Ausgabe 
(6.5.1939) Nr. 123
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

erscheint 7mal wöchentlich

Monatsbezug 2,30 einschl. Zu­stellgebühr: Postbezugspreis monatl. 2,30 E (einschl. 45,92 ^ Post­zeitungsgebühr) zuzügl. 42 Be­stellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Eine Behinderung der Lieferung rechtfertigt keinen Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises. Verlag: NS.-Gauverlag Weser- Ems GmbH., Bremen, Geeren 6-8. Fernspr.: 5 41 21, Nachtr.u.Sonntg. 51115. Sprechz.: Verlag: tverktl. 1213 llhr: Schriftieitung Diens­tag und Freitag 12141314 llhr.

Meiner Zeitung

Parteiamtliche Tageszeitung

Oas flmtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

M

An zeige» - Grundpreise:

Die 22-ww-Zelle im Anzeigenteil 13 die 78-ww-Zeiie im Tert- teil 75 Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Fomilienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstaffel 0). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: Sn Bremen: Am Geeren 68, Fern­sprecher Nr. 5 41 21. N a chtru s und sonntags: Fernsprecher

Nr. 51115, Obernstraße Nr. 86, Fernsprecher Nr. 5 4121. In Syke. Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Vremens

sinnliches verkiindungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Meinen

Nr. 12Z / 9. Jahrgang

Sonnabend, 6. Mai 19Z9

Einzelpreis 1S Npf.

Soll tllamberlain nach Moskau fliegen?

kine köstliche Szene im englischen Parlament

Zeck E

(vraktbericlit unserer Lerliner Lcdriktleitung)

Macke tliamberlain-flirlee / Nervosttat auf beiden Seiten / kin Nachspiel zum Stur; Litwinows

(Draklberickl unseres I,onävnvr Vertreters)

k. b. London, K. Mai.

Kurz bevor die englischen Abgeordneten sich anschicken, ins Wochenende zu gehen, kam es am Freitag im Unterhaus zu heftigen Zusammenstößen zwischen der Regierung und der Opposition. Sowohl Chamberlain wie auch seine Gegner zeigten sich ziemlich nervös. Der Streit drehte sich wieder einmal um die englisch-sowjelrussischen Verhand­lungen.

Als der Premierminister zum soundsovielten Male die Erklärung abgab, daß die Verhandlungen noch in der Schwebe seien, daß er vorerst nichts sagen könne, daß er aber an einen erfolgreichen Ausgäng glaube, ritz der Opposition der Geduldsfaden. Oppositionsführer Attlee sprang von seinem Sitz auf und rief Cham- berlain zu, ob er sich nicht klarmache, daß die dauern­den Verzögerungen eine grotze Unsicherheit zur Folge hätten. Chamberlain antwortete zunächst lakonisch, die Unsicherheit werde nur von solchen Leuten verursacht, die behaupten, wenn jemand einen Fehler begangen habe, so sei es die britische Regierung. Das sei eine rein parteiische Haltung. Attlee hielt dem Premier­minister entgegen, ob er nicht wisse, daß diese Unsicher­heit durch seine eigene Partei herbeigeführt werde. Chamberlain erwiderte darauf, das sei eine typische Parteieinstellung, die für einen recht ehrenwerten Gent­leman charakteristisch sei. Er setzte hinzu, wenn die Oppo­sition dieTimes" lesen würde, würde sie wissen, datz Moskau weder Vorschläge noch Gegenvorschläge der Öffentlichkeit mitgeteilt habe.

Der Linksabgeordnete Gallacher erklärte hieraus, Chamberlain sollte doch mit Moskau persönliche Füh­lung aufnehmen. Wahrscheinlich wollte er damit sagen, datz Chamberlain einen Flug nach Moskau unterneh­men solle. Der Premierminister antwortete ironisch, viel­leicht könne man ihm sagen, mit welchen Persönlich­keiten er den persönlichen Kontakt aufnehmen solle» denn in Moskau änderten sich die Persönlichkeiten rapide!

Die köstliche Szene ist ein weiterer Beweis für die Unsicherheit und Nervosität, die durch die schleppenden Verhandlungen mit Moskau und nicht zuletzt durch den Sturz Litwinow-Finkelsteins entstanden ist.

Dreimächtepakt verloren?

(Orabtbsriebt unseres l.onckonsr Vertreters)

L b. London, 6. Mai.

Während Premierminister Chamberlain im Unter­hause nicht erklärte, das er an einen erfolgreichen Ab­

schluß der englisch-sowjetrussischen Verhandlungen glaube, glaubt derEvening Standard" in seinem Leit­artikel, datz der Vorschlag eines Dreimächtepaktes zwi­schen Großbritannien, Frankreich und der Sowjetunion ins Wanken geraten sei. Um seine Leser zu beruhigen, meint das Blatt jedoch, die Öffentlichkeit dürfe ihre Hoffnungen auf den europäischen Frieden nicht völlig von diesem Projekt abhängig-machen.

Das durste Noosevelt nicht passieren!

(Orsktbsricbt unseres llonckonsr Vertreters)

k. b. London, 6. Mai.

Präsident Roossvelt hat durch seinen Ueb«reifer John Bull gehörig aus die Zehen getreten. In seinerFrie­densbotschaft" hatte er nämlich auch Palästina erwähnt, das im Rahmen der unabhängigen Staaten mit Deutsch­land den vorgeschlagenen Pakt abschließen solle. Da aber Palästina unter britischer Oberhoheit steht, fühlte man sich in London durch diese voreilige Erwähnung ziem­lich'chokiert. Unterstaatssekretär Butler hatte deswegen gestern im Untevhause eine Anfrage zu beantworten, in der er eingestehen mutzte, datz der grotze amerika­nische Bruder die britische Regierung nicht um Rat ge­fragt habe, als Palästina auf die Liste der unabhängi­gen Nationen gesetzt würbe.

(Siehe auch Seite 2)

Polenblätter s den sührer

Schwere flusschreitungen in Karmin und loschen Systematische flusputschung der polnischen Vevölkerung

(Oratitberiollt. äsrLrswsr Zeitung")

old. Troppau, 6. Mai.

Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgt die deutsche Bevölkerung die Vorgänge jenseits der Grenze. Von Tag zu Tag häufen sich die llebergrisse und Ausschrei­tungen auf polnischem Gebiet. Besonders aus Karmin und Teschen werden in wachsender Zahl Angriffe auf Deutsche und Ueberfälle auf deutsche Häuser bekannt.

Die polnischen Blätter Oberschlesiens und des Teschener-Schlesiens wetteiferten am Freitag in Schmäh- und Hetzartikeln gegen Deutschland. In geradezu grotesker Weise werden dabei alle Polen aufgefordert, die nächsten Tage in voller Einigkeit und in starkem Nationalbewußtsein zu durchleben. Auffallend ist in fast allen ostoberschlesifchen Provinzblättern die Zu­nahme von Karrikaturen des Führers. Nicht übersehen werden darf auch ein Angriff des in Teschen erschei­nendenDziennek Polski". Das Blatt tischt seinen Lesern tolle Ereuelberichte auf: Reichsdeutsche Polizeibehörden in Mährisch-Ostrau sollen in der Wittkowitzer Lehrlings­schule gegen polnische Lehrlinge mit Peitschen vor­gegangen sein.

Man hat den Eindruck, daß die Aufputschung der pol­nischen Bevölkerung von den Behörden systematisch be­trieben wird. In einigen Schichten des Karwiner Koh­lenreviers werden beispielsweise alte Bergleute einge­stellt, um, wie es heißt, im Falle einer Mobilisierung die jungen Kräfte frei zu bekommen und die Betriebe dennoch in Gang zu halten. Es wurden auch sogenannte polnische Abwohrvereine gegründet, deren Zweck in erster Linie Stimmungsmache ist, so in Karmin, Trzy- nietz und Umgebung.

Der polnische Terror gegen Deutsche erreicht im Teschener und Karwiner Gebiet allmählich Siedehitze. Deutsche Geschäftsleute haben täglich über eingeschlagene Fensterscheiben zu klagen. Dazu crsolgte auch ein lleber- sall auf das Karwiner Deutsche Haus, wo eine Anzahl von Fensterscheiben eingeschlagen wurden. Eingriffe in das deutsche Privatvermögen und schließlich auch zahl­reiche körperliche Mißhandlungen von Deutschen ergän­zen das Bild.

polnischeKulturträger"

Bei einem Umzug anläßlich des polnischen National­feiertages wurden in Sazynek (Kreis Thorn) nicht wiederzugebende Schmährufe auf den Führer ausge- stotzen. Anschließend wurden den Volksdeutschen Wegner und Krüll die Fensterscheiben ihrer Wohnungen einge­worfen. Der Demonstrationszug war vom Lehrer des Dorfes veranlaßt worden.

In welcher Weise dieseKulturträger" sich als Hetzer übelsten Ausmaßes betätigen, zeigt ein anderes Bei­spiel aus Lisewo, Kreis Kulm, wo polnische Kinder auf dem Schulweg Schmählieder auf den Führer sangen, deren Inhalt eine einzige unverantwortliche Vergiftung der Kinderseelen ist.

Unglaublich!

Die Deutschen können sogar totgeschlagen werden!«

Thorn, 8. Mai.

Kürzlich wurden die jungen Burschen des Dorfes Gra- bowic, Kreis Strasburg, eingezogen und nach Stras- burg gebracht. Hier hielt der Starost eine Rede, in der er betonte, daß die Deutschen ihr Recht verloren hätten, und daß jeder mit ihnen machen könne, was er wolle.

Die Deutschen könnten beschimpft, mißhandelt und sogar totgeschlagen werden. Es werde deshalb keiner zur Ver­antwortung gezogen werden!

Volksdeutscher schwer verletzt

Thorn. 6. Mai.

In Eichfelde (Kreis Zempelburg) wurde der Volks­deutsche Arbeiter Will, weil er eiize an seinem eigenen Haus angebrachte von niedrigster Gesinnung und abge­feimter Gemeinheit zeugende Karrikatur des Führers entfernt hatte, von mehreren Polen niedergeschlagen und durch Messerstiche schwer verletzt.

Vie watzrtzeit soll nicht ans Licht

Warschau, 6. Mai.

Nachdem bereits vor Tagen der öffentliche Verkauf von deutschen Zeitungen und Zeitschriften eingestellt worden ist, werden jetzt auch den Abonnenten reichs- deutscher Blätter die Zeitungen nicht mehr zugestellt. In Kattowitz wurden am Freitag in einem großen Zeitungsvertrieb sämtliche vorhandenen reichsdeutschen Zeitungen und Zeitschriften, insgesamt 20 000 Stück, beschlagnahmt und im Polizeikraftwagen fortgeschafft. Ueber die Gründe dieser unerhörten Maßnahme konnten die mit der Durchführung der Beschlagnahme beauf­tragten Beamten keinerlei Auskunft geben.

für Vanzig sterben?"

polnischer Veschwerdeschritt in Paris

(Oraktbsrielit unserer Lsrissr Scllriktlsitung)

b. v. Paris, 6. Mai.

Polen scheint sich seines französischen Bundesgenossen sehr wenig sicher zu fühlen. Der polnische Botschafter ist am Quai d'Orsay dringlich vorstellig geworden wegen des von dem LinksblattÖeuvre" veröffentlichten Ar­tikels des Abgeordneten DeutFür Danzig sterben?" Wie in einem Teil der Pariser Presse behauptet wird, habe Außenminister Bannet dem Botschafter die Ver­sicherung ausgedrückt, diese Auffassung, vie für Polen nicht sehr schmeichelhaft war und vor einem Krieg um Danzig, besonders wenn er durch polnische Provoka­tionen ausgelöst werden sollte, ausdrücklich warnte, ent­spreche keineswegs dem Standpunkt der französischen Regierung, die sich volj an die französischen Verpflich­tungen gegenüber Polen halte.

Darüber hinaus hat Ministerpräsident Daladier, da die polnische Regierung eine öffentliche Stellungnahme gegen die von Deal zum Ausdruck gebrachten Ansichten noch vor der Veck-Rede verlangte, der französischen Presse eine Erklärung übermittelt, die Freitag vor­mittag veröffentlicht wurde und in der es heißt:Die Stellung Frankreichs, wie Daladier sie in der Rund­funkrede vom 29. März definier! habe. hat sich nicht ge­ändert und wird sich nicht ändern.Daladier wendet sich gegenunrichtige Informationen und tendenziöse Kom­mentare in Frankreich und im Ausland, mit denen man die Wirklichkeit der Tatsachen zu fälschen und die Entschlossenheit der Regierung und der Nation zum Wanken zu bringen bzw. außerhalb Zweifel an ver Klarheit und Gradlinigkeit der französischen Politik her­vorzurufen sucht." In offenkundiger Polemik gegen die nur allzu einleuchtende These Deals, daß sich Frankreich unmöglich für einen von Polen heraufbeschworenen Streit opfern könne, erklärt der französische Minister­präsident, es handle sich nur um eine einzige Frage: die der Vorherrschaft oder der Zusammenarbeit in Eu­ropa. Daher stehe letzten Endes die Sicherheit Frank­reichs und auch die Zukunft der Zivilisation im Spiel.

Außerdem veranlaßte die französische Regierung, um Warschau zu beruhigen, daß die Veck-Rede durch nahe­

zu sämtliche französischen Sender in französischer Sprache verbreitet wurde. Das LinksblattOeuvre" ist, wie es selbst bekanntgibt, auf Grund des Deat-Artikels in Po­len sofort verboten worden. Es tritt am Freitag eine Art Rückzug an, indem es den Deat-Artikel als Dis- kuisions-Beitrag hinstellt und die Fragestellungen im Sinne der Daladier-Erklärungen verschiebt.. Nichtsdesto­weniger ist die Diskussion in der französischen Öffent­lichkeit eröffnet. Deals Betrachtungen haben zweifellos weitgehend dem entsprochen, was ähnlich wie bei der Tichechen-Krise im September 1938 breiteste Schichten des französischen Volkes empfinden. In der Fraktion der gemäßigten Sozialisten, der Deal angehört, ist be­reits eine heftige Auseinandersetzung im Gange, wobei die dieser Fraktion zugehörigen Minister von Deal ab­gerückt sein sollen. Er selbst wurde in einer Fraktions­sitzung vom Donnerstagabend, die aus Anlaß seiner kürzlich erfolgten Wiederwahl' zur Kammer stattfand, mit demonstrativem Beifall empfangen.

Der offiziösePetit Puristen" legt die Daladier-Er- klürung dahin aus, die Unterstützung Polens durch Frankreich und England werde ausnahmslos in Kraft bleiben, falls Polen eine Bedrohung seiner Lebens­interessen als vorhanden erachte und die Waffen zu ihrer Verteidigung ergreifen würde. In recht gewun­denen Erklärungen fügt das Blatt aber hinzu, England und Frankreich hätten auf Warschau keinerlei Druck ausgeübt, weder im Sinne der Unnachgiebigkeit noch in dem der Verständigung. London und Paris würden Polen nicht daran hindern, eine Verständigung mit Deutschland zu suchen.

5000 protestieren

London, 6. Mai.

Mehrere Verbände hatten in London eine großange­legte Kundgebung organisiert, die im Zeichen des Kampfes gegen die Wehrpflicht stand. Mehr als 5000 Männer und Frauen zogen durch die Hauptstraßen der Stadt und trugen Plakate mit sich. auf denen gegen die Einführung der Wehrpflicht protestiert wurde. Zu ernsteren Zwischensällen ist es dabei nicht gekommen.

rck. Berlin, 6. Mai.

Während die britischen Einkreisungspolitiker in den letzten Wochen eine Absage nach der anderen von den angeblich von Deutschlandbedrohten" Staaten verzeich­nen und mit ebenso ohnmächtiger Wut die täglich sicht­barer in Erscheinung tretenden Erfolge der Friedens­politik der Achse zur Kenntnis nehmen mußten, blieb ihnen doch der höchst unzweifelhafteTrost", daß wenig­stens die Einflüsterungen der Konfliktstroiber in War, schau offene Öhren fanden. Die durch die demokra­tische Hetze hervorgerufene Maßlosigkeit der polnischen Presse, die täglichen Ueberfälle und Ausschreitungen gegenüber Volksdeutschen die wahnwitzigen Forderun­gen auf daspolnische Ostpreußen", daspolnische Schlesien" usw. haben wir in den , letzten Tagen schon mehrfach registriert und als bedenkliche Zeichen der tn Polen grassierenden Geistesverwirrung festgestellt.

Daß diese inzwischen auch weiter um sich gegriffen hat, bestätigen die skandalösen Vorfälle, die sich am Donnerstag in Posen und anderen Orten ereigneten. Auf einer von allen polnischen Parteien einberufenen Hctzversammlung wurde der Führer, den man als Puppe am Galgen (!) zeigte, in ungeheuerlicher Weise be­schimpft. Während der Mob volksdeutsches Eigentum in blindwütigem Haß zerstörte, forderten hysterische Demagogen, daß man die Deutschen bei Berlin zu­sammenschlage (!).

Angesichts dieser Tiraden und Ausschreitungen er­scheint die gestrige Rede des polnischen Außenministers in einem höchst merkwürdigem Licht. Oberst Beck kam mit einem Wort auf die deutschfeindlichen Exzesse des polnischen Chauvinismus, auf das Kriegsgeschrei seinen Presse und die wahren Ziele der polnischen Politik zu sprechen. Er begnügte sich vielmehr damit, einen schwachen Versuch der Verteidigung gegen die vom Füh­rer in seiner letzten Reichstagsrede aufgezeigten realen Tatsachen der deutsch-polnischen Beziehungen und des offenkundigen Kurses Warschaus zu unternehmen.

Indem sich Oberst Beck in bezeichnender Weise auf das Glatteis des polnischen Chauvinismus begab, war es sein Bestreben, durch haltlose Anschuldigungen des Reiches die öffentliche Meinung zu täuschen und Deutsch­land die allein Polen belastende Schuld des Bruches des 1934 zwischen Adolf Hitler und Joseph Pilsudski abge­schlossenen Vertrages zuzuschieben. Es ist deshalb erforderlich, verschiedene tendenziöse Irrtümer des polnischen Außenministers der Wahrheit entsprechend richtigzustellen. So muß beispielsweise daran erinnert werden, daß Herr Beck trotz seiner das Gegenteil vor­spiegelnden Behauptungen die deutschen Vorschläge nicht erst seit ihrer formulierten Ueberreichung, sondern schon seit dem Oktober vorigen Jahres kennt. Wenn Herr Beck u. a. erklärt, von dem Angebot einer 25jährigen Garantie für Polen erst durch die Reichstagsrede des Führers Kenntnis erhalten zu haben, scheint ihn sein Gedächtnis in bedauerlicher Weise im Stich gelassen zu haben. Der polnische Außenminister hätte auf Grund seiner Aufzeichnungen über seine letzte Unterredung mit dem Führer feststellen können, daß er schon damals von Adolf Hitler auf diese Möglichkeit hingewiesen wurde. Ferner dürfte es zweifellos auch in den Akten des Warschauer Außenamtes schwarz auf weiß vermerkt sein, daß Reichsaußenminister von Ribbentrop ebenfalls mit dem polnischen Botschafter dieses Problem erörterte.

Schließlich behauptete der polnische Außenminister, die Frage einer Garantie für die Slowakei gleichfalls erst durch die Reichstagsrede des Führers erfahren zu haben. Auch hierin täuscht er sich, da diese Frage ebenfalls schon mit dem polnischen diplomatischen Vertreter in Berlin besprochen worden ist.

Herr Beck erweckte ferner in seiner Sejmrede den An­schein, als ob die polnische Antwort in Form angeblicher

lMMMMIMIMNWlIIINIIIIIIIIII,II,,1,,1,,,,INI,,,»II»»»»I

Unser VsDessnisgel

(Unsere llsutiKs ^usZsbs umksüt 14 Seiten)

Der polnische Außenminister Beck lehnte in seiner Sejmrede das großherzige Angebot des Führers ab. Die polnische Haßpsqchose greift in der Person des Führers in gemeinster Weise die nationale EhrS Deutschlands an.

Ein belustigender Wortwechsel entspann sich im Unterhaus zwischen Chamberlain und Attlee.

In USA. ist durch Streik fast die ganze Brau», kohlen-^ndustrie stillgelegt.

Der Führer erließ ein neues Gesetz über die Be­grenzung der Höchstgeschwindigkeit für Kraftfahr­zeuge.

Aus der internationalen Wasserausstellung in Lüt» t,ch sind namhafte Bremer Firmen beteilrgt.

Aus dem großen Schulungslehrgang der DFA. i« Bremen vom 8. bis 13. Mai werden füyrrnde Männer der Deutschen Arbeitsfront sprechen. Gestern begann die Sammlung der Hitlerjugend für das deutsche Jugendherbergswerk.

In Wilhelmshaven erhielte» gewissenlose Schwarz­schlachte» die verdiente Strafe.

Die Daoispokalkämpfe wurden wegen Regens um 24 Stunden verschoben.

Balkes Schwimmrekord wurden bestätigt.