrtberlndt unssrss Vertreters in Roms

Ik. V. r. Rom, 8. Mai.

Ueber die Begegnung der Außenminister der Achse in Mai­land wurde am Sonntagnachmittag folgende amtliche Verlaut­barung ausgegeben: Der Reichsminister des Auswärtigen von Ribbentrop und der italienische Minister für die auswärtigen Angelegenheiten Gras Ciano haben bei ihren Besprechungen in Mailand am 6. und 7. Mai die gegenwärtige politische Lage

einer sorgfältigen Prüfung unterzogen. Sie haben dabei erneut die volle Uebereinstimmung der Auffassungen ihrer Regierungen nach jeder Richtung hin festgestellt und beschlossen, der engen Verbundenheit der beiden Völker durch einen umfassenden politischen und militärischen Pakt Ausdruck zu geben. Die beiden Achsenmächte sind dabei von der Ueberzeugung getragen, damit in wirksamer Weise zur Sicherung des Friedens in Europa beizutragen.

Kurz zuvor hatte Außenminister Graf Ciano die in Mailand anwesenden Pressevertreter empfangen und ihnen gegenüber folgende Erklärung abgegeben:Aus diesen Besprechungen wird die Achse RomBerlin ver­stärkt hervorgehen, auch vom Gesichtspunkt der mili­tärischen Zusammenarbeit aus."

Die Nachricht von der Festlegung der Beziehungen der. Achsenmächte in einem politischen und militärischen Vertrag hat einen außerordentlichen Eindruck und leb­hafte Zustimmung im ganzen italienischen Volk gefun­den. Die in so zahlreichen Feuerproben in ihrer Macht. Geschlossenheit und Treue erhärtete Achse erhält damit nach italienischem Urteil auch eine juristische Grundlage, die die Zusammenarbeit in jedem Abschnitt des Lebens der beiden Nationen, vor allem aber in politischer und militärischer Beziehung, noch enger gestalte.

Die Volksmeinung in Italien über die politische Tragweite des Entschlusses von Mailand geht klar da­hin, daß sich die Gegner der Achse es mehr denn je überlegen werden, die aufs neue vor allem militärisch gestärkte Macht der Achse herauszufordern oder sich ernsthaft jenem Werk entgegenzustellen, das die Achse zur Neuordnung Europas auf gerechter und dauerhafter Grundlage seit mehr als drei Jahren durchsetzt.

Im einzelnen wird über die Mailänder Besprechungen noch berichtet: In einer fast dreistündigen Unterhaltung hat am Sonnabend Reichsaußenminister von Ribben­trop und Graf Ciano eine eingehende Aussprache ge­habt. Die vielseitigen und verwickelten Probleme, die die Politik dieser so ereignisreichen Tage beherrschen, konnten auf das genaueste überprüft und erörtert wer­den. Es ist klar, daß die beiden Staatsmänner nach den verschiedenen Aussprachen, die sie jeder für sich ge­trennt in den vergangenen Wochen mit einer Reihe führender Staatsmänner gebäht haben, ihre Ansichten und Erfahrungen nunmehr miteinander auszutauschen das Bedürfnis hatten, wie es sich aus der besonderen Situation der beiden Mächte Deutschland und Italien ergibt.

Sowohl aus der Haltung der politischen Kreise in Mailand als auch aus den Aeußerungen der dem Reichsaußenminister nahestehenden Kreise ge­winnt man den Eindruck, daß die Mailänder Be- gegenung über den Rahmen eines üblichen freundschaftlichen Gedankenaustausches zwischen den verantwortlichen Leitern der Außenpolitik der Achsenmächte hinausgeht und daß bei dieser Zu­sammenkunft in Mailand alle Angelegenheiten besprochen wurden, die von größter geschichtlicher Tragweite sind. Die beiden Außenminister haben in ihren Aussprachen alle die Politik ihrer beiden Staaten betreffenden Fragen behandelt, nicht nur solche, die im gegenwärtigen Zeitpunkt bedeu­tungsvoll sind, sondern Angelegenheiten und darin liegt das Besondere dieser Aussprache die für die zukünftige Gestaltung der Politik der bei­den Achsenstaaten von allergrößter Bedeutung sind.

Praxis stand vor der Isteocie

Bei ihrem Rückblick auf die Entwicklung der Achse zu einem geschlossenen Machtblock in Eu­ropa bemerken die römischen politischen Kreise, daß hinsichtlich der Beziehungen zwischen Deutschland und Italien wie nie zuvor in der Geschichte politische Ver­tragsabschlüsse die Praxis vor der Theorie stand. Mit anderen Worten, die von der Achse in den Tagen höch­ster politischer Spannung gelieferten Proben der Stärke und Zusammenarbeit haben sich nunmehr in einem politischen und Militärvertrag niedergeschlagen, dessen unter jeden Umständen fehlerloses Funktionieren bereits durch die Erfahrungen der Vergangenheit gewährleistet wird.

Ueber die Bedeutung des Ergebnisses der Mailänder Besprechungen stellen die faschistischen Organe wie Telegrafo".Voce d'Jtalia" und ..Messaggero" über­einstimmend folgende Gesichtspunkte heraus:Zwischen den beiden Außenministern wurden alle die beiden Mächte interessierenden Fragen besprochen und zwar in einer sehr herzlichen Freundichaftsatmoiphäre. An erster Stelle der gemeinsamen Prüfung stand die Einkrei­sungspolitik und ihre Gefahr für die Achsen­mächte. Diese Politik, die noch vor kurzem an eine un­verzügliche Reaktion von feiten der Achsenmächte habe glauben lassen, erscheint den Eindrücken der römischen

politischen Kreise zufolge heute nach dem Verschwinden Litwinow-Finkelsteins und einer dementsprechend mög­lichen Rückkehr Sowjetrußlands zur Jsolierungspolitik in ihren Aussichten und Gefahren als vermindert.

Sie polnische frage

An nächster Stelle sei jeweilig eines die Achsenmächte besonders interessierendes Spezialproblem besprochen worden. Hier habe die polnische Frage im Vorder­grund gestanden, in der Außenminister Graf Ciano die Solidarität Italiens mit dem deutschen Standpunkt hervorgehoben habe. Die Initiative in der deutsch- polnischen Frage, Verhandlungen aufzunehmen, liege bei Warschau. Italiens Rat an Polen, Mäßigung zu zeigen und den Weg zu dem mächtigen Nachbarn zu­rückzufinden, werde wiederholt und auch auf diplo­matischem Wege in Rom wie in Warschau von neuem zum Ausdruck gebracht werden. Eine Entschei­dung der polnischen Frage, die die Dinge überstürzen könne, sei auf dem Mailänder Treffen nicht gefaßt.

Unter den anderen Spezialproblemen wurde weiter die Mittelmeerfrage berührt, wobei demTele­grafo" zufolge von deutscher Seite die S o lidarität des Reiches für Italiens Recht in diesem seinem Lebensraum bei einer entsprechenden Zusammen­

arbeit bestätigt wurde. Weiter wurden die sich im Do­na u r a u m und auf dem Balkan ergebenden Fragen geprüft.

lubelsturm der Mailänder

Vor seiner Abreise aus Mailand nach der Villa d'Este nahm Reichsaußenminister von Ribbentrop an einem Empfang teil. der ihm zu Ehren im Palazzo Marina dem Mailänder Rathaus, veranstaltet wurde.

Außer den beiden Außenministern und den Botschaf­tern der Achsenmächte in Rom und Berlin war in den Prachtsälen dieses alten Mailänder Patrizierpalastes alles versammelt, was in der lombardischen Hauptstadt Rang und Namen besitzt. Der mit dem Denkmal Leo­nardo da Vincis geschmückte" architektonisch meisterhaft gestaltete Platz war von einer riesigen Menschenmenge dicht besetzt.

Als Reichsaußenminister von Ribbentrop an der Seite Ealeacco Cianos aus dem Balkon des Palastes erschien, brach die Menschenmenge in einen nicht endenden Sturm der Begeisterung aus.Heil" undEviva", Hitler! Hitler!",Duce! Duce!". ertönte es brausend über den weiten Platz, während die junge» Faschisten ihre kleinen Karabiner mit dem aufgepflanzten Seiten­gewehr jubelnd schwenkten. (Fortsetzung auf Seite 2)

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Die I-!cm8sstc>cjt ksgrllkt in cism I,sitsi- 6sr D^. Zen Kamsrocisn aller 8clic>sjsnc!en

Heute nachmittag trifft um 15.45 Uhr auf dem Bremer Flughafen Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley ein.

Nach dem Abschreiten der Front der von Politischen Leitern und Werkscharmännern gestellten Ehrenforma­tionen wird Dr. Robert Ley. wie wir bereits gestern meldeten, zurGlocke" fahren. Hier werden ebenfalls Ehrenformationen mit den drei goldenen Fahnen der bremischen Musterbetriebe und einem Werkscharmusikzug Aufstellung nahmen. Mit den Führern der Bewegung und den Ehrenformationen werden sich auf der Doms­heide auch zahlreiche Volksgenossen einsinden, um den Mann zu grüßen und ihm danken, den der Führer den größten und besten Idealisten nannte und der >o weiß es, so fühlt es und so erlebt es jeder Schaffende jeden Tag aufs neue der vorbildliche Kamerad aller Schaffenden ist.

Bremen hatte das Glück, Reichsorganisationslelter Dr. Robert Ley. der heute auf dem ärbeitspolitiichen Schulungslehrgang der DAF., Gauwaltung Weser-Ems. sprechen wird. schon oft in seinen Mauern zu sehen, zuletzt am 30 März vorigen Jahres, als Dr. Robert Ley auf der großen Wahlkundgebung in den Autohallen der Borgward-Werke zu über 70 000 Bremern sprach. Immer waren mit der Anwesenheit dieses Mitarbeiters des Führers Besprechungen mit führenden Männern der Partei, des Staates und der Wirtschaft verbunden, stets aber auch nahm sich Dr. Robert Ley die Zeit. Betriebe aufzusuchen. Und in den Betrieben galt 'ein Interesse nicht so sehr den technischen Einrichtungen, den Maschinen und Produktionszahlen, sondern vielmehr den Menschen, die in den Betrieben schaffen. Wenn D,r. Robert Ley sich am Arbeitsplatz oder im Gemeinschaft's- raum oder bei einer fröhlichen Betriebsfeier mit Ar­beitskameraden unterhielt, dann verichwano jede Scheu, dann redete der Gefolgsmann frei von der Leber weg, er merkte gleich, daß er keine kunstvollen Sätze zu bauen hatte, daß er mit Dr. Ley sprechen konnte, wie mit seinem Nebenmann am Arbeitsplatz.

Im Auftrage des Führers baute Dr. Robert Ley oie Deutsche Arbeitsfront auf zu einem machtvollen Instru­ment der Partei. Mit diesem Instrument räumte er auf mit der bis dahin als unabänderlich angesehenen Vor­stellung. daß der Klassenkampf der Arbeitgeber und Ar­beitnehmer als gottgegeben anzusehen sei. Dr. Ley >chuf aus den Betrieben Burgen der Betriebsgemeinschafl. in denen er sowohl den Betriebsführern als auch den Ge­folgschaften besondere Pflichten zuwies. Und wie oer Geist in den Betrieben sein soll. das zeigte Dr Robsrl Ley auf. als er in einer Unterredung einem Schrift­leiter erklärte:

Ich lehne die Begriffsbildung von Knecht und Herr ab. Das aus dem Orient übernommene Patriarchen­

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tum kann ini neuen Deutschland keine Geltung haben. Knecht und Herr. Sklave und Herr gibt es bei uns nicht! Ebenso lehnen wir die liberalistisch-marxistische Auffassung, daß die Arbeit eine käufliche Ware sei. die man an der Börse handeln kann, ab. Wir kennen den Soldaten der Arbeit. Dieser Soldat der Arbeit, wo er auch immer stehen möge, ob Generaldirektor oder Hilfsarbeiter, alle haben eine Ehre mit allen Konsequenzen, die sich aus dieser Erkenntnis ergeben.. So, wie sich der Haupt­mann nie seine Sorge um den letzten Mann seiner Kompanie nehmen lassen wird, so muß auch das größte Vorrecht jedes Betriebsführers sein in der Sorge für seine Gefolgschaft sich von niemandem übertreffen zu lassen." (Ueber den Schulungslehrgang berichten wir im örtlichen Teil der vorliegenden Ausgabe.) <I

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Die Mailänder Zusammenkunft hat zu einem ver­nichtenden Schlag gegen die Londoner und Pariser Einkreisungspolitik geführt, gegen jene Politik, die seit einiger Zeit gegen die Mächte der Achse betrieben wird: Der zum Abschluß gekom­mene deutsch-italienische Pakt politischer und militäri­scher Natur ist als die konsequente Fortsetzung der Poli­tik Adolf Hitlers und Benito Mussolinis zu werten: er entspricht voll und ganz dem Willen und dem Ver­bundenheitsgefühl beider Völker. Im besonderen be­reitet er allen böswilligen Erfindungen der ausländi­schen Hetzpresse ein jähes Ende, die es nun nicht mehr wagen dürfte, die Gemeinsamkeit der politischen Richt­linien beider Regierungen anzuzweifeln. Ebensowenig kann die Solidarität der beiden Völker der Achse von ernst Zu nehmender Seite noch irgendwie in Zweifel gezogen werden.

Es ist selbstverständlich, daß der Abschluß des deutsch- italienischen politischen und militärischen Paktes, mit dem ein neuer praktischer Beitrag zur Sicherung des Friedens in Europa gelie­fert wird, vom ganzen deutschen Volk nicht weniger leb­haft und freudig wie vom italienischen begrüßt wird. Wieder erweist sich die Realität der Achse gerade für die Sicherung der europäischen Ordnung als entschei­dender Faktor und so stellt denn das Ergebnis von Mailand einen sichtbaren Erfolg des Aufbau- willens der Achsenmächte dar, der sich unter Verzicht auf jegliche diplomatische Phraseologie zur po­litischen Tat bekennt. Von dieser Warte aus gesehen ist der neue Pakt ein unüberwindliches Bollwerk gegen alle hinterlistigen Versuche jüdischer und marxistischer Kriegshetzer, die Welt dem Unglück auszuliefern.

Durch eine nicht zufällige Symbolik ist der Name Mailand aufs engste mit der Achse BerlinRom ver- knüpft: Hier gab Mussolini am 1. November 1936 in einer Rede den Beziehungen zwischen Deutschland und Jtalien den Namendie Achse". Hier nun wurde soeben die Verankerung der Achse in dem Beschluß über einen politisch-militärischen Vertrag festgelegt.

Wie die römischen Blätter gedenken auch wir jenes 16. Oktober 1936, da nach den Berliner Besprechungen Außenminister Ciano vom Führer auf dem Obersalg- berg empfangen wurde und die Achse zum erstenmal in ihrer bis zum Mai 1939 dauernden Form vor der Weltöffentlichkeit entstand. Die Grundlage dazu bildeten die sogenanntenProtokolle von Berchtesgaden", deren Inhalt offiziell nicht bekannt wurde, die jedoch in dem Zusammenwirken der Lebensinteressen Deutschlands und Italiens alle Europa bewegenden großen geschichtlichen Ereignisse in diesen vergangenen Jahren vorbereitet und bestimmt haben.Dieses Einvernehmen der beiden Länder über bestimmte Probleme", wie der Duce in seiner historischen Rede vom 1. November 1936 in Mai- land das Verhältnis zwischen Berlin und Rom be­zeichnete, hat in der Folgezeit sämtliche Feuer- proben der europäischen Politik glän- zend bestanden, so die Heimkehr der Ostmark, den Krieg in Spanien, die Heimkehr der Sudetengebiete, die Bildung des Protektorats, die Personalunion Ita­lienAlbanien. nachdem in der Geburtsstunde der Achse die beiden großen Geschehnisse Pate standen: Der abessinische Krieg und die Miederbesetzung der Rhein- lande.

Das Zusammentreffen auf militärischem Gebiet, dar­unter die Besuche Generalfeldmarschalls Eöring in

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Unser Vsgsssmegel

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Die Mailänder Besprechungen führten zum Ab­schluß eines politischen und militärischen Paktes zwischen Deutschland und Italien.

In London rechnet man mit dem Zusammenbruch der englisch-fowjetrussischen Verhandlungen.

Die polnische Luftabwehranleihe zeitigte ein kläg­liches Ergebnis.

Dr. Robert Ley trifft heute nachmittag aus An­laß der Schulungswoche der DAF. in Bremen ein. Dir Sammlung für das Jugendherbergswerk er­brachte in Bremen ein beispielhafter Erfolq über 27 500 RM.

Mit Lang und Caracciola belegten zwei Deutsche die ersten Plätze im Großen Preis von Tripolis. Vor 150 000 Zuschauern gestaltete sich das Ham­burger Stadtparlrennen zu einem großartigen Er­folg.

Ueberraschende Ergebnisse wurden bei den Grnppen- fpielen um die Deutsche Fußballmeisterschaft erzielt. In der Bremer Fußballbezirlsklaffe stellt der BSB. den Bezirksmeister.