Ausgabe 
(11.3.1939) Nr. 70
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Keiner Zeitung

Parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zreien Hansestadt Bremen

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der i mtionalsozialisten Vremens

flmtliches Berkündungsbkatt desBeichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 70 / 9. Jahrgang

Sonnabend, 11. März 19Z9

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Völlig undurchsichtige Lage in Madrid

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Von

wüste Lürmszenen in der pariser Kammer bei der Debatte über die flüchtlingsfrage

Paris, 11. März.

Der französische Generalresident in Tunis, Labonne, erklärte Pressevertretern, datz die in den Hasen von Bizerta geslüchteten Kriegsschiffe aus Cartagena jetzt der Zranco- Regierung gehörten. Die rote Besatzung, die 4132 Mann stark sei, könne nach Spanien zurückkehren oder in Tunis bleiben.

Die Lage in Madrid ist weiterhin völlig undurch­sichtig. Beide Seiten behaupten, den „Sieg" errungen zu haben. Miaja spricht sogar von 14 000 gefangenen Kommunisten. Aus den verschiedenen Berichten geht hervor, daß immer noch um verschiedene Stadtteile ge­rungen wird.

Miaja, der im Besitz des Madrider Rundfunksenders ist, läßt über diesen laut verkünden, er sei Herr der kommunistischen Erhebung". Die von der Front zu Hilfe gerufenen Abteilungen hätten die Kommunisten im Stadtzentrum „besiegt". Allerdings wird, ckuch in diesen Radioberichten zugegeben, daß immer noch mehrere tausend Häuser von den Kommunisten besetzt sind, die ganze Stadtteile geradezu in Festungen ver­wandelt haben.

Ganz anders lauten die Berichte der Kommunisten. Sie behaupten, das städtische Verwaltungsgebäude und das Zivilgouvernement besetzt zu haben; auch befänden sie sich in unmittelbarer Umgebung des Rnndfunkhauses Union Radio. Dieser Sender hat während des ganzen gestrigen Tages Tanzmusik verbreitet, um den Eindruck der Ruhe in der Stadt zu erwecken. Um die Zivilbevöl­kerung unter Terror zu setzen, haben die Kommunisten jedes Auto, das in ihren Besitz fiel, mit Maschinen­gewehren bestückt und durchführen damit in rasendem Tempo die Straßen Madrids, wobei sie ohne Unterlaß auf die Häuserfronten schießen. Gestern eroberten die Kommunisten zwei große Lebensmittellager, in denen Lebensmittel für die Madrider Krankenhäuser aufge­speichert waren. Für die Spitäler ist es nunmehr ein ungelöstes Problem, woher sie in den nächsten Tagen Lebensmittel erhalten sollen.

vs-jurs-flnerkennung durch die türkei vollzogen

Istanbul, 11. März

Die türkische Regierung hat gestern einen Beamten des Außenministeriums zu den in Istanbul residieren­den diplomatischen Agenten der nationalspanischen Re­gierung, dem Gesandten Pälencia y Alvarez, ent­sandt und ihm die Os-jurs-Anerkennung offiziell mit­geteilt. Unmittelbar darauf hat der nationalspanische

(Draktbsriokt unssrsr Lsrlinsr LebriktlsitrmZ) ril. Berlin, 11. März

Wie alljährlich, so bildete auch diesmal die große Kundgebung der Filmschaffenden in der Kroll-Oper den Abschluß und zugleich den Höhepunkt der Jahrestagung

Gesandte von dem Istanbuler Generalkonsulat sowie von dem'am Bosporus gelegenen Palais der Sommer­gesandtschaft Besitz ergriffen.

„Mörder Marlv"

(Oraktbsrickt unssiors barissr Vsrtrstsrs)

Paris, 11. März.

In der Pariser Kammer kam es während einer Rede des Rechtsabgeordneten Jbarnegaraq zu dem Thema der Spanienfliichtlingc zu wüsten Lärmszenen, insbesondere

Prag, 11. März

Der tschechische Staatspräsident Dr. Hacha hat den slowakischen Ministerpräsidenten Dr. Josef Tifo, den slowakischen Minister für Volkswirtschaft, Dr. Pruzinskq, und den slowakischen Minister für Verkehr und öffent­liche Arbeiten Ferdinand Du/cansky ihrer Aemter ent­hoben. Zum neuen Ministerpräsidenten für die Slo­wakei hat Dr. Hacha den slowakischen Minister für Schulwesen Josef Sivak ernannt.

StanSrecht oerizöngt

Um 11 Uhr ist in Preßburg das Standrecht erklärt worden. Vor dem Regierungsgebäude in Preßburg haben sich viele Tausende von Slowaken versammelt, meist Arbeiter, Mitglieder der Hlinka-Earde, die immer wieder in Sprechchöre ausbrechen: Wir lassen uns nicht unterjochen, wir wollen eine freie Slowakei.

Nach einer Mitteilung- des Preßburger Korrespon­denten der „Wiener Neuesten Nachrichten" besetzten gegen 16 Uhr Hlinka-Gardisten das Gebäude der Zivnosdenka- Bank. Kurz darauf erschien tschechische Gendarmerie, die den mit Demonstranten gefüllten Platz vor dem

der Reichsfilmkammer. Im Mittelpunkt dieser Kund­gebung stand eine Rede des Reichsmimsters Dr. Goebbels.

2m festlich geschmückten Sitzungssaal der Kroll-Oper hatten sich am Abend all die eingefunden, die dem

als der Abgeordnete dem Innenminister Sarraut vor­warf, er hätte Mörder und Diebe in großer Menge nach Frankreich hereingelassen. Großer Lärm erhob sich unter den kommunistischen Abgeordneten, als der Fall Marty zur Sprache lam. Der Redner fragte den Organisator der Internationalen Brigaden, ob er die ihm nachge­sagten Verbrechen abstreiten woll«.

- Daraufhin verlas Martp eine „Rechtfertigungsrede", in der er die Internationalen Brigaden reinzuwaschen versuchte und seine Argumente mit den Zeugnissen ehe­maliger Angehöriger der Brigaden belegte (!). Als der Rus nach einer sofortigen Untersuchung der Perbrechen Martys immer lauter wurde und die Rechtsabgeord­neten im Chor „Mörder Marty!" riefen, antwortete Marty seinem Ankläger in Ermangelung jedes sach­lichen Argumentes mit dem Ruf: „Ihr seid bezahlte faschistische Agenten!" Ibarnegaray schloß seine Rede mit dem offiziellen Antrag, die Verbrechen Martys durch eine Kommission untersuchen zu lassen.

Gebäude räumte und das Gebäude umstellte, wobei mehrere Schüsse gewechselt wurden.

Dir Ant i kom i nte rn-A u sstellung in Preß­burg, die Staatssekretär Karmasin eröffnen sollte, wurde von Polizei besetzt. Der deutsche Freiwillige Schutzdienst und die slowakische Hlinka-Garde wurden entwaffnet, soweit dies durchführbar war. Der Vor­kämpfer der slowakischen Selbständigkeit, Pros. Tuka, und der slowakische Propagandachef Dr. Mach wurden verhaftet, der Sekretär des Ministers Durcansky, Dr. Kirschbaum, soll ebenfalls festgesetzt werden.

Der frühere Ministerpräsident Dr. Tiso soll sich zur­zeit in einem Kloster befinden. Der Aufenthaltsort des Staatssekretärs Karmasin und seines Stellvertreters ist unbekannt

Im weiteren Verlauf der Ereignisse in der Slowa­kei haben tschechische Truppen die Postämter und Bahn­höfe in allen größeren slowakischen Orten sowie zahl­reiche Fabriken besetzt. Die militärischen Aktionen lei­tet General Eliasch , der tschechische Minister für Ver­kehrswesen in seiner militärischen Eigenschaft. Sämt­liche Zeitungen, die die Nachrichten von der Verhaftung der beiden slowakischen Führer Tuka und Mach ver­öffentlichten, sind beschlagnahmt worden.

deutschen Film Gesicht und Form geben, an der Spitze der zahlreichen Vertreter der Filmwelt, der Regisseure, der- Schauspieler und Schauspielerinnen, der Musiker, Dichter und Produzenten der Treuhänder des deutschen Films, Reichsminister Dr. Goebbels selbst.

Als erster nahm der Präsident der Reichsfilmkammer Pros. Dr. Lehnt ch, das Wort. Er begrüßte die zahlreichen Ehrengäste, unter denen sich zum erstenmal auch die Vertreter der Ostmark und des Sudetenlandes befanden. Pros. Lehnich befaßte sich dann ausführlich ünit der Stellung des deutschen Films in der Welt, wo­bei er scharf mit den Gegnern des deutschen Films und ihren Methoden abrechnete. Nach ihm sprach Staats­schauspieler Lieben einer, der Regisseur vieler er­folgreicher Filme. Er befaßte sich mit dem Wesen des Filmes überhaupt. Zum . Thema „Film und Autor" äußerte sich einer der erfolgreichsten Filmautoren, Dr. Heinrich Spörl.

; Danach betrat Reichsminister Dr. Goebbels das Podium, um in einer grundsätzlichen Ansprache über das Filmschaffen das Wort zu ergreifen.

Er stellte dem, was vorher über die Filmkunst ge­jagt worden' war, grundlegende Gedanken über die FUmorganisation gegenüber. Dabei ging er von den einschneidenden personellen Umänderungen aus, zu denen er sich vor wenigen Wochen gezwungen sah und die er nun in überzeugender Klarheit begründete. Noch einmal ließ er die traurigen Verhältnisse vor seinen Hörern erstehen, die sich auch auf dem Gebiete des Films bis zur Machtübernahme in Deutschland breit- gemacht hatten. Er sprach davon, wie diese Kunst fast nur ein Geschäft gewesen sei und wie es beispielsweise beim Theater lange genug gedauert habe, bis es aus der Sphäre der Landstraße und des Thespiskarrens zu einer wirklichen Stätte der Kunst herangewachsen fei. In vielen anderen Ländern, die sich heute mit Vorliebe als demokratische Kulturstaaten aufspielen, sei das heute noch nicht der Fall

„Auf dem Gebiete des Theaters", so konnte Dr. Goeb­bels unter stürmischer Zustimmung der Versammelten feststellen, „sind wir Deutschen zweifellos bahnbrechend gewesen, dramaturgisch, organisatorisch und vor allem in bezug auf staatliche Unterstützung."

(Fortsetzung auf Seite 2)

liaialisstattlialtor Dr. r^rt«r 8vz?ü-1iiyuavt

Als das Abkommen vom 11. Juli 1936 geschlossen war, stand die Bewegung in Oesterreich vor einer neuen Situation. Der Bestand der äußeren Formen des Re­gimes schien zunächst gesichert — dafür öffneten sich die Aussichten auf einen legalen Weg zur Teilnahme an der Staatsmacht. Es war von vornherein klar, daß dieser Weg gegangen werden mußte.

Die internationale Lage schloß, wie es schien, für lange Zeit jedenfalls, aus alle Fälle aber für die un­mittelbare Gegenwart, den Weg der bewaffneten Volks­erhebung und der Eingliederung in das Reich, vollends aber die dazu — angesichts der eigenen und fremden Machtmittel des Regimes — kaum zu entbehrende Hilfe der Reichspartei aus. Ein derartiger Versuch hätte damals mit Sicherheit scheitern müssen, und die Kata­strophe -hätte die deutsche Einigungsbewegung um Jahre zurückgeworfen. Das Ansehen des Reiches hätte durch ein solches Versagen schwerstens gelitten — um so mehr, als das Reich schon einmal, 1934, dem unerhörten Blut­opfer der nationalsozialistischen Erhebung, dem Ver­bluten bester Menschen, der justizielken Ermordung heldenhafter deutscher Männer hatte zusehen müssen, ohne eingreifen zu können. Und drohend im Hinter­grund stand überdies die Gefahr eines internationalen Konfliktes: Ein Aufstand in dem damaligen Oesterreich hätte das Signal zum Präventivkrieg gegen das er­starkende, aber noch nicht fertig gerüstete Reich abge­geben. Die übermenschliche Geduld und politische Weit­sicht des Führers in den qualvollen Julitagen des Jahres 1934 mußten auch uns österreichischen National­sozialisten Vorbild sein. Es galt, sich auf einen langen Weg zur Macht und Verantwortung einzurichten, und deshalb mußten alle Möglichkeiten legaler Betätigung bis zum Aeußersten und bis zur persönlichen Selbst- aufgabe ausgenützt werden.

Selbstverständlich konnte es sich nie darum handeln, die Unbedingtheit der nationalsozialistischen Idee durch Kompromisse zu verwischen Kompromisse kompromit­tieren bekanntlich — noch gar darum, die festgefügte politische Organisation der Partei gegen irgendwelche legale Vereinsformen auszutauschen. Idee und Form, die Garanten des Endzieles, mußten vielmehr fraglos erhalten bleiben. Die legale Betätigung konnte nur den Sinn haben, Form und Idee zu schützen und eine ruhige Entwicklung durch Beendigung wenigstens der schlimmsten Zerfolgungen und persönlichen „Maßrege­lungen" zu ermöglichen. Die Partei durfte niemals sich selbst aufgeben, sie hatte nur gewisse Arbeits- und Werbeformen rein taktischer Art durch andere zu er­setzen.

So kam es also -notwendigerweise zu den langwieri­gen, mühevollen Versuchen, im Machtapparat des Vater- ländischen-Front-Staates Fuß zu fassen, entsprechend den mit dem Abkommen vom 11. Juli verbundenen, von der Bundesregierung in Widerspruch zu den Tatsachen in Abrede gestellten Sonderabmachnngen. Alle Vertreter der Bewegung, die im Laufe dieser vielen Monate mit der Regierung Schuschnigg in Verbindung zu treten hatten — man denke nur an die Erfahrungen des Siebenerkomitees —, mutzten erkennen, daß es der herrschenden Clique nie um einen ehrlichen Versuch zu tun war, dem Nationalsozialismus die Verwirklichung seines natürlichen Rechtes auf Mitverantwortung oder gar auf Führung zu gewähren, sondern ausschließlich darum, die Partei durch Scheinzugeständnisse in einen „genläßigten" und „radikalen" Flügel zu spalten und dadurch ihrer Stoßkraft zu berauben. Mit Hilfe der braven „Gemäßigten", wie Schuschnigg und Zernatto sie sich wünschten, sollten dann die unbelehrbaren, „un­entwegten Radikalen" als verbrecherische Friedensstörer ins Unrecht gesetzt und vollends unterdrückt werden. Mit den „Gemäßigten" hoffte man dann später fertig wer­den zu können. Die Verantwortlichen des Schuschnigg- Oesterreichs haben eine Verschlagenheit ohnegleichen entwickelt, um zu diesem ersehnten Ziel zu gelangen. Trotzdem stand keinen Augenblick in Frage, daß die Po­litik des legalen Weges nie zur Spaltung der Partei führen würde.

Viel ernster als die „Schwierigkeiten in der Partei", von denen der „Telegraf" damals zu erzählen wußte, waren die Schwierigkeiten mit den Leukern der vater­ländischen Politik: Schuschnigg und Zernatto. Es war

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Unser Tsg«sspi«ss>

(Ois ksutigs Zlusgabs umtobt 16 8 sitsu)

Preßburg steht nach Absetzung des slowakischen Mi­nisterpräsidenten im Zeichen schwerer tschechisch-slo­wakischer Zusammenstöße.

Die Lage in Madrid ist noch immer ungeklärt. Cianetti überreichte in Aussig die von italienischen 'Arbeitern angefertigte DAF.-Fahne.

Dr. Goebbels sprach in der Kroll-Oper zu den Film­schaffenden.

Gauleiter Vürckel zieht eine stolze Bilanz der ein­jährigen Aufbauarbeit in der Ostmark.

Die Leipziger Mustermesse schloß mit einem hervor­ragenden Ergebnis ihre Pforten.

In der Warschauer Judenstadt wurden abermals zahlreiche Juden zwangsweise entlaust.

Im Berliner Sportpalast boxte der Deutsche Mei­ster Bcsselmann gegen Bob van Klaveren unent­schieden.

Hervorragende Erfolge errang die Fußballelf des Schnelldampfers „Bremen" in Chile.

^ v o » «I v i» p 1 n ii A Ii v i in b ii Ii r v r. Der bnlirer qai> am Donnorstax. >vir Iiorielilot. in seinem Hause einen .Vbenileiupkana. an ilvin <lie kübi-enilen Ilännee von Partei null 8taat mit ilirvn brauen teilnalimen. Unser liilil: l>er bnlirrr im 6-espräeIi mit brau ^elnvarx. ller Nattin c!es bei'elisslliatmneisters cler >8l).4b.. äer Oattin ,Ies slanleiters barster. llanmir. iinii brau von 8eliiraeli: links lloiebsleiter kormanii.

(bresss-Rokkmann.)

Vr. Soebbels sprach M den Wmschaffen-en

Eindrucksvoller Abschluß der bedeutsamen Berliner sagung

flklwn Prags gegen preßburg

Ver slowakische Ministerpräsident und zwei Minister von Hacha abgesetzt Heftiger widerstand der Slowaken