Ausgabe 
(5.3.1939) Nr. 64
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vremerZeltmli

parteiamtliche Tageszeitung

Das Amtsblatt des Negierenden Vürgermeisters der Freien Hansestadt Vremen

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der Nationalsozialisten Bremens

Amtliches Nerkündungsblatt des Neichsstattdalters in Oldenburg und Meinen

Nr. 64 / 9. Jahrgang

Sonntag, S. März 19Z9

kinzeipreis 13 Nps.

Verdrehungen und tilgen Noosevelts

kraue Theorien -es USfl.PräsiSenten

Neuer trguß alten Stils über Vemokratien und volksregierte Staaten

Newyork, 5. März.

In Gegenwart des Obersten Gerichtshofes» des Kabinetts und des Diplomatischen Korps fand am Sonnabend eine gemeinsame Sitzung beider Häuser des USA.-Bundes- kongresses zur Feier des Tages statt, an dem vor 13V Jahren die Bundesverfassung in Kraft getreten war.

Präsident Roosevelt hielt die Festrede, die wie nicht anders zu erwarten war in ein eintöniges Lob­lied auf die Demokratie ausklang. Er hütete sich dabei allerdings sorgfältig, die Frage zu behandeln, ob sich das sogenannte demokratische System in dem entspre­chenden Zeitraum bewährt hatte und ob es nicht nur den Theoretikern, sondern auch dem amerikanischen Volk (glück. Zufriedenheit und Wohlstand gebracht hatte oder auch nur in Zukunft bringen wird.

An Stelle dieser zweifellos wichtigen Erwägungen stieg Roosevelt wieder auf das hohe Roß verbohrter Polemik und warf den volksregierten Staaten vor, daß sieunfair" seien. Unfrei deshalb, weil ihre Vertreter wohl nicht nur bestimmte Cliquen, sondern das gesamte Volk repräsentieren. Die erste Hälfte seiner Rede be­schäftigte sich vorwiegend mit einem geschichtlichen Rück­blick auf die Jahre 1776 bis 1789, als die amerikanische Unabhängigkeit erkämpft und die Verfassung ausge­arbeitet worden war. Diese Verfassung, so behauptete Roosevelt. beruhe aufihealer Demokratie". Er stützte diese Auffassung auf das Recht der sogenannten freien Wahl. wobei er die vielfältigen Umstände, die ein freies Wahlbekenntnis besonders in den Bereinigten Staaten von vornherein zuschande machten, ver­schwieg. Dagegen traf er den Nagel auf den Kopf,

als er feststellte, daß dieseWählfreiheit" eine der Hauptunterschiede zwischen den sogenannten Demokra­tien und den volksregierten Staaten sei.

Sodann verwies Roösevelt auf die unbeschränkte Redefreiheit und die sogenannte Pressefreiheit,die von der Regierung nie unterdrückt werde". Selbstverständ­lich verschwieg er auch hier das unsichtbare Wirken übermächtiger Faktoren, die die sogenannte Pressefrei­heit in den Vereinigten Staaten illusorisch machen.

Schließlich ging Roosevelt von Verdrehungen und merkwürdigenAuffassungen" zur glatten Lüge über. Er log, daß in den volksregierten Staaten die Religion verfolgt werde, so daß niemandGott auf seine Weise ehren" könne. Er verließ sich bei dieser unvcrfrprenen Behauptung offensichtlich auf die Unkenntnis des ame­rikanischen Volkes, das infolge der von ihm so ge­rühmtenPressefreiheit" selten in der Lage ist, Lügen zu kontrollieren.

*

Den Amerikanern steht es frei, verkündet Roosevelt ferner, Petitionen an den Bundeskongreß Lu richten. Gewiß, wir glauben ihm aufs Wort, daß in einem Lande mit zehn Millionen Arbeitslosen ohne aus­reichende Unterstützung Hilferufe aus höchster Not zu

erschütternden Alltäglichkeiten gehören mögen. Wir, in einem Lande, das jeden Arbeitsfähigen in Lohn und Brot gebracht und jeden Volksgenossen durch ein in der Welt beispielloses gigantisches Sozialwerk vor Hunger und Kälte geschützt haben, verfügen hier nicht über die Erfahrungen des Herrn Roosevelt. Die Pressefrei­heit darf natürlich auch nicht fehlen. Mit einer Presse­freiheit, wie sie hier gemeint ist, nämlich einer unbe­schränkten Hetz- und Schimpferlaubnis können die auto­ritären Staaten allerdings nicht aufwarten.

Die zahlreichen USA.-Korruptions- und Skandal- affären der letzten Zeit bieten kein sonderlich überzeu­gendes Argument, um uns von den Vorzügen des ameri­kanischen Systems zu überzeugen. Dieser Teil der Rede Noosevelts dürfte selbst seine fanatischsten Anhänger peinlich berührt haben. Was das demokratische Wahl- system betrifft, so ist es richtig: zwischen einer Regie­rung, die sich auf eine knappe Mehrheit stützt und bei allen möglichen Gelegenheiten an die Masseninstinkte appellieren muß, um ja nicht die paar entscheidenden Stimmen zu verlieren, und einer Volksführung, zu der sich in einer freien Wahl über 99 Prozent der gesamten Wählerschaft, also die gesamte Nation bekennt, ist ein himmelweiter Unterschied. Aber wir wollen ja Herrn Roosevelt nicht von der Richtigkeit unserer Staatsauf- fässung überzeugen wir verbitten es uns nur, daß er sich in dieser Form in unsere Verhältnisse einmischt. Bei zehn Millionen Erwerbslosen gäbe es wohl vor­dringlichere Aufgaben ...

Deutsche lugen- oertei-igt -en frie-en

ralirgangstveile Luftschuhausbildung der Jugend Vereinbarung zwischen Neichsjugendfichrung und Neichslustschutzbund

Berlin» 5. März.

Zwischen der Reichsjugendsührung und dem Präsi­dium des Reichsluftschutzbundes wurde eine Verein­barung getroffen, wonach bereits in den nächsten Mo­naten ein verstärkter Einsatz der deutschen Jugend in der Luftschutzarbeit erfolgen wird.

In dem Bestreben, das gesamte deutsche Volk luft- schutzbereit zu machen, werden in Zukunft alle deut­schen Jungen und Mädel im Alter von 13 bis 14 Jah­ren, das ist der letzte Jahrgang des deutschen Jung­volks und des Jungmädglbundes., in jedem Jahr in Sonderlehrgängen im Selbstschutz ausgebildet. Die HI. und der BDM. stellen dem Reichsluftschutzbund die zu dieser Ausbildung zusätzlich erforderlichen

Lehrkräfte zur Verfügung. Verbindungsführer aller HI.- und BDM.-Einheiten bis herunter zu den Ge­meinde- und Reviergruppen des RLV. werden ständig eng mit dem Reichsluftschutzbund zusammenarbeiten und die dem RLV. übertragenen Aufgaben und Ziele der HI. und des BDM. fördern.

Jedes Jahr wird ein gemeinschaftlicher Jugendluft­schutztag durchgeführt, der von der geleisteten Arbeit Zeugnis ablegen wird. Im übrigen finden in allen Sommerlagern der HI. und des BDM. Unter­weisungen im Luftschutz, statt. In den nächsten Monaten verden die Lehrkräfte aus HI. und BDM. ausgebildet. Am 1. November 1939 setzt die Selbstschutzausbildung ganzer Jahrgänge ein. Mit dieser Vereinbarung hat die

deutsche Jugend ein Bekenntnis abgelegt, daß sie teil haben will an der Verteidigung des Reiches. Da­bei will sie, wie der amtliche Pressedienst des Jugend­führers des Deutschen Reiches mitteilt, mit der prak­tischen Arbeit vorangehen. Sie ist schon seit Jahren diesen Weg gegangen und hat bereits 1934 mit der Luftschutzausbildung in ihren Reihen begonnen. Von Anfang an hat sie dabei eng mit dem Reichsluftschutz­bund zusammengearbeitet.

Die neue Vereinbarung legt nunmehr fest, daß die Verbindung zwischen RLB. und HI. bis hinunter zu den kleinsten Einheiten geschaffen wird.

(Fortsetzung auf Seite 2)

lfühnlein bei seinen Männern in Vremen

siitirerappell und Kameradschaftsabend im veifein des vauleiters und Kreisleiters

X Bremen. 3. März.

Reichsleiter Korpsführer Hühnlein traf am Sonnabendnachmittag in Bremen anlätzlich einer Besichtigung der 62. Motorstandarte auf dem Flug­

hafen ein, wo er vom Führer der Motorobergruppe Nord", Obergruppenf. Jürgenfen, begrüßt wurde.

Nach einem Besuch in der Schule der 62. Motor­standarte in Strom fand am Abend im Rathaus zu

llrei-iloiter LIanko bv?rriiüt lkeiejmleiter Korpskiilii er Rüliiilviii »aell seiner Ankunft ant üem Lremer kluxbn -i>. kkeekts neben ibm XZIvlv.-Obei-grnppenlübisr llürxensen. ^nknadms: Lcbwäit.

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Bremen ein Führerappell sämtlicher NSKK.- Führer des Gruppenbereichs statt, wobei sich der Korpsführer einen Einblick in- die Arbeit der Breitengliederung des Korps wie auch über die sonstige Tätigkeit seiner Männer in unserer Nordwest- deutschen Heimat verschaffte. Der Appell klang mit einem Kameradschaftsabend im Alten Rathaus zu Vremen aus. Diese Veranstaltung erhielt ihre beson­dere Bedeutung durch die Teilnahme unseres Gauleiters, Reichsstatthalter Carl Röver, der dem Korps als Obergruppenführer angehört, sowie durch die Teilnahme unseres Kreisleiters Pg. Blanke. Der Gauleiter stlllte bei dieser Gelegenheit den Männern des Korps im GauWeser-Ems" das denkbar beste Zeugnis aus und hob vor allem ihre beispielhafte Haltung hervor. Korpsführer Hühnlein erwiderte die sehr herzlichen Worte des Gauleiters mit der Feststellung, daß das Korps stets als eine machtvolle Truppe' politischen Soldatentums ausgerichtet auf die Partei und den Führer marschiere.

(Ausführlicher Bericht im lokalen Teils

vüeckels Kampfansage gegen Preissteigerungen

Wien. 5. März

Im Zusammenhang mit den Verordnungen zur Fest­setzung einer bestimmten Gewinnspanne im Schuh- und Textilhandel hielt Reichskommissar Bürckel eine Rede, in der er die nationalsozialistischen Grundsätze in der Wirtschaft und Preisgestaltung darlegte und eine um­fassende Aktion ankündigte, die er alsEinbruch in die Preise" bezeichnet. Er erklärte, daß es ihm bei seiner Aktion nicht nur auf Verordnungen und Unternehmun­gen der Polizei ankomme, sondern daß er vor allem auch mit dem moralischen Gefühl der Kaufleute rechnen wolle. Bürckel betonte kategorisch, daß es in Zukunft in Wien nur ehrbare Kaufleute und keine Schädlinge geben dürfe, die mit jüdischen Methoden arbeiteten. Dem ersten gelte sein voller Schutz, während er dem anderen das Leben in dieser Stadt zur Hölle machen werde.

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Der hysterische ZwMngsbruder des rasenden Reporters"

8.. j>. Darüber läßt sich nicht streiten: Auch dem Journalisten schwebt bei seiner Arbeit mehr oder weniger bewußt ein völkisch bedingtes We­sensbild des Lesers, für den er schreibt, vor Augen. Man darf sogar (unter uns gesagt) die beliebte sprichtwörtliche Wendung mit einer ge­wissen Berechtigung wie folgt abwandeln:Zeige mir, wie du schreibst, und ich sage dir, wie du dir deinen Leser vorstellst!" Mit welchen geistigen und moralischen Eigenschaften nun derjenige Zei­tungsleser, an den sich gewisse Pariser, Londoner und Newyorker Hetzjournalisten 363mal im Jahre in der gleichen Tonart wenden, auf Grund der Psychologie jener Skribenten eigentlich ausgestat­tet sein müßte, sei im folgenden einmal kritisch untersucht. Ein solcher Blick in diedemokratische ChaOrkterkunde" ist, wie wir gleich sehen werden, außerordentlich lohnend.

Zunächst einige Feststellungen über die unge­wöhnlichen Geisteskräfte des Zeitungs­lesers westlicher Zivilisation, wie sie von den modernen Fabeltier - Journalisten stillschweigend vorausgesetzt werden. Einesteils besitzt der in Rede stehende interessante Zeitgenosse, was sein Wis- s e n betrifft, offensichtlich nicht die geringsten geo­graphischen Kenntnisse, andernteils soll er mit unbeirrbarer Sicherheit,in ganzen Erdteilen denken". Es wird ihm nämlich zugemutet, Nach­richten über diestrategische Bedrohung der USA. durch die autoritären Staaten Europas von Mexiko aus" undsensationelle Enthüllungen über Mobilisierungsschritte im Osten Deutschlands zwecks Vorbereitung eines nationalsozialistischen Expeditionsunternehmens in Australien" völ­lig ernst zu nehmen. Würde er nur einen flüchtigen Blick auf den Globus werfen, so könnten die erwähntenauthentischen Informationen" der angeblich gut unterrichteten Sonderkorresponden­ten lediglich seine Lachmuskeln reizen. Doch Erd­kunde ist, wie gesagt, nach Ansicht der hetzenden Schreiberlinge nicht sein Fach!

Nicht weniger schlecht ist es um d as Geb ächt - nis un d d ie Urteilskraft des Homunkulus gus der Retorte der internationalen Giftmischer bestellt. Obschon die alarmierenden Mitteilungen über (stets unmittelbar bevorstehende) militärische Angriffshandlungen Deutschlands niemals von der Wirklichkeit bestätigt wurden siehe z. B. die Marokko-Affäre im Zusammenhang mit dem Spanienkonflikt und die Legenden über eine Ein­verleibung Ungarns in das Deutsche Reich! soll der bedauernswerte Leser jüdisch-marxistischer Blätter doch bei jeder neuen Ankündigung deutsch- italienischer Angriffe alle seine vorangegangenen negativen Presseerfahrungen zum Fenster hinaus­werfen, oder noch besser: sie gar nicht erst gesam­melt haben! Er hat "immer wieder faustdicke Lügen als pure Wahrheiten anzusprechen, ohne sich dabei seiner eigenen Geistesverwirrung bewußt zu werden. Und dann die sich widersprechenden An­forderungen, die an seine Phantasie gestellt werden! Auf der einen Seite soll sie sich als außerordentlich lahm und nüchtern erweisen, um nicht etwa die Unmöglichkeit einer Aufrollung des gesamten amerikanischen Kontinents durch deutsche Truppen zur inneren Anschauung zu bringen; auf der anderen Seite muß sie doch so lebhaft und farbenfreudig sein. daß ihr die peinlicke Aus-

IIIINIIIIIIIIIMIINIIINMNIIIIIIIIINIIIMIMINNIIIIIIIIINIINIINIIIIIIIIINNIIINIIININN

(vis bsutizs ^.usAgbs uivkakt 2 8 8si1vu)

Roosevelt verstieg sich zu neuen sinnlosen Behaup­tungen über die volksregierten Staaten.

Zum spanischen Botschafter in Paris wurde Leque- rica ausersehen.

Konrad Henlein hielt in Kaaden die Gedenkrede auf die Toten des 4. März 1919.

Zwischen der Reichsjugendsührung und dem Reichs­lustschutzbund wurde eine wichtige Vereinbarung getroffen.

Korpssührer Hühnlein weilt in Vremen zur Be­sichtigung der NSKK.-Motorstandarte 62.

Die VZ. veröffentlicht die neue Lohnsteuertabelle. RAD.-FLHrer in Ausbildung ehrten das Andenken der Toten des 4. März.

In Sqke fand ein großer Appell der Jäger der Grafschaft Hoya statt.

Zur Förderung des deutschen Segelsports wurde ein bedeutsames Abkommen geschlossen.

Bei den Vox-Gaumeisterschasten wurden Seedorf und Trillhase Eaumeister Niedersachsens. SchnelldampferBremen" des Norddeutschen Lloyd traf in Mar del Plata (Argentinien) ein.

I» Wilna konnten 47 jüdische Schwarzschlachte« ver­haftet werden.

Das japanische Explostonsunglück bei Osaka hat bereits 87 Tote, 187 Vermißte und 589 Verwundete gefordert.