Ausgabe 
(9.3.1939) Nr. 68
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vrmer ZeNno

parteiamtliche Lageszettung

Das Amtsblatt des Negierenden Bürgermeisters der Zielen ljansestadt Bremen

Anzeigen - G r u nd p r e i!.eZ

Die 22-ww-Zeile im Anzeigenteil 13 cH/, die 78-mw-Zeile im Tert- teil 75 c^/. Ermäßigte Grundpreise (für kleine, Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 7 (Nachlaßstaffel S). Für An­zeigen durch den Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Geschäftsstellen: 8n Bremen:

Am Geeren 6 — 8, Fern­sprecher Nr. 5 4121. Nachtrus und sonntags: Fernsprecher

Nr. 51115- Obernstraße Nr. 86, Fernsprecher Nr. 5 4121. In Syke, Mühlendamm Nr. 2.

der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Berkündungsblatt des Beichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Nr. 68 / 9. Zastrgang

Donnerstag, 9. März 19Z9

kinzelpreis 13 Npf.

Nootevells Wille zur kinmischung

Segen Volksabstimmung im Kriegsfalle

Her amerikanische Präsident sichr« fadenscheinige Sriinde gegen das Neulraiitätsgesek ins seid

Washington» 9. März.

In einer ersten Pressekonferenz des^ Weihen Hauses in Washington seit der Wie- dereinbringung des Gesetzentwurfes» der unter bestimmten Gesichtspunkten die Kriegs­erklärung der Vereinigten Staaten von einem vorherigen Volksentscheid abhängig machen will. wurde Präsident Roosevelt über seine Ansicht über diese Angelegenheit befragt. Wie zu erwarten war. äuherte sich der amerikanische Präsident hierzu ebenso wie bei dem ersten Vorschlag Ludlows strikt ablehnend.

Er erklärte, daß erstens keine Uebereinstimmung über die Begriffsbestimmung des Wortes „Krieg" bestehe. Zweitens würde durch einen Volksentscheid zuviel Zeit verlorengehen. Roosevelt erinnerte in diesem Zu- sammenhnng daran, daß Frankreichs Kaperschiffe in den Jahren 1798 bis 1800 an der Westindischen Küste sowohl britische wie amerikanische Schiffe aufgegriffen hätten, obwohl Frankreich seinerzeit, Amerika nicht den Krieg erklärt hätte. Dies sei möglich gewesen, bis die junge damalige Regierung der Vereinigten Staaten eine kleine Kriegsflotte gebaut und die Gegend gesäubert habe. Dieses weit hervorgeholte Beispiel fügte Roosc- velt in seine Argumentierüng Über die Frage ein, was heute geschehen würde, wenn eine ähnliche Situation (!) entstände und der Kongreß sowohl wie die Regierung machtlos und tatenlos dastehen müßten, bis ein Volks­entscheid stattgefunden habe.

Die an den Habren herbeigezogene Begründung geht Vollkommen an der Tatsache vorbei, daß weder Lndlow

(vralitbsriobt nvssrss ?srlss'r Vsitistsrs)

Paris, 8. März.

Obwohl in den Meldungen aus.Rotspanien Einzel­heiten über die Kämpfe fehlen, die sich innerhalb der roten Machthaber abgespielt haben, ist es sicher, daß sich die kommunistischen Anhänger Negrins den An­hängern des „Verteidigungsrats" ergeben mußten. Miaja stellte durch Rundfunk den Kommunisten ein Ultimatum, sich innerhalb drei Stunden zu ergeben, die daraus vor Ablauf der Frist kapitulierten.

Die letzten Meldungen sprechen davon, daß in Ma­drid nunmehr wieder Ruhe herrsche. Der „Verteidi­gungsrat" soll bei inoffiziellen Verhandlungen, von denen die französische Presse sprechen zu können glaubt, einen Waffenstillstand von 20 Tagen erbeten und zugesichert haben, daß in diesem Zeitraum die am schwersten kom­promittierten Machthaber der Roten Spanien verlassen haben würden.

Der englische Kreuzer „Devonshire", der schon bei der Besetzung der Insel Minorca die Roten abtranspor­tiert hatte, ist bei Gandia vor Anker gegangen, um so­fort zur Stelle zu sein, wenn der Abtransport roter Flüchtlinge notwendig werden sollte.

In Paris ist der berüchtigte „Oberst" List er einge­troffen, der die fünfte Anarchistenbrigade in der Roten Armee geführt hat.

Sender Vurgos kenn;eichnete Miaja

Der 'nationalspanische Sender Burgos kennzeichnet die Angehörigen des neugegrllndeten „roten Verteidigungs-

noch Nye, die Befürworter des genannten Antrages, durch ihre Vorschläge den berechtigten Schutz der ameri­kanischen Schiffahrt zu verbieten beabsichtigen. Worauf jedoch Roosevelt in Wirklichkeit hinaus will und wohin seine Politik steuert, zeigte wesentlich deutlicher seine Antwort auf die an ihn gestellte Frage, ob „das Be­stehen der amerikanischen Neutralitätsgcsetzgebung die Sache des Weltfriedens gefördert" habe. Der ameri­kanische Präsident verneinte diese Frage und behauptete darüber hinaus, der amerikanische Einfluß aus die Weltbefriedung in den letzten drei Jahren seit Inkraft­treten dieses Neutralitätsgesctzes wäre wahrscheinlich größer gewesdn, wenn das Gesetz nicht existiert hätte!

In Zusammenhang hiermit steht eine zweistündige Rede des demokratischen Fraktionssührers Barkeley im Senat. Barkeley erklärte wörtlich: Amerikas Außen­politik bestünde nicht nur darin, den Frieden auf der westlichen Hälfte der Erdkugel zu erhalten, sondern auch

rates" mit schonungsloser Offenheit. Er stellte fest, daß seine Mitglieder keineswegs besser als die übrigen roten Verbrecher sind.

So sei Besteiro stellvertretender Leiter der ersten „re­publikanischen Regierung" gewesen, und er habe bei Ausbruch des Krieges dicht hinter dem 'berüchtigten Largo Caballero in seiner Ablehnung Francos und der Aufpeitschung zum Klassenhaß gestanden. In Miaja stelle sich der Schöpfer des verbrecherischen Planes der „Verteidigung" der Stadt Madrid vor.

Nachdem der Sender Madrid um 20 Uhr am Diens­tag seine Sendungen unterbrochen hatte, wurden diese um 24 Uhr mit einer Erklärung der Syndikalistischen Partei wiederaufgenommen. Danach wurde zugegeben, daß für die Roten der Krieg verloren ist, und daß der sinnlose Widerstand, wie er von Negrin auf Befehl Moskaus angeordnet sei, nicht fortgesetzt werden würde.

Ver feige rote vombenüberfall

Zu dem Ueberfall rotspanischer Flugzeuge auf den niederländischen Dampfer „Aurora" wurde weiter be­kannt, daß die Rotspanier zuerst den Kapitän zwingen wollten, einen von ihnen vorgeschriebenen Kurs zu fah­ren und einen ihnen genehmen Hasen anzulaufen. Spä­ter wurde der „Aurora" aber großmütig gestattet, un­gehindert ihren eigenen Kurs zu verfolgen. Obwohl durch die zahlreichen Bombensplitter die Brücke schwer

zur Erhaltung des Friedens in anderen Weltteilen bei­zutragen. In diesem Sinne habe das Neutralitäts­gesetz jedoch versagt.

Der demokratische Senator Lewis brachte im Senat eine Gesetzesvorlage ein, die die bestehenden Neutrali­tätsgesetze von 1935 bis 1938 aufhebt und zur Durch­führung einer neuen „Reutralitäts"-Politik Exekutiv­maßnahmen vorsieht.

Die übereinstimmenden Erklärungen Roosevelts und Barkeieys stellen einen allzu deutlichen Ver­such dar, das amerikanische Neutralitätsgesetz einer Revision zu unterziehen, die praktisch den Grundsatz der Nichteinmischung aus der Washing­toner Außenpolitik auch formell entfernt. Was sagt das amerikanische Volk dazu?

USfl. will Kriegsschiffe für tateinamerika bauen

Newyork, 9. Mäch

Wie „Daily Mirror" aus Washington berichtet, beab­sichtigt das Staatsdepartement die amerikanischen Ma­rinewerften den lateinamerikanischen Staaten zum Bau von Kriegsschiffen zur Verfügung zu stellen. Das Staatsdepartement, so erklärt man, wolle verhindern, daß z. V. Brasilien oder Argentinien bei anderen Ländern ihre Bestellungen aufgäben.

beschädigt wurde, ist die Besatzung unverletzt geblieben. Die „Aurora" war mit Stückgut und Früchten beladen und befand sich auf der Fahrt nach Genua.

Me Schwel; dankt für Negrin

(vialltbeiiebt unsvvvs 6 onkvv Vertreters)

Genf, 9. März

Nachdem Negrin den Wunsch geäußert hat, in der Schweiz ein Asyl zu finden, haben sich die Behörden in Bern mit diesem Ansinnen beschäftigt. Man stellt hier fest, daß Negrin ohne ein neues Visum Schweizer Staatsgebiet nicht betreten dürfe. Die Ausstellung eines solchen Visums würde aus erhebliche Schwierig­keiten stoßen.

Noosevelt verärgert Kult

Washington, 9. März.

In einer-Pressekonferenz erklärte Präsident Roofe- velt zur Frage der Anerkennung Francos, daß hier­über noch keine Entscheidung gefällt sei und die Regie­rung der Vereinigten Staäten noch immer die „Re­publikanische Spanien-Regierung" anerkenne. Diese Er­klärung Roosevelts entspricht offenbar der Absicht des amerikanischen Präsidenten, gegen den Wunsch seines Außenministers Hüll die Anerkennung Francos mög­lichst hinauszuzögern. Jedenfalls erklärt Hüll, daß er sofort eine einwöchige Reise unternehmen werde, um sich von einer kürzlichen Erkältung zu erholen. Nachdem je­doch Hüll schon seit Tagen wieder im Amt ist, kann diese Reise nur der Erholung von einer diplomatischen Krank­heit dienen und als Zeichen für die Verstimmung Hulls über die zunehmenden politischen Spielereien' seines Chefs gedeutet werden.

tianetti besucht Deutschland

Bayreuth, 9. März.

Auf Einladung des Reichsorganisationsleiters und Leiters der Deutschen Arbeitsfront Dr. Ley besucht der Präsident der italienischen Industriearbeiter-Konfödera­tion Tullio Cianetti vom 9. bis 16. März Deutschland. Die Reise wird in der Gaustadt der bayerischen Ost­mark ihren Ausgangspunkt nehmen.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley trifft voraussicht­lich am Freitag früh in Bayreuth ein, um den italieni­schen Gast zu begrüßen. Die Reise wird über Eger nach Aussig führen, wo zu Ehren der Gäste eine große Kund­gebung stattfindet. Weiter werden Reichenberg, die Reichshauptstadt, 'Stettin, die Ordensburg Krössinsee und industrielle und landwirtschaftliche Musterbetriebe in Schlesien besucht werden. Ferner ist eine Besichtigung der Stadt der KdF.-Wagenwerke bei Fallersleben vor­gesehen.

Cianetti wird die von den im Reiche beschäftigten italienischen Arbeiter gestiftete DAF.-Fahne für den Sudetengau persönlich überreichen. Die Abordnung der faschistischen Arbeiterschaft hat am Mittwochabend Rom verlassen, um an der Kundgebung der DAF. in Aussig teilzunehmen.

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rä. Die französische Aktivität in Nordafrika über­schreitet allmählich jedes Maß. Die Truppenverschie- ibungen, Besichtigungen und Flottendemonstrationen lassen immer deutlicher den Zweck dieser Maßnahmen erkennen. Frankreich will — ohne daß jemand dazu Veranlassung gegeben hätte — seine Macht zeigen, und zweifellos zeigt es seine Machtmittel in einer Weife, daß in ganz Nordafrika eine gewisse Nervosität natur- notwendig aufkommen mutz.

Italien hat bisher diese französischen Maßnahmen mit großer Langmut zur Kenntnis genommen. Tau­sende von Italienern wurden von tunesischen Behörden auf die Straße geworfen, weil sie nicht französische Staatsbürger werden wollten. Nach Rückkehr von ihrem Wehrdienst wurden Tunis-Italiener durch französische

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Hunderttausend Bremer und mehr blicken mit berechtigtem Stolz der zwölften Stunde, dem 31. März, entgegen, wenn unter das Winter- hilsswerk 1938/39 der Schlußstrich gezogen wird. Sie haben mit gläubigem Herzen und nach bestem Können und Vermögen zusammen geholfen, der Gemeinschaft ein würdiges Opfer zu bringen. Manch ein „Gewichtiger" und manch einer, der sehr wohl ein angemessenes Opfer bringen könnte, hat es aber trotz freund­licher Aufforderung bis heute versäumt, dem Winterhilsswerk eine Spende zu geben. All diesen gilt der Weckruf: „Fünf Minuten vor zwölf", damit sie nach Abschluß des 6. Winter- hilsswerks mit erhobenem Haupt durch die Volksgemeinschaft schreiten können.

Militärbehörden einem Verhör über ihre militärischen Erfahrungen unterzogen. Das italienische Personal der Eisenbahn Tunis—Eoletta wurde durch Juden ersetzt. Italienische Zeitungen wurden verboten. Ungestraft durste öffentlich die Autorität Mussolinis in Tunis verhöhnt werden. Neben diesen gegen die Tunis- Italiener gerichteten unmittelbaren Maßnahmen stehen die militärischen Drohungen gegen Italien bzw. gegen die Tunis benachbarte italienische Provinz Libyen. Die Garnison der Stadt Tunis wurde in die sogenannte Daladier-Linie gegen Libyen geworfen. In der Stadt Tunis wurden Unterstände gegen Luftangriffe errich­tet. Am Strand des Golfs von Tunis wurden Flak­batterien und Maschinengewehr-Nester eingebaut. Nach Pariser Darstellungen befinden sich bis jetzt 60 099 Mann in Tunis zur „Verteidigung" des von nieman­dem bedrohten Protektorats.

„Tunis ist eine einzige Kaserne geworden" — mit diesen Worten schilderte der Führer der nationalarwbi- schen Bewegung in Tunis, der „Neo Destur", die Lage in seiner Heimat. Die französischen Maßnahmen haben nicht nur die Italiener, sondern auch ebenso sehr die arabische Bevölkerung herausgefordert. Die Antwort ist nicht ausgeblieben. Es läßt sich ein Wiederaufflam­men der arabischen Unabhängigkeitsbewegung „Neo Destur" überall feststellen. Die arabischen Anschläge auf die Bahnlinie Tunis—Bizerat und auf die Telegraphen­ämter der Verbindung Tunis—Grombalia sind war­nende Zeichen für die französische Kolonialverwaltung. Zwar befinden sich die Führer der arabischen National­partei noch -immer in Hast. Dennoch scheint der arabi­sche Widerstand neu organisiert zu sein.

Frankreich pocht seinerseits auf die Waffengewalt. Die zahlreichen Reisen französischer Kolonialgeneräle zwischen Paris und Nordafrika sollen das außerordent-

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Unser Tsgesspiegel

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Roosevelt will seine Einmischungspolitik jetzt auch gesetzlich verankern.

Der rote „Verteidigungsrat" Madrids hat seine Moskauer Gesinnungsgenossen kaltgestellt.

Die Arbeitsgemeinschaft für deutsch-italienische Rechtsbeziehungen beschäftigte sich mit Fragen des Schuldrechts.

Ueber die bauliche Neugestaltung Augsburgs werde» erstmalig Einzelheiten veröffentlicht.

Am Heldengcdenktag findet in Bremen eine große militärische Gedenkfeier statt.

Auf dem Gelände der Norddeutschen Hütte wurde ein Rangierer tödlich überfahren.

2n der Schweiz wurde eine 22 Mann starke Träger- kolonne von einer Staublawine erfaßt.

Der Plan einer „Achsen"-Fahrt an Stelle der Deutschland-Rundfahrt ist endgültig fallengelassen worden.

Turas Basketballspieler schlugen den LSV. Quaken- brück mit 19:12.

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Negrins ftntzänger in Madrid kaNgeftelll

Majas llique stellte ein „Ultimatum" / englischer Kreuzer wartet aus Flüchtlinge